Entwicklungschristentum

  • Die Zukunft des Christentums
  • Christentum früher + heute Teil 1
  • Christentum früher+heute Teil 2
  • Christentum früher+heute Teil 3
  • Christentum früher +heute Teil 4
  • Evolutionäre Nachfolge Christi 1
  • Evolutionäre Nachfolge Christi 2
  • Evolutionäre Nachfolge Christi 4
  • Evolutionäre Nachfolge Christi 6
  • Evolutionäre Nachfolge Christi 7
  • Evolutionäre Nachfolge Christi 8
  • Evolutionäre Nachfolge Christi 9
  • Evolutionäre Nachfolge Christi10
  • Evolutionäre Nachfolge Christi11
  • Evolutionäre Nachfolge Christi13
  • Evolutionäre Nachfolge Christi14
  • Evolutionäre Nachfolge Christi15
  • Das Leben ist unsterblich
  • Meister Eckhart
  • Impressum

 

  

 

 


Vom Christentum heute zum Christentum von 

                          morgen.


                                   Teil 2


                           Gliederung


  • Geschichte
  • Geschichtstheologie des Joachim Fiore.
  • Geschichtsinterpretation eines Meister Eckhart.
  • Gewissensverständnis traditionell religiös  und säkular, evolutionär interpretiert.
  • Glauben+Vertrauen
  • Gnade +Entwicklungsreife
  • Gott + Pantheismus+Gott ist Licht.
  • Gottesdienst, Sakramente, Riten, Symbolik,Paralithurgie.
  • Die Gotik und das Christentum.


               Religions(geschichte)*


* Siehe auch den Gliederungspunkt " Krise des Christentum-
                      kurzer geschichtlicher Rückblick".


  • Von der theologischen, geschichtlichen Abgeschlos-senheit zur entwicklungstelelogischen, individualge-schichtlichen Offenheit und des immer wieder neu zu Erfahrenden, weil Entwicklung nie abschliesst.
  • Von dem geschichtlichen Europa der Altzeit, welches in seiner Geschichte erschöpft ist zum Individualgeschicht- lichen der Neuzeit als die Entfaltung des Einzelnen zu Gott hin*.

*I.) Die Individualgenese des Menschen wird als eine historische
Kategorialität des Werdens verstanden, wo wir uns selber sind.Jede Lebensauseinandersetzung in der Zeit wird zum individualge-
schichtlichten Geschehen.Jede persönliche Irrtumsgeschichte wird zur Fortschrittsgeschichte.Der Mensch, das ist die persönliche Le-
bensgeschichte des Einzelnen,erst da sind wir uns selber. Das Ent-
wicklungsleben wird zur Geschichte und jeder Entwicklungstag wird zu einem Geschichtstag. Solange ruht die persönliche Geschichte, solange keine persönliche Entwicklung.

II.) Es der persönliche Entwicklungsprozess des einzelnen Menschen
als geschichtlicher, notwendiger Prozess der Menschheit, welcher in
der ständigen Entwicklungsüberwindung seine Geschichte schreibt
(etwas geschieht mit ihm und in ihm). Der alte,gewaltbereite Kampf-
begriff der Kriegsgeschichte wird zum neuen, gewaltfreie Auseinan-
dersetzungsbegriff der Entwicklungsgeschichte. Individualisierung beinhaltet eine nach innen eine kämpferische,aber nach aussen gewaltlfreie Konnotation.

III.) Die persönliche Geschichte beginnt nicht mit der Genesis und dem
Geburtsdatum, sondern erst bei Reife der Entwicklung, wo ich zur Ent-
wicklungsauseinandersetzung als Destruktion bereit bin. Es gibt keine
andere Art der Geschichtsschreibung als in der Erfahrung der Selbst-
befreiung.


  • Von die gesamte Religionsgeschichte (theologischer Lebens-gehalt) war wichtig für das religiöse Leben der Menschen zu jetzt wird das Entwicklungsleben (religiöser Lebensgehalt) des einzelnen Men-schen wichtig für die Individualgeschichte. Natürliche Religiosität ohne Ideo- logie und nicht in Philosophie aufgelöst ist im theologi- schen Sinne völlig unreligiös, aber das " Individualisie- rungs-Logos-Prinzip " gilt wirkungs-individual-geschicht- lich-theologisch als ein Religionsverständnis in höchster Potenz und kann als  eine "ecclesia universalis " vom kirchlich abgelösten Christentum verstanden werden.
  • Von der Kirchengeschichte, welche historisch überholt  ist und in anderer Form weiter geht zur Selbstentwick- lungs- und Erkenntnisreligion eines Meister Eckhart, wo jeder Einzelne vor Gott gestellt ist mit seiner Entwick- lungs-Individualisierungs-Bringschuld der Entwicklungs- losigkeit als Fortführung und neue Stufe der Kirchen- geschichte als letzter Akt in Form der Individualge- schichte, weil die persönliche Geschichte erst die wahre Religion ist Die Indivi-  dualität ist die begriffliche Fassung und das Gesetz des Lebens. Der Einzelne ist nur wahr und existiert nur wirklich, wenn er individuell wird*.

* I.) Das Christentum ist eine Religion der Individualität und das In-dividualitätsprinzip bezieht sich auf das persönliche Verhältnis des Einzelnen zu Gott, was das eigentliche, christliche Erbe darstellt.


II.) Es ist die religiöse-Transzendierungs-Bewusstseins-Dimension als mehr Entwicklungs-Individualisierungs-Bewusstsein oder Gottesbe- wusstsein, weil nach Meister Eckhart Gott sich im Entwicklungs-
Transzendierungs-Prozess selber wird.


III. )  Es ist der Heilsplan Gottes, der gegen alles Bemühen des Men- schen die Geschichte selbst zu gestalten und sich selbst durchzu- setzen will als teleologische Geschichtsauslegung und Sinngebung des Geschichtsbewusstseins. Der Weg der Transzendenz und der Mystik ist erst zu Ende, wenn der Weg der Geschichte zu Ende ist. Meister Eckhart betont nicht das Kreuz, sondern die Geburt Christi in der Seele als das zentrale Heilsgeschehen und nicht die historische Menschwerdung. Für den Philosophen Georg Wilhelm Friedrich He-
gel war die Erneuerung des Christentums der Moment, wo jeder Einzelne in seiner Fortentwicklung Gott entfaltet als die Geschichte der Neuzeit. Es ist auch das immanente, eingeborene, kategorische     Logos-Individualprinzip des Gotischen Lernprinzips. Siehe Textfort- setzung im Gliederungspunkt "Individualgeschichtliches Gottes-Verständnis" eines Meister Eckhart

IV.) Das Christentum befreite den Menschen vom Fatalismus der
Natur und von der Zwangsherrschaft des Kollektivs und stellt ihn als Einzelner unmittelbar vor Gott. Es bezeugte damit den unersetzlichen Wert der Einzelseele und schuf damit Raum der Freiheit, der in der bisherigen Geschichte der Menschheit noch nicht existiert hatte, aber diese Freiheit hat der abendländische Mensch bis auf wenige Einzel-
ne verloren. 


V.) Am "grossen Gerichtstag" des Todes (Totengericht) bin ich nur als Einzelner und nicht eine Glaubensgemeinschaft vor Gott gestellt ist,weil nur in der Anerkennung der eigenen Individualisierung-Lebens-Bringschuld  das einzige Eigentum ist,was den Einzelnen begründet ("Karmakonto"),was aus- serhalb der gesellschaftlichen und demokratischen Sank- tionen liegt. Dein Gott ist persönlich und auch nicht ein Gott einer anderen Religionen.Der Rechenschafts- bericht ist fern von jeder Schuldzuweisung einer Strafwürdigkeit und es wird jetzt die innere, unverstellte Natur sichtbar und dass ich getauft worden und jeden Sonntag in die Kirche gegangen bin und "weinerliche Entschuldigungen sind bedeutungslos.Die Beurteilung erfolgt meist aufgrund entwicklungsethischer Maßstäbe.  Nach  Meister Eckhart hat das Leben nur so viel Wert, wie viel er von Gott (entwickelt) hat, wie viel Lebenszeit Entwicklungszeit war und Zeitloses in der Zeit und Wesen- haftes im Wesenlosen geschaffen wurde.Der "imaginären abgespulten Vergangenheitsheit-Überwa- chungs-Himmels- Kamera" hält uns einen Spiegel vor und ihr bleibt nichts verborgen.


VI.) Wenn Klartext gesprochen wird,wird er/sie  nicht gefragt z.B. ob er/sie ein gute(r) Staatsbürger(in) gewesen ist, was die anderen gemacht haben, nach seinem Bekanntheitsgrad, wie viele Tore z.B. als Fußballstar einmal eingenetzt wurden oder wie viele Welthits er/sie  gesungen hat, nach seinem Bank- kontostand, wie viele Kinder, wel- che Position, welchen Beruf, Besitz, für was er Zeit und Interesse hatte,welchen Heiligen wir geglichen und verehrt haben und wie lö-b lich die Grabrede des Pfarrers war, sondern Auge in Auge nur nach seinem persönlichen Gottesverhältnis als die eigentliche Lebensleis- tung d.h., ob er sich treu und entwicklungsehrlich als Wahrheitsliebe geblieben ist, das Bessere und Höhere im Hier und jetzt gewollt,was er für andere  getan hat oder hätte tun können als Lebensprüfung, Lebenssinnaufgabe und geschenkte Lebensdankbarkeit.Nur die Weltwerte alleine  lässt Gott nicht gelten.Die Kernfrage ist immer die nach der Entwicklungs-Individualisierungs-Bringschuld,  ob wir uns selbst gewesen waren, was ich aus meinem Leben transzendierend  gemacht  d.h.,ob ich immer mehr meinen inneren Frieden im Unfrie- den meiner Alltagswelt  als Unsterblichkeitslernen  gesucht habe. Nach Meister Eckhart lohnt Gott nicht nach der Größe und Vielzahl der Werke, sondern nur, ob sie in Gott und als Gotteswille vollbracht worden sind*.


*Trivia:Von wenn man regelmässig in die Kirche geht und glaubt ein guter Christ zu sein zu dieses wird genauso als ein Irrtum angesehen,wenn man in die Garage geht und glaubt ein Auto zu sein"-Verfasser unbekannt.


  • Von der Kirchengeschichte als Schuldgeschichte mit ihrem Versagen und Irrtümern zur Individualgeschichte einer Entwicklungsresistenz als Entwicklungs-Indivi-  dualisierungs-Friedens-Bringschuld einer Entwicklungs- losigkeit*.

*I.)  Hier wird der letzte Akt der Kirchengeschichte geschrieben, weil
die Kirche sich in einer Auflösungskrise  befindet, welche mit der Reformation Martin Luthers vergleichbar ist.

II.) Die Individualisierung der Entwicklungsschuld bei Entwicklungs-
reife ist ein unverzichtbarer Ent wicklungsbestandteil und betrifft immer nur den Einzelnen als Entfaltung nach dem individuellen Eigengesetz und liegt in der Auseinanderersetzungs-Schuld-Über- windung "als individuelle Christusnachfolge". Das Christentum kann sich mit seiner erlösenden Kraft nur entfalten, wo der einzelne Mensch seiner Entwicklungsschuld der Entwicklungslosigkeit be- gegnet.Die Entwicklungsschuld ist eine Schuld ohne Schuldgefühle, wird erst bei der Entwicklungsreife erkannt und diese Erkenntnis hat etwas Verpflichtendes und Befreiendes und nichts schuldhaft Be- 

lastendes. Entwicklungsschuld kann auch nicht aufrechnet, sondern nur vergeben werden (beim Zeitpunkt der Reife). Entwicklung kennt dann keine Entschuldigungen, Gründe, Ausreden und mildernde Umstände (vor Gott) mehr, sondern nur die Feststellung, das ich
noch nicht alles getan habe,was ich tun kann und der einzige Schul- dige bin.Die Schuld besteht immer nur darin,das Entwicklungs- bessere nicht zu wollen und die Entwicklungszeichen ignoriere,in-

dem ich bleiben möchte,wie ich bin und damit mich entwicklungslos verhalte. Es ist die Selbstverpflichtung der Individualitätsentwicklung als Entpersönlichung,indem ich das in mir individuell Angelegte entwickle,bis ich lebensauthentisch und mich selber bin. Es ist die Unart nicht die Schuld bei anderen zu suchen,weil jede persönliche Krise auf Wandlung zielt d.h.,das nicht der Andere, sondern ich der einzige Schuldige bin. Die Entwicklungsschuld ist das Einzige,was den Menschen begründet und ist sein persönliches Entwicklungspotential. Deshalb reicht es nicht aus und befreit nicht "von der Last der
Selbstwerdung" nur ein guter, stromlinienförmiger Gesellschafts- 

und gesetzestreuer Staatsbürger und ein frommer Sonntagskirch-
gänger zu sein.

III.) Es kann weiterhin nicht oft genug wiederholt werden, dass es unwichtig ist was die neuesten Nachrichten sind, was andere sagen und tun, wie prominent jemand ist, Mißstände zu kritisieren sondern nur was ich tue. Es geschieht zwar viel in der Welt und um uns herum, aber in Wahrheit geschieht alles nur in mir. Es ist der Weg von der Verwandlung der Welt, um diese in der Aussenwelt z.B. eine Krise bspw. durch Reformen, Technik, Schutzmassnahmen und viel Geld zu verbessern und retten zu wollen und der Andere der Schuldige ist
und der Mensch will und kann bleiben wie er ist zur Verwandlung
des Menschen in seiner Innenwelt, wo der Mensch sich im Entwick- lungs-Individualisierungs-Prozess wandelt, weil dieses das Ganze darstellt und dieses der einzige Punkt ist, wo in der Welt wirklich etwas geschieht und deshalb ist er " der Nabel  der Welt " und macht den Unterschied aus.


  • Vom konfessionellen, kirchlichen Religionszeitalter (er-starrte, christologische Geschichtstheologie) zum konfes-sionslosen, kirchenlosen Entwicklungs-Individualisie-rungszeitalter (lebendige, persönliche Geschichtsteleolo- gie).
  • Von den spirituellen Quellen, den historischen Kirchen- vätern als das Lehrfundament zu den Entwicklungs- quellen als Lebensfundament und von den jetzigen Ent- wicklern als Vorbildfunktion.
  • Vom Buch der Geschichte der Neuzeit,welche eine Ent- zauberung der Religion ist zum Buch der Individualge- schichte einer zauberhaften Religion.
  • Von bisher war es immer so in der Geschichte gewesen, dass der Durchschnittstyp des Menschen, des Volkes und des Zeitalters seelisch und geistig von den grossen, ein- zelnen Vorbildern und Führungspersonen geformt wor- den ist (von oben nach unten) zum individualgeschicht- lichen, jetzigen Zeitalter, wo die bisher geltende Hierachie auf den Kopf gestellt wird (von unten nach oben).
  • Von der geschichtlichen Religion, welche keine Gott- unmittelbarkeit kennt zur individualgeschichtlichen Religion der Gottunmittelbarkeit. Das geschichtliche Christentum löst sich in die Einzelgeschichte auf  und hört damit auf, Geschichte zu sein.
  • "Von der Kirche, welche eine zu verarbeitende Schuld-  geschichte mit sich trägt (Kirchengeschichte) zu jedem Individuum,welches eine persönliche Bringschuld- geschichte einer Entwicklungslosigkeit mit sich trägt*.


* I.) Hier wird der letzte Akt der Kirchengeschichte geschrieben, weil
die Kirche sich in einer Auflösungs-Umgestaltungskrise  befindet, wo im Vergleich die Reformation durch Martin Luthers ein Mönchsgezänk war.

II.)Die Römisch-Katholische Kirche war für die Inquisition verant- wortlich. Verbrechen im Namen der christlichen Religion waren die Kreuzzüge, die Hexenverfolgung, die Judenverfolgung, Religions-
kriege, gewalttätige Formen der Missionierung oder religiös ver-

brämte, eigentlich politische Gräueltaten, wie die Tötung zahlreicher sogenannter Indios Südamerikas und in der Neuzeit teilweise die Unterstützung von Diktaturen und die ambivalente Rolle der Kirchen in der Zeit des Nationalsozialismus. Allerdings fanden sich bei all diesen Ereignissen auch immer wieder Kritiker aus den eigenen Reihen. Aber der Skandal  ist, dass  man  das  geschichtliche Christen- tum ausschließlich  als  eine Geschichte  der Skandale darstellt,  dass es  aber nicht.


III.) Grundsätzlich gilt, dass die christliche Wahrheit  immer nur
als geschichtliche, absolute Wahrheit gültig, wenn der historische Entwicklungscharakter des Erkenntnisprozesses und der Erkenntnis
zum Ausdruck kommt. Bei seiner Person und seinem Weg geht es nicht um eine philosophische Möglichkeit, sondern um eine histo- rische Wirklichkeit. Anders als eine Idee oder einer moralischen
Norm kann eine historische Person nicht schlechthin überholt werden durch eine andere. Sie ist einzigartig, unersetzbar und gilt
ein für alle mal. Evolution vollzieht sich in der Lebensgeschichte
eines jeden Einzelnen, weil die menschliche Natur im wesentlichen geschichtlich ist. Es ist die Evolutionstheorie vom Sinn der Geschichte des Menschen als Fortsetzung der Geschichte des Einzellebens. Geschichte als Biografie der Menschheit wird zur Geschichte als Biografie des einzelnen Menschen. Die Individualgenese des Men- schen wird als eine historische Kategorialität des Werdens als " sä- kulare Nachfolge Christi "verstanden, wo wir uns immer mehr selber sind. Das Christentum ist eine Religion der Individualitäts(geschich- te). Das Individualitätsprinzip bezieht sich auf das persönliche Gottesverhältnis.

IV.) Dieser erst einmal sakrale Sachverhalt einer Nachfolge Christi säkular gedeutet heisst seinen persönlichen  Entwicklungslebens-
laufweg zu gehen ist nur wegen dem Wirkkraftfeld des Entwick-
lervorbildes möglich. Die Nachahmungskraft und autorative Ausformung wird/wurde erst durch die Vorbildfunktion übertragen, welche in die Vorbildform des Entwicklungsweges" reingelegt wurde, ist sich selber wirkend, hat die Reife für den Einzelnen geschaffen
und macht Nachahmungsreiz aus. Von dem Grad der Selbstbeherr-
schung wird der Grad der Gleichwilligkeit der Anderen bestimmt.
Weil jeder Mensch ein Teil der Menschheit eines universellen Ganz- heitsbewusstseins ist (Interverbundenheit) und wenn es vom Einzel- nen realisiert wurde, wirkt es erst vorbildlich für das Ganze als Gemeinschaftsfeld, was als kollektives Gedächtnis bezeichnet wird.

Es wurden Spuren hinterlassen  im Plenum des universellen Be-

wusstseins, weil wir alle durch das Verschränkungsprinzip Teile 

dieser Superposition sind.

V.) Wenn einer seinen Entwicklungs-Vorbild-Weg gegangen ist, hat
er wirkungsquantenphysikalisch den Weg frei gemacht für andere
als das wissenschaftliche Spiegelbild der Relativitätstheorie von Albert Einstein. Es wurde Entwicklungs)raum als physische Realität geschaffen, der   vorher nicht da war und erst diese Raumexpansion gibt jedem die Chance, in den (Vorbild)kraftraum einzutreten, wenn dieser auch das praktische Moment der Veränderung beinhaltet diese schöpferische Möglichkeit (durch Selbstentwicklung) wahrzuneh-
men.   Der Raum ist nicht begrenzt, sondern so gross, wie der gedacht werden kann. Wenn der Endpunkt von einem Menschen verwirklicht wurde, so stellt dieser Mensch stellvertretend auch für seine Gattung das Endprodukt der Evolution dar. Wenn es einer erreicht hat, ist es für alle erreicht und erreichbar gemacht. Der Dichter Friedrich Schiller würde sagen;  " Was einer im Reiche der Wahrheit erwirbt,
hat er für alle erworben. Nur dieses ist der archimedische Punkt und prima causa (Heilswert= Entwicklungswert), auf den es ankommt. Wenn der Mensch sich durchgerungen und den Vorbildweg gegangen ist, ist das wie ein Tropfen, welcher ins Meer fliesst, wo das Meer sich
in den Tropfen verwandelt und ein Einzelner zur Menschheit wird und nicht der Tropfen zum Meer wird.

VI.) Der einzige Heilsweg geht dann nicht mehr nur über Christus alleine, sondern im individualgeschichtlichen Verhältnis zu Gott durch Entwicklung, wo sich im persönlichen Entwicklungspro-
zessweg in den Lebens-Transzendierungs- Überwindungen als Christusnachfolge sich das  persönliche Heil vollzieht. Anstelle des historischen Jesus wird der sich entwickelnde Jesus gesetzt (Bei dem Philosophen Immanuel Kant war es noch die Idee der Menschheit als moralisches Wesen).Nicht der vollbrachte blutige Opfertot Jesus am Kreuze, sondern die Nachfolge Christi ist in seiner Lebensleistung zu finden. Auch Meister Eckhart betonte,dass nicht das Kreuz, sondern die Geburt Christi in der Seele  das zentrale Heilsgeschehen ist und nicht die historische Menschwerdung. Der alltägliche Lebensent-
wicklungsprozess gilt als Metapher (Geburt) für eine immer gültige und natürliche Bedeutung des Lebens- und Leidens Christi als Opfer-
gang. Sein sittlicher Adel kann nicht übertroffen werden. Bisher war der Zugang zur Nachfolge Jesu (Christusbewusstsein) nur über ihn und jetzt wird Religion als eine Sache zwischen dem Einzelnen und Gott angesehen und der Weg zu Gott ging  nur über Christus, weil er den Weg gegangen ist. Christus galt/gilt als Vorbildgestalt, aber der Weg ist erst einmal von der Person Jesus losgelöst und  es wird auch nicht im Stillen gefragt, was würde Jesus an meiner Stelle jetzt machen. Kein heiliges Leben ist ein genaues Abbild des Lebens Jesu, auch wenn es Vorbild für alle ist. Jeder ist einzigartig und nicht nach- zuahmen.Die Frage darf nicht lauten, welchen Weg Christus gegangen ist, sondern die Frage muss lauten, welchen unbetretenen Weg ich gehen muss*.


* Siehe Textfortsetzung in https://entwicklungschristentum.de/Evolutionaere-Nachfolge-Christi-1

  • Von der kirchengeschichtlichen Vergangenheit der Ketze- rei, welche nach Auffassung der Kirche Häresie betrie- ben,weil sie das kirchliche Dogma mit seinen Glaubens- sätzen bzw. die Botschaft des Evangeliums bezweifelten, leugneten, verkürzten oder entstellten zu an sich stellt der Begriff eines Ketzers schon ein Absurdum für die evangelische Lehre dar, welchem jedem das freie Recht der Auslegung zusprach
  • Von historischen Ereignissen, welche vor und nach Christi Geburt stattgefunden haben und alles was davor lag wird als Vorbereitung und Hinführung der Geburt Christi auf- ge fasst (nach Christus könnte auch die Nachfolgeper- son  gemeint sein) zu der tiefere Entwicklungssinn der Nachkriegsordnung (in Deutschland) ist die Hinführung zu einer höheren, geschichtlichen Entwicklungsstufe. Frieden,Rechtssicherheit, Besitz,hohes Bildungsniveau,  Vermögen etc. sind nur Entwicklungs-De-und Entmate- rialisierungs- Voraussetzungen der Übergangsepoche einer Entwicklungs-Inkubationszeit zur Individualge- schichte, weil davor immer noch" Brot vor Geist gilt "*.

* Wenn es mit der Väterreligion nicht mehr weitergeht, sucht sich
der Weltgeist, in Abwandlung an den Philosophen Georg Wilhelm Frie- drich Hegel ein anderes Medium. Das Christentum war essentiell eine unvollkommene Religion und wie der Reformator Martin Luther meinte einer neuen Inhaltsinterpretation bedarf und mit neuer Bedeutung gefüllt werden muss, wenn es nicht untergehen soll.


  • Von dass alles Geistige eine Geschichte hat (z.B.Refor-mation) zu dass alles geschichtliche hat einen geistigen Anteil (z.B.Individuation).
  • Von der geschichtlichen Vergangenheit des deutschen Kaiserreiches im Interessens- und Kriegskonflikt als Soldat seine Pflicht zu tun (wir gehören dem Kaiser) zum Interessens-und Auseinandersetzungs-Individualisie- rungs-Konflikt seine Gewissenspflicht zu tun (wir gehö- ren nicht uns, sondern unserem " Werde-Gott " eines Meister Eckharts) *.

*  I.) Siehe auch " Indivdualgeschichtliches Gottesbegriffs-,Entwick-
lungs- und Vermittlungsverständnis eines
 Meister Eckhart

II.) Die Krise welche uns Menschen betrifft, bei der handelt sich
weder um eine äussere  Umwelt-,Wirtschafts-,militärische oder sons-
tige Krise, sondern seitdem René Descartes (Philosoph) im " cogito
ergo sum " die Selbstgewissheit des Bewusstsein behauptet und an die Stelle der Selbstgewissheit der religiösen Erfahrung gesetzt hatte, hat die Philosophie der Neuzeit das Bewusstsein als alleinige Rea-
lität  vertreten, dass die Welt ist vom  " Ich " aufgebaut  und deshalb 

 das Denken in den Nihilismus geraten und leer geworden ist. Die Geschichte der Neuzeit ist eine Entfernung und Abriegelung von Gott  als die Krise schlechthin. Der derzeitige Abstieg und Zusam- menbruch ist Voraussetzung für den Aufstieg und Aufbruch, weil Zukunft ist Zerstörung und Aufbau zugleich ist. Deshalb ist die Ge- schichte der Neuzeit die Entfaltung von Gott und für die Geschichte steht Gott am Ende. Wenn alles zu Gott zurück, dann stellt Gott die Mitte der Geschichte dar. Ein neues Entwicklungs-Individualisie-
rungs-Bewusstseins-Zeitalter ist nichts anderes als ein neuer Ge-
danke Gottes und ein neues Verhältnis zu Gott.

III.) Kulturkritisch betrachtet ist es die Entwicklung vom wissen-
schaftlichen und technischen Fortschritt auf der Horizontalen, als ein Näher- und Weiterkommen (von der Bewusstseinserkenntnis ging die
Krise aus, welche nie die Totalität und das Ganze darstellt, weil der Mensch glaubt das zu sein, was er hat und sich bewusst ist zum wis-
senschaftlichen und technischen Fortschritt, als ein nur Zuende- und
zum Wendepunkt kommen in Richtung der Vertikalen, was Jahrhun-
derte lang schon den Verfallskeim der Auflösung  in sich trägt als eine Form der Selbstzerstörung, um zur nächst höheren Entwicklungsstufe
zu gelangen und deshalb in die Bewusstseinskrise der Erkenntnis schliesslich führen muss, weil der Mensch das ist, was er nicht hat
und sich nicht bewusst ist.


  • Von es gibt nur historische Religionen und diese ent- stehen aus den lebendigen Erfahrungen zur Individual- historie des Einzelnen, welche in den Entwicklungsreife- erfahrungen entsteht.
  • Von der Rechtsgläubigkeit und Deutungshoheit der reinen kirchlichen Lehre, welche immer wieder durch historische  Kirchen-Unwissenheits-Irrtümer in Frage gestellt wird zur individuellen Rechtsgläubigkeit und Deutungshoheit des eigenen Entwicklungslebens, welche durch individual geschichtliche Entwicklungs-Unwissen- heits-Irrtümer in Frage gestellt wird.
  • Von der Religions-und Kirchengeschichte, die in der insti-tutionellen Organisation weiter geschrieben wird als die Zukunft der Religion einer erneuerten Kirche zur Kirchen- ge schichte, welche in der Entwicklungsindi-vidualisie- rung individualgeschichtlich weiter geschrieben wird als die Zukunft der Religion einer Fortschritts geschichte der menschlichen Einzelentwicklung *.

* I.) Es ist in Anlehnung an die individualgeschichtliche Geschichts- empfindung des  Philosophen Hegels, indem er die Geschichte als
die Bewegung des (individuellen) Geistes zur Gewinnung seines wahren Selbstbewusstseins interpretiert. Es der Einzelne, wo er in seiner Individuierungs-Entwicklungs-Bewegung geschichtlich wird. Die Hegelsche Philosophie gilt als die Erneuerung des Christentums, wo jeder Einzelne in seiner Fortentwicklung zu Gott kommt, weil alle Geschichte seiner Ansicht nach zu Gott hingeht.

II.) Unser Kulturdrama ist, dass wir  an einem Wendepunkt unse-
rer Geschichte angelangt  sind und die  Geschichte ihrer Dynamik- kraft  beraubt ist. Die geistige Entwicklungs-Individualisierungs-Geschichte hat die biologische Evolution abgelöst und das mensch- liche Leben in seiner Geschichtlichkeit zu verstehen ist.

III.) Die politische Geschichte als die Geschichte der Welt wird zur In-
dividualisierungs-Charakter-Geist-Entwicklungs-Geschichte als die Geschichte der Menschheit. Es war nie die gesellschaftliche Masse, welche die menschliche Entwicklung weitergebracht hat, sondern i.d.R. nur einzelne Persönlichkeiten, welche die menschliche Kultur weiter entwickelten. Wir hatten Geschichte und werden selbst zur Geschichte. Die individuelle Geschichte beginnt erst, wenn die vor- geschichtliche, kollektive(Völker-und Volks)geschichte abgeschlos-

sen gilt. Es ist die Fortsetzungssinnline  der (Bildungs)geschichte der Völker, der Institutionen, des Allgemeinen zur persönlichen (Entwick- lungs) genese als Individualgeschichtlichkeit. Es ist eine bestimmte Auffassung vom Wesen der Geschichte, was er lebendig wirksam in sich herumträgt und in dieser Erkenntnis erlebt er das Ende des alten Geschichtsverständnisses.

IV.) Geschichte ist immer die Entwicklungsgeschichte des mensch-
lichen (Einzel)bewusstseins.  Deshalb ist die Entwicklungsgeschichts- idee unwiderruflich mit der Person verknüpft. Weder Zufall noch Notwendigkeit entscheiden über den Gang der Weltgeschichte, sondern immer nur Menschen. Es ist nicht die Bewältigung der Geschichte, sondern der Ausstieg von ihr. Der Mensch ist von der Grundstruktur seiner Wirklichkeit historisch notwendig und steht in der Absolutheit seiner selbst als das Selbstverstehen des Menschen in seiner Entwicklungs-Freiheitsbewegung als Geschichtlichkeit.

V.) Kulturentwicklung ist Geschichtsentwicklung. Deshalb geht der Entwick-lungsweg vom ungeschichtlichen Bildungsmenschen (jeder hat seine eigene Lebensgeschichte als Selbstbiografie) zum geschichtlichen Einzelmenschen (jeder schreibt seine eigene Lebensgeschichte als Entwicklungsbiografie. Die Aufklärung als Geschichtsereignis wandelt sich zur Aufklärung der eigenen Ge-schichte. Entwicklung wird zum Chiffre für einzelgeschichtliches Bewusstsein (evolutionäre Geschichtsdeutung). Die Menschheits-, Wissenschafts- und Religionsgeschichte hat bisher dazu gedient  den heutigen Entwicklungseinzelnen zu schaffen. Was hätten die Opfer, Leiden, Zerstörungen und Schuld der vergangenen Kriege sonst für einen Sinn gehabt ? Der bisherige, chaotische Haufen von Ge-  schichtsfakten und stupiden Jahreszahlen, welche wir alle einmal im Geschichtsunterricht gelernt haben, wird in einem neuen teleologi-schen Entwicklung-Sinn-Zusammenhang gebracht. Die Entwick-  lungsgeschichte des Menschen wird als Enwicklungsgeschichte des menschlichen Bewusstseins betrachtet, wo Entwicklung auf ein von vornherein festgelegtes Einheitsziel ausgerichtet ist.

VI.) Die bisherige Geschichte ist das Leben der anonymen Massen-
gesellschaft, aber die Geschichte hat die Entwicklungsgeschichte
des Einzelnen als letztes Ziel. Der Mensch hat eine amphibische
Natur und ist gleichzeitig ein geschichtliches Gemeinschaftswesen, aber seiner Bestimmung nach ein individualgeschichtliches Wesen. Der Einzelne hat keinen Wert ausser im Dienste seiner individu-
ellen Lebensgeschichte. Nur in der Individualgeschichte des Einzel-
nen und nicht in der Geschichtslosigkeit der Masse als Vielmensch gibt es einen Fortschritt. Der Staat, eine Gesellschaft als Kollektiv kann sich nicht entwickeln. Entwicklung ist immer individuelle Selbstentwicklung. Kulturen werden nur von Einzelnen aufgebaut
und erneuert. Deshalb wird sich die Gesellschaft nie als ein Kultur-
volk begreifen, sondern Kultur hat nur der Einzelne. Der gesell- schaftliche Zustand der Gesellschaft ist der Zustand Einzelner, die Entwicklung gewagt haben und wagen, weil der gesellschaftliche, angepasste Mensch wenig kulturfähig ist. Siehe Textfortsetzung in
Individualgeschichtlichkeit

VII.) Die Menschheits-, Wissenschafts-, Wirtschafts-, Gesellschafts-, Kultur- und Religionsgeschichte hat bisher dazu gedient den heutigen Entwicklungseinzelnen zu schaffen. Die Geschichte veranstaltet nicht einen Aufwand von Kriegen, damit zum Schluss lediglich eine bessere Lebens- und Wirtschaftsordnung herauskommt und alles so weiter geht wie bisher. Was hätten die Opfer, Leiden, Zerstörungen und Schuld der vergangenen Kriege sonst für einen Sinn gehabt,wenn ausser einer demokratischen Staatsform, libertären Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, Wohlstand, soziale Sicherheit und einer langen Friedenszeit (als Entwicklungsvoraussetzung) sonst nichts weiteres herauskommen sollte und nur der ständige Konjunktur- kreislauf, wechselnde Regierungen und nicht eine fortschreitende (Einzel)entwicklung das Ziel ist. Die Entwicklungsgeschichte des Menschen wird als Entwicklungsgeschichte des menschlichen Be-

wusstseins betrachtet, wo Entwicklung auf ein von vornherein festgelegtes Einheitsruheziel ausgerichtet ist,  weil Ruhe aller Unruhe Suchziel ist. Das andauernde Wirtschaftswunder, der Sozialstaat, die lange Friedenszeit, die Völkergemeinschaft und die stabilen, politi-schen, demokratischen Verhältnisse machen erst diese Individuali-
sierungsentwicklung möglich.


  • Von der (ehemaligen) religiösen (Missionierungs)be- kehrung als Beispiel einer Zerfallsgeschichte zum Ent- wickungs-Individualisierungs-Reifeprozess-Nr.782 durch den Lebensführungsreifedruck als Umkehr zur Indivi- dualgeschichtlichkeit *.

*I.) Es ist die Evolutionstheorie vom Sinn der Geschichte des Men- schen als Fortsetzung der Geschichte des Einzellebens. Geschichte
als Biografie der Menschheit wird zur Geschichte als Biografie des einzelnen Menschen. Die Individualgenese des Menschen wird als eine historische Kategorialität des Werdens als "evolutionäre, säku-
lare Nachfolge Christi  als Neuformulierung einer Christologie "ver- standen, wo wir uns immer mehr selber werden und sind. Es ist der Weg vom historischen Jesus zur individualgeschichtlichen Nach-
folge Jesus von jedem Einzelnen in seiner Lebenswelt. Es  ist die   Weiterentwicklung der traditionellen, überlieferten Kreuzwegsinn-
linie in der Christusnachfolge zum Entwicklungs-Individualisierungs-Weg der gesellschaftlichen Verantwortlichkeiten (wir gehören uns) und Entwicklungswiderstände der Konventionen (wir gehören nicht uns) als Christus Nachfolge ist immer etwas Eigenes. Es ist die Fort-
setzung einer Glaubenslehre der Theologie Christi zur Lebensgrund-
haltungslehre des Christentums in der Nachfolge  Christi, welcher
im Wachstum zu christusähnlichen Tugenden führt. Seinen Ent-
wicklungsweg gehen ist Säkularisierung ohne Verlust der Trans- zendenz. Die Säkularisation wird somit überwunden und erfährt
sich in höherer Gestalt.

II.) Es ist der Weg vom Christentum als Exklusivreligion (zwölf ausge- wählte Jünger) zum Christentum als Inklusivreligion (Jeder ist im Grunde genommen ein Auserwählter "Entwicklungs-Jünger -Jesus".


  • Von das jetzige Christentum geht dem Entwicklungs- Lebens-Christentum reife-und ideengeschichtlich voran zu und dann löst sich das geschichtliche Christentum       in jede Einzelgeschichte und hört auf Geschichte zu sein.
  • Von dem geschichtlichen Christentum welches als abgeschlossen gilt  zur Kirchengeschichte, welche individualgeschichtlich weitergeht  und in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi endet.
  • Von dem Christentum,welches auf den Einzelnen hin lebt zu dem Christentum, welches vom Einzelnen her lebt, weil nur vom Einzelnen her eine Verwandlung der Ge- schichte geschehen kann. Geschichtliche Mächte wie das Christentum sind unsterblich. Sie können nur über- wunden werden von denen, die wirklich mit tiefen Erleiden hindurch gegangen sind, die also die Mächte tief erlebt haben und kennen. Überwindung steht auch nur den berufenen Schöpfern und Schickalsträgern zu, die von innen her kommen,wie z.B. der Reformator Martin Luther. Jede Überwindung ist Wiedergeburt einer neuen Welt.
  • Von der Geschichte als  ein Erziehungswerk Gottes an dem  Menschen zur Individualgeschichte als Selbster- ziehungswerk mit dem Ziel Gott näher d.h., zu mehr Individualisierungs-Wahrheit als Frieden und Freiheit zu kommen und damit seinem Leben seinen Sinn zu geben, weil ich einfach nur immer das Bessere und Höhere will*.


* I.)  " Soweit in Frieden (und frei), soweit in Gott "*

* Meister Eckhart.

II.) Warum wurde Gott Mensch ? Damit ich derselbe Gott werde.
* Meister Eckhart.


  • Von der geschichtslosen Bildungswelt einer Vergangen-heit und Entwicklungspsychologie der Gegenwart zur (Heils)geschichtlichkeit des christlichen Glaubens in der Zukunft*.

* Im Glauben allein und nirgends sonst wirkt (die Schicksalmacht) Gottes. Der Glaube ist die geschichtsbildende, geschichtsbewegende
Kraft die vorwärts auf die Idee, auf die Hoch- und Fernziele  hintreibt,
die von Gott ausgeht und rückwärts reflektiert auf Gott hinweist. Der Glaube durchwirkt, wenn er echt und stark ist das ganze Gemein-
schaftsleben, setzt es in Bewegung und treibt es voran, und erhebt
sein Leben und sein Tun zur Geschichte. Insofern sind alle echten
Mythen glaubensbedingt, also geschichtlich und niemals  rational oder naturhaft. Natur und Vernunft werden durch den schicksals- haften Glauben gesteuert und auf sein Ziel gelenkt. Die Kraft des Glaubens zur Erfüllung  der individuellen Aufgabe als Verwirklichung der Einzelseele wird Geschichte. Der Glaube betrachtet die ganze Geschichte der Menschheit als Erziehung zu Gott hin.


  • Von der alle Lebensbereiche erfassenden Suchbewe- gung der Menschen im 12. und 13.Jahrhundert nach einer ganz-und einheitlichen, heilsgeschichtlichen den Raum und Zeit sprengenden Lebensauffassung und die Welt- geschichte zum Weltbild werden lässt zu der alle Lebens- bereiche erfassenden Suchbewegung der heutigen Ent- wicklergeneration nach einer ganzheitlichen, einheit- lichen " individual-entwicklungsheilsgeschichtlichen " den Raum und die Zeit sprengende Lebensauffassung und die eigene Individual-Entwicklungs-Geschichte zum Weltbild werden lässt*.

*Von der (Völker)geschichte als die gewaltbereite Lebensbiografie
der Menschheit als derzeitiges,kollektives Geschichtsverständnis (kulturhistorische, geschichtslose Zeit) zur (Individual)geschichte, als die gewaltfreie Entwicklungsbiografie des Einzelnen (individuelles Geschichtsverständnis durch persönliche Entwicklungsauseinander-
setzung).


  • Von der (Völker)geschichte als die gewaltbereite Lebens- biografie der Menschheit als derzeitiges,kollektives Ge- schichtsverständnis (kulturhistorische, geschichtslose Zeit) zur (Individual)geschichte, als die gewaltfreie Ent- wicklungsbiografie des Einzelnen (individuelles Ge- schichts verständnis durch persönliche Entwicklungs- auseinandersetzung).
  • Von dem Versuch die Geschichte zu bewältigen zu dem Versuch aus der Geschichte auszusteigen. Die Kirchen- geschichte geht in anderer Form weiter. Die Religionen können in der geschichtlichen Welt nicht einfach stehen bleiben wie sie waren oder sind.  Religion ist prähis- torisch. Sobald sie historisch wird, unterliegt sie dem Kreislauf des  Werdens und Vergehens,des Blühens und Welkens.
  • Für das traditionelle Christentum ist Geschichte Verherr- lichung der Kirche zu für das Entwicklungs-Lebens- Chris- ten tum ist (Individual)geschichte die bedingungs- lose Wahrhaftigkeit.
  • Von das Christentum darf nicht  nicht dem Geist der Ge- schichte verfallen zu deshalb ist die zweitausendjährige konstantinische Geschichte des Christentums (Trier)   vorbei*.

* Religion ist prähistorisch. Sobald diese historisch wird, unterliegt diese dem ewigen geschichtlichen Entwicklungsgesetz des Ver-
gehens und Werdens, dem sich die Religion auch nicht entziehen kann, auch wenn ihre Botschaft zeitlos ist. Davon ist  die Kirche, welche innerhalb der Zeit ist, nicht ausgeschlossen. Sie befindet sich in der Zeit und unterliegt auch diesem  Wandel, welcher aus einer überholten Sache herausführen will. Das es so ist, wie es zur Zeit ist zeigt, dass sie dem evolutiven Veränderungsdruck der Welt  folgen muss als Bringschuld, wenn sie nicht untergehen will. Das Wesen einer Religion besteht aber gerade darin, dass es die zeitlichen Formen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überschreitet und
diese transzendiert. Die Zukunft und der Fortbestand der Religion
ist ihre Neusäkularisierung. Da der Mensch sich weiter entwickelt, muss zwangsläufig die Religion eine Form der Erneuerung in ande-
rer Gestalt  erfahren.


  • Von dem Christentum, für welches die  Geschichte iden- tisch ist mit der Heilsgeschichte. Sie ist als Welt- und persönliche Geschichte auf das Ziel hin ausgerichtet, die endgültige Aufhebung der Trennung von Gott zu errei- chen und somit ein geschichtliches Geschehen und ein sinnhafter Prozess, der einen letzten Zweck hat, auf den hin sich der Mensch auszurichten hat (theologisches Christentum) zur Geschichte der Gottannäherung des Einzelnen im Sinne von Meister Eckhart, was nicht persönliche Geschichte ist, ist "ein Nichts" Im histo- rischen Geschichtsbewusstsein wird die individuelle Entwicklungsgeschichte als Entfaltung zu Gott hin christlich (religiös) gedeutet und als  etwas " Heiliges " betrachtet (evolutionäres Christentum)*.


*I.)  Im historischen Geschichtsbewusstsein wird die individuelle Ent-wicklungsgeschichte religiös gedeutet in der unmittelbaren Lebens-Gott-Verbundenheit als individualgeschichtliches Beziehungsver- hältnis zu Gott und Gott näher kommen in seiner Entwicklungs- freiheit. Individualgeschichte entwickelt sich immer aus unserem Verhältnis zu Gott. Die Menschwerdung wird zum religiösen Akt und zum Begriff der Geschichtlichkeit. Die Geschichte wird zum Ent- wicklungswerk Gottes an dem Menschen als die Wirklichkeit seiner Seele. Der Entwicklungsprozess des einzelnen Menschen wird zum geschichtlichen Prozess der Menschheit und schreibt in der ständigen Entwicklungsüberwindung seine Geschichte. Es ist der Glaube an eine sinnvolle Individualevolution, eine Bewegung der persönlichen Geschichte auf ein grosses, erhabenes Ziel hin. Dass die menschliche Entwicklung mit ihren Leiden und ungeheuren Opfern nur den Sinn verfolgt, den Einzelnen zu schaffen und ihn vor das Gegenüber des einen Gottes zu stellen.

II.) Durch Evolution in der persönlichen Entwicklung wird sich erst Gott selbst, kommt zum Bewusstsein seiner selbst und denkt und erkennt sich selbst und wird erst Mensch. Jedes Menschenleid ist ein Gott- erleiden im Sinne von mehr Gott(Selbst)werdung. Das Leiden des Menschen ist gleichzeitig das Leiden Gottes als Passion, wo Gott sich selbst erlöst. Gott muss Mensch werden, um selbst sein und selbst werden zu können. Gott wirkt und ich werde. Wäre ich nicht, wäre Gott nicht Gott und er braucht mich, dass er sich werden kann.In Wahrheit macht nicht der Schöpfer, sondern das Geschöpf den Schöpfer. Es ist die" Fruito Dei",die Liebe zum Selbstzweck wo Gott sich selbst wird. Seine Gottheit hängt davon ab, dass er wirken muss. Das Einzelleben ist die Offenbarung Gottes als Gegenwarts- erfahrung. Gott ist Mensch geworden, damit ich als derselbe Gott geboren würde. Das Göttliche wird in jedem Leben einzeln. Das Werden Gottes ist kein Entschluss Gottes, sondern mit dem Wesen des Lebens mitgesetzt,weil Gott das Leben selbst ist. Weil Gott in jedem einzelnen Menschen seine einmalige Individualität ent-
wickeln  will, ist das Leben Theologie und es löst sich als das Wesen der Religion in das Leben auf.


  • Von Gott als jenseitige Transzendenz, welche auf die Geschichte verlagert wurde zur Gott als Transzendenz, welche auf die Individualgeschichte in der Auseinander-Transzendierung des " Gott sich selber werdens im Dies- seits jenseitig " im  Sinne  von Meister Eckhart verlagert" wird*.

* Gott ist im Diesseits gestaltos  jenseitig (allmächtig, ewiglich und unendlich) sagte einmal der Theologe Dietrich Bonhoeffer. Er ist im Diesseits in seinen Schöpfungserscheinungen und Lebensgeschehen
als unsichtbarer "Wille Gottes" sichtbar, aber als sichtbare Wirk- kraftursache im Jenseits unsichtbar. "Ich suche den Gott den ich ausserhalb von mir überall finde" lautet auch ein Ausspruch des
Astronomen Johannes Keplers. Gott ist so nah, aber schwer zu fassen
konnotierte der Dichter Hölderlin.  Dass erst der Dualismus Religion und die Trennung zwischen Gottes-und Lebenswort notwendig macht, aber dieser Diesseits-Jenseits-Dualismus ist im nicht-linearen Raum und der zeitlosen Dimension aufgehoben und die anachronistische, dualisti- sche Welt-Diesseits (Materialistik) und Gott-Jenseits-Sicht- weise (Mystik) faktisch nicht gibt und die Trennung nur im Kopf exis-
tiert und deshalb ist naturgesetzmässig der Jenseitsweg als   Lebens-
fortsetzung, weil es nicht anders sein kann, festgelegt. Wenn ein Mensch stirbt, sind die Grenzen des eindimensionalen Bewusstseins aufgehoben und der Geist ist frei.  Siehe Textfortsetzung in Das Leben ist unsterblich und nicht tot zu kriegen.


  • Von der Kirchengeschichte, welche historisch überholt ist und in anderer Form weiter geht zur Selbstentwicklungs- und Erkenntnisreligion eines Meister Eckhart, wo jeder Einzelne vor Gott gestellt ist mit seiner Entwicklungs-Individualisierungs-Bringschuld der Entwicklungslosig- keit als Fortführung und neue Stufe der Kirchenge- schichte als letzter Akt in Form der Individualgeschichte, weil die persönliche Geschichte erst die wahre Religion ist *.

* Das Christentum ist eine Religion der Individualitäts(geschichte).
Das Individualitätsprinzip bezieht sich auf das persönliche Gottver-
hältnis. Sollte der Mensch einmal Rechenschaft abgeben müssen,
wird er nur gefragt, was er für andere  getan hat und sich selber entwicklungstreu geblieben ist.


  • Von der rückwärtigen Vergangenheits-Kirchengeschichte  zum weitsichtigen Theologen Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955), welcher die Vision entwarf,dass die gesamte Zukunftsgeschichte des Universums ein Prozess der Spiritualisierung  der Weg zu Gott als Ursprung und die Wirkungsursache von allem ist.
  • Von der kirchlichen Geschichtstheologie zur persona- len  individualgeschichtlichen Teleologie.
  • Von der geschichtslosen Bildungswelt einer Vergangen-heit und Entwicklungspsychologie der Gegenwart zur (Heils)geschichtlichkeit des christlichen Glaubens in Zukunft *.

* Im Glauben allein und nirgends sonst wirkt (die Schicksalsmacht) Gottes. Der Glaube ist die geschichtsbildende, geschichtsbewegende
Kraft die vorwärts auf die Idee, auf die Hoch- und Fernziele  hintreibt,
die von Gott ausgeht und rückwärts reflektiert auf Gott hinweist. Der Glaube durchwirkt, wenn er echt und stark ist das ganze Gemein-
schaftsleben, setzt es in Bewegung und treibt es voran, und erhebt
sein Leben und sein Tun zur Geschichte. Insofern sind alle echten
Mythen glaubensbedingt, also geschichtlich und niemals  rational oder naturhaft. Natur und Vernunft werden durch den schicksals-
haften Glauben gesteuert und auf sein Ziel gelenkt. Die Kraft des Glaubens zur Erfüllung  der individuellen Aufgabe als Verwirklichung der Einzelseele wird Geschichte. Der Glaube betrachtet die ganze Geschichte der Menschheit als Erziehung zu Gott hin.


  • Von der Bibelgeschichte als die grösste Geschichte aller Zeiten (Mythos) zur Biografie als Geschichte, weil das Leben alle Religion hat, welche der Mensch braucht und jeder Mensch die gleiche Erfahrung macht, wie in der " Heiligen Schrift "(gotisches Lernprinzip)*.


* Geschichte hat nur, wer selbst lebendig miterlebt, mit erleidet und mit tut. Das Recht, die Religion (Bibel) ,die Sprachen, ein Staat, die Wissenschaft erleiden nichts und sind nur tote Abstrakta die auf ein Erfahrungserleben hinweisen. Geschichte ist nicht was einmal war, sondern lebendige Gegenwart im " Hier und Jetzt" . Von der leben- digen Gegenwart aus allein erhalten erst die beiden Schenkel der Geschichte Vergangenheit und Zukunft Sinn, Gewicht und Bedeutung.

  • Von der " Passionsgeschichte Christi "  als Aufopferung    zur " Individualisierungs-Passionsgeschichte" einer " leidenschaftlichen Hingabe bei Entwicklungsreife-Nr.782 bei Entwicklungsreife " des ich kann nicht mehr anders *.

*I.) Die persönliche Geschichte wird zu etwas heiliges, aber nur, wenn
jemand an seinem (Individualisierungs)heil arbeitet. Das ganze Leben
der Menschheit ist wie das Leben eines einzelnen Menschen der Gott
gefunden hat.

II.) Ab  einem gewissen Reifepunkt gibt es kein zurück mehr, den es
nach dem Schriftsteller Frank Kafka zu erreichen  gilt.

III.) Siehe auch " Was sich in Jesus Christus einmal ereignet hat bleibt
immer wirksam. Daher darf die Passion als einmaliges Geschehen nicht getrennt werden von unserer Geschichte. Vielmehr kommt es drauf an,dass unsere Geschichte in die Passion Christi hineingezogen wird. Es ist die Nachfolge Christi, wo der Religionsbegriff identisch ist mit dem Entwicklungs-Individualisierungs-Begriff als der eigene Entwicklungs-Individualisierungs-Weg der säkularen Nachfolge Christi.


IV.) Von einem Kreuzgang  als viereckiger, von Arkadengängen ge-schlossener Hof, der an der Kirche angebaut ist und sich  sowohl bei Stifts-, und Dom- als auch bei Klosterkirchen befinden, um die Lei-
densstationen der Passion Christi nachzuvollziehen (Klosterweg) zur Individualisierung im Beruf als Berufungsweg  in der säkularen Nach-
folge Christi (Weltweg), was nur gegen die vorherrschenden  Arbeits-, Berufs- und gesellschaftliche Werte zu haben ist. Seinen individu-
ellen Weg gehen, der in der vorherrschenden Gesellschaftsordnung nicht vorgesehen ist, bleibt eine Gradwanderung der Marginalisierung
und vorübergehenden Orientierungslosigkeit als Bürger (gelungenes Leben) und Bohemien (verpfuschtes Leben) zugleich, ein Gesell-
schaftsmensch nach aussen, aber ein Einzelner nach innen, in der kulturlosen Zivilisation leben, aber die Zivilisation im Verborgenen
als " Namenloser " und stilles Entwicklungsvorbild  kultivieren. Hier
wird ein Kreuzweg als eigene Passion gelebt, der christlicher nicht
sein kann. Wer so etwas tut hat so viel getan wie der Papst in Rom
und noch viel, viel mehr.


  • Vom Weg des historischen Jesus zum individualge- schichtlichen in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi des einzelnen Menschen in seiner Entwicklungs-Individualisierungs-Lebenswelt *.

* Grundsätzlich gilt, dass die christliche Wahrheit  immer nur als ge- schichtliche, absolute Wahrheit gültig, wenn der historische Entwick-lungscharakter des Erkenntnisprozesses und der Erkenntnis zum Ausdruck kommt. Bei seiner Person und seinem Weg geht es nicht
um eine philosophische Möglichkeit, sondern um eine historische Wirklichkeit. Anders als eine Idee oder einer moralischen Norm kann
eine historische Person nicht schlechthin überholt werden durch eine andere. Sie ist einzigartig, unersetzbar und gilt ein für alle mal.
Evolution vollzieht sich in der Lebensgeschichte eines jeden Einzel-
nen, weil die menschliche Natur im wesentlichen geschichtlich ist.
Es ist die Evolutionstheorie vom Sinn der Geschichte des Menschen als Fortsetzung der Geschichte des Einzellebens. Geschichte als Bio- grafie der Menschheit wird zur Geschichte als Biografie des einzelnen Menschen. Die Individualgenese des Menschen wird als eine histo- rische Kategorialität des Werdens als " säkulare Nachfolge Christi "verstanden, wo wir uns immer mehr selber sind. Das Christentum ist eine Religion der Individualitäts(geschichte). Das Individualitäts- prinzip bezieht sich auf das persönliche Gottverhältnis.



               Geschichtstheologie des Joachim Fiori.


  • Von der Geschichts-Theologie des Joachim Floris (Tradi- tionschristentum) zu seit Fiori stehen wir in der Ent- wicklung und Christus ist nicht mehr absolut und es ist die  Individual-Geschichts-Theologie eines Entwicklungs-Individualisierungs-Weges in der säkularen, evoluti- onären Nachfolge Christi (Entwicklungs-Lebens-Christentum als Zeitalter des Geistes ( "Pfingstkirche")*.

* Es gibt schätzungsweise 500 Millionen " Pfingstchristen", welche sich aber stark unterscheiden.

* Es lässt sich diese Dreierteilung metaphorisch auf die gotische Kathedrale übertragen. Die gotische Kathedrale steht für das traditionelle Christentum (wo Gottvater angebetet wird) und in der evolutionären, säkularen Nachfolge Christi bei Individualisierungs- reife als Entwicklungs-Lebens-Christentum (Gottes Sohn) abgelöst wird und der Heilige Geist ist die Gottwerdungsmystik des Meister Eckhart.Es ist der Lebenswille und die Ideengeistesmacht, ein mächtiges, direktes, urweltliches, unbekanntes Gottes-Bewusstseins-Lebensgrund-Urgefühl, der einst elementar in die Formen gelegt wurde und die Zukunft aller und von allem ist.  Es ist ein Lebensge- schehen, was immer gegenwärtig ist, wenn etwas Neues mit urweltlicher Kraft zutage tritt. Die gotische Kathedrale ist Sinnbild der eschatologischen Kraft des abendländischen Menschen, jene elementare, religiöse Dynamik, die in den Tiefen einen jeden einzelnen Menschen wurzelt, ihn geformt und geprägt hat, der alles entspringt, alle kulturelle Substanz aufbaut und die Ursache allen kulturellen Fortschritts ist.


                                              *********

I.) Von der Geschichtstheologie der drei Zeiten Lehre des Abtes Joachim von Fiore, welcher verkündete, dass es drei Zeitalter der Welt entsprechend den drei Personen der Trinität gibt. Im ersten Zeitalter beherrschte Gottvater die Welt durch Gesetz, Macht und Angst (Altes Testament) das von Adam bis Christus dauerte. Im zweiten Zeitalter regiert Gottes Sohn durch Weisheit, Belehrung, Glaube, Gnade und durch die Kraft des Wortes (Neues Testament), dass von Christus bis zu ihm selber (1200 Jahrhundert) dauerte und die dritte Epoche des Heiligen Geistes, welche bis zum Ende der Welt währt und das tausendjährige Reich in veränderter Gestalt wieder auferstehen lässt.Es ist ein Reich, indem es keiner religiösen Hierarchie, keiner kirchlichen Ämter oder anderer Dienste  mehr bedarf und die Papst- kirche durch die Geistkirche des neuen Geistzeitalters abgelöst wird. Es steht im Widerspruch zur allgemeinen Rechtslehre, welche dieses dritte Geistzeitalter ablehnt, weil Christus das Ende ist (Glaubens- dogma). Das kommende Zeitalter des Geistes werden keine Bücher mehr geschrieben, sondern jeder wird unmittelbar Heilswahrheit  teilhaftig Die Zeit hat sich mit der Erscheinung Christi nicht erfüllt, sondern es beginnt lediglich ein neues Zeitalter, das sich analog dem alten vollzieht.

II.) Das alte und neue Testament, was sich in den Prophetenworten und den Schriften der Väter fortsetzt, erfährt seine Fortsetzungs-Sinnline im dritten Testament des wortlosen, unmittelbaren Geiste, was keiner Worte und verkündeten Heilswahrheiten mehr benötigt. Dem heutigen, kraft-und vorbildlosen Wort als theologisches Wissen steht das reflektive Auseinandersetzungs-Entwicklungswissen und das Individualisierungsgewissen gegenüber,welche zu gleichen  Ergeb- nissen entsprechend der individuellen Reife führt. Die Geschichts- theologie des Joachim Floris wird zur Individual-Geschichts-Theologie eines Entwicklungs-Individualisierungsstrebens und das Traditions- christentum wandelt sich zum Entwicklungs-Lebens-Christentum in der evolutionären, säkularen Nachfoge Christi.

III.) Die Bedeutung Fioris ist nicht hoch genug anzusetzen.Bei den Visionen des Joachim Floris handelt es sich nicht um spekulative Phantastereien und ein Abtriften ins Nirvana,  sondern es sind aus der Tiefe der menschlichen Seele auf steigende wirkliche, geschicht-
liche Offenbarungen eines " Gottberufenen" vergleichbar mit
jenen der jüdischen Propheten. Dass Offenbarungen und die unmittelbare Schau immer am Anfang von geschichtlichen Epochen stehen und die Botschaften in die Zukunft weisen, während das Bewusstwerden der im Inneren dieser Epochen wirkenden Kräfte erst an ihrem Ende erfolgte. Denn es handelt sich bei ihm um wirkliche Offenbarungen die aus den Tiefen der menschlichen Seele aufsteigen und in denen das lebendige Erbgut von Jahrtausenden wie glühende Lava die harten Krusten erstarrter Schlacken durchbricht.An dieser herausragenden Gestalt kommt deshalb heute niemand mehr vorbei.

IV.) Der Sinn dieses gesamten geschichtlichen Prozesses ist die Voll- endung, die Perfectio im Individualisierungsstreben. In stetiger, kontinuierlicher Entwicklung steigert sich der Geschichtsablauf von Stufe zur höheren Stufe, bis er schliesslich in einen Zustand allge- meiner Vollkommenheit (so weit wie weltmöglich) abschliesst, eben in jenes dritte Zeitalter des Geistes, dessen Durchbruch dicht bevorsteht. Diese Vollendung ist diesseitig gedacht; sie setzt die Wiedergeburt und die Erneuerung des Menschen in einer Weiterent- wicklung voraus, wo der einzelne Entwicklungs-Individualisierungs-Strebemensch als Homo individualis und der Homo evolutis als Entwicklungsmensch das eigentliche Lebens-Sinn-Ziel ist und die Bedingtheiten der vergangenen Epochen absteift. Hier spiegelt sich der Satz des Historikers Leopold von Ranke wieder, dass jede Epoche unmittelbar zu Gott ist in dem Maße, wie es dem heutigen abend- ländischen Menschen gelingen sollte, eine religiöse Wiedergeburt zu erleben und so wird es auch seine Haltung zur Geschichte sein.Es werden jeweils die Bedingtheiten und Sachzwänge vergangener Epochen und Generation überwunden, um wiedergeboren werden als werdender, neuer Mensch. Wir hatten Geschichte und werden selbst zur Geschichte*.

* In dieser Zeit wird ein dux novis, ein neuer Führer aufstehen, ein universeller Papst des neuen Jerusalem (drittes Testament "Comte") der die christliche Religion erneuern und einen vollkommenen irdischen Weltzustand schaffen wird,ein Reich der Vollendung, Beschauung, der Freiheit des Geistes, Perfectio, Contemplatio, Liber- tas und Spiritus sind in den vier Gedanken von denen die Visionen bestimmt werden.

V.) Die Geschichtstheologie des Joachim Floris enthält die Essenz aller jener Ideen und Bewegungen der nächsten Jahrhunderte zwar in unterschiedlicher Ausgestaltung, aber der rote Faden seiner Escha- tologie ist immer erkennbar und es erfüllt sich diese Grundtendenz in
den nächsten, kommenden  800 Jahren in allen historischen Ereig- nissen in unterschiedlichen Gewändern. Wir stehen in der Wendezeit von der kollektiven Geschichte zum Beginn der Geschichte eines jeden Einzelnen. Auch wenn sich in unserer Gesellschaft vieles zum Besseren hin sich entwickelt, stehen wir noch am Anfang der Entwick- lung des Einzelnen, weil Entwicklung noch keinen gesellschaftlichen Wert darstellt und nur einen Reichen, aber an keinem Entwicklungs- menschen interessiert ist*.

* Der zukünftige Entwicklungsweg des Menschen führt nicht von der Gegenwart unmittelbar wie wir es gewohnt sind nach vorne weiter, weil "das Vorne" von der Vergangenheit schuldmässig vorbelegt und deshalb vorbestimmt ist. Eine andere Zukunft kann sich nur aus einer anderen Vergangenheit entwickeln. Die Zukunft ist nicht in  dem Sinne offen, dass ich vom Standpunkt der Gegenwart nur planen und mir neue Möglichkeiten erschliessen muss, um damit die Zukunft zu gestalten, sondern sie ist bereits durch die Vergangenheit  abge-
steckt,  eingegrenzt und vorentschieden worden. Dem Menschen kann in Zukunft nur das begegnen, was er früher war. Er kann sich nicht heute einfach wandeln zu einem Anderen und Besseren, der er sein möchte, und ignoriert die Aufarbeitung seiner entwicklungs- losen, aufgestauten Vergangenheitsschuld. Die Vergangenheit muss erst bereinigt werden, damit eine bessere Zukunft entstehen kann. Bevor es zur Wandlung kommt muss " der Weg des Rausches, der Lebenskrisen, der Verzweiflung und der Reife gegangen werden, weil sich der Mensch von der Gegenwartsexistenz sich erst zu lösen vermag, wenn er die Vergangenheit seiner Existenz, welche in die Zukunft hinaus als lebendige Wirklichkeit nachwirkend ist, diese auch erkennt, akzeptiert und durch die Auseinandersetzung mit ihr sich damit in der Entwicklungsüberwindung davon gelöst hat. Weil es zum Besseren in  der Transzendierung durch Überwindung gedient hat, ist die Entwicklungsschuld gesühnt. Deshalb helfen Reformen oder eine Vernunftseinsicht wenig. Entwicklung vorwärts geht nur über Entwicklung zurück. Unbestritten gilt; wenn jetzt ein Mensch "gut" ist, ist er so gut, als wenn er nie  " schlecht"    gewesen wäre. Es ist die schon fast paradoxe Ausgangslage, dass man eine bessere Zukunft nur erwarten kann, indem man ihr erst den Rücken kehrt und sich der Aufarbeitung seiner "Bringschuld einer Entwicklungs-Individua- lisierungslosigkeit des nicht gegangenen Entwicklungsweges widmet, welche " tausend Masken " trägt.Wer darüber nach denkt wird erkennen, dass der Mensch, der die unbewältigte (Schuld)vergangen- heit ausblendet und nur nach vorne lebt,seine (Planungs)zukunft bereits hinter sich hat.

VI.) Die Metaphysik des Jenseits wandelt sich zur Evolution des Geis- tes im Diesseits und stellt das eigentliche Phänomen der Revolution dar. Joachim Floris prognostizierte das Reich des Geistes in die dies- seitige Zukunft und damit wird ein neues   Geschichtsbildverständnis aus der Vertikalen in die Horizontalen und aus der Höhe in die Ferne ge schaffen. Die Geschichte erhält religiöse Bedeutung und  wird zu einer autonomen Macht mit ihrer eigenen Zukunftsdynamik, was zur Verdiesseitigung des christlichen Glaubens und der theologischen Heilswahrheiten führt. Er hat jene Geschichtsdynamik der Neuzeit geschaffen, welche dem Geschichtsphänomen religiöse Energien zuführte und sie zur Pseudoreligion in der Fortschrittsidee der nächsten Jahrhunderten, welche sich von Jahrhundert zu Jahrhun-
dert zunehmend beschleunigte und schliesslich die neueren, sozialen Volksschichten erfasste und sie zu den besseren und herrlicheren Zeiten eines diesseitigen tausendjährigen Reiches zuführte. Der reli- giöse Erwartungsglaube auf ein goldenes Zeitalter und eine schönere Zukunft im Diesseits und "im Hier und Jetzt" ist der Chiliasmus (Er-
wartung des Tausendjährigen Reiches nach der Wiederkunft Christi und das Aufrichten seines tausend Jahre währenden Reiches) im Abendland immer noch in den dunklen Tiefen jeder abendländ- ischen Seele ruht.

VII.) Dem linienhaften Geschichtsdenken der europäischen Neuzeit bleibt ein solches Phänomen verschlossen, bei dem die Gegenwart nur von der Zukunft bestimmt wird und für das die Vergangenheit vergangen ist, wo man sich in Anlehnung an Salvador Dali am liebsten an die Zukunft erinnert und nicht mehr von der Vergangenheit und Gegenwart, sondern von der Zukunft her geleitet wird. Die Zukunft erschließt sich nur in einer optimistischen Lebensgrundhaltung, die auf die Vertikale und Höheres, was den Menschen übersteigt, bezogen ist.Die Erwartung blickt nicht mehr nach oben, sondern sie blickt nach vorne. Die Zeit ist die gerichtete Bewegung des bewussten Lebens.In der Richtung der Vertikale nach oben liegt die Gespanntheit was von geschieht  und auf der Fläche liegt die Gespanntheit nach vorne was geschieht.Die linienhafte Haltung zur Geschichte kenn- zeichnet nicht den  religiösen, sondern den bewussten Menschen, der sich von Raum und der Seele abgeriegelt und in die Zeit gestellt hat, denn die Zeit ist gerichtete Bewegung des bewussten Lebens.


  • Von die Theologie ist zeitlich zu aber das  das Evange- lium  ist ewig. Die Bewahrung einer "Heilssubstanz" ist genauso wichtig, wie die Anwendung und Auslegung in der Zeit für die Zeit. So muss immer wieder das ewige Evangelium in die sich wandelnde Zeit  hinein neu interpretiert werden. Nicht wenige Theologen glauben, dass die allseits bekannte Geschichtstheologie eines Joachim Floris jetzt seine Stunde hat,während andere das Glaubensdogma entgegen setzten, dass das dritte Geist- zeitalter nicht  geben kann, weil Christus das Ende ist. Bedeutend ist Fiori vor allem wegen seines Geschichts- bildes und seiner exegetischen Methode, bei der er die allegeorischen Schriftauslegungen den typologisch-historischen vor-zieht und den historischen Ablauf des Alten und Neuen Testaments deutet er in einem heils- geschichtlichen Sinn. Das letzte, das dritte Zeitalter steht im Zentrum des joachimitischen Geschichtsbildes und wird  als die Zukunft der Religion des (Entwicklungs)- geistes im Sinne von Meister Eckhart*.


*I.) Dieses dritte Zeitalter kann aber auch als ein Entwicklungs- Individualisierungs-Zeitalter werden als Drittes Testament verstanden werden, indem sich der Heilige Geist in jedem einzelnen Menschen sich selber zur Emanation gelangt, was nicht im 1200 Jahrhundert, sondern eigentlich erst jetzt beginnt, wenn der " Heilige Geist " bei Entwicklungsreife des Einzelnen freiwillig, ohne der Notwendigkeit von Institutionen regiert und "Brot vor Geist" nicht mehr gegeben ist*.

II.) Das andauernde Wirtschaftswunder und der Sozialstaat  z.B. macht erst diese Individualentwicklung möglich. Noch nie gab es so viele Menschen der Menschheit, die nicht wissen, wie sie sein sollen, weil der heutige, sozialisierte, angepasste und beruflich spezialisierte
Mensch nur ein verschwommenes Weltbild und keine persönlichen Zukunftsvorstellungen mehr besitzt. Aber es gab auch noch nie so
viele Möglichkeiten wie heute zum Neuanfang und um zu wissen, wie
ich sein kann. Die Zeit war noch nie so reif für dieses neue Entwick-
lungsverständnis, weil die Menschen noch nie soweit von ihrer Entwick-lung entfernt waren und erst heute die notwendigen Ent- wicklungsvoraussetzungen (Freiheit, Wohlstand, Möglichkeits vielfalt, Wertwenden, Freizeit, Sättigungsgrad, Kulturlosigkeit, Religionsferne, Lebenssinnleere,Wertewandel,Krisen  etc.) gegeben sind. Wir leben ganz ohne Zweifel in der für Menschen besten Zeit, die es jemals gab und keine Zeit war entwicklungsherrlicher zu leben. Ein hoher Le- bensstandard und Besitz bilden erst die Grundlage jeglicher sozialen Ordnung und sind Voraussetzung für das Entwicklungswohlergehen, weil immer "Brot vor Geist" Vorrang hat. Jede Generation schafft erst die notwendigen Entwicklungsantizipationen für die nächste Entwick-
lungsstufe der jetzigen Generation. Die heutige Erbgeneration kann
nur dankbar das Erbe und die Werte der "Aufbau-Nach-Kriegs-Genera-
tion nach 1945" in Empfang nehmen und dieses für die kommende Generation nicht nur zu bewahren, sondern den darin liegenden, möglichen Entwicklungssegen als Zinsen durch die Individualgenese in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi,im Entwicklungs-De-und Entmaterialisierungslernen, im  Kultur-Lernen im Unsterb- lichkeits lernen, in der Gesellschaft  und im Berufs lernen, ein Einzelner zu werden in der Weiterentwicklung zu entfalten.


  Geschichtsinterpretation eines Meister Eckhart.

  • Meister Eckhart ist eine Schlüsselgestalt der Geschichte. Mit ihm oder gegen ihn werden Entscheidungen getrof- fen und machen den Sinn oder Unsinn der Existenz aus. Er lässt sich nicht konfessionell einreihen und hat mit seiner Religions philosophie die Enge der kirchlichen Lehre gesprengt und das Lehrgebäude weit hinter sich gelassen. Das macht seine Fundmentaltheologie aus. Für Meister Eckhart und jeden Entwickler kann die Gottes- geburt kein blosses Geschichtsdatum sein, sondern ein fortschreitender, gegenwärtiger Prozess. Gott offenbart sich jedem Menschen in seiner persönlichen Entwick- lungsgeschichte und nicht mehr nur wenigen Menschen. Dadurch macht jeder die gleiche Erfahrung wie in der Heiligen Schrift. Die Geschichte Gottes ist die Geschichte des einzelnen Menschen und die persönliche Entwick- lungsgeschichte führt zur Menschwerdung Gottes. Ge- schichte ist die Wirklichkeit einer einzelnen Seele und die Enträtselung der Gottesidee ist individuelle Gottesge- schichte. Gott offenbart sich selbst in der Geschichte. So wird die Erzählung der eigenen Geschichte zum religiösen Akt der Person, die mit sich und Gott ins Reine kommen will. Wenn alles zu Gott zurück fliesst wo alles herkommt, dann steht Gott in der Mitte der Geschichte und solange Gott im Mittelpunkt steht, ist diese Macht Geschichte und Schicksalsraum des Menschen und die Individual- entwicklung ist die heilsgeschichtliche Innenstruktur der Geschichte*.


*I.) Geschichte ist der Prozess des Logos, wo Gott sich stufen-
weise selbst zu gebiert und wird. Das Geschöpf wird Schöpfer der Geschichte. Die Erlösungsgeschichte vollzieht sich im jeden einzelnen Menschen als jetziges Seinsgeschehen, weil dieser Gott nicht bei sich selbst sein kann und aus sich herausgeht und uns näher ist als wir uns sein können. Nicht der Mensch ist Subjekt der Geschichte, sondern Gott, der in der persönlichen Lebensgeschichte sich immer mehr wird.

II.) Es ist der Heilsplan Gottes, der gegen alles Bemühen des Menschen die Geschichte selbst zu gestalten und sich selbst durchzusetzen will als teleologische Geschichtsauslegung und Sinngebung des Ge-
schichtsbewusstseins. Der Weg der Transzendenz und der Mystik
ist erst zu Ende, wenn der Weg der Geschichte zu Ende ist. Gottes- geburt ist auch Christusgeburt, aber zuvor muss er sterben, was als ein Unsterblichkeitslernen und Überwindungs-Transzendierung in der Welt gedeutet werden kann. Die Gottes Geburt realisiert sich ewig in
der Wiedergeburt (Reife-Nr.782) in der menschlichen Seele.

III.) Meister Eckhart betont nicht das Kreuz, sondern die Geburt Christi in der Seele als das zentrale Heilsgeschehen und nicht
die historische Menschwerdung. Meister Eckhart ist nicht historisch, weil er im Metaphysischen die Seligkeit findet, wo alle Geschichte aufgelöst wird in ewiges Geschehen. Es ist der ungeschichtliche Charakter der Mystik, weil der Kern für alle Zeiten identisch ist. Für den Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel war die Erneuerung des Christentums der Moment, wo jeder Einzelne in seiner Fortent-
wicklung Gott entfaltet als die Geschichte der Neuzeit. Es ist auch
das immanente, eingeborene, kategorische Logos-Individualprinzip des gotischen Lernprinzips.

IV.) Für Meister Eckhart und jeden Entwickler kann die Gottesgeburt kein blosses Geschichtsdatum sein, sondern ein fortschreitender, gegenwärtiger Prozess. Es geht im Kern um die permanente Wieder- holung des einmaligen Geschichtsereignis der Christi Geburt bei jedem Einzelnen. Es sind die Irrtums-Lebens-Prozess-Korrekturen was er als Geburt bezeichnet," wo Gott seinen Sohn im Menschen gebiert " und jede Geburt ist mit Schmerzen verbunden ist. In der Entwicklung wird Gott erst Mensch. Gott muss Mensch werden, um selbst sein
und selbst werden zu können. Gott braucht mich, dass er sich werden kann. Gott offenbart sich jedem Menschen in seiner persönlichen Entwicklungsgeschichte und nicht mehr nur wenigen Menschen. Dadurch macht jeder die gleiche Erfahrung wie in der Heiligen Schrift. Die Geschichte Gottes ist die Geschichte des einzelnen Menschen und die persönliche Entwicklungsgeschichte führt zur Menschwerdung Gottes. Geschichte ist die Wirklichkeit einer einzelnen Seele und
die Enträtselung der Gottesidee ist individuelle Gottesgeschichte. So wird die Erzählung der eigenen Geschichte zum religiösen Akt der Person, die mit sich und Gott ins Reine kommen will. Wenn alles zu Gott zurück fliesst wo alles herkommt, dann steht Gott in der Mitte der Geschichte und solange Gott im Mittelpunkt steht, ist diese Macht Geschichte und Schicksalsraum des Menschen.

V.) Siehe auch den Gliederungspunkt " Sonn- und Feiertags-Zeitlern-Bewusstseins-Verständnis der gesetzlichen, staatlichen, religiösen und persönlichen Feier-und Festtage (in Deutschland)" Nr.14. Weih- nachtszeit in Evolutionaere-Nachfolge-Christi-6

   Entwicklungs-Individualisierungs-Gewissen traditionell religiös und säkular,evolutionär 

                       interpretiert.


                             Gliederung.


  • Gewissensbegriff.
  • Gewissenssprache ist der innere Frieden oder Unfrieden.
  • Existenzangst vor Gewissensangst.
  • Entwicklungs-Individuations-Gewissen als Entwicklungs-Individualisierungs-Bringschuld-Gewissen einer Entwick- lungslosigkeit.
  • Reue und Vorwurf.
  • Gewissen religiös (christlich) interpretiert.
    (" Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe").
  • Gewissensmetapher.
  • Vom Gewissensverständis früher zum Gewissensverständnis heute.

                                        (8 Beispiele).



                           Gewissensbegriff.

I.) Der vieldeutige Gewissensbegriff gilt in der Wissen-
schaftssprache als wissenschaftlich unanwendbarer Begriff.
Er ist ein theologisch-sprachlicher Fachterminus und das um-
gangssprachliche " schlechte Gewissen " hat immer noch alle anderen Begriffsdeutungsbildungen überdauert, auch wenn für dieses meistens andere verantwortlich sind. Gewissen wird religiös, aber auch säkular und profan im gleichen umgangsprachlichen Begriffs-Sinn-Verständnis verwendet. Der Begriff " Entwicklungs-Lebens-Konformitäts-Individuali-sierungs-Gewissen " erhält eine neue Konnotation und betrifft die Entwicklungs-Individualisierungs-Bringschuld einer Entwicklungslosigkeit völllig unreligiös und trotzdem hochreligiös zugleich als grösste Lebensnähe, welcher im übernächsten Gliederungspunkt beschrieben wird*.


* Das Gewissen ist ein Vorphänomen des religiösen und bekommt erst seinen Sinn und seine volle Sprache, wenn es eingefügt ist in einem metaphysischen,religiösen Weltzusammenhang. Das Gewissen erlischt in Gott, verstummt im Tier und im Menschen offenbart es immer nur die eigene Schuld.In der Rückwendung von innen nach aussen und in der Wiederentdeckung des Gewissens macht sich der Mench auf den Weg  zu Gott. Aber zunächst begegnet er nicht Gott, sondern nur dem "bösen Gewissen",ein Dämon, welcher ihn nicht ruhig, schlafen lässt.

II.) Im lateinischen bedeutet Bewusstsein und  Gewissen das Gleiche (conscienti). Der Begriff bedeutet überwiegend  Be-
wusstsein. Das Gewissen wurde überwiegend mit Religion gleichgesetzt. Mit  dem Erlöschen des Religiösen entstand
ein begriffliches Vakuum (consience, la consience), das Letztere wurde nicht durch la consience morale, sondern durch den von Pascal verwendeten Begriff (raison du coeur) ersetzt. Der griechische, verengte Einheits-syneidēsis-Begriff für Bewusstsein und Gewissen und dessen lateinische Übertragung " conscientia " heisst wörtlich übersetzt "Mit-Wissen" als "im  Tiefsten weiss er schon". Dem unsicheren Bewusstseins-Wissen steht das sichere, innere Gewissens-(Mit)wissen gegenüber. Auch dem Denker Sokrates ging es nicht um oberflächliches Wissen, sondern um innere Gewiss- heit und meinte damit das Gewissen (Daimonion) als innere Warnung. Mittlerweile hat der Gewissensbegriff eine er- weitere Konnotation als "Sensus numinis" erhalten als das Gefühl und eine entwickelte Lebenssensibilität für das Über- weltliche, die Wahrheit hinter der Erscheinung, die Rück- bindung des Lebens, religiöser Wahrnehmungssinn, der traditionelle Gewissensbegriff als Lebensführungsweckruf*.


*1.) Blaise Pascal, französischer Mathematiker, Physiker und Philosoph

2.) Die Sprache selbst kennt ursprünglich keine Unterscheidung
von Gewissen und Be-wusstsein und es existierte nur ein Wort für beides,was  Gewissen und Bewusstsein zugleich bedeutete. In den Anfagen der menschlichen Geschichte befand sich der Mensch inner-
halb einer umfassenden "Religio" (Lebenseinheit als  Gesamtver-
bundenheit), welcher  die Erfahrung der Spaltung noch nicht gemacht hatte. In den romanischen Sprachen steckt noch die lateinische Sprachwurzel "conscienti", wo Bewusstsein zugleich Gewissen be- deutet und die alleinige Bedeutung von Bewusstsein angenommen hat. Hier fehlt also der  Begriff für das Gewissen, der im lateinischen in dem Begriff der "Religio" bestand, wodurch der Zusammenhang des Gewissens mit dem Religiösen unmittelbar aufgezeigt wurde. Mit    dem Erlöschen des Religiösen seit der Renaissance, wo der Mensch sich allein auf sein   Bewusstsein begründete, blieb ein begriffliches Vakuum übrig, dass im Englischen "conscience", aber nicht im Letzt- eren durch das "conscenice morale", sondern nur durch den von Pascal verstandenen Begriff einer Vernunft des Herzens als "raison du coeur" ersetzt  wurde. Auch in der griechischen Sprache wurde das Wort "Syneidesis" als Einheitsbegriff für Gewissen und Bewusstsein intellektualisiert.

3.)  Damit enthält der ursprüngliche Gewissensbegriff für die Einheit
bei der die Bedeutung des heutigen verstandenen Bewusstseinsbe-
griffes, dem der Mensch seine Existenz zubilligt und das Gewissens-
begriffsverständnis ausgeblendet wird und kraft-und bedeutungslos
bleibt. In der deutschen Sprache  aber wird der Gegensatz zwischen Bewusstsein und dem Gewissen deutlich, weil beide Begriffe selb-
ständig sind und nach ihrem Begriffswesen etwas anders und be- sonderes meinen.In  der Wissenschaftssprache ist der Gewissens- begriff ein wissenschaftlicher, unbrauchbarer  Begriff und im Alltags- leben ist er meistens nur religiös belegt und leidet unter einer ge- wissen Vieldeutigkeit. Wir können aber nicht den kulturell geprägten Gewissensbegriff säkular neu erfinden, um die Lücke zu schliessen, wie Begriffsersatzdefinitionen z.B. Intuition, spirituelle Intelligenz, unmittelbares Lebensgefühl, schlechtes (Bauch)gefühl oder eine Reihe von anderen Begriffen,die von anderen Disziplinen geschaffen worden sind, dieses zeigen. Sie gelten als schwammig, unauthentisch, fehlerhaft, sprachlich nicht verwurzelt, unwissenschaftlich und haben sich nie durchgesetzt und den alten Gewissensbegriff gleichwertig ersetzt.


III.) Der Gewissensbegriff gemäss einer  weiteren entmytho-
logischen Erklärung setzt sich  aus zwei Teilen  zusammen:
Ge-und Wisssen. Wissen entstammt derselben indoeuropä-
ischen Wurzel wie das lateinische Verb " videre-sehen ".
Was jemand weiss,  ist das, was er sehend erkannt hat und
damit einsieht. Der Sinn der Silbe "Ge " eröffnet sich,  so-
bald  man  Beispiele ihrer Bedeutung vor Augen  führt. Ein Gebirge besteht aus einem Gefüge von Bergen, das Gefie-
der benennt die Gesamtheit der  Federn oder ein Gebüsch umfasst  alle  Büsche die beisammen stehen. Die Vorsilbe
"Ge " zeigt  eine  Gesamtheit zugehöriger Teile an. Dement-
sprechend ist das  Gewissen die Gesamtheit als die Totalität
des Wissen, was über einzelne Fakten des  Wissens, über
eine wissenschaftliche Disziplin und den derzeitigen Wis-
sensstand des Sichtbaren und Sinnlichen hinausreicht.

IV.) Das Gewissen wird im Allgemeinen als eine besondere Instanz im menschlichen Bewusstsein angesehen, die be- stimmt, wie man urteilen soll als Gewissheit und sicheres Wissen. Der Mensch trägt das Bild der Vollkommenheit und Wahrheit in sich, sonst würde er sich nicht als unvollkom- men, schwach und die Unwahrheit erkennen. Es ist ein Bewusstsein, was dem Menschen nicht im mittelbaren Wissen, sondern im unmittelbaren Lebensgrundgefühl als angeborene Frieden/Unfriedens-Empfindung gegenwärtig ist und zeigt ihm, dass seine Bildungsgewissheit, die er sich angeeignet hat und seine wirtschaftliche und gesellschaft- liche Geborgen-und Sicherheit, die er sich geschaffen hat
wie jede Krise zeigt,weil die Krise das noch nicht Gewusste darstellt, nicht seinem wahren Wesen entspricht. Dieses drängt ihn im Zweifelsfall aus ethischen, moralischen und intuitiven Gründen, bestimmte Handlungen auszuführen oder zu unterlassen.

V.) Das Gewissen ist mehr als nur eine schwammige Gefühls-
duselei und ohne religiöse Bezüge. Dieses befindet sich hin- ter dem Bewusstsein und wird unmittelbar ohne Gedan-
kenvermittlung wahrgenommen als eine Vernunft, welche über allem Erkennen existiert und durch mich hindurch tönt und mehr zuhören als selber machen. Das Gewissen ist der Fels in der Brandung und der Nabel des Menschen. Durch
das Gewissen wird Gott endgültig aus dem Himmel geholt*.


* Dem ruhigen Geist ist alles möglich*.

* Meister Eckhart

VI.) Die Gewissenswahrheit als ein Mitwissen an der Wahrheit, entzieht sich den Bewusstseinskategorien und hat die Kraft des Wirkens. Das Gewissen ist eine Wesenheit, die das menschliche Bewusstsein aber überschreitet und völlig unabhängig davon ist, ob die Menschen das in ihrem Be-
wusstsein registrieren wollen oder nicht und befindet sich ausserhalb und unterhalb des Bewusstseins. Es erfordert sogar einen willenlosen, leeren Bewusstseinszustand,der
oft dem Eigenwillen und dem gesunden Menschenverstand widerspricht und diese Entwicklungs-Lebens-Spannung aushält als Lebensgegen-und Gleichgewicht. Das Gewissen fordert das Willensbewusstsein auf, dass es sich ihm beugt, demütigt und auf seine Autonomie verzichtet, auf die er sich begründet hat. Deshalb gelten Gewissensentscheidungen
i.d R. als mutig und unbequem, weil sie eine Egoüberwindung voraussetzen, aber ich nie eine andere Wahl gehabt habe.

VII.) Es ist nicht möglich von der Gewissheit der Bewusstheit
eine Gewissensentscheidung zu treffen,weil das Bewusstsein
nur ein Teil und die "Gewissensbisse" als das Unbekannte und Fremde, den anderen Teil der Totalität der Entscheidung
erfasst. Gewissen gilt als " das Gesetz aller Gesetze ", ver-
langt frageloses, gehorchendes Tun und kann auch nicht hinterfragt werden. Bei der Gewissensentscheidung handelt es sich nicht nur um das Erkennen der Aussenwelt und des Menschen in ihr (weltzugewandte Seite), sondern auch die nach innen blickende, unsichtbare seelische Seite (Gott zugewandte Seite), was erst die Ganz-und Einheit der Indivi-dualität des Menschen ausmacht. Religiös gesprochen schliesst das Erkennen Gottes auch das Erkennen der Welt mit ein.

VIII.) Das Gewissen drängt aus ethischen, moralischen und gefühlsmässigen Gründen bestimmte Handlungen auszu- führen oder zu unterlassen, um zu einem seelischen Lebens- gleichgewicht (Frieden) zu gelangen. Es wird nicht gehandelt nach moralischen Prinzipien, sondern nach dem Gewisssen, welche als intellektive Kraft die Einheit postuliert oder auch nach einer Gewissensentscheidung diese schafft. Morali -sches Handeln welches von aussen bestimmt wird kann gewissenlos sein,  ethisches  Handeln nicht. Gewissen wird auch als subjektive Wahrheits-Vernunft, als moralischer Kompass, umgangssprachlich als sechster Sinn, als eine neue Erkenntnisform einer Entwicklungsführung als innere Wahr- heit ohne Wortgeräusch  bezeichnet. Das Gewissen ist un-
parteisch und seine Ausrichtung ist transpersonal. Es wacht darüber,  dass der  Mensch nicht vollends egozentrisch wird.

IX.) Das unruhige Lebensgrundgefühl als eine Art von "ja - nein Wortmeldung" ist nötig, wie der körperliche Schmerz als Signal, sonst sind die Selbstschutz-,Selbstheilungs- und Ent- wicklungslebens-Korrektivkräfte des Menschen blockiert. Das Leid anderer kann man nicht spüren, aber  wissen, dass es  sie betrifft. Deshalb wird das  Gewissen zum Anwalt  der anderen, weil  es  die Aufgabe erfüllt, welche über meine persönliche Sichtweise und den eigenen Horizont hinaus- reicht. Das Gewissen entscheidet nicht nur im existen- tiellen  Interesse der Person, sondern auch im Gesamtzu- sammenhang,  in welche die Person eingebettet ist und diese Gewissenhaftigkeit dient stets der Abwehr eines Schadens für beide Seiten.

X.) Wegen dem subjektiven Charakter des Gewissens ist
dieses ungeeignet, als allgemeine Norm zu gelten. Deshalb
hat der Frömmste, Klügste und Mächtigste nicht das Recht, sein Gewissen (Staatsraison) anderen zum Gesetz zu machen.
Diese letzte Instanz darf auch niemals von einem Fremden betreten und durch einen Befehl ausgeschaltet werden.
Dem intellektuellen, unsicheren und der Halbwertverfallzeit unterliegenden Wissenheit der Bewusstheit steht das nicht wissende, sichere Gewissenswissen, das dynamische Ausein-
andersetzungs-Reflexionswissen und das (Entwicklungs)ge- wissen als Wissensgewissheit der früheren gemachten 

Erfahrungen gegenüber. Jeder Einzelne muss den alten Gewissensbegriff im neuen erlebten Entwicklungserfah- rungs-Zusammenhang reflektieren und den Vertrauensmut haben gegen seinen Egowillen zu handeln und damit ständig über seinen Schatten zu springen.

XI.) Bei Entwicklungsreife wird das Gewissen zum wichtigsten Entscheidungsratgeber, wo die Spaltung Rathaus und Kathe-
drale, zwischen dem Bildungskultur- und Entwicklungs-
bewusstsein, besonders deutlich und aufgehoben wird.Beim Bildungs-Kultur-Bewusstsein wird der Eindruck vermittelt,
dass der Mensch Geist hat, was in tausend, säkularisierten,
belanglosen Begriffen zum Ausdruck kommt. Beim Entwick-
lungs-Kultur-Bewusstsein wird erfahren,dass der Mensch nie-
mals Geist hat und der Geist dann nur in Erscheinung tritt,
wenn sich das Bildungs-Kultur-Bewusstsein unter das Ge-
wissen als Entwicklungsindividualisierungswille beugt,dann  hat der Geist den Menschen, was in der  "Entwicklungskon- formität " zum Ausdruck kommt, wo der "Bildungs-Entwick- lungs-Geist-Dualismus" aufgehoben wird. Bildungslernen ist vom der Ebene des rationalen Denkens ausgehen und sich eine Lösung ausdenken als intellektueller Bewusstseins-Entscheidungs-Denkakt auf der Ebene des Bewusstseins. Entwicklungslernen ist von der Ebene des evolutionären
Denkens ausgehen durch Verlassen der Ebene des Bewusst-
seins und eine Lösung sich entwickeln lassen als ein in der Freiheit errungener "Entwicklungsgewissens- Entscheidungs- Vertrauensakt". Die Gewissenssprache ist der innere Frieden oder Unfrieden.


XII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist "Frieden " ist abgegrif-

fenes, leeres Schlagwort, eine triviale Binsenweisheit und eine kulturkraftlose Redefloskel und wird oft mit Krieg in Verbindung gebracht. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist Frieden ein Entwicklungspro- gramm.Bildungs-Kultur-Lernen ist alle Zeit, alle Kräfte und alle Mittel verwenden, um mehr Geld zu verdienen, um mehr zu haben und um sich zu ver- walten. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist alle Zeit, alle Kräfte und alle (Unruhe)mittel verwenden, um mehr zum inneren Frieden durch die Überwindungs-Transzendierung zu ge- langen und mehr zu sein. Er versteht dann auch den Satz des Kirchenlehrers Augustinus: " Wer seinen Frieden gefunden hat d.h., wer " Gott " geschaut hat (Gott ist identisch mit Frieden und mit dem Begriffswesen mitgesetzt und deshalb bringt Frieden Heil), in allem seine Ruhe gefunden hat und immer wieder neu findet, nichts mehr dazu lernen braucht und deshalb alles Wissen, Verstehen und Können in der Un- mittelbarkeit gelernt hat, was es zu lernen gibt und alle Fragen beantwortet sind. Friedensbewusssein ist ein un- mittelbares, materialisiertes bewusstseinsgewordenes Gottesgefühl. Der Theologe, Philosoph und Begründer der modernen Hermeneutik Friedrich Schleiermacher sieht auch das Lebensgrund-Friedens-Gefühl als " Sensus numinis" der eigentliche Inhalt des Gottesverhältnisses. Der Frieden gilt als die machtvollste Heil-,Wirkungs-, angstauflösende,-Schutz-, Ordnungs- und Überlegenheitskraft als klarster und wissender Geist und diesem kann keine menschliche Bosheit schaden. Ohne etwas zu wollen wird alles erreicht. Wer in seinem Frieden lebt und diesen immer wieder neu erringt, hat seine Individualisierungs-Bringschuld einer Entwick- lungslosigkeit als lebenslanges Lernen  getan. Im Frieden sein bedeutet auch nicht nur Frieden haben mit sich selbst, sondern auch, dass das Objekt des Unfriedens  zum Frieden geworden ist (Was zu Gott kommt wird verwandelt). Wer im Frieden lebt, was im Frieden gesagt und gemacht wurde, schafft weiteren Frieden. Wer seinen Frieden in Frankfurt hat, hat diesen auch in Bad König und braucht diesen auch in keinem Gotteshaus zu suchen, weil er diesen ja hat. Die Unmittelbarkeit des Frieden erzeugt auch die grösste Gelassen- und Zufriedenheit in Freud und Leid, weil ohne diesen wieder Unfrie-den wäre. Schon sein schweigendes, verwurzeltes  Friedensdasein genügt. Wer nicht mehr für sich selbst bittet, der wirkt und wer seine Mitte (Frieden) gefun- den hat, wird auch zur Mitte für die Anderen. Siehe Textfort- setzung den Gliederungspunkt "Frieden" in Christentum-frueher-und-heute

               Existenzangst vor Gewissensangst.

I.) Beim Bildungsmenschen begründet sich der Einzelne auf
seine Bewusstseinsautonomie. Existenzangst vor Gewissens-
angst. Die lähmende Angst versperrt den freien Blick. Die
letzte Entscheidung ist nicht mehr als Quelle " das persön-
liche Gewissen ", sondern die allgemeine Vernunft, Gesetze
und festgesetzte ethische Wertnormen oder einfach nur die öffentliche Medienmeinung, Arbeit um jeden Preis (gesell-
schaftskonformes, pragmatisches Gewissen). Beim Entwick-
lungs-Individualisierungs-Menschen begründet sich der Ein- zelne auf seine Entwicklungsautonomie. Gewissensangst  vor Existenzangst. Die letzte Entscheidung bleibt immer das subjektive Entwicklungsgewissen, als ringende Erkenntnis-Einsichtsform, bei der man nie eine andere Wahl gehabt hat (individuelles, entwicklungskonformes, lebenssynchrones  Gewissen).Je stärker das Gewissen, desto schwächer wird 

die Angst vor den Reaktionen  der Aussenwelt. Das Gewissen schaut nach innen und sucht die Ruhe-Übereinstimmung mit  den selbst gewählten Werten. Straf-und Verlustangst orientiert sich nach dem Aussen in der Mit-und  Umwelt, 

wo der Person einen Nachteil entstehen könnte. Die Angst   vor der Strafe macht Menschen zu Befehlsempfängern, wel- che das Gewissen ausser Kraft setzt.

II.) Der Konformismus, die gesellschaftliche Anpassung, Medienmeinung  und der Tagesablauf ersetzen heute das Gewissen. Anstelle des persönlichen Gewissens tritt immer
mehr die Staatsraison als eine intellektuelle Form des Ge-
wissens, wo das individuelle Gewissen an den Staat abge-
geben wird als ein gebundenes, abhängiges Gewissen, was
aber ist kein Einzelgewissen mehr ist. Das Gesetz (äussere Kontrolle) ersetzt das Gewissen (innere Kontrolle). Das
Obrigkeitsdenken als Kadavergehorsam ersetzt den wahren Gehorsam und auch militärische Befehle setzen das Ge-
wissen ausser Kraft. Auch wenn ich aus wirtschaftlichen Sachzwängen eine Tätigkeit ausüben muss,  welche mir gewissensmässig widerstrebt, weil ich keine andere Wahl
habe ist erst einmal gewissenlos gehandelt.

III.) Wir haben jetzt die Gesetze, die sagen was richtig bzw. falsch ist oder was ich tun muss oder nicht darf. Ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich ein Gesetz übertrete oder habe keine Gewissensbisse, wenn ich mich masslos auslebe.Die Hauptsache ist, dass sich niemand daran stört und ich mir es auch finanziell leisten kann. Meine Hand- lungen werden nicht durch den persönlichen Gewissens-
filter ethisch oder nach einem Entwicklungs-Individualisie- rungs-Wertmaßstab beurteilt, sondern das Verhalten orien- tiert sich an gesellschaftlichen Spielregeln, Egointeressen und ist geleitet von den vorherrschenden Werten und der öffentlichen Meinung. Weil es die anderen es ja auch tun ist es legitimiert und die Wahrheit interessiert nicht. Die Ergeb- nisse des menschlichen Denkens stimmen oft nicht mit der individuellen Entwicklungswahrheit überein,  weil sie ge- trübt sind von der Logik, der Vernunft, dem Verstand, den persönlichen Nutzen-Vorstellungen, dem Eigenwillen oder wegen praktischen Sachzwängen. Man ist oft so sehr durch die Integration mit allem verhaftet und unfrei, dass man eine Gewissenswiderstandskraft in sich überhaupt nicht mehr wahrnimmt, auch wenn man deshalb schlecht ge- schlafen hat.

IV.) Es ist auch nicht so, dass der heutige Zivilisationsmensch kein Gewissen mehr hat und sich nicht mehr mit Gewissens-
entscheidungen jeden Tag  auseinandersetzen  muss, aber der Einzelne hat sich ein dickes "Gewisssensfell" zugelegt, ist abgestumpft oder hat sich sogar dagegen abgeriegelt und es durch den gesellschaftlichen Anpassungs-Konformismus und soziale Wertnormen ersetzt. Ich habe deshalb kein schlech- tes Gewissen,  wenn ich mich masslos auslebe, aber legal ist und ich es mir auch leisten kann.Weil die Entwicklung wieso kein gesellschaftlicher Wert darstellt, brauche ich wegen Ent-
wicklungspassivität, was eine Entwicklungs-Individualisie- rungs-Bringschuld einer Entwicklungslosigkeit bedeutet, kein schlechtes Gewissen zu haben*.


* Nach einer statischen Umfrage gegenüber für wen man sich in erster Linie verantwortlich fühlt wurde angegeben: Familie 82%, Gewissen 59%, Mitarbeiter 48%, mir selbst 39%,  Gott 20%, Staat 20%, Vorgesetzter 13% und Kirche 2%.


Entwicklungs-Individuations-Gewissen als Entwick- lungs-Individualisierungs-Bringschuld-Gewissen 

               einer Entwicklungslosigkeit.

I.) Der Individualismus ist das herrschende Prinzip der Welt.
Die Individualität ist die begriffliche Fassung des Lebens. Der Entwicklungs-Individualisierungs-Lebenslauf als Lebensweg
wird als ein eingeborenes Leitbild als Selbstidee verstanden
und ist in der menschlichen Natur angelegtes, lebenstra-
gendes, lebensorientierendes,  lebensführendes und lebens-
übersteigendes Lernprogramm, welches auf einen nicht beeinflussbaren, beabsichtigen Endzustand hinausläuft  Die unberirrte, individuelle Lebensrichtung ist eingeboren und
es ist der Lebensformwille als das  kategorische " Individual-Logos " des entwicklungsschöpferischen Bauplan-Lebens- prinzips der Unverwechselbarkeit und Einzigartigkeit (was erst durch die permanenten Gewissenseinzelentscheidungen ermöglicht wird). Es ist die Entwicklung des Einzellebens
welches durch sich selbst und in sich selbst individuiert.
Es ist die Idee, welche im Leben steckt, um das eigene Le-
bensgefühl zu formen und der Punkt, von dem aus das
eigene Leben einheitlich begriffen werden kann. Da der
Mensch sich per Definition nur durch seine Entwicklung begründet und gerechtfertigt, wird das Leben in dem Maße
nur lebendig, wie es sich entwickelt. Der Mensch, der
nicht individuell wird, ist nicht wahr und existiert eigentlich nicht wirklich. Wo der Wille der Entwicklungsindividualisie-
rung fehlt, automatisch zur " Individualisierungs-Gewissens-
bringschuld einer Entwicklungslosigkeit " wird.

II.) Individualisierung ist im allerletzten die Entfaltung nach
dem individuellen Eigengesetz als Entwicklungs-Individuali-
sierungs-Bringschuld der Entwicklungslosigkeit und bedeu-
tet, etwas auf seine ureigene Art Anderen etwas geben zu können, was keiner so kann. Nur in seiner Art heraus kann
sich der Einzelne Mensch durch Entwicklung sich vervoll-
kommnen (ohne wirklich vollkommen werden zu können)
und jeder ist zu Originalität verurteilt. Das ist seine Recht-
fertigung, seine Sinnbestimmung und nur darauf kommt es
an, dass die menschliche Einzelentwicklung weitergeht.
Der Einzelne hat keinen Wert ausser im Dienste seiner individuellen Lebensgeschichte.

III.) Die Individualisierung endet, wenn  sich der Einzelne sich nicht mehr seine Bestätigung von oben (Gewissen), sondern
von unten geben lässt und damit als Einzelner aufhört zu existieren und wieder in das Kollektiv der gesellschaftlichen, gleichmachenden Anpassung  zurückkehrt. Das Individua-
lisierungsprinzip wird sakral begründet, weil nur jeder Einzelen vor Gott gestellt ist als Entwicklungs-Individua- lisierungs-Bringschuldprinzip einer Entwicklungslosigkeit ".
Am "grossen Gerichtstag" des Todes (Totengericht) bin ich nur als Einzelner und nicht eine Glaubensgemeinschaft vor Gott gestellt ist,weil nur in der Anerkennung der eigenen Individualisierung-Lebens-Bringschuld  das einzige Eigentum ist,was den Einzelnen begründet ("Karmakonto"),was aus serhalb der gesellschaftlichen und demokratischen Sank- tionen liegt. Dein Gott ist persönlich und auch nicht ein Gott einer anderen Religionen.


IV.) Es ist der archimedische Punkt des Menschen von dem aus alles bewegt wird. Nur die nichts gleich sind, sind Gott gleich ". Der Gottesbegriff wird religiös aus der persönlichen Situa- tion des Einzelnen heraus nach  Meister Eckhart  ent- wickelnd interpretiert. Gott wirkt sich selbst, sucht nichts ausserhalb seiner selbst und durchwirkt die Welt in dem Auseinandersetzungs-Entwicklungs-Prozess-Transzendie- rungs-Geschehen und deshalb ist Gott mir nahe. Durch mein gelebtes, geatmetes Leben bin ich Gott unmittelbar. Im selbstwirkenden Entwicklungsprozess wird Gott erst Mensch, ohne Entwicklung nicht. Er muss Mensch werden, um sich selbst sein und selbst werden zu können und bekommt erst durch meine Entwicklung seinen individuellen " Lebens-Gesichts-Werdeausdruck " und seinen Namen. Gott braucht mich, dass er sich werden kann. Deshalb ist  Gott mir näher, als ich (" mein Ego ") mir selber bin*
.

* Das Bild der Vollkommenheit im Sinne von grösserer Lebensüber-
einstimmung und mehr innerer Frieden trägt der Mensch in sich,
denn sonst würde er sich nicht als unvollkommen erkennen. Es ist ein Entwicklungsaspekt, was dem Menschen nicht im Wissen, sondern im Gewissen gegenwärtig ist und wird. Dieses zeigt ihm, alles was er sich
an Besitz, Geborgenheit und Gewissheit geschaffen und angeeignet hat, ihm nicht entspricht.

V.) Die Frage nach der Entwicklungs-Individualisierungs- schuld betrifft immer nur das einzelne Gewissen, weil die Gesellschaft als Ganzes gewissenlos und bestenfalls nur eine entwicklungs-moralische/ quantentheoretische, aber dafür keine gesetzliche Kollektivschuldhaftung gibt. Darüber hinaus sind erst einmal in der Regel die anderen schuldig, weil ich dafür z.B. meinen Rechtsanwalt bezahle, der die Schuld von mir abwälzt und ich auch im besten Einklang mit befinde mit dem Umgang von Schuld in unserer demokra- tischen und freiheitlichen Gesellschaftsordnung. Es gilt erst einmal die Unschuldsvermutung. Das Entwicklungsgewissen aber ist das Einzige, was den einzelnen Menschen begründet, ihn unruhig,friedlos und unsicher werden lässt und nur in der Erkenntnis der eigenen Entwicklungslosigkeit und Willensverstocktheit, kann der Mensch sich selber gegenüber treten. Nur wer sich entfaltet, bewirkt Gutes oder Entwick- lungsindividualisierung nicht zu tun ist schlimmer, als etwas schlechtes zu tun*.

* Man entgeht wohl oft der Strafe, nicht aber dem Gewissen. Angst und Gewissen verjähren nie.

VI.) Wir können aber das Gewissen als " höhere, zeitlose Intelligenz und Führungs-Orientierungs-Instrument " nicht einfach ignorieren, was immer schon richtig war. Wenn das Gewissen als der zentrale Ort erscheint, an dem die Dinge
des Menschen und der Welt immer entschieden werden
und die Spaltung des Menschen überwunden werden kann,
ist das Entwicklungs-Individualisierungs-Gewissen der archi-
medische Punkt des Menschen, die prima causa aller Be-wegtheit, von der alles ausgeht und bewegt wird. Ohne Gewissen hört der Mensch auf als Einzelner zu existieren, denn nur im Einzelnen ist das Gewissen wach und nur als Einzelner besitzt der Mensch Zugang zum Gewissen. Das Gewissen ist im Einzelnen gebunden und wird im Kollektiv aufgehoben. Nur der Einzelne wird von seinem Gewissen bedrängt,während das Kollektiv gewissenlos ist.

VII.) Wir haben sogar keine Gewissensbisse, wenn wir ein Ge-
setz übertreten. Beim Entwicklungsgewissen wird die Hand-
lung nach dem Entwicklungswertmaßstab und der Entwick-
lungsreife beurteilt. Das individuelle Gewissen lässt sich nicht durch die rationale Vernunft, gesellschaftliche Konven- tionen oder allge meine, ethische Wertnormen ersetzen. Aber das Gewissen lässt sich nicht verdrängen und betäuben, sondern wird im Gegenteil von Tag zu Tag stärker, der Lei-densdruck mit der individuellen Entwicklung zu gehen grösser, das einzelne Leben krisenhafter und dadurch wird er ständig daran erinnert. Eine gegen das Gewissen ent- sprechende Entscheidung führt in der Regel zu einem indivi- duellen Unruhenotstand.

VIII.) Jeder ist zu seiner Entwicklungs-Lebensgestaltung verpflichtet. Diese kann nur seine befreiende Kraft entfalten, wo der einzelne Menschseiner Entwicklungs-Individualisie-
rungs-Lebens-Gewissens-Bringschuld der Entwicklungslosig-
keit des nicht gegangenen Entwicklungsweges ohne Schuld-
gefühle der Vergangenheit und Zukunft begegnet. Die Schuld besteht alleine nur darin,das Entwicklungsbessere und
Höhere im Momentum des " Hier und Jetzt " als Entwick-
lungsverweigungshaltung nicht zu wollen, nicht zu wissen und auch als keine Notwendigkeit und moralische Verpflich- tung betrachtet wird, aber ich kann nicht der Anpassungs-und Gewohnheitsgleiche bleiben der ich zurZeit bin und die Lebensbringschuldkriterien ignorieren.Die Frage der Ent-
wicklungs-Individualisierungs-Bringschuld  einer Entwick-
lungslosigkeit betrifft das Gewissen, welches nur im Einzel- nen existiert und erbracht werden kann. Der umgangs- sprachliche Gewissens-Begriff muss mit erweiterten Inhalt aufgefüllt werden, der neben der Entwicklungs-Individua- lisierungs-Bringschuld auch das Entwicklungs-Lebensweg-Logos als Lebens-Individualitäts-Formwille mit einschliesst.

IX.) Gewissen haben bedeutet Verantwortung übernehmen denn ohne Verantwortung ist das Gewissen blind. Ent- wicklungs-Individualisierungs-Verantwortung  ist nur durch die Befolgung des Enwicklungsgewissens möglich. Nur im Tun wird die Gewissenhaftigkeit geprüft und deshalb liegt hier die höchste Möglichkeit als ein Sein können oder auch das Scheitern des Lebens. Bei einer Gewissensentscheidung wird das Leben ganz Charakter. Die Wortmeldung des Gewis-
sens gegen meine selbstzufriedene Existenz ist dem Men- schen so nötig wie der körperliche Schmerz als Signal, was Störungen  der normalen Lebensfunktion erkennen lässt. So ist es auch,wenn das Gewissen schweigt, sind die Selbsthei- lungskräfte des Menschen blockiert. Es wird als intrinische Normüberwachung und als ein Abwehrmechanismus als Fehlerreaktion angesehen, um das gestörte innere Gleich -gewicht wieder herzustellen. Deshalb sollte sich der Mensch sich auf sein Gewissen und nicht auf seine Bewusstseins- autonomie begründen. Einerseits kann das Gewissen irren, aber dafür kann man nicht schuldig gesprochen und bestraft werden. Andererseits können Gewissensentscheidungen Nachteile und finanzielle Verluste nach sich ziehen. Auch wenn diese erst einmal nur als " ein Gottvertrauens-Irrtum " angesehen werden, aber über einen längeren Zeitraum betrachtet waren diese Entscheidungen doch richtig und wahr *.

*1.) Siehe auch Ruhe, Frieden und Freiheit sind aller Unruhebe- wegung Suchziel

2.) Siehe auch den Gliederungspunkt "Frieden" Christentum-frueher-und-heute

X.) Es muss in allen Lebensbereichen permanent Gewissens-
entscheidungen getroffen werden was bspw. als soziales,- Umwelt,- Arbeits,- Konsum-,Geld-,Gesundheits-und Part-
nerschaftsgsgewissen bezeichnet wird. Jede Krise und jedes Problem ist im Grunde genommen immer eine Krise des
partiellen, gespalteten Gewissens(bewusstseins) der fehlen-
den Lebensübereinstimmung als mangelnde Entwicklungs-
konformität einer Entwicklungs-Individualisierungs-Bring-
schuld) der Entwicklungslosigkeit welches nie das ganze
Problem erfasst (Teilheit) und erst in der Einheit die Spal-
tung aufgehoben und das Problem gelöst ist (Ganzheit).Die Gewissenruhe bleibt immer aller Gewissensunruhe Such-
ziel.

XI.) Beim Entwicklungs-Lebens-Lernen wird das Wort aus
" dem Logos " als die Kraft dieses schöpferischen Entwick-
lungsvermögens gesprochen. Die Klarheit, Denk- und Sprach-
kraft des Wortes ist dort am grössten, wo es aus der Tiefe der Existenz und vom " Entwicklungs-Individualisierungs-Ge-
wissen in der Lebensübereinstimmung " heraus gesprochen
wird. Das Wort ist immer konkret, Ding, Fleisch, problem-
lösend, erschaffend, Frieden gebend, helfend, gesund-
machend und befreiend. Je mehr es Zahl (Wissenschaft)
wird, desto kraftloser wird es.

XII.) Beim traditionellen Berufsverständnis ergibt sich zwangsläufig die Spaltung zwischen Beruf und Mensch. Je
länger in einem Beruf ausgeharrt wird, umso höher wird der Berg einer angehäuften Entwicklungs-Schuld der Entwick-
lungslosigkeit, weil der Beruf nur den sozialen Teil des menschlichen Wesens abdeckt, welcher die notwendige, wirtschaftliche  Existenzsicherung gewährleistet und von
der quälenden  Unsicherheit befreit, die naturgemäss erst einmal gegeben ist. Wird aber der Beruf seiner absichernden
Autorität entkleidet, gerät der Mensch in die existentielle Berufs- und Arbeitskrise und wird von seiner verdrängten, entwicklungslosen Vergangenheit wieder eingeholt. Die Entwicklungsschuld fragt nicht danach, ob er den Beruf " berufungsmässig " geprüft hat, was in jungen Jahren reife-
bedingt gar nicht möglich ist, weil Tradition, Studiengang, Arbeitsmarkt, Qualifikation, soziale Stellung,  Zufall, Sach-
zwänge und materielle Überlegungen die Berater und solche Überlegungen gar nicht möglich sind. Ein Aus- und Umstei- gen wäre nur theoretisch in mittleren und späteren Berufsjahren möglich, aber die Gewöhnung, die Abhängig- und Verantwortlichkeiten,der Gesundheitszustand als auch der gesunde Menschenverstand hindern einen daran, um kein Dauerarbeitsloser und Sozialfall zu werden, um dieser Schuld zu entgehen, weil die Existenzangst immer grösser ist als die Gewissensnöte. Es ist die angehäufte Mitschuld von Generationen, welche jeder Einzelne jetzt mit abtragen muss, auch wenn er gesetzlich völlig unschuldig ist und sich auch keiner Schuld bewusst ist. Diese Schuldempfindungs- konstellation ist einfach in der Arbeitswelt (noch) nicht vorgesehen.

XIII.) Aber die Zeit ist vorbei, dass man in eine (Lebens)bahn
einsteigt, deren Gleise ausgebaut und eingefahren sind,
wo diesen Gleisen gefolgt wird, weil alles bestens geordnet
und bestellt ist, von der Geburt bis zu Tode.  Das Leben ist
auf Wachstum und nicht auf Wiederholung, Beharrung und
auf einen Dauerarbeitsplatz ausgerichtet, was den Menschen
erst adelt. Wiederholung als Kreislauf und " alle Jahre wie-
der " ist ungeschichtlich und entwicklungslos. Das Signum
für Entwicklung ist die Spirale. Der Mensch ist nicht dazu geschaffen worden, wie ein Zirkuspferd in der Manege immer im Kreise herum zu laufen." Die Sünden der Väter wirken hier bis ins dritte und vierte Glied ", weil dort die Ursachen dafür gelegt worden sind. Beim evolutionären Berufsverständnis wird der statische,funktionale entwick- lungslose Berufsbegriff  zum dynamischen,  entwicklungs- leben digen und arbeitsfreien Berufungsbegriff. Durch die Arbeitsindividualisierung wird eine Lebensauthentizität geschaffen, die Spaltung von Mensch und Beruf wird aufgehoben, weil die Aufgabe innerhalb von mir liegt.

XIV.) Jeder Zerfall der menschlichen Gesellschaft beginnt
mit dem Aussterben des Einzelnen, weil der Gesellschafts-
mensch evolutionär betrachtet eine Fehlgeburt ist. Über
die Entwicklung des Einzelnen definiert sich eine Gesell-
schaft. Der gesellschaftliche Zustand der Gesellschaft ist
der Zustand Einzelner, die Entwicklung gewagt haben und wagen, weil der gesellschaftliche, angepasste Mensch
wenig kulturfähig ist.  Es kann nicht oft genug betont
werden, aber im menschlichen Kulturleben ist der Starke
der Nichtangepasste. Kulturen werden immer nur von Ein-
zelnen aufgebaut und erneuert. Deshalb wird sich die Ge-
sell chaft nie als ein Kulturvolk begreifen, sondern Kultur
hat nur der Einzelne Immer waren es schöpferische Ein-
zelmenschen, welche Ausserordentliches erreicht und Um-
wälzungen eingeleitet haben.

XV.) Deshalb ist die Ursache für die Krise der Gesellschaft,
dass es immer weniger Einzelne, gibt, aber die Zukunft der Gesellschaft werden immer mehr Einzelne sein. Der Staat
lebt und ist angewiesen von der Entwicklungswiderstands-
kraft, dem Entwicklungsmut, der Werteentwicklung, was er selber nicht schaffen kann und nicht vom einem genormten, standardisierten Menschentypus, dem auswechselbaren und angepassten (sozialisierten) Massenmenschen. Deshalb ist
der Entwickler ist unersetzbar und weil das wertvollste Mit-
glied, " das Salz der Gesellschaft " und deshalb " systemre-
levant ". Er ist es, der die Anderen durch " sein-anders-sein " weiterbringt. Entwickler machen den Unterschied aus, weil es die Anderen schon gibt.

XVI.) Die Lösung jeder menschlichen Krise oder eines Pro- blems erfordert eine Wandlung als Lebensumstellung durch Entwicklungsveränderung.Ich kann nicht so bleiben und so   weitermachen (gegen das Gewissen),wie bisher, weil wenn Bewusstsein und Gewissen  gespalten sind,kann der Mensch nur halb wollen.Die Bewusstseins(lösungs)wahrheit) versagt z.B. in einer menschlichen Krise. Solange er der Gleiche bleibt, der er vor der Krise war und solange es keine Entwicklung zugelassen wird*.

* 1.) Es kann weiterhin nicht oft genug wiederholt werden, dass es unwichtig ist was die neuesten Nachrichten sind, was andere sagen und tun, wie prominent jemand ist, sondern nur was ich tue. Es geschieht zwar viel in der Welt und um uns herum, aber in Wahrheit geschieht alles nur in mir. Es ist der Weg von der Verwandlung der Welt, um diese in der Aussenwelt z.B. eine Krise bspw. durch Re- formen,Technik, Schutzmassnahmen und viel Geld zu verbessern und retten zu wollen und der Andere der Schuldige ist und der Mensch will und kann bleiben wie er ist zur Verwandlung des Menschen in seiner Innenwelt, wo der Mensch sich im Entwicklungs-Individualisierungs-Prozess wandelt, weil dieses das Ganze darstellt und dieses der
einzige Punkt ist, wo in der Welt wirklich etwas geschieht und deshalb
ist er " der Nabel  der Welt " und macht den Unterschied aus.

2.) Es geht nicht mehr um die Wandlung der gesellschaftlichen For-
men, sondern um eine Wandlung des Menschen selber. Jede Lebens- krise trägt keine Wirklichkeit in sich, weil sie sich immer im Innern des Menschen abspielt und deshalb von Reformen von ausserhalb nicht zu beheben ist. Nur was von innen kommt lebt wirklich. Dem gesicherten Bewusstsein der angeeigneten Umwelt ist eine Problem- lösung nicht möglich, weil die Krise das noch Erkannte und Erfasste darstellt. Die Tatsächlichkeit liegt vornehmlich innerhalb des Lebens und nicht ihm gegenüber. Der existentielle Lebenskampf nach aussen enthebt und entlastet ihn, mit sich selbst zu kämpfen. einer vermag über das hinaus zu wirken, was er nicht selber in sich hat. Wir verän- dern und verbessern als Orientierungsvakuum die Welt nicht mit dem was wir sagen und schreiben, sondern nur durch das, was wir durch den gegangenen Vorbild-Entwicklungs-Lebensweg geworden oder nicht geworden sind. Wenn ich etwas mache, was ich nicht wirklich bin, das ist Verwässerung.Es fehlt das " Herzblut " als Stosskraft und ist eigentlich nur eine flüchtige Erfahrung mehr.


XVII.) Wenn das Leben in der Individualisierungswahrheit
nicht gelingt und damit seinen Sinn bekommt, waren jeder Lebensentwurf, alle Wissenschaft, alle Bildung, alle Kultur,
alle Religion, aller Wohlstand, alle gesellschaftlichen Werte
wie z.B. Familie, Beruf, Besitz, Heimat, Gesundheit, Freiheit, Sicherheit, alles Wissen, alle Bemühungen und erbrachte Lebensleistung, alles Gelernte, alle Lebensziele und alle
Zeit der Welt eigentlich sinnlos und damit am Leben vorbei gelebt und hat nicht selbst gelebt. Deshalb darf für das
Individualisierungsstreben kein Problem zu schwierig,
keine Entschuldigung zu billig, kein Preis zu hoch, nur ich
der alleinige Schuldige bin, kein Vorteil zu verlockend, kein
Weg zu lang, kein Frust zu gross, keine Motivation zu nie-
drig, kein Widerstand zu heftig, kein körperliches Leiden
ein Hindernis, keine Niederlage dauerhaft, kein Konsumver-
zicht ein Opfer, keine Zeit zu lang und kein Streit zu schwer sein. Wer das tut, der hat er soviel getan, wie der Papst
in Rom und noch viel mehr.


                         Reue und Vorwurf.

I.) Das Gewissen redet nur im Modus eines vermittelnden Schweigens und äussert sich als Unfrieden/Unruhe (Gewis-
sensbisse) oder gar nicht (Frieden/ Ruhe). Bei fehlender Lebensübereinstimmung und Entwicklungskonformität meldet sich das Gewissen ungefragt als ein subjektives, schlechtes immer wieder erinnerndes Gefühl. Ein subjek-

tives gutes Gefühl dagegen habe ich, wenn ich mich vom Gewissen leiten lasse als Selbstbestimmung meiner Entwick- lungswegzielrichtung als ein nachträgliches Wahrheitswis- sen. Leistung erlöst, befreit und führt zum inneren Frieden, wenn sie eine Folgeleistung der inneren Führung ist. Eine Gewissensentscheidung ist kein Akt der Unterwerfung, sondern der Lebensbejahung, weil das Gewissen ein Teil von mir ist. Ich hatte eigentlich nie eine andere Wahl gehabt.

II.) Umgangssprachlich wird Reue als schlechtes Gewissen bezeichnet. Die  erste besteht im Durchleben der Reue,
und die zweite besteht darin, entstandenen Schaden wieder-
gut­zumachen. Reue ist mit niederländisch rouwen = trauern verwandt. Wenn etwas reut, der trauert und ärgert sich über
eine verpasste Gelegenheit. Er hätte etwas gewissenhafter machen können. Der Unfriede/die Unruhe danach als inner-
seeliches Korrektiv stärkt das Gewissen für künftige, ähn-
liche Entscheidungen. Wer etwas bereut hat nimmt sich für
das nächste Mal fest vor auf sein Gewissen zu hören, will
sein Gewissen in Zukunft ernster nehmen und nach dem Be-
reuen stellt sich der innere Frieden plötzlich wieder ein. Ein schlechtes Gewissen ist keins, das Sünden von früher be- straft, sondern eins, das sich heute nicht um die Vermei-

dung neuer " Sünden " bemüht, die mich aus der Ruhe brin- gen, nachteilig für mich oder andere sind. Reue ist keine Strafe, sondern ein Belehrungs- und Weiterentwicklungs- prozess sich treu zu bleiben.Nur durch die Reue entwickelt sich der Mensch weiter. Wenn ein Mensch jetzt gut ist, dann ist er so gut, als  wenn er nie schlecht gewesen wäre.


            Gewissen religiös (christlich) interpretiert.
      " Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe".


I.) Das Alte Testament kennt kein eigenes Wort für Gewissen.
Im Neuen Testament werden die Bezeichnung Herz und parallel dazu der griechische Begriff syneidēsis = Mitwisser, Gewissen (ca. 30 ) verwendet. Die heutige Bedeutung von Ge- wissen auch Entdecker der Gewissensfreiheit geht wesent- lich auf den Reformator Martin Luther zurück. Vor ihm konn- te Gewissen auch Bewusstsein oder ein verstärktes Wissen (Gewissheit) ausdrücken. Diese verengte Wortbedeutung stammt vom griechischen syneidēsis-Begriff und dessen la- teinischer Übertragung conscientia. Das kann nicht ange- messen mit „Bewusstsein“ oder mit „Gewissen“ übersetzt werden; eine neutrale Übersetzung wäre " Mitwissen “.

II.) Es ist der Relativismus des Cogotio ergo sum des Rene Descartes, als sich der Mensch alleine auf sein Bewusstsein
und auf die Selbstgewissheit des Denkens gründete und damit sich vom göttlichen Gegenüber loslöste und autonom setzte.Er erhielt seine Lebenskorrekturweisungen nicht mehr vom Gewissen, sondern er gab diese sich selber, indem er sich mit seinen Erkenntnissen identifizierte. Eine Krise schliesst den Menschen nicht im Gewissen auf, sondern diese wird durch das Bewusstsein abgeriegelt.

III.) Christlich interpretiert ist Gewissen der Wille Gottes und lässt die Gewissensregung als als Lebenskorrektiv  einen in
der Unsicherheit und Ungewissheit und Ungeborgenheit seines Wesens leben, aber sie gibt ihm zugleich die Kraft sie zu er- tragen. Nicht dass der Mensch sich aufgibt, sondern wird selber zur Funktion des göttlichen Willens, das etwas anders durch ihn hindurchtönt und ihn als Instrument spielt. Dieses ist die Bedeutung von persona und nur als persona existiert der Einzelne wirklich. Die Individualität ist die be- griffliche Fassung des Lebens und der Einzelne ist nur wahr, wenn er individuell wird*.


* Gott hat sich niemals mitgeteilt und teilt sich niemals mit. Nur durch seinen eigenen Willen teilt er sich mit*

* Meister Eckhart


IV.) Religiös gedeutet wird das Gewissen als Einfallstor des göttlichen Willens, als  Ruf Gottes als Rumoren der Gottes- macht und als ein Gottgefühl definiert als Mittler zwischen Gott und dem Einzelmenschen, weil  nur er  über das Gewissen einen Zugang zu Gott besitzt und dieser ist nicht identisch mit der Bibel.Ohne Gewissen ist der einzelne Mensch verloren. Nur ich bin als Einzelner vor Gott ge- stellt,was das Wesen das Christentums ausmacht und er sich nur in der Einzelseele unmittelbar und nicht vermittelbar offenbart.Das Urteil des Gewissens ist für den Kirchenlehrer Thomas von Aquin die letzte Instanz, nach der sich der Mensch zu richten hat,auch wenn er damit der offiziellen Kirche widerspricht und  sich gegen Gelehrtenmeinun- gen,Gesetze und lehramtliche Entscheidungen wie gegen Konzil und Papst ausspricht,weil diese sich ändern, aber eine Gewissensentscheidung ist absolut. Damit hat auch die Kirche dem Gewissen des Einzelnen die Priorität vor der Wahrheit zuerkannt. Auch eine humanistische Ethik ersetzt keine Gewissensentscheidungen. Gewissen haben bedeutet in der Spannung des christlichen Lebens leben. Nach Karl Rahner, katholischer Theologe, genügt es nach dem eigenen Gewissen zu leben. Eine Gewissensentscheidung im reli- giösen Sinne bedeutet " Gott hält sein Wort ".


V.) Entwicklung ist nur durch die Befolgung des persönlichen Entwicklungsgewissens möglich. Deshalb liegen in der "Ent-
wicklungs-Strebens-Willensrichtung" die höchsten Möglich-
keiten. Das (Entwicklungs)gewissen redet einzig im Modus
des Schweigens oder der  Unruhelosigkeit des bösen Gewis-
sens" als eine negative Erfahrung Gottes durch das positive Erfassen unserer Schuld,weil der Einzelne sich nur vom Gewissen her wieder begründet und vor das Bild "des gött-
lichen Gegenüber" gestellt wird. Gottes Wille ist Frieden (Gliederungspunkt) und wer im Frieden lebt, stellt sich nicht mehr die Gewissensfrage nicht mehr. In der Rückwendung
von innen nach aussen und in der Wiederentdeckung des Gewissens macht sich der Mensch auf den Weg zu Gott und begegnet zu allererst Gott, sondern seinem schlechten Gewissen.

VI.) Ein schlechtes Gewissen geht immer mit einem unzu-
friedenen, schlechten Unruhegefühl  einher und ein unruhi- ges Gewissen zeigt, dass wegen fehlender Lebens harmonie und   Lebensspaltung (kognitive Dissonanz) nachgebessert werden muss, um zu seinem Frieden zu gelangen.Das Gewissen erlischt in Gott und offenbart sich immer nur als eigene "Entwicklungs-Individualisierungs-Bringschuld".Das böse Gewissen macht nur als religiöses Phänomen einen Sinn, wenn es in einem metaphysischen-religiösen Zusam- menhang gedeutet und erlebt wird. Die Klarheit und Kraft des Wortes ist dort am grössten, wo sie aus der Tiefe der Existenz gesprochen wird, also nicht vom Bewusstsein, son- dern vom Gewissen her. Es ist mithin an den Einzelnen ge- bunden, der es in der Tiefe als Lebensgrundgefühl als Unruhe vernimmt. Das ist auch der Sinn der Sätze, mit denen das Johannes-Evangelium beginnt: " Am Anfang war das Wort. Und das Wort war bei Gott.Und Gott war das Wort".

VII.) Das Lebensprinzip ist das Ungleichheitsprinzip der Indi-
vidualisierung. Das Individuelle und nicht das Gleiche macht
den Einzelnen aus. Werte entstehen nur dort, wo sie in den Entwicklungs-Auseinandersetzungs-Transzendierungs-Be-
mühungen des Einzelnen im " göttlichen Gegenüber als Gewissensentscheidung " um mehr Individualitätsausdruck
abgerungen wird. Das Gewissen ist die innere Führung und
der Wegweiser für die Individualisierungsentwicklung. Ob-
wohl es ein völlig unreligiöses Konfessionsgewissen ist,ist es
tief religiös zugleich, weil es  gebetsmässig formuliert es auf
den Punkt bringt: " Herr, nicht mein, sondern dein Wille geschehe".

* In neuerer Zeit hat vor allem der Theologe Albrecht Ritschel den Gewissensbegriff im Sinne der Individualität des Gewissens maß- geblich beeinflusst. Auch der Soziologe Niklas Luhmann interpretierte das Gewissen als eine Funktion der Identitätsbildung.


VIII.) Das Individuelle und nicht das Gleiche macht den Einzel-
nen aus und die Gleichheit und die Individualität vertragen
sich so gut, wie Wasser und Natrium. Mit dem Postulat der Gleichheit in allen Lebensbereichen wird ausgeschlossen
und widerspricht dem, was im menschlichen Leben ver-
wirklicht werden soll. Werte entstehen nur dort, wo sie in
den Auseinandersetzungs-Bemühungen des Einzelnen reli-
giös gesprochen im göttlichen Gegenüber " als Gewissens-
entscheidung zu mehr Individualität gerungen wird. Weil
diese sakral begründet sind, besitzen sie nur gleichnishaften
Charakter und wenn sie gesellschaftlich anerkannt und be-
stätigt werden, sind diese entwertet.

IX.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen geht es um die Vermittlung
von Wahrheiten, Werte und Tugenden, aber das höchste Gut
und die Entwicklungsreife lässt nicht durch eine Tugendver-
vollkommnung erreichen, was auch immer " ein Kampf gegen Windmühlen " bleibt. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen geht es nur um die Befolgung des Entwicklungs-Indi- vidualisierungs-Gewissens, religiös gedeutet als " Wille Gottes "genannt wird und der sich im Frieden, Ruhe und im Reinen sein oder sich im Unfrieden,Unruhe und der Selbst- zerissenheit als Lebensempfindungsausdruck äussert und im Frieden sein alles erreicht wird.

X.) Das Gewissen bedarf nach dem Philosophen Immanuel
Kant steter Erziehung des Einzelnen und circa ab dem fünften Lebensjahr tritt das Gewissen in Erscheinung und deren Bedeutung im Laufe des Lebens wächst. Gewissensent-

scheidungen führen  oft  zur "Willensbrechung" und ignorie- ren den gesunden Menschenverstand,  aber im höheren  Sinne sind diese das Beste für mich, was über einen längeren Zeitraum nachträglich erkannt  wird. Es ist der Beweis ober- flächlich betrachtet, dass der Mensch keinen freien Willen hat bzw. sein Wille nur frei ist, wenn er seinem Gewissen folgt.

XI.) Nach dem Philosophen Immanuel Kant ist das Gewissen ist " die Stimme der Seele ",die uns nicht täuscht, ein ange- borenes Gefühl für das Gute unabhängig von der Vernunft ganz im Sinne des Missionars Paulus von Tarsus,  Meister Eckhart und der Reformatoren.Es ist die unmittelbare Teil- habe des Menschen an der Idee des Guten und somit Gewähr für die sittliche Autonomie. Kants kategorialer Imperativ " Handle so, dass die Maxime deines Handelns Grundgesetz für alle werden könnte“ berührt nicht das Gewissen und über- lässt es dem einzelnen Menschen, was Grundgesetz werden soll.


XII.) Das Urteil des Gewissens ist für den Kirchenlehrer Thomas von Aquin die letzte Instanz, nach der sich der Mensch zu richten hat, auch wenn er damit der offiziellen Kirche widerspricht und sich gegen Gelehrten- meinungen, lehramtliche Entscheidungen wie gegen Konzil und Papst ausspricht. Damit hat auch die Kirche dem Gewissen(sfrie- den) des Einzelnen die Priorität vor der Wahrheit zuerkannt. Was in Freiheit gedacht ist, kann nie die Freiheit eines anderen einschränken, son- dern nur zu grösserer Freiheit führen. Wer sich selbst frei denkt, ehrt alle Freiheit auf Erden. Wer in der Freiheit steht kann auch den Ver- lauf der (Kirchen)geschichte über Jahrhunderte ändern. Es hat sich immer noch nicht überall herum gesprochen, dass nur Träumer die Welt verändern. Alle Kirchen leben von ihren so genannten (kirchenuntreuen) Ketzern und die christliche Kirche lebt besonders von ihren grossen Ketzern wie  z.B. Meister Eckhart. Die Frage wird später beantwortet, ob das Geschriebene wirklich noch das Wort Gottes ist oder mehr dem menschlichen Bewusstsein entspringt, was der Autor als Wahrheit erkannt zu haben glaubt.



                        Gewissensmetapher.


1.) Das Gewissen der Auserwählten ist unruhig, während das Ge- wissen der Gottlosen ohne Ruhe (ohne Regung) ist.


2.) Das Gewissen hindert uns nicht, sündigen zu gehen, aber
es hindert uns daran, die Sünden zu genießen.


3.) Kein Vergnügen ohne Gewissen (Grenzen, gesunde Mitte, Rücksicht, maßvoll, nicht zum Nachteil anderer).


4.) Das schlechte (unruhige) Gewissen wird als die schlimmste Strafe empfunden.


5.) Wenn euer Gewissen rein ist, seid ihr frei *.


* Johann Wolfgang Goethe.


6.) Straßburg, als Sitz des europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte gilt als das " Gewissen Europas ".


7.) Jedes einzelne Gewissen ist wertvoller als die ganze Welt*.

*Meister Eckhart.


8.) Man entgeht wohl der Strafe, nicht aber dem Gewissen.Angst und Gewissen verjähren nie *.


* Deutsches Sprichwort.


9.) Das Gewissen des Menschen ist das Denken Gottes *.

* Victor Hugo, französischer Schriftsteller.


10.) " Wenn unser Wille Gottes Wille wird, das ist gut. Wenn
aber Gottes Wille (Gewissen) unser Wille wird, dass ist das Aller-

beste "*.


*  Meister Eckhart

11.) Das Gesetz ändert sich, das Gewissen nicht *.


12.) Jeder, der seinem Gewissen folgt ist ein Held *.


* Sophie Scholl, Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozia- lismus.

13. Sei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecht *.

* Volksmund.


14.) " Der Mensch soll nicht suchen, weder Erkennen noch Wissen, noch Innerlichkeit, sondern einzig allein den Willen Gottes (weil alles ausser dem Willen Gottes ein nichts ist) " *.


*  Meister Eckhart


15.) Christlichen Martyrern wird oft ein unbeugsames  Gewissen in einer unerschrockenen Seele unterstellt.


16.) Nützlicher als Vergangenes zu verurteilen ist es, heute Richtiges zu tun.


17.) Nur wer mit ganzer Seele wirkt, irrt nie*.


* Friedrich Hölderlin, deutscher Lyriker.


18.) Das Gewissen ist die Wunde, die nie heilt*.


* Christian Friedrich Hebbel.


19.) Sein Gewissen war rein. Er benutzte es nie*.


* Stanislaw Jerzy Lec.


20.) Das, was wir ein böses Gewissen nennen, ist immer ein gutes Gewissen. Es ist das Gute, was sich in uns erhebt und uns bei uns selber verklagt*.


* Theodor Fontane.


21.) Das Gewissen ist das Gesetz der Gesetze*.


* Alphonse de Lamartine.


22.) Das Gewissen ist doch mehr als eine ganze uns verklagende Welt. " Ein bös Gewissen ist die Hölle auf Erden".


23.) Das Gewissen ist des Menschen Gott*.


* Gotthold Ephraim Lessing.


24.) Das Gewissen macht uns alle zu Egoisten*.


* Oscar Wilde.


25.) Denn mit jedem neuen Menschen wird ein neues Gewissen geboren und es wird immer sich eines besinnen seiner geistigen Pflicht den alten Kampf aufzunehmen auf das unveräusserliche Recht um Menschlichkeit und einer Entwicklungs-Individuali- sierungs-Bringschuld der Entwicklungslosigkeit

26.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen wird Kritik geübt als das schlechte gesellschaftliche Gewissen. Beim Entwicklungs-Kul-
tur-Lernen geht es nur um die Befolgung des Entwicklungs-In-
dividualisierungs-Gewissens als nachträgliche Erkenntnisteil-
habe an der Wahrheit.


27.)" Der Zweifel ist´es, der Gutes böse macht ".*


* Johann Wolfgang Goethe.


28.) " Das Schwerste in der Welt ist nicht die Tat, sondern der Ent-
schluss "*.


* Franz Grillparzer, Schriftsteller.


29.) Im Grundgesetz Deutschlands ist die persönliche Gewissensfrei-
heit geschützt.


30.) " Jeder einzelne Bürger hat das Recht zu entscheiden, was gute und böse Handlungen sind. Das Gewissen eines jeden Bürgers ist sein
Gesetz" *.


* Thomas Hobbes, englischer Mathematiker, Staatstheoretiker, poli-
tischer Philosoph.


31.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen  ist der Mensch nur frei als denkendes Wesen im Sinne von was er tut will und kann (den-
ken, um zu wissen als Bildungsunfreiheit). Beim Entwicklungs- Kultur-Lernen ist der Mensch erst frei als Entwicklungswesen
im Sinne was er tun soll und muss (denken, um richtig zu leben als Entwicklungsfreiheit).



     "Vom Gewissensverständnis früher zum Gewissensver-

                                    ständnis  heute".


  • Vom Gesellschafts- und gesetzeskonformen, formalen Gewissen zum wachen, entwicklungskonformen Ein- zelgewissen
  • Vom berufspraktischen Alltagsgewissen, wo die Exis-tenzangst an die Stelle der Gewissensangst getreten ist zum berufspraktischen Entwicklungs-Individualisie-rungs-Gewissen,(Gewissensangst vor Existenzangst) wo ich nie eine andere Wahl gehabt habe*.


*I.)  Beim Bildungs-Kultur-Lernen begründet sich der Mensch auf seine Bewusstseinsautonomie. Existenzangst vor Gewissensangst.
Die letzte Entscheidung ist nicht mehr "das persönliche Gewissen",  

sondern die allgemeine Vernunft, festgesetzte ethische Wertnormen oder einfach nur die öffentliche Meinung (gesellschaftskonformes, pragmatisches Gewissen). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen begrün-
det sich der Mensch auf seine Entwicklungsautonomie. Entwicklungs-
angst vor Existenzangst. Die letzte Entscheidung bleibt immer das subjektive Entwicklungsgewissen, als Erkenntniseinsichtsform,
bei der man nie eine andere Wahl gehabt hat (individuelles, entwick- lungskonformes Gewissen)*.


II.)  Wenn die Arbeit moralisch fragwürdig und legal grenzwertig ist
bspw als Telefonverkäufer ich ein Produkt oder Dienstleistung  ohne echten Gegenwert nur mit Scheinargumenten verkaufe, aber ich als Verkäufer damit viel Geld verdienen kann, überwiegt erst einmal der
Reiz des Geldverdienen und macht aus vielen erst einmal einen
Heuchler, Weggucker und Selbstverleugner, weil ich mich mit der Unternehmensphilosophie identifiziere. Der Arbeitsanspruch ist
seinen Job anweisungsgemäss zu machen und es stellt sich nicht die Forderung nach einer höheren Arbeitsmoral, einer Entwicklung am Arbeitsplatz und die Wahrheit ist auch kein Geschäftsmodell. Mora- lisch gute Menschen verdienen in der Regel nicht mehr Geld. Mit der Wahrheit ist noch keiner satt und reich geworden.Weil ich deshalb von der Wahrheit nicht leben kann, bleibt die Existenzangst grösser als die Gewissensnöte.  Erst im nächsten Entwicklungsreifeschritt  

lasse ich mich von dem Grundsatz leiten, dass  ich niemanden etwas zumuten möchte, was ich selber auch nicht will. Aber wer arbeitsmo- ralische bei dieser Tätigkeit von Arbeit hat, der lässt sich von dem Grundsatz leiten, dass er niemanden etwas zumuten möchte, was er selber auch nicht möchte.Er beisst sich lieber in der Entwicklungs- wahrheit bei einer weiteren beruflichen Selbstsuche durch, als in der kurzfristigen, funktionierenden Geldunwahrheit zu leben.

III.) Beim Berufs(aus)bildungs-Lebenslauf steht der beruflichen Qualifikation das (schlechte) Gewissen (z.B. die Verkaufsmoral) gegenüber,weil der Verkäufer nur über seinen " Erfolg " definiert und honoriert wird. Beruf und Gewissen stehen im stärksten Gegensatz zueinander (neues Auto). Beim Entwicklungs-Individualisierungs-Lebenslauf definiere ich mich über meine " Gewissensfreiheit " und lehne den vordergründigen Verkaufs(schein)erfolg aus entwick- lungsethischen Gründen z.B. wegen dem zweifelhaften Kundennutzen ab (neue Arbeitssuche)*.


* Siehe auch Dematerialisierungslernen führt zur Konsum-,Geld-und Handlungsethik

IV.) Im ersten Schritt macht der Mensch die Wahrheit von seiner Existenz abhängig, weil das moralische Verhalten des Menschen u.a. von seinem Umfeld abhängig ist. Erst nach vielen schmerzhaften Arbeits-Gewissens-Erfahrungen wird die Existenz von der Entwick- lungswahrheit abhängig gemacht.

V.) Auch bei der Individualisierung in der Gesellschaft wird die Wahrheit erst einmal von der Existenz festgemacht Entwickler müssen einen Individualisierungsweg finden,die Regeln zu über- winden ohne gegen geltendes Recht und soziale Normen zu verstos- sen und ihren Verantwortlichkeiten nachkommen,weil der Entwick- lungssuchweg persönlich ist und für das Individuelle keine Regeln gibt. Individualität will gegen die Gesellschaft  verteidigt sein, weil sie eben eine Welt für sich ist, aber innerhalb von ihr nicht leben kann.


  • Von innerhalb des gesellschaftliches Gehäuses gibt es keine Einzelgewissensverantwortung zu wenn ich einmal sterbe,  bin ich aber nur als Einzelner vor Gott gestellt*.


* Was der Totalität entgegengesetzt ist, kann nur auf Gott begrün-
dete Einzelne sein.Es gibt keine andere Möglichkeit der Entgegen-
setzung. Sollte dann der Mensch einmal Rechenschaft " am grossen Gerichtstag " abgeben müssen, wird er nicht gefragt z.B. ob er ein
guter Staatsbürger gewesen ist, was die anderen gemacht haben, nach seinem Bekanntheitsgrad, wie viele Tore z.B. als Fußball-
tar einmal eingenetzt wurden, nach seinem Bankkontostand,
welche Position, welchen Beruf und Besitz und für was er Zeit und Interesse hatte, sondern nur nach seinem persönlichen Gottesver-
hältnis d.h., ob er sich treu und entwicklungsehrlich geblieben ist (sterben in der Lebensauseinandersetzung  gelernt hat), das Bessere
und Höhere gewollt und egoistisch war für andere, indem er :
seinem Entwicklungs-Individualisierungs-Gewissen  gefolgt ist,
seinem Entwicklungs-Individualisierungs-Bringschuldweg der Entwicklungslosigkeit  nachgekommen ist und in der evolutionären, säkularen Nachfolge Christi  seinen Entwicklungsweg gegangen ist.
Vom schlechten Gewissen was ich habe, weil ich mehr tun könnte, aber wo es staatliche und soziale Ein- richtungen gibt, welche mir die Verantwortungslast abnehmen und viele Entschuldigungen habe zum verantwortlichen Einzelgewissen,der erst einmal das tut was er in diesem Moment als das "notwendig Höhere und Bessere tun kann und nicht einen suchen, der etwas für ihn macht.Ohne Verantwortung ist das Gewissen blind*.

* Jedes einzelne Gewissen ist wertvoller als die ganze Welt*.

* Meister Eckhart.


  • Von dem heutigen Zivilisationsmenschen,welcher keine Gewissensbisse mehr hat zum heutigen  Menschen,der nicht sein (eingeborenes) Gewissen verloren hat, sondern es fehlt nur die Entwicklungsreife-Sensibilität für das abgeriegelte,  taub gewordene "Etwas", wo die innere Unruhe, ein schlechter Schlaf und ein ungutes  Gefühl noch nicht als "Lebensführungssignal" interpretiert wird und es im Tiefsten noch nicht weiss. Der Mensch, der seinem Gewissen folgt kann irren, aber er kann des- wegen nicht schuldig gesprochen werden (Abälard)


  • Von dem gesellschaftlichen Konformismus einer Anpas- sungsbequemung zum Entwicklungs-Individuations-Ge- wissen als Entwicklungs-Individualisierungs-Bringschuld-Gewissen einer Entwicklungslosigkeit, weil das Lebens- prinzip das Ungleichheitsprinzip der Individualisierung. ist.Das Individuelle und nicht das Gleiche macht den Einzelnen aus*.

*I.) Jeder  Zerfall der menschlichen Gesellschaft beginnt mit dem Aussterben des Einzelnen, weil der Gesellschaftsmensch evolutio-
när betrachtet eine Fehlgeburt ist. Über die Entwicklung des Einzelnen definiert sich eine Gesellschaft. Der gesellschaftliche Zustand der Gesellschaft ist der Zustand Einzelner, die Entwicklung gewagt haben und wagen, weil der gesellschaftliche, angepasste Mensch wenig kulturfähig ist.  Es kann nicht oft genug betont
werden, aber im menschlichen Kulturleben ist der Starke der Nicht-
angepasste. Kulturen werden immer nur von Ein-zelnen aufgebaut und erneuert. Deshalb wird sich die Gesellschaft nie als ein Kultur-
volk begreifen, sondern Kultur hat nur der Einzelne Immer waren es schöpferische Einzelmenschen, welche Ausserordentliches erreicht und Umwälzungen eingeleitet haben.


II.) Das Gewissen macht uns alle zu Egoisten*.


* Oscar Wilde, irischer Schriftsteller.

  • Vom Entwicklungs-Individualisierung-Gewissen losge- lösten Lebensentwurf (das Leben ist für mich da) zum Gewissen haben bedeutet Lebensverantwortung über- nehmen, denn ohne Verantwortung ist das Gewissen blind. Entwicklungs-Individualisierungs-Verantwortung    ist nur durch die Befolgung des Enwicklungsgewissens möglich.(Ich bin für das Leben da).
  • Beim Bildungs-Kultur-Lernen geht es um die Vermittlung von Wahrheiten, Werte und Tugenden, aber das höchste Gut und die Entwicklungsreife lässt nicht durch eine Tugendvervollkommnung erreichen, was auch immer " ein Kampf gegen Windmühlen " bleibt. 
  • Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen geht es nur um die Befolgung des Entwicklungs-Individualisierungs-Gewis- sens, religiös gedeutet als " Wille Gottes "genannt wird und der sich im Frieden, Ruhe und mit sich "im Reinen sein" oder sich im Unfrieden,Unruhe,in Krisen und der Selbstzerissenheit als Lebensempfindungsausdruck äussert und " mit sich im Frieden sein" alles erreicht wird.
  • Beim Bildungs-Kultur-Lernen lernen ist moralisch schlecht oder gegen sein Gewissen gehandelt zu haben weniger peinlich, als es nicht zu wissen. Beim Entwick- lungs-Kultur-Lernen gilt entwicklungsgewissenskonform zu handeln mehr als alles Wissen.
  • Bildungs-Kultur-Lernen ist Krisenbewältigung und Pro- blemlösung  mit den Kategorien des Bewusstseins (Denk-und Handlungsprozess durch das Willensbewusstsein). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist Krisenbewältigung und Problemlösung  durch die Kategorien des Gewissens (Entscheidungs-und Wandlungsprozess durch das Lebens-Vertrauens-Harmonisierungs-Unbewusstsein)*.

* Die Sprache selbst kennt ursprünglich keine Unterscheidung von Ge- wissen und Bewusstsein und es existierte nur ein Wort für beides,
was  Gewissen und Bewusstsein zugleich bedeutete.In den Anfängen der menschlichen Geschichte befand sich der Mensch innerhalb einer umfassenden "Religio" (Lebenseinheit als  Gesamtverbundenheit), welcher die Erfahrung der Spaltung noch nicht gemacht hatte.In den romanischen Sprachen steckt noch die lateinische Sprachwurzel "conscienti", wo Bewusstsein zugleich Gewissen bedeutet und die alleinige Bedeutung von Bewusstsein angenommen hat.Hier fehlt also der Begriff für das Gewissen, der im lateinischen in dem Begriff der "Religio" bestand, wodurch der Zusammenhang des Gewissens mit dem Religiösen unmittelbar aufgezeigt wurde.Mit dem Erlöschen des Religiösen seit der Renaissance, wo der Mensch sich allein auf sein Bewusstsein begründete, blieb ein begriffliches Vakuum übrig,dass im Englischen "conscience", aber nicht im Letzteren durch das "cons- cenice morale", sondern  nur durch den von Pascal verstandenen Begriff einer Vernunft des Herzens als "raison du coeur" ersetzt wurde. Auch in der griechischen Sprache wurde das Wort "Syneidesis" als Einheitsbegriff für Gewissen und Bewusstsein intellektualisiert. Damit enthält der ursprüngliche Gewissensbegriff für die Einheit beider die Bedeutung des heutigen verstandenen Bewusstseins- begriffes, dem der Mensch seine Existenz zubilligt und das Gewissens- begriffsverständnis ausgeblendet wird und kraft-und bedeutungslos bleibt. In der deutschen Sprache aber wird der Gegensatz zwischen Bewusstsein und dem Gewissen deutlich,weil beide Begriffe selbst- ständig sind und nach ihrem Begriffswesen etwas anders und be-
sonderes meinen.In der Wissenschaftssprache ist der Gewissens- begriff ein wissenschaftlicher, unbrauchbarer Begriff und im All- tagsleben ist er meistens nur religiös belegt und leidet unter einer gewissen Vieldeutigkeit.Wir können aber nicht den kulturell gepräg-ten Gewissensbegriff säkular neu erfinden, um die Lücke zu schlies- sen, wie Begriffsersatzdefinitonen z.B. Intuition, spirituelle Intelli- genz, schlech-tes (Bauch)gefühl oder eine Reihe von anderen Be- griffen, die von anderen Disziplinen geschaffen worden sind, dieses zeigen. Sie gelten als schwammig, unauthentisch, sprachlich nicht verwurzelt und haben sich nie durchgesetzt und den alten Gewissens- begriff gleichwertig ersetzt.

           
                  Glauben und Vertrauen.


  • Bildungs-Kultur-Lernen ist Glaubensvermittlung und Glaubensunterweisung eines Transzendenzglaubens sozialisierend, erzieherisch, unnatürlich, religiös, theologisch und pädagogisch abstrakt (Altevangeli- sierung) zum Entwicklungs-Kultur-Lernen, wo die Glaubensvermittlung und Glaubensunterweisung in einer Lebenskrisenbetroffenheit als Glaubensübungs-  erfahrung (sie neun Stufen des Glaubenslernens) und Entwicklung der Lebensgrundkraft als quantenphysi- kalisches und quantentelelogisches Gesetz selbsterzieh- erisch, individualisierend, weltanschaulich neutral, natürlich, evolutional und antipädagogisch konkret (Neuevangelisierung) erfolgt*.


*I.)  Religion beruht in ihrem Kern, dass ihre Wahrheiten nicht
experimentell, empirisch beweisbar sind. Eine spirituelle Wirklich-
keit ist erfahrbar z.B. durch den Glauben, aber nicht beweisbar. Der Beweis resultiert immer aus den Newtonschen Paradigma der Kausalität und ist auf Inhalt und Form begrenzt. Es wird nur die Wahrnehmung oder der abstrakte, logische Denkprozess bewie-
sen, aber nicht die Entwicklungswirklichkeit. Beweise sind Begren-
zungen und willkürliche Abstraktionen einer festgelegten phäno -
menalen Realität und schliessen die noumenale Wirklichkeit aus.
Die Wahrheiten der Naturwissenschaft  hingegen besitzen wegen
der Wiederholbarkeit der Experimente auf der elementaren Ebene weltweite Gültigkeit und nur Erkenntnisse, die auf eigener Wahr-
nehmung beruhen oder durch logische Schlussfolgerung aus diesen abgeleitet werden, haben wissenschaftliche Geltung. Ausnahmen bilden die Komplexität und Nichtlinearität von Systemen und historische Rückschlüsse wissenschaftlich zu erklären. Gegenstand der Wissenschaft sind die sinnlichen Phänomene der Welt und es wird gefragt nach dem richtigen und falschen Fakten. Gegenstand der Re-
ligion ist aber die übersinnliche, transzendente Welt und sie be-
schäftigt sich mit Sinn und Wertfragen.

II.) Je besser man die Religion begreift, desto weniger kann man verstehen, wie diese mit den Naturwissenschaften übereinstimmen soll und umgekehrt. Zwischen Religion und Naturwissenschaft be- steht keinen Unterschied und die Wissenschaft ist kein Gegensatz zum Glauben, sondern nur eine Form des Glaubens. Der Glauben ist keine verminderte Form von Naturwissenschaft als " ein noch-nicht-wissen " und nicht Gewusstes. Dieser Glauben, der Gott in die Lücken der Welterklärung setzt, gerät automatisch in die Krise, wenn die Wissenschaft diese Lücken gefüllt hat. Glauben ist mehr als eine Anschauung mangels Beweise. Der religiöse inbrünstige Glaube an das Geld, den Arzt, die Versicherung, den Staat, den Fortschritt ist alleine auf die Grundlage des Bewusstseins gestellt,aber der Glaube an die Wissenschaft muss einhergehen mit dem Glauben an Gott, was das empirische Leben übersteigt. Es gibt aber trotzdem gute Erfah- rungsgründe an Gott zu glauben, die nicht auf dem derzeitigen naturwissenschaftlichen Wissensmangel beruhen. Quantenphysi-
kalisch ist der Glaube ein übergeordnetes, ein alles überlagertes energetisches Kraftfeld der, wenn zum sicheren Wissen geworden, seine Wirkung zeigt. Unbestritten gilt aber, dass die Fähigkeit spiri-
tuelle Wahrheiten aufzuzeigen, wissenschaftliche Forschungser-
gebnisse weit in den Schatten stellt*.

* Für Christen ist Glaube keine antike oder mittelalterliche Vorstufe vom Wissen (etwa also eine verminderte Form der Naturwissen- schaft), die entschwinden muss, wenn das „echte“ Wissen kommt, sondern etwas vom Wesen her anderes. Es ist kein bloßes Für-wahr-Halten, auch keine Vermutungsäußerung damit gemeint, etwa wie im deutschen Satz: ‚Ich glaube, dass es morgen regnet.‘ Dann bedeutet glauben so viel wie meinen. Dieses „glauben, dass“ entspricht nicht dem Sinn des griechischen Wortes - im Gegensatz zum ‚ich glaube an‘ oder ‚ich glaube dir‘, was dem griechischen Wortstamm entspricht. Dann heißt es so viel wie: ‚Ich traue dir, ich vertraue dir, ich kann auf dich bauen. Ich habe eine Gewissheit, die weniger aus Berechnungen und Experimenten kommt. Der christliche Glaube ist nicht Produkt unserer inneren Erfahrung, sondern ein Ereignis, das von außen auf uns zutritt. Der Glaube beruht darauf, dass uns etwas begegnet, an das unsere Erfahrungsfähigkeit von sich aus nicht heranreicht. Die christlichen Hauptrichtungen (Orthodoxe, Römisch-katholische und Protestantische Kirche) – wie auch andere christliche Gemeinschaf-
ten fordern, dass der christliche Glaube mit einer moralischen Le-
bensführung verbunden wird.

III.) Der Streit der Zukunft der Religion ist nicht mehr das Verhältnis von Religion und Wissenschaft. Beide, die Naturwissenschaft als
auch die Religion haben den Anspruch, wahre Aussagen über die
Welt zu machen. Die Wissenschaft die in ihrem Bereich des For-
schungsdenkens ihr Recht hat, aber nicht für das Ganze gilt. Es ist einerseits die Reinheit des praktischen Denkens (Logik, Experiment und auf der anderen Seite die Reinheit des religiösen Gefühls (Glau-
bensbestätigung, religiöse Erfahrung, Lebenslogos) zu bewahren. Religiöse Begriffe haben nichts in der Wissenschaft verloren, wäh-
rend andererseits wissenschaftliche Begriffe keine theologischen Termini sind. Die mystische Weltsicht bietet einen anderen Weg,
die Wahrheit zu finden als die empirische Methode,weil Aussagen über verschiedene Ebenen der Bewusstseinswirklichkeit gemacht werden. Der Wissenschaftler entdeckt nur den Gott der Theologen. Die Erklärung der Welt  hat einen anderen Sinn als die wahrgenom-
mene Welt. Die Frage nach dem Faktischen beantwortet nicht die Frage nach dem Sinn, Wert und der Bedeutung des Lebens und das Gewissen,die Lebensbringschuld, Gottvertrauen, der Entwicklungs-Individualisierungs-Weg, Individualgeschichtlichkeit, sterben lernen etc. sind keine wissenschaftlichen Entitäten .Deshalb sind beide Parteien gleichwertig. Keine theologische oder philosophische Deutung kann die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse er-
setzen, was umgekehrt genauso gilt. Wissenschaft und Religion sind von Anfang an zwei Methoden der Menschheit die Welt zu verstehen und sind komplementär zugeordnet. In diesem Kontext ist auch die Aussage von Albert Einstein zu verstehen: "Naturwissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Naturwissenschaft ist blind". Ein Fortschritt auf dem Gebiete der Wissenschaft zieht nicht notwen-
digerweise einen Nachteil oder Verlust auf dem anderen Gebiet nach sich. Die Religion der Zukunft wird frei sein von dem sinnlos ge-
wordenen Konflikt zwischen dem Glauben und dem Wissen. Für die klassische Naturwissenschaft ist nur das Erkennbare interessant für die moderne Naturwissenschaft aber bpsw. das Geglaubte (was nicht mit Religion zu verwechseln ist.

IV) Der Glaube wurde während der Aufklärung in rationales Ver-
nunftswissen transformiert (Versachlichung der Aufklärung) und
zum Bildungssystem erhoben. Die Aufklärung will nur wissen, und nicht glauben. Auch für den Philosophen Nietzsche ist die Aufklä-
rung auf dem halben Wege stehen geblieben.Es war die Aufklärung selbst, die uns in die Unmündigkeit geführt hat und die Aufklärung wird erst durch das Entwicklungs-Kultur-Lernen "als ihre Hauptar- beit"zu Ende gebracht wird ". Die heutige Glaubensskepsis ist geprägt von Kants "Vernunft gegen den Glauben". Er hat der Glaubenser- fahrung jegliche Wirklichkeit abgesprochen. Aber die moderne Naturwissenschaft der Mikrophysik ist die Widerlegung Kants Ver- nunft gegenüber dem Glauben, welche nachgewiesen hat, das der Glaube nichts abstraktes, weltanschauliches, sondern eine konkrete, wissenschaftsphilosophische Kategorie ist, welche Wirklichkeiten er-
schafft und die Tatsachen sich nach dem Glauben richten. Auch der Glaube lässt sich nicht in die Vernunft auflösen und ersetzt auch nicht die Vernunft, weil die Vernunft nicht alles erfasst. Es ist der Versuch den Glauben durch Wissen zu ersetzen (Philosophie der Griechen), welcher die Gestaltwirklichkeit des Lebens ausschliesst und nur ein schaler Wirklichkeitsersatz ist.

V.) Die fünf natürlichen Sinne des menschlichen Körpers (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen) sind für die Wahrnehmung der Umgebung geschaffen, während der Glaube als "sensus numinis"
für die Nichtwahrnehmung geschaffen, aber unentwickelt geblie-
ben ist. Weil die "Glaubensentwicklungsreife", an Voraussetzungen gebunden ist, kann diese nicht durch eine Glaubensunterweisung
und Glaubensvermittlung direkt pädagogisch abstrakt vermittelt werden.Wo Geborgenheit, Absicherung und Planungssicherheit
als Lebensmaxime vorherrscht (Weltglauben), da besteht kein
Anlass zum Glauben und da ist auch kein Glaubensweg zu finden.
Der Glaubensentwicklungsweg ist nur auf eigenes Risiko möglich. Ohne das Risiko der Irrtumskrise (Erfahrung) oder des Scheiterns (Nullpunkt) ist eine Glaubensentwicklung nicht  möglich. Lebens-
scheitern, Lebenskrisen, Lebenserschütterungen,durch "die Ver-
worfenheit des Lebens gehen" und die ganze Bedrängnis erfahren,
die das Leben für einen vorgesehen hat, sind wegweisende und
dazugehörige, und für die Glaubensreife notwendige Entwick-
lungsvoraussetzungen als Lebensbeweis für die Trag- und Realisie-
rungsfähigkeit des Glaubens*.

* "Sensus numinis" ist  das Gefühl einer entwickelten Lebenssensi-
bilität für das Überweltliche, die Wahrheit hinter der Erscheinung, die Rückbindung des Lebens, religiöser Wahrnehmungssinn, Lichtsinn, Ganzheitsbewusstseinssinn, Verschmelzung von Subjekt und Objekt als Einswerdung, der Entwicklungsprozess, wo Himmel und Erde zusammenfallen, wo der Gottesbegriff und die Realität eins sind,
wo jede Lebensspaltung aufgehoben ist, wo die Komplexivität, die Dynamik und die Zeitlosigkeit harmonisiert sind, erfüllt sein vom Friedens-Lebensgrund-Gottes-Wirklichkeits-Bewusstsein, wo Gott
und Frieden im Begriffswesen mitgesetzt ist und alles viel mehr ist, als der traditionelle Gewissensbegriff als Lebensführungsweckruf.

VI.) Auch der Glaube unterliegt dem geschichtlichen Werden und Ver- gehen, dem blühen und welken. Deshalb wird die Zukunft des Glau-
bens evolutionärer Natur sein. Der Glaube, der im 21. Jahrhundert wieder ernst genommen wird, wird ein aufgeklärter, quantentheo- retischer und selbst entwickelter Glaube sein, der den bisherigen
erstarrten und formalisierenden Glauben der kulturellen Praxis ablösen wird. Der Glaube ist nicht nur eine Theorie, sondern selbst -
verständliche Wirklichkeit der lebendigen Existenz, ein entwick-
lungssubstantieller Lebensglauben ohne Instanz. Warum wurde der
Lebensglaube geisteswissenschaftlich aus dem Lebensvollzug herausgenommen und in den Bereich der Religion gestellt.

VII.) Wie kann dem Glaubensverständnis die "kirchliche Frömmig-
keit" genommen werden und wie lässt sich über den, wenn über-
haupt, sozialisierten und anerzogenen Kinderglauben der In-
kulturation hinaus einen entwicklungssubstantiellen Lebensglau-
ben ohne Instanz (quantenphysikalischer Sachverhalt) oder mit religiöser Instanz entwickeln, damit die Glaubenskrise überwun-
den wird und das Leben durch die Glaubenskraft bereichert wird ? Der Glaube ist dann keine alleinige, religiöse Glaubensangelegen-
heit mehr, sondern eine reale Verwirklichungskraft, welche in der Quantenphilosophie und Quantenphysik als empirischer Fakt nachvollziehbar bestätigt wird. Ich sehe ein, um Glauben zu können
(intelligio, ut credam).

VIII.) Bei der Zukunft des Glaubens wird dem alten, traditionellen, religiösen ein neues, evolutionäres, unreligiöses Glaubensverständnis gegenübergestellt. Es ist gläubig sein auch ohne religiös zu sein. Es ist ein von mir unabhängiges Wirklichkeitsgeschehen als Zeichen menschlicher Aufgeklärtheit der Aufklärung und Reife als ein We-
senscharakterzug meines Selbstbewusstseins. Es ist unser Selbst-
vertrauen als Glaubenskraftfeld, "das herbei zieht",was wir auch im Innersten auch glauben, weil der Glaube zum sicheren Wissen ge-
worden ist und nicht auf dem halben Wege der Aufklärung stehen geblieben ist.

IX.) Zum Christentum kann man nicht durch den Vernunfts- und
einen Sozialisierungs-Wissens-Prozess gelangen. Zum Glauben kommt man nicht durch Bücher oder Deduktionen von Gedanken und auch die Beschreibung des Glaubens führt noch nicht zum Glauben. Der Glaube und das religiöse Gefühl lässt sich nicht pädagogisch fördern und mit Bildung kann " ich nicht zu Gott kommen". Was auf die Mit-
telbarkeit gerichtet ist, kann niemals Orientierung und ein verläss- licher Halt sein .Niemals kann die Existenz Gottes bewiesen werden. Deshalb müssen wir uns auf den Glauben verlassen"*.

* Der religiöse Begriff Glaube wird in den verschiedenen Religionen nicht nur unterschiedlich ausgelegt, sondern hat auch in jeder Religion einen anderen Stellenwert. Der Glaube selbst ist kein religiöses Konzept des Judentums, sondern bezieht sich auf die ganze jüdische religiöse Tradition. Statt eines inhaltlich festgelegten Glau-
bens steht Gerechtigkeit auf der Grundlage der universellen Nächs-
tenliebe und Gleichheit aller Menschen im Mittelpunkt. Bereits im Koran wird eine wichtige Unterscheidung getroffen, nämlich zwischen der Annahme des Islams (islām) und der Annahme des Glaubens (īmān). An derartige Aussagen knüpft sich die Vorstellung, dass der- jenige, der den Islam angenommen hat, also ein Muslim ist, nicht unbedingt ein „Gläubiger“ , sein muss.Im Buddhismus bedeutet Glaube, die Lehren des Buddha als wahr anzuerkennen, noch ehe ihr Wahrheitsgehalt durch die eigenen Erfahrungen bestätigt werden kann. Dieses Konzept ist ein wichtiger Bestandteil sämtlicher buddhistischer Traditionen, auch wenn dieser Glaube in einzelnen Schulen dann unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Vertrauen und Weisheit sind gleichermaßen wichtig. Der buddhistische Glaube grenzt  sich somit vom „blinden Glauben“ ab*.

* Quelle Wikipedia.

X.) Es gibt viele Lebenslagen und Krisensituationen, wo man nur
noch glauben und vertrauen kann, weil man selbst nichts mehr tun kann. Das Leben zwingt einen immer wieder zu vertrauen. Das Bekannte ist nicht das Ganze. Das Lebensvertrauen erschliesst erst die sich entwickelnden Möglichkeiten, die ohne Lebensvertrauen sich gar nicht ergeben. Der Glaube wird als objektiver Begriff ange-
sehen, weil er das Ganze, also auch die unbekannte Wirklichkeit in der Totalität mit erfasst, die Fähigkeit mit Komplexität und Dynamik umzugehen, und das noch nicht Entwickelte, als die noch zu erfah-
rene Realität mit einschliesst. Wir sind stärker, wenn wir glauben,
als wenn wir nur wissen. Der Glaube gibt dem Leben einen festen
Halt und ich habe alles unter Kontrolle. Nicht was ist, gibt dem Handeln die Orientierung, sondern was werden soll. Der Glaube ist
ein natürlicher Akt des Denkens, da es kein menschliches Denken gibt, was nicht vom Glauben durchdrungen ist. Wir  sind stärker,
wenn wir glauben, als wenn wir viel wissen und wir wirken mehr durch das, was wir glauben, als durch das, wir sagen und tun.

XI.) Die gotischen Kathedralen im Mittelalter wollten die Menschen  dem Glauben näher bringen. Damals hieß es, der Mensch muss sehen, um glauben zu können. Heute heisst es, der Mensch muss glauben, um sehen zu können. Ich muss erst glauben, dass ich durch die Glaubenserfahrung  erkennen kann und diese erschliesst und bewahrheitet erst die Glaubenslogik. In der Quantenphysik ist der Glaube die Kraft des Wahrmachens Es gibt kein Wissen ohne den Glaubens-und Vertrauensakt  Jede Betrachtung muss mit Axiomen (mit nicht beweisbaren Sätzen) beginnen, denen erst vertraut
werden muss.


  • Beim Bildungs-Kultur-Lernen wird der Glaube nur als christliches Kulturerbe religiös verstanden oder basiert auf Lücken in unserem Wissen über die Welt. Es ist die Glaubenslehre eines Martins Luther, eines Thomas von Aquin, eines Meister Eckhart und die Summe des rechtsmässigen anerkannten  religiösen Offenbarungs- und Gottesglaubens an eine höhere Macht (gläubige Wissensannahme). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird der Glaube zu einem objektiven Begriff, selbst Kultur und wird die kirchliche Frömmigkeit genommen und ist davon auch unabhängig, ob ich Kirchensteuer zahle oder nicht. Unter dem Glauben und dem Vertrauen wird eine elementare Lebensgrundkraft verstanden und wird durch diese aktiviert,was gehören  zum Grundwesen des Menschen gehört und nicht durch Wissen ersetzt werden kann. Der Glaube ist nicht an Gott und an eine Offenbarung glauben, sondern ein ganzes Leben um- greifendes heilendes und befreiendes Widerfahren, was dem Mensch zuteil wird als anthropologisch fundiertes Glau- bensverständnis. Es ist die völlig unreligiöse Glau- bensinterpretation der Quantentheorie, dass sich die Materie entsprechend meines Bewusstseins und meiner Überzeugung verhält (Glaubensoffenheit) und zur Wirk- lichkeit wird. Geist beherrscht die Materie oder der Glaube ist stärker als die Umstände und Widerstände und setzt etwas in Gang. Die Materieatome richten sich entsprechend nach der Glaubenstatkraft aus und steu- ern die Materialismus-, Um-und Lebenswiderstände. Der Glaube ist somit nichts abstraktes, weltanschauliches, sondern eine philosophische Kategorie, wo die Tat-sachen sich nach dem Glauben richten. Es ist die Wider- legung Kants Vernunft gegen den Glauben, der jeder Glaubenserfahrung  jegliche Wirklichkeit abgesprochen hat. Erst durch diesen praktischen Glauben wird die Lebenswirklichkeit zu einer experimentellen Erkenntnis. Das Ganze, die Totalität,eine Wahrheitsannäherung kann nur durch den Glauben erfasst werden, lässt sich nicht durch eine Wissenssumme rationalisieren und verob- jektivieren (Wissen durch den Glauben)*.


* I.) Der Glaube wird völlig unreligiös als eine übergeordnete Kraft definiert die das Universelle, Archetypische (Welt der Ideen) das Individuelle und das Angeborene mit einschliesst. Der Glaube, die Ge-
fühle, die Erkenntnis, Gewissensentscheidungen, die Einstellungs-Sichtweise, die Entwicklungs-Prozess-Transzendenz sind keine wis-
senschaftliche, anwendbare Begriffe, aber in der Mikrophysik sind
es gefühlte Fakten mit der Kraft Wirkens, des wahr machens und die materialisierende Entität. Diese angeborenen Entwicklungskogniti-
onen sind wichtiger als unser Bildungs-Geist-Bewusstsein und die Ver-
nunft. Weil sie lebenskraftunmittelbar sind, entspringen sie direkt
aus dem Lebenslogos. Beim traditionellen Glaubensverständnis muss
ich es verstanden habe bevor ich glaube (Verstehensdenkakt als   Intellektualisierung des Glaubens). Bei einem mikrophysikali- schen  Glaubensverständnis muss ich erst glauben, um es zu verstehen zu können (Glaubensakt als Intellektualisierung der Glaubens) Es gibt kein Wissen ohne den Glaubensakt, sondern wir müssen einfach zu aller erst glauben. Jede Betrachtung muss mit Axiomen (mit nicht beweisbaren Sätzen) beginnen, denen erst vertraut werden muss.*.

 II.) Diese Betrachtungsweise setzt voraus, dass Entwicklungsphä-
nomene einen Bewusstseinsaspekt haben. Dieses bestätigen die Erkenntnisse der modernen  Physik, die Doppelnatur der Materie, wo in zunehmenden Maße Materie- und Geistesstrukturen als gegen-
seitige Spiegelbilder erkannt werden und alles nur Bewusstsein ist.  Von der Quantenphysik wissen wir, dass es keine Materie gibt und dass der Geist und die Materie austauschbar sind und nur (unser) Geist die Wirklichkeit und die Ursache für die materiale Realität ist.Weil der Geist der Ursprung der Materie ist, ist die Materie ohne Bewusstsein leblos. Es wird im Lernprozess " universeller Geist " in Bewegung gebracht und dadurch (schöpferisches) Entwicklungsbe- wusstsein gebildet (geistig durchdrungener, sich entäussernder Geist und entwicklungs mässig überformt). Information ist der Grundbau- stein aller Materie und durch die schöpferische Macht des Überwin- dungs-Transzen- dierungs-Bewusstseins wird diese manifestiert und verfestigt. Wenn wir Herr sind über die Information sind, sind wir Herr über die Materie.


III.) Der Betrachter ist nicht nur notwendig, um die Eigenschaften eines "atomaren Geschehens" zu beobachten, sondern sogar not- wendig, um diese Eigenschaften hervor zu rufen. Die Wahrnehmung ist stets ein aktiver Prozess, keineswegs blosses Aufnehmen von Sinneseindrücken ". Die Realität wird erst durch Beobachtung ge-

schaffen oder eine Erscheinung ist nur eine Erscheinung, wenn sie eine beobachtete Erscheinung ist, Niels Bohr, dänischer Physiker und Nobelpreisträger ". Die Quanten- oder Mikrophysik ist kurz gesagt, wenn unbeobachtet, alles eine Welle und wenn beobachtet, alles ein Teilchen.


* Die Makrophysik ist die Beobachtung der Aussenwelt und die Mikrophysik ist die Betrachtung der Innenwelt, beide sind wissenschaftlich.Es ist die Widerlegung des Glaubens,dass Wissenschaft und Glaube von einander unabhängig sind*.

IV.) Erst durch den Glauben weiss ich, was ich nicht weiss. Alles Wis-
sen bleibt ohne den Glauben ein Nichtwissen, weil nicht umfassend. Aber die Geschichte lehrt, dass der Zweifel am Glauben zum Wissen führt und der Zweifel am Wissen zum Glauben. Der Glaube ist der nicht Anfang, sondern das Ende vom Wissen. Die Gewissheit des Vertrauens ist stärker als die Gewissheit des Wissens, weil sie das Unwissen miteinschliesst. Deshalb steht der Glauben über dem Wissen, ist grösser als das Wissen und manifestiert alles Wissen, welches erst aus einem Zweifel hervor und im Glauben endet. Die letzte Frage des Daseins ist nie mit einem Erkenntnisinstrument, sondern nur mit dem Glauben zu erfassen. Die universelle "Lebens-
grund-Gefühl-Glaubens-Friedens-Dankbarkeits-Gewissheit " über- steigt das rudimentäre Verstandeswissen.


V.) Glauben und Vertrauen sind identisch. Um Glauben zu können, haben die Götter (neben dem stringenten, voraussetzenden Gottes/
Lebensglauben) den Übungsfleiss gesetzt und dieser muss in der existentiellen Glaubensprüfungserfahrung mit Seelenqualen aus-
getragen, errungen werden und das gegen alle Widrigkeiten, Zweifel, den persönlichen Problemen, dem Tageswohlgefühl, Rückschlägen, Versuchungen, Unwissenheit, Krisen, Ungeduld, z.B. medizinisches Diagnosewissen zum Trotz. Es ist eine Erziehung durch den Glauben, welcher immer wieder auf die Probe gestellt wird. (Religiös wird von geschenkter Gnade gesprochen, welche aber auch erst in der stän-digen Auseinandersetzungsübung verdient werden muss). Jeder Mensch ist in der Glaubens- und Vertrauensprozess-Unwissensheits-und Machtlosigkeits-Anspannung einsam und alleine und dieses ist auch nicht erzählbar. Der Vertrauende muss erst einmal die drü- ckende, gotische Ungewissheitsschwere, welche jede Lebens-
spannung und Lebensfreude  lähmt unter Umständen sogar eine längere Zeit ertragen und kann in dieser Zeit oft an nichts anderes denken, vom schlecht schlafen ganz zu schweigen. Wenn man müde und abgespannt ist, löst sich automatisch das felsenfeste Gottver- trauen (" Körper vor Geist")  auf und die Verzweiflung macht sich wieder breit. Glauben und Vertrauen sind erst einmal nur eine (religiöse), innere, abstrakte, geistliche Grundeinstellung und Ver- heissung, welche sich nicht inhaltlich vollkommen rationalisieren und begrifflich objektivieren lässt, während die sinnliche Aussenwelt als Faktenwissen dieses unwissenschaftliche  Numinöse,  Gefühls- mässige, Mögliche, Spekulative, schwammige,  höchst persönliche
oft den Tatsachen widersprechende  erst einmal wie Seifenblasen zerplatzen lässt und deshalb wieder Rückschritte durch Vertrauens- schreck übungen von vorne angefangen werden muss und dann auf weitere Reifefacetten des Glaubenslernens stösst, welches den Glauben weiter stärkt und die "Glaubensfahne weiter hochhalten" lässt. 


Der Glaube als ein praktisches Beispiel bestätigt die Auf- hebung der dualistischen  Diesseits-Jenseitsspaltung. Im Alltag wird er als jenseitige Transzendenz einer religiösen Kann-Kategorie betrachtet,während dieser aber in der Quantenphysik völlig unreligiös als eine übergeordnete Kraft definiert wird.Es ist  die Kraft des Wirkens, des Wahrmachens und die eigentliche materialisierende Entität. Weil der Geist der Ursprung der Materie ist, ist die Materie ohne Bewusst- sein leblos. Dieses bestätigen die Erkenntnisse der modernen  Physik, die Doppelnatur der Materie, wo in zunehmenden Maße Materie- und Geistesstrukturen als gegenseitige  Spiegelbilder erkannt werden und alles nur Bewusstsein ist. Der (glaubende)Betrachter ist nicht nur notwendig, um die Eigenschaften eines "atomaren Ge- schehens" zu beobachten, sondern sogar notwendig, um diese Eigenschaften hervor zu rufen. Die (Glaubens)wahr- nehmung ist stets ein aktiver Prozess, keineswegs nur ein  “für wahr halten“ und dieser nicht existente anachro- nistische zwei-Welten-Dualismus ist damit zum ad   Absur- dum geführt Der Mensch ist ein amphibisches Wesen und lebt in zwei Welten gleichzeitig.Es ist die die rechte (Jenseits) und linke (Diesseits) Gehirnhemisphäre, welche aber eins sind. Es gilt der quantentheoretische Grundsatz, dass alles
bekanntlich mit allem zusammenhängt und weil das Ganze nur ein Einziges und eine Einheit ist, deshalb keine Zweiheit einer Dualität geben kann*.


*IV.) Die Krux dabei ist, der Mensch kann nur einen Gedanken im Kopf haben. Entweder konzentriere ich mich nach innen und verharre im angstlosen, gläubigen Vertrauen, aber dieses Vertrauensbewusstsein schwindet, wenn ich mich der Aussenwelt zuwende und z.B. eine Schockdiagnose erhalte. Die Angst und der Schreck, welche beim gläubigen Vertrauen verschwunden waren, haben plötzlich wieder Macht über mich. Es bleibt da nur übrig nach der "Schnappatmung "
die erneuernde Kraft des Lebensvertrauens nach innen wieder auf- bauen, bis es zum sicheren,  angstresistenten Wissen als innerer Friedenszustand geworden ist.  Es haben sich dann zwei Schichten  gebildet. Eine innere, tiefere Lebens-Grund- Gefühl-Friedens-Be- wusstseinslose Schicht und eine zweite darüber liegende äussere Alltags-,sinnliche Wahrnehmungs-Bewusstseins- Schicht. Die Innere dringt durch das äussere Konzentrationsbewusstsein hindurch und der Mensch bleibt trotz Ruhelosigkeit in seinem   Lebensruhegleich- gewicht. Erst nach vielen Mißerfolgs-Erfahrungs-Übungen und Glaubensprüfungen wird der Lebens-Grund-Wirklichkeits-Glauben kurz "innerer Frieden" genannt zum Wirklichkeits-Bestätigungs-Bewusstsein und die Anspannung schlägt in eine Glaubensvorfreude um, als wenn man schon am Glaubensziel wäre. Es gilt jetzt nochmals "Langzeit-Gottvertrauens-Esels-Geduld "zu üben und die Zeit abzu-
warten, bis die Glaubenswirklichkeit zur sichtbaren Lebensrealität geworden ist, weil Ungeduld mangelndes Gottvertrauen ist (weil nicht mein, sondern sein Wille geschehe und dieser das Allerbeste ist). Geduld ist eigentlich nur, dass ich dem kommenden Besseren vertraue. Mehr als Vertrauen ist der Frieden, weil jeder Glaube und jedes Vertrauen im Frieden mitgesetzt sind.

V.) Bildungs-Kultur-Lernen ist Glaubensvermittlung und Glaubens- unterweisung eines Transzendenzglaubens sozialisierend, erziehe- risch, unnatürlich religiös, theologisch und pädagogisch abstrakt (Altevangelisierung) zum Entwicklungs-Kultur-Lernen, wo die Glau- bensvermittlung und Glaubensunterweisung in einer Lebenskri- enbetroffenheit als Glaubenserfahrung und Entwicklung der Lebensgrundkraft als quantenphysikalisches und quantentheo- logisches Gesetz selbsterzieherisch, individualisierend, weltan-
schaulich neutral, natürlich, evolutional und antipädagogisch konkret (Neuevangelisierung) erfolgt.

VI.)Es ist abwegig sich mit Bildung abzugeben, wenn es um unsere Seele oder neudeutsch um den " Entwicklungs-Individualisierungs-Transzendierungs-Prozess geht. Ein Entwicklungsfortschritt kann nicht vom rationalen Bildungsweltlichen kommen, sondern von etwas, was dieses übersteigt. Was auf die Mittelbarkeit gerichtet ist, kann nie- mals Orientierung und ein verlässlicher Halt sein. Ob  ich an Gott glaube, ist auch nicht eine Sache des Verstandes, der Vernunft oder irgendwelcher Diskussionen, sondern der Lebenskrisen, Lebens-
erschütte-rungen und der Individualisierungsreife. Nur durch jeden Lebensdruck und in jeder Lebensprüfung , wo ich zwischen Welt- und Lebensvertrauen entscheiden muss, lässt sich nur unerschütterli- ches   Gottvertrauen entwickeln. Wenn der Glaube nicht mit Irrtümer, Verzweiflung und Opfer verbunden ist, wächst er nicht. Erst in der Krise weiss ich, wer ich bin. Bei einer religiösen,  konfessionellen Schulbildung wird nur der Schein vermittelt (Kenntnis), aber nicht die Sache selbst (Erkenntnis). Religion muss immer persönlich erlebt und erfahren werden und die Religionsmündigkeit erschliesst sich erst im Entwicklungslebenstun und meistens in der nach-und ausserschuli-
schen Lebensphase.

VII.)  Religion wird als eine private Angelegenheit und hat erst einmal
nichts mit dem Bildungsauftrag zu tun. Wenn sich die Religion erst
bei der Gnade oder Entwicklungsreife (als Geschenk) sich erschliesst, dann kann die Religion als Bildungs- und Schulfach bestenfalls nur ein freiwilliges, interessierendes Bildungswahlfach sein. Zum Christen- tum kann man nicht durch den Vernunfts- und einen Sozialisierungs-Wissens-Prozess gelangen. Zum Glauben kommt man nicht durch Bücher oder Deduktionen von Gedanken und die Beschreibung des Glaubens führt noch nicht zum Glauben. Auch der Glaube und das religiöse Gefühl lässt sich nicht pädagogisch fördern und mit der Bildung kann ich nicht zu Gott kommen. " Die Seele hat keine Lust an der Bildung". Hat die Bildung die Seele des einzelnen Menschen als solche vorwärts gebracht ? Man muss diese Frage eindeutig ver- neinen. Es ist abwegig sich mit Bildung abzugeben, wenn es um unsere Seele oder neu-deutsch um den " Entwicklungs- Individualisie- rungs-Transzendierungs- Prozess geht.

VIII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen wird der Glaube nur als christliches Kulturerbe religiös verstanden oder basiert auf Lücken in unserem Wissen über die Welt. Beim Entwicklungs- Kultur-Lernen wird der Glaube zu einem objektiven Begriff, selbst Kultur und wird die kirch- liche Frömmigkeit genommen. Der Glauben wird als eine (neutrale) Grundkraft verstanden und liegt in der Lebenshaftigkeit der Entwick-lungsidee beschlossen. Er gehört zum Grundwesen des Menschen, was nicht durch Wissen ersetzt werden kann. Der Glaube ist nicht
an Gott und an eine Offenbarung glauben, sondern ein ganzes Leben umgreifendes heilendes und befreiendes Widerfahren, was dem Mensch zuteil wird als anthropologisch fundiertes Glaubensver- ständnis. Es ist die völlig unreligiöse  Glaubensinterpretation der Quantenphysik, dass sich die Materie entsprechend meines Bewusst- seins und meiner Überzeugung verhält (Glaubensoffenheit) und zur Wirklichkeit wird.Geist beherrscht die Materie oder der Glaube ist stärker als die Umstände und Widerstände und setzt etwas in Gang. Die Materieatome richten sich entsprechend nach der Glaubenstat- kraft aus und steuern die Materialismus-, Um- und Lebenswider- stände. Der Glaube ist somit nichts abstraktes, weltanschauliches, sondern eine philosophische Kategorie, wo die Tatsachen sich nach dem Glauben richten. Es ist die Widerlegung Kants Vernunft gegen den Glauben, der jeder Glaubenserfahrung jegliche Wirklichkeit abgesprochen hat. Erst durch diesen praktischen Glauben wird die Lebenswirklichkeit zu einer experimentellen Erkenntnis. Das Ganze,
die Totalität kann nur durch den Glauben erfasst werden, lässt sich nicht durch eine Wissenssumme rationalisieren und verobjektivieren.

IX.) Der Gottesglaube und das Gottvertrauen muss sich ständig neu beweisen und wird als höchster Lebenswert betrachtet. Ohne Glaubensbestätigung taugt der Glaube nichts. Es ist der Glaube, der nach Einsicht sucht. Immer wenn man durchgehalten hat, spürt man, dass das Vertrauen belohnt wurde. Beides gehört zusammen wie der Schlüssel zum Schlüsselloch. Das Wissen alleine um Gottvertrauen und die Großen des Glaubens sind wert- und wirkungslos. Blosse man-
trahafte Glaubenssätze sind Relikte einer absterbenden Religion, weil die Erneuerung und die Auseinandersetzung in und durch die exis-
tentielle Glaubenserfahrung fehlt. Der Glaube wird erst in dem Le-
bensgeschehen erschlossen, wenn ich mich darauf einlasse. Ein Le-
ben mit Gott gibt es nur wenn ich ganz mit ihm riskiere.Nur der ringende, zweifelnde und ständig erneuerter  Gottesglauben,welcher durch viele Prüfungen hindurch gegangener, gefestigter Glaube ist wirklicher Glaube, bis die gereifte Seele die versuchende und be-
drängende Macht des Gegenpols als Erziehungs-und Festigungs-
mittel künftig nicht mehr bedarf und in sichere Glaubensgewiss-
heit umgeschlagen ist. Der Glauben muß auch ständig erneuert werden, damit dieser zum unerschütterlichen Glauben wird.Deshalb muss hauptberuflich im Stillen gelernt werden täglich zu glauben.
Der andere schwammige, nebulöse Wortglauben ist nichts wert und verdient es nicht,  Glauben genannt zu werden und dann noch ohne Vorbild-Wirkungs-Nachahmungs-Kraft  gepredigt wird. Vertrauens- geduld auch über einen ungewissen Zeitraum, gleich wie sich die Lage darstellt, aber trotzdem wieder alles ins Lot kommt, gilt als eines der grössten christlichen Tugenden und als grösster menschlicher Wert. (Wenn ich nicht aufgebe, gibt Gott auch nicht auf. Ein Dauerglaube auf Gott ist die grösste Spekulation die es gibt und eine Investition in die Zukunft. Zum Glauben gehört Naivität, Mut,ein Spieltrieb und Kindlichkeit. Ich suche dann nicht mehr zu begreifen um zu glauben, sondern ich glaube um zu begreifen. Wenn mein Leben zum Glauben und Vertrauen wird, dieses wird als die höchste Form des Glaubens betrachtet und ist nicht nur von einer Vertrauenssituation  ab-
hängig  und auch bin ich nicht enttäuscht trotz einem felsenfes-
ten Glauben, wenn sich die Umstände noch nicht gebessert haben. Das ist eine notwendige Wahrheit, dass man Gottvertrauen in allem und alleine im Sinne haben muss, wie Meister Eckhart mit seiner ungewöhlichen Urteilskraft in Glaubensdingen  postulierte, weil das Vertrauen die Realität wieder ins rechte Lot bringt. (Gott)vertrauen kann ich nur, wenn ich an Gott, in welchem Gewande auch immer glaube. Ich bin dann ein Friedens-Katalysator, nur gestützt auf die Glaubens-/Friedens-und nicht auf die menschliche Kraft. Das Herz
ist in Gott festgemacht denn d.h., der Glauben in seiner ursprüng- lichen Wortbedeutungsbeziehung.

X.) Wenn ich vertraue bin ich wieder angstbeschwerdefrei und
grüble nicht weiter darüber nach und mache mir auch keine weite-
ren Gedanken mehr, weil Gott die Verantwortung dafür trägt und nie enttäuscht werde. Das Problem wird nicht von allen Seiten mehr
nach bestmöglichen Lösungen beleuchtet, weil im Nachhinein dem Vertrauen geglaubt werden konnte. Selbstvertrauen ist auch im allerletzten Gottvertrauen, was nicht anders sein kann. Es ist das Medium, was die Erde mit dem Himmel verbindet.  " Was noch nicht  die volle (Glaubenswahrheit ist, verhindert sie zu erkennen. Denn solange der Mensch dieser "bergeversetzenden" (Glaubens)- wahrheit nicht gleich ist, kann er diese Wahrheit nicht erkennen", Zitat Meister Eckhart. Diese (Glaubens)wahrheit offenbart sich, indem man selbst zum Glauben wird als ein Grundzug des Lebens.

XI.) Tatsache ist, dass die meisten Menschen mehr an die Europä-
ische Zentralbank (Staatsgeldgäubigkeit) als an Gott glauben  und
das immanente (An)vertrauensrisiko einer Glaubensentwicklung scheuen, damit nichts anfangen können oder mit vorurteilshaften "Kirchenkram" verbinden (Wie der Glaube des Menschen, so ist sein Gott). Die Mehrzahl der Menschen hat nie gelernt zu glauben, zu vertrauen oder sogar zu beten, was auch als Vermittlungsschuld des Traditionschristentums gesehen wird, weil die Botschaft  nicht mehr an die Menschen heranreicht und nie mehr das Kinderzimmer verlassen hat. Menschen investieren in Dinge und glauben an die Investition, weil diese erfolgsversprechend ist,  aber dem Glauben an das risikolose Bibelwort wird nichts zugetraut. Auch wenn von einer Finanzkrise,  Jobkrise oder Lebenskrise gesprochen wird, weiss jeder was gemeint  ist, aber wenn jemand von seiner Glaubenskrise spricht, wirkt dieses befremdlich (zur Zeit ist es noch lebensfremd und illusorisch zu glauben, dass viele mit den "zehn Entwicklungs-Reife-Stufen des Glaubens" anfangen zu üben (Glied.Punkt IX). Dieser Un-,Irr-, Aber-und Analphabetenglaube ist noch sehr weit verbreitet. Der Glauben ist eine weltanschauliche, neutrale Verwirklichungs- grundkraft und ein Wesenszug des menschlichen Selbstbewusstseins. Glauben und Vertrauen ist erst einmal "ins Blaue spekulieren, aber ins Schwarze treffen". Gottes Wege können ins Dunkel führen, aber sie enden immer im Licht (Bibelvers)*.

* Von dem aufgeklärten Weltenbürger, der ohnehin das nur ernst nimmt und glaubt, was er ohne Gottesbezug sieht und der Glaube dient Wissenslücken aufzufüllen zu dem überwundenen, aufgeklärten Weltenbürger, der nur das ernst nimmt und glaubt, was er mit einem Gottesbezug sieht und nur mit dem Kopf schütteln kann, wer nicht glaubt, was einem Daseinsverlust gleich kommt.

XII.) Es kann nicht oft genug wiederholt werden, nur wer in der Glaubens- und Vertrauensgewissheit lebt ist stark und machtvoll wirkend, wer nur seiner (Welt)wissenheit vertraut, ist schwach und machtlos redend. Wer Gottvertrauen hat, hat das Grösste,was  der Mensch aufzeigen kann.  Alleine schon die Tatsache, dass alles dem ewigen Veränderungsgesetz des Vergehens und Werdens unterliegt bestätigt, dass alles nur vorübergehend und nichts bleibend ist und nur der Glaube die Verzweiflungsbrücke ist, welche mich über" den Lebensfluss trägt " von dem jetzigen, noch nicht überwundenen schlechteren Zustand zum werdenden, überwundenen, besseren Zustand. Dass der Unsegen zum Segen wird, dagegen kann man noch nicht einmal etwas tun. Das Gesetz des Lebens bleibt ihr Wider-
spruch  einer Irrtumswahrheit. Wir irren uns empor. Das Leben muss erst einmal scheitern, wenn es gelingen soll. In den Himmel kommt nur durch die Hölle. In der Not werden die schönsten Dinge geboren z.B. " Das ewige Lied Stille Nacht, Heilige Nacht " wurde aus der Not heraus nur getextet und komponiert, weil die Kirchenorgel defekt war. Es ist das Nobeldilemma in allem. Alfred Nobel hat das Dynamit (Schießpulver) erfunden, aber der Friedensnobelpreis geht an diejenigen, welche seine Erfindung (als Waffe) nicht einsetzen.

  • Von der Glaubensaussage "Gott hält sein Wort" was im tiefsten und allerletzten als theologische Wahrheit zutreffend ist, aber kraft-und wirkungslos bleibt (bestenfalls ein" für- wahr-halten" zur Glaubenser- fahrung, dass" Gott sein Wort hält" wenn um den Glau- ben existentiell vertrauend, wie nachstehend stufen- weise  durch Entwicklungsauseinandersetzung beschrie- ben  wird (zupackendes Tätigkeitswort).


> Die zehn erlittenen Entwicklungs-Reife-Glaubens- kampf-Übungs-Stufen des Glaubensvertrauens im Bewusstseins- Werde-Prozess als der lange Entwicklungs-Prozess-Weg vom zweifelnden Un-und Nichtglauben zum felsenfesten Gottesglauben.

* Glauben kann genauso gelernt werden wie das kognitive, rationale, logische, zeitgeistige,lebensgetrennte, subjektive deduktive Bewusstseins-Verstandesdenken der linken Ge- hirnhemisphäre (IQ-Intelligenz Quotient) der Bildung). Glaubensprozesslernen geschieht über das konsistente, nicht-rationale, vernunftgesteuerte, zeitlose, lebensgeeinte, objektive,  induktive, gedankenfreie Glaubens-Lebens-Trans- zendierungs-Grundgefühl der rechten Gehirnhemisphäre (EQ-Entwicklungs-Individualisierungs-Transzendierungs-Quotient).


            Die zehn Glaubenskampfstufen.


Es ist der lange Entwicklungs-Prozess-Weg vom zweifeln-
den Un-und Nichtglauben zum felsenfesten Gottesglauben.

  • 1.) Un-,Irr-, Aber-,Nicht-,Analphabeten-,blinder und  frommer, gefesselter Kinder-Erziehungs-Glauben.
  • 2.) Konventioneller,dürrer, schwammiger nicht ernst genommener gepredigter, umgangssprachlicher Wort- und nachgesprochener "ja,Ja"Bekenntnis- und Autori- tätsglaube, weil es in Heiligen Schrift steht und für den Reformator Martin Luther der Mensch allein durch den Glauben das ewige Leben gewinnt.                                            
  • 3-Von weil irgendwo geschrieben steht und gepredigt wird, glaube ich (frommer Transzendenzglauben) zum Glauben als Ereignis, welches in der inneren Entwick- lungserfahrung, von aussen auf mich zutritt (existen- tieller,sich entwickelnder Glaube und Transzendens erfahrung in der Lebensbetroffenheit). Der Glaube ist abstrakt und z.B.nach dem Kirch- gang ist der gepredigte Glaube auch vergessen und hat das Galubensbekenntnis nur auf sich abregnen lassen. Aber der sinnliche Welt- autoritätsglaube an das Geld, den Staat, die Gesellschaft, die Wissenschaft, die Politik, meinen Besitz, die Rente, den Arzt und die vorherrschende Realität ist immer stärker als der abstrakte,gepredigte  Gottesglaube aber das Einzige ist,was Gott von uns verlangt ("Brot vor    Geist"). Von einer Glaubenskrise oder von einem existen- tiellen Glauben kann noch nicht gesprochen werden, weil dieser im Alltag und bei Krisen noch keine Rolle spielt. Jedes Nein zum Glauben ist aber auch ein  Nein zum Leben.


  • 4.) Reflektierender, schwankender Glaube, zwei- felnde  Glaubensungeduld und Rückfall wieder in die Glaubensangst als Beginn des Glaubenslernens. Auch fehlt noch die letzte Bereitschaft einer mo- ralischen Lebensführung und alles Geschehen dem Glauben unterzustellen. Das Leben ist noch nicht alternativlos so auf den Glauben ausgerichtet, dass es voll vertraut und seine falschen Rück- und Absicherungen aufgibt und sich auf den abenteu- erlichen Glaubensweg begibt, wo es kein Zurück mehr gibt. Der Glaube ist noch nicht aus der Kirche herausgekommen oder nur ein abtraktes quanten- physikalisches Verwirklungsphänomen.Es ist ein Wissen um die Glaubenswahrheit, ein für-wahr- halten, aber es ist noch nicht die Wahrheit selbst.
  • 5.) In vielen Glaubenskrisen langsam gereifter, ver- bindlicher felsenfester, unerschütterlicher und wider standsfähiger in der Glaubensspannung ausgehaltener Glaube mit " Haut und Haaren", welchem noch die letzte Gewissheit  fehlt. Der Gottesglaube ist stets bedroht, nicht krisenfest und gegen Zweifeln abgesichert. Gerade durch die Zweifeln hindurch bewährt sich das ja zu Gott und wird zu einem geprüften und bewährten  Gottes- glauben.Erst indem ich mich darauf einlasse, eröffnet sich mir die Wirklichkeit und die Glaubenswahrheit.
  • 5.Fortsetzung: Die letzten Widerstände von Ermüdungs- erscheinungen der Glaubenskraft und Glaubensausdauer sind besiegt. Die drückende Ungewissheitsschwere der Realität wird bis zur Glaubenswirklichkeit durchgehal- ten. Der Gottvertrauensvorschusss bleibt erst einmal als Tat ein Risiko und Wagnis.Bis es zum tragenden, substan- tiellen Glauben kommt, haben die Götter den "Zitter-Ausdauer-Schweiss" gesetzt und im aller- letzten muss auch die Todesangst überwunden werden. Der Glaubens-Mut und die Vertrauensschuld steht und fällt mit dem Übungsringen des Glaubens in Lebenslagen, wo nur noch geglaubt werden und das Unglaubliche geschehen kann, ich ganz alleine dastehe, das Unerforschliche existiert,  einem die Kraft gibt, weiter zu machen mit dem weiter machen und es kein zurück mehr gibt.Wenn wir den Glauben am Ziel festgemacht haben, ist die Erfüllung bereits geschehen*.

* Der chemisch reine, absolute, theologische Glauben ist ein abstrakter, leerer Glaube, während der lebendige Glaube ständiger Instabilität ausgesetzt ist und sich in der Glau- bensbewegung wieder neu stabilisiert. Eigentlich ist jeder Tag ein neuer Gottvertrauensübungstag und nicht alles immer gleich selber machen zu wollen, sondern es ist oft besser einfach geschehen lassen. Ein täglicher "vierund- zwanzig Stunden" bewusster, gegenwärtiger Glaube bleibt aber eine Illusion.

  • 6.) Glückliche, befreiende, geschenkte, unzweifelhafte Glaubens(erkenntnis)gewissheit durch die tiefe Friedens- und Ruhebestätigung ohne weiter noch darüber nach zu denken,weil alles im Griff (Gott hält sein Wort). Wenn ich meinen Frieden habe, ist jedes Glaubensgebet erhört. Es gibt nichts Beunruhigendes mehr, auch wenn die derzei- tigen Umstände zweifeln lassen, weil einerseits die Glau- bensreife und andererseits die Lebenslage reif sein muss (Glaubens-Prozess-Kipp-Punkt), was als Gottes Wille in- terpretiert werden kann. Glauben heisst eben Geduld und die Ausdauer- (puste) eines Langstreckenläufers haben müssen, auch bei (scheinbaren) Rückschlägen, Umwegen,Irrtümern und anderweitigen Fachleutemei- nungen nicht daran zweifeln. Es bleibt oft immer noch ein Glaubensrest übrig, wo der Glaubende überall in Abgründe schaut, und die Bedeutung des Glaubens nicht mehr versteht. Der Glaube ist erst einmal abstrakt, ne- bulös, unsinnlich, flüchtig, schwankend, unwissenschaft- lich  dahin gesprochen und nur in den vielen Glaubens-Bewährungs-Auseinandersetzungen wird der Glaube zu einem konkre- ten, klaren,sinnlichen, handfesten Le- bensgrund-Gewissheitsgefühl (weil zwei Mächte Gott und Welt,sein und mein Wille und Stärke und Schwäche mit- einander ringen) und erst der manifestierte Glauben lässt jedem zweifelnden, schwankenden Glauben keinen Platz mehr. Nur auf die erste  Macht ist tragender Verlass und und die Glaubens- macht einen nicht im Stich lässt, weil Gott unwan- delbar ist, ist er auch der Halt aller Dinge. Auch Trost- und Glaubens(unwissenheits)fragen stellen sich aber dann nicht mehr*.


* I.) Die anfängliche Glaubensangst wird zur Glaubensgeduld, diese wiederum zur Glaubensgelassenheit und diese wird zum Frieden einer zweifelsfreien Glaubensgewissheit. Und wenn zehntausend Professoren  etwas anderes behaupten, durch die gläubige Gewiss-heit weiss ich es besser.

II.) Im hebräischen  ist das Wort für Glaube  " Gewissheit" – unser Amen heisst  gewiss (du kannst dich darauf verlassen).Weil ich vertraue bin ich wieder frei.

III.) Halte an dem Glauben fest, dass Gott dich nicht fallen lässt, er hält sein Versprechen. Wenn ich Gott vertraue, trägt nach Meister Eckhart  "Gott die Last".

IV.) Die Hoffnung stirbt zuletzt ist ein umgangssprachliches bekanntes Sprichwort, aber es ist keine Gewissheits-und und Wirkkraftfeld wie der (Gottes)glauben.

  • 7.) Der Glaube wird nur wahr, wenn er als Tat praktisch wird und setzt etwas in Gang. Freudiges, prophetisches Glaubenstun in einer getragenen Hochstimmung und aktive Mitwirkung in der Glaubensverwirklichungssache, welche immer mehr zur Wirklichkeit wird. Der Glauben wirft jegliche zeitliche Planung und Eigenwollen über den Haufen, weil das Geglaubte als sicheres "Glaubensglücks- wissen" für den Glaubenden ja schon am nächsten Tage eintreten kann und jeden Tag erwartet wird, auch wenn es oft von aussen Stehenden als unwahrscheinlich be- trachtet wird oder Rückschläge alles verzögern. Es ist die uner- schütterliche Glaubensgewissheit, welche einen nicht aus der Ruhe bringt*.


* Der Glaube ist noch nicht wahr geworden, aber ich habe viele neue Erkenntnisse gewonnen des warum, welches den Glauben weiter stärkt*.

*Verfasser unbekannt.


  • 8.) Kategorische Dankbarkeits-Glaubens-Bewahr- heitung, dass es nur nach unserem Glauben geschieht.
  • 9.) Glauben und Leben sind universell und eins geworden. Glauben und Vertrauen werden zu einem dauerhaften "Lebens-Grund-Friedens-Gefühl", zum übungsfreien Lebensfundament und alles Tun geschieht nur noch aus dem gläubigen Vertrauen heraus unabhängig davon, wie die Umstände sich derzeit darstellen, ohne weiteres (Eigen)wollen, Verzweiflungsdruck und Unzufriedenheit. So wie es ist, wird als nicht nachvollziehbarer Gotteswille betrachtet als das Allerbeste und das Glaubensvertrauen wird dankbar mit dem Geschehen akzeptiert.Auch wenn es erst einmal anders endete wie ich es erhofft und  geglaubt habe,war es kein leerer,vergeblicher Glaube und umsonst, weil die zeitlose Glaubenerfüllungsdi- mension einer Interverbundenheit und der tiefere Sinn des Geglaubten sich uns nicht erschliesst und deshalb der Geduldsvertrauensbeweis abgewartet werden muss.Was als Niederlage aus- sieht wird durch einen Glaubenssieg gekrönt Das was kurzfristig gut sein mag und jetzt geglaubt war, kann  sich langfristig als schlecht und zu kleinkarriert erweisen,weil Gott immer noch Grösseres und Besseres will als nur das aus reiner Ver- zweiflung Geglaubte.Wir müssen die Zukunft der Ge- betserhörung beurteilen nach einem Zeitmaßstab, der grösser ist als mein Eigener.Was wäre das für ein Leben, hätten wir nicht den Mut zu vertrauen.
  • 9.)Fortsetzung: Der Reifezeitpunkt "jedem geschieht nach seinem Glauben“ lässt sich nicht vorhersagen, mit einem Glaubensstarrsinn und Erfolgs-und Ungeduldigkeitsdruck erzwingen. Gott hat seinen eigenen zeitlosen Terminka- lender und hält sein (Ewigkeits)glaubenswort immer zu sei- ner Reife-und Sinnzeit auch über den Tod hinaus*. Immer unter der Voraussetzung, dass sein und nicht unser Wille geschehen soll, liegt das Geheimnis einer jeden Gebetserhörung.Wenn z.B. jedes Gebet (mein Wille) sofort erhört würde,wäre die Krankheit z.B. "Krebs" nicht das Problem*.

* Es ist der Natur schlechthin unmöglich, ein Wesen zu zerbrechen, zu schädigen oder irgend wie anzutasten, wofern dieses nicht damit auf einen höheren Wert hinaus will. Gott will die Natur nicht zerstören, sondern vollenden.Es gibt kein Scheitern, was nicht in einem neuen Anfang mündet. Es muss etwas sterben, weil es gedient  hat und die Zeit dafür abgelaufen ist, damit ich weiterleben kann*.
*in Textanlehnung an Meister Eckhart


  • 9.)Fortsetzung:Der Glaube ist stärker geworden als die Um-und Widerstände, weil diese transzendiert worden sind. Nichts  kann mich mehr aus der Ruhe bringen und es gibt keinen Verzweiflungsgrund und keine Sorgen mehr, auch wenn nicht jeder Tag der Beste war, Müdig- keit und Niedergeschlagenheit vorherrschte und der Glaube erneuert wird, indem die Hoffnung wieder zum sicheren, freudi- gen Wissen wird. Aber auch nicht jeder Tag ist ein felsenfester Glaubenstag. Wenn ich  z.B. ge- sundheitlich angeschlagen bin und mich mehr oder weniger selbst verwalten musss, bleibt der Glaube abstrakt und ist nicht mehr wirklich. Wo alles heil ist, ist eben nichts heil. Aber Gott wirkt auch, wenn ich schwach oder nicht am Ort des Glaubens bin. Auch wenn zeitnahe, notwendige Dinge getan werden müssen, welche dem Glauben erst einmal widersprechen, ist dieses keine Glaubensuntreue, sondern nur kein blinder Glaube, wo die Realität ausgeblendet wird, weil die Glaubenswirk- lichkeit noch nicht oder in der Gänze in Erscheinung getreten ist sich prozesshaft erst entwickelt  und diese Glaubensstufephasen aber notwendig sind. Ausdauer bezeichnet theologisch die Geduld Gottes aushalten lernen im Vertrauen und als Hoffnung zum "ja des Lebens", dass wie es im Sprichwort heisst, dem Mutigen (Ausdauernden) hilft Gott immer.Der Glaubende be- wegt  sich immer in dem Kreislauf "vom Unglauben zum Glauben, vom Glauben zum Zweifel und wieder zu einem neuen Vertrauen"*.


* Die Grösse des Glaubens sagt der Philosoph Kierkegaard wird kenntlich an der Größe des Unglaubens. Je unglaublicher etwas ist, desto heftiger kann sich der Glauben bewähren. Auch  Glaubens-
aussagen müssen sich aber der Erkenntnis stellen. Wer an Gott glaubt, der ist  am Ende seines Lebens verantwortlich, dass er richtig  und fest glauben gelernt hat.

  • 9.)Fortsetzung:Die Grenze zwischen dem Glauben und Unglauben verläuft mitten durch jeden von uns aber nur deshalb,weil es ein mittelbarer, nicht verankerter Buch- stabenglaube (Kopf) ist,während der unmittelbare Glau- be das Lebensgrundgefühl durchdringt und keinen Schwankungen auseinandergesetzt ist (Herz). Solange nicht diese Glaubens- stufe erreicht ist besteht die Glau- benskunst darin, einmal mehr aufstehen als hinfallen und allen Stürmen des Lebens trotzen.Jeder Krise und jedem Problem ist die Lösung aufgrund der Polarität immer immanent auch mitgegeben. Das ändert nichts an freudigen Glaubens-Gewissheits-Anspannung und ist viel,viel mehr und tragender als der Spruch, "die (Glau- bens)hoffnung stirbt zuletzt"und nur der vertrauende Glaube ist der Sieg über das Leid*.


* I.) Weil das  Leben über den physischen Tod hinaus weiter geht, geht auch der Lebens-Glaubens-und Vertrauensprozess weiter.Der Glaube und Gott hält sein Wort  setzt sich im Diesseits in der Ewigkeit der Zeit jenseitig als (Weiter)leben naturgesetzmässig fort.Der Diesseits-Jenseits-Dualismus ist im nicht-linearen, raum- und der zeitlosen
Dimension aufgehoben. In der nichtlinearen Zeit existieren Gegen- wart, Vergangenheit und Zukunft zur gleichen Zeit.Der Zeitenbruch von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nur eine optische Täuschung und  ein Relikt unseres dualistischen Bewusstseins, aber nicht wirklich. Der Glauben muss zeitlos und frei von der Zeit "immer nur im jetzt" sein. So wie es jetzt ist, ist der zeitlose  Gottes Wille und somit nach Meister Eckhart das Allerbeste. Darüber hinaus  gilt immer noch der wissenschaftliche Zeitbegriff der klassischen Physik als mathematische, absolute Uhr-Zeit, welcher durch den Ewigkeits-Zeitgriff der Relativitätstheorie  aufgehoben ist und dieses Zeitver- ständnis auch für die kantschen, philosophischen  (Gottes)glauben- Kategorien zutrifft,weil viele seiner Erkenntnistheorien durch die Mikrophysik (die er vor 300 Jahren noch nicht kannte) überholt sind.

II.) Das dualistische und deterministische Denken gilt im heutigen, dimensionellen, nachquantischen Mikrophysikzeitalter der Bezie-
hungen, der Ganz- und Einheit, weil alles mit allem verbunden, das Kleinste mit dem Grössten, das Naheliegenste mit dem Entferntesten theologisch überholt und wahrheitswidrig, auch wenn dieses " ge-
trennt sein " in den Köpfen erst den Dualismus Religion als  " Zwei- Reiche-Lehre " eines antiken Welt- und scholastischen Gottesbildes und notwendig macht. Die Sichtweise, dass jeder einmal endgültig abtreten und sterben muss, ist ein logischer und tragischer Irrtumsschluss, weil es nach Adam Riese für das Leben keinen Gegensatz (Tod) geben kann und deshalb überlebt der Mensch sein Sterben.  Ein allumfassendes Ganzes muss immateriell sein und kann kein Gegenteil als Gegenstand haben, womit auch das dualistische Weltbild vom Leben und Tod ad absurdum geführt wird*.

*Siehe auch "den Zeitbegriff der Relativitätstheorie als ein ewiges jetzt" in https://entwicklungschristentum.de/Evolutionaere-Nachfolge-Christi-6

  • 9.)Fortsetzung: Der Gläubige vertraut, denkt nicht mehr weiter darüber nach und freut sich immer über den nächsten und am nächsten Morgen und Vertrauen heisst auch ich habe losgelassen. Weil wird wir unseren Glau- ben am Ziel festgemacht haben, ist die Erfüllung bereits geschehen.Gottes Wege können ins Dunkel und in die Ungewissheit (Reifezeitpunkt) führen, aber sie enden immer im Licht. Es war seine Hand die in die Krise (und erst am Abgrund Gottes rettende Hand erkannt wird) hineinführte (wenn sich Gott für den Menschen inte- ressiert, gerät er in die Krise) und es ist seine Hand, welche wieder hinaus führt. Jede Hilfe wird nur nach  dem Maße des (Glaubens)vertrauens zuteil.  Das Leben ist aber immer das Endprodukt des Glaubens als wenn dieser "Augen und Ohren" hätte. Einerlei, ob das was wir glauben gut oder schädlich ist.Immer entspricht die   Wirklichkeit der Richtung unseres Glaubens.  Je mehr Selbstvertrauen wir durch den Glauben haben, desto grösser ist unser Wirkkraftfeld.Wer einmal eine solche ("lutherische") existentielle Erfahrung "Allein durch den Glauben" gemacht hat," gibt es jedem schriftlich"und singt  aus voller Brust "eine feste Burg ist unser Gott", das deutscheste aller Lieder.


  • 10.) Das letzte Stadium des Glaubenslernens ist eine   Bewusstseins-Erkenntnis-Weiterentwicklung. Es  ist der Glaube, um verstehen zu können. Der Denkakt wird zum Vertrauensakt, der abstrakte Begriff wird zum objektiven Begriff und der Glaube ist ein anderes Wort für verläss- liches Vorwissen. Der Glaube ist so real wie z.B. ein Arzt- gespräch, in dem einem eröffnet wird, dass die Schul- medizin mit ihrem "Therapie-Latein) am Ende ist, weil die empirischen Untersuchungsergebnisse und medizini- schen Parameter eindeutig und irrversibel sind, aber mein Glaube "im Stillen" viel mächtiger und dieser mit seinem "Latein" noch lange nicht am Ende ist und Gott meine einzige Autorität ist (obwohl Glaubensüberzeu- gungen in naturwissenschaftlich-medizinischen Fragen nichts zu suchen haben).Besonders bei längerer und unheilbarer Krankheit gilt: Vergangenheit war die Hölle und die Zukunft ist der Himmel. Dieses ist der Wende- punkt, wo ich nichts mehr tun kann und entweder abwarten muss (Glaubensanspannung und das Warten wird zur grössten Tugend) oder jede Stunde sogar ein kleines Wunder geschehen kann und es sich alles nach und nach zum Besseren und Besten ordnet. Dieses wird oft nicht erkannt, weil jedem nach seinem lebendigen Glaubens-Selbst-Bewusstsein geschieht und jedes Gebet erhört wird. Immer unter der Voraussetzung dass sein und nicht unser Wille geschehen soll,liegt  das Geheimnis einer jeden Gebetserhörung.


  • 10.)Fortsetzung: Durch den Glauben gestalte ich im aktiven Tun das Geglaubte mit und es ist die Kraft des Wahrmachens. Der Glaube ist der aktive Mit- vollzug, ja sogar die Mitgestaltung durch den Glau- ben als objektive Tatsache. Er durchdringt  die Sprache,mein Denken, mein Lebensgrundgefühl durch Mark und Bein und trägt zur Synapsenbil- dung im Gehirn bei. Das Geglaubte wird transzen- diert d.h., die Lösungs-Materieatome einer neuen Situation substanzieren sich, das gestaltlose Geglaubte nimmt sichtbare Gestalt an. Das Glaubens-Wirklichkeits-Bewusstsein schliesst die neue werdende Realität mit ein, welche die ganze unwissbare, ganzheit- liche, undualistische Dies- seits/Jenseits nicht-zeitliche Glaubens-Bannbreite abdeckte und alle Fragen beant- wortet sind oder sich selber beantworten.
  • 10.)Fortsetzung: Das Bibelwort  "Dir geschieht nach dei- nem Glauben" wird  nicht nur der abwartende, ungedul- dige im " Hier und Jetzt-Glaube" verstanden in Anlehnung an den  Zeitbegriff der klassischen Physik als mathema- tische, absolute Uhr-Zeit, sondern der zeitlose, gedulds- freie Ewigkeitsglaube. Es ist das Zeitverständnis der Relativitätstheorie, wo Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur eine Illusion sind,weil in der nichtlinearen Zeit diese  zur gleichen Zeit existieren  und die Spaltung des Diesseits-Jenseits-Zeit-Verständnis aufgehoben ist.
  • 10-Fortsetzung:"Der Unterschied zwischen Vergangen- heit, Gegenwart und Zukunft ist eine Illusion, wenn auch eine sehr hartnäckige" ( Albert Einstein).Es gibt nur ein ewiges   Jetzt, wo das Zeitgeistige zum Zeitlosen lebens- übersteigend transzendiert wird.Die Zeit ist als absolute Zeit in der Ewigkeit gebändigt als das Ende und die Er- füllung aller Zeit. In der Ewigkeit, weil alle Zeit, kann deshalb auch keine Zeit eingehen. Ewigkeit ist eine Zeit ausserhalb der Zeit.Die Zeit ist stillstehend. Deshalb entfällt auch jedes Zeitgefühl. In der Ewigkeit sind eine Sekunde und zehntausend Jahre gleich wahr.Die Ewigkeit ist nicht zeitlos, vielmehr ist sie gleichzeitig zu allen Tei- len der Zeit und umgreift alle Zeit. Die zeitlose Existenz ist jenseits aller Kausalität und jeglichen Werdens und Vergehens*.


* Wir leben zu keinem anderen Zeitpunkt als im zeitlosen "Jetzt" und die Zukunft ist auch nur ein ewiges  "Jetzt" und beginnt in jedem Augenblick aufs neue.Es  ist die zeitlose Gegenwart auf Dauer im Sinne der objektiven Zeitdauer, dem Wechsel und der  Veränderung enthoben als zeitspannloser Zeitpunkt und als ein zeitloses Grund- lebensgefühl ohne ein Verhältnis zur messbaren (Uhr)zeit. Es ist der Platz  in meinem Leben, den ich einnehmen  muss als lebenslanges Lernen auf den Punkt gebracht.Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist".

  • 10.)Fortsetzung:Es ist die Überzeugung des Glaubenshel- den  Martin Luthers, der den Glauben als ein "lebendig, wirkendes, tätiges, mächtiges Ding" nannte oder wie Meister Eckhart konstatierte "was zu Gott kommt, wird verwandelt". Es ist nicht mehr nur der Glaube an Gott alleine, sondern es  ist ein Wissen um Gott als lebendige Gegenwarts- erfahrung  und Ergebnis eigenen Schauens, ein imaginäres, gefühltes, angstloses getragen-, be- schützt- und geführt sein als objektive Lebensrealität als auch ein selbstverständliches Lebens-Friedens-Grund-Gefühl, dass der Glaube an Gott einen grossen Wert und höchster Adel darstellt, die Schwere der Lebensumstän- de und die Zeitdauer nicht zu interessieren brauchen egal wie es momentan aussieht,weil alles durch den Glauben gesteuert und abgedeckt wird,  dieses "stille (glückliche) Machtbewusstsein"  nicht mit Gold aufzuwie- gen ist und deshalb der Gottesglaube ein Geschenk ist. Es ist das Bibelwort; dem ruhigen Geist (Frieden) ist alles möglich. Deshalb wird auch die Zukunft des Christen- tums die Zukunft eines fortentwickelten Glaubens eines jeden Einzelnen sein.


  • 10.)Fortsetzung: Der Weise tut nichts, trotzdem bleibt nichts ungetan, weil sich alles von selbst (vom selbst) her ordnet. Hier trifft auch das Friedrich Schiller Zitat voll zu, dass "der Starke ist am mächtigsten  allein" und es verstummt jede Wissenschaft,  alles Gerede und selber machen wollen ist dagegen ein lärmendes, wirkungsloses "Nichts" und eine reine Zeit-und Geldverschwendung. Wer den Glauben höher hält als das Wissen, schleudert der verwurzelt Glaubende sein z.B. fünfzig Jahre langes erworbenes verstandesstolzes  Welt- und Wissenschafts- wissen seiner Unbelehrbarkeitsweg  und tauscht es gegen den Glaubens- frieden ein, weil er weiss, wer glaubt ist nie allein. Weil er seinen inneren Frieden hat, stört ihn das alles nicht mehr, sonst wäre es ja wieder Unfrieden. Er kann jetzt nur noch mit dem Kopf schütteln, wer nicht an Gott glaubt. Auf dieser "Glaubensstufe zehn" wurde auch der Glaube über- wunden, weil der Mensch in dieser Entwicklungs- prozessphase auch vom Glauben verlassen wurde, was der "Karfreitagstiefpunkt" darstellt. "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen". Aber erst dann konnte Christus am Kreuz sterben, weil Gott (Frieden) nicht sterblich ist und über dem Glauben steht. Dieser Satz wird auch gedeutet, dass Christus nicht Gott war (was er auch nie ge sagt hat),denn dieser kann sich nicht selbst verlassen. Was erst einmal als Niederlage aussah, wurde zum Sieg gekrönt.Trotz der Kreuzigung konnten sie ihn nicht töten.Und danach kommt Ostern, weil jeder seine Stunde hat. Es ist das Fest des (Glau- bens)siegers*.


Erst durch viele existentielle  Glaubenserfahrungsübungen kann jeder diesen Glaubensweg auch unterschreiben*.

*I.) Ob ich an Gott glaube, ist auch nicht eine Sache des Verstandes, der Vernunft oder irgend welcher Diskussionen, sondern der Lebens- krisen, Lebenserschütterungen und einer Individualisierungs- reife-Nr.782. Nur durch jeden Lebensdruck und in jeder Lebensprüfung, wo ich zwischen Welt-und Lebensvertrauen entscheiden muss, lässt sich nur unerschütterliches Gottvertrauen entwickeln. Wenn der Glaube nicht mit Irrtümer, Verzweiflung und Opfer verbunden ist, wächst er nicht. Jeder Mensch ist in der Glaubens- und Vertrauensprozess-Unwissensheits-und Machtlosigkeits-Anspannung einsam und alleine und dieses ist auch nicht erzählbar*.


* "Vertraue Gott, mißtraue dir"*.

* Spruch der Freimaurer.

III.) Von die evangelischen Konfessionen betrachten die ganze Bibel als alleinigen Maßstab ihres Glaubens, als "norma normans " zum Entwicklungs-Lebens-Christentum, dem " allein durch den Glauben" nicht weit genug geht  und "allein durch den (Gliederungspunkt)Frieden" erst der Glaube zur Wirkung kommt. Der Glaube ist noch mittelbar, willensgesteuert, Glaubensangstzweifeln, einer Veränderung ausgesetzt und wendet sich an eine höhere Macht (Unfrie- den), während der Friede unmittelbar, willenlos, unveränder- bar, eins sein mit Glauben an "Jemanden", nicht mehr Friedensangszweifeln ausgesetzt und die Spaltung überwun- den ist. Der Glaubende bewegt  sich immer in dem Kreislauf "vom Unglauben zum Glauben, vom Glauben zum Zweifel und wieder zu einem neuen Vertrauen".Die Grenze zwischen dem Glauben und Unglauben verläuft mitten durch jeden von uns aber  nur deshalb,weil es ein mittelbarer, nicht ver- ankerter Buchstabenglaube (Kopf) ist, während der unmittel- bare Glaube das Lebensgrundgefühl durchdringt und keinen Schwankungen auseinandergesetzt ist (Herz).Solange nicht diese Glaubensstufe erreicht ist, besteht die Glaubenskunst darin, einmal mehr aufstehen als hinfallen.Erst der Glaube und das Vertrauen auf Gott führt zum Frieden und ist im Frieden mitgesetzt. Deshalb steht der Frieden über dem Glauben, ist umfassender und mächtiger als der abstrakte Glaube, den er mit einschliesst (Der Frieden und "Gott"  sind hier das Gleiche und weil er unwandelbar ist, ist er auch der Halt der Dinge).

III.)  Diejenigen, die ihr Vertrauen auf Gott gesetzt haben, konnten allen Widerwärtigkeiten zum Trotz diese in einen Entwicklungs- fortschritt umwandeln Vertrauen heisst, dass  am Ende auf jedenfall etwas entwicklungsbesseres, seelisch tieferes und in der Sache grösseres herauskommt. Nur dann hat die Krise und das Leid einen höheren Lernsinn gemacht.

IV.) Vor Gott ist das äussere Glaubensbekenntnis nicht von Bedeu- tung. Er betrachtet es nur als ein äusserer Mantel, welcher sich der Mensch umgehängt hat.

V.) Hätten wir einen Grund zum glauben, hätte dieses nicht mit
dem Glauben zu tun, sondern mit der Motivation, mit der Logik,mit wissenschaftlicher Wahrscheinlichkeit, mit Vorteilsüberlegungen und dem gesunden Menschenverstand.

VI.) Es ist das "cogito dei experimentalis" eines Meister Eckhart,
dass ich durch die Glaubensreflexion als Transzendierung ein Selbst-bewusstsein eines wesensgleichen "Gottesgrundgefühls" entsteht. Wenn ich mich im Glauben wieder erkenne, handelt es sich um einen lebendigen Prozess, der den gesamten Menschen erfasst   und dieser selber verwandelt wird. Das Subjekt und das Objekt der Erkenntnis sind identisch und die  Spaltung ist aufgehoben, das Glaubenswirk-lichkeitsbewusstsein wird für den Glaubenden zur empirischen Beweisrealität. Nur mit der blossen Macht des (Friedens)daseins
wird es zur Wirklichkeit, ein Geschehen, was von selbst geschieht. Oder wie Meister Eckhart sagte, die Dinge werden und sind, weil sie Gott erkennt.


VII.) Jeder Versuch den Glauben durch Wissen zu ersetzen (Rationa-
lismusphilosophie der Griechen, Idealismus und Positivismus) lässt das Leben versanden, nimmt die Gestaltwirklichkeit und ist nur ein schaler Wirklichkeitsersatz. Einerseits die Exaktheit, logische Klar-
heit und abstrakte Effizienz der Mathematik, aber andererseits die Lebensferne und der Realitätsverlust, weil die Formel mit der Wirklichkeit gleichgesetzt wird. Zum Glauben kommt man nicht
durch Bücher oder Deduktionen von Gedanken. Die Beschreibung
des Glaubens führt noch nicht zum Glauben. Auch der Glaube und
das religiöse Gefühl lassen sich nicht kulturell fördern. Religiös gesprochen kann ich mit dem Bildungs-Kultur-Lernen nicht zu Gott kommen, weil die Seele keine Lust hat an der Bildung hat.

VIII.) "Wir Physiker glauben längst wieder an den lieben Gott, nur die Mediziner glauben noch an die Physiker*.

* Thure von Uexküll, Mediziner und Vorsitzender der Max Plank Ge-
sellschaft.

IX.) Dass seit der Renaissance gewachsene Vertrauen in den Ver-
stand ist durch die Quantenphysik wieder gesunken, weil es als gesichert gilt, das die Naturwissenschaft aus Irrationalismen be-
steht und die Ratio deshalb nicht als absolut gesetzt werden kann.
Wir sind von der Wissenschaft und Technik vom Aberglauben erlöst bzw. der abgelöste Glaube an die Beherrschbarkeit erweist sich zunehmend als Irr- und Aberglaube. Die Wissenschaft ist kein Gegen- satz zum Glauben, sondern nur eine Form des Glaubens.

X.) "Da die Menschen nicht leben können,ohne zu glauben, glau-
ben sie, dass sie nicht glauben und glauben an die Wissenschaft.
Statt an Gott, glauben sie an das Unglaubliche: an die Machbarkeit aller Dinge. Um ihre Gläubigen nicht zu enttäuschen, sieht sich die
moderne Wissenschaft gezwungen, auch das Nichtmachbare für machbar zu erklären: das Leben*.

* Max Thürkauf, Schweitzer Naturwissenschaftler und Philosoph.


XI.) Am Grunde des begründeten Glaubens liegt der unbegrün-
dete  Glaube *.

*Ludwig Wittgenstein, österreichisch-britischer Philosoph.

XII.) "Wir sind nicht weiter als Platon, Meister Eckhart. Nur im Material wissenschaftlicher Erkenntnisse, die sie benutzt haben
sind wir weiter. Im philosophieren sind wir kaum bei ihnen an-
gelangt*.

*Karl Jaspers, deutscher Psychiater und Philosoph.

XIII.) Die Auflösung des Glaubens durch Erweiterung der naturwis-
senschaftlichen Erkenntnisse könnte das Wissensende der Philo-
sophie und der Wissenschaft sein und endgültig  zu wissen, dass
wir glauben müssen,was die Wissenschaft wegen ihrer Unvoll-
ständigkeit bestätigt.

XIV.) Der Glaube ist die Vorstufe vom Frieden. Wenn ich meinen
Frieden habe, ist der Glaube ein Friedensbestandteil einer tiefen inneren Ruhe ohne Glaubensbekenntnis störender Eigenge-
danken*.

* Quelle unbekannt.

XV.) Wenn sich die theologische These bewahrheitet, dass "Gott als
die Ursache von allem ist" und somit der Einzige wäre, der wirklich helfen kann (Wirkungsmacht). Dann wären wir einem Wissenschafts-
aberglauben verfallen (Dominationsmacht).

XVI.) " Der Glaube an mich, lässt mich nicht im Stich" oder halte
an dem Glauben fest, dass Gott dich nicht fallen lässt. Er hält sein Versprechen.

XVII.) Und wo die Seele mit ihren Sinnen und Kräften nicht kommen kann, da trägt sie der Glaube hin*.


*Meister Eckhart.

XVIII.) Der Weg der Freiheit gehen heisst Gottvertrauen. Aber dieses
ist nur möglich, wenn ich an Gott glaube.

XIX.) Der Rat des Meisters ist zu lernen an sich zu glauben. Dann wirst du nicht abhängig  sein von der Meinung anderer. Der Mensch kommt nicht weiter, wenn er mehr auf andere blickt als auf sich selbst.

XX.) Wo ich immer Mut bewiesen habe, ins Ungewisse und Ungeplante gegangen bin und vertraut habe, ich wurde immer nur positiv überrascht.


XXI.) Die Gnosis wollte den religiösen Glauben durch Erkenntnis ersetzen.

XXII.) Meister Eckhart hat rundwegs in Abrede gestellt, daß es unerkennbare Glaubensätze gäbe die man glauben müsse.Blosse Glaubenssätze sind nur Rudimente einer absterbenden Religion aus zweiter Hand. Es fehlt der Glaubens-Erneuerungs-Beweis durch das Erlebnis. Wo der Glaube sich beweist, wird er zum Glauben.Es ist die Gegenthese, dass der Glaube sich inhaltlich nicht vollkommen rati-
onalisieren und begrifflich objektivieren lässt.

XXIII.) Geschützt ist nach unserem Grundgesetz nicht nur jede Form des Glaubens, sondern auch des Unglaubens und Nichtglaubens.

XXIV.) Für Christen ist Glaube keine antike oder mittelalterliche Vorstufe vom Wissen (etwa also eine verminderte Form der Naturwissenschaft), die entschwinden muss, wenn das „echte“ Wissen kommt, sondern etwas vom Wesen her anderes. Es ist kein bloßes Für-wahr-Halten, auch keine Vermutungsäußerung damit gemeint, etwa wie im deutschen Satz: "Ich glaube, dass es morgen regnet". Dann bedeutet glauben so viel wie meinen. Dieses "glauben, dass" entspricht nicht dem Sinn des griechischen Wortes - im Gegen- satz zum ‚ich glaube an‘ oder ‚ich glaube dir‘, was dem griechischen Wortstamm entspricht. Dann heißt es so viel wie: ‚Ich traue dir, ich vertraue dir, ich kann auf dich bauen. Ich habe eine Gewissheit, die weniger aus Berechnungen und Experimenten kommt.

XXV.) Dass der stabilste Glaube früher  oder später die ganze Welt besitzen wird*.

* Verfasser unbekannt.

XXVI.)Nur der christliche Glaube rettet und die anderen Religionen sind deshalb keine  Heilswege*.

* Karl Barth,Theologe.

XXVII.) Der Glaubende muss eine Spielernatur besitzen, weil die Investition in Gott die grösste Spekulation die es  gibt. Ich muss jemanden eine Blankovollmacht geben, den ich nicht kenne und mit Haut und Haaren vertrauen. Ein mittlerer Sparkontobesitzer oder ein abgesicherter Beamter sind für solche Geschäfte, welche den Schlaf   rauben  nicht zu haben.

XXVIII.) Wenn der Glaube esotherischer Hokospukus wäre, könnte man alle Kathedralen zu Parkhäusern umfunktioneren , die vielen Glaubensprediger in die Wüste schicken und Millionen von Büchern würden zur Makulatur werden*.

* Verfasser unbekannt.

XXIX.) Wenn sich die theologische These bewahrheitet,dass "Gott als
die Ursache von allem ist" und somit der Einzige wäre, der wirklich helfen kann. Dann wären wir einem Wissenschaftsaberglauben verfallen.

XXX.) Viele materialistische Wissenschaftler verabsolutieren ihren
Glauben mit der Gleichsetzung des Materialismus mit dem Glauben. Religiöse Wissenschaftler sehen das anderes und sind Wissenschaftler ohne das sie ein wissenschaftliches Weltbild vertreten.


XXXI.)" Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende seiner Überlegung*.

* Max Planck, theoretischer Physiker und Nobelpreisträger der Physik".

XXXII.) Jeder Versuch den Glauben durch Wissen zu ersetzen (Ratio-
nalismusphilosophie der Griechen, Idealismus und Positivismus) lässt
das Leben versanden, nimmt die Gestaltwirklichkeit und ist nur ein schaler Wirklichkeitsersatz. Einerseits die Exaktheit, logische Klar-
heit und abstrakte Effizienz der Mathematik, aber andererseits die Lebensferne und der Realitätsverlust, weil die Formel mit der Wirklichkeit gleichgesetzt wird.


XXXIII.)  Auch die Wissenschaft basiert auf einem Glauben, weil ohne den Glauben an einen Sinn alles unsinnig wird.


XXXIV.) Für die Wissenschaft sind die empirischen Erkenntnisse interessant, für den Gläubigen (und für die Quantenphysik) das überempirische Geglaubte.


XXXV.) Ich glaube an die Wissenschaft ohne es verstanden oder die Experimente selbst verifiziert zu haben. Ich glaube an Gott, ohne
ihn jemals gesehen zu haben oder zu wissen, ob das Gottvertrauen
trägt.

XXXVI.) " Wir sind von der Wissenschaft und Technik vom Aber-
glauben erlöst, aber der neue Glaube an die Beherrschbarkeit unserer Lebenswelt erweist sich zunehmend als Irr-und Aberglaube. " Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende seiner Überlegung " *.

XXXVII.) Menschen die an Gott glauben haben es nicht nur leichter im Leben, sondern nach einer US-amerikanischen Studie leben diese
14 Jahre länger.

XXXVIII.) Trivia: Im 16.-und 17. Jahrhundert war der Teufelsglaube stärker als der Gottesglaube.

XXXIX.) Trivia: In Jemen stösst der Mensch, der nicht an Gott glaubt, auf kopfschüttelndes Unverständnis. Wer nicht an Gott glaubt ist kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft.

  • Vom apostolischen Glaubensbekenntnis als das Lehren und blutleeres Bekennen des Glaubens der christlichen Lehre (Glaubensbekenntnis)zu den blossen, nachge- sprochenen Glaubensätzen, als ein Relikt einer abster- benden Religion,  weil die Erneuerung fehlt und der Glaube erst in der existentiellen einzelnen Lebensü- bungserfahrung erschlossen wird (Glaubenserkenntnis).
  • Von die Menschen geben ihren Glauben nicht auf zu sondern nur die Zugehörigkeit an eine der Kirchen.
  • Vom ersten Schritt an lernen wir " auf diese Steine kannst du bauen und vertrauen " (Weltgebäude) zu nachdem dieses(z.B. in einer Lebenskrise) zusammen- gestürzt ist lernen ich, " nur auf diese Steine kannst du bauen und vertrauen " (Gebäude einer gotischen Kathe- drale).
  • Vom gelungenen, gesellschaftlichen im Mittelpunkt stehenden allseits anerkannten Aufstiegsleben mit mehren akademischen Titeln, vermögend und scheinbar "glücklich" zu dass dieses alles glaubenslos ist und das  Glaubenslernen mehr behindert als fördert.
  • Vom weiten Weg des Glaubens zum Wissen,dass man   nur sieht man weiss. Ich muss verstehen, um glauben zu können (Denkakt und Intellektualisierung  des Glaubens) zum Weg des Nichtwissens zum Glauben, dass ich schon weiss, was ich glaube zu sehen. Ich muss erst glauben und vertrauen, um verstehen zu können (Entwicklungs- vertrauensakt).
  • Von wie kann ich meinem Gott näher kommen durch die Dogmatik, Rituale, die Tradition, den Glauben etc. zu wie kann ich meinem Gott näher kommen durch die persön- liche Entwicklungs-Individualisierung in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi
  • Von der Ansicht vieler Philosophen und Theologen,dass religiöse Überzeugungen nur eine Angelegenheit des Glaubens sind (über abstrakte Theologie zu Gott) zur An-sicht, dass erst bei Entwicklungsreife religiöse Überzeu-gungen eine Angelegenheit der persönlichen Entwicklung sind (bei Entwicklungsreife-Nr.782 zu Gott)*.

* Siehe auch " Bei Entwicklungsreife zu Gott " Nr.782 in Kulturler- nen-17


  • Von alles was nicht aus dem Glauben kommt ist "Sünde" (Abtragungsbringschuld )zu den "Entwicklungssünden" einer Individualisierungslosigkeit in der Gesellschaft und im Berufsleben (Bringschuld).
  • Vom konventionellen,dürren, nicht ernst genommenen gepredigten, umgangssprachlicher Wort- und nachge- sprochener Bekenntnis- und Autoritätsglaube, weil es in der Heiligen Schrift steht und für den Reformator Martin Luther der Mensch allein durch den Glauben das ewige Leben gewinnt zu wenn Entwicklung als Weg zum Gottesglauben und zum inneren Frieden bedeutet, muss dieser neu durchbuchstabiert werden, weil ohne den Glauben an Gott eine Individualisierungs-Entwicklung sinn-und nutzlos ist und der innere Frieden unerreichbar bleibt.
  • Von den Klagen, dass  der Glaube sich immer mehr verdunstet und abhanden gekommen ist zur ersten Feststellung, dass der Glaube  auch vor z.B.fünfzig Jahren kein existentieller, tragender Glaube, sondern nur ein Lippenbekenntnis  war. Der Glaube ist abstrakt und z.B. nach dem Kirchgang war und ist der gepredigte Glaube auch vergessen. Die zweite Feststellung ist, dass alles auch das Glaubensverständnis dem ewigen Entwick- lungsgesetz "des Welkens und Blühens" unterliegt. Das alte " Glaubensverständnis zerbricht, weil dieses auf einen höheren Glaubenswert hinaus will. Ab einem ge- wissen Glaubensunreifezustand regt sich die Polaritäts- idee, die einen Gegenzustand herauf führt als Unter- ordnung unter eine höhere Idee.Wir befreien uns von etwas, was evolutionsbedingt noch z.B.vor fünfzig Jahren richtig war, aber heute wertlos und beklagenswert geworden ist*.


* An wichtigen Punkten der Evolution treten Wertwenden auf d.h.,was bis dahin entwicklungsförderlich war (Maß, Sinn, Wert) wird entwicklungsschädlich (Maß-, Sinn- und Wertlosigkeit), die werbende Kraft der Anziehung lässt nach und die Involution zur Evolution. Der unterdrückte,unentwickelte Teil meldet sich zurück. Beim Reifezeit- punkt wird die kritische Masse für Verän- derungen erreicht (Sätti- gungsgrad) und nach dem allgemeinen Gleichgewichts- und Reife- gesetz des Werdens-und Vergehens   "schlägt die quantitative Verän- derung in qualitative Veränderung wie ein "eiserner Arm", um als nächste, höhere Glaubens- Entwicklungsstufe, welche die Ermattung des Denkens der jetzigen, Glaubenskrise überwindet.       


  • Von der berühmten Bibelthese, dass "der Glaube Berge versetzen kann"aber von empirischen Wissenschaft-   lern bezweifelt wird zu vielen Glaubensanhängern, wel che diese These für ungeprüft wahr halten und nichts ausschliessen.
  • Von der Gemeinschaft der Gläubigen (Gruppenglauben, aber eine Gemeinschaft ist gewissenlos) zur Gemein- schaft der Freien und Selbständigen, weil nur der Einzelne als Gläubiger vor Gott gegenüber steht (Einzel- glauben, weil nur der Einzelne ein Gewissen hat)*.

* Ohne Gewissen hört der Mensch auf als Einzelner zu existieren, denn nur im Einzelnen ist das Gewissen wach und nur als Einzelner
besitzt der Mensch Zugang zum Gewissen. Das Gewissen ist im Einzelnen gebunden und wird im Kollektiv aufgehoben. Nur der Einzelne wird von seinem Gewissen bedrängt, während das Kollektiv gewissenlos ist. Der Konformismus, die gesellschaftliche Anpassung, Medienmeinung  und der Tagesablauf ersetzen heute das Gewissen. Das einzelne Gewissen wird meisten von den systembedingten Normen und Werten der Gesellschaft ersetzt, Anstelle des persön- lichen Gewissens tritt immer mehr die Staatsraison als eine intel-
lektuelle Form des Gewissens, wo das individuelle Gewissen an den Staat abgegeben wird als ein gebundenes, abhängiges Gewissen, was
aber ist kein Einzelgewissen mehr ist. Das Gewissen offenbart sich dem Kollektiv nur über den einzelnen Menschen. Das Entwick-
lungsgewissen aber ist das Einzige, was den einzelnen Menschen begründet, ihn unruhig,friedlos und unsicher werden lässt und nur
in der Erkenntnis der eigenen Entwicklungslosigkeit und Willens- verstocktheit, kann der Mensch sich selber gegenüber treten.


  • Von dem Licht, welches in der Finsternis erscheint aber die Finsternis es nicht wegen der Glaubenslosigkeit erkennt zum Entwicklungs-Individualisierungs-Licht, welches in der jetzigen Welt scheint, aber für den bequemungsangepassten, gesellschaftlichen Einzelnen keinen Sinnwert darstellt.*

* in Anlehnung an Meister Eckhart.

* Die grössten Entwicklungswiderstände sind die Anpassung als  äusserliche Gleichschaltung, die Gleichgültigkeit,die Gewöh-
nungen und die Bequemungen. Es sind die persönlichen geschaffe-
nen und sozialisierten Über-Abhängigkeiten,die vielen Konsum-
und Unterhaltungsanreize und individuelle Neigungen. Es ist das einzige Ziel nur noch im Auge haben den materiellen Lebensstan-
dard zu halten und ihn weiter zu optimieren, die Interessenlosig-
keit und Abgestumpftheit über das Alltägliche als das wiederholen-
de Gewohnte hinaus, nur in einer passiven Erwartungshaltung an andere, sich mit seiner privaten, beruflichen und gesellschaft-
lichen Rolle und in einer satten Selbstzufriedenheit abgefunden
haben, was aber die Seele nicht berührt.

  • Von weil irgendwo geschrieben steht und gepredigt wird, glaube ich (frommer Transzendenzglauben) zum Glauben als Ereignis,welches in der inneren Entwicklungser- fahrung, von aussen auf mich zutritt (existentieller,sich entwickelnder Glaube und Transzendenszerfahrung in der Lebensbetroffenheit).
  • Von dem Kirchenlehrer  Thomas von Aquin,welcher den Glauben mit der Vernunft versöhnt hat zur Mikrowissen- schaft, welcher den Glauben mit dem (empirischen) Ver- stand versöhnt hat*.

* Es  ist die völlig unreligiöse Glaubensinterpretation der Quanten- theorie, dass sich die Materie entsprechend meines Bewusstseins und meiner Überzeugung verhält (Glaubensoffenheit) und zur Wirklich- keit wird. Geist beherrscht die Materie oder der Glaube ist stärker als die Umstände und Widerstände und setzt etwas in Gang. Die Materie- atome richten sich entsprechend nach der Glaubenstatkraft aus und steu- ern die Materialismus-, Um-und Lebenswiderstände.Nicht die Wirklichkeit beeinflußt und es geschieht  was ist, sondern nur was wir glauben.  Der Glaube ist somit nichts abstraktes, weltanschauliches, sondern eine philosophische Kategorie, wo die Tatsachen sich nach dem Glauben richten.


  • Von der Frage was die Menschen glauben müssen um zum Glauben kommen können (erstarrter, formali- sierender Glauben in und mit der Instanz und Glaubens- bekenntnisse als inhaltsleere  Worthülsen und Lippen- floskeln) zur Frage, wie kommen die Menschen zum Glauben als grundlegende Lebenseinstellung (natür- licher, entwickelter Glauben, um in der Wirklichkeit die Realität auszuhalten ohne Instanz)*.


* Siehe oben "Die zehn Entwicklungs-Reife-Übungs-Stufen des Glaubens- und Vertrauensbewusstseins".


  • Vom Glauben als ein Verhältnis zu Beweisen (Glaube als vermittelter Inhalt und was geglaubt werden muss) zum Glauben als ein Verhältnis zu Personen (Glaube als Ent- wicklungsakt und der Weg zum Glauben).
  • Von Martin Luthers reformatorischer Rechtfertigungs lehre „allein der „Glaube (sola fide) würde den Menschen „coram Deo“ (vor Gott) gerecht machen  sowie dem Prinzip der biblischen Schrift zur Entwicklungsrecht-fertigungslehre eines Meister Eckhart"allein durch die Entwicklungsindividualisierung  werde ich vor Gott gerecht" und wer Gott hat, hat alles andere (Niedrigere) auch auch*.

* I.) Die Rechtfertigungslehre fragt danach, was geschehen muss, damit das Verhältnis zwischen Mensch und Gott wieder in Ordnung kommen kann.


II.) Das "Individualisierungs-Entwicklungsprinzip" des Lebens besagt religiös interpretiert dass jeder einzelner nur vor Gott gestellt,weil sich Gott in Jedem werden will. Gott lenkt und leitet die Schöpfung durch die Prozesse der Evolution hindurch. denkt und entwickelt
sich selbst in der Evolution seiner Geschöpfe. Für ein weiter ent-
wickeltes christliches Verständnis"ist z.B. Gott das Leben selbst,
weil Gott in jedem einzelnen Menschen seine einmalige Individua-
lität entwickeln will, ist das Leben Theologie und das Leben löst sich als das Wesen der Religion in Theologie auf. Die Lebensfrage bleibt immer die Gottesfrage. Der Gottesbegriff wird aus der persönlichen Situation des Einzelnen heraus entwickelt und damit individualisiert sich die Religion immer mehr. Weil das Reich Gottes das Reich der persönlichen Entwicklung ist, stellen sich alle theologischen Fragen vom Leben her und alle Lebensfragen werden beantwortet, als wenn
sie Religion wären. Es ist die Vollendung des Einzelnen als eine indi -
viduelle Eschatologie. Durch Evolution und die persönliche Ent-
wicklung wird sich erst Gott selbst. Der Entwicklungslebensbegriff wird zum neuen Gottesbegriff und Entwicklung wird zum Synonym für Gottentwicklung und Christusnachfolge als das Wesen des Christentums überhaupt. Gott wird in der Entwicklung erst wieder neu  geboren und ist in der Entwicklung einem immer mit gegeben.

III.) Gott ist Subjekt und kann nicht zum Objekt gemacht werden.
Immer wenn ich mich entwickele, rufe ich Gott ins diesseitige Dasein und er tritt an die Stelle des Überwundenen als das transzendierte Verbesserte. Gott wirkt sich selbst, sucht nichts ausserhalb seiner selbst und durchwirkt die Welt in dem Entwicklungsprozessge-
geschehen und deshalb ist Gott nahe. Alles was noch nicht Gott geworden ist, somit noch unvollendete Entwicklung. Wo Entwicklung ist da ist auch Gott und wo Gott nicht ist, ist das Leben nicht in Ordnung (entwicklungskonform). Weil der Glaube an Gott dem Menschen in seiner Entwicklungsanlage mitgegeben ist (weil ich Gott brauche, sonst kann ich nicht zum Frieden kommen), muss es ihn auch geben. Der Gottesbegriff wird aus der persönlichen Situation
des Einzelnen heraus entwickelt und damit individualisiert sich die Religion immer mehr. In der Entwicklung wird Gott erst Mensch.
Gott muss Mensch werden, um selbst sein und selbst werden zu können und bekommt erst durch meine Entwicklung sein Gesicht
und seinen Namen. Gott braucht mich, dass er sich werden kann. Deshalb ist Gott mir näher, als ich ("mein Ego") mir selber bin. Der Mensch ist  nur und hat nur so viel Wert, wie viel er von Gott (ent- wickelt) hat, wie viel Lebenszeit Entwicklungszeit ist und Zeitloses
in der Zeit und Wesenhaftes im Wesenlosen geschaffen wird. Die Individualisierung ist Lebensauftrag und Lebenssinn,um seinen persönlichen Gott zu finden. Alles andere ist zweitrangig.
Von dem Schriftglauben, wie die Kirche ihn als Offen-barungsreligion lehrt (man glaubt nicht an Gott, sondern an einen Offenbarer) zur Selbsterfahrungsreligion, wo Gott sich einem in der suchenden Lebenserfahrung selbst offenbart. Es ist ein ganzes Leben umgreifendes hei- lendes, befreiendes und tragendes Widerfahren, was dem Mensch zuteil wird als anthropologisch und biblisch fundiertes Glaubensverständnis (ich glaube nicht mehr an Gott, sondern ich weiss um Gott.Einzeloffenbarung als Aufhebung der Religion)*.

* Der deutsche Existenzphilosoph Karl Jaspers vertritt dagegen eine „existentiale Interpretation“ der Religion d. h., eine auf den einzelnen Menschen bezogene Auseinandersetzung mit dem Transzendenten. Offenbarungsglauben kritisiert den Offenbarungsglaubenden zuguns- ten eines philosophischen Glaubens, den das Individuum entwickeln muss und der keine Verheißung, sondern lediglich Selbstverantwor- tung mit sich bringt.


  • Von den Glaubensbeweisfragen durch die Mittel der grie-chischen Philosophie und der Versuch, den Glauben in philosophisch rationale Form zu bringen zum persön- lichen ringenden Glaubenserfahrung beweis in Lebens- krisen und Lebenserschütterungen.
  • Von den händeringenden Glaubensgebeten und Dogmen, was der Mensch zu glauben hat zum evangelischen Satz, der seit 1789 herrschend wird,dass keine Generation der kommenden Generation die Form und den Glauben aufzwingen darf.
  • Von den vielen Menschen in der Welt, die ihren Glauben öffentlich bezeugen zu der Reserviertheit den eigenen Glauben nicht zu zeigen, was als eine deutsche Besonder- heit gilt, die nur von wenigen Völkern geteilt wird*.

* Die Instrumentalisierung der religiösen Bindung zu staatlichen Zwecken ist z.B. in den USA gang und gäbe. Gott,Politik und Gesell- schaft stellen eine unverbrüchliche Einheit dar, deren Infragestellung einer Blasphemie gleich kommt.Es beginnt mit dem Amtseid "so wahr mir Gott helfe"meistens in theatralischer Pose mit einer Hand auf die Familienbibel gesprochen, auf der Rückseite jeder Dollarnote  steht "in god we trust" (auf Gott vertrauen wir)und nicht nur die Patrioten bezeichnen Amerika als god´s own Country (Gottes eigenes Land).


  • Von dem verstandesstolzen Wissen einer Unbelehr- barkeit (Vertrauen auf den Verstand) zur Erfahrung,      dass der Glaube grösser ist als alle Gelehrsamkeit und das Einzige im Leben ist, was trägt. Deshalb schleudert er sein z.B. 50 Jahre langes erworbenes Weltwissen weg und tauscht es gegen den Glauben ein (Gottvertrauen).
  • Von der christliche Glaube hält viele Zumutungen be- reit, weil dieser erst in der Vorleistung der Glaubens-und Vertrauenserfahrung erkannt wird (religiöses Glaubens-verständnis) zu einem natürlichen, universalisierenden Glauben als Zeichen eines grundlegenden Lebensgrund-gefühls und menschlicher Reife (evolutionäres Glaubens-verständnis).
  • Von dem Glaubensgut der römischen-katholischen Kirche der Transsubstantiationslehre als Wesensverwandlung von Brot und Wein in das Fleisch und Blut Christi durch die Epiklese (Wandlungsworte als Anrufbitte Gottes) zur quantenphysikalischen Kreationsformel, das die Realität (Realpräsenz) nur eine Abbildung des Geistigen dieser   der Ursprung und Kausalität der Materie und ohne Bewusstsein leblos ist und durch meine Denk-,Sprech-, Beobachtungs-,Erkenntnis-, Gefühls-und Glaubenssicht- weise erst geschaffen (materialisiert wird.Der Glaube wird völlig unreligiös als eine übergeordnete Kraft defi- niert,aber in der Mikrophysik sind es gefühlte Fakten mit der Kraft Wirkens, des wahr machens und die materia- lisierende Entität*.

*I.) Substanzbegriff nach aristotelischem Verständnis als das selbst nicht sinnliche wahrnehmbare Wesen eines Dinges und nach dem Philosophen Immanuel Kant nicht die Erscheinung selbst, sondern das Wesen hinter der Erscheinung "als das Ding an sich",was auch das Untersuchungsobjekt der Qauntenphysik ist.

II.) Der Reformator Martin Luther billigte der Transsubstantiations- lehre nur den Rang einer Lehrmeinung zu und verwarf die sophis- tische  Subtilität und Anspruch auf eine dogmatische Verbindlichkeit.

III.) Auch andere kirchliche Gemeinschaften wie die altkatholischen, altorientalischen, anglikanischen lutherischen, methodistischen, orthodoxen Kirchen lehren und glauben an die Realpräsenz Christi in den sichtbaren Gestalten von Brot und Wein nach dem Sprechen  der Einsetzungsworte und je nach Lehre, auch an die tatsächliche Substanzveränderung von Brot und Wein.

IV.)  Was mit der Transsubstantiationslehre als Wesensverwand-
lung  geistig wesensverwandt ist die Aussage von Meister Eckhart   "Der Vater sprach ein Wort und das ist sein Sohn.In diesem Wort sprach er alle Dinge" in Anlehnung an den Bibelvers Johannes 1:1-18. "Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst. Von Anfang an war es bei Gott. Alles wurde durch das Wort geschaffen; nichts ist ohne das Wort entstanden". Die Schöpfung als Sohn, welcher im evo- lutionären, geistigen Entwicklungs-Auseinandersetzungs-Leidens-Glaubens-Überwindungs-Transzendierungs-Werde-Erkenntnis-Prozess geboren wird (eine Geburt ist immer schmerzhaft). Im Gotterken-
nen fliesst Gott in alle Dinge. Die Dinge sind,weil sie Gott erkennt, aber kein Ding ist Gott selbst. Deshalb wird nur aus der Mystik
heraus Substanz geschaffen. Der Mystiker weiß, dass er alles vom (Friedens)geist her steuert. Es ist der göttliche Logos, die dem Men- schen und der Welt zugewandte, erkennbare und erfahrbare Seite Gottes. Von der Quantenphysik wissen wir, dass es keine Materie und nur de-und entmaterialisiertes ,höheres Bewusstsein gibt. Nur der Geist ist Wirklichkeit und die Ursache für die trans- zendierende Realität.

V.) Die newtonsche Objektivität trennt den Beobachter vom beobach-
teten Gegenstand. Die Welt wird in Subjekt und Objekt eingeteilt
und der Wissenschaftler ist ein losgelöster Betrachter. Dieser wis-
senschaftliche Methodenzwang des descartischen Dualismus
schliesst ganzheitliche Betrachtungen und universelle Interpreta-
tionen aus. Wir können die Welt als Ganzes nicht erkennen, da uns das Ganze in der Anschauung niemals gegeben ist. Wir können nur
die Dinge der Welt erkennen wie sie uns erscheinen. Die Erscheinung
ist eine Folge unserer Erwartungshaltung und unseres ständigen, aktiven Wahrnehmungsprozesses,welches über die einmalige, sinn-
liche Erfassung des Beobachtens hinausgeht. Eine gesamthafte Sichtweise, ein Geist der Synthese,universelles Erkennen und die Erfassung einer Totalität sind kein Gegenstand des Erkennens Der Wahrnehmungsprozess kann das Ganze nicht erfassen, weil wir selbst nur Teile des Ganzen sind. Die Endlichkeit kann nicht die Unend- lichkeit verstehen.

VI.) Weil der Geist der Ursprung und Kausalität  der Materie ist, ist die Materie ohne Bewusst sein leblos.Materie und Geist sind gegensei-
tige Spiegelbilder und die zukünftige Wirklichkeit und das Bewusst-
sein sind untrennbar miteinander verbunden. Die Wissenschaft hat mit der Quantenphysik nachgewiesen, dass Geist und Materie aus-
tauschbar sind und Materie nur materialisiertes Bewusstsein ist. Es existiert im Innersten der Materie nichts dinghaftes mehr, sondern nur Energie, die alles in Bewegung hält. Im Grunde genommen gibt
es im umgangssprachlichen Sinne keine Materie, sondern nur ein
Beziehungsgefüge,ständiger Wandel und Lebendigkeit. Die Materie
ist letztendlich nicht aus grobstofflicher Materie zusammengesetzt und auf einen Urstoff begründet, sondern die feinstofflichen Struk-
turen des Lebens und die eigentliche Wirklichkeit beruhen auf im-
materiellen Beziehungen der Information.Der Gegenstand als Objekt der Sinne richtet sich ganz nach der Beschaffenheit unseres Erkennt-
nisapparates. Es ist die dynamische Auffassung der Formenerfas-
sung durch die Bewusstseins-Prozess-Prägekraft als Schöpfungs-
akt.

VII.) Weil der Mensch Verursacher von Bewusstsein ist, sind wir der Schöpfer und Verursacher von allem und deshalb ausgestattet mit der universellen Schöpferkraft. Es ist die Kreationsformel "Was wir mit dem Bewusstsein formen, drängt zur Verwirklichung". Bewusst sein erzeugt Realität. Nach der Unschärferelation des Quanten- physikers Werner Heisenberg bestimmt der Kontext den Inhalt und das heisst,der Beobachter beeinflusst das Testresultat. Unser indivi- duelles Ichbewusstsein steht in Verbindung mit dem universellen Ganzheitsbewusstsein als alles in allem, was alles überlagert, alles zusammenhält und jeder daran Anteil hat.

  • Von dem aufgeklärten Weltenbürger, der ohnehin das nur ernst nimmt und glaubt, was er ohne Gottesbezug sieht und der Glaube dient Wissenslücken aufzufüllen (der Mensch macht die Entwicklung) zu dem überwun- denen, aufgeklärten Weltenbürger, der  nur das ernst nimmt und glaubt, was er mit einem Gottesbezug sieht (die Entwicklung macht den Menschen oder wie J.W. Goethe konotierte "Du schiebst nicht, sondern du wirst geschoben).
  • Von dem sinnlosen gewordenen Konflikt zwischen Glauben und Wissen, zwischen Naturwissenschaft und der Religion zu beide sind zwei getrennte, aber nicht widersprechende und zugehörige Methoden zum besseren Weltverständnis mit unterschiedlichem Wahr- heitsanspruch. Naturwissenschaft ist die eine Seite des Lebens und die "Heilige Schrift "(evolutionäres Ver- ständnis) deckt die andere Lebensseite ab. Die Wissen- schaft ist kein Gegensatz zum Glauben, sondern eine Form des Glaubens. Auch die Wissenschaft basiert auf einem Glauben, weil ohne den Glauben an einen Sinn alles unsinnig wird.Siehe Textfortsetzung auch den Gliederungspunkt Christliche-kulturelle-wissenschaft- liche  Wahrheit*.

* Die klassische, newtonsche  Wissenschaft sieht sich den Naturge-
setzen verpflichtet und ihre empirischen Erkenntnisse beruhen auf
Logik und den kausalen Zusammenhängen in den Gesetzmäßigkeiten
der Natur. Es ist immer nur Wissenschaft, wenn sie materialistisch
und reduktionistisch ist. Die Regeln und Leitplanken wissenschaft-
licher Forschung sind universell, welche faktischen und axioma-
tischen Denkzwängen unterliegen. Sie muss sich an diese Regeln
halten, ohne sich selbst aufzugeben. Wissenschaften verkünden
nicht die Wahrheit, sondern interpretieren nur das Realitätsge-
schehen. Sie kann nicht die Wirklichkeit erkennen, sondern nur
die Struktur der Realität. Die Wissenschaft hat nur in ihrem Bereich des Denkens ihr Recht, was aber nicht für das Ganze gilt. Die in-
tellektuelle, geistige Kraft der Wissenschaft umfasst nicht das We-
sen der geistigen Totalität und deshalb spaltet sie.Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang zu für den Wissenschaftler am Ende seiner Überlegung. Die Autonomie des  Bewusstseins setzt immer zugleich die Autonomie des  Unbewussten. Deshalb wird das Ende aller wissenden Philosophie und Wissenschaft sein,dass wir glauben müssen.


* Max Planck, theoretischer Physiker und Nobelpreisträger der Physik.

  • Von ich glaube an die Wissenschaft ohne es verstanden oder die Experimente selbst verifiziert zu haben zu ich  glaube an Gott, ohne ihn jemals gesehen zu haben oder zu wissen, ob das Gottvertrauen trägt.
  • Für die Wissenschaft sind die empirischen Erkenntnisse interessant, für den Gläubigen erst einmal das überem- pirische Geglaubte*.

* I.) Die Wissenschaftler erfassen immer nur das Gewordene, aber nicht das Werdende. Bei der Wissenschaft geht es um die Klärung
des Geistes und nicht um die Gärung des Geistes. Auch die Frage
nach dem Lebenssinn und Motiven schliessen die Naturwissen-
schaften als empirischer  Forschungsgegenstand naturgemäss
aus, weil naturwissenschaftliche Methoden sich nicht auf das
Leben übertragen lassen. Es liegt auch in der Methodologie der Naturwissenschaften alles Individuelle auszuklammern  Die Wissenschaften, welche mit Geist, Freiheit, Bewusstsein, Gewissen, Leben, Tod, Glaubens- und Einstellungssichtweisen, Irrationalem und  anderen philosophischen Wertbegriffen operieren, werden in der Makrophysik nicht als wissenschaftlich  angesehen, weil diese nicht die allgemeingültigen, vorurteilsfreien Auswahlkriterien der wissenschaftlichen empirisch nachvollziehbaren Betrachtungsweise erfüllen. Jegliche Spekulation ist in der wissenschaftlichen Forschung ausgeschlossen und nur eine unbewiesene Hypothese.

II.) Siehe auch den Gliederungspunkt "Wissenschaft und Religion".


  • Von der Aufklärung, Wissenschaft und Technik,welche uns vom Aberglauben erlöst hat zum abgelösten Glau- ben,  welche Beherrschbarkeit und Machbarkeit vor- gauckelt, aber sich zunehmend als Irr- und Aberglaube erweist und sich an einen tragenden und verlässlichen Glauben zurück sehnt.
  • Von der Sozialisierung eines anerzogenen, frommen, institutionalisierten, blinden Kinderglaubens zur Selbstentwicklung eines entwickelten, substantiellen, persönlichen, existentiell errungenen aufgeklärten Lebensglaubens, der das Universelle, Archetypische und Individuelle miteinschliesst.
  • Von "jedem geschieht nach seinem Glauben“ und dieses nicht zu hinterfragen und zu begründen wird als christ- liche Tugend betrachtet zu der Glaubende bewegt  sich immer in dem Kreislauf "vom Unglauben zum Glauben, vom Glauben zum Zweifel und wieder zu einem neuen Vertrauen".Es ist in vielen Glaubenskrisen langsam gereifter, verbindlicher felsenfester, unerschütterlicher und widerstandsfähiger in der Glaubensspannung aus- gehaltener Glaube mit " Haut und Haaren", welchem noch die letzte Gewissheit  fehlt. Der Gottesglaube ist stets bedroht, nicht krisenfest und gegen Zweifeln ab- gesichert. Gerade durch die Zweifeln hindurch bewährt sich das ja zu Gott und wird zu einem geprüften und bewährten  Gottesglauben.Erst indem ich mich darauf einlasse, eröffnet sich mir die Wirklichkeit und die Glau- benswahrheit. Bis es zum tragenden, substantiellen Glauben kommt, haben die Götter den "Zitter-Ausdauer-Hinterfragungs-Schweiss" gesetzt. Der Glaube ist der aktive Mitvollzug, ja sogar die Mitgestaltung durch den Glauben als objektive Tatsache.Das Leben ist aber immer das Endprodukt des Glaubens. Einerlei, ob das was wir glauben gut oder schädlich ist, was eine ständige Glau- bensreflexion  notwendig macht.Wer den Glauben höher hält als das Wissen, schleudert der verwurzelt Glaubende sein z.B. fünfzig Jahre langes erworbenes verstandes- stolzes  Welt- und Wissenschaftswissen seiner Unbelehr- barkeitweg  und tauscht es gegen den Glaubensfrieden ein, weil er weiss, wer glaubt ist nie allein.Deshalb wird  den Glauben nicht zu hinterfragen im Gegensatz  als Untugend verstanden und nur hinterfragte Glaube an Gott stellt einen grossen Wert und höchster Adel dar.
  • Vom Aber-,Irr-,Un-,Nicht-,blinder-, frommer-, Analpha- beten-und  Erziehungsglauben zum selbst entwickelten existenziellen,errungenen Gewissheitsglauben als ein dauerhaftes,tragendes  Lebensgrundgefühl.
  • Von der Intellektualisierung des Glaubens (alle Glau- benserfahrung erscheint umgewandelt  in Philosophie) zur Selbsterfahrung des Glaubens ( existentielle Lebens-erfahrung wird umgewandelt in Entwicklungsteleologie).
  • Von der Glaubenstatsache, dass die meisten Menschen mehr an die Europäische Zentralbank (Welt-,Staats-und Geld-und Fortschrittsgläubigkeit) als an Gott glauben    und das immanente (An)vertrauensrisiko einer Glau- bensentwicklung scheuen, damit nichts anfangen kön- nen oder mit vorurteilshaften "Kirchenkram" verbinden zu wo der fromme Glaube sich seinen Ausdruck schuf (z.B. gotische Kathedralenschöpfung), da wurde er zum Grössten fähig.
  • Von dem inbrünstigen Glauben, dass der Mensch getra-gen, bestätigt und abgesichert  ist durch den Staat,die Gesetze, die Wissenschaft, die Gesellschaft, seinen Ar- beits platz, durch das Geld und den Materialis-und Kon- sumismus nur gestützt auf die menschliche Kraft und  Hilfen werden nur in der Welt gesehen. (Der Mensch macht Entwicklung) zur tragenden Kraft der Glaubens- wirklichkeit,  wo der Mensch aus dem Glauben an Gott heraus getragen,bestätigt und abgesichert wird  gestützt auf die unerschütterliche Glaubensmacht und Gott wird als die einzige Hilfe angesehen. (Die Ent- wicklung macht den Menschen)*.

* Menschen investieren in Dinge und glauben an die Investition, weil diese erfolgsversprechend ist, aber dem Glauben an das risikolose Bibelwort wird nicht viel zugetraut 


  • Vom tradierten Schriftglauben zum evolutionären "zehn  Entwicklungs-Reife-Übungs-Stufen des Glaubens" (siehe oben).
  • Von einem transzendenten, substanzlosen Gottes- glauben zu einem immanenten, substantiellen Lebens- glauben, wo die  Transzendenz in der Lebensbetroffen- heit entwickelt wird.
  • Von dem Reformator Martin Luther,welcher die These vertrat, dass der Mensch vor Gott allein nur durch den Glauben gerecht werde zu einer weiteren Hypothese von Meister Eckhart, dass  die aus Gottgeborenen die Macht haben, selbst Kinder Gottes zu werden, allein durch den entwickelten De-und Entmaterialisierungs- und den Unsterblichkeitsfrieden, den es  vor seiner Geistmeta- physik nie gegeben hat.
  • Von einem pervertierten Glauben extremistischer Aus- prägung z.B. bei einem fundamentalistischen  Selbst- mord-Attentäter, der Unschuldige mit in den Tod reisst und dessen einzige Warnung darin besteht ,"das Beste sei an nichts mehr zu glauben und diesen aufzugeben.Aber jeder Mensch glaubt an etwas (z.B.die Kaufkraft des Geldes),weil der Glaube konstitutiv mitgegeben ist.Auch die Wissenschaft basiert auf einem Glauben, weil ohne den Glauben an einen Sinn alles unsinnig wird.Dagegen steht der vernünftige,sich bewahrheitete Glauben an Gott, weil es das Einzige ist, was er von uns verlangt und dieser einen grossen Wert und höchster Adel darstellt,Es ist das Bibelwort: " Dir geschehe nach deinem Glauben. Erst indem ich mich darauf einlasse, eröffnet sich mir die Wirklichkeit und die Glaubenswahrheit.Es gibt kein Wis- sen ohne den Glaubensakt, sondern wir müssen einfach zu aller erst glauben.Der Denkakt wird zum Vertrauens- akt, der abstrakte Begriff wird zum objektiven Begriff und der Glaube ist ein anderes Wort für verlässliches Vorwissen.Das Leben ist immer das Endprodukt des Glaubens und  die  Wirklichkeit entspricht der Richtung unseres Glaubens, gleich wir glauben ob gut oder schäd- lich.Der Weg der Freiheit gehen heisst Gottvertrauen. Aber dieses ist nur möglich, wenn ich an Gott glaube.Der Glaube ist nicht nur eine alleinige, religiöse Glaubensan- gelegenheit mehr,  sondern eine reale Verwirklichungs- kraft, welche in der Quantenphysik als empirisches Faktum nachvollziehbar bestätigt wird. Der Glaube wird völlig unreligiös als eine übergeordnete Kraft definiert   mit der Kraft Wirkens, des Wahr machens als eine mate- rialisierende Entität*.


* Wenn ich mich im Glauben wieder erkenne, handelt es sich um einen lebendigen Prozess, der den gesamten Menschen erfasst   und dieser selber verwandelt wird. Das Subjekt und das Objekt der Erkenntnis sind identisch und die  Spaltung ist aufgehoben, das Glaubenswirk-lichkeitsbewusstsein wird für den Glaubenden zur empirischen Beweisrealität

Glauben-Bildungs-Kultur-Lernen-Glauben Entwick-

                    lungs-Kultur-Lernen.

  • Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist viel Ausdauergeduld    nötig, bis sich der sportliche Erfolg einstellt,  um die Niederlagen, Verletzungen etc. zu verarbeiten und um nicht aufzugeben. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist bis zur Entwicklungsreife eine nie erlahmende Ausdauer nötig, bis sich der Entwicklungserfolg einstellt. Beim Entwicklungs-Individuations-Lebenslauf benötige ich, bis ich am Berufungsziel angelangt bin, " den langen Atem ", die Ausdauer, die Geduld," den Sieger- und   Finisher- glauben eines Langstreckenläufers ".


  • Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist das Werden des Lebens im Substantiv zur Ruhe gekommen und ist nicht mehr Gegenstand des Begriffes (Begriffsstatik). Der Entwick- lungslernbegriff ist die ruhelose Form des Bildungsbe- griffes,wo das Entwicklungswerden als Verbum Gegen- stand der neuen Begriffsdefinition wird (Begriffsdyna- mik). Im Bildungslernprozess bleibt der Begriffsdualis- mus zwischen dem unsinnlichen Wesen der Erscheinung   und der sinnlichen Erscheinungbestehen (ich muss sehen, um wissen und glauben zu können). Im Entwick- lungslernprozess wird der Begriffsdualismus als Spaltung überwunden, weil das Wesen und die Erscheinung einer Sache identisch werden (ich muss erst glauben, um sehen zu können, weil der Glaube das Wissen mit einschliesst)*.

* I.) Nach dem Philosophen Immanuel  Kants dualistischer Philo-
sophie ist vereinfacht gesagt die sinnliche Erscheinung einer Sache nicht " das Ding an sich " und das Wesen einer Sache. Das Wesenliche
liegt jenseits aller Worte. Das Anfassbare schliesst das Unfassbare nicht mit ein.

II.) Man soll nicht stehen bleiben bei dem äusseren Zeichen, sondern in das Innere der Wahrheit, in das Wesen einer Sache als Sinnge-
halt  eindringen und durch die Dinge hindurch gehen, um ihnen gegenüber zustehen und die Wirklichkeit hinter der Erscheinung zu erkennen. Die Materieatome werden gespalten und zertrümmert,
um zum Geistwahrheitskern vorzustossen. Von der Quantenphysik wissen wir, dass es keine Materie gibt. Nur der Geist ist Wirklichkeit und die Ursache für die transzendierende Realität.

III.) Im Kern geht es ist um die De-und Entmaterialisierungs- feststellung Meister Eckharts, dass jedes  Ding, jeder Begriff, jede Situation, jeder Eindruck, jede Lebenslage, jede Erfahrung, jede Lebensdisharmonie, jeder Konsum, jede Technik,  jede Unterhaltung, jedes Problem und Krise, jedes gute oder schlechte Tun, jeder Lebensdruck, jedes Erlebnis, jede Bewertung,  jede Empfindung, jedes Leiden, jede menschliche Begegnung, jede Ichbezogenheit, jedes Konsumierbare, jedes zweckdienliche seine eigene Gotteswahrheit hat und automatisch zur Individualisierungs-Friedens-Bringschuld einer Entwicklungslosigkeit wird,wenn diese nicht als Zeichen und Mittel zum Individualisierungs-Sinnzweck verwendet wird, welche auf Höheres verweisen,was verwirklicht werden soll. Es sind alles nur Wegweiser,  Hilfen Probiersteine und Mittler für den Weg  nach oben was den Menschen übersteigt und sind  nur je nach kultureller Affinität Mittel zum Entwicklungs-Individualisierungs-Reifezweck, welche nicht an die Seele heranreichen. Alles dient nur dem einen Ziel durch die Dinge hindurch zugehen, um ihnen gegenüberstehen. Erst dann ist es möglich, diese in der Entwicklungs-Transzendierung zu überwinden und zu einem Stück mehr Frieden zu gelangen, weil Ruhe aller Unruhebewegung Suchziel bleibt. Das Viele ist nur da sagt Meister Eckhart, die Anwesenheit Gottes in allem zu erfassen, um zu dem Einen (Gott) und zu mehr Gotteswahrheit zu gelangen und dieses
"Eine" ist Frieden, ein weltlich Ding und geistiger Stand zugleich. Alles wird in der Absicht getan, es zu überwinden, zurückzutreten hinter die Aufgaben ,die der Höchste zu seiner Ehre verwirklicht haben will. Die Säkularisierung wird religiös begriffen.

IV.) Der Glaube, die Gefühle, die Erkenntnis,  Gewissensentschei- dungen, die Einstellungs-Sichtweise, die Entwicklungs-Prozess-Trans-
zendenz sind keine wissenschaftliche, anwendbare Begriffe, aber in der Mikrophysik sind es gefühlte Fakten mit der Kraft Wirkens, des Wahrmachens und die materialisierende Entität. Die Dinge sind, weil sie erkannt werden. Indem ich erkenne, gestalte ich das Erkannte mit
Der Glaube ist der lebendige Mitvollzug, ja sogar die Mitgestaltung des Glaubens. Die Erkenntnis richtet sich nicht nach den Gegen- ständen, sondern die Gegenstände richten sich nach der Erkenntnis. Sie steuern die Materie, bewerten die Situation, sind die Ursache von Lernerfahrungen und bilden die Ganzheit ab.

  • Bildungs-Kultur-Lernen wird von einem unreifen Glauben weltanschaulich, religiös oder materialistisch interpre- tiert (Konfession-, Staats-, Geld-, Wissenschafts-oder Weltgläubigkeit und Bestätigung von aussen). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird der Glauben evolutio- när  interpretiert (Glauben als Lebensgrundgefühlsein stellung) an eine weltanschauliche neutrale, unreli- giöse, universalisierende, tragende Lebensurkraft des " sich-selbst-vertrauen lernens "als Zeichen errungener  Glaubensreife, Glaubensgewissheit (Glaubens)ruhe von innen)*.

*I.) Im Bereich der Mikrophysik ist der Unterschied zwischen Subjekt und Objekt gegenstandslos geworden. Subjekt und Objekt bedingen sich gegenseitig. Was in der Makrophysik wissenschaftlich metho-disch ausgeschlossen ist, sind  in der Mikrophysik Parameter, welche die Wirklichkeit gestalten. Indem ich erkenne, gestalte ich das Erkannte mit oder in dem ich glaube, realisiert sich das Geglaubte und ist die Kraft des Wahrmachens.

II.) In der Quantenphysik sind Subjekt und Objekt gegenstandslos geworden und der Erkennende gestaltet das Erkannte mit. Der Glaube und die Gefühle sind in der Mikrophysik ein konkretes Faktum und die Kraft des Wahrmachens. Sie steuern die Materie, bewerten die Situation, sind die Ursache von Lernerfahrungen und bilden die Ganzheit ab. Sie sind angeboren und wichtiger als unser Bewusstsein und die Vernunft. Weil sie lebenskraftunmittelbar sind, entspringen sie direkt aus der Lebenskraft selbst. Dass die Materie sich entsprechend meines Bewusstseins und meiner Überzeugung verhält (Glaubensoffenheit) ist quantenphysikalisch unstrittig und völlig unreligiös.

  • Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist es die Sichtweise des Alt- meisters Johann Wolfgang Goethes, dass man nur sieht, was man weiss (Bildungs-Begriffs-Dualismus). Ich muss wissen, um glauben zu können " (Denkakt und Intellek- tualisierung des Glaubens). Beim Entwicklungs-Kultur-Ler nen ist es die quantenphysikalische Sichtweise, dass ich schon weiss, was ich glaube zu sehen"(Entwicklungs-Begriffs- Universalismus) ich muss erst glauben (Vertrau- en),  um verstehen und wissen zu können "(Glaubensakt und Intellektualisierung der Glaubenswahrheit) (Entwick- lungs-Begriffs-Universalismus).
  • Bildungs-Kultur-Lernen vertraut man sich bei Krankheit approbierten Ärzten und der naturwissenschaftlichen Schulmedizin (Teilheit, Relativität, Fremdvertrauen, welches nicht trägt und die Angst bleibt). Beim Entwick- lungs-Kultur-Lernen ist keiner wirklich geheilt, der seine religiöse Einstellung nicht wieder erreicht, was mit Konfession oder Zugehörigkeit zu einer Kirche nichts zu tun hat" (Ganzheit, Objektivität Lebens (Gliederungs- punkt)glauben, Gottvertrauen, welches trägt und die Angst schwindet)*.


* C.G. Jung, Schweizer Psychiater und der Begründer der analytischen Psychologie.

*I.) Weil der wissenschaftlichen Schulmedizin kein seelischer Gehalt gegenübersteht, ist  die Diagnose "MS" Subjekt-Objekt-Spaltung und trägt keine (Ganzheits)wirklichkeit in sich*.

*Alles was kein Sein hat, ist ein Nichts*.

*Meister Eckhart.

II.) Die Ärzte glauben ihren Patienten sehr viel genutzt zu haben,
wenn sie seiner Krankheit einen Namen geben und repariert die
Krankheiten wie ein maschineller Defekt. Mit dem Lernen von
Fachbegriffen und Zuständen ist noch nichts gelernt und hat sich
noch nichts verändert, auch wenn durch das Diagnosewissen die
Krankheit als gebannt und therapierfähig erscheint.Siehe Textfort-
setzung Rezension " Salutogenese, Geist-,Gebets- und Glaubenshei-
lungen" in https://die-gotische-kathedrale.de/Entwicklungsgotik-1

III.) Nach Meister Eckhart ist der Mensch mehr durch die Seele als durch den  Leib. Der Leib ist in der Seele und nicht die Seele im Leibe. Dagegen wirken die Vorstellungen der Seele auf den Leib kräftiger als der Arzt und seine Arznei. Dieses Paradigma gilt als Grundlage für die Geistheilung."Was kein Sein hat ist ein Nichts". Weil der wissenschaft- lichen Schulmedizin kein seelischer Gehalt gegenübersteht, ist z.B. die Diagnose "MS" Subjekt-Objekt-Spaltung und trägt keine (Ganzheits)- wirklichkeit in sich. Jede Wissenschaft ist wenn sie Wissenschaft sein will Mathematik.Deshalb ist die Zahl (Parameter)kontraproduktiv zum "Wort" des Schöpfungslogos bei der Geistheilung.

IV.) Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird der Glaube zu einem objektiven Begriff, selbst Kultur und wird die kirchliche Frömmig-
keit genommen. Der Glauben wird als eine (neutrale) Grundkraft verstanden und liegt in der Lebenshaftigkeit der Entwicklungsidee beschlossen. Er gehört zum Grundwesen des Menschen, was nicht durch Wissen ersetzt werden kann.


  • Bildungs-Kultur-Lernen ist z.B. eine gotische Kathedrale besichtigen und versuchen dessen Geistbildungskultur wissensmässig zu erfassen. Entwicklungs-Kultur-Lernen findet es abwegig, sich mit Bildung abzugeben, wenn es um unsere Seele oder neudeutsch um den " Entwick- lungs-Individualisierungs-Transzendierungs-Prozess" geht. Zum Glauben kommt man nicht durch Bücher oder Deduktionen von Gedanken. Die Beschreibung des Glaubens führt noch nicht zum Glauben. Auch der Glaube und das religiöse Gefühl lassen sich nicht kulturell und mit keiner Denkmalpflege fördern. Mit der Bildungs-kultur-Lernen kann " ich nicht zu Gott kommen, weil die Seele keine Lust hat an der Bildung". Ein kultureller Fortschritt kann nicht vom rationalen bildungsweltlichen und staatlichen Institutionen kommen, sondern von etwas, was diese übersteigt und wird einem (Kulturler- nen-17-Nr.782 geschenkt.
  • Vom " gotischen Bauübermut " der Kathedralenbauhütte ein solches Jahrhundertbauwerk mit einfachen, techni- schen Mitteln zu bauen und die vielen Baurisiken für einen unüberschaubaren, unplanbaren Zeitraum wie Kriege, Naturgewalten, Geldmangel, wechselnde Herren der Zeit, nachlassen der religiösen Spannkraft,Baustil- wechsel etc. in Kauf zunehmen (Gottvertrauen) zum Entwicklungslebensübermut, mit dem Bau seines Ent- wicklungslebensgebäudes zu beginnen als Entwick- lungslebensindividualisierungsweg, allen Lebensrisiken, Lebenswiderständen, Irrtümern, gesellschaftlichen und beruflichen Nachteilen, fremden Meinungen und nur alleine da stehen " zum Trotz " und nicht aufzugeben (Entwicklungslebensvertrauen).
  • Vom Bau der gotischen Kathedrale, wo der Schlussstein als Hauptkontenpunkt des Gewölbes alles zusammenhält und erst, wenn er eingesetzt ist, wird die Konstruktion selbsttragend bzw. wenn er entfernt wird, stürzt das Ge- wölbe ein zum Bau der Lebenskathedrale, wo das Gott- und Lebensvertrauen als Schlussstein und Hauptknoten- punkt des Lebensgewölbes alles zusammenhält, ist die Lebenskonstruktion selbsttragend bzw. wenn dieses fehlt, stürzt das Lebensgewölbe ein.


          Gnade und Entwicklungsreife*


* Gnade ist ein expliziter,christlicher Begriff und drückt nur das Reifeverhältnis zum "heiligenden Entwicklungsprozess"aus.
Die östlichen Religionen glauben an die Möglichkeit der Selbster- lösung, während die westliche religiöse Doktrin die Gnade Gottes
als Erlösungsvoraussetzung gilt.Entwicklungsreife Nr.782 wird als Beginn der eigentlichen Entwicklung betrachtet und mit jeder Entwicklungs-Transzendierungs-Überwindung bin ich von dieser unfreien Abhängigkeit erlöst.


  • Von den unterschiedlichen Gnaden(zeitpunkt)vor-aussetzungen und Selbstrechtfertigungslehren aus eigener/nicht eigener Leistung der katholischen, refor-matorischen, orthodoxen Kirche (gottwärts) zur Über-windungstranzendierung der Selbstrechtfertigungs-lehren zu den unterschiedlichen Reife(zeitpunkt)voraus-setzungen,welche der Entwicklung inne liegt .Es ist die Grundüberzeugung ,dass die "Erlösung" des Menschen ohne einen Gedanken möglich ist d.h.,dass diese im Einzelfall immanent mitgegeben ist, nicht konfessionell beeinflusst werden kann und es keinen Menschen gibt, der nicht einmal "seine Stunde" hätte (entwicklungs- wärts) *.

* Im Werdenden liegt die Reife noch nicht und sieht auch die Reife nicht. Jeder weiss, " dass man einen Birnbaum noch so prügeln kann, aber er wird deshalb nicht schneller reif. Siehe Textfortsetzung Nr. 782 "Bis zur Reifezeit" (kulturlos)"Beim Reifezeitpunkt (Kulturentwicklung)" in Kulturlernen-17

*I.) Gnade theologisch: Die Einheit der Kirche ist u.a. an dieser Streit-
frage zerbrochen, ob der Mensch durch eigenen Verdienst oder durch die Gnade zum Seelenheil gelangen kann. Es ist ein Schlüsselthema der Theologie, unter welchen  Voraussetzungen und wann sich
Gott dem Menschen zuwendet. Die katholische Kirche lehrte, dass man Heil und Erlösung durch gutes Verhalten und gute Werke (die
so genannte Werksgerechtigkeit) finde. Dem setzte Luther die Aussage von "sola fide" entgegen: Allein der Glaube, die Annahme
des Wortes Gottes in Christus, was ein Gnadengeschenk ist, erlangt das Heil, nicht die menschenmögliche Leistung. Nach der Lehre der römisch-katholischen Kirche grob gesprochen kann der Mensch zu Lebenszeiten dank kirchlicher Sakramente der Gnade sicher sein
und göttliche Gnade erfährt er, wenn er seine Sünden bereut. Für
alles auf der Welt hat Gott schon vorher die rechte Zeit bestimmt. Gnade braucht jeder Mensch, weil wir alle Sünder sind und nur
durch den Glauben gerettet werden können. Die Gnade Gottes ist
erst im Neuen Testament durch Jesus Christus geworden und
diese ermöglicht erst ein christliches Leben. Im reformatorischen Glauben wendet sich der Gläubige im Gebete direkt an Jesus Chris-
tus, damit dieser ihm seine Sünden vergibt und kein Werk des Men-
schen kann die Rechtfertigung herbeiführen. In der orthodoxen Theologie wird die Gnade auch nur als eine freiwillige Selbstmittei-
lung Gottes und ohne Eigenleistung interpretiert.

II.) Bei der "Reife evolutionär" gehören Entwicklung und Reife ge-
hören zusammen.Mit der Reife wird sogar die Evolution überwun-
den, weil diese auch nur ein Erkenntnismittel zur Entwicklungs-
reife darstellt. Naturgemäss ist die Entwicklungsreife auf dem persönlichen Entwicklungsweg für die Individualitätsentwicklung immer mitgegeben und liegt der Entwicklungsnotwendigkeit inne, weil in jedem etwas anderes in der Entwicklung angelegt ist.Jede
Individualität besitzt hunderte von Einzelzügen. Jeder Mensch auf Erden erhält eine ihm eigene Reife und dadurch ist jeder von dem anderen verschieden. Der Mensch steht seit Ewigkeit in der Ent-
wicklung und deshalb steht er seit Ewigkeit in der Reife.

III.) Wenn die Entwicklungsreife religiös betrachtet wird, ist es der Beginn der Gottsuche als Bekehrung,ein nie endender Versuch,das Evangelium in das eigene Leben umzusetzen. Weil Gott den Men-
schen sucht und Christus alle erlöst hat, ist es ein wachsen in der Gnade und jeder ist auserwählt."Meister Eckhart sagt:Ich behaupte bei Gottes ewiger Wahrheit, dass sich Gott in einem Menschen, der sich im Grunde gelassen hat, nach allem seinem Vermögen rück-
haltlos ergiessen muss. Gottes Natur und sein Wesen und seine Gottheit hängt daran, dass er wirken muss. Mit der Gnade trägt
Gott mehr Licht in die Seele, als alle Vernunft sie aufzubringen vermag". Bei Reife wird der Mensch bei seinem Namen gerufen
und Gott tritt ins Leben, damit die Seele in das gebracht wird,
was sie selber ist. Bei Reife gehört er nur Gott und nicht mehr dem Menschen."Als ich erkannte, dass es nur Gott gibt, hatte ich keine andere Wahl ihm zu dienen."Für alles auf der Welt hat Gott schon
vorher die rechte Zeit bestimmt".

IV.) Alles kann als Gnade ausgelegt werden, wo Gott sich zu erkennen gibt. Weil alles in der Welt und jedes kleinste Ding als Erkenntnismit-
tel zum Entwicklungs-Individualisierungs-Zweck dienlich ist, kann dieses wesende und wirkende Erkennen hinter der Erscheinung als Gnade interpretiert werden.

V.) An wichtigen Punkten der Evolution treten Wertwenden auf d.h. was bis dahin entwicklungsfördernd war wird entwicklungsschädlich, die Anziehungsentwicklung wird zur Abstossungsentwicklung und
die Involution zur Evolution. Positive und negative Tendenzen
schlagen bei der Reife ihr Gegenteil um. Der Entwicklungswiderspruch bewirkt erst die Reife (Lebensdialektik). Bei einem gewissen Reifezu-
stand regt sich die Gegenidee, die einen Gegenzustand herauf führt und die erste Idee zu einer Höheren wandelt. Das neu empfundene Leben spürt seine Entwicklungsprozesskraft und drängt zur Tat.

VI.) Der Einzelne wird vom Evolutionsstrom erfasst, wenn die kritische Masse für Veränderungen erreicht ist und das Gleichgewichtsgesetz der quantitativen Veränderungen in qualitative Veränderung um-
schlägt. Wir befinden uns immer in einer Reifungsphase zur Entwick-
lung für etwas und es gibt jeden Tag viele Reifezeitpunkte für dieses und jenes entsprechend  der Reifenotwendigkeit und der Entwick-
lungsempfänglichkeit. Jeder Mensch muss seiner Entwicklung folgen, ob er es will oder nicht (bei Reife freiwillig und ohne Reife unfrei- willig).

VII.) Wir haben nicht die Kraft zur Vervollkommnung und deshalb bleibt evolutionäre Selbstformung als Selbsterlösung eine Illusion.
Im religiösen Duktus gesprochen sind Sündenlosigkeit, Gerechtigkeit und der Geist Gottes ohne dessen Beistand nicht möglich, weil die Gnade dafür notwendig ist.Um die Reife  können wir uns nicht bemühen,wenn es nicht als treibende Kraft in uns wirkt und ist
nicht aus eigener Kraft möglich. Die menschliche Vernunft und der Verstand sowie intellektuelle oder körperliche Leistungen sind
nicht in der Lage, die Entwicklungsreife herbeizuführen und die Reife kann nicht als Ursache eigenen Wirkens angesehen werden. Es steht in niemanden Macht durch eigene Aufstiegsbemühungen, durch Arbeitshochdruck, tugendhaftem Leben, ethischer Vorleistung, Zeitraffung, körperliche Askese oder durch Geld diese zu beein- flussen, zu beschleunigen oder  zu erreichen.

VIII.) Es ist das Leben in seiner Selbstmitteilung als Lebensunmittel-
barkeit. Die Reifevoraussetzungen für den Reifezeitpunkt sind in
den lebensgesetzlichen Entwicklungsanlagen und Entwicklungsbe-
dingungen entwicklungswillens-, entwicklungsprozess-und ent-
wicklungsvertrauensmässig als das Ergebnis eigener Entwick-
lungsleistung konstitutiv mitgegeben. Die Komplexität der Entwick-
lungszusammenhänge, Wechselwirkungen und Einflussgrößen ent-
ziehen sich der Ursache-Wirkungs-Rationalität. Die einzige Schuld
bleibt immer den Entwicklungswillen als der Vollzug des Entwick- lungsbesseren nicht zu wollen und damit seine Entwicklung zu blockieren. In der Entwicklungsauseinandersetzung erfolgt auto-
matisch die Entwicklungsreife als Frucht der Auseinandersetzung.
Der Entwicklungsprozess ist Reifeprozess für die Empfängnisbe-
reitschaft z.B. beim Lobgesang des Magnifikat (abrupt) oder über den Reifeprozess von Entwicklungsstufen  (allmählich). Wenn ich z.B. grosse Lebensziele habe und mit unermüdlicher Ausdauer und
Disziplin jeden Tag an deren Realisation arbeite, ist die Reife na- turgemäss als eine Frage der Zeit immer mitgegeben. Einerseits ist
die Reife ein Geschenk "von Gottes Gnaden" (Transzendenz) und andererseits  hat Gott keine anderen Hände als die Meinigen (Imma-nenz)*.

* Die Erlangung der bedingungslosen Gnade Gottes setzt den Verzicht des Versuches voraus (Eigenwille), aus eigener Kraft Gott gerecht werden zu können. Alle Initiative geht von Gott aus.

VIII.) Auch wenn es vernünftig ist sich zu entwickeln, aber freiwillig geschieht es nur, wenn dir Zeit dafür reif ist. Bei allem muss die
Reife hinzukommen. Obwohl vom Vernunftsdenken und der ge-
sellschaftlichen Moral verworfen, widersteht man der Versuchung nicht. Erst bei Reife hat der Geist die Widerstandskraft, dass er
dem Begehrenswerten widersteht, was er vorher nur verstandes-
und vernunftsmässig verworfen hat. Wenn ein Reifezeitpunkt ein-
tritt, ist dieses ein nie zu ergründender Ausnahmefall der Natur.

IX.) Weil sich Evolutionsprozesse der perfekten Vorhersage entziehen und sich nicht von aussen beeinflussen lassen, können wir auch keinen direkten Einfluss auf die Zeitpunktreife ausüben. Da aber die Reife in allem entwicklungsnaturgemäss ist, können wir trotzdem
indirekt von morgens bis abends darauf hin- und einwirken.

X.) Meister Eckhart sagt: Ein verlässliches Zeichen für die Reife ist, das dir alle Dinge Gott werden. Soweit Gott Gleichheit in der Seele findet (Reife), soweit wirkt er. Vor der Geburt (vor der Reife)  ist Gott "reines Sein“. Nach Geburt (Reife) da war Gott nicht Gott in sich selbst,er war
 Gott in den Kreaturen." Im Zunehmen (vor der Reife) sieht man von Gott nichts. Solange wir auf dem Weg sind zu Gott haben wir noch nichts von ihm. Erst wenn die Natur das Höchste erreicht hat, so tritt Gott mit seiner Gnade (Reife) ein. Die Dinge sind (Reife), weil Gott wird und Gott geworden ist und jeder empfängt von Gott soviel, wie er zum empfangen fähig ist. Gott schafft die Dinge aus dem Nichts und d.h., Gott schafft die Dinge aus der Fülle des göttlichen Wesens. Es gibt keine Materie, aus welcher Gott formte. Gott ist seine eigene Ma-terie und Form. Alle Kreaturen haben kein Wesen, denn ihr Wesen hängt von der Gegenwart Gottes ab. Wendet sich Gott einen Augen- blick ab, würden sie zu nichts" .


  • Von der jetzigen vorreligiösen Stufe einer Inkubationszeit zur religiösen Freiheitsstufe bei Entwicklungsreifezeit-Nr.782 für den Einzelnen*.


              Religions-Entwicklungs-Reife-Stufen


  • Die Freiheiten werden der Religion untergeordnet und endet meistens damit als dogmatische, geistige Norm.
  • Eine Religion muss man haben, sonst kann man die tradierte Väterreligion nicht überwinden.
  • In der Freiheit wird die Religion erst entdeckt und  " zurück errungen" als höchste Entwicklungsstufe der Religion einer individuellen, seelischen Erregtheit, wo das Leben zur Religion wird*.

* Entwicklung ist die Auflösung der Religion in ihr Wesen und das ist das Leben, welches selbst zur Religion wird. Nur eine Religion wird ernst genommen, wenn sie nicht ausserhalb vom Leben steht. Durch die Auflösung in das Leben wird das Religiöse entmystifiziert, ist lebensnormal und so real wie die Hand am eigenen Arm. Religion ist angeboren und gehört konstitutiv zum Menschsein. Die Religion und der Glaube an Gott sind vom Menschen als Anlage mitgegeben. Das Religiöse lässt sich vom Entwicklungslebensprozessakt nicht trennen und ist immer mitgegeben und mitgesetzt. Deshalb ist jeder Mensch religiös. Alle Lebensfragen werden behandelt, als wenn sie Religion wären.  Religion ist die Substanz der Kultur und Kultur ist die Form der Religion.


  • Von der Gnadenlehre als entscheidender Punkt für jede Religionsgemeinschaft, weil erst bei der Gnade sich die Religion erschliesst (Religion bedarf der Gnade) zu die Entwicklungsreife ist der entscheidende Punkt, weil erst bei dieser Reife die Entwicklung sich einem erschliesst (Entwicklung bedarf der Reife) *.

*Bis dahin wird das Leben nur als eine Entwicklungsinkubationszeit angesehen, eine Vorreife-Voraussetzung  zur eigentlichen Reife, nur ein Vorspiel, ein Suchen und Erfahrungen sammeln wie"ein Spielen
im Sande". Die Zeit vor der Entwicklungsreife, da ist jeder Tag nur
ein Tag näher an der Reife (sonst ist er wertlos) und nach der Reife
ist jeder Tag etwas Besonderes und Einzigartiges und dieser Tag würde der Welt fehlen. Alles was ich bin, bin ich nur durch die Ent-
wicklungsreife geworden und nur bei Reife bekommt das Leben
einen Sinn und wird zu einem gelingenden Leben. Alles hängt von
der Reife ab und ohne diese ist alles nur ein Nichts.


  • Von wer in der Welt alles ist, ist vor Gott ein nichts (vor der Entwicklungsreife/Gnade) zu weil er vor Gott alles ist, ist er (als Entwicklungswegsuchender) erst einmal in der Welt ein Nichts (Kulturlernen-17-Nr.782).
  • Von alles ist Gnade (Reife), wo Gott sich zu erkennen gibt zu alles ist aber auch Gotteswille, wo die Unreife noch keine Gnade zulässt.
  • Von der Mensch will bleiben wie er ist, ohne Gnade und eigene Wandlung erlöst werden (wer sich anpasst, sucht nicht) zu der Mensch will seinem Leben einen Individua- lisierungssinn durch Abtragen seiner Friedens-Bring- schuld einer Entwicklungslosigkeit und damit Wert und Bedeutung geben. Erst in der permanenten Le- bensaus- einandersetzung in der Entwicklungs-De-und Entmate- rialisierung gelangt er zur ersehnten (ge- schenkten) Erlösungsreife, weil es niemanden gibt, der nicht seine Stunde hätte (Wer suchet, der findet) *.

*I.) Reife bedeutet im religiösen Duktus "Gnade". Entwicklung und Reife gehören zusammen. Die Reife ist in allem und der gesamten Evolution im Keim immanent von vornherein schon da und dieses Phänomen nicht erklärt werden kann. Hat die Natur ihr Höchstes
erreicht, erfolgt die Entwicklungsreife. Der Entwicklungsprozess ist Reifeprozess für die Empfängnisbereitschaft, welche zugleich auch die Befruchtung für den nächsten Entwicklungsschritt darstellt. Der Reifezeitpunkt ist der archimedische Nullpunkt, von dem aus alles entwicklungsmässig in Bewegung gesetzt wird.

II.) Einerseits ist jeder Mensch dazu bestimmt ein Individuum zu werden,aber um die dazugehörige Reife können wir uns nicht
bemühen, darum kämpfen, durch eigene intellektuelle oder körper-
liche Anstrengungen sie erzwingen. Diese Entwicklungsreife kann
ich auch nicht suchen, weil sie die Suchende ist. Die menschliche Vernunft und der Verstand sind nicht  in der Lage, die Entwicklungs-
reife herbeizuführen. Es steht in niemanden Macht durch eigene Aufstiegsbemühungen, durch Arbeitshochdruck, ethischer Vorleis-
tung, tugendhaftem Leben, Zeitraffung, Lebensaskese, Seminare, Bildungsbemühungen oder durch viel Geld diese zu beeinflussen, zu beschleunigen oder zu erzeugen. Der letztendliche, tiefe Durchbruch der Reifeerkenntnis kann nicht willentlich vollbracht werden und
ist nicht die Ursache eigenen Wirkens. Die Reife wird einem ge- schenkt,  kommt von selbst und unerwartet " wie Schnee im Som-
mer" und deshalb kennt sie auch kein Ego oder Stolz. Die Unreife
ist meistens auch der Grund,warum moralische Instanzen, Erziehungs- und Bildungsbelehrung eigentlich machtlos sind.

III.) Die grössten Entwicklungswiderstände sind die Gleichgültig-
keit, die Gewöhnungen,Bequemungen, die persönlich geschaffenen und so- zialisierten Über-Abhängigkeiten,die vielen Konsum- und Unterhaltungsanreize und individuelle Neigungen, das einzige Ziel haben nur noch den materiellen Lebensstandard zu halten und ihn weiter zu optimieren, die Interessenlosigkeit und Abgestumpftheit über das Alltägliche als das wiederholende Wissende hinaus, nur in einer passiven Erwartungshaltung an andere, sich mit seiner pri-
vaten, beruflichen und gesellschaftlichen Rolle und in einer satten entwicklungslosen Selbstzufriedenheit abgefunden haben und diese als absolut anzusehen,nur weiter machen wollen wie bisher und keinen Drang und Notwendigkeit mehr verspüren, nach dem Indi-
viduellen und Entwicklungs-Realideellen, nach Lebenssinn oder etwas, was das Leben übersteigt, obwohl es nach dem Philosophen Julius Langbehn nur ein Glück gibt und das ist, sich selbst zu re-
formieren. Das einzelne Gewissen wird meisten von den systembe-
dingten Normen und Wahrheiten der Gesellschaft bestimmt. Aber ohne Gewissen hört der Mensch auf als Einzelner zu existieren, denn nur im Einzelnen ist das Gewissen wach und nur als Einzelner besitzt der Mensch Zugang zum Gewissen.Der Mensch kann nicht bleiben wie er ist und das ist das Einzige, was es zu begreifen gilt.


  • Von der Gnadenlehre durch die " Heiligen Sakramente" und Sündenreue zu der Entwicklungsreifelehre, dass die einzige Schuld nur darin besteht, das Entwicklungs- bessere und Entwicklungshöhere als den Vollzug des Entwicklungs-Individualisierungswillens im Hier und Jetzt nicht zu wollen.
  • Von dem Gnadenverständnis der christlichen Auf-fassung, dass diese ein freier und unverdienbarer „Huldenerweis Gottes“ ist und der Mensch sich nicht selbst von seiner (Erb)schuld erlösen kann zum Ent- wicklungsreifeverständnis der Entwicklung, welche ohne Zutun einem geschenkt wird und der Mensch sich nicht selbst von seiner Entwicklungs-Individualisierungs-Friedens-Bringschuld einer Entwicklungslosigkeit erlösen kann *.

*  " Gnade ist ein Licht, das über allem schwebt und über alles hinweggeht, was Gott schuf oder schaffen konnte".

* Meister Eckhart.


  • Vom Gottesgnadentum einer im spätantiken und mittelalterlichen Europa entwickelte Legitimation der Monarchie, die sich allein auf den vorgeblichen Willen oder die Gnade Gottes stützt zum Entwicklungsreifetum für jeden einzelnen Entwickler, weil der Mensch seit Ewigkeit in der Entwicklung und deshalb steht er in seit Ewigkeit in der Reife. Jeder Mensch auf Erden erhält eine ihm eigene Reife und dadurch ist ein jeder von jedem anderen verschieden. Auf dem persönlichen Entwick- lungsweg ist die Reife für die Individualisierung immer mitgegeben und diese liegt in der persönlichen Entwick- lungsnotwendigkeit inne, weil in jedem etwas anderes in der Entwicklung am reifen ist.
  • Von "Gottes Wege können ins Dunkel führen (Licht der Gnade), aber sie enden immer im hellsten Licht" zu Krisen, Irrwege,Krankheit,Unsicherheit und jedes Schei- tern als Möglichkeit für einen Neuanfang " als das Licht am Ende des Tunnels " (Licht der gottgebenen Entwick- lungsreife)*.


* Die künstlerische Lichtwirkung einer gotischen Kathedrale setzt erst sich zusammen aus dem mystischen Dunkel und dem mystischen Licht.


  • Von der gläubigen Einstellung, dass ein gotischer Mensch  bis zum Zeitpunkt der Gnade alles ertragen und erleiden muss, bis es Form und Gestalt annimmt  zu ei- nem Entwicklungsmenschen, der alles in der täglichen Le- bensauseinandersetzung bis zur Entwicklungsreife-Nr.782 ertragen muss, bis sich die einmalige, unverwech- selbare Individualisierungs-Lebensform herausbildet*.


* Bis zur Gnade/Reife wird eine Inkubationszeit des Chaoses und der Selbstzerstörung vorangehen.


                         Gott


  • Von Gott der Vater (auf Gott warten) zu Gott der Evo-lution (Gott in der Entwicklung suchen nach dem Gottverständnis eines  Meister Eckhart)*.

* I.) Die Begegnung mit der modernen Physik als religiöse Erfahrung empfunden. In gibt in vielen theologischen Bereichen keinen wesent-
lichen Unterschied zwischen der modernen Physik und der Religion. "Gott" z.B. wird als ein quantenphysikalisches Problem betrach-
tet und die Erscheinungsform und seine  Existenz sind nur vom
Betrachter abhängig wie in der Quantenphysik z.B.das Licht eine Welle oder ein Teilchen sein kann, ist Gott als das Absolute real erfahr-oder nicht erfahrbar. Es wird der Aspekt der Realität er-
kannt, nachdem gerade gesucht wird und die Antwort wird im-
mer gerade die sein, nach der wir gefragt haben.Wenn wir andere Fragen stellen, werden wir auch andere Antworten erhalten.


  • Von Bücher über Gott sind immer ein Bestseller gewesen (Gelehrtenbücher) zu Büchern über das Leben als  Er- scheinung Gottes, weil Gott in jedem einzelnen Men- schen seine einmalige Individualität entwickeln will, werden die zukünftigen Buchbestseller (Vorbild)bio-grafien sein *.

*I.) Es ist immer die Gretchenfrage: "Wie hältst du es selbst mit dem, was du verkündest ? " Wir verändern und verbessern als Orientie-
rungsvakuum die Welt nicht mit dem was wir sagen, sondern nur durch das, was wir durch die Selbstentwicklung geworden oder nicht geworden sind. Die Nachahmungskraft und autorative Ausformung wird erst durch die Vorbildfunktion übertragen. Weil jeder Mensch ein Teil der Menschheit eines universellen Ganzheitsbewusstseins ist, und wenn es vom Einzelnen realisiert wurde, wirkt es erst vorbildlich für das Ganze als Gemeinschaftsfeld aus. Denn der Geist bildet eben die Beziehung aller Teile zum Ganzen und zu seinen Teilen. Das drückt auch der Bewusstseinsbegriff in der Übersetzung aus dem Lateini- schen "conscienta" als Mitwissen und im Altgriechischen "syneidesis" als Mitwahrnehmung und Mitempfindung aus. Es ist die vorgelebte Lebensgrundhaltung als Orientierungsvakuum für die Anderen. Von dem Grad der Selbstbeherrschung wird der Grad der Gleichwilligkeit der Anderen bestimmt. Das Vorbild findet sich in allen wieder und alle finden sich in ihm wieder. Es sind nicht die Worte, welche die Men- schen überzeugen,sondern die persönlichen Vorbildtaten.

II.) Das Vorbild sollte nicht nur dafür stehen, wie die Welt und der Zustand besser zu sein hat und sein kann, sondern in erster Linie provozieren, inspirieren und das Gefühl vermitteln, immer wenn es darauf ankommt, anwesend zu sein. Ein Mann macht viele, weil seine Individualität in der Individualität aller auf geht. Ein Vorbild über-
nimmt früher oder später die Führung, weil er eine Bewegung in Gang gesetzt hat. Der erste Schritt ist, etwas zu bekommen, dass man es von sich fordert. Mit dem was man tut als universelles Kraftfeld ist es,mit dem die anderen er-und gezogen werden. Indem wir mit der Verbesserung der Welt in uns anfangen, geschieht zum ersten Mal eine wirkliche Veränderung in der Welt.Die Vorbildfunktion ist der einzige Weg, an der Weltverbesserung mitzuwirken und etwas zu erwirken. Eine wirkliche Hilfe ist nur der, der jemand anderes zu
sich selbst zurückführen kann. Wer nicht durch "die Verworfenheit des Lebens" als Vorbild gegangen ist, bleibt autoritäts-und damit führungslos. Bei einer anerkannten Autorität zählt das Amt und die Funktion wenig, aber die Person alles.Bei der Vorbildfunktion
steht nicht  mehr das Gesagte und das Geschriebene, sondern die Person steht im Vordergrund. Politiker werden gewählt, während
bei Vorbildern es genügt, dass sie nur da sind. Wer gewählt wurde, ist durch die Mehrheit legitimiert, wird aber nie als Vorbild anerkannt sein, weil die Motivation seiner Ego-Macht-Natur entspringt. Wer die notwendige Wahrheit sagt, gilt mit oder ohne Amt und es wird auch getan. Führung ist die Fähigkeit, Ziele aufzuzeigen,für die sich zu leben lohnt und die Sinn stiften. Die höchste Vorbildkunst besteht darin Ziele aufzuzeigen, die eines Opfers würdig sind.

III.) Die Autorität ist Führung, und nicht wer an der Macht ist. Die Grösse eines Menschen sind nicht einzelne Ideen oder sein Be- kanntheitsgrad,sondern nur, wenn er für das Ganze da ist. Die Menschen brauchen jemanden,an den sie glauben und dann übt das
Vorbild eine Nachahmungsfunktion aus oder nach Sigmund Freud eine Angleichung des eigenen Ichs als psychodynamischer Identi-
fikationsprozess. Hier stehen sich nicht mehr der Politiker, Sportler oder der Rollenmensch gegenüber, sondern bei einem Vorbild be- gegnet sich der Mensch dem anderen Menschen, Auge im Auge, gleichberechtigt und nicht mehr getrennt durch die Wand des    Berufes oder die künstliche Distanz des Fernsehers oder Internets. Darin liegt die Verantwortung und "Auseinandersetzungs-Entwick-

lungs-Lebensvorbild-Bring-Schuld"des Einzelnen. Wer die Menschen für gut hält und an deren Vervollkommnung glaubt, macht sie bes-
ser. Die jeweilige Sicht-und Wahrnehmungsweise wird auch durch die Quantentheorie  bestätigt. Jede Vorbildfunktion führt zur Ent-
wicklungsreife bei allen anderen. Führungsvorbilder üben eine Katalysator-Ausrichtungsfunktion zur veränderten Einstellungs-
sicht-und Verhaltensweise im Orientierungsvakuum aus. Diese
Vorbildgrösse ist unersetzlich,weil sie objektiven Charakter an-
nimmt und für alle gültig wird,wenn diese nicht so realitätsfern ist.
Das Wesensprinzip des Vorbildes ist der Aufbruchsgeist  als die schöpferische Nachahmungsfunktion,weil der Vorbildwille in erster Linie motivierend zur Nachahmung zwingen möchte. Es ist der Le-
benswille, der elementar im Vorbild herrscht, und diese Willenskraft ergreift jeden Menschen und reisst ihn mit.

IV.) Es ist die Lebensgestaltung als Führung von unten nach oben, anstelle von oben nach unten.Es gibt für die jetzige Generation als Vorbilder nur Schauspieler, Filmgrössen,Sportler, Stars, Politiker, Menschen mit sozialem Engagement und sonstige Prominente. Prominent ist erst einmal nur äusserlich, medial, oberflächlich, aber nur selten vorbildhaftes, wegweisendes und nachzuahmendes.
Diese Vorbilder sind Kinder ihrer Wertezeit,des vorherrschenden, gesellschaftlichen Systems,des Egos, aber meistens nicht wahr-
heits-und lebenskrisenfest. Sie stolpern über ihre Charakter- schwächen und sind danach nicht mehr tragbar und als Charakter- vorbild tauglich. Es fehlt zur Zeit an epochemachenden Individuali-
täten und "Leitköpfen "wie Schriftsteller, Künstler,Intellektuelle, Menschen im Ehrenamt, Politiker mit Visionen, geistliche Führer
oder nur "die stillen  Entwickler im Lande".Es ist das "enfant terrible" als Frontfigur von Nöten;  enfant als Entwicklungswesen und terrible, um ganze Gebäude von Schein, Illusionswahrheiten, Anpassungsun- werten und Gewöhnungen umzustossen,nicht im subversiven, ge-
walttätigen, sondern im gewaltlosen,evolutionären Vorbildsinne,
weil ein Vorbild ohne Zutun aus sich selbst heraus wirkt.Die Füh-
rung,welche gebraucht wird, ist leider zur Zeit nicht mehrheits-
fähig. Wenn die politische (Macht)autorität nicht mit der mora-
lischen (Vorbild)autorität gekoppelt ist,ist der Stuhl des Amtsin-
habers wurm-stichig.

V.) Ein Vorbild ist auch immer eine Autorität und diese steht im Dienste von etwas, das mehr und höher ist, als sie selber.Unsere Autoritäten z.B. Lehrer, Richter, Politiker, Pfarrer, Unternehmer, Sportler ,Schriftsteller, Ärzte sind selbst einer Autorität  unterwor-
fen und von ihr abhängig, weil ihre gesamte Existenz darauf aus- gerichtet ist. Weil die echte Autorität immer nur eine ganze und 

nie eine partielle ist, ist diese gespalten und nur eine Autorität auf ihrem Fachgebiet, welche nie das Ganze darstellt. Deshalb fehlt die Kraft des Vorbildvertrauens und sie verleiht keinem mehr Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit. Weil unsere Autoritäten und Vorbil-
der leer geworden sind, sind auch deren Belehrungsworte und
Vorbildbeispiele leer und können ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen.
Sie besitzen nicht mehr die Kraft zur Einsicht und der Verwandlung und dringen deshalb nicht mehr in die tieferen Seelenschichten des Menschen. Deshalb sind sie untauglich und wertlos geworden. Er-
folge, Positionen,Reichtum, Bekanntheitsgrad, akademische Aus-
zeichnungen oder sogar ein Bundesverdienstkreuz zählen bei einem Vorbild nicht mehr .Je weiter die Autorität nach unten abtriftet,
umso mehr wird sie zur Macht und umgekehrt. Die Autorität ist
dort am grössten, wo sie am machtlosesten, sich selber nur Gleichnis ist,weil sie nur auf freiwilliger Anerkennung der Anderen begründet ist und was von oben durch sie hindurch sickert.

VI.) Der Pfarrer z.B. kennt seine Bibel und die Voraussetzungen für eine Vorbildfunktion am besten.Nur diese sind"in der warmen Stube", wo Wohlstand, Sicherheit und eine Pensionsberechtigung vor-
herrscht, nicht gegeben. Eine Vorbildautorität ist immer mit As-
kese und Entsagung des eigenen, gegangenen Entwicklungsweges verbunden, der nur durch sie begründet und erhalten werden kann. Deshalb schaute man früher nach oben und (ge)horchte der Lehr-
und Amtsautorität. Heute hat sich die Richtung  von unten nach
oben verändert. Das Internet z.B.stellt die Dominationsmacht der Zuhörbildung immer mehr in Frage,weil es auf die autodidaktische Selbstvermittlung und nicht mehr die didaktische Fremdvermittlung ankommt. Es zählt nur die Aussage: "Klug sei ,wer sagen kann,ich
habe nichts, als mich studiert".

VII.)" Gib der Welt, auf der du wirkst, die Richtung zum Guten, so wird der ruhige Rhythmus der Zeit die Entwicklung bringen*.


* Friedrich Schiller,Dichter, Philosoph und Historiker.

VIII.)" Was einer im Reich der Wahrheit erwirbt, hat er für alle erworben
* Friedrich Schiller, Philosoph und Historiker.

IX.) Die Vorbildfunktion findet sich z.B. kunstarchitektonisch auch im gotischen Formbauwillen, der in erster Line zur Nachahmung moti- vieren möchte.


  • Vom jenseitigen, geoffenbarten Gott der Bibel (Gott als Objekt des  Denkens und Wissens der Gottbegeisterten der Heiligen Schrift) zum diesseitigen, entwickelten und selbst zu erfahrenden Gott im (un)religiösen Alltag (Gott als Objekt des Entwicklungs-Individualisierungs-Lebens und einer diesseitigen Glaubens-und Friedenserfah- rung)*.


* Entwicklung ist die Auflösung der Religion in ihr Wesen und das ist das Leben, welches selbst zur Religion wird. Nur eine Religion wird ernst genommen, wenn sie nicht ausserhalb vom Leben steht. Durch die Auflösung in das Leben wird das Religiöse entmystifiziert, ist lebensnormal und so real wie die Hand am eigenen Arm. Das Religiöse lässt sich vom Entwicklungslebensprozessakt nicht trennen und ist immer mitgegeben und mitgesetzt. Deshalb ist jeder Mensch religiös. Religion ist angeboren und gehört konstitutiv zum Menschsein. Die Religion und der Glaube an Gott sind vom Menschen als Anlage mitgegeben.  Alle Lebensfragen werden behandelt, als wenn sie Religion wären. So gesehen endet alle Religiöse im Profanen. Religion als solche muss keiner Denk- und Diskussionsbehandlung unter- worfen werden. Religion zu haben ist die Pflicht des Menschen gegenüber sich selbst. Religion ist die Substanz der Kultur und Kultur ist die Form der Religion.

  • Von Gott der Anbetung in Tempeln, als das Absolute, Universalprinzip und der Meridan des Lebens  (Gott als Idee) zum Gott, wo ich ihm ähnlicher werde (Gott als Lebensessenz*.

* Nach Meister Eckhart ist die eigentliche Lebensarbeit ist die Selbsterschließung  Gottes und durch mein Leben und deshalb bin
ich Gott unmittelbar. Durch Evolution in der persönlichen Entwick-
lung wird sich erst Gott selbst, kommt zum Bewusstsein seiner selbst und denkt und erkennt sich selbst und wird erst Mensch. Jedes Men-
schenleid ist ein Gotterleiden im Sinne von mehr Gott(Selbst)-
werdung. Das Leiden des Menschen ist gleichzeitig das Leiden Gottes als Passion, wo Gott sich selbst erlöst. Gott muss Mensch werden, um selbst sein und selbst werden zu können. Gott wirkt und ich werde. Wäre ich nicht, wäre Gott nicht Gott und er braucht mich, dass er sich werden kann.In Wahrheit macht nicht der Schöpfer, sondern das Geschöpf den Schöpfer. Seine Gottheit hängt davon ab, dass er wirken muss. Das Einzelleben ist die Offenbarung Gottes als Gegenwarts-
erfahrung. Das Göttliche wird in jedem Leben einzeln. Das Werden Gottes ist kein Entschluss Gottes, sondern mit dem Wesen des Lebens mitgesetzt,weil Gott das Leben selbst ist


  • Von Gott als Transzendenz, welche auf die (Heils)ge-schichte der Welt verlagert wurde (weltgeschichtlich) zu Gott als Transzendenz, welche auf die (Heils)geschichte des Einzelnen verlagert wird (individualgeschichtlich)*.

* Im historischen Geschichtsbewusstsein wird die individuelle Ent-
wicklungsgeschichte religiös gedeutet in der unmittelbaren Le-
bens-Gott-Verbundenheit als individualgeschichtliches Beziehungs-
verhältnis zu Gott und Gott näher kommen in seiner Entwick-
lungsfreiheit. Individualgeschichte entwickelt sich immer aus unserem Verhältnis zu Gott. Die Menschwerdung wird zum religi-
ösen Akt und zum Begriff der Geschichtlichkeit.Die Geschichte
wird zum Entwicklungswerk Gottes an dem Menschen als die Wirklichkeit seiner Seele. Der Entwicklungsprozess des einzelnen Menschen wird zum geschichtlichen Prozess der Menschheit und schreibt in der ständigen Entwicklungsüberwindung seine Ge-
schichte. Es ist der Glaube an eine sinnvolle Individualevolution,
eine Bewegung der persönlichen Geschichte auf ein grosses, erhabenes Ziel hin. Weil die menschliche Entwicklungsnatur im wesentlichen geschichtlich ist, bleibt Geschichte immer Heilsge-
schichte und für die Geschichte steht Gott am Ende. Das ge-
schichtliche Christentum löst sich in der Einzelgeschichte auf
und hört damit auf Geschichte zu sein. Die zweitausendjährige konstantinische Geschichte des Christentums ist damit abge -
schlossen.


  • Von der Definition des Gottesbegriffes über die philo-sophischen Kategorien wie Sein, Wissen, Licht,Frieden Unendlichkeit,Geist etc.(tatsächlich entfernt man sich davon um so mehr, je mehr man versucht es zu beschrei-ben) zur lebenskonkreten Definition des Gottesbegriffes über die Entwicklungskategorien der Entwicklungseigen schaften, der Entwicklungsbewegung, des Entwicklungs- strebens, der Entwicklungseinheit,der Entwicklungsruhe- losigkeit (Dynamik),der Entwicklungsspannung, der Ent- wicklungsbefreiung,(Entwicklungs)ein-und Ganzheit, Entwicklungsharmonie, des Entwicklungswerdewillens, der Entwicklungsauflösung, der Entwicklungsindivi- dualisierung,der Entwicklungsdialektik, des Entwick- lungsfriedens, des Entwicklungssinnganzes, des Ent- wicklungs-Jetztzeitpunktes  etc. als Emanation des Individuallogos (ohne Gott beschreiben zu wollen)*.


* I.) Daneben steht der säkularisierte, abstrakte Gott als Fügung, Schicksal, Allmacht, Vorsehung, Unerforschliche,Weltgesetz,das Ganze und Umfassende,die einzige Wirklichkeit, der Weltgrund,das Leben selbst oder in welcher Begrifflichkeit auch immer, wird offen gelassen.Gott steht über jedem Begriff.Stille ist die Ursprache Gottes.Alles andere sind schlechte Übersetzungen und menschliche Interpretationen, aber diese Sprache kennt das Christentum  nicht.Die Gottunmittelbarkeit kann nur im Schweigen erfahren werden).


II.) Es ist auch ein anderer Gott, der über den Schlafzimmerbett unse-
rer Grossväter und Urgrossväter hing.


  • Von scholastischen Gottesbeweisen der Theologen zur Überwindung einer seelenlosen Scholastik im persön- lichen Entwicklungs-Selbsterfahrungs-Glaubens-Frie- dens-Gottes-Beweis. "Denn Gott muss es geben, sonst könnte ich nicht zum Frieden gelangen*".

* I.) Die Wahrheit besteht nicht mehr aus Beweisen, sondern auf das Zurückführen auf die letzte Einfachheit. "Lieber Gott, ich schenke Dir mein ganzes Wissen, alle meine Weisheit und mache mich dafür zu einem rechtschaffenen Menschen und braven Mann. Auch wenn
Du damit einen schlechten Tausch gemacht hast".

II.) Es gilt beides. Ich muss erst glauben,damit ist wissen kann oder ich weiss schon, was ich glaube als auch dass ich wissen muss, um glau-
ben zu können oder ich glaube nur das zu wissen,was ich schon
weiss.

III.) In der Quantentheorie ist der Glauben ein konkretes Faktum,was die  Materie steuert als ein übergeordnetes und alles überlagertes energetisches Kraftfeld.Das Materialisierungsgesetz tritt in Kraft, wenn mein Glauben zum sicheren Wirklichkeitswissen geworden
und entwicklungskonform ist. Auch die moderne Quantenphysik
betätigt es, dass alles offen ist und die Glaubenswirklichkeit als Schöpfungskraft die Realität (Realisierung der Quantenphänomene) schafft. Der Glaube wird völlig unreligiös als die Kraft des Wahr-
machens betrachtet.


  • Von der Apostel Paulus Aussage wir seien in Gott, durch Gott und  zu Gott hin zu Meister Eckhart der darüber hinausgeht mit seiner These, wir seien ein (werdender) Gott, welcher  sich in jedem Einzelnen selbst werden will und damit der Gottesbegriff eine neue  theologische konkrete Qualität erhält*.


* Entwicklung ist der Individualisierungs- Lebensform-Plan-Wille Gottes. Das Maß Gottes ist dass Maß meiner Entwicklungskraft und Entwicklungsmöglichkeiten. In jeder Möglichkeit ist der Mensch einzeln. Nur die nichts gleich sind, sind Gott gleich. Gott wird durch die Indivi- dualisierungsentwicklung neu geboren und  das Entwick- lungsstreben ist die Selbsterziehung zu Gott hin. Gott kennt nur ein Gesetz, die Entwicklung seiner selbst und zieht alles an sich. Gott kennt nur sich allein und liebt nichts ausser seiner selbst. Gott wird einem erst in der Entwicklung gegeben und Entwicklung trägt die Seele zu Gott hin und wird damit zum Mittelpunkt eines säkularen und evolutionären Christentums. Gott als Träger des Lebens ist  das Lebensprinzip schlechthin und Quelle allen Seins. Durch mein " ich-werde-geatmetes Leben " bin ich Gott unmittelbar,weil Gott das Leben selbst ist und Gott das Element ist, indem ich lebe. Entwicklung
ist, wo Gott in jedem einzelnen Leben zu sich kommt und das Gött- liche ist nicht mehr in unsinnlicher Abstraktion jenseitig des Irdischen und Weltlichen, sondern wird lebensnah im Brennpunkt des eigenen Selbst innerlich von mir als Wirkkraft wahrgenommen. Das Leben wird als eine Erscheinung Gottes und mein persönliches Leben als "das Gott-Werde-Selbst-Sein betrachtet. Immer wenn ich mich entwickele, rufe ich Gott ins diesseitige Dasein und er tritt an die Stelle des Überwundenen als das trans- zendierte Verbesserte.Dass Gott Gott ist, dadurch bin die Ursache.Wäre ich nicht, wäre auch Gott nicht.Gottes Existenz zu leugnen bedeutet auch meine eigene Exis- tenz zu leugnen.Mein Wohlbefinden ist auch sein Wohl- befinden.Der Grund warum ich lebe ist, das  Gott etwas " Grosses und über den Zeitgeist Bleibendes " mit vor hat. Als Gott uns schuf hatte er uns schon verplant. Der dynamische Gottesbegriff spiegelt die Entwick- lungsstufen des Menschen wieder. Die Menschheit wird mit fort-schreitender Entwicklung ihre Gottesvorstellung wandeln. Siehe  Textfortsetzung in Meister Eckhart


  • Vom dem institutionellen, verwaltenden  und gepre- digten Gott zu Gott, der nichts Allgemeines  ist, sondern immer nur ein "Du" ist und wirkt nur in der Realität meiner Zeit
  • Vom Gottesbeweis als theologischer Diskurs (der Mensch sucht über die allgemeine Bildungsvernunft Gott) zum Gott, der da ist und immer da sein wird, wenn ich nicht mehr weiter weiss (Gott sucht über den Entwicklungs- przozess( Leiden) des persönlichen Entwicklungs-Weges den Menschen und jede Verzweiflung wird zu einem Gebet)*.

*I.) Die philosophische Vernunft erkennt immer nur den abwesenden und verborgenen Gott, den Deus absconditus.

II.) Hätte ich einen Gott, den ich verstehen könnte, ich wollte ihn nimmer für Gott halten.Alles von Gott, was ins Denken des Menschen eingeht und was dieser verstehen und sich bildlich vorstellen kann, ist nicht Gott. Wenn der Mensch mit seinen Sinnen und seinem Denken ihn begreifen und verstehen könnte, dann wäre Gott geringer als der Mensch*.


* Meister Eckhart.

III.) Gott ist unerkennbar,so sprechen die Meister*.


*Quelle unbekannt.

IV.) Die negative Theologie ist ein aus dem Platonismus stammendes Verfahren bei Aussagen über Gott bzw. über das Eine als erstes Prinzip der Metaphysik und die höchste Annäherung an Gott. Alles, was man von Gott aussagen kann, das ist Gott nicht. Gott sei nicht benennbar, sprachlich nicht fassbar und die Begriffe wie "gut" und "schlecht" und alle Bejahungen und positiven Attribute seien auf Gott nicht anwendbar und nichtig, auch wenn es sich aus menschlicher Sicht um Vollkommenheiten handelt Da Gott keine Begrenzungen aufweist, gibt es nichts, was er nicht ist; somit ist er "ein Verneinen des Verneinens“.

V.) Weil Gott alles ist, ist er nicht erkenn-und wissbar. Gott kann nicht denkend wieder erkannt, gefühlt oder berührt werden. Erkenntnis- theoretisch sind die Einheitssichtweise der Interver- bundenheit, eine gesamthafte Erfassung, der Geist der Synthese, universelles Erkennen und die Totalität als Ganzes (Gott) oder andere Lebens-Parallel- welten kein Gegenstand des Erkennens und Wissens, um den Dualismus zu überwinden. Der Wahrnehmungsprozess kann das Ganze (Gott) nicht erfassen, weil wir selbst nur Teile des Ganzen sind. Die Endlichkeit kann nicht die Unendlichkeit verstehen. Die Gesamt- heit der einzelwissenschaftlichen Erkenntnisse bilden trotzdem nicht das Ganze und die Einheit ab und der gesamt- und einheitliche Cha- rakter ist aber an keinem der isolierten Teile vor zu finden. Das Jenseits Gottes ist nicht das Jenseits unseres Erkenntnis- vermögens, denn Gott ist mitten in unserem Leben jenseitig.

VI.) Du kannst nicht von Gott reden, weil Gott eigentlich das Ganze
ist. Und wenn er das Ganze ist, dann schließt es dich mit ein. weil Gott alles ist und in allem ist ergibt sich daraus alles.Gott ist zu gross, dass  er  gedacht werden kann.

* Hans Peter Dürr,Deutscher Physiker und Essayist.

VII.)           "Sogenannte Gottesbeweise" gibt es viele.


  • Für den Kirchenlehrer Thomas von Aquin muss es eine Intelligenz (Gott genannt) geben, die alle Dinge der Natur auf ein Ziel ausrichtet (teleologischer Gottesbeweis,welcher der Philosoph Immanuel Kant am wenigsten fragwürdig fand aber Gott eine nützliche Fiktion vom Verstand her entwickelt ansah und nicht über die Erkenntnis hinaus ging.
  • Der emeritierte und mittlerweile verstorbene Papst Benedikt XVI hatte in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts  als Theologie- professor an der Universität Tübingen Gott mit den Quanten- wellen verglichen, welche den nicht-materiellen Urgrund aller Materie bilden.In der Theologie wird Gott als der Urgrund allen Seins betrachtet (Gott ist keine Kraft der Natur, sondern ihr Grund), während analog aus mikrophysikalischer Sichtweise alles auf dieser Welt seinen Ursprung in den Quantenwellen hat. Gott als Urgrund ist theologisch aber ungenau, weil er damit festge- legt wird. Gott ist immer zugleich alles, was wir von ihm aus- sagen. Gott ist eigen- schaftslos, unpersönliche Energie und er ist das absolut Über- begreifliche. Das absolute Wesen Gottes ist Einheit. Diese Einheit kann sich nicht selbst offenbaren.
  • Ein weiterer theologischer Gottesbeweis sagt: Weil der Glaube an Gott dem Menschen in seiner Entwicklungsanlage mitgegeben ist, muss es Gott  geben, sonst könnte ich nicht zum Frieden gelan- gen (Gott ist Frieden).


  • Von den vielen bewussten Erklärungsversuchen und Gottesbegriffsdefinitionen ihn zu beschreiben zum Gottesverständnis eines Meister Eckhart der sagt, dass Gott in jedem  Menschen  gegenwärtig  ist, das ist gut, aber dass dieser in einem wesenhaft als Lebensgrund- gefühl des getragen, beschützt und geführt seins be- wusst wird,dass ich nicht lebe, sondern gelebt werde, darauf kommt es an.Der Aussagekern liegt im Erkennt- niswerden eines Lebensgrundgefühls und ausgefüllt seins,weil Gott nicht im theologischen Begriff aufgeht und Gott,Seele, Ganz-und Einheit kein Gegenstand eines Erkenntnisbewusstseins sind. Meister Eckhart sagt, dass die Schöpfung der Welt nur das Ergebnis des Erkenntnis- prozesses in Gott mithin notwendig ist, da Gott nicht sein kann ohne sich in der Schöpfung zu erkennen. Gott wird in der Entwicklung erst immer wieder neu geboren und ist im Entwicklungsprozess einem immer mit gegeben und mitgesetzt und  dieser Sachverhalt erst bei Entwick- lungsreife-Nr.782 durch De-und Entmaterialisierung   zum Bewusstsein kommt. Gott ist Subjekt und kann nicht zum Objekt gemacht werden*.


* Erkenntnistheoretisch sind (zur Zeit) die Einheitssichtweise der
Interverbundenheit, eine gesamthafte Erfassung, der Geist der Syn-
these, universelles Erkennen und die Totalität als Ganzes oder andere Lebens-Parallelwelten kein Gegenstand des Erkennens, um den Dualismus zu überwinden. Der Wahrnehmungsprozess kann das Ganze nicht erfassen z.B. Gott, weil wir selbst nur Teile des Ganzen sind. Die Endlichkeit kann nicht die Unendlichkeit verstehen. Die Gesamtheit der einzelwissenschaftlichen Erkenntnisse bilden trotz- dem nicht das Ganze und die Einheit ab und der gesamt- und ein- heitliche Charakter ist aber an keinem der isolierten Teile vor zu finden. In der Welt zeigt sich die Einheit nur in der Vielheit, wobei jeder Einzelne einzigartig ist. Das Jenseits Gottes ist nicht das Jen-
seits unseres Erkenntnisvermögens, denn Gott ist mitten in unserem Leben jenseitig.


  • Von Gott, als der zeitlichen, atheistischen Idee "Gott ist tot",welche keine Lebenskräfte mehr in Bewegung setzt (Friedrich Nietzsche) zu Friedrich Nietzsche ist tot (und Gott lebt),wo bei Entwicklungs-Individualisierungsreife alle Lebenskräfte in Bewegung gesetzt werden*.

* I.) Die Menschheits-,Wissenschafts-und Religionsgeschichte hat bisher dazu gedient, den heutigen Entwicklungseinzelnen zu schaffen Wir leben in der besten aller Zeiten und wir stehen am Beginn  einer Entwicklungszeit. Die Zeit war noch nie so reif für dieses Entwick- lungschristentum, weil die Menschen noch nie soweit von ihrer Entwicklung entfernt waren und erst heute die notwendigen Entwicklungsvoraussetzungen (Freiheit, Freizeit, Wohlstand, Mög-
lichkeitsvielfalt,Wertwenden, Sättigungsgrad etc.) gegeben sind.
Das daueranhaltende "Wirtschaftswunder"macht diese Entwicklung erst möglich. Es ist der Sinn aller Materie (Welt),welcher für den
Geist geschaffen wurde, um sich von ihm zu befreien. Erst im entwicklungskulturellen Individualisierungs-Freiheitsakt wird
jeden neuen Tag im Leben Sinn gefunden und empfangen.

II.) Siehe auch  "Weiterentwicklung des Materialismus "als Entwick- lungs-,De-und Entmaterialisierung

III.) Es ist auch Franz Kafkas (Schriftsteller) Erkenntnis,dass er die Verneinung der (Religionstraditions)Kultur unseres Geistes als die Rettung des Geistes ansieht. Jede Generation und jeder Einzelne
muss kulturell gleich  "wie Sisyphos seinen Felsblock wälzen,  um nicht überrollt zu  werden. Trotz des kulturellen Erbes muss sich jeder Einzelne seinen Möglichkeiten, Fähigkeiten und geschenkten Reife entsprechend sich kulturell weiter entwickeln und das gesamte theologische Offenbarungs-und Glaubensgut bewältigen. Wenn das Leben aber nicht individuell gelingt und damit seinen Sinn bekommt, waren jeder Lebensentwurf, alle Wissenschaft, alle Bildung, alle Kul- tur, alle Religion, aller Wohlstand, alle gesellschaftlichen Werte wie z.B. Familie, Beruf, Besitz, Heimat, Gesundheit, Freiheit, Sicherheit, alles Wissen, alle Bemühungen und erbrachte Lebensleistung, alles Gelernte, alle Lebensziele und alle Zeit der Welt eigentlich sinnlos
und damit am Leben vorbei gelebt und hat nicht selbst gelebt.

IV.) Deshalb darf für das Individualisierungsstreben kein Problem zu schwierig, keine Entschuldigung zu billig, kein Preis zu hoch, kein Vorteil zu verlockend, kein Weg zu lang, kein Frust zu gross, keine Motivation zu niedrig, kein Widerstand zu heftig, kein körperliches Leiden ein Grund, keine Niederlage dauerhaft, kein Konsumverzicht ein Opfer, keine Zeit zu lang, kein Streit zu schwer sein und kein gesellschaftliches Anpassungsnormverhalten ein Hindernis und
nur ich der alleinige Schuldige bin. Wo andere nur Schwierigkeiten, Unmögliches, Konventionen, Gründe, Risiken und Verbotsschilder sehen, sehe ich wieder Möglichkeiten und bin stärker als die
stärkste Ausrede. Wer das tut, der hat er soviel getan, wie der
Papst in Rom und noch viel mehr. Auch wenn jeder sagt, dass es unmöglich ist und weil ich dieses Unmögliche nicht weiss, mache ich es trotzdem.


  • Von der Frage wie finde ich einen gnädigen Gott und wie bekomme ich einen gnädigen Gott zu wie finde ich überhaupt eine Glaubensbeziehung zu Gott in einem persönlichen Entwicklungs-Gottesverständnis,weil  jede Lebensfrage die Gottesfrage ist*.


* Siehe auch Gottesbegriffs-und Gottesentwicklungs-und Vermitt- lungsverständnis eines Meister Eckhart

  • Von der dualistischen  Zwei- Reiche-Lehre " eines antiken Welt- und scholastischen jenseitigen Gottesbildes und die Religion Gott ins Jenseits verlegt zu für den Theologen Dietrich Bonhoeffer war Gott  kein denkbares mächtiges tranzendentes Wesen, sondern für ihn war Gott mitten in unserem Leben jenseitig*.

* Gott ist ein hybrides Wesen, diesseitig und jenseitig zugleich. Für den Theologen Dietrich  Bonhoeffer war Gott kein denkbares mäch-
tiges, tranzendendes Wesen, sondern für ihn war Gott mitten in unserem Leben jenseitig und hatte  Diesseitigkeit dem Streben nach Heiligkeit entgegengesetzt. Das Jenseits Gottes ist nicht das Jenseits unseres Erkenntnisvermögens. Das Reich Gottes liegt  jenseits der irdischen Wirklichkeit. Bewusstsein und das Sein sind dann identisch und werden zur Wirklichkeit. Das dualistische und deterministische Denken gilt im heutigen, dimensionellen, nachquantischen Mikro-
physikzeitalter der Beziehungen, der Ganz- und Einheit, weil alles mit allem verbunden, das Kleinste mit dem Grössten, das Naheliegenste mit dem Entferntesten, mikrowissenschaftlich überholt und wahr-
heitswidrig und zum ad absurdum geführt auch wenn dieses " ge- trennt sein  im Alltag noch vorherrschend ist, dass erst den Dualismus Religion als  " Zwei- Reiche-Lehre " eines antiken Welt- und scholas- tischen Gottesbildes notwendig macht. Es gilt der quantentheore- tische Grundsatz, dass alles  bekanntlich mit allem zusammenhängt und weil das Ganze nur ein Einziges und eine Einheit ist und deshalb keine Zweiheit einer Dualität geben kann. (Gott ist an allen Orten, und an allen Orten ist er ganz). Die Kirche verdankt ihr Dasein, dass der Mensch von seinem wahrem (Selbst)sein getrennt ist und muss sich mit der  praktischen Schwierigkeit auseinandersetzen, in der Welt auf ein Reich hin zu leben, dass nicht von dieser Welt ist.


  • Von der Wirklichkeit  Gottes, welche durch jeden Glau-bens- und Vertrauensakt konkret erfahrbar wird (passive Kirchengläubigkeit) zur Wirklichkeit Gottes, welcher in jedem Entwicklungslebensprozess und in jeder Friedens-Bewusstseins-Tranzendierung (nur individuell)  beweis-und erfahrbar wird und zu sich selbst kommt (aktiven Lebensauseinandersetzung)*.


* Trivia: Nach einer Quelle glauben in Österreich mehr Menschen an die Esotherik als an Gott.

  • Von Gott als das Ideal oder spekulative Person der Vernunft zu  Gott als der tragende Lebensgrund und die einzige Wirklichkeit*.


* I.) Exaltierter Ausspruch eines Heiligen: Trostlos ist der, der nichts von Gott weiss, aber wer Gott geschmeckt hat, dem ist alles zuwider, was Gott nicht ist.

II.) Du lebst nicht,sondern du wirst gelebt  "Du schiebst nicht, sondern du wirst geschoben"*.

* Johann Wolfgang Goethe.


  • Von Gott ist als eine Illusion der Schwachen zu Gott ist so nah und trotzdem schwer zu fassen (Hölderlin)*.

*Ohne Gott ist der Mensch alleine*.


* Dostojewski,russischer Schriftsteller.


  • Von Gott als Richter (strafendes, moralisches Verhältnis) zu Gott als ein Teil von uns (verzeihendes, entwicklungs- gewissenskonformes Verhältnis)*.

* Wenn ein Mensch jetzt gut ist ist er so gut, als wenn er nie schlecht gewesen wäre.


  • Von Gott als transzendenes Wesen ausserhalb von  zu Gott als Autor des eigenen Lebens. Nach Meister Eckhart soll man Gott nicht ausserhalb von einem erfassen und ansehen, sondern als Eigensein und als das, was in Einem ist. Wenn Gott nicht wäre, wäre ich nicht; wenn ich nicht wäre, wäre Gott nicht.Was ist Leben ? Gottes Wesen ist mein Leben. Jede Überwindung, jedes Leiden ist Entfal- tung Gottes*.


*I.) Gott muss Mensch werden, um selbst sein und selbst werden zu können. Gott wirkt und ich werde. Wäre ich nicht, wäre Gott nicht Gott und er braucht mich, dass er sich werden kann. Erst durch die Evolution wird das Nichts zu etwas.In Wahrheit macht nicht der Schöpfer, sondern das Geschöpf den Schöpfer.Das Einzelleben ist die Offenbarung Gottes als Gegenwartserfahrung. Das Göttliche wird in jedem Leben einzeln. Das Werden Gottes ist kein Entschluss Gottes, sondern mit dem Wesen des Lebens mitgesetzt, weil Gott das Leben selbst ist.Gott liebt sich nur selbst und liebt mich nur in dem Maße, wie er sich selber wird.

II.) Gott wird als Träger und Quelle des Lebens und als lebensgestal- tendes Formprinzip schlechthin gedeutet. Das Leben,als eine Erschei- nung Gottes und mein persönliches Leben ist ein "Gott-Werde-Selbst-Sein". Durch Evolution und die persönliche  Entwicklung wird sich erst Gott selbst. Der Entwicklungslebensbegriff wird zum neuen Gottes- begriff und Entwicklung wird zum Synonym für Gottentwicklung und Christusnachfolge als das Wesen des Christentums überhaupt. Gott wird in der Entwicklung erst wieder neu geboren und ist in der Entwicklung einem immer mit gegeben. Der Begriff Gottlosigkeit als "los von Gott" wird hiermit zum Ad Absurdum geführt.

III.) Das "Individualisierungs-Entwicklungsprinzip" des Lebens besagt religiös interpretiert dass jeder einzelner nur vor Gott gestellt,weil sich Gott in Jedem werden will.Gott lenkt und leitet die Schöpfung durch die Prozesse der Evolution hindurch, denkt und entwickelt sich selbst in der Evolution seiner Geschöpfe. Die Lebensfrage bleibt immer die Gottesfrage. Der Gottesbegriff wird aus der persönlichen Situation des Einzelnen heraus entwickelt,und damit individualisiert sich die Religion immer mehr. Weil das Reich Gottes das Reich der persönlichen Entwicklung ist, stellen sich alle theologischen Fragen vom Leben her und alle Lebensfragen werden beantwortet, als wenn
sie Religion wären. Es ist die Vollendung des Einzelnen als eine indi- viduelle Eschatologie. Durch Evolution und die persönliche Ent- wicklung wird sich erst Gott selbst. Der Entwicklungslebensbe-
griff wird zum neuen Gottesbegriff und Entwicklung wird zum Synonym für Gottentwicklung und Christusnachfolge als das We-
sen des Christentums überhaupt. Das Entwicklungsbewusstsein des Menschen ist das Gottesentwicklungsbewusstsein.Gott wird in der Entwicklung erst wieder neu  geboren und ist in der Entwicklung einem immer mit gegeben. Gott kommt erst in der Entwicklung des Einzelnen zu seiner Freiheit.

IV.) Immer wenn ich mich entwickele, rufe ich Gott ins diesseitige Dasein und er tritt an die Stelle des Überwundenen als das transzen- dierte Verbesserte. Die Lebensunmittelbarkeit ist die Gottunmittel- barkeit. Gott wirkt sich selbst,sucht nichts ausserhalb seiner selbst
und durchwirkt die Welt in dem Entwicklungsprozessgeschehen
und deshalb ist Gott nahe. Alles was noch nicht Gott geworden ist, somit noch unvollendete Entwicklung. Wo Entwicklung ist, da
ist auch Gott und wo Gott nicht ist, ist das Leben nicht in Ordnung (entwicklungskonform).  Der Gottesbegriff wird aus der persönlichen Situation des Einzelnen heraus entwickelt und damit individualisiert sich die Religion immer mehr. In der Entwicklung wird Gott erst Mensch.Gott muss Mensch werden, um selbst sein und selbst werden zu können und bekommt erst durch meine Entwicklung sein Gesicht
und seinen Namen. Gott braucht mich, dass er sich werden kann. Deshalb ist Gott mir näher, als ich ("mein Ego") mir selber bin. Der Mensch ist nur und hat nur soviel Wert,wie viel er von Gott (ent-
wickelt) hat, wie viel Lebenszeit Entwicklungszeit ist und Zeitloses in der Zeit und Wesenhaftes im Wesenlosen geschaffen wird. Die Indi- vidualisierung ist Lebensauftrag und Lebenssinn,um seinen per- sönlichen Gott zu finden. Alles andere ist zweitrangig. Von keinem Wissen ausser Gott haben genügt, wird zum keinen anderen Wissen als Entwicklung haben genügt.

V.) Es ist die Erkenntnis, dass  Gott hat uns nicht nur erschaffen hat, sondern wir ihn ständig in unserer persönlichen Entwicklung neu erschaffen.

VI.) Der Gottesbegriffs-Definitionsversuch ist der zentrale Angelpunkt des Abendlandes und Meister Eckhart gilt als ihr höchster Weis-
heitsvertreter, grösster Gotteskenner und wir sind alle Geistesver- wandte von ihm. Meister Eckhart, einer der grössten deutschen Denker des Mittelalters, als höchste theologische Autorität, grösster Vertreter der deutschen Mystik,bester Ausleger der Schrift und Lehrmeister der Deutschen, Siegelbewahrer, Philosoph und religiöses Genie, gilt als " DER " christliche Mystiker schlecht hin, wenn nicht des westlichen Denkens überhaupt und ist wegen seinen Sprachschöp-
fungen ein Teil der deutschen Kultur. Jeder gepredigte Satz ist nicht mit Gold aufzuwiegen.Siehe Textfortsetzung in  Meister Eckhart.

  • Vom theologischen und transzendenten Gott (Beziehung zu Gott durch die Kirche als ein Glaubensverhältnis) zum Gott als lebensdynamische Macht in uns (Beziehung zu Gott durch das Entwicklungs-Individualisierungs-Streben als ein Lebensverhältnis und die Erfahrung Gottes als die Bewegung vom Gott zum Menschen)*.


* Die Erfahrung Gottes bleibt  meistens eine Erfahrung in der Ein-
samkeit und Dunkelheit des Glaubens des Einzelnen.


  • Von Gott, von dem in der passiven Kirchenzugehörgläu- bigkeit gesprochen wird zum Gott, der wenn die Kirche aus ist, in der aktiven Lebensauseinandersetzung  zu seinem  Recht bei der Entwicklungs-Individualisierung kommt.
  • Von den Gottesleugnern und nichts mit Gott anzufangen wissen zu den Gottgläubigen, die nur mit dem Kopf schütteln, wer nicht an Gott glaubt*.

* Trivia: Ein militanter Nachfolger Albert Einsteins ist der englische Physiker Stephen Hawking.Er wollte die große Weltformel finden,die Gott erklärt bzw. Gott weg erklärt.Wenn wir alles in einer Formel erklären können, dann gibt es keinen Platz mehr für Gott Wissen- schaft ist immer Mathematik).Doch Hawking musst sein Formel-Projekt aufgeben.

  • Von Gott als  Person im Himmel (Gott lebt jenseits der Welt) zu Gott als Dimension in seiner ganzen Schöpfung (Gott lebt in jeder Kreatur und ist trotzdem ausserhalb geblieben).
  • Von dem Gott der Offenbarung ( Altgläubige-Gott ausserhalb von uns) zum Gott der Mystik eines Meister Eckhart  (Entwicklungsgläubige-Gott innerhalb von uns)*.

* Gott ist eine Vernunft, die alleine im Erkennen seiner selbst lebt.
Wir müssen ein (absolutes) Bewusstsein denken, indem alles aufgehoben ist*.

*Meister Eckhart.

  • Von Religionen, welche an Gott glauben propagieren die goldene Regel als göttlichen Befehl zu während Reli- gionen, die an nicht an Gott glauben diese goldene Regel  als vernünftigen Leitfaden für ein erfülltes Leben auch propagieren*.


* I.) Der Schriftsteller Diny Moore drückt es so aus."Wenn es einen Gott gibt sollte ich mein Leben nach den Prinzipien "Freundlichkeit, Mitge- fühl und Achtsamkeit" führen und wenn es keinen Gott gibt, sollte mein Leben sowieso nach den Prinzipien "Freundlichkeit, Mitgefühl und Achtsamkeit" führen.

II.) Die goldene Regel ist ein ethischer Grundsatz, der in verschiede- nen Kulturen und Religionen zu finden ist und besagt, dass man andere Menschen so behandeln soll, wie man selbst behandelt werden möchte.Die goldene Regel als Funktionsweise der Welt, als Naturgesetz, dass so unausweichlich ist wie die Schwerkraft.

  • Vom Mittelalter, wo  Gott noch real war und im Lebens- mittelpunkt eines jeden Einzelnen stand zu im Laufe der Geschichte wurde Gott nur noch als Hypothese benötigt und heute wird Gott als unwissenschaftlich betrachtet. Durch diese Säkularisierung des Gottesbildes wurde die Grundlage  für die Autonomie des menschlichen Be- wusstseins geschaffen, welches sich an die Stelle Gottes setzen konnte, durch den Rationalismus abgesichert wurde, die Welt wie Gott unmittelbar aus sich heraus schaffen konnte und nicht mehr nötig hatte, sich an die Geschichte anzulehnen.
  • Wenn von Gott in einer Fernsehsendung gesprochen wird, wechselt  gleich die halbe Nation zu einem anderen Fernsehprogramm (Interessenslosigkeit)zu jede gotische Kathedrale bildet den geistigen, seelischen kulturellen Mittelpunkt der Stadt und ist  ein  "Wirkkraftfeld " für jeden Besucher und ein Gefühl vermittelt, dass die gotische Kathedrale nur für ihn gebaut wurde  und das Ziel der Sehnsucht erreicht zu haben. Die von dem Baumeister Erwin Steinbach entworfene Westfassade im Rosengeschoss des Straßburger Liebfrauenmünsters ist  eine " steinerne Ekstase als künstlersche, unmittel- bare magische Vollendung des Christentums" und so überwältigend, dass man glaubt, sich im Nabel der Christenheit zu finden und Gott höchst persönlich eine Autogrammstunde gibt. Weil es die Seele berührt, bringt es die Seele in Wallung und dieses ist der wertvollste Moment des Menschen. Wer von diesem kulturellen Kleinod ergriffen und erfasst wird, der würde jedes Gramm des Münstervogesensandsteins in Gold aufwie- gen und diese seelische Erregtheit lässt sich mit keinen noch so kraftvollen Sprachausdruck, sondern nur schweigend und glücklich erfassen. Dagegen ist alles Sinnliche in der Welt ein Nichts (das Gefühl haben, end- lich zu Hause angekommen zu sein)*.

* Trivia: Wer an Gott glaubt lebt bis zu 14 Jahre länger. Bei der positiven Auswirkung auf die Gesundheit spielt es keine Rolle, an welchen Gott geglaubt wird. Es funktioniert in jeder Religion ähnlich*.

* Prof. Dr. Harold Koenig, US-amerikanischer Professor für Psychia- trie, Leiter des Center for Spirituality, Theology and Health, Duke Universität, North Carolina.

  • Von der  Gotikallegorie " zu Gott als dem Ursprung und Anfang zurück " (Tod als Verhältnis zum Licht) zum Licht der Lebensentwicklung als Sehnsucht und natürlicher Drang zum Leben (Entwicklungs-Überwindungsleben als " ein sterben lernen " und das Verhältnis zu mehr Licht) *.

* I.) Gott ist Licht. Das ist eine grundlegende Erkenntnis der modernen
Quantenphysik. Die kleinsten Teilchen, die für das Auge unsichtbaren
Schwingungen, die meinen Körperformen, sind informierte, hoch-
frequente Photonen (= Lichtteilchen/Lichtschwingungen). Mein
ganzer Körper, jedes Organ, jede Zelle ist zusammengesetzt aus unzähligen solcher Lichtteilchen, aus informierten, in unterschied-
lichen Frequenzen schwingenden Photonen. Aus solchen Photonen
setzt sich überhaupt die ganze Schöpfung zusammen. Alles ist aus
Licht gemacht und kommt aus dem LICHT. Durch die unterschied-
lichen Frequenzen, in denen dieses Licht vibriert, entsteht der Ein-
druck der Vielfalt des Lebens. In der Tiefe aber besteht alles aus der gleichen Substanz: Licht.

II.) " Gott ist Licht und Licht ist die Erscheinung Gottes", welches
die Energie der Schöpfung und allen Lebens ist und den Dingen ihre
Schönheit verleiht. Gott denkt in ausgewogenen Lichtwellen und
sein universaler Körper ist vollkommen im Gleichgewicht. Bewusst-
sein war das Licht, welches sich als biologisches Leben weiter ent-
wickelte, als es sich materialisierte. In der Lichtmetaphysik ist das Urlicht Gott selbst und alle Dinge dieser Welt sind umso wesenhafter,
je mehr sie an diesem Urlicht teilhaben d.h., transzendiert worden
sind, was auch das Gottentwicklungsverständnis eines Meister Eckhart ist. Deshalb auch seine Gotterkenntnis, dass ein Stück Entwicklung mehr wert ist als die ganze Welt. Die Welt vergeht aber die zeitlose Entwicklung bleibt ewig.


  • Von der  Aussage "Gott ist Geist" was in der  Vorstellungs- welt ungenau ist und wenig aussagt zum  wissenschaft- lichen Faktum,dass alles Materielle Form und Gestalt    hat, so  auch alles   Geistige, also  auch Gott.Es  gibt überhaupt nichts  Formloses in der materiellen und geistigen Welt.
  • Von der Gottes-Allgegenwärtigkeit zur  Persönlichkeits-Gestalt-These Gottes  er deshalb nicht in der Weise  über- all allgegenwärtig sein*.


* "In der Wahrnehmung, mit der sich Gott selber wahrnimmt nimmt er alle Kreaturen wahr nicht als Kreaturen, sondern die Kreaturen als Gott.Er ist in allen Dingen und alle Dinge sind in ihm ,aber er  ist nicht in den Dingen geblieben.Er ist in allem, aber bleibt unberührt von allem. Er durchdringt alles, aber was völlig getrennt ist von seinem eigenen Sein ist (Er unterscheidet zwischen Existenz aus sich selbst heraus und geschöpflicher Existenz)*.

* Meister Eckhart.

Siehe auch > 250 Meister Eckhart Aphorismen und Zitate
in Meister Eckhart


  • Von der Gott Allwissenheitsthese  und er auch und weiß  was in Zukunft geschieht zur Gegenthese des Nicht- Voraus-Wissens einer freien Entscheidung und auch Gott deshalb nicht wissen kann, was in der Zukunft geschieht, ob die herbeizuführenden Geschehnisse überhaupt erfolgen und wie sie erfolgen.Denn Freiheit und Notwendigkeit  einer  Entscheidung sind innere   Widersprüche. Und absolute Sicherheit eines  Ereignis-ses ist stets mit der absoluten Notwendigkeit des Geschehens verbunden*.

* Siehe auch oben im Vorwort den Anhangtext: " Entwicklungsvor- hersagen".


     Weitere Lebensweisheiten als Gott-Spruchzitate:


1.) Jeder Einzelne ist vor Gott gestellt. Gott zählt Mensch
nicht eins, zwei, drei sondern eins, eins, eins*.

*  Prof. Ernst Fuchs (1930-2015) österreichischer Maler, Grafiker, Bildhauer, Architekt, Komponist, visionärer Philosoph, Gründer der Wiener Schule des phantastischen Realismus, Autor.

2.) " Es gibt nur für den keinen Gott, der ihn nicht sucht.
Suche ihn, und er wird sich dir offenbaren "*.


* Leo  Tolstoi (1828-1910) russischer Romanschriftsteller, Essayist.

3.) Gott ist das einzige Wesen dass, um zu herrschen nicht
selbst zu existieren braucht *.


* Charles Baudelaire, französischer Schriftsteller.

4.) Wer Gott definiert ist schon Atheist *.


* Oswald Spengler, Philosoph.

5.) Da die Götter menschlicher noch waren, waren Menschen göttlicher *.


* Friedrich Schiller, Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker.

6.) Warum uns so Gott  wohlgefällt,weil er uns sich nie in den Weg stellt*.

* Johann Wolfgang Goethe, Dichter.

7.) In Gottesnamen fängt alles (Un)glück an *.

* Sprichwort.

8.) Gott heilt und der Arzt bekommt das Geld *.

* Sprichwort.

9.) Zu Gott  hinken die Leute, zum Teufel laufen sie*.

* Sprichwort.


10.) Wenn Gott will, so kräht ein Axtstiel*.

* Sprichwort.

11.) Trag Holz und lass Gott kochen*.

* Sprichwort.

12.) Gott zerbricht die Werkzeuge, deren er sich bedient hat*.

* Theodor Herzl, Schriftsteller.

13.) Alles was du tust, ich bin bei Dir*.

* Volksweisheit.

14.) Gott will keine Armut, weil sie den Menschen in Unfrei- heit lässt (und keine Entwicklung zu lässt).

       Gottesdienst, Sakramente, Riten,Symbolik


                                      Gottesdienst


  • Vom Gottesdienst eines Gemeinschaftserlebensopfers  als kulturelle Handlung (singen)  zum Leben als Einzelopfer-Gottesdienst, weil jeder  Einzelne seinen Entwicklungs-Individualisierungsweg in der evoluti- onären,säkularen Nachfolge Christi gehen muss, dieser von keinem bisher gegangen wurde und deshalb mir keiner helfen kann und nur der Einzelnen vor Gott gestellt ist, was das Wesen des Christentums ausmacht (ringen).
  • Vom Gottesdienst als Transzendenserfahrung in einer kulturellen Handlung, um seinem Gott zu dienen aber führt zu keiner Veränderung (der regelmässige rituelle und zermonielle Gottesdienst als Christenpflicht zur Entwicklung als Lebensgottesdienst seinem persönlichen Gott zu dienen, in der Friedens- Bringschuldpflicht einer Individuations-Entwicklungslosigkeit. wo der Mensch sich jeden Tag verändert. Zuhören, beten, singen setzen, stehen, knien..das mag alles seinen Wert haben,aber das kann niemals zur Hauptforderung des Christentums führen,dass wir uns verändern müssen, um zu Gott zu gelangen, denn wir können nicht der Gleiche bleiben wie bisher.
  • Von wenn die Glocken läuten, gehe ich zum Ostergottes- dienst,wo die (fremde) Auferstehung abstrakt und in einer Glaubensbeziehung gefeiert wird zu wenn es drei- zehn schlägt feiere ich konkret meine (eigene) tägliche Auferstehung in der Lebensbeziehung des immer wieder neu Anfangens und des einmal mehr aufstehens als hinfallen*.

* "Das Christentum definiert sich durch die Auferstehung  Jesus  und ohne diese, gäbe es keine Hoffnung und Freude für das ewige Leben, eine "Weiterlebensversicherung" für die, welche daran glauben". Siehe Textfortsetzung" in Das Leben ist Das Leben ist unsterblich


  • Vom dem sonntäglichen Weg zum Gottesdienst zur Wertauffassung "Entwicklung als Entwicklungsweg" , dass die evolutionären Entwicklungsanlagen Gottes Wille sind, um zu sich selbst zu gelangen. Es ist die Freiheit ohne Tradition, Kirche, Papst, Bibelbuchstabe und Moral. Die Evolution des Einzelnen ist der eingeborene Gottes Plan für den Einzelnen,um Gott näher zu kommen und zu mehr Gottwerdung im Sinne von Meister Eckhart*.


* Der Entwicklungs-Individualisierungs-Lebenslauf als Lebens-
weg wird als ein eingeborenes Leitbild als Selbstidee verstanden
und ist in der menschlichen Natur angelegtes, lebenstragendes, lebensorientierendes und lebensübersteigendes Lernprogramm, welches auf einen nicht beeinflussbaren, beabsichtigen Endzu-
stand hinausläuft (und der Zufall gilt wissenschaftlich als aus- geschlossen). Die Entwicklungstheorie hat einen starken teleolo- gischen Charakter, weil sie unterstellt, dass die einzelmenschheits-geschichtliche Entwicklung auf ein bestimmtes, von vornherein feststehendes Ziel gerichtet ist. Entwicklung ist den Menschen vom Zukünftigen her zu  erfassen und was in ihm zielhaft angelegt ist und dieses wird nicht bewusst wahrgenommen.


  • Vom lebenspassiven sinnentleerten,einer abgesessenen Gottesdienstteilnahme und  formelhaften nachge- schwätzen,runtergeleierten, gesungenen  religiösen Satz-und Liedgut beim lithurgischen Geschehen (man macht sich etwas vor)  zum lebensindividuellen Gedankengut in der Lebensauseinandersetzungs-Transzendierungs-Individualisierungs-Erfahrungen am Arbeitsplatz und im gesellschaftlichen Alltags-Bewältigungs-Leben,weil das ganze Leben zu einem Gottesdienst  wird und alle Reli- gion hat, welche der Mensch braucht (man nimmt sich etwas vor).
  • Vom formelhaften, rezitativen,etwas sich vormachenden, kalten Latein und intellektualistischen theologischen, scholastischen "Halle-Jula-Kirchen-Stelzen-Sprache", welche den Sprachkern, die semantische Sprachfülle, die Sprachdichte und das muttersprachliche Gefühl nicht erschliesst zu es ist lebenssprichwörtlich " auf gut deutsch " sagen, " weil Gott Deutsch spricht ", sonst hät- te er mich nicht verstanden. Religion ist immer einzelper- sönlich und deshalb ist die Sprache immer individuell   und eine eigene, "unverquaste Sprache". In der Volks- sprachlichkeit liegt die Kraft, das Wesen einer Na-
    tion und hier wird  "der Volkston" getroffen. Religion kann nicht durch die indirekte vom Leben abgetrennte Theologiesprache wirklich gelehrt werden,weil das Leben selbst Religion ist. Religion ist angeboren und gehört konstitutiv zum Menschsein. Das Religiöse (der Christus in uns) lässt sich vom Entwicklungslebensprozessakt nicht trennen und ist immer mitgegeben und mitgesetzt. 

*I.) Die mittelbare, lebenstrennende, abstrakte, theologische Son- dersprache des Klerus, der Heiligen und Märtyrer und eine theolo- gische Begriffsakrobatik  kann heute kein Menschenherz mehr be- wegen,  sind ungeeignet Gott zu finden und die gespaltende Chris-
tenheit wieder zu vereinigen (Stille ist die Ursprache Gottes.Alles andere sind schlechte Übersetzungen und menschliche Interpre-
tationen).Diese wird durch die  unmittelbare, konkrete, persönliche Lebens-Muttersprache transzendiert und damit haben alle Menschen die gleiche Religion, weil es vom Leben kein abgetrennter Bereich mehr ist, existiert das Jenseitige gestaltlos im weltlichen Diesseits, das Ewige sich nur im Vergänglichen offenbart und die "Kernspal- tung des Seins" überwunden, welche ja erst diese die Religion not- wendig macht.

II.) Das  Christentum hat keine eigene Sprache ,was die religiöse Unmittelbarkeit ausdrücken kann. Siehe auch den Gliederungspunkt " Meister Eckhart und die deutsche (unmittelbare) Sprache".

III.) Dieses formelhafte, rituelle Nachsprechen von Antworttugen-
den ist reflexive Unehrlichkeit zu sich selbst, weil ich diese noch nicht bin. Die Tugend wird nur in der Verführungsschwachheit vollbracht, weil diese zur Entfaltung das Gegenteil bedarf. Das Gute ist erst das Gute und eine Tugend, wenn es vom negativen Pol gereinigt wurde. Wo keine Untugend, da ist auch keine Tugend möglich.

IV.) In einem Verkaufsgespräch ist für den Verkäufer mehr Gottes- dienst drin wie ihm lieb ist (Ehrlichkeit, Mehrwert, nicht bedrängen, Gewissensbisse …)

V.) Wer Gott nicht in der Kirche hat, hat diesen auch nicht beim Stallmisten*.

*Meister Eckhart.

  • Vom Gottesdienst als vom Leben getrennte religiöse, rituelle,geplante  passive Extraveranstaltung und als langweilig und lebensfremd empfunden (sonntäglicher Kirchgang der Gewohnheit zur Ehr) zum spontanen Lebensgottesdienst, wo dieser nicht vom aktiven Alltagsweltleben getrennt ist,weil die menschliche Natur Religion ist und ich in jeder Stunde bereit sein muss. Religion ist angeboren und gehört konstitutiv zum Menschsein. Die Religion und der Glaube an Gott sind vom Menschen als Anlage eines Individuallogos als " Gottesgen" mitgegeben. Ohne Religion ist das Leben nicht nur unvollständig, sondern eigentlich sinn-und wertlos. Nach Meister Eckhart ist das Leben eine Erscheinung Gottes und Gott ist das Leben selbst (als Selbstwerdung). Nur die Religion macht den Selbstwert des Menschen aus. Das Religiöse lässt sich vom Entwick- lungslebensprozessakt (als mehr Gottwerdung) nicht trennen und ist immer mitgesetzt (tägliche, aktive Entwicklungsauseinandersetzung als  Gott zur Ehr und wird als lebensnah und sexy empfunden).
  • Vom  frommen Kirchgänger, der seinen religiösen Pflichten nachkommt, dessen Glauben an Gott geprägt  und kirchennützlich ist zur wahren Frömmig- keit,welches ein stilles Geheimnis zwischen Gott und der einzelnen Seele bleibt,welches sichtbar in Worten und Taten aber auch im Unterlassen und Nichttun seine Frömmigkeit findet ohne ein Wort darüber zu verlieren*.


*I.) Das Individualitätsprinzip bezieht sich auf das persönliche Gottes- verhältnis, weil ich nur als Einzelner und nicht eine Glaubensge- meinschaft am "grossen Gerichtstag" vor Gott gestellt ist. und gefragt wird, ob er sich treu und entwicklungsehrlich geblieben ist, das Bessere und Höhere gewollt,was er für andere  getan hat oder hätte tun können.

II.) Das Individualitätsprinzip bezieht sich auf das persönliche Gottesverhältnis, weil ich nur als Einzelner und nicht eine Glaubens- gemeinschaft am "grossen Gerichtstag" des Todes vor Gott gestellt ist,weil nur der Anerkennung der eigenen Schuld innerhalb der Krise das einzigste Eigentum ist ,dass den Einzelnen begründet ("Karma- konto").Es wird jetzt die innere unverstellte Natur sichtbar.Er wird er nicht gefragt z.B. ob er ein guter Staatsbürger gewesen ist, was die anderen ge- macht haben, nach seinem Bekanntheitsgrad, wie viele Tore z.B. als Fußballstar  einmal eingenetzt wurden oder wie viele Welthits er/sie  gesungen hat, nach seinem Bankkonto- stand, wie viele Kinder, welche Position, welchen Beruf, Besitz, für was er Zeit und Interesse hatte und wie löblich die Grabrede des Pfarrers war, sondern Auge in Auge nur nach seinem persönlichen Gottesverhältnis als die eigentliche Lebensleistung d.h., ob er sich treu und entwick- lungsehrlich als Wahrheitsliebe geblieben ist, das Bessere und Höhere im Hier und jetzt gewollt,was er für andere  getan hat oder hätte tun können als Lebensprüfung, Lebenssinnaufgabe und geschenkte Lebensdankbarkeit.

  • Vom Gottesdienst am Opferalter in der Kirche (die Frei- heiten werden der Religion untergeordnet) zum Lebens- opfer in der Entwicklungsfreiheit, wo erst einmal Ordnung, Sicherheit, Bestätigung, Geborgenheit aufge-  geben werden (müssen), um sich selbst zu begründen (in der Freiheit wird die Religion erst wieder entdeckt und zurück errungen als die höchste Stufe der Freiheit)*.

* Bildungs-Kultur-Lernen versteht unter Freiheit, die im  Grundgesetz verankerte äussere, praktische Freiheit  in allem, solange sie nicht die Freiheit anderer einschränkt und und gegen geltendes Recht und soziale Normen verstösst (z.B. Bildungs-, Konsum-, Geld,- Reise-, Arbeitsplatz-, Reichtums-,  Religions-,Meinungs-,Freizeit-, Gewerbe-, sexuelle- und soziale Freiheit).  Entwicklungs-Kultur-Lernen versteht weniger die Freiheit vom Gesetz, sondern Freiheit durch das Gesetz als Rahmen-und Vorbedingung, dass der Mensch ganz Mensch werden kann. Die Scheinfreiheiten bedürfen selber der Befreiung, weil wir uns in Wirklichkeit von diesen abhängig haben und dadurch  unfrei geworden sind. Die Freiheit der Entwicklungs-Individualisierungs-Möglichkeiten und Verantwortlichkeiten werden eingetauscht gegen eine Absicherung, Bestätigung, Geborgenheit, Bequemlichkeit, Ge- wöhnung, Gleichgültigkeit, Konsumismus, geistlose Unterhaltungs- ablenkung, beschränkt sich auf das Prädikat "guter Staatsbürger sein und erst in der Entwicklungsauseinandersetzungs-Überwindungs-Tanszendierung als Dematerialisierung  und als Genie der Selbst- evolution werde ich frei. Erst muss man in den Dingen gestanden
und von den Dingen umgeben sein, bis man ihnen nur noch gegen-
über und über ihnen steht. Aber es ist auch nicht der leere Freiheits-
begriff des Dichters Friedrich Schillers oder der französischen Re- volution. Die befreiende Kraft wird durch ohnmächtige, illusionäre Abstraktionen ersetzt. Diese Freiheit produziert aus sich keinen Sinn und es herrscht die Freiheit der Leere. Wenn das "Ich" ins Spiel kommt als selbst gesetzte Schranke der Freiheit bin ich nicht mehr frei. Das was ich tun will ist nur die Unfreiheit des Egos. Siehe Text- fortsetzung Nr. 986 in  Kulturlernen-21


  • Vom Mittelalter, wo die gotische Kathedrale verschiede- ne Funktionen hatte aber in erster Linie ein Sakralort für kirchliche Gottesdienste war (religiöse Andacht) zur gotischen Kathedrale, wo die Gotik zu ihrem Ursprung zurück kommt, wenn sie zum Entwicklungs-Lebens- Got- tesdienst der Individualisierungsentwicklung "wird,weil der Geist der Gotik und der Geist der Entwicklung sich gegenseitig durchdringen. Am Anfang eines jeden Entwicklungsweges steht die Gotik. Aufbruch, himmel- wärts und nach den Sternen geifen. Deshalb geht jeder Entwicklungs weg nur über und durch die gotische Kathe- drale als Ausdruck des Höherstrebens und als gotisches Lernprin-zip ,weil bei Entwicklungs-Individualisie- rungsreife-Nr.782 jeder das Gefühl vermittelt bekommt und keinen mehr gleichgültig lässt, dass die gotische Kathedrale nur für ihn gebaut worden und er endlich zu Hause angekommen ist. Erst nach einer Lebenskrise öffnen sich die Eingangsportale der gotischen Kathedrale für mich. Mit dem Münster fing es an und mit dem Münster hört es auf. Es ist seine Entwicklungszukunft in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi zu gestalten (Privatandacht)*.


* Nach Meister Eckhart wird durch die Evolution in der persönlichen Entwicklung sich erst Gott selbst, kommt zum Bewusstsein seiner selbst und denkt und erkennt sich selbst und wird erst Mensch. Gott muss Mensch werden, um selbst sein und selbst werden zu können
Seine Gottheit hängt davon ab, dass er wirken muss.Gott wirkt und ich werde. Wäre ich nicht, wäre Gott nicht Gott und er braucht mich, dass er sich werden kann.In Wahrheit macht nicht der Schöpfer, sondern das Geschöpf den Schöpfer. Das Werden Gottes ist kein Ent-
schluss Gottes, sondern mit dem Wesen des Lebens mitgesetzt,weil Gott das Leben selbst ist. Wie der Mensch Gott braucht um nicht zu vergehen (Vital prinzip), braucht ebenso das Göttliche  den  Men-
schen, um wahrhaft und zur Wirklichkeit zu werden und zu sein. Deshalb ist Gott mir näher, als ich  (" mein Ego ") mir selber bin, Weil das Leben mit Gott gleichgesetzt wird, wird das Leben zur Theologie.


  • Von der gotischen Kathedrale als  religiöses Gottesdienst- haus zur kulturellen Reinigung, wo ich bete und zur Ruhe komme zur  gotischen Kathedrale als eine kulturelle Entwicklungs-Lernschule für den " Lebensgottesdienst ", indem ich durch die Entwicklung als Beschreiten  meines noch von niemanden gegangenen  Entwicklungs-Lebens-Individualisierungs- Weges als lebenslanges Entwick- lungs-Friedens-Lernen mein Leben bete*.

* Der Geist der Gotik und der Geist der Entwicklung durchdringen
sich gegenseitig. Am Anfang eines jeden Entwicklungsweges steht die Gotik. Aufbruch, himmelwärts und nach den Sternen greifen. Deshalb geht jeder Entwicklungsweg nur über und durch die gotische Kathe- drale als Ausdruck des Höherstrebens und als gotisches Lernprinzip ,weil bei Entwicklungs-Individualisierungsreife-Nr.782 jeder das Gefühl vermittelt bekommt und keinen mehr gleichgültig lässt, dass die gotische Kathedrale nur für ihn gebaut worden und er endlich zu Hause angekommen ist. Erst nach einer Lebenskrise öffnen sich die Eingangsportale der gotischen Kathedrale für mich. Mit dem Münster fing es an und mit dem Münster hört es auf. Es ist seine Entwicklungs- zukunft in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi zu gestal- ten.


  • Von der gotischen Kathedrale wo besonders jeden mor- gen fromme und gläubige Christen den Gottesdienst besuchten, um für den Alltag Kraft und Gottvertrauen zu finden (Veranstaltungen) zur Webpräsenz " die gotische Kathedrale ", wo jeden Morgen die " Entwicklungsgläu- bigen " auf dem Weg zu ihrer beruflichen Tätigkeit in öffentlichen Verkehrsmitteln oder zum Arbeitsbeginn Anregungen, Erbauung, Kraft und Bestätigung finden für den Entwicklungs-Arbeitsalltag der Arbeitsplatzindivi- dualisierung  in der evolutionären Allzeit-Jetztnut- zung  (Alltagslebensgeschehen).
  • Von der gotischen Kathedrale, wo Gottesdienste (Messen) gefeiert werden und als Ort der Besinnung (religiöses Jenseits-Verhältnis zum Raum) zur gotischen Kathedrale, welche im täglichen Alltagsleben der Men- schen als Marktplatz, Austellungsraum, Schutzraum, Theateraufführung, Rechtssprechung etc. eine zentrale Rolle spielte (Entwicklungs-Individualisierungs-Aus- einandersetzungs-Diesseits-Verhältnis im Raum) *.

* Religion ist die längst bewiesene und zu überwindende, dualis-
tische  Welt-Diesseits (Materialistik) und Gott-Jenseits-Sichtweise (Mystik), die es aber durch das Verschränktheitsprinzip der Quan-
tenphysik als säkulare Interverbundenheit faktisch nicht gibt, miteinander verwoben ist, komplementär zusammen gehört und
das Spannungsverhältnis des religiösen Diesseits (Realwelt)-Jenseits (Wirklichkeitswelt) Dualismus zum ad absurdum geführt hat. Das menschliche Wesen ist ein Teil des Ganzen und die konventionelle Vorstellung von Zeit und Raum sind mit der Relativitätstheorie überholt. Die scheinbare Trennung vom Anderen und der Zeiten-
bruch von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nur eine optische Täuschung und  ein Relikt unseres dualistischen Bewuss-
seins. Es kann ja zwischen Theologie und Naturwissenschaft keine doppelte Wahrheit geben. Gott ist ein hybrides Wesen, diesseitig
und jenseitig zugleich. Für den Theologen Dietrich  Bonhoeffer war Gott kein denkbares mächtiges, transzendendes Wesen, sondern für ihn war Gott mitten in unserem Leben jenseitig. Die Kirche verdankt ihr Dasein, dass der Mensch von seinem wahrem (Selbst)sein getrennt ist und muss sich mit der  praktischen Schwierigkeit auseinander-
setzen, in der Welt auf ein Reich hin zu leben, dass nicht von dieser Welt ist.


  • Von der Andacht als kurzer Gottesdienst, der besonders dem Gebet gewidmet ist zum gotischen Lernprinzip, welches mit fast religiöser Andacht studiert wird.
  • Vom Gottesdienst, wo man etwas auf sich gewohnheits- mässig selbstheuchlerisch abregnen lässt und froh ist, wenn er zu Ende ist zum Lebensgottesdienst in der evolutionären Allzeit-Jetzt Lebensnutzung,wo ich täglich im Regen stehe.
  • Vom traditionellen, sonntäglichen Gottesdienstbesuch zum dieser wird erst zum Gottesdienst, wenn ich für das Leben und nicht das Leben für mich da ist.Das Denken über Gott wird dem Gottesdienst vorgezogen.
  • Das deutsche Wort Gottesdienst entspricht dem latei- nischen Begriff cultus (Kultus „Verehrung“) und bezieht sich vornehmlich auf das religiöse kultisch,normierte Feiern im Christentum, ist jedoch auch in andere Reli- gionsge- meinschaften zu finden, die gemeinsame Gebete verrichten, wie im Judentum und dem Isalm. Oft folgt ein Gottesdienst einem Ritus, der durch einen überlieferten Ablauf oder durch Festsetzung durch eine geistliche Instanz vorgegeben ist, wie etwa die Lithurgie der katho- lischen Kirche, der orthodoxen Kirchen oder die evan- gelische Agende. Bei entsprechender Zielsetzung werden jedoch auch spontane oder wenig strukturierte Zusam- menkünfte als Gottesdienst bezeichnet zu  wenn der Gottesdienst als Erinnerung an den Kreuzestod in der Nachfolge Christi verstanden wird, hilft die Tradition nicht wirklich weiter, sondern ist erst in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi gegeben

                    Sakramente*


* In der evangelischen Kirche gibt es nur diese zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl. Die katholische Kirche, die anglikanische Kirche und die orthodoxen Kirchen kennen dagegen sieben Sakramente.Die Reformatoren erkannten nur die Handlungen als Sakramente an, die auf Jesus zurückgehen.


  • Von der sakramentalen Heilsvermittlung von Jesus Christus eingesetzte zeichenhafte Handlung, die in traditionellen Formen vollzogen wird und nach christ- lichem Glauben dem Menschen in sinnlich wahrnehm- barer Weise die Gnade Gottes übermittelt zu der Ver- mittlung des Wesens hinter den Lebenser- scheinungen nicht durch die kirchlichen Sakramente, sondern durch die Entwicklungseigenschaften als Dematerialisierung in den Dingen dieser Welt,um von der Sinnlichkeit zur Geistigkeit,von der Erscheinung zum Wesen der Erscheinung  zu gelangen.

* Gott ist ein hybrides Wesen, diesseitig und jenseitig zugleich. Für den Theologen Dietrich  Bonhoeffer war Gott kein denkbares mäch-
tiges, tranzendendes Wesen, sondern für ihn war Gott mitten in unserem Leben jenseitig, ein gegenseitiges Durchdrungensein der Transzendenz des Jenseitigen (Gott) in der Prozedenz des Diessei-
tigen (Welt).


  • Von durch das Sakrament der Taufe werden wir ein- getaucht in das göttliche Leben zur These, dass wir erst bei Entwicklungsreife (als Gnade) eingetaucht werden in das göttliche Leben*.

* Kritik wird an diesem Sakrament laut, dass eine äussere  Hand- lung alleine nichts bewirkt und dass die Taufe von unmündigen, schuldlosen Kindern wertlos ist.Sie können weder die Wahrheit er- kennen noch ein Bekenntnis dafür ablegen.Deshalb gebot auch Chris- tus seinen Jüngern erst zu lehren und dann zu taufen,wenn sie zur Annahme der Wahrheit bereit sind.Beim Entwicklungs-Individua- lisierungs-Christentum ist man erst bei Entwicklungsreife-Nr.782 zur Wahrheit bereit und dieses der Zeitpunkt der Taufe ist.


  • Von der Taufe als Christusnachfolge (das Heil des Lebensweges) zur Entwicklungs-Individualisierungs-Reife (Krisen, Lebensdruck, Entwicklungsstufe) als säkulare evolutionäre Nachfolge Christi (der Weg zum Heil).
  • Von der Beichte,welche zu den sieben Sakramenten in der katholischen Kirche gehört, wo der  Gläubige  sich in diesem Sakrament aufrichtig seine Sünden bereut,  diese vor Gott bekennt  und diese ihm nur ausschließlich durch die Lossprechung eines Priesters vergeben wird zu einer anderen theologischen Auffassung,dass niemand  Sün- den vergeben als Gott allein und der Mensch alleine, wenn er nur das Bessere will, wieder zu seinem Frieden findet und kein Priester für die Umkehr und Versöhnung mit Gott  notwendig ist.Wenn der Grundsatz gilt, dass "ohne priesterliche Lossprechung" keine Sündenverge- bung gibt, wäre  dieser in Frage gestellt*.


* Niemand kann Sünden vergeben als Gott allein.Wer glaubt denn wirklich, dass Gott einem Sünder seine Schuld vergibt, nur weil ein Priester die Lossprechung erteilt und versagt einem anderen, weil ein Priester ihm diese versagt hat.Der Priester vermag weder in das Herz des Sünders reinzuschauen noch den Willen Gottes zu erkennen. Diese Lossprechung ist ein richterliches Urteil ohne die Rechtskraft 

Gottes. Die Beichte und die damit verbundene priesterliche Los- sprechung werden als Menschensatzungen bezeichnet.Damit ist die Bedeutung einer zu bereuenden und abzutragenden Sündenschuld und Lebensverfehlung nicht geschmälert und diese erfolgt auch ohne kirchlichen Beistand*.

* In Textanlehnung an den Theologen und Reichstagabgeordne- ten  Johannes Greber "Der Verkehr mit der Geisterwelt Gottes,seine Gesetze und sein Zweck".


  • Vom gelegentlichen Nahe- und Näherkommen Gottes für gläubige Christen im Altarsakrament zum ständigen Nahe-und Näherkommen Gottes im Alltaglebens und das Leben als Gottesdienst.
  • Von der Sakramentenfrömmigkeit zum sakramentalen als das Befreiende  in den Dingen, Umständen, Gescheh- nissen in der Welt, welches  auf Höheres verweisen was verwirklicht werden soll. Es sind alles nur Wegweiser,  Hilfen, Probiersteine  und Mittler für den Weg  nach oben, was den Menschen übersteigt als De-und Entmate- rialisierungsmittel zum Entwicklungs-Individualisie- rungs-Reifezweck, welche nicht an die Seele heranrei- chen*.

* I.) Nach der christlichen Lehre ist der Sakratamentalimus Sakra- mentenfrömmigkeit die von Jesus Christus eingesetzte zeichenhafte Handlung, die in traditionellen Formen vollzogen wird und nach christlichem Glauben dem Menschen in sinnlich wahrnehmbarer Weise die Gnade Gottes übermittelt.Die spätmittelalterliche Fröm- migkeit ist im Wesentlichen eine Sakramentsfrömmigkeit.

II. " Jegliche Kreatur ist Gottes voll und ist ein aufgeschlagenes Buch
und wer darin recht zu lesen weiss, der braucht keine Predigt
mehr ".Es sagen etliche Meister die Seele sei aus allen Dingen erschaffen, da sie das Vermögen hat alle Dinge zu erkennen.
Die Welt  wäre nicht geschaffen worden, wenn sie nicht  da wäre,
Gott  zu suchen und zu finden als " Trainingszentrum für den Him-
mel"*.


* Meister Eckhart


  • Von der Kommunion als Initiationssakrament im Vernunftsalter, welches die Gemeinschaft und Einheit mit Gott darstellt  zum Friedensbewusstsein als  unmit-telbares, materialisiertes bewusstseinsgewordenes lebendiges Gottesgefühl, welches die Gemeinschaft und Einheit mit Gott darstellt. Siehe Textfortsetzung im Glie- derungspunkt Frieden.

* Die moderne Physik und Kosmologie haben das Bild vom Uni-
versum (lat. universus " gesamt ", von unus und versus " in eins gekehrt ") als ein unteilbares, dynamisches Ganzes unwiderruflich bewiesen. Sicher gilt,  dass die innere Welt ein einziges Bewusstsein darstellt und alles in der Welt miteinander verknüpft ist, das Grösste mit dem Kleinsten und das Allernächste mit dem Entferntesten. Alle Teile des Universums stehen grundsätzlich in einer Wechselbezie-
hung zueinander und jedes Ding, Natur und Tierwelt, jeder Prozess und jeder Bewusstseinsakt hängt mit anderen Dingen, der Natur,
den Prozessen und Bewusstseinsakten zusammen in einer durch-
dachten und geordneten, schöpferischen Beziehung zum grössten, möglichen Ganzen, welches folglich nur ein Einziges sein. Die Erklärung der Verschränkung zeigt, wie die materielle Welt und die innere Welt durch den ständigen Informationsaustausch miteinan-
der verbunden sind und nicht nur mit jedem Individuum, sondern auch mit jedem Punkt des Universums. Zwei verschränkte Objekte, obwohl Lichtjahre entfernt, trotz grosser, räumlicher Distanz sind miteinander verbunden und können Informationen austauschen.
Das zeigt doch deutlich, dass es eine geistige Welt neben der materiellen Welt  lostgelöst von Raum und Materie geben muss.
Aus diesem Grunde ist  jedes Individuum ein Teil des grossen Gan-
zen, mit dem grossen Ganzen verbunden, befindet sich in Über-
einstimmung mit dem Ganzen, da auch die komplexen Vorgänge
des Entwicklungs-Geist-Bewusstseins den geist-psychischen Plastizitäts-Gesetzmässigkeiten der Quantenphysik unterliegen
und diese bleibt nach dem biologischen Tod weiter bestehen. Das Universum ist in allen Teilen eine eng zusammenhängende Welt mit unendlichen Verflechtungen und Wechselwirkungen (z.B. ohne den Mond wäre die Erde nicht bewohnbar) und ein lebendiges Werden-
des, sich fortlaufend entwickelndes, zeitloses Ganzes.

Trivia: Das bedeutet auch,wenn ich für einen Menschen in Australien bete, ist die Gebetskraft die gleiche als wenn ich in Australien per- sönlich an seinem Krankenbett stehe.


  • Von der sakramentalen Heilsvermittlung,welche für den Laien entwickelt wurde, der das Leben symbolisch zu deuten und zu beseelen vermag zu  Sakramente als Zeichen weisen uns noch nicht den Weg zur Wahrheit und deshalb darf man nicht bei diesen stehen bleiben.
  • Von wenn alle Geschichte menschliche Heilsgeschichte ist zu dann muss diese in der Individualgeschichtlichkeit möglich sein und " die Anwesenheit Gottes " auch in den Zeichen (Möglichkeitsmitteln) der Zeit und der Welt zu entdecken sein. Entwicklung ist nicht mehr nur auf die Bibel oder auf eine Weltanschauung beschränkt, sondern schliesst die gesamte Schöpfung mit ein. Seit 2000 Jahren leben wir in der christlichen Zeitrechnung und die Frage muss sein, wann werden wir beginnen, wirkliche Christen jenseits von Bekenntnissen und Denominationen eines Entwicklungs-Individualisierungs-Lebenstums ohne die dualistische Gott-Welt-Sichtweise zu sein *?

*I.)  " Nach Meister Eckhart ist jegliche Kreatur ist Gottes voll und ist ein aufgeschlagenes Buch und wer darin recht zu lesen weiss, der braucht keine Predigt mehr. Mach nur die Augen auf wie der Mystiker Jakob Böhme sagte und du wirst sehen; Die Welt ist von Gott erfüllt Das Viele ist nur da, um zu dem Einen (Gott) zu gelangen ". Denn indem der Mensch "das Göttliche" als  Mittel zum Individualisierungs-Friedens-Zweck in und hinter allem entdeckt und diese in Entwick- lungs dienst stellt, werden die Dinge selber nur noch mittelbar, ihrer eigenen Besitzwesenheit entkleidet und einem in die Hand gegeben. Er wird aus der Besessenheit durch die fremden Dinge erlöst und befreit. Aus dem Nichts fallen ihm die fremden Dinge ihrem Wesen nach zu und geraten selbst in seinen Besitz. Es ist Meister Eckharts weitere Erkenntnis, dass wer Gott hat, hat auch alles andere. Wer das Höhere hat auch automatisch das Niedrigere. De-und Entmaterialisie- rung wird als ein Weg zu grösserer Vollkommenheit und Gottannähe- rung  betrachtet. Vor Gott ist nichts leer. Alles ist Hinweis und (Er- kenntnis)zeichen für ihn. Der Mensch muss lernen durch die Dinge hindurch zugehen und zu durchbrechen und darin seinen Gott be- greifen lernen. Der Mensch muß erst einmal in den Dingen gestanden und von den Dingen umgeben sein, bis man ihnen nach viel Übung nur noch diesen  gegenüber steht. Alle Dinge werden dir lauter Gott (bei Überwindungstranszendierung), denn in allen Dingen hast du nichts mehr im Auge als nur mehr Gott. Gott ist allen Kreaturen gleich nahe. Ein Ding ist nur lustvoll und begehrenswert nur soweit, wie Gott in diesem ist. Der Mensch soll sich daran gewöhnen, nicht das Seine in den Dingen zu suchen oder zu nehmen, sondern in allen Dingen Gott (Entwicklung) zu suchen und zu nehmen.Es ist auch die Macht des Geistes über die materielle Welt,welche sich z.B. in der gotischen Baukunst wiederfindet.

II.) In und hinter allen Dingen und Umständen verbirgt, west und wirkt Gott als Entwicklungssinn  sich selber, aber ist kein Ding selber.Er erfährt und erlebt  sich als  Entwicklungstu- gend in nicht-sinnlicher Wahrnehmungsweise, sondern als  immanente, individu-

elle Entwicklungseigenschaft, welche ein höheres, nicht-sinnliches Ziel mit einer unheimlichen, lebendigen Wirksamkeit in sich trägt. 

Wenn alles als Mittel zum Indivdualisierungs-Werde-Zweck betrachtet wird, dann ist der Mensch ständig von Gott umfangen und hinter dieser Welt verbirgt sich Gott. Je mehr man Gott hinter allem sieht , umso mehr werden einem die Dinge willenlos in den Besitz gegeben. Im religiösen Duktus fortgeführt; Ein Heiliger sagt, die Seele die Gott geschmeckt hat, ist alles zuwider was Gott nicht ist. Ist er aber Objekt der Erkenntnis zu Gott, dann trägt er zur Erkenntnis Gott bei und nimmt so an der gött- lichen Freiheit teil. Hast du erst einmal damit angefangen, so wird dir unerträglich und bitter sein, was dir zuvor liebens- wert und süss erschien. Was dir zuvor unannehmbar war empfindest du jetzt als tiefes Glück und  unermesslichen Frieden. Es ist der Lebenswiderspruch, "dass was dir bitter erschien, wird süss".


                             Ritus/Riten/Paralithurgie.


  • Von dem sonntäglichen,abstrakten  Kommunionritual einer symbolischen Nachfolge Christi (passiv) zur täg- lichen,konkreten säkularen,evolutionären Nachfolge Christi (aktiv).
  • Von dem Fronleichnamsfest, mit dem die bleibende Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird zu diees hat seine Parallele  in der jetztigen, dies- seitigen, bleibenden Gegenwart der evolutionären, säkularen Nachfolge Christi auf dem Entwicklungs-Indivi- dualisierungs-Weg ( Die Teilnahme an der feierlichen Prozession am Fronleichnam als Gewohnheitsritual wird als fromme Übung und wer religiös sozialisiert ist, ro- mantische Kindheitserinnerung mit Gewohnheits-,aber ohne Heilswert verstanden).
  • Von religiösen Ritualen wie Fasten,Pilgerfahrt, Beerdi- gung, Festtage, Freitag, Flursegnung, Kreuzwegandacht und Symbolen wie Weihwasser, Kerzen, Reliquien, Kreuz, Fisch,Taube,Pfau etc. zur Ablehnung der Ausübung äus- serer Riten als Aktion, weil in der Symbolik keine reli- giöse Wahrheit zu finden ist und nur fromme Übungen darstellen*.

*I.) Am Vorabend der Reformation war es in der Volksfrömmigkeit, in der Reliquienverehrung traditionell eine große Rolle spielte zu immer stärkeren Auswüchsen gekommen. Die Reformatoren kritisierten zunächst diese Auswüchse, bevor ihre Kritik grundsätzlicher wurde. und verächtlich dieser verächtlich als "Reliquienkram" bezeichnet wur- de. Evangelische Christen sehen die Heiligenreliquien als unbiblisch“ an, in Religionsgemeinschaften wie den Siebenten-Tags-Adventisten  und den Zeugen Jehovas gilt ihre Verehrung sogar als Götzendienst. Auch die Neuapostolische Kirche sowie die Christadel- phians lehnen die Verehrung von Reliquien ab.


II.) Trivia: Im säkularen Reliquien-Sinn ohne religiösen Bezug werden Gebrauchsgegenstände von bekannten Persönlichkeiten als etwas "Magisches" und Besonderes betrachtet und für Höchstpreise auf Auktionen von Liebhabern gekauft (z.B. Fahrerhelm eines Renn- fahrers, die Stiefel eines Kaisers,Kleid einer Schauspielerin,Säbel Napoleons).


  • Von den religiösen Reliquien als Überreste (erste Klasse-z.B.Kreuzreliquien und zweite Klasse z.B.Berührungs- reliquien, welche kultische Verehrung erfahren und in der  Volksfrömmigkeit fest  verankert  sind (zur Trierer Wallfahrt von 1844 zum Heiligen Rock z.B. kamen binnen sieben Wochen eine Million Pilger).Diese werden oft in Kirchen und Reliquiare aufbewahrt und übernatürliche Wunderkräfte zugeschrieben. Ihre Anwesenheit wird von den Gläubigen als Quelle und Ort von Heilung, Schutz, Problemlösungshilfe und Trost empfunden, aber die wissenschaftliche Anerkennung dieser Wunder, weil subjektiv noch aussteht zum Wirkkraftfeld des Vorbildes welches wirkungspotentiell den Nachfolgeweg für die anderen frei gemacht und ohne dafür zu kämpfen diese sich auf geistigen Wege dann fort- setzt.  Alleine durch seine Existenz wird er zum Vorwurf und zur permanenten Forderung nach- zu ahmen und ihm nachzufolgen. Wer sein eigenes Leben erkannt hat, hat es für alle erkannt. Der Dichter Friedrich Schiller würde sagen; " Was einer im Reiche der Wahrheit erwirbt, hat er für alle erworben. Nur dieses ist der archimedische Punkt und prima causa (Heilswert= Entwicklungswert=Lebenssinn), auf den es ankommt. Wenn der Mensch sich durchgerungen und den Vorbildweg gegangen ist, ist das wie ein Tropfen, welcher ins Meer fliesst, wo das Meer sich in den Tropfen verwandelt und ein Einzelner zur Menschheit wird und nicht der Tropfen zum Meer wird. Es ist die Bewahrhei- tung, dass "die Stillen im Lande" die lautesten Gedanken haben.Meister Eckhart gäbe ein Münster vollen Goldes für ein Huhn, was dieser (Entwicklungs-Friedens-Mensch) verzehrte. Wisset, ein Königreich kann sich selig preisen, in diesem dieser Mensch lebt, denn er schafft in einem Augenblick mehr Ewiges als alle äusseren Werke.


  • Von dem Religionsverständnis,dass Religion dann nur mit Kirchturm, Bet-und Beichtstuhl, Kirchenbänken und Heiligenbildern, Reliquien,Wallfahrten, mit Wundern, der Kanzel ,dem Opferstock, der Altäre, dem ordinierten Klerus, der theologischen Texte, den  Dogmen, der Predigten, dem Papst in ihrer frommen "Hallejula Welt" zu tun hat, dieses sind dann nur noch Mumien und Artefakte einer vergangenen Zeit. Es ist auch ein anderer Gott, der über den Schlafzimmerbett unserer Grossväter
    und Urgrossväter hing. Es bedeutet heute etwas deutlich anders religiös zu sein als noch vor einem halben Jahr- hundert. Verkündigung und Seelsorge als die grossen Aufgaben der Kirche sind beim Entwicklungs-Individua- lisieerungs-Christentum immer weniger notwendig.In  der Tradition geboren werden und in der Tradition ster- ben war einmal.Die Zeit, in der unser bisheriges Christen-tum so wie wir es kennen einmal festgelegt worden ist, wo wir kritiklos hampelmännisch folgten und wie chloro- formiert alles nachgeprochen haben, ist für ein-und allemal vorüber.Aber wer kann sich schon seiner Kind- heitsreligion (ganz) entziehen und ist frei von Orgel- klang,Weihrauch und Kerzen- schimmer ? Das Christen- tum ist heute auf dem Weg wirklich, weil authentischer, ernst genommen  zu werden und  sich von der vorma- chenden Fremdbestimmung  zu befreien.
  • Von den kirchlichen Ritualen als eine in gleichen Situa- tionen immer wiederholende Handlung  von bestimmten Wortformeln und Gesten zu das  Ent- wicklungs-Lebens-Christentum braucht keine kultische Leistungen, Rituale, Sakramente und Extraveran- staltungen, sondern es ist ein Mitwirken des Göttlichen und mitschaffen am gött- lichen in der Welt, wo der Einzelne "im Hier und Jetzt" und immer wieder neu sich bewähren muss. Entwick- lungs-Lebens-Christentum  ist seinem persönlichen Gott dienen und keiner kulturellen, rituellen Handlung. Nicht eine kultische Reinigung, sondern die Entwicklungstat der Selbstverbesserung und Selbstveränderung*.

* I.) Weiter steht das höfische Zeremoniell und alle folkloristisch wirkenden Gewänder bei der Ausübung und Vollzug der kirchlichen Rituale unter Kritik.

II.) Das Leben ist auf Wachstum, nicht auf Wiederholung und Beharrung ausgerichtet. Wiederholung als Kreislauf und " alle Jahre wieder " ist ungeschichtlich und entwicklungsarm. Das Signum für Entwicklung ist  die Spirale. Der Mensch ist nicht dazu geschaffen worden, wie ein Zirkuspferd in der Manege immer wieder im Kreise herum zu laufen. Darüber hinaus stumpft eine permanente  Wieder- holung ab.

  • Von der Echternacher Springprozession zum "ING NIGHT  Marathonlauf "*.


* Die Echternacher Springprozession ist eine religiöse Prozession, die jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten in Echternach in Luxemburg stattfindet. Die Teilnehmer "springen“ zu Polkamelodien in Reihen durch die Straßen der Stadt bis zum Grab des Heiligen Willibrord in der Echternacher Basilika .Der "ING Night Marathon Luxembourg" zählt europaweit zu den anspruchsvollsten Stadtmarathons*.

* "Lieber beim Marathonlauf an Gott denken anstatt in der Kirche ständig an den Start des Marathonlaufes denken".

  • Von das Heil mit den Füßen erlaufen (Pilgerwallfahrt zu einer Pilgerkirche z.B. ins Heilige Land zum Heil durch Laufen in den (Gliederungspunkt) Frieden (z.B. mein   Entwicklungs-Auseinandersetzungs-Lebenslauf in einem Bürohochhaus als Lebensabschnittsweg).Wer zu seinem Frieden gekommen ist verdient das Prädikat "heilig"*.


*Siehe viele weitere "Pilgerfahrten- Beispiele" im Gliederungspunkt "Nachfolge Christi als mittelalterlicher Weltverneinungs-Klosterweg versus moderner Weltbejahungsweg" in säkulare,evolutionäre Nachfolge Christi

  • Von der Abendmahlteilnahme durch den Empfang  des Leibes Christi in Form einer Hostie während der Eucha- ristiefeier zu wenn einer seinen Weg zum Frieden (Unmittelbarkeit des Geistes Gottes) als Quelle gelangt ist,dann ist Christus nicht mehr absolut und aus- schliesslich in der Hostie anwesend.  Das Religiöse (der Christus in uns) lässt sich vom Entwicklungslebenspro- zessakt nicht trennen und ist immer mitgegeben und mitgesetzt.Wer auf Gott sieht, trägt Gott in alle Dinge. Was zu Gott kommt wird verwandelt"sagte einst Meister Eckhart.


* Du hast Christus gesehen und du bist Christus geworden (Evangelium des Philippus N.H.II,3 61;20,32).


  • Von der Eucharistiefeier, wo durch den Priester  "in persona Christi" gesprochenen Einsetzungsworte (1 Korinther 11, 23-25) die substanzielle Verwandlung (Transsubstantiation) von Brot und Wein als Realprä-  senz unter Wahrung ihrer äußeren Gestalt in Leib und Blut Jesu verwandelt (Kirchenopferaltar) wird zur Wandlung als permanente Veränderung im Leben, weil der Mensch nicht der gleiche bleiben kann wer er ist (Lebensopferaltar)*.


* I.)  Das Abendmahlverständnis einer Transsubstantiation besagt, dass sich während der Gottesdienstmesse die Substanz der Elemente verändert: Nachdem der Priester die Einsetzungsworte gesprochen hat,sehen sie immer noch wie  Oblaten und Wein aus, aber in Wirklichkeit sind sie es nicht mehr, sondern nur noch Leib und Blut Christi.

II.) Es kann weiterhin nicht oft genug wiederholt werden, dass es unwichtig ist was die neuesten Nachrichten sind, was andere sagen und tun, wie prominent jemand ist, Mißstände zu kritisieren, sondern nur was ich tue. Es geschieht zwar viel in der Welt und um uns herum, aber in Wahrheit geschieht alles nur in mir.Die Welt ist nicht das Schwierige, sondern das Schwierige bin ich selbst Was einem von aussen als Problem begegnet, hat seine Ursache in uns selber.Wir dechiffrieren es in dem Maße, indem wir die Ursache nicht draussen, sondern  in uns selbst suchen.Die Problemlösung liegt darin, die Richtung seiner Beobachtung um 180 Grad zu ändern.Jede Krise und jedes Problem ist generalisiert gesagt immer eine Krise des partiellen, gespalteten Bewusstseins, welches nie das ganze Problem erfasst und erst in der Einheit die Spaltung aufgehoben und das Problem gelöst ist. Es ist der Weg von der Verwandlung der Welt, um diese in der Aussenwelt z.B. eine Krise bspw. durch Reformen, Technik, Schutz- mass nahmen und viel Geld zu verbessern und retten zu wollen und der Andere der Schuldige ist und der Mensch will und kann bleiben wie er ist zur Verwandlung des Menschen in seiner Innenwelt, wo der Mensch sich im Entwicklungs-Individualisierungs-Prozess wandelt, weil dieses das Ganze darstellt und dieses der einzige Punkt ist, wo in der Welt wirklich etwas geschieht und deshalb ist er " der Nabel der Welt ", macht den Unterschied aus, ist das Besondere, braucht nichts zu beweisen und beneidet niemanden mehr. So wir wir sind, ist die Welt.Nicht die Welt sondern ich bin das Problem.Die Probleme des Einzelnen sind so komplex und gewaltig, genauso gross wie die Probleme der Welt sind. Jeder Mensch ist sein eigenes Universum und bewegt sich dem geistigen Weltzentrum parallel.Wer seinen Mittel- punkt gefunden hat, wird zum Mittelpunkt für die Anderen.Aber was ich geworden bin und weiter noch werde, bin ich nur aus mir selbst geworden und es waren nicht andere Menschen und keine Bildungs- erlebnisse, welche mich geformt oder andere Förderer, welche mich  weitergebracht haben, sondern es ist das Ergebnis eines individuellen Entwicklungsstrebens. Jeder Entwicklungs-Lebensweg, weil er noch von niemanden gegangen wurde, ist immer autobiografisch, auto- didaktisch und bildungsdialektisch angelegt.Die Erscheinung des Menschen sagt mehr aus als sein Beruf. Der besondere Mensch wird erspürt, gefühlt, füllt den Raum mit seinem Dasein. Früher habe ich gesucht, gewollt und jetzt werde ich gesucht und gewollt. Obwohl ich nie im Vordergrund stehen will, aber wo ich spreche, stehe ich automatisch im Licht des Interesses. Was Wert hat, macht sich selten und gerät in den Hintergrund. Er genügt sich nur noch selbst sein,will nicht mehr sein und nur (da)sein. Wenn man nichts darstellt fällt es schwer zu schweigen, aber wenn man etwas darstellt ist einem nichts lieber, als zu schweigen.Gut lebt der, der im Verborgenen lebt.Es erwartet keiner etwas von mir, sondern ich erwarte nur etwas von mir. Nur wer sich zum Helden macht, hält sich persönlich für eine Niete. Er will beneidet werden, dass er sich nicht so elend vorkommt.

  • Von dem Abendmahlverständnis und dem Sakrament des Altares der katholischen Lehre ,dass  sich in der Feier des Abendmahls (der "Eucharistie") Brot und Wein tatsäch- lich in Leib und das Blut Jesu Christi verwandeln und Christus geradezu leiblich anwesend ist (Das ist mein Leib, das ist mein Blut (siehe 1 Korinther 11,24-25). zu den Hauptunterschieden eines anderen  Abendmahlverständ- nisses  der LutheranerInnnen, reformierten und unierten Kirchen,dass Jesus Christus im Abendmahl real präsent ist. Allerdings werden Brot und Wein durch die Einset- zung (durch den Pfarrer/die Pfarrerin) zu einem einheit- lichen Sakrament (also zu einem besonderen Zeichen, das den Glauben stärkt). Eine "eins zu eins" Verwandlung in Leib und Blut geschieht nicht. Die reformierte Lehre besagt, dass Brot und Wein lediglich Zeichen für Jesu Christi Leib und Blut sind. In der Feier des Abendmahls ist der Geist Gottes dabei, weil man gemeinsam Brot und Wein teilt im Gedächtnis an Jesus Christus.Die unierten Kirchen sind verschiedene verei-nigte protestantische Kirchen, die sich in der Regel eher dem lutherischen oder dem reformierten Abendmahlsverständnis anschließen*.

*Logische Kritik an der katholischen Glaubensauffassung, dass Brot und Wein tatsächlich in den Leib und in das Blut Jesu Christi verwan- delt wird und dieser geradezu leiblich und fleischlich jedes Mal und an allen Orten anwesend ist, wenn der Pries- ter die Wandlungsworte über Brot und Wein spricht, wird nicht von allen Menschen geteilt, 

weil kein Mensch und kein Geist sich selber vervielfältigen kann.

Auch Gott nicht kann als Persönlichkeit an verschiedenen  Orten
gleichzeitig sein. Niemand kann sich in etwas anderes verwandeln und gleichzeitig so bleiben wie er ist.Christus konnte nicht neben seinen Apostel selbst sitzen und gleichzeitig von ihnen in der Form des Brotes und Weines genossen werden und er konnte sich auch nicht selbst essen. Weil Christus auch selbst von dem Brote aß, dass er seinen Jüngern dar reichte, so hätte er sich selbst verzehrt. Deshalb liegt die sinnbildliche Betrachtung des Abendmahlverständnisses des gesegneten Brotes und Weines als Bindung an Christus näher. Chris- tus sagte auch, "ich bin der Weinstock und die Reben.Kein gesunder Menschenverstand würde das wortwörtlich, sondern nur meta-
phorisch interpretieren.


  • Von der  Fusswaschung der christlichen Gründonners- tagslithurgie als brüderliche Geste, Zeichen der Nächs- tenliebe,Versöhnung und Demut, bei dem der Papst religionsübergreifend im Rahmen der Osterfeierlich- keiten z.B. Muslimen, Frauen und Flüchtlingen die Füsse wäscht zu lebensübergreifenden "Demütsübungen" z.B.  bei der der Individualisierung in der Gesellschaft oder im Entwicklungs-Individualisierungs-Lebenslauf in der Arbeitswelt *.


* I.)  Der Entwicklungs-Individualisierungs-Lebenslauf ist eine Biogra-
fie der Selbstzerrissenheit, der Auflösung, der Selbstsuche und stän- digen Berufsflucht bis zur Berufsüberwindung und dem Entwick- lungs-Selbstsein. Es sind oft Demuts-, Demütigungs-und Selbstverleu- gnungsübungen,  zählt die Minuten bis zum Feierabend in ungelieb- ten Tätigkeiten und quält sich monatelang in scheinbar, sinnlosen "Geld-Verdienen-Tätigkeiten", bis man sich selbst gefunden hat und mit Eigenem zur Ruhe gekommen ist.

II.) Den niedrigsten Status hat die Arbeit, die immer wieder getan werden muss wie z.B. putzen, kopieren, abschreiben,deshalb wenig Anerkennung erhält, leicht zu ersetzen ist und auch sinnlos zu sein scheint.  Im Entwicklungsleben gibt aber es keine Nebensachen. Auch die sozial niedrigen, schlecht bezahlten, langweiligen, stumpfsin- nigen, geistlosen Tätigkeiten besitzen einen Entwicklungswert und einen tieferen Entwicklungssinn. Ein ehrliches Entwicklungstun ist auch in der einfachsten und wenig sinnvoll erscheinenden Tätigkeit gegeben. Es sind die vielschichtigen Entwicklungsaspekte, welche in einer „einfachen Telefonzentrale“ wie auch in der Konzernzentrale nur für mich persönlich zu finden sind und mir auch ein hohes Selbst- wertgefühl verleihen können. In kleinen Aufgaben ist genauso viel Entwicklungspotential vorhanden wie in grossen Aufgaben. Das Entwicklungstugend-Auseinandersetzungs-, Sublimierungs- und Überwindungspotential  als Arbeitssinn ist in jedem Beruf und in jeder Tätigkeit mitgegeben. Keine Tätigkeit ist erkenntnisarm und
es ist in jeder Nichtidentifikation eine Arbeitsauthentizität möglich. Wenn sich der Mensch  von der Entwicklung her versteht, ist  jede „niedrige Tätigkeit“ gerechtfertigt und gibt den scheinbaren Sinnlosen einen tieferen Entwicklungssinn.Das Arbeiten mit dem Niedrigsten, entfaltet das Höchste.

III.) Das wichtigste Ergebnis der Arbeit ist immer ihre entwicklungs- charakterliche Auswirkung. Der Sinn einer „stupiden Tätigkeit“ im Entwicklungssinne für die zukünftige Lebensentwicklung ist mittels des Verstandes und der ökonomischen Vernunft nicht zu erfassen. Die Früchte der Entwicklungshandlungen zeigen sich erst im nach-
hinein. Ein äusseres Werk kann nie klein sein, wenn das Innere
gross ist.Im Geiste der Entwicklungswahrheit wird das Niedrigste
zum Höchsten. Dass auch die tiefste Erniedrigung auch immer Er- höhung bedeutet.Es sind letzten Endes immer die kleinen, unschein- baren Dinge, die im Nachhinein grosses bewirkt haben und bewir-ken. Einen Entwicklungsgedanken in die Tat umsetzen und jetzt das Entwicklungsbessere zu wollen ist mehr wert, als "ein passives Aufsichtsratsmitglied zu sein und ein Entwicklungscharakter ist
mehr wert, als ein akademischer Berufsabschluss" .

IV.) Es ist nichts gross als das Wahre, und das kleinste Wahre ist gross*.

* Johann Wolfgang Goethe".

VI.) Wenn das Kleinste sich mit dem Grössten vermählt, wird das Grösste geboren.Im kleinsten Punkt sammelt sich die grösste Kraft.

VI.) "Wer sich zu gross fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen, ist zu klein, um mit grossen Aufgaben betraut zu werden- Jaques Tati, französischer  Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur".

VII.) Der Widerspruch bei der Arbeit liegt z.B. darin,je länger ich lerne, stupide, beinahe unsinnige,banale und überflüssige Tätigkeiten aus finanzieller Notwendigkeit verrichten muss, desto anspruchsvol-
ler und grösser ist später meine Berufungsaufgabe und die darin liegende Verantwortung.


  • Von ich habe Gott in Formeln, Riten, Lippenbekennt-  nissen und im Liedgut geerbt (Inszenierung) zu ich verliere ihn durch diese Formeln, Riten, Lippenbekennt- nissen, um ihn auf meinen Entwicklungs-Individualisie- rung-Lebensweg wieder zu finden (Authenzität).
  • Von dem wohl bekanntesten deutschen Kirchenlied, "Grosser Gott wir loben dich",welches von  Protestanten und Katholiken gleichermaßen gesungen wird (lautes Singen) zu Meister Eckharts Aussage, dass wir Gott erst loben, wenn wir durch Entwicklung im Lebensalltag ihm ähnlicher werden (lautloses Ringen)*.

* I.) Die Lebensauseinandersetzung hat Meister Eckhart mit der Er- scheinungsweise der Gottwerdung und Gottentwicklung gleich gesetzt. "Gott wirkt sich selbst in dem Entwicklungsprozess und ich werde". Der Entwicklungserkenntnisprozess wird als ein religiöser trinitarischer Akt verstanden und ist dem Entwicklungslebensprozess automatisch mitgegeben. Der trinitarische Prozess besteht im (Ent-
wicklungs)leben,in dem Gott Vater seinen (Schöpfungs)logos im (Entwicklungs)prozess dem Sohne als Gottes Geist im (Überwin- dungs)prozess offenbart. Die Überwindung wird als Heilsvorgang interpretiert "und in jeder Überwindung wird Gott neu geboren". Erst durch die Weltüberwindung (stirb und werde) kann das religiöse in die Welt kommen und das Heilige in das Innerweltliche eingehen.
Vom einem feierlichen "Magnifikat-Konzert" mit einem hervorra- genden Kammerorchester als Weihnachtsora- torium (sinnlich) zum stillen, täglichen Lobgesang Gottes als Oratorium (sinnhaft )*.

II.)  Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist das Kulturphänomen ein eigenes, vom Leben abgetrenntes Ereignis (z.B.Konzert) und danach geht es wieder zum Alltag zurück. Beim Ent- wicklungs-Kultur-Lernen wird dieser Dualismus dadurch überwunden, indem die Lebensprozessent- wicklung (z.B.  Krise)zu einem kulturellen Ereignis wird. Der Kulturbe- griff wird zum gotischen Lernprinzip und ins Leben aufgelöst.

III.) Leider ist auch das Christentum von der  Unmusikalität eines Buchstabenglaubens infiziert worden und das Hauptmerkmal des    evangelischen Fundamentalismus ist der Buchstabenglaube. Aber der  Mensch muss sehen und hören,um glauben zu können. Deshalb sind die gotischen Kathedralen erbaut  worden. Von der gotischen Kathedrale, wo " der Gottesdienst "  im Mittelpunkt der kirchlichen Handlung steht (Sakralort) zu allem Respekt und jeglicher Ehrfurcht vor den religiösen Gefühlen und kirchlichen Traditionen anderer, empfindet der Entwickler, dass Wiederholungsrituale entleert, oberflächlich, entwicklungslos sind und deshalb das Leben als Gottesdienst ( Gott-Werde-Dienst) durch das gotische Lernprinzip 

mit seinen Entwicklungs-Individualisierungs-Eigenschaftstugenden 

im Mittelpunkt der kulturellen Handlung steht (Entwicklungsort).


                     
Symbolsprache


Das Versagen der alten christlichen Symbole erfordert zwangsläufig die Erschaffung neuer christlicher Symbole



                            Kathedralensymbolik.


  • Beim Bildungs-Kultur-Lernen besitze ich z.B. histori- sches Gebäude- und Baustilfaktenwissen über einen Sakralbau z.B. Straßburger Münster (was ich wissen soll). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist es ein kulturelles Baustilwissen von „dem  Geist, der in Stein gemeißelt wurde ", dem dynamischen, gotischen Lernprinzip und der Steinauflösung etc. als Analogie und Ausdruck mei- nes Entwickungsstrebens und Lebensgrundgefühls (was ich einmal werden soll). Es ist von dem Geld-touristi- schen, flüchtigen Sehenswürdigkeits-Besuch der go- tischen Kathedrale (Objekt-Wahrnehmungs-Bewusstsein des Wissens) zum kulturellen, nachhaltigen Entwick- lungsbesuch der gotischen Kathedrale, nachdem die kritische Masse für Veränderungen als Sättigungsgrad erreicht ist und nach dem allgemeinen Gleichgewichts- und individuellen Reifegesetz der quantitativen in qua- litative Veränderung umschlägt (Subjekt-Erkenntnis-Bewusstsein des Ergriffen seins).
  • Beim Bildungs-Kultur-Lernen wird zweckhaft von Lehr- ern, Büchern und von den modernen Medien gelernt (Schrifttum, Internet,KI und andere kraftlose Wissens- quellen). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird zweckfrei von den gotischen Kathedralen gelernt (kraft- volle, gemütserhebende  Sach-, Symbol- und Lebens- quellen)*.

*  I.) Der Lernende wird zum Einzelnen, weil das Gelernte individua-
lisiert wird und dadurch der Einzelne nicht zum Lernenden wird.
Man arbeitet sich an grossen Gedanken empor und setzt sich mit
den Gleichnissen und Allegorien als auch mit den tiefen Hinweis-
und Symbolgedanken auseinander und erkennt sich darin selbst.

II.) Wenn ich mich im gotischen Baustil wieder erkenne, ist dieser
mir ebenbürtig. Keiner vermag das hinaus zu erkennen, was er
selbst nicht in sich hat. Wenn ich mich in der Erkenntnis wieder erkenne, handelt es sich um einen lebendigen Prozess, der den gesamten Menschen euphorisiert und dieser selber verwandelt
wird. Das Subjekt und das Objekt der Erkenntnis sind identisch und die   Spaltung ist aufgehoben. Diese emotionale Erkenntnis ist tat- sächlich Weg, Wahrheit und Leben zugleich und zieht kein Handeln mehr nach sich, sondern Erkenntnis und Verwirklichung sind eins.Nur mit der blossen Macht des Daseins werden Entscheidungen herbei geführt,ein Geschehen, was von selbst geschieht. Ein Mann macht viele, weil seine Individualität in der Individualität aller aufgeht.

  • Beim Bildungs-Kultur-Lernen wird versucht das abstrakte Ideal des ewigen Strebens z.B. von Lessing, Kant und Goethe zu begreifen. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist man ergriffen von dem konkreten Ideal des eigenen Entwicklungsstrebens. Das Individuelle kann aber nicht gesucht und intellektuell begriffen werden, weil dieses die Suchende und Ergreifende ist. Es geht um eine reflexiv erinnernde Wiederaneignung des verlorenen gegangenen, christlichen Erbgutes als das gotische Lernprinzip in Stein. Materie wird Geist als " lapis philo- sophorum , harter Stein wird geschmeidig zu Geist ge- formt und ist voller biblischer Bildsprache, so lässt sich das Wesen einer gotischen Kathedrale zusammenfassen. Der Geist der Gotik und der Geist der Entwicklung durchdringen sich gegenseitig. Deshalb geht jeder Ent- wick lungsweg nur über und durch die gotische Kathe- drale als Ausdruck des Höherstrebens und als gotisches Lernprinzip,weil bei  Entwicklungs-individualisierungs- reife -Nr.782 jeder das Gefühl vermittelt be- kommt und keinen mehr gleichgültig lässt, dass die gotische Kathedrale nur für ihn gebaut worden und er endlich zu Hause angekommen ist. Erst nach einer Lebenskrise öffnen sich die Eingangsportale der gotischen Kathe-drale für mich. Es ist seine Entwicklungszukunft in der evolutionären, säkularen Nachfolge Christi zu gestalten*.

* Das gotische Lernprinzip und die gotische Kathedrale sind das Symbol und ein sinnliches, greifbares Spiegel- und neuzeitliches Abbild der menschlichen Entwicklung. Es ist Versinnlichung des religiösen Lebens als Verinnerlichung des Religiösen.


  • Von der dynamischen Formenvielfalt architektonischer Bauelemente und bildhauerischer Verkörperungen für den Bau einer gotischen Kathedrale zur dynamischen Formenvielfalt der Entwicklungseigenschaften, Ent-  wicklungstugenden, Entwicklungswerte, Entwicklungs- attribute und Entwicklungsmöglichkeiten zum Bau der persönlichen Lebenskathedrale.
  • Von den Glocken als die äussere Stimme der gotischen Kathedrale,welche zu festgelegten Uhrzeiten für be- stimmte Anlässe schlagen zu " jetzt schlägt es 13" als Weckruf der inneren Gewissensstimme,dass ich nicht der Gleiche bleiben kann, der ich jetzt bin.
  • Von der christlichen Symbolik der gotischen Kathe-    drale, welche auf Christus verweist (Kreuzweg) zu der Symbolik der Lebenssinnkrisen, der Entwicklungs- eigenschaften, Entwicklungsattribute, Entwicklungs-tugenden, Entwicklungswerte, Entwicklungsmöglich- keiten als auch alle Dinge und Geschehnisse im Leben nur als Gleichnis, Chiffre, Prüfstein, Selbsterziehungs- mittel und Höherweisersinn zum Individualisierungs- zweck anzusehen, welche auf dem Entwicklungsweg zu Gott verweist (Lebensdekonstruktion als Lebensschwe- re).
  • Von der pädagogischen Portalsymbolik und den Archi- voltenfiguren der gotischen Kathedrale als abbildender Sinn und religiöse Wirkung (z.B. Christus als Lehrer und Christus war der Eck-und Schlussstein, das Eingangs- portal als Tor des Himmels, der hohe Münsterturm symbolisierte die Nähe zu Gott, die Säulen stehen für die Apostel und Propheten) zur lebenspädagogischen Ent- wicklungssymbolik, dass alles als De-und Entmateria- lisierungsmittel und Gleichnis zum Entwicklungs-Indivi- dualisierungs-Sinnzweck, Entwicklungshöherweisersinn und Entwicklungswegmarkierung anzusehen ist (Lebens- umstände, Lebenswelt, Lebensdruck, Lebenskrisen, Be- rufsleben, Bildung, Technik, Freizeit und Familie, Men- schen-, Gesellschafts-, Wirtschafts-, Freizeit-, Unter- haltungs-, Medien-, Ding- und Geldwelt) *.

* I.) Die bildliche Darstellung abstrakter Sachverhalte durch eine
konkrete Gestalt oder einen Gegenstand z.B. Ecclesia und Synagoga“) am Straßburger Münster, zwei allegorische Figuren, die in der mittel-
alterlichen Kirchenkunst personifiziert das Christentum und das Ju-
dentum symbolisieren. Bezüglich der Bibel gibt es zwei grundsätz-liche Hauptrichtungen der Allegorese, als Interpretationsform zur Er- klärung der Inhalte der jeweiligen heiligen Schriften, für das Christen- tum die christliche Bibel, für das Judentum hauptsächlich Tora, Hebräische Bibel, Talmud, Responsen und Rabbinische Literatur.

II.) Die Schrift ist lebendiges Wort und Allegorie ist lebensspendet. Wort- und Buchstabenschrifttreue, wie wir sie heutzutage verstehen, ist lebensverleugend.


III.) Es ist die Welt als Lehre von Gott und Gott leuchtet aus allen
Dingen.


  • Von den allegorischen Statuen der Tugenden der Portal-symbolik und Allegorie am Eingangsportal des Straß- burger Münsters zur Tugend, welche erst in der Verfüh- rungsschwachheit und dem Übermut vollbracht wird, weil diese zur Entfaltung des Gegenteils bedarf. Nur, weil ich der Versuchung widerstanden habe, bin ich dadurch stärker und gereifter daraus hervorgegangen und " der Fluch wurde zum Segen " *.

* I.) Denn man wird dieser Zeit nur gerecht wenn man sie in ihrem
ganzen Widerspruch begreift. Das Erhabene und Groteske, das Häß-
liche und Schöne, das Geschaute und Gedachte, Natur und Unnatur,
das Wirkliche und Phantastische, Madonnnen und Teufelsbestien. Das
eine lebt nur durch das andere.Es ist das Nobeldilemma in allem.
Alfred Nobel hat das Schiesspulver(Dynamit) erfunden und der Friedensnobelpreis wird an diejenigen verliehen, welche seine Erfin-
dung nicht anwenden.

II.) Diese Entwicklungsdialektik, welche nicht im vorherrschenden
Moral-und Erfolgsschema vorgesehen ist, wird zur Zeit als unmora-
lisch, versagerisch und oft ungesetzlich angesehen. Das " moralische
Böse " geschieht mit absoluter Lebensnotwendigkeit, dass daraus Besserung geschieht. Der Lebenswiderspruch ist die sich vollendende Wahrheit. Polaritäten stehen immer unter dem Gesetz der wechsel-
seitigen Beeinflussung und der Angleichung, die auf Synthese und einen Ausgleich zutreiben und der Ausgleich als selbstorganisieren-
der Entwicklungsprozess zwangsläufig erfolgt und den Dualismus überwindet. Nicht die passive Ruhe, sondern die Suchbewegung ist der natürliche Zustand eines jeden Körper. Für den mittelalterlichen Menschen ist die dingliche Welt überhaupt nur als Symbol verständ-
lich für die einzige ontologisch gültige Bestimmung der Wirklichkeit. Jeder gotische Begriff, jedes Baumerkmal, jede gotische Form, jede Allegorie, jedes Gleichnis, jede Symbolmetapher hat ihre eigene Gottes- und Entwicklungs-Individualisierungs-Wahrheit


  • Von den zwei allegorischen, weiblichen Figuren der " Ecc-lesia und Synagoga ", am Südportal des Straßburger Münsters (oder auch an Portalen anderer Kathedra- len), die in der christlichen Ikonographie des Mittelalters das Christentum und das Judentum nach dem Schema von Typus und Antitypus  paarweise gegenübergestellt sind, um die Überlegenheit des christlichen Glaubens gegenüber dem Judentum durch ihre Darstellungsweise zu symbo- lisieren. Nach einer weiteren mittelalterlichen Deutung stellt Ekklesia das neutestamentliche Evange- lium und Synagoga das alttestamentliche Gesetz dar zur " entwicklungs-universalistischen Ethik ", wo die religiöse Toleranz das oberste Gebot ist und bewertungsfrei jedem seinen Glauben gelassen wird (und seine eigene Über- zeugung gelebt wird), weil alles nur Wege sind, um der universellen Einheit (Gott) näher zu kommen. Ein Gutes ist nicht wider einem anderen Guten, wie Meister Eck- hart einst richtig bemerkte *.


* I.) Von dem Christentum, welches andere Religionen  aus- schliesst, weil sie sich im alleinigen Besitz  der Heilswahrheit glaubt (Intole- ranz),weil jede Religion oder kulturelle Gruppe meint, dass ihre Vorstellung von Gott die einzig richtige sei zu kein Heilsweg zu Gott ist direkter als ein anderer ". " Keine Religion ist die einzig wahre Reli- gion“. " Kein Volk ist das  auserwählte Volk"." Kein Prophet ist der grösste Prophet ". Es gibt viele Lampen, aber nur ein Licht (Gott). Es gibt viele Religionen und viele Aspekte der Wahrheit, aber die ganze Wahrheit ist nie in einem Buch, in einer Religion oder sonstigen Ideologie zu finden (Der Buddhismus ist eine asketische,das Chris- tentum eine therapeutische und das  Judentum eine moralische Religion).Neben dem einen Licht gibt es auch andere Lichter, neben dem einen Wort Gottes auch noch andere Worte Gottes, ne- ben der einen Wahrheit noch andere Wahrheiten.Es würde ja dann die ande ren Religionen ausschliessen. Toleranz bedeutet, dass auch die an- deren Religionsgründer wie Mohamed, Moses, Buddha minder-

heilig  sind als  Jesus (Interkulturelle Theologie),auch wenn diese uns nach dem christlichen Verständnis nicht erlöst  haben. Es ist keine Religion oder Gesetz höher als die Wahrheit. Der Weg zur Wahrheit wird wichtiger, als die Wahrheit selbst. Es gibt viele Religionen,  aber nur eine Moral (John Ruskin).(Entwicklungs)ethik ist wichtiger als jede Religion. Wir kommen nicht als Mitglieder einer bestimmten Reli- gionsgemeinschaft auf die Welt, aber die ethischen Entwicklungs-Individualisierungs-Prinzipien als das Individual-Logos sind ange- borener, menschlicher Natur. Gott spricht  deutsch, japanisch, jiddisch oder türkisch, sonst hätte er mich nicht verstanden. Der
Geist kennt kein Geschlecht, keine Hautfarbe, Nationalität, Kultur-
unterschiede, Volks-oder Glaubenszugehörigkeit, weil der " allum- fassende Geist ", die Beziehung aller Teile zum Ganzen und zu seinen Teilen ist.Unser (Selbst)be- wusstsein steht in Verbindung mit dem universellen Ganzheitsbewusstsein, was alles überlagert,alles zusam-
menhält und jeder daran Anteil hat. Deshalb tragen wir alle die gleiche Wahrheit in uns, deshalb ist jede Wahrheit konfessions-,
partei-und ideologielos, frei von jedem eliminatorischen völkischen Gedankengut und jeg- licher Diskriminierung sei sie rassistisch, reli-
giös, sexistisch, ideo- logisch oder sozial motiviert. Völker und Sprachen gibt es viele,aber nur eine Menschheit. Als Person ist man verschieden, dem Wesen nach aber sind wir eins.Es gibt nur eine Gleichheit der Menschen vor Gott, aber es gibt keine Gleichheit der Menschen in der Gesellschaft. Es ist der Kosmopolitismus, die säku- lare Ethik und Inklusion, der alle grossen Geister und Gebildeten gehuldigt haben,der bisher nur durch die abstrakte Vernunftsein-
sicht, aber nicht durch das Gesetz, den wissenden Verstand und Er- kenntnis-Reife-Einsicht der Interverbundenheit begründet war und latent in vielen Köpfen noch vorherrscht. Jede Religion ist nur ein Weg zum Einheits-und Ganzheitsverständnis, welches auch durch die Interverbundenheit der Quantenphysik bestätigt wird.Wenn das zum Grundsatz jeder Religion geworden ist, sind alle Religionen versöhnt und alle religionsmotivierten Kriege in der Welt werden ins ad absurdum geführt*.

II.) Nicht zu übersehen in diesen Portalfigurenbildungen ist die miss-
liche Lage der Synagoge: Ihr Stab ist zerbrochen und ihre Augen sind
mit einer Binde verdeckt, weil sie Jesus nicht als Messias erkennt. Das
Christentum triumphiert  gegenüber dem Judentum. Diese Allegorie wertet die jüdische Religion, das  jüdische Volk und den jüdischen Gottesdienst ab. Die frühere Sicht auf das Judentum, welche die Skulpturen und Bilder der verschleierten  Synagoge verbreitet haben,
hat den Antisemitismus gefördert und sowohl die schrecklichen Taten
der Judenpogrome im Mittelalter als auch den Holocaust durch die Nazis mitbedingt. Die Ecclesia und Synagoga " am Südportal des
Straßburger Münsters  sollen stehen bleiben als geschichtliche Mahnung der Überheblichkeit, des Irrtums, des geistigen Brand- stiftertums und einer Pervertierung der religiösen Toleranz des Christentums. Diese neue Sichtweise, die vom Zweiten Vatikani-
schen Konzil mit Nostra aetate 4 wieder in Erinnerung gebracht
und bekräftigt wurde, ist für Christen von grosser Bedeutung. Sie dürfen nie vergessen, dass das Judentum Wurzel und Fundament
des Christentums ist.Von der Skulptur des Bamberger Reiters,
einer singulären Plastik, deren Augen-Sehblick-Richtung nach innen gewandt ist (Tiefenblick) zum Entwicklungs-Individualisierungs-Ge-
wissen dessen Ver(antwort)ung nur wahrgenommen wird, wenn
die Blick- und Hörrichtung nach Innen gewandt ist als unmittel-
bare Teilhabe des Menschen an der Idee des Guten und Mitwissen
an der Wahrheit (ringende  Einsichts-und Lebensübereinstimmungs- form)*.

*  Der Bamberger Reiter oder auch „steinerne Reiter“ ist ein stei-
nernes Reiterstandbild im Bamberger Dom aus der ersten Hälfte des
13. Jahrhunderts und gehört zu den plastischen Hauptwerken der
späten Stauferzeit. Er ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Bamberg.

III.) Wenn das Gewissen als der zentrale Ort erscheint, an dem die Dinge des Menschen und der Welt immer entschieden werden und die Spaltung des Menschen überwunden werden kann, ist das Entwick- lungs-Individualisierungs-Gewissen der archimedische Punkt des Menschen, die prima causa aller Bewegtheit, von der alles ausgeht und bewegt wird. Ohne Gewissen hört der Mensch auf als Einzelner zu existieren, denn nur im Einzelnen ist das Gewissen wach und nur als Einzelner besitzt der Mensch Zugang zum Gewissen. Das Gewissen ist im Einzelnen gebunden und wird im Kollektiv aufgehoben. Nur der Einzelne wird von seinem Gewissen bedrängt, während das Kollektiv gewissenlos ist. Bei einer Gewissensentscheidung wird das Leben ganz Charakter. Die Individualität ist die begriffliche Fassung des Lebens und der Einzelne ist nur wahr, wenn er gewissensindividuell wird.


  • Von der Kirchenkunst z.B. in einer Kirche im Barockstil als Versinnbildlichung religiösen Gedankengutes mit hinausweisenden, übersinnlichen Symbolsinn zur Ent- wicklungssymbolkraft und Entwicklungslebenskunst in einem "Konsumtempel" in der Kaufauseinandersetzung sich allmählich durch die De-und Entmaterialisierungs- überwindung  von dem entwicklungsüberflüssigen Konsum unabhängiger und entwicklungsfreier zu wer- den. Es ist besser, wenn ich es nicht mehr brauche als wenn ich es mir kaufen kann.
  • Von Gott erschien nach der Erzählung im Tanach auf dem Berge Horeb unsichtbar  im brennenden Dornbusch Moses und teilte ihm dort sein Name "JHWH" mit zu alles in der Welt lässt sich zum Entwicklungs-Individualisie- rungs-Zweck als unsichtbares,inneres Führungs-Zeichen und De-und Entmaterialisierungs-Sinnmittel deuten, welches auf Höheres verweist, was verwirklicht werden soll gemäss dem Goethevers "du schiebst nicht, sondern du wirst geschoben*.


* I.) Der Diptam aus der Famlie der Rautengewächse wird "Brennen- der Busch" genannt.

II.) Jegliche Kreatur ist Gottes voll und ist ein aufgeschlagenes Buch und wer darin recht zu lesen weiss, der braucht keine Predigt mehr. Das Viele ist nur da, um zu dem Einen (Gott) zu gelangen. Denn in-
dem der Mensch "das Göttliche" als  Mittel zum Individualisierungs-Sinn-Zweck in und hinter allem endeckt und diese in Entwicklungs-
dienst stellt, werden die Dinge selber nur noch mittelbar, ihrer eigenen Besitzwesenheit entkleidet und einem in die Hand gegeben.
Er wird aus der Besessenheit durch die fremden Dinge erlöst und befreit. Aus dem Nichts fallen ihm die fremden Dinge ihrem Wesen nach zu und geraten selbst in seinen Besitz. Es ist Meister Eckharts weitere Erkenntnis, dass wer Gott hat, hat auch alles andere. Wer
das Höhere hat auch automatisch das Niedrigere*.

* Meister Eckhart.

  • Von der Kirchenkunst und religiösen Kunst(malerei) zur Lebenskunst und modernen Malerei eines Vincent van Gogh. Obwohl er nur ein religiöses Motiv gemalt hat, sind seine ca. 800 Bilder der Ausdruck höchster Religiosität*.

* Im Mittelalter war Kunst immer nur religiöse Motivkunst.


  • Von einem  Kirchenmünster (Norddeutschland Dom und Süddeutschland Münster) zum persönlichen Entwick- lungsmünster einer Karin, eines Ufok oder Reinhard. Je- der baut an seiner Lebenskathedrale, welche nie vollendet werden wird.
  • Vom symbolischen, rituellen einmaligen christlichen Karfreitagsopfer z.B. kein Fleisch zu essen oder  keinen Alkohol zu trinken ohne wirklichen Tugendwert (im Christentum gibt es keine Speisenverbote) zu den per- sönlichen Entwicklungs-Individualisierungs-Opfern in der Gesellschaft, im Beruf und privaten Leben, wo die Tugend in der Verführungsschwachheit vollbracht wird und jede Tugend gegen die Welt errungen werden muss*.


* Siehe auch  das  Gesetz des  Lebens  ist ihr Widerspruch

  • Auf dem Altar als Opferstätte, Opfertisch und Vereh- rungsstätte für "Gottwahrheiten" zu unsere Kultur wurde " auf dem Altar " von Wirtschafts-, Konsum- und populistischen Wählerinteressen und den naturwissen-  schaftlichen Erkenntnissen (als alleinige Wahrheit) geopfert.


  • Kein anderer Baustil wie die Gotik hat mit einer selten erreichten Schwungkraft und Tiefenblick die Entwick- lungs facetten der religiösen Unruhe und neuen religi- ösen Bewegung als Entwicklung aufgezeigt und diese Lebensempfindung ist der Entwicklungs-Individualisie- rungs-Fingerabdruck eines jeden persönlichen Lebens weges, welcher nur durch und über jede gotische Kathe- drale geht.Es sind die Türme der gotischen Dome, welche in den Himmel ragen als (Strebe)willen zur Höhe und Zeichen, die Himmelsnähe zu verkürzen als Sehnsucht der Schöpfung, in den Gottesursprung als den Anfang zurück zu kehren.Der Geist der Gotik und der Geist der Entwicklung durchdringen sich gegenseitig. Am Anfang eines jeden Entwicklungsweges steht die Gotik. Auf- bruch, himmelwärts und nach den Sternen geifen. Deshalb geht jeder Entwicklungsweg nur über und durch die gotische Kathedrale als Ausdruck des Höherstrebens und als gotisches Lernprinzip, weil bei Entwicklungs-Individualisierungsreife-Nr.782  jeder das Gefühl vermittelt bekommt und keinen mehr gleichgültig lässt, dass die gotische Kathedrale nur für ihn gebaut worden und er endlich zu Hause angekommen ist. Erst nach einer Lebenskrise öffnen sich die Eingangsportale der goti- schen Kathedrale für mich. Mit dem Münster fing es an und mit dem Münster hört es auf. Es ist seine Entwick- lungszukunft in der evolutionären, säkularen Nachfolge Christi zu gestalten.Bei einer gotischen Kathedrale ist es fast nebensächlich, was ich wissen soll, aber haupt- sächlich, wie ich einmal werden soll. Die gotische Kathe- drale hatte damals das Weltbild verändert und wird auch das Heutige  wieder verändern.


  • Das gotische Lernprinzip und die gotische Kathedrale sind das Symbol und ein sinnliches, greifbares Spiegel- und neuzeitliches Abbild als Summe der menschlichen Entwicklung und führt zu dem aristokratischen Gemüts- leben des Mittelalters zurück zu den tiefsten Strukturen mütterlicher Instinkte. Jeder Entwicklungsweg geht nur über und durch die gotische Kathedrale als gotisches Lernprinzip die Entwicklungszukunft in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi zu gestalten. Dass ist ihre eigentliche Seele, aber auch ihre Lebenstiefe und bleierne Lebensschwere. Das gotische Lernprinzip wird mit Recht als "ducis  divina" bezeichnet, wo der Himmel die Erde berührt und eine lebenstragende, lebenshaltge-bende Führung " von oben her " ist.  Das gotische Lern- prinzip ist ein Stück Ewigkeits-Mittelalter, welches in die Neuzeit hineinragt ohne ideologischen Ballast als welter- obernde Macht, welches der Menschheit einen neuen Begriff vom Leben schenkt und alle bewegt, um vom Sichtbaren zum Unsichtbaren zu gelangen und damit die Diesseits-Jenseits-Sichtweise aufhebt. Alles was zu mehr Individualisierungs-Wahrheit, Kultur, Zeitlosen, Frieden, Lebensursprung und " mehr Gottentwicklung" im Sinne vom Meister Eckhart  führt, wird als wertvollster Schatz der Menschheit betrachtet. Die gotische Kathe- drale hatte damals das Weltbild verändert und wird das Heutige auch wieder verändern. Es ist die Weisheit, dass hinter der Nichtigkeit der Materie, des Raumes und der Zeit eine letzte Wahrheit steht. Das gotische Lernprinzip ist von der Bildungsforschung und Architekturgestaltung nicht "chemisch rein " und von der Wissenschaftspäda- gogik objektiv empirisch zu erfassen, weil es eine indivi- duelle Definition eines Sachverhalts oder eines nach- träglichen, kategorisierten Lebenserkenntnis-Grundge- fühls ist, was zu individuellem Erfahrungswissen geworden ist.


                             Gliederungspunkt


                 Die Gotik und das Christentum




Siehe Textfortsetzung Christentum früher und Heute- Teil 3


                                  Gliederung


  • Heil und Heilig(e/r)
  • Kirche als Institution-Kirche als Gebäude, Klöster, Priester, Bischöfe,Papst.
  • Nachfolge Christi als säkulare, evolutionäre Nachfolge Christi als persönlicher Entwicklungsweg (Kloster, Pilger, Berufung).
  • Reich Gottes (Himmelreich)
  • Religion,Konfessionen,Religionen
  • Reformation
  • Religiöses Bewusstsein
  • Religiöse Vermittlung durch die Kirche, das Bildungs-wesen, die sakrale Kunst und durch Missionierung.
  • Säkularisierung und Aufklärung
  • Schöpfung



 

 

  

 

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