Vom Christentum heute zum Christentum von
morgen.
Teil 4
Lesestop !
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Gliederung
- Christlicher Schuldbegriff und Entwicklungs-Individua- lisierungs-(Bring)-Schuld einer Entwicklungslosigkeit.
- Sonn- und Feiertage
- Sünde
- Religiöse,theologische Sprache-Entwicklungs-Lebens- sprache.
- Sterben und Tod
- Theologie, Philosophie, Schöpfungslogos, Dogmatik, Mystik
- Christliche Wall-und Pilgerfahrten
- Christliche-kulturelle-wissenschaftliche Wahrheit.
- Werte, Ethik, Moral, Tugend, Gebote.
- Wille (4)
Seele/Seelenbegriff
* Etymologisch bedeutet Seele im griechischen " psyche " und im lateinischen anima, was in beiden Sprachen " Hauch " bedeutet, während der althochdeutsche Wortstamm " sela " soviel heisst wie " die Bewegliche", was das Lebensprinzip als Individual-Logos darstellt. Das deutsche Wort Seele meint ursprünglich auch " zur See " gehörig*.
*I.) Das altgermanische Wort Seele war weiblich und z.B. Meister Eckhart und Johann Wolfgang Goethe verwendeten dieses Wort im Sinne von letzter, weiblicher (schöpferische) Wirklichkeit. Der Psychologe Carl Gustav Jung fasst die Seele als selbständige Identität und allererste Wirklichkeit auf, welche die Realität erst konstruiert. Der einflussreiche isla- mische Theologe AL-Ghazali bestätige die Seele als eigen- ständige Substanz, aber nur als nicht-empirische, beweisbare Glaubenswahrheit. Der Buddhismus dagegen negiert die Existenz einer göttlichen Seele, weil alle Phänomene letzt- endlich Leerheit sind und weil erst auf dem Lebensweg die Wirklichkeit erkannt wird. Im Sikhismus werden die Welt und die Lebewesen (Seelen) in ihr wiederum als real ange- sehen, aber nicht als ewig, weil sie durch Emanation aus Gott hervorgegangen sind und wieder in ihn zurück- kehren.
III.) Die Seele wird im Hinduismus als " das höhere Selbst" verstanden und ist kein Gegenstand des Erkennens. So wie es kein Bewusstsein vom Leben gibt und Tod gibt, gibt es auch kein Bewusstsein von der Seele. Es gibt immer nur Bewusstsein von etwas " als Gegenstandsbewusstsein", aber die Seele schwindet mit der gegenstandslosen Wahrneh- mung. Die Seele ist aber das dem Körper verleihende Le-
bensprinzip an sich, die dem Körper aufbauende und erhaltende Vitalkraft schlechthin, ohne die der Mensch gar nicht bestehen könnte und ohne die ja auch sein materieller Körper sofort zu leben aufhörte. Der Mensch besteht aber nicht nur aus Körper und Seele,denn er ist eine Drei-Einheit bestehend aus dem materiellen Körper, der Seele als das Leben selbst und einem Geistbewusstsein.Der Mensch hat einenphyssischen Körper aber er ist Bewusstsein.
IV.) Im Buddhismus hingegen wird die Existenz einer Seele und von etwas Göttlichem abgestritten, weil alle Phänomene letztendlich Leerheit sind und der Weg lediglich ein Erwa- chen zur Erkenntnis der Realität ist.
V.) Nahezu alle Religionen gehen von einer individuellen Weiterexistenz des Menschen als Trost nach dem irdischen Tod hinaus als das Menschliche, was den Tod überlebt. Diese religiöse Glaubensspekulation wird jetzt von der Quanten- physik als Faktum unstrittig bestätigt dass, wer stirbt, nicht tot ist. Der Mensch unterliegt ein Leben lang Veränderungs-und Wandlungsprozessen und der Tod gehört dazu. Was als Gesetzmässigkeit zur Erhaltung von Energie und Materie gilt, trifft auch als Gesetz zur Erhaltung des Lebens zu. Das Leben kann nicht sterben, nur das Belebte. Jedes Einzelleben ist nicht tot zu kriegen oder kann aufhören zu leben, weil es ein Teil des (Gesamt)lebens ist, was religiös übersetzt "Gott" ge- nannt wird. Das Leben verändert lediglich nur seine Erschei- nungsform,weil das Sterbliche nur mit dem Unsterblichen vertauscht wird. Siehe Textfortsetzung in Das-Leben-ist-unsterblich
VI.) Obwohl es verschiedene Seelenauffassungen gibt, hat die Idee der unwissenschaftlichen Seele alle (geist)wissenschaft- lichen, umgangssprachlichen Seelenwirrwar-Begriffsbil dungen und Annäherungs- beschreibungen überdauert. Der traditionelle Seelenbegriff ist noch am tiefsten verankert, aber dieser Begriff bedarf einer Weiterent- wicklung und unmetaphysischen, säkularen,universellen Neuinter- pretation, der über die Psyche hinausgeht und diese mit einschliesst wie z.B.:
- der transzendente Begriff für das Überweltliche
- das göttliche Logos.
- nach Meister Eckhart ist die Seele die Lebenskraft selbst.
- das (namenslose) Wesen des Menschen,weil die Seele keinen Namen hat.
- das menschliche des Menschen, der eigentliche Mensch und des Menschen Unmittelbarkeit.
- das Lebenszentrum als die tiefste Empfindung.
- der Entwicklungsprozesskern.
- der Entwicklungslebensbegriff.
- die Lebenssinnhaftigkeit des Menschen.
- der Mensch ohne seinen Körper.
- der Ruhepol (als ein Lebens-Friedens-Grundgefühl als letztes Ziel).
- der unsterbliche (göttliche)Teil des Menschen.
- der Geist Gottes.
- für den Wissenschaftler der Mikrophysik "Kernspaltung des Seins".
- Metapher für das Leben. Das Leben ist nur durch die Seele.
- Die Seele ist Geber der Lebensform und des Lebens.
- Der Philosoph Langbehn setze Individuation mit der Seele gleich.
- Für den Philosophen Schelling ist das,was die Seele anschaut, ihre eigene entwickelte Natur.
- Für den Philosophen Hegel ist die Seele kein fertiges Subjekt, sondern eine Entwicklungsstufe des Geistes.
- Gewissen als unmittelbare Seelenregung.
- Das Sein hinter dem Bewusstsein.
- Sammelbegriff für das Innenleben.
- Die Seele als Essenz vom Menschen gilt als das ideale Abbild vom Menschen.
- das Genie, das Charisma, das Vorbildhafte, was andere in Bann zieht und mitreisst.
- universelles Bewusstsein als unteilbares, dynamisches Ganzes(der Quantenphysik)*
- Seelenbegriff eines Meister Ekcharts:
1.) Nach Meister Eckhart ist der Mensch mehr durch die Seele als durch den Leib. Der Leib ist in der Seele und nicht die Seele im Leibe.Dagegen wirken die Vorstellungen der Seele auf den Leib kräftiger als der Arzt und seine Arzenei. Dieses Para-
digma gilt als Grundlage für die Geistheilung.Siehe Textfort- setzung die Rezension "Salutogenese, Geist-,Gebets- und Glaubensheilungen"
2.) Je mehr die Seele über die irdischen Dinge erhaben ist (im Frieden ist), desto mehr Kraft hat sie. Es ist eine Kraft in der Seele, die weiter ist als die ganze Welt.
3.) Die Seele kann es nicht ertragen,dass Gott über ihr sei.Wenn er nicht in ihr ist, so kann sie nimmer zur Ruhe kommen.
4.)Alles was vergangen ist,alles was gegenwärtig ist,alles was zukünftig ist, das erschafft Gott im Innersen der Seele.
5.)Die Seele ruht nicht bis sie alles durchbricht, was nicht Gott ist und in die göttliche Freiheit kommt.
6.) Die Seele soll nimmer ruhen bis sie ganz eins in Gott werde (seinen Frieden hat).
7.)Keine Seele hat je vollkommenen Frieden, ausser jene, die keinerlei Willen mehr hat.
8.)Nichts hindert die Seele so sehr an der Erkenntnis Gottes als Zeit und Raum.Erkenntnis ist noch bildhaft und deshalb wird Gott noch nicht in der Erkenntnis geschaut. Erst frei von allen Bildern und nachdenken wird Gott geschaut.
9.) Ein Heiliger sagt, die Seele die Gott geschmeckt hat, ist alles zuwider was Gott nicht ist.
10.)So lobt alles Gott was in der Seele gottgleich ist.Was irgendwie Gott ungleich ist lobt Gott nicht.
11.)Wenn Gott die Seele in sich zieht, wird sie in Gott umge- wandelt und verliert ihren Namen.
12.)Die Seele altert nicht. Die vernünftige Seele ist ewig jung
und in ständiger Geburt. In jeder Erkenntnis werde ich neu geboren.
13.)Alles Wahre und Göttliche ist von je her in der Seele eingeboren. Sie braucht sich nur darauf besinnen. Das Leben
der Seele ist im Grunde das göttliche Leben selber. Wo die Seele (Entwicklung) ist, da ist Gott und wo Gott ist (Entwicklung), da ist die Seele.
14.) Je mehr die Seele über die irdischen Dinge erhaben ist (im Frieden ist), desto mehr Kraft hat sie. Es ist eine Kraft in der Seele, die weiter ist als die ganze Welt.
15.) Gott lockt die Seele zu sich durch die Kreaturen, an denen doch die Seele kein Genügen haben kann. Darum ist die Welt erschaffen worden damit das Auge der Seele geübt und ge-
kräftigt wird
* lat. universus " gesamt ", von unus und versus " in eins gekehrt ")
*Beim gotischen Lernprinzip stehen sich neurologisch gesprochen
zwei Bewusstseinskategorien polar gegenüber;das kognitive, analy-
tische, rationale, logische, intellektuelle, risikoscheue, wort- und textgebundene, zielgerichtete, kontrollierende, deduktive, zeitgeis-
tige, lebensgetrennte, relative und " kopflastige Veränderungs-Rea-
litäts-Bildungsprozess-Wissens-Bewusstsein der linken Gehirnhemi-
sphäre (IQ-Intelligenz Quotient) und das gefühlsmässige, intuitive, phantasiehafte, symbolische, ganz- und einheitliche, holistische, risikobereite, bildgebundene, unspezifische, erlaubende, induktive, melodische, symbolische, vorstellende, bewusstseinslosgelöste, entwicklungsreife, glaubende, lebensvertrauende, zeitlose, trans-
zendierende, objektive und " gemütslastige ",religiöse, nicht-ratio-
nale Transformations-Wirklichkeits-Entwicklungs-Prozess-Gewis-
sensbewusstsein der rechten Gehirnhemisphäre (EQ-Entwicklungs-Individualisierungs-Transzendierungs-Quotient) und versucht beide Seiten zu vereinen. Diese rechte Gehirnhemisphäre der Entwicklungs-Prozess-Transzendenz sind keine wissenschaftliche, anwendbare Begriffe, aber in der Mikrophysik sind es gefühlte Fakten mit der Kraft des Wirkens und zum Wirklichen. Danach ist im Bereich der Mikro-
physik der Unterschied zwischen Subjekt und Objekt gegenstands-
los geworden.Subjekt und Objekt bedingen sich gegenseitig. Indem
ich erkenne, gestalte ich das Erkannte mit. Der Glaube z.B. ist der aktive Mitvollzug, ja sogar die Mitgestaltung der Materialisierung geschieht erst durch den Glauben.
"Grosse Seelen" z.B.
- - Als sie Napoleon sahen, warfen sie ihre Waffen weg. Sein
überstarkes Licht warf alle in seinen Schatten. Seine Anwesen-
heit ersetzte 40 000 Soldaten.
- - Sein (Friedens)dasein genügt.
- - Meister Eckhart gäbe ein Münster vollen Goldes für ein Huhn
was dieser verzehrte. Wisset, ein Königreich kann sich selig
preisen, in diesem dieser Mensch lebt, denn er schafft in
einem Augenblick mehr Ewiges als alle äusseren Werke.
- alle Religionsstifter.
- alle, die Johann Wolfgang Goethe kannten waren sich einig,
einen solchen Menschen noch nie begegnet zu sein.
- In der Nähe des französischen Philosophen Voltaires hatte
man das Gefühl sich in der Gegenwart eines "lebendigen
Gottes" zu befinden.
- Jede grosse Seele ist eine Bereicherung einer jeden Tafelrunde.
- Eine grosse Seele ist sich sicher, dass " keiner ihn auf der
Rechnung" hatte.
- Es hat sich noch nicht überall herum gespochen, dass nur
so "genannte Träumer" die Welt verändern.
Was mich fasziniert und in Bann hält ist die aufgeladene Seelenresonanz, ob es ein Vincent van Gogh-Gemälde, mein Lieblingsfußballverein, mein Traumsportwagen oder eine gotische Kathedrale ist. Wer sich z.B. im gotischen Baustil wieder erkennt, dann ist diese mir ebenbürtig. Keiner vermag darüber- hinaus etwas zu erkennen, was er selbst nicht in sich hat. Er ist nicht mehr der Suchende, sondern der Gesuchte, welcher mit dem Erkenntnisobjekt eins und selber verwandelt wird. Es ist der Transformations-Punkt, wo das Überwundene mit dem Überwinder eins wird. Das Subjekt und das Objekt der Erkennt-nis sind identisch und die dualistische Spaltung als der Lebens- widerspruch sind aufgehoben*.
Trivia: Die deutsche Seele wird oft in Verbindung gebracht mit den Begriffen wie Gemütlichkeit, Schrebergarten, Rheinromantik, Gotik, Weihnachtsmarkt, Heimat, Wanderslust (Unruhe), Puppenhaus und Jugendherberge.
VI.) Wenn von der Seele gesprochen wird, weiss zwar jeder was ge-
meint ist, aber keiner weiss so richtig, was es wirklich ist und
es hat auch noch keiner eine Seele gesehen. Wenn beispielsweise von " der Seele des "Geschäfts" gesprochen wird, kennt jeder Mitarbeiter die Person als Identifikationsfigur des Unternehmens und assoziiert damit pschodynamische und psychophysikalische Charaktereigen-
schaften wie Gründergeist, seine Tatkraft, sein Verantwortungs- bewusstsein,der Chef als natürliche Autorität. Der Seelenbegriff drückt Letztes und Tiefstes aus, was nicht hinterfragt werden kann.
Die Vermutung, dass der Mensch über eine Seele verfügt, ist ja reine Spekulation. Eine Spekulation kann man aber nicht mit einer anderen widerlegen
* Psychophysik, die Lehre von den Seelenkräften.
VII.) Im Christentum spielen die Begriffe "Geist und Seele" eine grös-
sere Rolle als der wissenschaftliche Bewusstseinsbegriff. Die Seele ist mystisch und auf Selbsterfahrung ausgerichtet. Der traditionelle, scholastische, theologische Seelenbegriff sieht in der Seele das Wesen des Menschen als das Tiefste, Ursächliche und Eigentliche an. Er be- zieht es auf den Gott des Menschen und Gottes eigentliches Schöp- fungswerk. Es ist die religiöse und philosophische Auffassung, in denen sich die Seele auf ein unsterbliches, immateielles Prinzip bezieht, welche die ständige Identität des Individuums darstellt.
VIII.) Nach dem traditionellen, religiösen Verständnis hat fast jede Religion und philosophische Weltanschauung ihre eigene Seelenin-
terpretation. Im Christentum spielen die Begriffe " Geist und Seele " eine grössere Rolle als der wissenschaftliche und als umfassende Einheit betrachtet. Das gegenständliche, materielle Universum als Ganzes und als Einheit ist für sich selbst genommen ungegenständ- lich, hat weder Form noch eine materielle Erscheinung.
* Für den Philosophen Immanuel Kant sind Begriffe nur wahr, wenn diese anschaulich wahr genommen werden können und das ist bei der unsterblichen Seele ausgeschlossen. Theoretisch ist für Kant die Untsterblichkeit der Seele unbeweisbar, weil auf dem metapyh- ischen Terrain jedem Beweisversuch die sinnliche Erfahrung fehlt, aber gleichwohl hält er die Unsterblichkeit der Seele als notwendig.
Es gibt kein Messintrument für die Seele oder den Geist. Es hat noch keiner eine Seele gesehen und es können nur die seelischen Auswirkungen als Lebensäusserungs-Hinweise als Aussfluss und Verhältnis der Psyche beobachtet und interpretiert werden, aber nicht das Erkenntnisobjekt selbst. Nach dem Philosophen Immanuel Kant ist Selbsterkenntnis ein soziales Verhältnis zur " Seele " (Selbst-
erkenntnis als Wahrnehmung). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist Selbsterkenntnis ein individuelles Verhältnis zur " Seele " (Selbster- kenntnis als Selbsterfahrung). Was die Seele betrifft ist dieses nicht lern- und lehrbar und es wird trotzdem durch das Bildungs-Kultur-Lernen versucht, den (Seelen)beruf zu lehren (z.B. Theologie, Psy-
choanalyse, Seminare über Spiritualiät,Meditationsübungen).
IX.) In der Religion ist die Seele das Menschliche. Die Seele ist nicht mehr Geber der Formen und des Lebens sondern das Leben ist.
Träger der Lebenskraft ist immer der Lebensgeist, welcher kern-
fusioniert und amalgamiert ist, was auch als Seele bezeichnet wird.
Die Seele wird als Metapher für die Individuationsentwicklung ver-
standen. Die Seele ist kein fertiges Subjekt, sondern nur eine Ent- wicklungsstufe des Geistes als ureigenstes Entwicklungs-und Personalbewusstsein als Lebens-Entwicklungs-Prozesskern,welcher in der Auseinandersetzung im Entwicklungsakt Lebensgestalt annimmt. E. Es ist der formbildende Lebensprozess, welcher sich selbst hervor- bringt (Emanation). Die Entwicklungsdynamik wird als Geschehen des Selbstwerdungs-Prozess interpretiert.
X.) Das Leben kommt von der Seele her (von Gott) und nicht die Seele vom Leben) Nach dem evolutionären, religiösen Verständnis entwickelt sich der Mensch nach einem von Gott eingepflanzten Entfaltungsgesetz. Das Leben lebt nur durch die Seele und diese verleiht auch dem menschlichen Körper seine Form. Es ist der formbildende Lebensprozess, welcher sich selbst hervorbringt (Emanation).Die Entwicklungsdynamik wird als Geschehen des Gott- werdungs-Prozess verstanden. Gott wird als Erscheinung, Träger und Quelle des Lebens als lebensformgestaltendes Prinzip gedeutet. Weil Gott das Leben selbst ist, bin ich erst durch mein Leben Gott unmit-
telbar. Der Entwicklungslebensbegriff wird zum neuen Seelenbegriff und Entwicklung wird zum Synonym für "das Gott-Werde-Selbst-
sein. Gott wird in der persönlichen Entwicklung immer wieder neu geboren und ist einem als Seelenentwicklung immer mitgegeben.
Es ist,wo der Geist über die Reflexion seiner Selbst eine Resonanz- wahrnehmung von sich selbst erhält und dadurch Selbstbewusstsein und Seelensubstanz bildet. In personaler Polarität trifft der Mensch hier mit Gott zu- sammen.
XI.) In der " Visio dei "wird die Seele ins mystische überhöht und ist
mit Gott identisch. Eckhart unterscheidet die (aristotelische )Seele, die dem Leibe vom Geist Leben und Form gibt. Dieser Geist wird als Seele bezeichnet, welcher von allem natürlichen Wesen abgeschie- den ist, wo sie namenlos wie Gott ist, mit ihm allein in der Ewigkeit. Dieses ist der Kern der Seele, die Seele der Seele, ist ewig durch ihre Einheit mit dem einen und vollen Sein Gottes. Der Mensch mehr durch die Seele als durch den Leib. Der Leib ist in der Seele und nicht die Seele im Leibe. Dagegen wirken die Vorstellungen der Seele auf den Leib kräftiger als der Arzt und seine Arznei. Dieses Paradigma gilt als Grundlage für die Geistheilung. Als mystische Erfahrung ist die Ewigkeit schon im Diesseits möglich (Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin verlegte diese ins Jenseits). Die Frage, ob das individuelle Selbst auch nach dem Tod weiterlebt stellte sich für Meister Eckhart gar nicht, denn der Mystiker ersehnt ja nichts heftiger als die Auflösung des Selbstes im reinen Sein.
XII.) Nach Meister Eckhart ist die eigentliche Lebensarbeit die Entfaltung der Seele und durch mein Leben und deshalb bin ich Gott unmittelbar. Durch Evolution in der persönlichen Entwicklung wird die Gottesseele sich selbst und Gott wird erst Mensch. Das Einzelleben ist die Offenbarung Gottes. Gott muss Mensch werden, um selbst sein und selbst werden zu können. In jeder Erkenntnis werde ich neu geboren.Auch der Frieden ist eine Emanation der Seele selbst.
Geist und Seele werden niemals müde und brauchen auch keinen bewusstlosen Schlaf wie der Körper. Die Seele wirkt in der Zeit und doch nicht zeitlich, sondern in der Form von Ewigkeit.Die Seele an sich ist nicht Einzelpersönlichkeit sondern reines Wissen;die Individua-
lität ist vielmehr, wenn man zum wahren Wesen der Seele gelangen will, schlechthin aufzuheben.
Weitere Meister Eckhart Seelenzitate:
- Was im Innersten der Seele eingebildet ist (Lebenswille), bricht ohne Vermittelndes hervor"(Meister Eckhart).
- Wenn die Seele des Menschen ständig im Friedensbewusstsein ist,der Mensch könnte nicht altern.Die vernünftige Seele ist ewig jung und in ständiger Geburt.
- Gott ist seiner Natur nach seelenhaft. Es gilt das zu werden, was ich immer schon im unerschaffenen Grund der Seele bin; Spiegel des göttlichen Seins, Reflex des Ausströmens göttlicher Liebe.
- Alles Wahre und Göttliche ist von je her in der Seele eingeboren. Sie braucht sich nur darauf besinnen. Das Leben der Seele ist im Grunde das göttliche Leben selber. Wo die Seele (Entwicklung) ist, da ist Gott und wo Gott ist (Entwicklung), da ist die Seele.
- Je mehr die Seele über die irdischen Dinge erhaben ist (im Frieden ist), desto mehr Kraft hat sie. Es ist eine Kraft in der Seele, die weiter ist als die ganze Welt.
- Gott lockt die Seele zu sich durch die Kreaturen, an denen doch die Seele kein Genügen haben kann. Darum ist die Welt erschaffen worden damit das Auge der Seele geübt und ge-kräftigt wird
- Die Seele altert nicht. Die vernünftige Seele ist ewig jungund in ständiger Geburt. In jeder Erkenntnis werde ich neu geboren.
- Die Seele wird Gott in Gott, aber soweit dieses einer Kreatur möglich ist.
- Gott aber seiner Natur seelenhaft und fliesst in seinen Ursprung zurück.
- Damit Gott in der Seele geboren wird, darum ist die Schrift geschrieben worden und darum hat Gott die Welt erschaffen.
- Und wo die Seele mit ihren Sinnen und Kräften nicht hinkommen kann, da trägt der Glaube sie hin.
- Keine Seele hat je vollkommenen Frieden, ausser jene, die keinerlei Willen mehr hat.
- Die Seele ruht nicht bis sie alles durchbricht, was nicht Gott ist und in die göttliche Freiheit kommt.
- Die Seele soll nimmer ruhen bis sie ganz eins in Gott werde (seinen Frieden hat).
- Wenn Gott nicht in der Seele ist, kommt sie nie zur Ruhe.
XIII.) Der Kirchenlehrer Albertus Magnus sagte, ohne die Seele könne der reine Geist gar nicht existieren, also partizipiere sie auch an dessen Trennung vom Körper und seiner göttlichen Selbstbewegung mithin auch an der Unsterblichkeit. Nach dem Theologen Friedrich Schleiermacher ist die Seele ein Lebensgrund-Friedensgefühl als der Inhalt eines Gottesverhältnisses.
XIV.) Nach dem heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand der Neurobiologie gibt es keinen metaphysischen Ort der Seele im Gehirn oder ein metaphysisches Seelenprinzip,was Unsterblichkeit verleiht, weil mit dem Tod auch die Neuronen absterben, in denen die geist/seelischen Prozesse ablaufen und somit Geist und Seele genauso vergänglich sind. Die Zirbeldrüse, oder auch Epiphyse genannt und tief im Hinterkopf lokalisiert, ist ausserordentlich wichtig für unsere körperliche, geistige und spirituelle Gesundheit.
Die Seele wird als Lebensmetapher für die Individua- tionsentwicklung verstanden. Die Seele ist kein fertiges Subjekt, sondern nur eine Entwicklungsstufe des Geistes als ureigenstes Entwicklungs-und Personalbewusstsein als Lebens-Entwicklungs-Prozesskern,welcher in der Auseinandersetzung im Entwicklungsakt Lebensgestalt annimmt. Es ist, wo der Geist über die Reflexion mit seinem "Lebensselbst" eine Resonanzwahrnehmung von sich selbst erhält und dadurch Selbstbewusstsein und Seelengesundheit bildet. Die Entwicklungsdynamik wird als Geschehen des Selbstwerdungs-Prozess interpretiert.
Das Leben lebt nur durch die Seele und diese verleiht auch dem menschlichen Körper seine Form. Es ist der formbildende Lebensprozess, welcher sich selbst hervor bringt (Emanation).Die Seele ist nichts ist als ein" Gefäss Gottes für die Gottesgeburt in der Seele als Metapher für die Individuationsentwicklung*.
* Was ist das Leben ? Gott das Leben und eine Erscheinung Gottes. Es ist nicht mehr der gedachte Gott der Griechen, sondern der lebendige Gott Meister Eckharts. Durch Evolution in der persönlichen Entwick- lung wird sich erst Gott selbst, kommt zum Bewusstsein seiner selbst und denkt und erkennt sich selbst und wird erst Mensch. Gott muss Mensch werden, um selbst sein und selbst werden zu können. Gott wirkt und ich werde. Wäre ich nicht, wäre Gott nicht Gott und er braucht mich, dass er sich werden kann. Wie der Mensch Gott braucht um nicht zu ver- gehen (Vitalprinzip), braucht ebenso das Göttliche den Menschen, um wahrhaft und zur Wirklichkeit zu werden und zu sein. Deshalb ist Gott mir näher, als ich (" mein Ego ") mir selber bin, d.h., der Mensch ist ein hybrides Wesen, diesseitig und jenseitig zugleich. Das Werden Gottes ist kein Entschluss Gottes, sondern mit dem Wesen des Lebens mitgesetzt. Gott kennt nur ein Gesetz, die Entwicklung seiner selbst und zieht alles an sich. Gott kennt nur sich allein und liebt nichts ausser seiner selbst. Wo Entwicklung ist, da ist auch Gott und wo Gott nicht ist, ist das Leben nicht in Ordnung (Unfrieden). Deshalb ist die Lebensfrage immer die Gottesfrage. Weil das Reich Gottes das Reich der persönlichen Lebensentwicklung ist, stellen sich alle theologischen Fragen vom Leben her und alle Lebensfragen werden beantwortet, als wenn sie Religion wären. Weil Gott in jedem einzelnen Menschen seine einmalige Individualität entwickeln will, ist das Leben Theologie und das Leben löst sich als das Wesen der Religion in Theologie auf.
XV.) Die Seele wird als eine unzerstörbare geistige Substanz, betrachtet welche den Körper überdauert, aber das dem Körper verleihende Lebensprinzip an sich ist, die dem Körper aufbauende und erhaltende Vitalkraft schlecht- hin, ohne die der Mensch gar nicht bestehen könnte und ohne die ja auch sein materieller Körper sofort zu leben- (atmen) aufhörte.Träger der Lebenskraft ist immer der Lebensgeist,welche kernfusioniert und amalgamiert sind, was auch als Seele bezeichnet wird.Beim Sterben wird der seelische Geist(leib) vom materiellen Körper(leib) losgelöst und weil ohne eigenständige Lebenskraft, welche vom Geist mitgenommen wurde, zerfällt er wie- der in seine Zellchemie und mineralischen Bestandteile und materiali- siert sich durch die Metaphormose wieder neu als Verwandlung der Verwesentlichung in das Unverwesentliche und Wesenhafte.
* Der Mensch haucht seine Seele aus und stirbt. Das heißt, dass indem sich die Seele aus welchen Gründen auch immer von ihrem zeitlichen Körper trennt, der hintergründig wirkende Impulsgeber für die Atmungsaktivität entfällt.
Die Seele wird mit dem göttlichen Logosprinzip gleich- gesetzt. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen geht es im Kern die Aussage von Meister Eckhart; "Der Vater sprach ein Wort und das ist sein Sohn. In diesem Wort sprach er alle Dinge" in Anlehnung an den Bibelvers Johannes 1:1-18. "Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst. Von Anfang an war es bei Gott. Alles wurde durch das Wort geschaffen; nichts ist ohne das Wort entstan- den".Die Schöpfung als Sohn, welcher im evolutionären, geistigen Entwicklungs-Auseinandersetzungs- Leidens-Glaubens-Überwindungs-Transzendierungs-Werde-Er- kenntnis-Prozess geboren wird, der Vater ist wirkend, er Sohn ist erleidend (eine Geburt ist immer schmerzhaft). Die Erkenntnis ist in der Auseinandersetzungsschöpfung entstanden. Der Entwicklungslernprozess ist eine dyna- mische Auffassung der Formenerfassung als Prozess- prägekraft des Formens, wo das Gestaltlose des Entwick- lungsgeschehens durch Transzendierung " als Kernspal- tung des Seins (" Individual-Logos ") meiner Lebens- wirklich keit zur Wissens-Form-Klarheit transformiert wird, wo das Innerliche veräusserlicht und eine Nicht- form in eine neue (Wissens)form gebracht wird. Es ist nicht das gelehrige, sondern das erlittene Wort(wissen). Deshalb wird nur aus der Mystik heraus Substanz ge- schaffen und der Mystiker weiss, dass er die Umstände nur vom alles durchdringenden, schweigenden (Friedens)bewusstseinsgeist her als das"göttliche Logos", ohne etwas zu tun, steuert. Einfluss haben heisst immer seine Seele übertragen. Je mehr Selbstvertrauen wir haben, desto grösseren Einfluss üben wir aus. Siehe Textfortsetzung den Gliederungspunkt Frieden.
Vom physischen Körper, der nach religiösem Verständ- nis im Mittelalter als unwichtig galt, nur das "Heil der Seele" wichtig war und der Verlust des Körpers nichts ist im Vergleich zum Verlust der Seele zum physischen Körper, der genauso notwendig und wichtig ist, als physisches Vehikel in der Welt für die Geist- und Seelenentwicklung und besonderer Aufmerksamkeit und Pflege bedarf.Mens sana in corpere sano *.
* I.) Der physische Körper wurde nach dem Vollkommenheitsideal der abendländischen Geistesgeschichte unterschätzt, welches z.B. in der Aussage "der Geist des Herrn fordert, dass unser Fleich abgetötet und verachtet wird" seinen zeitgeistigen Ausdruck findet, aber die Seele den Körper als Entwicklungs-Sterben-Lernen-Vehikel möglichst lange bedarf. Leibesübungen waren beiden Kirchenvätern verpönt und bei dem Ordensgründer Igantius von Loyala findet es nur einen Satz über Gesundheit,dass Klostergründungen an gesunden Orten statt finden sollen Deshalb ist Seelsorge auch immer Leibsorge.Im 19.und zu Beginn des zwanzigsten Jahrhundert wurde der Schulsport als Zeit- vergeudung betrachtet.
* Besser bei einem Marathonlauf an Gott denken als in der Kirche ständig an den Start des Marathons denken.
II.) Der Reformator Martin Luther z.B. klagte über ein schlechtes Körpergefühl, was aus der heutigen medizinischen, biologischen, hygienischen ernährungsphysiologischen und sportlichen Wissens- sichtweise einen nicht verwundert, weil Martin Luther nach der Überlieferung ein fröhlicher Zecher und lauter Sänger war."Ich fresse wie ein Böhme und saufe wie ein Deutscher".
Von der unsterblichen Seele, welche nach christlichem Verständnis zu Gott zurückkehrt zur Rekarnationslehre als zweite Chance der Seele als ein doppelter Geburts- weg, wo die Ver- gangenheit wieder geboren und die Zukunft neu geschaffen wird.
Von der Seelenführung/Rettung durch den Gottesdienst, Predigt die Beichte, das Gebet, den Rosenkranz, Wallfahr- ten, Sakramente und durch das Bibelstudium (der Geist (Bewusstsein) allein genommen ist eine seelenzerstö- rende Macht und die Seele hat keine Lust an Bildung) zur Seelenführung/Rettung durch das pralle Entwicklungs-Auseinandersetzungs-De-und Entmaterialisierungsleben und durch das gotische-Lernprinzip (Entwicklungsbe- wusst- seins-Reifegeist-Nr.782 als Individuallogos ist eine seelenaufbauende Macht, Form und Geber für die Seele).
Vom alten Seelenverständnis „Seelen retten zu wollen" (Seelenheil z.B. durch Missionierung) zum neuen Seelenverständnis "Seelen entwickeln zu wollen" (Entwicklungsheil durch das Leben z.B. zu lernen den Entwicklungsbegriff zum Handlungsbegriff werden zu lassen, in der Entwicklungsbewegung Stabilität zu finden als sich erhaltend und sich selbst zum Entwicklungs-Individualisierungs-Tages-Programm zu haben. In jedem Menschen ist ein individuelles Entfaltungsgesetz, was Gott in jeder Seele eingepflanzt hat.(Entwicklung ist ein Zug der Seele Entwicklung als Seelenpotenz)*.
* Es gilt in Anlehnung an das Wort von Meister Eckhart: " Einen Men- schen zur Entwicklung anleiten ist mehr wert, als eine neue Welt zu erschaffen". Entwicklung wird als etwas Lebendiges angesehen was erschafft, während die erschaffene Welt als leblos und vergänglich betrachtet wird und dem inflationären Wertewandel unterliegt. Deshalb ist jede Neuschöpfung dem schon Geschaffenen überlegen und entzieht sich der Gefahr,dass z.B. eine Lebensleistung durch den neuen Zeitgeist entwertet wird. Darüber hinaus gilt der Primitivma- terialismus nur als De-und Entmaterialisierungsmittel zum höheren Entwicklungs-Werde-Zweck. "Deshalb ist ein Stück Entwicklung mehr wert, als alles Geld der Welt".
- Von der Mensch hat eine Seele (Seelenheil) zu der Mensch ist selber Seele (Entwicklungsheil). Es ist die Individuation der Einzelseele als Entwicklungspro- zesskern, welcher durch sich selbst und in sich selbst individuiert (Emanation) und die Seele wird als Metapher für die Individualisierungsentwicklung verstanden.
Von der Seele, welche als Psyche zum Gegenstand der Wissenschaftsbildung geworden ist zur Seele als der Lebensdaseinsgrund und das Lebens selbst für die menschliche Entwicklung (Was ist das Leben ?Gott ist das Leben-Meister Eckhart).
*I.) In der Aufklärung hat sich der rätselhafte Seelenbegriff zur Psyche gewandelt und wurde durch den Bewusstseinsbegriff ersetzt und dadurch völlig unreligiös verwendet. Der Begriff der Seele im trans- zendenten Sinne wurde aufgegeben. An seine Stelle tritt die Psyche.
Der Seelenbegriff und das Seelenleben als die Gesamtheit aller Gefühlsregungen und geistigen Vorgänge des Innenlebens wurde intellektuell, materialistisch zergliedert und zur empirischen Wissen schaft der Psychologie, Neurologie, Biochemie,Medizin und anderer Fachdisziplinen gemacht .Die Existenz einer einheitlichen mensch- lichen Seele lässt sich empirisch nicht belegen und wird deshalb als leerer Begriff angesehen. In der praktischen Psychologie heute verbirgt zumeist die materialistische "Ich Vorstellung", dass seelisches nur oder vorwiegend als Produkt körperlicher Prozesse und das Geistige nur als Ergebnis physikalischer und chemischer Prozesse im Gehirn zu betrachten ist. Obwohl es verschiedene Seelenauffassungen gibt, hat " die Idee der unwissenschaftlichen Seele " alle wissenschaftlichen Begriffsbildungen, überlebt und " der Tummelplatz die Seele als Psyche, was nicht das tiefere Wesen und das kategorische Individual-Logos dieses Entwicklungs-Prozess-Lebens-Kernes ist , erst einmal durchschritten werden muss*.
* Umgangsprachlich wird, wenn jemand gesundheitlich, wirtschaft- lich, sozial krisengeschüttelt" ist als arm dran und wird als "arme Seele" bezeichnet. Es käme keiner auf die Idee diese Person als " arme Psyche " zu titulieren
II.) Die Problematik die sich hier ergibt ist, dass die Seele kein Erfah- rungsobjekt und als immateriale Entität sich der empirischen
Forschung entzieht und deshalb keine anthropologische Qualität besitzt und es erscheint unsinnig etwas Unbewusstes zum Gegen- stand des Bewusstseins machen zu wollen. In der wissenschaftlichen Psychologie ist die Seele aller metaphysischen Anteile entkleidet und wird als hypothetischer Begriff angesehen. Nur das Beobachtbare in der Seele wird in der Psychologie erörtert. Es können nur die
seelischen Auswirkungen als Lebensäusserungs-Hinweise als Auss-
fluss und Verhältnis der Psyche beobachtet und interpretiert wer-
den,aber nicht das Erkenntnisobjekt selbst. Innenwahrnehmungen können neurologisch nicht erfasst werden. Eine exakte Zuordnung
von Gedanken,Wahrnehmungen, Glauben, Gefühlen oder sonstigen Bewusstseinsaktivitäten in einem genau festgelegen Hirnareal ist nicht möglich, nur die Feststellung, dass die Hirnrinde im Bewusst-seinserleben eine wichtige Rolle spielt. Weil es im Gehirn keine Bewusstseinszellen gibt und keiner weiss, wie Gedanken überhaupt entstehen, gibt es die Hypothese, dass das menschliche Bewusstsein nicht im Gehirn lokalisiert ist.
III.) Auch die Krankheitsbehandlung durch die psychosomatische Medizin ist nicht "der Stein der Weisen". Das beweist der zunehmende Verbrauch der Psychopharmaka und dass die Menschen durch diese nicht gesünder, sondern noch kränker werden. Bis heute werden
seelische Krankheiten wie Autismus, Psychosen, Depressionen etc. nicht annähernd verstanden. Deshalb kann die Seelendeutung und Seelenheilung nicht alleine durch eine transpersonale Psychologie mit der empirischen, wissenschaftlichen Psychotherapie, Neurologie und anderen komplementären Fach-und Hilfswissenschaften erfol- gen. Auch der wissenschaftliche Glaube an den mechanistischen Weg des z.B. "Neuro-Engineering", seelische Erkrankungen (Entwick-
lungsdefizite) und degenerative Fehlstellungen "mechanistisch z.B.
mit "elektronischen Prothesen " reparieren zu können und dass es bald keinen Unterschied zwischen Mensch und Maschine mehr gibt, wird sich als Irrweg erweisen. "Braininitiativen"können auch kein Ersatz für spirituelle Sinnbedürfnisse sein und haben nichts mit der Seele zu tun.
IV.) Nach dem heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand der Neurobiologie gibt es keinen metaphysischen Ort der Seele im Gehirn oder ein metaphysisches Seelenprinzip, was Unsterblichkeit verleiht, weil mit dem Tod auch die Neuronen absterben, in denen die geist/-
seelischen Prozesse ablaufen und somit Geist und Seele genauso vergänglich sind. Die Seele wird aber als das Ganze und als umfas-
sende Einheit betrachtet. Das gegenständliche, materielle Universum als Ganzes und als Einheit ist für sich selbst genommen ungegen- ständlich,hat weder Form noch eine materielle Erscheinung und ist empirisch nicht nachweisbar. Ein allumfassendes Ganzes muss im-
materiell sein und kann kein Gegenteil als Gegenstand haben, wo-
mit die materialistische, dualistische, neuronale, sterbliche Sicht-
weise unlogisch erscheint. Was ist das Leben ? Gott ist das Leben
sagt Meister Eckhart. Die Seele als "das ureigene Selbstsein " wird nicht im Gehirn, sondern nur im Leben (Lebensatem, Lebenskraft, Lebensessenz) selbst angenommen.Deshalb kann das Leben nicht sterben, nur das Belebte. Jedes Einzelleben ist nicht tot zukriegen oder kann aufhören zu leben,weil es ein Teil des (Gesamt) lebens ist, was, den theologischen Begriff der"unsterblichen Seele" erklären würde.
V.) Es gibt mittlerweile eine Anzahl von Wissenschaftlern, die aus-
schliessen, dass das "Leib-Seele-Problem"von der Neurowissenschaft überhaupt geklärt werden kann und das die Psyche (Geist) wegen der quantenphysikalischen (Gehirn)verbundenheit, eine eigene Realität sein müsse. Das"Selbst" wird nicht im Gehirn,sondern nur im Leben selbst angenommen (Lebensatem, Lebenskraft, Lebenswille).Es ist das Gemeinschaftsfeld eines universellen Quantenbewusstseins,an dem jeder durch das Verschränkungsprinzip Anteil hat*.
* Was ist das Leben ?Gott (Seele)ist das Leben.Und wo Gott ist ,da ist keine Gefahr*.
* Meister Eckhart
- Von der metaphysischen Tradition des Seelenbegriffes als "unsterbliches Prinzip"zum Abbau der metaphy- sischen Tradition und der Seelenbegriff als die Lebens- metapher für die Einmaligkeit der Personwerdung, weil Gott in jedem einzelnen Menschen seine einmalige Individualität entwickeln will. Nur die nichts gleich sind, sind Gott gleich*.
* I.) Nach dem evolutionären, religiösen Verständnis entwickelt sich der Mensch nach einem von Gott eingepflanzten Entfaltungsgesetz. Die Seele wird als Lebensmetapher für die Individuationsentwicklung verstanden. Das Leben lebt nur durch die Seele und diese verleiht auch dem menschlichen Körper seine Form. Es ist der formbildende Lebensprozess, welcher sich selbst hervorbringt (Emanation).Die Entwicklungsdynamik wird als Geschehen des Gottwerdungs-Prozess verstanden. Gott wird als Erscheinung, Träger und Quelle des Le-
bens als lebensformgestaltendes Prinzip gedeutet. Weil Gott das Leben selbst ist bin ich erst durch mein Leben Gott unmittelbar.
Der Entwicklungslebensbegriff wird zum neuen Seelenbegriff und Entwicklung wird zum Synonym für "das Gott-Werde-Selbstsein.
Gott wird in der persönlichen Entwicklung immer wieder neu ge-
boren und ist einem als Seelenentwicklung immer mitgegeben.Die Seele ist kein fertiges Subjekt, sondern nur eine Entwicklungsstufe des Geistes als ureigenstes Entwicklungs- und Personalbewusst-
sein, welches in der Lebensauseinandersetzung im Entwicklungspro-
zessakt Lebensgestalt annimmt. Es ist, wo der Geist über die Re-
flexion seiner Selbst eine Resonanzwahrnehmung von sich selbst erhält und dadurch Selbstbewusstsein und Seelengesundheit bildet. In personaler Polarität trifft der Mensch hier mit Gott zusammen. " Was im Innersten der Seele eingebildet ist (Lebenswille), bricht ohne Vermittelndes hervor- Meister Eckhart ".
II) Der Mensch hat nur soviel Wert, wie viel er von Gott (entwickelt) hat, wie viel Lebenszeit zur Entwicklungszeit geworden ist und wo Zeitloses in der Zeit geschaffen wurde. Das äussere Kennzeichen der Personwerdung ist der individuelle Entwicklungslebenslauf als Ver-
gegenständlichung der Seele. Die Entwicklungsdefizite auf der Entwicklungsseite sind die Ursachen (seelischer) Krankheiten und durch die Individualisierungsbemühungen "als persönliche Entwick- lungs-Schuld-Bewältigung" kommt es zur Lebensübereinstimmung
und (seelischen) Gesundung des Menschen.
III.) Da der Mensch sich per Definition nur durch seine Entwicklung begründet und gerechtfertigt, wird das Leben in dem Maße nur "gott-
lebendig",wie es sich entwickelt. Weil nur Entwicklung den Menschen begründet und rechtfertigt, wird das Leben in dem Maße nur leben-
dig, wie es sich entwickelt und ist jeder Tag, der kein Entwicklungstag, ein verlorener Lebenstag ist, was noch bisher nicht so rezipiert wird. Der Mensch, der nicht individuell wird, existiert eigentlich nicht und hat seine persönliche Freiheit aufgegeben.
- Von der Leib-Seelen-Dualität zur Leib-Seelen- Ganzheit*.
* Der Leib und die Seele werden bei der Leib-Seele Dualität als zwei verschiedene Aspekte betrachtet, obwohl sie eins sind. Religion ist
die längst bewiesene und zu überwindende, dualistische Welt-Dies- seits (Materialistik) und Gott-Jenseits-Sichtweise (Mystik), die es aber durch das Verschränktheitsprinzip der Quantenphysik als säkulare
Interverbundenheit faktisch nicht gibt, miteinander verwoben ist, komplementär zusammen gehört und das Spannungsverhältnis des religiösen Diesseits (Realwelt)-Jenseits (Wirklichkeitswelt) Dualismus zum ad absurdum geführt hat. Das menschliche Wesen ist ein Teil des Ganzen und die konventionelle Vorstellung von Zeit und Raum sind mit der Relativitätstheorie überholt. Die scheinbare Trennung vom Anderen und der Zeitenbruch von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nur eine optische Täuschung und ein Relikt unseres dualistischen Bewusstseins. Es kann ja zwischen Theologie und Na- turwissenschaft keine doppelte Wahrheit geben. Deshalb ist auch die Mystik eines Meister Eckhart keine Exaltiertheit, weltfremdes, kon-
templatives, klosteraffines und nur für wenige Einzelne, sondern nur eine für jedermann selbstverständliche, nachvollziehbare alltags- realistische Wirklichkeitsdimension einer wesen- und naturhaften, notwendigen, unmystischen Religiosität, wo es den Dualismus "Gott-Welt" nicht gibt. Nicht mehr Mystik als Weltflucht, sondern die Grund-
lage, um die Welt zu erobern. Das tiefste Wesen der Religion lässt sich nicht säkularisieren, aber es lässt sich im Leben erfahren.
Von dem Bewusstseinsgeist allein genommen ist eine seelenzerstörende Macht zu während der Entwicklungs-Individualisierungs-Geist ist Mittel zur (Seelen)weiterent- wicklung ist.
Von der wissenschaftlichen These, welche das meta- physische Seelenprinzip,was Unsterblichkeit verleiht negiert, weil mit dem Tod auch die Neuronen absterben zur wissenschaftlichen Gegenthese ,dass das Leben unsterblich und (die Seele) nicht tot zu kriegen ist.
- Von die Seele kommt im Gesetz nicht vor zu aber sie ist das ungeschriebene Gesetz des Lebens.
Sprichworte
I.) Wer die Seele eines anderen Menschen berührt, betritt geheiligten Boden*.
* Novalis [Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg] (1772-1801) deutscher Philosoph der frühen deutschen Romantik, Dichter, Schriftsteller.
II.)"Wer seine Seele vernachlässigt, betrügt sich um den Sinn des Lebens".Der Verlust des Körpers ist im Vergleich nichts zum Verlust der Seele*.
* Erich Limbach-deutscher Schriftsteller und Aphoristiker.
IV.)Die Seele ruht nicht bis sie alles durchbricht was nicht Gott ist und in die göttliche Freiheit kommt.
V.) Keine Seele hat je vollkommenen Frieden,ausser jene, die keinerlei Willen mehr hat.
VI.)Für Meister Eckhart hat das Wort Mensch für Männer und Frauen gegolten.Deshalb ist die Seele beiderlei Geschlechts ist, weil Gott auch beides zugleich ist*.
*Meister Eckhart -Nr. IV bis Nr. VI.
VII.) Es ist die Eigenschaft der menschlichen Seele, dass sie sich dann am schnellsten erhebt wenn sie am stärksten niedergedrückt wird*.
* Johann Wolfgang von Goethe.
VIII.) Das Leben ist kurz, die Seele ist unendlich*.
* Quelle unbekannt
IX.) Seele ist alles*.
Quelle Unbekannt.
X.) Im Koran steht, dass Gott die Seelen im Schlaf aus den Körpern austreten lässt und danach zurück schickt.
XI.) Wenn die Seele namenslos wird, dann wird sie umgewandelt*.
*Meister Eckhart
XII.) Für den Philosophen Plotin ist jede Einzelseele identisch mit der Weltseele.
XIII.) Hellsichtige und hellempfindende sind der Meinung, dass Seelen bei Gegenständen sein können, die ihnen zu Lebzeiten viel bedeutet haben. Oft hängen Verstorbene an Möbelstücken (Holz-Element wirkt anziehend) oder auch an Schmuck. Es haftet ein unbewusster Gefühlsbelag auf diesen Gegenständen, welcher anziehend oder abstossend wirkt.
Christlicher Schuldbegriff und Entwicklungs-
Individualisierungs-(Bring)-Schuld einer
Entwicklungslosigkeit.
Von jeder Einzelne wird einmal vor Gott gestellt in Ab-wägung seiner guten und bösen Taten (jenseitige Partiku-largericht) zu jeder Einzelne steht "im Hier und Jetzt" vor Gott in Abwägung seiner Entwicklungs-Individualisie- rungs-Bringschuld seiner Entwicklungslosigkeit " (dies- seitige Lebensresonanzgericht ). Deshalb sollte dann der Mensch einmal Rechenschaft " am grossen Gerichtstag dfes Todes " ablegen müssen, wird er nicht gefragt z.B. ob er ein guter Konsensbürger gewesen ist, was die anderen gemacht haben, nach seinem Bekanntheitsgrad, wie viele Tore z.B. als Fußballstar einmal eingenetzt wurden, nach seinem Bankkontostand, welche Position, welchen Beruf, Besitz,für was er Zeit und Interesse hatte und wie löblich die Grabrede des Pfarrers war, sondern Auge in Auge nur nach seinem persönlichen Gottesverhältnis d.h., ob er sich treu und entwicklungsehrlich geblieben ist (sterben in der Lebensauseinandersetzung gelernt hat), das Bessere und Höhere gewollt und egoistisch war nur für andere, indem er :
sein Leben in der evolutionären Allzeit-Jetzt-Nutzung
gelebt hat.
einer gelernt hat, dass gelernt, nach dem Berufsleben das Sterben kommt, sondern ein neuer Lebensabschnitt einer evolutionären Altjugend
- sich ständig bemüht hat zu mehr (Gliederungspunkt inneren Frieden) zu gelangen, weil solange ich meinen Frieden nicht habe, solange bin ich de-und entmateri- alisierungsschuldig.
- sterben gelernt hat (Wer einmal mit dem Unsterblich- keitslernen angefangen hat, bekommt keine Gewissens- ruhe mehr, wenn er nicht damit weiter macht und dieses das Einzige ist, was den Menschen begründet und seinem Leben seinen (Todes)sinn gibt*.
*I.) Das jüngste Gericht findet täglich statt. Es ist beständig und endlos*.
* Quelle unbekannt.
II.) Das Christentum befreite den Menschen vom Fatalismus der Natur und von der Zwangsherrschaft des Kollektivs und stellt ihn als Ein- zelner unmittelbar vor Gott. Es bezeugte damit den unersetzlichen Wert der Einzelseele und schuf damit Raum der Freiheit, der in der bisherigen Geschichte der Menschheit noch nicht existiert hatte, aber diese Freiheit hat der abendländische Mensch bis auf wenige Einzel-
ne verloren.
III.) Der Mensch wird niemals mit den Begriffen des Bewusstseins und durch das Gesetz von Ursache und Wirkung erlöst werden, sondern er untersteht den Kategorien des Gewissens und dem Gesetz der Schuld. Die Frage nach der Ursache beim Menschen wird die Frage nach der Schuld. Die Frage der Schuld trift das Gewissen und das Gewissen existiert im einzelnen Menschen,das Kollektiv ist gewissenlos. Beim Entwicklungs-Lebens-Christentum besteht die Schuld in der Entwick- lungsresistenz als Friedensbringschuld einer Entwicklungslosigkeit. Die Entwicklungs-Bringschuld der Individualisierung als Lebensauf- trag ist dass, was den einzelnen Menschen erst zum Men schen macht und der zentrale Punkt des Christentums ausmacht. Es ist in der Sprache von Meister Eckharts gesagt das,was noch nicht Gott ist oder alles das (Unfrieden), was mich von meinen Gott trennt (Frieden). Es ist die tiefe Weisheit, dass ein Stück Entwicklung mehr wert ist, als die ganze Welt oder den Lyriker Friedrich Hölderlin zitiert, dass was ich bin ein belangloses Nichts ist und was ich suche, alles ist oder das Augustinuswort, wer einmal Gott gechaut hat, alles gelernt hat und nichts mehr zu lernen gibt, weil er die notwendige Entwick-lungsreife besitzt. Die Schuldkonkretion liegt in der gesellschaft-lichen Anpassungsbequemung und dem mangelnden Lebenssinn- interesse, im Gewöhnungsphlegma und den übermässigen Konsum- interessen, im Bildungsrationalismus und Intellektualismus, im gesellschaftlichen, vorgegebenen und eingeschlagenen, bürgerlichen gewissenlosen Lebensweg anstatt gegen die Widerstände in der Ge- sellschaft seinen persönlichen Entwicklungsgewissensweg zu suchen. Es ist das Weltdogma, dass wir nur uns gehören anstatt wir gehören nicht uns *.
* Siehe dazu auch Gesellschaft-und Entwicklungsmensch und vom statischen Berufs-Lebenslauf zum dynamischen Entwicklungs-Individualisierungs-Lebenslauf
IV.) Es ist die Überwindung der Zwei-Reichen-Lehre, dass Gott nur in der einen Jenseitshälfte zuhause ist, aber nicht in der diesseitigen Alltagslebenswirklichkeit. Gott ist ein amphibisches Wesen, dies- seitig und jenseitig zu gleich. Weil Gott mitten in unserem Leben jenseitig ist, existiert das Jenseitige im weltlichen Diesseits. Wenn der Ausdruck des Lebens der Ausdruck Gottes in der Welt ist und ich die Welt als Erkenntnismittel zum Entwicklungs-Sinn-Zweck ansehe, brauche ich keine lebensfremde Theologie in Anspruch zunehmen. Der Mensch lebt in erster Linie für die Systemerhaltung, seinen Lebensstandard aber nicht für seine persönliche Entwicklung. Das Leben ist ein gesellschaftliches angepasstes, verwaltendes Leben was der Gesetzgeber, der Arbeitgeber, die Familie und sonstige Lebens- verantwortlichkeiten von einem abverlangen. Aber die Existenz eines jeden einzelnen Menschen ist mehr als sie sich auf einen achtbaren Beruf, eine glückliche Familie, viel Geld, auf Macht, Statussymbolen, akademischen Titeln und auf eine staatsbürgerliche, gesellschaft-liche Verankerung und Etablierung begründet. Nur in der Einhaltung meiner gesellschaftlichen Verpflichtungen erschöpft sich die Entwicklungsschuldigkeit des Menschen nicht. Jeder Einzelne ist vor Gott gestellt und die Frage aller Fragen wird sein, was wir aus unserem "geschenkten Leben" entwicklungsmässig gemacht haben.
War es nur ein gesellschaftliches, angepasstes Leben oder war es auch ein persönliches Entwicklungsleben als ein"Entwicklungs-Gott-Suchweg" ? Bin ich in der gewissenlosen, gesellschaftlichen Masse untergetaucht oder bin ich auch meinem Entwicklungseinzel-
gewissen (Individualisierungsweg) gefolgt ?
- Von der Kirche, welche eine zu verarbeitende Schuld-geschichte mit sich trägt (Kirchengeschichte) zum jedem Individuum, welches eine persönliche Entwicklungslosig-keits-Schuldgeschichte mit sich trägt (Individualisie- rungs-Bringschuld-Geschichte).
- Von der Missionsauftrag des Christentums" Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen" zu es ist schwer nachvollziehbar dass eine (Kultur)lehre, welche von der Schuld erlöst einer ande- ren, fremden Kultur als Heil übergestülbt wird, welche das Schuld-und Erlösungsbedürfnis gar nicht besitzt.
- Von der dunklen Seite und schwarzen Pädagogik der Kirchenrezeptions-Schuld-Geschichte zur dunklen Seite und fehlenden Bildungspädagogik der Individual-Bringschuld-Geschichte einer Entwicklungslosigkeit
- Von in vorwissenschaftlichen Zeiten tat man bei einer Katastrophe Buße, weil Gott als Urheber der Strafe an- gesehen wurde zu heute steht die naturwissenschaft- liche Ursachenforschung im Mittelpunkt der Krise,weil sie nicht objektiv und ganzheitlich ist und das Leben sich nicht mathematisieren lässt.Siehe Textfortsetzung in Grenzen der Wissenschaft
* I.) Die Menschen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit sahen in der Pestseuche eine Strafe Gottes. Francesco Petrarca, mit Boccaccio der wohl bekannteste Intellektuelle der Epoche, monierte allerdings, dass die Generationen zuvor kaum frommer gelebt hätten, ohne in vergleichbarer Weise bestraft worden zu sein. Es verblüfft daher heute, dass Petrarca die Zeit vor der Pest als " mundus senescens ", als vergreiste, starre Gesellschaft sah, die nach Verjüngung und geistigem Aufbruch lechzte. Dennoch ging die Welt nicht unter. Die pessimistische Mentalität, die vor allem Intellektuelle ergriff und die alles Vergangene infrage stellte, kündigte in Wirklichkeit ein neues Zeitalter an. Immer in Spätzeiten, wenn eine Kulturepoche zu Ende ist, erscheint " ein Antichrist " und dieses Mal in der Pestgestalt.
* Francesco Petrarca (* 20. Juli 1304 in Arezzo; † 19. Juli 1374 in
Arquà) war ein italienischer Dichter und Geschichtsschreiber. Er gilt als Mitbegründer des Renaissance-Humanismus und zusammen mit Dante Alighieri und Boccaccio als einer der wichtigsten Vertreter der frühen italienischen Literatur.
II.) Nur wenn erst der belehrende, tiefere Krisensinn gegen die Ver-
töpelung der Welt als Erziehungswerk erkannt, daraus gelernt wird
und eine nach Entwicklungs-Individualisierungs-Werten orientierte, bessere Gesellschaft entsteht, weil die alten Lebenswerte inflationär
und wie die (Geistes)krise zeigt, nicht mehr tragfähig sind. Jeder ex-
zessive, dekadente Lebensstil, jeder prahlende Babelgedanken
der Maßlosigkeit, das festhalten an überholten, leeren, ungeschicht-
lichen Werten, ein Restaurationskurs als Entwicklungsverweigerungs-
stau haben bisher immer ins Chaos geführt und nie lange Bestand
gehabt.
III.) Die Frage der Schuldverantwortung des Geschehens bleibt unbeantwortet, aber die Anerkennung der eigenen Schuld innerhalb der Katastrophe ist das einzige Eigentum. was den Einzelnen begründet. In früheren Zeiten tat man nach einer Katastrophe " Buße", was heute irrwitzig klingt und diese durch die naturwissenschaftliche Ursachen- forschung abgelöst wurde. Jede Krise zielt auf persönliche Wandlung hin, dass nicht die Umstände und besonders die Anderen, sondern ich der alleinige Entwicklungsschuldige bin Es ist leichter die Ursache zu suchen als die Schuld, aber die Krise zielt auf Wandlung hin, dass nicht der andere mehr, sondern jeder Einzelne der (Entwicklungs)schuldige ist, weil er nicht mehr so bleiben kann wie er ist, was als Entwick- lungs-Individualisierungs-Bringschuld einer Entwicklungs- losigkeit bezeichnet wird.
IV.) Das lineare Kausalitätsdenken wurde durch nicht-lineare Dynami-
ken ersetzt und die multikausalen Zusammenhänge sich in Wahr-
scheinlichkeits-, Vermischungs-, Emergenz- und Komplexitätstheo-
rien wieder finden. In der nicht-linearen Welt gibt es keine Ursachen, sondern nur Wechsel- und abfolgende Zusammenhangswirkungen. Das (Entwicklungs)kausalitätsprinzip muss als Finalitäts- und Syn-
chronisationsprinzip zur Ein- und Ganzheit hin verstanden werden
als eine Kausalität des Geistes der Wechselwirkungen, der Entwick-
lungszufälle, der Bewusstseinsfaktoren und Entwicklungszusam-
menhänge als quantenphysikalische Kausalität zur physikali-
schen Kausalität. Beim Kausalitätsdenken sind die Ursachen, wel-
che der Welt zugeschrieben werden, nur im Bewusstsein als intellek-
tuelles Konstrukt aufgrund der eingeschränkten Wahrnehmungs-
fähigkeit innerhalb des dualistischen Paradigmas vorhanden. Die Chaosforschung, eine Komplexitätstheorie im Bereich der Mathe-
matik und Physik, befasst sich im Kern mit diesen dynamischen Systemen.
V.) Die Chaosforschung,eine Komplexitätstheorie im Bereich der Mathematik und Physik, befasst sich im Kern mit dynamischen Systemen.Die Atomphysik des 20. Jahrhunderts hat gezeigt, dass
die Welt sich nicht unter Kausalitätszwängen befindet, sondern nur über eine lebendige Freiheit verfügt. Der Wirklichkeitszustand als
das Phänomen der Superposition, bei der zwei oder mehrere Eigen-
zustände eines Objektes sich überlagern, sowie das Prinzip der nicht-linearen Nichtlokalitiät der Interverbundenheit von Objekten jen-
seits von Zeit und Raum heben das kausale Beziehungsgeflecht zwischen Subjekt und Objekt auf. Für Prozesse im mikrokosmischen Bereich ist das Ursache-Wirkungsprinzip, als auch aristotelische, logische "Entweder-Oder-Prinzip, wonach eine Aussage gilt oder
nicht unter Ausschluss eines Dritten (lat.tertium non datur) "che-
misch rein" nicht anwendbar. Es gibt auch kein "entweder -oder"
wie in der klassischen Physik, sondern ein "sowohl als auch".
- Von Alphons von Liguori, der in der Kirchengeschichte wohl einmaliges Gelübde abgelegt, niemals nur eine Minute des Lebens zu vergeuden zum Entwicklungsziel, jede Zeit als Entwicklungszeit als "Entwicklungs-Lebens- bring-Schuld" anzusehen,weil nur die Entwicklungszeit den Menschen rechtfertigt und jeder Tag, der kein Entwicklungstag, um zu mehr inneren Frieden zu gelangen, ein ungenutzter, verlorener Tag ist und der Menschheit fehlt*.
* I.) Alfons Maria de Liguori war ein italienischer Jurist,Bischof, Ordensgründer, der heilig gesprochen und von der Kirche zum Kirchenlehrer erhoben wurde.
II.)"Das Jetzt und Ist" ist der Zeitkern, der Zeitsinn,die Ewigkeit und die Einmaligkeit des Augenblicks als nächster Individuations- schritt. Streng empirisch genommen existiert das Jetzt gar nicht-es
ist nur der reine Übergang und doch der Ursprung was wirklich genannt wird.Dieser Augenblick ist alles,was es gibt. Jeder gegen-
wärtige Augenblick ist zeitlos atemporal) und die Momente sind
nicht zeitlich verknüpft.Es ist im Augenblick zu leben ohne ihn zu beurteilen und zu klagen,die vollständige Geistesgegenwärtigkeit
im Nicht-denken. Es ist idealistisch ausgedrückt "durch das Nächste zum Höchsten zu gelangen".Wer nur Hier und Jetzt lebt, lebt wie ein Kind, ohne Zeitgefühl im universalistischen Zeitlosen. Wer im Zeitlosen lebt, verspürt keinen Zeitdruck, hat immer Zeit, weil
er alle Zeit der Welt hat. Für den Entwickler ist die Jetzt-Handlungs-Rolle belanglos, ob das Jetzt Arbeit, Autofahren, Handballzuschauer oder Familienvater bedeutet, weil in allem sich etwas entwickeln lässt und verbessern lässt,weil in allem Unfrieden herrscht der zum Frieden transzendiert werden kann. Es ist kein Gutes wider einem
anderen Guten. Es sind die Lebensumstände,welche mich weiter entwickeln lassen. Für ihn ist jeder Augenblick eine Möglichkeit zur Wirklichkeit werden zu lassen und das, was jeder Augenblick von einem erwartet. Jeder Augenblick, der nicht entwicklungsmässig
genutzt wird, ist ein verlorener Augenblick. Der beste Zeitpunkt ist immer das jetzt. Das "Jetzt " ist vergleichbar mit einem impressio- nistischen Maler,der den Augenblick fühlt und ihn auf der Leinwand verewigt. Die Zeit wird um die Entwicklungs-Sinn-Dimension erwei-
tert und weil "das Jetzt" zeitlos ist, entfällt auch jeder Zeitdruck,weil das Wesen und die Erscheinung der Zeit identisch sind.
III.) Entwicklungs-Zeitnutzungs-Lernen ist, wenn der Tag nicht ent- wicklungsgemäss genutzt wurde, ein verlorener Tag, was im All-
gemein-Zeit-Bewusstsein noch nicht verankert ist. Lebenslernen
ist immer Hinterfragungs-Lernen.Deshalb gilt zu lernen nach jedem Tag eine schriftliche Tages-Erkenntnis-Reflexion vorzunehmen,um den Entwicklungsgewinn des Tages zu bilanzieren und jede Lebens- tätigkeit entwicklungsmässig zu hinterfragen, was als persönliche Meditation verstanden werden kann. In dieser Zeit hat niemand
etwas von einem zu wollen, denn sie gehört einem allein. Es ist sich jeden Abend die Frage stellen, ob ich meinem Entwicklungsziel näher gekommen bin, was ich heute dafür getan oder etwas verbessert habe und dadurch ein Stück freier geworden bin. Es ist jeden Tag
seine Lebens-und Arbeits-Daseinsberechtigung, die Lebens-und Arbeitsspannung für den nächsten Tag, den Lebenssinn und den Lebenswert neu schaffen und erkennen, dass der Tag als Geschenk entwicklungsnotwendig gewesen war. Mit der bewussten Tages-
reflexion als Tagesbilanz bekommt der Tag erst seinen entwick-
lungsschöpferischen Wert.Gross sind nur die Zeiten, welche Ent- wicklungszeiten waren. Es ist das Zeitlose im Zeitlichen, das Ungegenständliche im Gegenständlichen, das Zweckfreie im Zweckhaften, das Unsinnliche im Sinnlichen,das Unsichtbare im Sichtbaren,die inneren Bedürfnisse in den äusseren Bedürfnis-
sen und die ordnende Kraft in der Vielfalt der Alltagsformen, Alltagshüllen und Alltagsmöglichkeiten zu erkennen. Es gibt dann keine Arbeits-,Sonn-, Urlaubs-,Feier-, Brücken-, All-oder nur Diens-
tage mehr,sondern nur noch Entwicklungstage. Voraussetzung dafür ist, dass ich mir jeden Tag eine Reflexionsauszeit nehme, diese fest
einplane und mich nicht ständig ablenken und vereinnahmen lasse, sondern jede Alltagserfahrung entwicklungsbewertend in Erinnerung rufe und die Prioritäten meines täglichen Tuns ständig neu festlege und Veränderungsprozesse initiere. Man spekuliert nicht mehr in die Zukunft, sondern schafft von Tag zu Tag. Somit wird jeder Tag zu
einer Stufe auf der "Entwicklungssprossenleiter" nach oben, jeder
Tag ist ein Tag näher an der Entwicklungsreife für irgend etwas, jeder Tag ist mein besonderer,einmaliger Tag, jeder Tag bekommt seinen Sinn und wird zu einem "individuellen Geschichtstag" .
- Von der Aussage des Kirchenlehrers Augustinus,dass die menschlichen Schuld alleine darin liegt Gott nicht zu suchen zur menschlichen Individualisierungs-Bring- schuld welche in der Entwicklungsresistenz der gesell- schaftlichen und beruflichen Integration und Bequemungsanpassung liegt und der Einzelne kein Interesse verspürt, ein Einzelner zu werden*.
* Siehe auch Gesellschafts-und Entwicklungsmensch und vom statischen Berufs-Bildungs-Lebenslauf zum dynamischen Entwick- lungs-Berufungs-Lebenslauf
- Von dem Wunsch einer Kirchenerneuerung nach mehr Gottesdienstbesuchern zur Entwicklungstatsache, dass die Kirchenbesucher ihre alte Vergangenheit als "Ent- wicklungs-Lebens-Individualisierungs-Bringschuld"mit sich herumtragen, welche noch nicht gesühnt und überwunden wurde. Erst wenn ich ein anderer gewor- den bin, kann die Kirche auch eine andere Zukunft haben. Wiederholungsrituale als Erinnerung und Anmahnung werden als oberflächlich angesehen, sind ohne (Heils)wert und bleiben entwicklungslos.Das Signum für die Entwicklung ist die Spirale.Das Leben ist nicht auf Wiederholung, sondern auf Weiterentwicklung angelegt.Ich bin kein Pferd, welches wie in der Zirkus- manege ständig im Kreise herumläuft*.
* Siehe auch den Gliederungspunkt" Vom statischen, äusseren, entwicklungslosen und alle Jahre wieder Sonn-und Feiertags-Bewusstsein zum dynamischen, inneren evolutionären,einmaligen Entwicklungs-, Gedenk-, Sonn- und Feiertags-Zeitlern-Bewusstseins-Verständnis der gesetzlichen, staatlichen, religiösen und persönlichen Feier-und Festtage (in Deutschland) in Evolutionaere-Nachfolge-Christi-6
- Von der fremdbestimmten, äusseren Frömmigkeit des Mittelalters beim Bau einer gotischen Kathedrale freiwillig mitzuhelfen (aus Höllenangst, Schuldgefühlen, Karrenkult, Geldstiftungen, Ablasskauf, Reliquienkult) als Kirchenfrömmigkeit zur selbstbestimmten, freiwilligen Entwicklung des heutigen Menschen ohne Schuldgefühle einer Entwicklungslosigkeit (wegen einer Entwicklungs- suchunruhe, der Lebenssinngebung, des Individualisie-rungsstrebens, Entwicklungs-Individualisierungsreife) als Lebensfrömmigkeit*.
* Der mittelalterliche Mensch kannte nur Rasse, Volk, Familie, Zuge-
hörigkeit etc. und das geistige Individuum entwickelte sich erst in der Renaissance.
Von der traditionellen Schuldzuweisung nach aussen, wo nur der andere Schuld ist zur evolutionären Schuldzuwei- sung, wo der Aufmerksamkeitsfokus sich nach innen richtet und ich ehrlicherweise erkenne,dass nur ich der Schuldige bin. Was einem von aussen als Problem begeg- net, hat seine Ursache in uns selber. Wir dechiffrieren es in dem Maße, indem wir die Schuld nicht draussen, son- dern in uns selbst suchen. Die Lösung liegt darin,die Richtung unserer Beobachtung um 180 Grad zu ändern und nicht weitermachen wie bisher, sondern dass ich mich weiter entwickeln muss. Die Anerkennung der eigenen Schuld innerhalb jeder Lebenskrise ist das einzigste Eigentum ,dass den Einzelnen begründet*.
* Es kann weiterhin nicht oft genug wiederholt werden, dass es unwichtig ist was die neuesten Nachrichten sind, was andere sagen und tun, wie prominent jemand ist, Mißstände zu kritisieren sondern nur was ich tue. Es geschieht zwar viel in der Welt und um uns herum, aber in Wahrheit geschieht alles nur in mir. Es ist der Weg von der Verwandlung der Welt, um diese in der Aussenwelt z.B. eine Krise bspw. durch Reformen, Technik, Schutzmassnahmen und viel Geld zu verbessern und retten zu wollen, immer der Andere der Schuldige ist
und ich kann bleiben wie ich wie ich bin zur Verwandlung des Menschen in seiner Innenwelt, wo der Mensch sich im Entwicklungs-Individualisierungs-Prozess wandelt, weil dieses das Ganze darstellt und dieses der einzige Punkt ist, wo in der Welt wirklich etwas geschieht und deshalb ist er " der Nabel der Welt " und er macht den Unterschied aus.
- Von der religiösen Predigersichtweise, dass das Christentum nur seine eigentliche erlösende Kraft erst dann entfalten kann, wenn der Mensch dem Problem der Schuld begegnet und dass unser gegenwärtiges Leben in Wahrheit nicht mit Gott verbunden sein kann,solange die Taten unserer Schuldvergangenheit, die wir ohne Gott getan haben, noch auf uns lasten (kraftlose Schuld- wahrheit ) zum säkularen, evolutionären Entwicklungs- christentum,wo der zukünftige Entwicklungsweg des Menschen nicht von der Gegenwart unmittelbar wie wir es gewohnt sind nach vorne weiter führt, weil "das Vorne" von der Vergangenheit schuldmässig vorbelegt und deshalb vorbestimmt ist. Eine andere Zukunft kann sich nur aus einer anderen Vergangenheit entwickeln. Die Zukunft ist nicht in dem Sinne offen, dass ich vom Standpunkt der Gegenwart nur planen und mir neue Möglichkeiten erschliessen muss, um damit die Zukunft zu gestalten, sondern sie ist bereits durch die Vergangen- heit abgesteckt, eingegrenzt und vorentschieden wor- den. Dem Menschen kann in Zukunft nur das begegnen, was er früher war. Er kann sich nicht heute einfach wandeln zu einem Anderen und Besseren, der er sein möchte, und ignoriert die Aufarbeitung seiner entwick- lungslosen, aufgestauten Vergangenheitsschuld. Die Ver- gangenheit muss erst bereinigt werden, damit eine bessere Zukunft entstehen kann. Bevor es zur Wandlung kommt muss " der Weg des Rausches, der Lebenskrisen und der Verzweiflung"gegangen werden, weil sich der Mensch von der Gegenwartsexistenz sich erst zu lösen vermag, wenn er die Vergangenheit seiner Existenz, welche in die Zukunft hinaus als lebendige Wirklichkeit nachwirkend ist, diese auch erkennt, akzeptiert und durch die Auseinandersetzung mit ihr sich damit in der Entwicklungsüberwindung davon gelöst hat. Weil es zum Besseren in der Transzendierung durch Überwindung gedient hat, ist die Entwicklungsschuld gesühnt. Deshalb helfen Reformen oder eine Vernunftseinsicht wenig. Entwicklung vorwärts geht nur über Entwicklung zurück. Unbestritten gilt; wenn jetzt ein Mensch "gut" ist, ist er so gut, als wenn er nie "schlecht" gewesen wäre.Es ist die schon fast paradoxe Ausgangslage, dass man eine bessere Zukunft nur erwarten kann, indem man ihr erst den Rücken kehrt und sich der Aufarbeitung seiner "Friedens-Bringschuld einer Individualisierungs-Entwick lungslosigkeit des nicht gegangenen Entwicklungsweges widmet, welche " tausend Masken " trägt.Wer darüber nachdenkt wird erkennen, dass der Mensch, der die unbewältigte (Schuld)vergangenheit ausblendet und nur nach vorne lebt,seine (Planungs)zukunft bereits hinter sich hat (kraftvolle Schuldwahrheit).
- Vom Schuldbegriff des Gesetzgebers ohne strafwürdige Legaldefinition, wo erst einmal die Unschuldsvermutung gilt und Schuld die persönliche Vorwerfbarkeit vorsätz- lichen oder fahrlässigen Verhaltens bedeutet zum Schuld begriff einer Bringschuld-Individualisierungs-Entwick- lung, "solange ich nicht meinen dauerhaften Frieden habe, so lange bin ich,wo Unfrieden vorherrscht schul- dig".
* Beim traditionellen Berufsverständnis ergibt sich zwangsläufig die Spaltung zwischen Beruf und Mensch. Je länger in einem Beruf ausge- harrt wird, umso höher wird der Berg einer angehäuften Entwick- lungs-Schuld der Entwicklungslosigkeit, weil der Beruf nur den ökonomisch.sozialen Teil des menschlichen Wesens abdeckt, welcher die notwendige, wirtschaftliche Existenzsicherung gewährleistet und von der quälenden Unsicherheit befreit, die naturgemäss erst einmal gegeben ist. Wird aber der Beruf seiner absichernden Autorität ent- kleidet, gerät der Mensch in die existentielle Berufs- und Arbeitskrise und wird von seiner verdrängten, entwicklungslosen Vergangenheit wieder eingeholt. Die Entwicklungsschuld fragt nicht danach, ob er den Beruf " berufungsmässig " geprüft hat, was in jungen Jahren reife-
bedingt gar nicht möglich ist, weil Tradition, Studiengang, Arbeits- marktlage, Qualifikation, soziale Stellung, Zufall, Sachzwänge und materielle Überlegungen die Berater und solche Überlegungen gar nicht möglich sind und er nur die Alternative hat zwischen Arbeit und Arbeitsamt. Ein Aus- und Umsteigen wäre nur theoretisch in mittleren und späteren Berufsjahren möglich, aber die Gewöhnung, die Ab- hängig- und Verantwortlichkeiten,der Gesundheitszustand als auch der gesunde Menschenverstand hindern einen daran, um kein Dauerarbeitsloser und Sozialfall zu werden, um dieser Schuld zu entgehen, weil die Existenzangst immer grösser ist als die Gewissens- angst. Es ist die angehäufte Mitschuld von Generationen, welche jeder Einzelne jetzt mit abtragen muss, auch wenn er gesetzlich völlig unschuldig ist und sich auch keiner Schuld bewusst ist. Diese Schuld- empfindungskonstellation ist einfach in der Arbeitswelt (noch) nicht vorgesehen.
- Von der fehlenden Schuldeinsicht z.B. gegen die Gesetze verstossen zu haben (bedrückendes Schambewusstsein) zu" ohne wenn und aber" dann die meistens empfind- liche Bestrafung zu akzeptieren (befreiendes Schuld- bewusstsein).
Sonn- und Feiertage
- Von wer glaubt ein guter Christ zu sein, weil er jeden Sonntag die Kirche besucht zu dem Vergleich, dass man auch kein Auto wird, wenn man jeden Sonntag in die Garage geht*.
*" Viele beten im Jahr etliche tausend mal das "Vater unser" und wenn sie tausend Jahre so beten würden,hätten sie keinen Buch- staben davon gebetet, weil es nur ein nachschwätzendes Lippenbe-
kenntnis ist"*.
* Quelle unbekannt.
Von der gläubigen Frömmigkeit der Gottesdienstbe-sucher am Sonntag (Christenpflicht) zur Privatfröm- migkeit eines Entwicklers in seinem Entwicklungs strebensbemühen und in der Entwicklungsauseinan- dersetzung immer nur jetzt das Bessere und Höhere zu wollen(Entwicklungsbringschuldpflicht)*.
* Für die evolutionäre Allzeitnutzung dagegen gilt es zu lernen,
nach jedem Tag sich einige Minuten Zeit zu nehmen als eine Form
von Privatandacht , eine schriftliche Tages-Entwicklungs-Individua-
lisierungs-Erkenntnis-Reflexion vorzunehmen, um den Erkennt-
nisgewinn, die Entwicklungsfortschritte, aber auch die Fehler des Tages zu bilanzieren, jede Lebenstätigkeit und jedes Verhalten entwicklungsmässig zu hinter fragen. Siehe Textfortsetzung in evolutionäre Allzeit-Jetzt-Nutzung
- Von der Welt des Sonntags als "Tag des Herrn" und nur in der Welt des Sonntags finde ich Heil ("Heil der Kirche")zur Welt eines jeden Tages als "jeder Tag des Herrn" und in der Welt des Alltags eines jeden Einzelnen liegt alles Heil ("Die Kirche ist da, wo das Heil ist) *.
*I) Du sollst nicht nur den Sonntag heiligen (Tag des Herrn), son-
dern dem Entwickler sind alle Tage heilig (Alle Tage gehören dem Herrn).Es läuten nicht nur am Sonntag die Glocken, sondern weil Entwicklung im " Hier und Jetzt " stattfinden, wird man permanent geläutert. Nicht in der Welt des sonntäglichen Kirchgangs und Gottesdienstes alleine liegt das Heil, sondern in der Welt des Alltags. Sonntagsheiligung gilt zwar als Voraussetzung für das Überleben, damit der Mensch nicht seelisch verkümmert, was durch nichts anderes im Leben ersetzt werden kann und immer wieder erkämpft werden muss. Erst das Heilige was über den Alltag hinauswächst (als Mittel zum Entwicklungs-Transzendierungs-Überwindungszweck) ist das Heilige meiner Entwicklungs-Auseinandersetzung.
II.)Der Weg zum (Seelen)heil wird mit der Kirche gleichgesetzt und der Weg zum Lebensheil wird jetzt mit der persönlichen Lebensentwick- lung gleichgesetzt. Der Weg muss in der Welt zu finden sein, der in der Theologie endet und nicht ausserhalb von der Welt.
- Von der traditionellen, passiven, scheinheiligen "Wohl- fühl-Sonntags-Religion" und der Kirchgang als gewohn- heitsmässige Lebensberuhigung zur evolutionären, selbstehrlicheren Entwicklungs-Auseinandersetzungs-Alltags-Religion als Lebensbeunruhigung.
- Von der religiösen Sonn- und Feiertagsheiligung für Gott und ein "frommes Leben" (Seelenheil) zu alles hat seine Zeit, nur die alltägliche (Gott)entwicklung nicht *.
* Gott ist ein Gott der Gegenwart und ist "im Hier,im ständigen Jetzt als Momentum " anwesend. Eine andere (Ewigkeits)zeit wie das
"Jetzt " gibt es nicht. Wir befinden uns in jedem Augenblick durch
den Gewissensfilter im "Entwicklungsangesicht Gottes", sind von
ihm umgeben und er in allen Dingen als Erkenntnismittel zum Individualisierungszweck anwesend. Er ist nicht nur an kalenda-
risch festgelegten Sonn- und Feiertagen und an einem bestimmten Ort anwesend.
- Von der Sonntags- und Feiertagsheiligung ("der siebte Tag gehört dem Herrn") zur Heiligung im Berufs-und Privatleben (weil dem Entwickler alle Tage heilig sind)*.
* Die Sonderstellung des christlichen Sonntags als ein Tag der Ruhe und als ein Tag des Herrn wurde staatskirchlich durch den Kaiser Konstantin in einem Edikt des Jahres 321 fixiert.
Von der gotischen Kathedrale, in der jeden Sonntag und an kirchlichen Gedenk- und Feiertagen ein Gottesdienst gefeiert wurde (kultische Leistung und eine Stunde " Gott zur Ehr ") zur Entwicklungsindividualisierung in der säkularen, evolutionäre Nachfolge Christi als Lebens- gottesdienst an sieben Tage die Woche (Alltagslebens- leistung und jede Stunde Gott zur Ehr). An seiner Ent- wicklung zu arbeiten das höhere und Bessere im hier und jetzt zu wollen gilt als grösster Gottesdienst. Die Chris-tenpflicht des sonntäglichen Kirchganges (starres Widerholungsritual) wandelt sich zur Individualisierungs-Friedens-Bringschuld-Pflicht einer Entwicklungslosigkeit eines jeden Einzelnen(lebendiges Einmalgeschehen).
- Von den traditionellen, kirchlichen christlichen Feiertagen wie z.B. Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Pfingsten, Totensonntag etc. zur Entwicklungsum- deutungsfortsetzung aller gesetzlichen-, kirchlichen Feier- und Festtage, wobei durch Überwindung der Feiertags- gewohnheitstraditionen jeder Feiertag eine neue Ent- wicklungs-Sinn-Bedeutung erhält, auf eine neue Stufe ihrer Weiterentwicklung gehoben wird und zu einem freien Entwicklungstag wird,welcher individualge- schichtlich gedeutet der Menschheit fehlen würde *.
*I.) Es lässt sich jeder gesetzliche oder kirchliche Sonn-, Feier-, Fest- und Gedenktag oder auch das zugehörige Brauchtum entwick-
ungsinterpretativ weiter entwickeln und so diesen Tagen seinen besonderen Individualisierungswert geben, welcher über die sinnentleerte, bibelinterpretierte Sonntags-Gewohnheits-Veran-
taltungs-Tradition hinausgeht. Die Mehrzahl der kirchlichen Feier-
tage sind in traditioneller Form dem heutigen Menschen ein nicht mehr nachvollziehbares Relikt aus vergangener Zeit. Ostern oder Weihnachten, sondern jeder Tag wird zu einem Feiertag, wenn er
zu meinem Entwicklungstag wird, weil Entwickler im ewigen
"Hier und Jetzt " leben. Die Feiertage sind liturgisch, kalendarisch und metaphorisch festgelegt, aber innerlich wertlos, beziehungslos verordnet und zu einem starren Ritual verkommen, obwohl diese auch die Klugheit besitzen und den Lebensrhythmus des Menschen berück-sichtigen. Bspw. nach der Entspannung (Fasching) erfolgt die Anspannung (Fastenzeit), Weihnachten geht die Erlösersehn-
sucht voraus und das Erntedankfest ist als Dank für den herbst-
lichen Feldfrüchtesegen gedacht. Weil die Begriffsinhalte der
Feier- und Festtage bspw. der Festakt, Kirchgang, geschichtlicher Anlass, die Erinnerung, Mahnung und das Brauchtum verloren gegangen sind und nur noch für wenige die gedachte, traditio-
nelle Feiertagsbedeutung oder kulturelle Unverzichtbarkeit des
Sonn- und Feiertags haben. Durch die Entwicklungsumdeutung
im Sinne des gotischen Lernprinzips werden diese Tage weiter entwickelt und erhalten ausser " wieder einen Grund zum Feiern und dem verlängerten Wochenende " ihren neuen Sinn und um-
gehen auch " die Widerstände einer Abschaffung" dieser Feier-
und Festtage. Die Feiertage werden jetzt zu kirchlichlosen, kon-
fessionell neutralen, arbeitsfreien, lebenssinntiefen Entwick-
lungs-Individualisierungs-Feiertagen " als Entwicklungsarbeit an
sich selbst " genützt.
II.) Wiederholungsrituale als Erinnerung und Anmahnung gelten als oberflächlich, sind unehrlich, ohne Kultur-und Heilswert und weil entwicklungslos, reine Zeitverschwendung. Darüber hinaus sind sie ungeschichtlich. Das Leben ist nicht auf Wiederholung, Beharrung ausgerichtet und " alle Jahre wieder " oder " Tuet dies in Erinne-
rung an mich ", sondern auf Weiterentwicklung und eigene Sinn-
gebung angelegt, der nur selber gefunden werden kann. Wieder-
holung als Kreislauf und " alle Jahre wieder " ist ungeschichtlich
und entwicklungslos. Das Signum für Entwicklung ist die Spirale.
Der Mensch ist nicht dazu geschaffen worden, wie ein Zirkuspferd
in der Manege immer im Kreise herum zu laufen. Alles unterliegt
dem ewigen, geschichtlichen Gesetz des Vergehens und des Wer-
dens ". Deshalb muss auch " Tuet dieses zu meiner Erinnerung " für die heutige Zeit wie bspw. neu im Entwicklungssinne interpretiert werden. Die Ausdrucksform dieser Wahrheit hat sich gewandelt,
weil sich die Welt gewandelt hat. Jede Generation hat ihre eigene (Entwicklungs)wahrheit.
IV.) Das Neue ist nicht immer das Bessere, aber das Bessere ist im-
mer neu. Die Regel ist immer das Neue als das verbesserte Alte und das heisst, es gibt irgendwann einen Reifezeitpunkt für ein neues, innerliches Feiertagsverständnis. Tradition neigt dazu das We-
sentliche zu erblicken, aber es fehlen ihr die Erneuerungskräfte
und der eigentliche, kulturelle Sinn der Wertevermittlung wird verfehlt. Tradition ist faule Gewöhnungsruhe, substanzlose Er-
innerung und stumpft ab. Auch wenn die sozialisierten, im kirch-
lichen Feiertagskalender Ostern, Pfingsten und Weihnachten
auf einen Tag fallen würden, wäre " seelisch feiertags-sinn-
mässig " nicht mehr gewonnen. Wo der gläubige Mensch sein
Leben als " Dienst Gottes in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi " versteht, für den gibt es keine festen Gebetszeiten, keinen Unterschied mehr zwischen Gebet und kein Gebet, weil das Leben gebetet wird. Es gibt keinen Dualismus zwischen religiösen und weltlichen Bereich, zwischen " Diesseits- und Jenseits ", zwischen Gottes- und Lebenswort (weil Gott das Leben selbst ist) und da
gelten auch keine Frömmigkeitsformeln, Riten, Fasten oder Feiertage.
- Von dem Weihnachtsfest (Christ der Retter ist geboren, Christ der Retter ist da und für dich wurde heute Gott geboren) zur Entwicklung (Gott wird in dir selber in einer Überwindungsgeburt geboren, weil erst im "Ausein- andersetzungsringen" der Retter geboren wird (Erkenntnis) und das Geburtsfest wird erst am Entwicklungsziel und nach einem Entwicklungsfort-schritt heilvoll) *.
*I.) Jeder Einzelne ist vor Gott gestellt, weil Gott in jedem sich werden will .Gott wirkt sich selbst, sucht nichts ausserhalb seiner selbst und durchwirkt die Welt in dem Entwicklungs-Auseinandersetzung-Pro- zess-Tranzendierungs-(Auflösungs)-Transformations(Gestaltungs)- geschehen und deshalb ist Gott mir nahe. Es ist das ewige geschicht- liche Veränderungsgesetz des Vergehens und Werdens als Lebens- mystik. Die eigentliche Lebensarbeit ist die Selbsterschließung Gottes und durch mein Leben und deshalb bin ich Gott unmittelbar. Durch Evolution in der persönlichen Entwicklung wird sich erst Gott selbst, kommt zum Bewusstsein seiner selbst und denkt und erkennt sich selbst und wird erst Mensch. Jedes Menschenleid ist ein Gotter- leiden im Sinne von mehr Gott(Selbst)werdung. Das Leiden des Menschen ist gleichzeitig das Leiden Gottes als Passion, wo Gott sich selbst erlöst. Gott muss Mensch werden, um selbst sein und selbst werden zu können. Gott wirkt und ich werde. Wäre ich nicht, wäre Gott nicht Gott und er braucht mich, dass er sich werden kann.In Wahrheit macht nicht der Schöpfer, sondern das Geschöpf den Schöpfer. Es ist die" Fruito Dei",die Liebe zum Selbstzweck wo Gott sich selbst wird. Seine Gottheit hängt davon ab, dass er wirken muss. Das Einzelleben ist die Offenbarung Gottes als Gegenwartserfahrung. Gott ist Mensch geworden, damit ich als derselbe Gott geboren würde. Das Göttliche wird in jedem Leben einzeln. Das Werden Gottes ist kein Entschluss Gottes, sondern mit dem Wesen des Lebens mitgesetzt,weil Gott das Leben selbst ist. Gottesliebe und Selbst- erkenntnis hängen zusammen. Wer über Gott nachdenkt, denkt über sich selbst nach. Der Mensch ist immer so jung oder so alt wie Gott und wie der Mensch so ist sein Gott. Wie der Mensch Gott braucht um nicht zu vergehen (Vitalprinzip), braucht ebenso das Göttliche den Menschen, um wahrhaft und zur Wirklichkeit zu werden und zu sein. Deshalb ist Gott mir näher, als ich (" mein Ego ") mir selber bin. Entwicklung ist die wechselseitige Erschliessung von Mensch und Gott, Theologie und Anthropologie zugleich und das Evolutionsver- ständnis des Jesuiten, Paläontologen, Anthropologen und Philoso- phen Pierre Teilhard de Chardin, welcher seiner Zeit voraus war.
II.) Es ist die magische "Kinder-Heiligabend-Reminiszens" des ge-
schmückten und im Lichterglanz erstrahlenden Weihnachtsbau-
mes, der Stille Nacht, Heilige Nacht,der Geschenke, des Weih-
nachtsessens, welches mit dem Besuch der Mitternachts-Christ-
mette endet, weil in dieser Nacht im Gedenken, das Heil auf die
Erde kam und der Retter geboren wurde. Weil der Retter "aus
Fleisch und Blut" unvollkommen geboren wird, sondern erst durch
die Lebensentwicklung zum Retter wird,wird durch den Entwick-
lungssinn die Kinder Heilig-Abend-Weihnacht zur Erwachsenen-
Heilig-Abend-Weihnacht und der irrationale Kindermythos zur lebensbejahenden Lebensmystik. Nicht die Wiederholung des
Kinderweihnachtsabends, der schon in der Jugend in der Krise der Leere des Heiligabends endet, sondern die Weiterentwicklung
dieses einzigartigen Tages, in dem ein neuer Sinn gefunden und gegeben wird. Bei jeder Reife, in jeder Erkenntnis und in jeder Selbstverbesserung wird Christus neu geboren und deshalb gibt es dann 365 Heiligabende im Jahr. Die stimmungsvollen Weihnachts-
lieder,wo das Repertoire die Tradition bleibt und nur die Musiker
und Sänger wechseln, finden dann ihre Fortsetzungssinnline in
jeder, der nach der Entwicklungswahrheit strebt und sagt, ist
Gottes Stimme. Das Kind in der Krippe steht dann entwicklungs-
metaphorisch für "glücklich ist der, welcher sein Arbeits-und
Lebensende mit dem Anfang seines Lebens und dem Rhythmus, Pulsschlag und Zauber der Kindheit in Verbindung setzen kann
und die Kindheit sich darin vollendet". Er ist der Friede aller zu er
wird einmal zum Frieden aller.Der Wiederholungs-Erinnerungs-Traditions-Heiligabende sind keine Lebenshilfe, Gleichnis, Wegwei-
sung mehr und ohne einen (Heils)- oder Feiertagswert. Weil das Le-
ben nicht auf Wiederholung, sondern auf Weiterentwicklung an-
gelegt ist, wird durch diese beispielhafte, individuelle Interpreta-
tion des "alle-Jahre-wieder-Heiligabend" zu einer jedes Jahr neuen Heiligabendwirklichkeit.
III.) Siehe auch viele weitere Beispiele den Gliederungspunkt " vom statischen, äusseren und entwicklungslosen zum dynamischen, inneren evolutionären Entwicklungs-, Gedenk-, Sonn- und Feiertags-Zeitlern-Verständnis der gesetzlichen, staatlichen, religiösen und persönlichen Feier-und Festtage (in Deutschland)" in evolutionäre Allzeit-Jetzt-Nutzung
Sünde
- Von der Sünde als ein religiös konnotierter Begriff, wel- cher nach christlichem Verständnis den unvollkom- menen Zustand des von Gott getrennten Menschen bezeichnet und seine falsche Lebensweise (d. h. das Übertreten von oder Herausfallen aus der göttlichen Gesetzesordnung (Ungehorsam gegen Gott, seinem Auftrag in Gedanken, Worten und Taten) zur theolo- gischen Begrifflichkeit "Sünde", welche heute kaum einen noch interessiert.Evolutionär berachtet ist Sünde Unfrieden als Irrtumserfahrung,Lebensdruck,das schlechte Gewissen,Leidenszeitverlängerung und Entwicklungsresistenz.Durch die Trennung von Kirche und Staat wird nach einem ethischen Fehltritt nach Gesetzen geurteilt und nicht nach einer moralisch, theologischen Sündenlehre, welche zu einer Gottesbe- ziehung besteht*.
* In der römisch-katholischen Kirche beschäftigt sich die Moraltheo- logie mit der Sündenlehre. Es sind aus der moraltheologischen und katechetischen Tradition her rührende Begriff der christlichen Theologie
Bei dem Philosophen Immanuel Kant ist alles Sünde, was gegen den kategorischen Imperativ verstösst zu beim Entwicklungs-Lebens-Christentum ist alles Sünde, wenn einer seiner Entwicklungs-Individualisierungs-Bring -schuld einer Entwicklungslosigkeit nicht nachkommt und diese nicht ein Teil seines Lebensentwurfes wird.
Von der Sünde nach christlichem Verständnis, welches in einer willkürlichen Abkehr von Gottes guten Willem, im Misstrauen gegenüber Gott, im Zulassen des Bösen etc. z.B. als ein übertreten der zehn Gottesgebote liegt (moralische Bewertung der Sünde als Lebensschädigung und Seelenheilsverweigerung) zur Sünde nach einem Entwicklungsverständnis, welches in der fehlenden Entwicklungseinstellung, Lebensfriedensübereinstim- mung und in einer Entwicklungs-Resistenz einer Indivi- dualisierungs-Bringschuld der Entwicklungslosigkeit besteht*.
* I.) Die grössten Entwicklungswiderstände sind die Gleichgültigkeit, die Gewöhnungen,Bequemungen, die persönlich geschaffenen und sozialisierten Über-Abhängigkeiten,die vielen Konsum- und Unter-
haltungsanreize und individuelle Neigungen, das einzige Ziel
haben nur noch den materiellen Lebensstandard zu halten und ihn weiter zu optimieren, die Interessenslosigkeit und Abgestumpftheit über das Alltägliche als das wiederholende Wissende hinaus, nur in einer passiven Erwartungshaltung an andere leben, sich mit seiner
privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Rolle und in einer sat-
ten Selbstzufriedenheit abgefunden haben und diese als absolut
anzusehen, nur weiter machen wollen wie bisher und keinen Drang und Notwendigkeit mehr verspüren, nach dem Individuellen, was das Leben übersteigt und den Traumheld und die Traumprinzessin der Kindheit noch wahr werden zu lassen.
II.) Weil Entwicklung die einzige Selbsterrettungschance ist und die Individualisierung Lebensauftrag ist, kann die Zukunft und der Lebenssinn nur Entwicklung eines jeden Einzelnen sein.Der Mensch ist dazu bestimmt seine individuelle Entwicklungswahrheiten
zu erkennen und es ist das Einzige,worauf sich sein Leben begrün-
den und bauen lässt. Weil nur Entwicklung den Menschen recht-
fertigt, ist jeder Tag, der kein Entwicklungstag, ein verlorener Tag,
was noch bisher noch nicht in das Allgemeinbewusstsein durchge-
drungen ist. Aber keine Zeit ist verloren, in der man nach den persönlichen Entwicklungswahrheiten in Lebensirrtümern geforscht hat. Der Weg des Irrtums ist auch der Weg der Wahrheitssuche.
III.) Siehe auch Gesellschaft-und Entwicklungsmensch
- Von "der Erbsünde gereinigt" als Erlösungsbedeutung zum Zurückführen des Menschen zu seinem Ursprung "Gott" als Erlösungsbedeutung*.
* I.) Erbsünde ( lat. peccatum originale) ist ein Begriff der christlichen für einen Unheilszustand, der durch den (seit der Aufklärung häufig auch nur symbolisch verstandenen) Sündenfall Adams und Eva herbei- geführt worden sei und an dem seither jeder Mensch als Nachfahre dieser Ureltern mit dieser Schuld behaftet ist. Verbreitet ist im christlichen Gedankengut ist erlösungsbedingt das christliche Dogma der Erbsünde, was auf der Menschheit lastet, was durch den Sündenfall von Adam und Eva herbeigeführt wurde und in jedem Zeugungsakt weitervererbt wird. Diese Lehre wurde im 4. Jahr-
hundert von von dem Kirchenlehrer Augustinus von Hippo geprägt, dass wir alle in Adam und Eva gesündigt haben, begründet und hat mit der unhaltbaren biologischen Interpretationder Kirche ein schweres Erbe hinterlassen.Es war die Auffassung einer Gesamt-
schuld und Gesamtverantwortung, dass die Menschheit als Gesamt- heit vor Gott gegenüberstand und sich verantworten muss. Die Neuzeit stellt nicht mehr die Gemeinschaft, sondern nur den Einzel- nen steht vor Gott, weil das Gefühl für das faktische, innere Ver- bundensein des einzelnen Menschen mit der Menschheit fehlt und dem Bewusstsein der Vereinzelung und Vereinsamung Platz machte. Die Volksmundweisheit; Wer nicht an Gott glaubt,ist kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zeugt noch von diesem Gemeinschafts-Glaubensbewusstsein. In der Aufklärung wird der Standpunkt ver- treten, dass der Mensch natürlich und ohne Erbsünde und Sündenschuld geboren wird.
Von der verdammenden, lebensschädigenden Un-fruchtbarkeit als Schuld der Sünde (infelix culpa) zur lebensfördernden, entwicklungsschöpferischen Frucht- barkeit als Widerspruchsambivalenz der Sünde, wo eine geheimnisvolle Notwendigkeit innewohnt, weil sie zur grösseren Liebe zu Gott hinführt (felix culpa)*.
*I.) Es ist erst einmal den Weg nach oben zu gehen, um den Weg nach unten zu finden. Die Entwicklungsdisharmonie ist oft Voraussetzung und Vorbereitung als der dialektische Lebenswiderspruch für eine Lebenskonformität. Der (Krisen) weg aller Entwicklung ist das schil- lerische Diktum von der Natur durch die Unnatur zur Natur zurück. Die Entwicklungsunruhe ist der natürliche Zustand eines jeden Körpers und die Ruhe bleibt aller Entwicklungsunruhe Ziel. Erst die lebenswidersprüchlichen Lebensgegensätze führen zu einer höheren Lebenseinheit und die polar entgegengesetzten Prinzipien sind aufeinander bezogen. Jede Seite existiert kausal und final nur durch ihr Spiegelbild. Gäbe es die Polarität nicht, gäbe es auch keine Entwicklung,weil nur durch Kritik als Polarität der Entwicklungs- spannungszustand entsteht. Im Lebenswiderspruch liegt die Quelle und Triebkraft aller Entwicklung und dieser ist komplementär le- benszugehörig und passen zusammen wie der Schlüssel zum Schlüs- selloch. Es wird die Tugend nur in der Verführungsschwachheit vollbracht, weil die Kraft erst in der Schwachheit zur Entfaltung
kommt, der Honig befindet sich nicht weit vom Stachel, nur Träu-
mer verändern die Welt, Müßiggang ist aller Entwicklungsstreben Anfang, Ludwig der XIV war der Vater der französischen Revolution, der Erkenntnis nach sind wir Engel, aber dem Leben nach sind wir
kleine Teufel und der Zynismus fordert den Humor heraus. Wer
nicht feiern kann, kann auch nicht meditieren. Die Natürlichkeit kann sich nur am Unnatürlichen entfalten, das Geniale nur am Törichten und das Ewige nur am Vergänglichen. Nur solange Karthago als
Gegner da war, war Rom stark (Wehrwille).Ist das Chaos da, ist die Schöpfung nah. Es ist das Nobel-Dilemma in allem. Nobel hat das Schiesspulver erfunden, aber der Friedensnobelpreis wird an diejenigen verliehen,welche sich für den Frieden einsetzen und seine
Erfindung (als Waffe) nicht anwenden.
II.) Nicht die passive Ruhe,sondern die Bewegung ist der natürliche Zustand eines jeden Körpers und Ruhe bleibt aller Entwicklungs-
unruhe gung Ziel (als Einigung und Einung),weil der Ruhepol der archimedische Punkt ist,von dem alles ausgeht, alles in Bewegung gesetzt wird und in der Verwandlung Stabilität gewährleistet.Es gibt nicht Ruhe ohne Bewegung und Bewegung ohne Ruhe. Jede mensch- liche Krise,der Entwicklungssuchdrang und aller Unfrieden ist der spannungshafte Bezug zur Ganz- und Einheit, welcher uns "in Lauf hält ".Die schöpferische Unruhe ist der Ausdruck des Ungenü-
gens am Gegenwärtigen und Gegebenen in sich. Kein Geschöpf kennt Ruhe und Rast, bis es seinen Lebensrhythmus gefunden hat. Es ist durch die Unruhe des hektischen Lebensalltages in sich ruhend werden.Die Disharmonie bildet oft erst die Voraussetzung für die Harmonie als Lebensübereinstimmung.
III.) Alle scheinbaren Gegensatzpaare sind Illusionen von Polarität,
die automatisch aus einer Denkposition erwachsen, um den Um-
kehrprozess einleiten. Es ist das Gesetz des Widerspruchs als Lebens- druck für den Lebensübergang.
IV.) Die Grundgefühle Glück und Leid und Urkräfte der Seele als die beiden Pole des menschlichen Lebens überhaupt, ist die Formel, mit der die ganze Entwicklungsgeschichte eines Menschen gedacht
werden und das ganze Leben universell abgeleitet werden kann. Zwischen ihnen findet alles Platz, was jemals geschaffen worden ist. Letzten Endes weist alles auf dieses einen grossen Gegensatz zu-
rück, der in der Natur des Menschen begründet liegt.Es ist die Ehrfurcht vor dem Gesetzlichen.In der menschlichen Kultur
wechseln die griechischen und die gotischen Formenwelten miteinander ab, sie bestimmen, beeinflussen und durchdringen sich gegenseitig und wirken im ewigen Wechselspiel gegeneinander*
* In Anlehnung an Karl Scheffler,deutscher Kunstkritiker und Publizist.
Von dem christlichen, theologischen Gebrauch des archaischen Sündenbegriffes (z.B. schwere Sünden / Todsünden,lässliche Sünden),welcher nach Religions-und Konfessionszugehörigkeit sehr unterschiedlich interpre- tiert und trivialisiert wird (z.B.Verstoß. gegen Diätvor- schriften ("gegen die Linie sündigen") oder gegen Verkehrsregeln ("Parksünder" oder begangene Jugend- sünden) zum evolutionären, individuellen, Unfriedens-Sündenverständnis, weil Frieden (Siehe Gliederungs- punkt) Ruhe (Volkommenheit) ist aller Unruhe Suchziel und jeder Unfrieden "Sünde" ist.
*I.) Von das Wort „Sünde“ ist mit dem deutschen Wort „Sund“ verwandt, mit dem ein Abgrund oder ein Graben bezeichnet wird.
II.) Die römisch-katholische Kirche versteht unter Sünde nur die Handlung selbst, während die Kirchen der Reformation die menschliche Natur selbst als sündhaft bezeichnen (vgl. Zitat Martin Luther).
Von dem Reformator Jean Calvin, bei dem war alles was das Leben schön machte nach seiner puritanischen Moral Sünde zu das man viel Unheil anrichten kann mit der Absicht Gutes zu tun bewies der vom Fanatismus verblendete Theologe und Reformator Johannes Calvin mit seiner Ansicht, dass nur durch fortwährende Be- strafung eine moralische Menschheit entstehen kann. Denn unfruchtbar, unschöpferisch und steril bleibt
die Welt und erfrostet in einem starren System, wenn sie sie nicht getränkt und gefördert wird durch Freiheit und Sinnen- und Lebensfreude. Nach der Anspannung erfolgt naturgemäss eine Entspannung, sonst besteht die Gefahr von psychischen Neurosen*.
* Durch seine moralische Tugenddiktatur entmannte der Theologe Johannes Calvin in Genf den Kunsttrieb für Jahrhunderte. Stellen sie
sich einmal vor das neunzehnte Jahrhundert Europas ohne Musik, ohne Maler, ohne Theater, ohne Tanz, ohne sein üppige Architektur, ohne seine Feste und verfeinerte Erotik und sein Raffinement der Geselligkeit. Ein Rembrandt van Rijn wäre Müllerknecht geblieben, der Schauspieler Molière ein Tapezierer oder Bedienter. Wolfgang Amadeus Mozart wird verhindert an seiner heiligen Heiterkeit, ein Ludwig van Beethoven erniedrigt zur Vertonung vom Psalmengesang. Die Philosophen Immanuel Kant und Friedrich Nietzsche können nur im Schatten der Moral ihre Denkwelt aufbauen. Nur kahle Kirchen und strenge Predigten als Erbauung, nur Zucht und Demut und Gottesfürchtigkeit. Hallejula ! Oh wie eckelt es mich zutiefst vor diesen Savonnarolas, Calvins und John Knox, welche die Schönheit auf Erden abtöten wollen und die Erde in ein Moralseminar zu verwan- deln*.
* Johannes Calvin, Theologe sind Textpassagen aus dem Buch" Castellio gegen Calvin, Autor Stefan Zweig, österreichischer Schrift-
steller.
Von dem Bergpredigt-Ideal - „du sollst“ hat zur Folge, dass ich es nicht mache/d.h. sündige (Sollmoral) zu ich will und kann hat zur Folge, dass ich zwar immer wieder hinfalle, aber auch immer wieder aufstehe.Das Gesetz des Lebens ist ihr Widerspruch. Die Tugend wird nur in der Verführungsschwachheit vollbracht, weil diese zur Entfaltung das Gegenteil bedarf. Das Gute ist erst das Gute und eine Tugend, wenn es vom negativen Pol gereinigt wurde. Wo keine Untugend, da ist auch keine Tugend möglich. Die Untugend ist nur eine verkleidete Tugend. Nur weil ich der Versuchung widerstanden habe, bin ich dadurch stärker und tugendhafter daraus hervor gegangen und das Böse wird zum Guten (Kannmoral).
Von der These,dass die Seelen derer, die im Zustand der persönlichen schweren Sünde sterben, in die Hölle ein- gehen zum Glaubensgut des Hinduismus und anderen vedischen Religionen, wo unter unter Sünde Handlungen verstanden werden, welche Karma verursachen.
Vom Beichtstuhl-Slogan "Alle Sünder sind willkommen" (Sünde wird zur Sühne aufgehoben) zur abendlichenTa- gesreflektion auf dem Balkon als "Privatandacht",dieses und jenes am nächsten Tag zu optimieren (Sünde wird durch besser machen zu wollen (Reue) "im hier und jetzt" aufgehoben)*.
* Wenn ein Mensch jetzt gut ist, ist er so gut, als wenn er nie schlecht gewesen wäre.
Von der Sündenvergebung durch Priester um wieder zu seinem (Gewissens)frieden)zu gelangen zu moraltheo- logisch kritisch interpretiert,dass niemand Sünden vergeben und den inneren Frieden geben kann als Gott allein. Wer seine Sünden aufrichtig bereut und sich zu Gott wendet, dem vergibt Gott, einerlei ob ein Priester ihm vergeben hat oder nicht. Und wer nicht bereut, dem wird von Gott keine Vergebung zuteil, wenn ihm die Priester auch noch so oft die Lossprechung erteilen*.
* In der römisch-katholischen Kirche gibt es das Bußsakrament, bei dem die Sünden einem Priester gebeichtet werden, durch den Jesus Christus diese vergibt. Zusätzlich kann der Priester Bußübungen auftragen. Die Sühne ist der Vorgang, durch den der Sünder wieder mit Gott versöhnt wird.
Religiöse,theologische Sprache-Entwicklungs-
Lebens-Sprache
Von der theologischen,abstrakten indirekten Kirchen-sprache )Latein) als Lebenstransformation (Sprache mit Substanzverlust) zur Befreiung und Wandlung der Begriffe in die individuelle, entwicklungsbedeutungs- und sinngleiche Lebensalltagssprache weil die Theologiesprache auch dem geschicht- lichen Zeitenwandel des Werden und Vergehens unterliegt (ohne Substanzverlust).
Vom formelhaften, rezitativen,etwas sich vormachen-den, kalten Latein und intellektualistischen theolo- gischen Kirchensprache , welches den Sprachkern,die semantische Sprachfülle, die Sprachdichte und das mutter-sprachliche Gefühl nicht erschliesst zu es ist lebens- sprichwörtlich " auf gut deutsch " sagen, " weil Gott Deutsch spricht ", sonst hätte er mich nicht verstan- den. Religion ist immer einzelpersönlich und deshalb ist die Sprache immer individueller Sprachnatur. Religion kann nicht durch die indirekte vom Leben abgetrennte Theologiesprache wirklich gelehrt werden,weil das Leben Religion ist. Religion ist angeboren und gehört konstitu- tiv zum Menschsein. Das Religiöse lässt sich vom Entwick- lungslebensprozessakt nicht trennen und ist immer mit- gegeben und mitgesetzt. Religion zu haben ist die Pflicht des Menschen gegenüber sich selbst. Alles Heilige muss aus dem Leben kommen und muss im Innerweltlichen aufgehen. Das Leben als Heilsgeschehen wird heilsnot- wendig begriffen. Entwicklung ist die Auflösung der Religion in ihr Wesen und das ist das Leben, welches selbst zur Religion wird. Was ist das Leben ? Gott ist das Leben sagt Meister Eckhart. Man sollte die Lebensbe- grifflichkeiten nehmen und diese der individuellen Le- benssituation anpassen anstatt versuchen, das Leben in Begriffe einzusperren oder die Religion ins Leben zu bringen und eine Welt des Sonn- und Werktags nicht mehr erforderlich macht.
* I.) Gott ist die individuelle Lebensentwicklung und und nicht in Begrifflichkeiten eingesperrt. Religion kann nicht durch die indirekte Theologiesprache wirklich gelehrt werden. Die Lebenswahrheit in
der Lebenssprache wird ernst genommen, aber nicht die Lebens- wahrheit in der theologischen Sprache. Bis zu Martin Luther sprach Gott nur Latein. Die religiösen Formen haben sich gewandelt und die religiösen Wege sind vielseitig. Die lateinisch wissenschaftliche Be-
griffssprache schafft Distanz, während die (deutsche) Muttersprache von Herzen zu Herzen geht. Latein ist Philosophie und Theologie und Deutsch(Muttersprache) ist Mystik und Religiosität des Lebens. Die religiöse Sprache bedarf einer Sprache der verbalen Verflüs sigung und nicht eine Fixierung der Sprache auf scholastische Begriffsiden- tität, nicht theologisch, sondern Lebens(umgangs)sprachlich.
II.) Siehe auch "Bildungs-Designat-Sprache-Entwicklungs-Lebens-Sprache" Nr.614 in Kulturlernen-14
III.) Dieser Entwicklungsgeist in traditioneller, theologischer Begriffs-
diktion ausserhalb vom Leben)bedarf einer begriffssprachlichen Fortsetzung ohne Substanzverlust (innerhalb des Lebens) als religionslose Religion jenseits von Bekenntnissen und Denomi-
nationen. Im alltäglichen Entwicklungsleben ist alle(r) Religions-
(frieden) zu finden, die der Einzelne braucht und dieses bedarf
keiner unpersönlichen, dogmatischen, theologischen Ausdrucks-
weise, sondern kann in der direkten, lebendigen Alltags-Umgangs-Muttersprachlichen-Entwicklungsbegriffs-Sprache, wo sich jeder an-
gesprochen fühlt und jeder versteht, gesagt werden. Es ist das Ent-
wicklungs-Lebensweg-Individuelle als manifestierter Lebensaus-
druck und es ist die Sprache des persönlichen Lebens der Konkret-
heit, der Lebensempfindung, des Bedrückenden, des Beklagens-
werten, des Jetzigen und des augenblicklichen Entwicklungsnot-
wendigen. Die Wahrheit bleibt immer die Gleiche. Nur die Auf-
richtigkeit und die Ausrichtung nach der individuellen Entwick-
lungswahrheit das Bessere und Höhere " im Hier und Jetzt" zu
tun, nur das ist das Entscheidende und nur das ist was zählt.
- Von ich denke und empfinde in der indirekten, theologi-schen, transzendenten,gelehrten, unnatürlichen und in einer lebensfremden Kirchensprache (religiöses Sprach- bewusstsein) zu ich denke und empfinde in der direkten, muttersprachlichen, sinnlichen, ungelehrten, natürli-chen und lebensnahen Entwicklungssprache (Entwick-lungssprachbewusstsein).
- Von dem Reformator Martin Luther, der das direkte deutsche Wort (oft wochenlang) suchte, um zu Gott zu gelangen (Realitätsausdruck)zum ringenden Suchen nach dem direkten Entwicklungs-Lebens-Sprachworten, um zu seinem persönlichen Gott zu gelangen. (Wirklichkeits- ausdruck*.
* I.) Seit den Mystikern ist Luther der Erste in der deutschen Ge-
schichte, der die Kraft der Muttersprache erkennt. Die Übersetzung, welche Luther von der Bibel gemacht hat, ist eben vom "unschätz-
baren Werthe" für das deutsche Volk gewesen.
II.) Nach Meister Eckhart ist jedes Stück Entwicklung ist ein Stück mehr Gottentwicklung und mehr wert als die ganze Welt, weil die Welt vergeht aber Entwicklung bleibend ist.
- Vom frommen theologischen Sprachbewusstsein (konfessionalisierung des Denkens) zum umgangs- sprachlichen Entwicklungslebensbewusstsein durch die Befreiung der Begriffe von der theologischen, abstrak- ten Sprache und die Transformation in die bedeutungs- gleiche Lebenssprache( Vitalisierung des Denkens).
- Von das Wort und die Sprache Gottes sind mir in der "Heiligen Schrift" nahe (indirekt durch Bibelbeispiele schmerzlos belehrt werden ) zu das Wort und die Sprache Gottes ist mir in der persönlichen Lebensentwicklung näher (direkt durch Irrtumserfahrungen und den Lebenskrisendruck schmerzhaft gelehrt werden).
- Von die Hüter der Kirchen waren dann auch von Anfang bemüht eine Sprache zu finden, die das Mysterium in seiner Abgeschlossenheit und Sperrung belässt und mit Ehrfurcht bewundert wird zu anstatt die Sprache zu entkleiden und in lebensweltlicher Erfahrung aufgehen zu lassen.
- Von der theologischen,indirekten Sprache als rationalistisches, intellektualistisches System der Welterklärung (Begriffe betreffen die Realität) zum Entwicklungslogos einer direkten Sprache als Weltwerdung (Begriffe betreffen die Wirklichkeit)*.
* Der Geist des Entwicklungslogos wird als die universelle Sprache unseres Universums betrachtet. In der Quantenphysik wird der Gottesbegriff zur Information und in der Biologie gilt Licht als Schöpfung und Energie allen Lebens.
- Von der damaligen Sehnsucht der Gläubigen nach einer Kirche in ihrer Sprache (indirekte, deutsche Wort und weltfremde, jenseitige Begrifflichkeiten) zu einer Sehnsucht nach einer Kirche mit dem direkten deutschen Wort für jede Lebenssituation zu Gott zu gelangen (Entwicklungslebenssprache,das diesseitige, deutsche muttersprachliche Herzenswort)*.
*I.) Es ist von der theologischen, abstrakten (Latein)Fachsprache
als Transformation zur Befreiung und Wandlung der Begriffe in die individuelle,entwicklungsbedeutungs- und sinngleiche Lebensall-
tagssprache, weil die Theologiesprache auch dem Zeitenwandel
unterliegt. Gott ist die individuelle Lebensentwicklung und und nicht in Begrifflichkeiten eingesperrt. Was ist das Lebens.Gott ist das Leben.Entwicklung ist die Quelle, das Leben will mir etwas sagen, ich raus finden muß, was alltagstauglich ist. Das beide im Ergebnis das Gleiche sagen wollen ist theologischer, aber nicht praktischer Natur.
- Von der lebensfremden, künstlichen theologischen indirekten Sprachreglung der Religionsentwicklung und eines Gottesverständnisses zu der Evolutionsphilosophie Darwins, wo es keine Evolutionssprache gab. Er musste sich Anleihen nehmen und damit wird die Sprache unpräzise. Wenn wir die Entwicklungslebenssprache ver-lassen, kommt es zu einer Unschärferelation, wie beim Verlassen jeder anderen Fachsprache auch.
- Von dem Gebrauch der religiösen Sprache unter nor-mativen,theologischen Aspekten als die Sprache des Intellektuellen, die Sprache der Konzilien (Latein), der verfeierlichten Kirchensprache als offizielle Sprach- regelung (Mittelbarkeit der Bildung) zum Gebrauch der natürlichen Entwicklungs-Lebens-Sprache unter persönlichen, aktuellen Entwicklungslebensaspekten als versprachlichte Entwicklung des manifestierten Lebensaus-und Lebens-Führungsdruckes des Einzelnen als inoffizielle Sprachregelung (Unmittelbarkeit des Lebens)*.
*I.) Es wird angeknüpft an Eckharts sprachschöpferische Entwick-
lungsleistung der deutschen Sprache, Lebensausdrucksmöglichkei-
ten für tiefste, seelische Lebensempfindungen und Wirklichkeits-
prozesse geschaffen zu haben.Es geht im Kern nur um den Entwick-
lungs-Individualisierungs-Geist in der Auseinandersetzung im Entwicklungsprozess als Empfängnis (Mariatum) und Befruchtung (Schöpfertum) zugleich "als ein Gott erleiden und ein Leiden, was
gottähnlich macht" und hat das Entwicklungskonzept auf den Punkt gebracht. Dieser Entwicklungsgeist in traditioneller, theologischer Begriffsdiktion bedarf einer begriffssprachlichen Fortsetzung ohne Substanzverlust. Im alltäglichen Entwicklungsleben ist alle Religion
zu finden, die der Einzelne braucht und dieses bedarf keiner unper-
sönlichen, theologischen Ausdrucksweise, sondern kann in der di-
rekten Alltags-Umgangs-Muttersprachlichen-Entwicklungsbegriffs-Sprache, wo sich jeder angesprochen fühlt, gesagt werden. Es ist
das, was ich am tiefsten empfinde, glaube, was mich bedrückt,
treibt und was gesagt werden muss als subjektive Begriffsobjek-
tivität in eigener Entwicklungswort- und Entwicklungswertprä-
gung und entwicklungslebensgetreue Wortbildung auf den Ent-
wicklungs-Jetzt-Zeitpunkt gebracht. Weil das Leben sprachlos ist
und selbst die Worte prägt, will der Entwickelnde nur seine eige-
nen Worte und die tiefsten Sachen in einfacher Form sagen, weil
die Wahrheit immer einfach ist. Es ist der persönliche Wortsinn als das Entwicklungsgefühl des Menschen. Jeder Entwicklungssach-
verhalt erfordert seine individuelle Ausdrucksweise, jede Sache
hat ihr Wort und da wird selbst das Wort zur Sache, weil nur in
der inneren Erscheinung die Sprache lebt. Es ist lebenssprichwört-
lich "auf gut deutsch" sagen, weil Gott Deutsch spricht, sonst hätte
er mich nicht verstanden". Es ist auch die Sprachregelung des Berufs-
beraters, des Psychotherapeuten, des Alltags, der Gesetze etc., weil dort die Wirklichkeit meiner Welt erklärend und helfend zur Spra-
che kommt. Religion ist immer individuell und deshalb ist die
Sprache immer individueller Sprachnatur und nicht formelhaftes
Latein, welches den Sprachkern, die semantische Sprachfülle und Sprachdichte nicht erschliesst. Jede wissenschaftliche Begriffs-
sprache schafft Distanz, während die Muttersprache zu Herzen
geht. Die Wahrheit bleibt trotzdem immer die Gleiche. Die Ent-
wicklungsaufrichtigkeit ist das Entscheidende. Deshalb braucht
das Christentum keine eigene lebensabstrakte Sprache.
II.) Bei Meister Eckhart bewegen sich seine lateinischen Schriften noch im scholastischen Systemaufbau, aber erst namentlich durch seine deutschen Schriften wird die nüchterne Scholastik überwunden und seinen Predigten zum"prallen Leben"selbst. Meister Eckhart
hat die deutsche Sprache sprachschöpferisch geadelt und damit eine "deutsche, wesensgemässe Theologie geschaffen, indem er das Unsagbare und die tiefsten seelischen Lebensempfindungen in der deutschen Sprache als Unmittelbarkeit eines Lebens-Grund-Gefühls auszudrücken vermochte und sich keiner dieser Sprachkraft entziehen kann. Er ist der Künder eines Christentum, was dem muttersprachlichen"deutschen Gemüt und tiefster Sehnsucht "wie z.B.das Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht "entspricht.
III.) Die deutsche Sprache wird als Kultur- und Entwicklungssprache höchsten Ranges verstanden, aber das Entwicklungsgedankengut des Meister Eckhart lässt sich in jede andere Kultur(sprache) inkulti- vieren, weil dieses universell, trans-und interkulturell, überkon- fessionell und nationenübergreifend der ganzen Menschheit gehört und die Menscheneinzelwürde der Entwicklung ein konstitutiver Menschenrechtswert darstellt, gleich auf welcher Entwicklungs-
stufe und wo immer auf der Welt sich jemand befindet. Jeder Mensch ist entwicklungsfähig und bei jedem wirkt der Lebensauftrieb des individuellen Eigengesetzes. Die vielen Kulturen verstehen sich nur in einem Entwicklungsgeiste und jedes hervorheben einer kulturellen Identität, die geburtsgemäss immer mitgegeben ist, hat nichts mit In-
toleranz und Ausländerfeindlichkeit zu tun,denn jede Kultur kennt nur eines; "die Mitte".Siehe Textfortsetzung den Gliederungspunkt "Meister Eckhart und die deutsche Sprache" in Meister Eckhart
IV.) Jede Kultur lebt und wird befruchtet aus von anderen Kulturen. Wie kein Sterblicher im Besitz der ganzen Wahrheit ist, wegen der persönlichen Entwicklungswahrheit,jeder ein Teil der Wahrheit ist und deshalb diese nie im Besitz einen Volkes oder einer bestimmten
Zeit sein kann.Denn das eigentliche Leben aller Weltgeschichte entwickelt sich aus dem Wechselspiel der einheimischen und den fremden Kulturen der einzelnen Völker.Kultur ist nicht nur ein gefühlter, globaler Humanismus, sondern versteht sich auch als
eine übergreifende Solidarität mit denen,welche für ihre (kulturelle) Entwicklung innerhalb ihrer Kultur kämpfen müssen.Der Geist kennt kein Geschlecht, keine Hautfarbe, Nationalität,Volks-oder Glaubens-
zugehörigkeit,weil der "allumfassende Geist", die Beziehung aller Teile zum Ganzen und zu seinen Teilen ist. Unser (Selbst)bewusstsein steht in Verbindung mit dem universellen Ganzheitsbewusstsein,
was alles überlagert,alles zusammenhält und jeder daran Anteil hat.
Jede Wahrheit ist konfessionslos und ideologiefrei. (Entwicklungs)- ethik ist wichtiger als jede Religion. Wir kommen nicht als Mitglieder einer bestimmten Religionsgemeinschaft auf die Welt, aber die ethischen Prinzipen sind angeborener, menschlicher Natur.Völker und Sprachen gibt es viele,aber nur eine Menschheit. Es gibt nur eine Gleichheit der Menschen vor Gott, aber es gibt keine Gleichheit der
Menschen in der Gesellschaft. Es ist der Kosmopolitismus und die säkulare Ethik, der alle grossen Geister und Gebildeten gehuldigt haben,der bisher nur durch die abstrakte Vernunftseinsicht, aber nicht durch den wissenden Verstand und Erkenntnis-Reife-Ein-
sicht begründet war. Wer das nicht begreift, könnte man in Anleh- nung an den dänischen Physiker Nils Bohr sagen,hat die Quanten-
physik nicht verstanden.
V.) Quantenphysikalisch werden Im 21.Jahrhundert militärische Konfliktlösungen als überholt angesehen, weil jedes Individuum ein Teil des grossen Ganzen ist und der Angreifer von seiner ausgehenden Gewalt wieder überwältigt wird. Unser individuelles Ichbewusstsein steht in Verbindung mit dem universellen Ganzheitsbewusstsein, was
alles überlagert, alles zusammenhält und jeder daran Anteil hat. Nichts geschieht im menschlichen Bewusstsein, ohne eine Reaktion
in und ausserhalb von mir ausgelöst und im Quantenuniversum abgespeichert wird. Das heutige Mensch-,Gemeinschafts-und Zu- sammengehörigkeitsgefühl ist auf die Familie, die Firma, die Nation, Menschen mit den gleichen Interessen oder Lebensschicksalen beschränkt, aber schliesst nicht die gesamte Menschheit und die Verbundenheit mit dem Kosmos mit ein. Wenn sich der Einzelne
nicht nur als Teil des Ganzen begreift, sondern als Teil des Ganzen ergriffen wird,erst dann ist der Bewusstseinssprung "vom Ich zum Wir" als die Quantenfelder in uns und um uns herum erreicht und die militärischen Konfliktlösungen sind überwunden.
VI.) Auch jede Religion wird nur ein Weg zu dieser universellen Einheit quantenphilosophisch betrachtet. Wenn dieses Faktum zum Grund- satz einer jeden Religion wird, sind alle Religionen versöhnt und es wird die Quantenphysik praktisch verstanden.Damit entfallen auch alle religionsmotivierten Kriege in der Welt. Wenn der Gottesbegriff bei jeder Religion als Synonym für (Gliederungspunkt) Frieden verstanden wird, woran sich alle Religionen orientieren, wird jeder Religionsstreit zum ad Adsurdum geführt. Dieses wäre das Denken der Zukunft von Albert Einstein, (Religions)kriege unmöglich zu machen.Es wäre die Überwindung der Religion nicht alleine durch gemeinsame Humanitätsprinzipien,sondern auch durch die wissenschaftliche Vernunft.
Von der Intention des Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel, das Ideal der Vernunft durch die Hände der Religion in die Sprache der Welt zu übersetzen (lebensfremden, jugendlichen, unproduktiven, ab- strakten,Vollkommenheits- (Welt)idealismus und utopische Irrtumsideen"auf Kosten anderer") zum gotischen Lernprinzip als Möglichkeitsideal durch die Hände der Entwicklung als Lebensgrundgefühlsart und Entwicklungslebenssprache zu übersetzen (selbstver- antwortlichen, prakmatischen,reifeadäquaten, wirk- kräftigen, konkreten (Lebens)idealrealismus)
Vom Denken in theologischen, transzendenten, from-men und rationalen Begrifflichkeiten (Sprachüber- setzungs-Mittelbarkeit eines religiöses Gehaltes) zum Denken in muttersprachlichen, lebensnahen, universalen Entwicklungsbegrifflichkeiten (Lebensüberzeugungs-Unmittelbarkeit eines Entwicklungsgehaltes)*.
* Mit den religiösen,theologischen Begriffssprache kann der Einzelne nichts anfangen, weil sie ihm nur ein fremdes Gegenüber zeigen, dass er negiert und für ihn nicht existent ist. Obwohl die theologische Sprache wahr ist, fehlt ihr der direkte Lebenszugang und dringt nicht zum Kern vor. Die begrifflichen Empfindungsfacetten des Lebens und das Denken des Einzelnen lassen sich damit nicht erfassen.
Von einer religiösen, abstrakten Dingsprache im Subs- tantiv und formelhaft zu gebrauchen, um deskriptiv, deduktiv den Literalsinn und das Wortwesen zu ver- stehen (Sprachstatik+Sprachakrobatik) zur individuellen, therapeutischen Entwicklungs-Lebensprozess-Sprache und die Sprache im induktiven Verbum und lebendigen Zeit- und Tätigkeitswort zu gebrauchen, um das Entwick lungswort- wesen zu verstehen (schöpferische Sprach- dynamik+Sprachlernprozess).
- Von der theologischen, scholastischen, architektoni- schen lebensfernen, mittelbaren objektiven Sach- und Fachbegrifflichkeits-Sprache des gotischen Bauvokabu-lars zu der muttersprachlichen, lebensauthentischen, lebensunmittelbaren Entwicklungsbegrifflichkeits- Sprache der subjektiven Entwicklungs-Individualisie- rungs-Lebenswelt ".Ich will keine Worte, die andere erfunden haben. Ich will meine eigenen Worte. Jede Sache und Lebensempfindung hat ihr Wort und da ist selber das Wort zur Sache geworden*.
* Die scholastische Theologiesprache und starre Dogmatik alleine sind kein ernsthaftes Instrument mehr, den Glauben ins Gespräch
der Zeit zu bringen.In der Scholastik werden Naturwissenschaft, Philosophie und dogmatische Theologie als einzig grosse Wissen-
schaft zusammen gedacht. Die Welt der Gegenwart und besonders der Zukunft braucht ein neues, erweitertes Gottesbild und eine neue Religion, die mit dem evolutionären Weltbild im Einklang steht, damit unser theologisches Gottesbild dem Wan-del Gottes im Werden der Welt folgen kann. Die traditionelle Theologie muss den Bruch mit dem Leben überwinden,eingehen auf die Probleme des heutigen Men- schen und für den Zeitgeist da sein ohne dem Zeitgeist zu verfallen. Das dynamische Leben lässt sich nicht theologisch bannen und erfassen.
Von wenn ich Lebensantworten suche,bekomme ich Latein als Überbrückungs-Verständigungs-Sprache, den kalten Geist des Römertums und eine Männersprache vorgesetzt, welche nicht den unmittelbaren Wesens- sprachkern, die semantische Sprachfülle und Sprach- dichte erschliesst zu die Religion lebt erst durch den Menschen und der Mensch wird vom toten Latein nicht belebt. Jede wissenschaftliche Begriffssprache schafft Distanz und fehlt die persönliche Erfahrung,während die Mutter- sprache vom Herz zu Herzen geht. Mit den Begriffen der Psychologie werden wir keine Menschen- kenner, mit den Begriffen der Nationalökonomie werden wir nicht reich, und mit den Begriffen der Theologie bekommt man noch keine Gotteserfahrung.
Von die Lebenswahrheit wird in der theologischen Sprache nicht wahr-und ernst genommen (kirchen- tauglich) zur Wahrnehmungsreflexion der individuellen Lebenswahrheit in der Entwicklungs-Auseinanderset- zungs- Lebenssprache (lebenstauglich)*.
* Die philosphische Lehre "Esoterik" war deshalb so beliebt, weil sie sprachlich untheologisch, für jeden verständlich und nach voll- ziehbar war.
Von der traditionellen Theologie und der Einfluss der griechischen Philosophie auf die christliche Lehre zu den theologischen Begriffen,welche in der Praxiswelt proble- matisch und philosophische Begriffe für die Lebens- bewältigung ungeeignet sind.
Von der Theologie, welche sich einmal "Königin der Wissenschaften" nannte,weil sie ganz-und einheitlich verstand zur universitären Theologie und die kirchliche Lebenswelt sind auseinander gefallen.Die akademische Theologie hat ihre ganzheitsliche,spirituelle Dimension verloren.
Von Heiligen, welche vom "himmlischen Manna, himm- lischer Süßigkeit,himmlischer Glückseligkeit sprechen" und beinahe ins Nirwana abtriften zu dem Mann auf der Strasse,der dafür nur ein müdes Lächeln übrig hat,weil das Leben eines jeden Einzelnen von diesen Begrifflich- keiten nicht berührt wird.
Von der Theologie mit seiner religiösen Sondersprache zu wo man alles weiss und doch nichts konkretes ausgesagt und bewirkt wird.
* Die traditionellen Begriffe Gott, Seele, Geist. Gnade, Heilig, Gebet, Glauben etc. sind am tiefsten verankert, aber diese Begriffe bedürfen einer säkularen, evolutionären Neuinterpretation. Entwicklungsbe- griffe haben die Tendenz des Hinstrebens zu Gott. Gott ist ein Begriff der Theologiesprache,in der Philosophie nennt man es Sein ,in der Psychologie ist es nach Freud das Über-Ich, in der Pädagogik ist es die Persönlichkeit und in der Entwicklungssprache ist es die Definition eines Meister Eckhart als "mein ureigenstes Leben", wo Gott (als Vitalprinzip) sich selber werden will.
Von der Theologiesprache intellektualistisch und als nur mittelbares Designat betrachtet zur unmittelbaren schöpferischen Lebens-Ding- Sprachwerdung und Weltwerdung aus dem Logos*.
* I.) Gedanken sind nicht nur Mittel der Logik, zur Erkenntnis, des Wahrnehmens und zum Verstehen, sondern fibrierende Lebens-und Selbstverwirklungskräfte, mikrophysikalisch betrachtet bewegte und gesteuerte Energie. Der Makrokosmos des Schöpfungsberichtes wandelt sich zum Mikrokosmos des Bewusstseins.
II.) Wie wird aus der Sprache als Mittel zum Denken eine Sprache
als Mittel zur Entwicklung ? Welche Worte können die menschliche Grundangst nehmen und welche Worte können den Menschen freier machen ? Wie wird das Leben als Entwicklung zur Religion, wo ich mich in der Lebenssprache wieder finde, reden und tun eins sind, weil die Sprache aller Menschen die Entwicklungslebenssprache ist. " In Wahrheit nämlich steckt die Sprache nicht im Menschen, sondern der Mensch steht in der Sprache und redet aus ihr, Martin Buber". Neben Meister Eckhart (deutsche Predigten) ist Martin Luther (Bibelüber- setzung) jemand, der die Kraft der Muttersprache erkannt hat. Die Übersetzung, welche Luther von der Bibel gemacht hat, ist von un-
schätzbaren, sprachschöpferischen " Werthe" für die Sprachent-
wick lung des deutschen Volkes gewesen. Das gleiche trifft für die Traktate, deutsche Predigten und Aphorismen des Meister Eckhart
zu. Bleibt eine vollkommene Sprache nur ein Traum oder ist es mög-
lich, den Begriffsdualismus und den Begriffsdeterminismus durch
einen Entwicklungsuniversalismus zu überwinden*.
* Siehe auch dren Gliederungspunkt "Meister Eckhart und die (unmittelbare)deutsche Sprache" in Meister Eckhart
III.) Bildungs-Kultur-Lernen ist Gebundenheit des menschlichen Den-
kens an die Sprache (blutleeres Bildungsbewusstsein). Es ist sachlich intellektuell zu denken, zu sprechen und zu schreiben lernen, weil wir erst dann" als gescheit " gelten (Der Geist der Intellektualität und alte Grammatik/Muttersprache). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist die Sprache gebunden an das Entwicklungsprozessdenken und aus den Fesseln der Bildungssprache befreit (Entwicklungs-Transzendierungs-Lebens-und Leib-Bewusstsein). Es ist einfach emotional zu denken, zu
sprechen und zu schreiben lernen, weil alles Grosse und Richtige ein-
fach ist (Der Geist der Scholle und neue Grammatik/Entwicklungs-
sprachlehre).
IV.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen lernen sind Worte nur Bezeich-
nungen die helfen, die Welt besser zu verstehen. Der Begriff ist eine Abstraktion, und ein Nomen für eine informative Adäquatheit. Die Worte rufen die zugesprochenen Eigenschaften des Objektes hervor. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen lernen wird die transformatorische Kraft der Sprache als generative Lebenssprache erlernt. Es ist mehr etwas Erfahrenes als Begriffenes, eine Erkenntnis und ein Frie-
densgefühl, eine innere Überzeugungsidentifizierung mit der Ganz- und Einheit, nicht sprachlich vermittelbar und auf einer Erfahrungs-
ebene unterhalb der Sprachen.
V.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen und seinem statischen Bildungs- (lern)begriff, welcher von den geistigen Wurzeln romanisch und griechisch ist und als Ausdruck der erstarrten Bildungsklassik gilt zum Entwicklungs-Kultur-Lernen und seinem dynamischen Ent- wicklungs(lern)begriff, welcher seinem Wesen nach gotischen (Lern)- prinzipien angelegt ist.Materie wird Geist als " lapis philosophorum", harter Stein wird geschmeidig , die Steinkraft zur wortlosen Weisheit geformt und ist " in Stein gehauenes Gottesgefühl" als Lernprozess-Ausdruck der dynamischen Entwicklung schlechthin ".Es ist manifes- tierte Mystik voller biblischer Bildsprache, wo das Sichtbare das Unsichtbare Ewige und Ganze widerspiegelt, so lässt sich das euphorisierende Wesen als wortlose Weisheit einer gotischen Kathedrale, der Höhepunkt europäischer Baukunst zusammenfas-
sen .
VI.) Bildungs-Kultur-Lernen ist die Sprache im Substantiv zu ge-
brauchen und deskriptiv den Literalsinn des Wortes verstehen. Es ist die intellektuelle Kultur-, Fach- und Dingsprache zur Realitätsbe- wältigung und das feststehende Designat als Abbildung für die gewordene Realität. Es ist Sprache lernen, um etwas zu beschreiben und zu sagen. Es ist Sprache als abstrakter Geist und Geist als Spra-
che (Sprachstatik-das Substantiv als das Gewordene). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist die Sprache mehr im Verbum und dem lebendigen Zeit- und Tätigkeitswort zu gebrauchen als dynamische Entwicklungs-Prozess-Sprache für die Werdestruktur einer Wirklichkeitskonstruk-
tion (Sprachdynamik - das Verb als Realitätsprozess des Werdens).
VII.) Die Sprache vollzieht sich durch das Mittel der Individuation in eigener " Entwicklungswort- und Entwicklungswertprägung als ver-
sprachlichte Entwicklung", um die ureigenen Entwicklungsanlagen und Eigenheiten als das Individuallogos besser zur Entfaltung zu brin-
gen. Sprachlernziel ist es eine Sprache zu liefern, um es benennen zu können, indem die Entwicklungsidee durch die Hände der Entwick- lung in die Sprache des Lebens zu übersetzt wird, um eine Überein-
stimmung von der Sprache und der konkreten und unmittelbaren Lebensdirektheit zu erreichen.
VIII.) Die äussere Erscheinung der Sprache ist deskriptiv, aber in der inneren Erscheinung lebt die Sprache. Es gibt bisher keine Sprache für das Werden, nur für das Gewordene. Der Entwicklungsbegriff deckt die Totalität ab, ist ganzheitlich und nicht mehr dualistisch und subjekt-objektbezogen. Wenn erst einmal die Entwicklung begrifflich und systematisch ausgestaltet und normativ gesetzt ist, kann es Erfahrung in dieser Begrifflichkeit geben. Wo das Wort fehlt, fehlt auch die entsprechende Wirklichkeit. Was sich nicht in Worte fassen lässt, ist auch durch Worte nicht lehrbar. Die Begriffe müssen auf die Lebenspraxis geprüft werden, ob sie nur bildungs- oder auch entwicklungstauglich sind und das gewohnte Sprachinventar ent- wicklungsnotbedürftig ist, weil die Entwicklungskomplexität und Wechselwirkungen die starren Bildungsbegriffsmöglichkeiten übersteigen. Es gibt bisher keine Sprache für das Werden, nur für das Gewordene. Bildungsbegriffs- definitionen sind Teile vom Ganzen und von der Vielheit zur Ganzheit (Bildungspluralität), während Entwick-
lungsbegriffe von dem Ganzen zu den Teilen und das Ganze ist (Entwicklungsuniversalität).
IX.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen kommt man sich in fremder Sprache gebildeter und besser vor (Fremdsprachen lernen). Beim Entwick-
lungs-Kultur-Lernen bin ich nur der Mutter- und Volksprache authentisch, ursprünglich, unmittelbar und nur diese wirkt auch danach weiter. Nur in der Mutter- und Volkssprache wirkt es volks-
tümlich, befreiend, lebendig, lebensnah, unverfremdet, bildhaft, ein-
sichtig (Entwicklungslebenssprache lernen).
X.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist es bspw. die Sprache der Dichter und Denker, die Fachsprache der Wissenschaft, die Sprache einer gelernten Fremdsprache, die Sprache der Wirtschaft und Deutsch als Amtssprache. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt, wenn es nützen soll, muss es den " Durchschnitts-Alltags-Jedermanns-Menschen "mit seinen Alltagsproblemen und seinen persönlichen Interessen be-
greifen und sie lösen helfen in einer für jeden Einzelnen verständ- lichen (Lebens)sprache und begrifflichen Klarheit.
XI.) Bildungs-Kultur-Lernen ist der Gebrauch von Sprache unter normativen Aspekten und die Syntax, die Sprachregeln und Semi-
otik werden in Wörter-, Rechtschreib- und Stilwörterbüchern beschrieben. Es ist eine Sprachhaltung, die sich in Fachausdrücken und Fremdwörtern gefällt. Es ist die mittelbare Sprache des Intellek-
tuellen, des Wissenschaftlers, des Politikers, der Medien und der Zivilisation. Es ist die offizielle, einheitliche in Deutschland " Duden-Sprachregelung " eines Sprachraums zur Daseinsbeherrschung und das sprachliche Ausdrucksvermögen für die richtige Bewusstseins- und Erkenntnisbegriffsbildung. Die Sprache dient dazu, den Denk-
zustand als " hörbarer Geist " mit Worten ausdrücken und ist in
der äusseren Erscheinung deskriptiv. Immerhin ist es ja die (Bildungs)sprachentwicklung über die Körpergestik zur Lautsprache, welche den Menschen in seiner langen Entwicklungsgeschichte zum Menschen werden liess (verbale Sprachexistentialität als be-
zwungener Sprach-Wert-Geist). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist die inoffizielle Entwicklungssprachregelung der Lebensauseinander-
setzung der versprachlichten Entwicklungstranszendierung des manifestierten Lebensausdruckes. Es ist die Unmittelbarkeit des Lebens als Entwicklungssprache und als das, was ich am tiefsten empfinde, glaube, was mich bedrückt, treibt und was gesagt werden muss. Die Entwicklungs-Lebenssprache ist eine subjektive Begriffs-
objektivität in eigener Entwicklungswort- und Entwicklungswert- prägung als entwicklungslebensgetreue Wortbildung auf den " Entwicklungs-Jetzt-Hier-Ist-Zeitpunkt " gebracht als individuelle Wahrheits-Individuierungs-Empfindung. Weil das Leben sprachlos ist und selbst die Worte prägt, will der Entwickelnde nur seine eigenen Worte und die tiefsten Sachen in einfacher Form sagen.
XIII.) Beim Bildungs-Kultur-Lernbegriff ist das Werden des Lebens
zur Ruhe gekommen und ist nicht mehr Gegenstand des Begriffes (Begriffsstatik). Der Entwicklungs-Kultur-Lernbegriff ist die ruhelose Form des Bildungsbegriffes, wo das Entwicklungswerden Gegenstand der neuen Begriffsdefinition wird (Begriffsdynamik). Beim Bildungs- Kultur-Lernen ist die Begriffswelt die Abbildung der gewordenen Realität (Versprachlichung der realen Existenz). Die Grenzen meiner Sprache sind auch analog die Grenzen der Erkenntnis und meiner Welt (wir werden nicht durch die Sprache befreit). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist die Begriffswelt der werdenden Wirklichkeit (Versprachlichung der potentiellen Entwicklung). Die Grenzen meiner Entwicklungs-Prozess-Transzendierung-Fähig keit als" das Meer der Möglichkeiten " sind auch die Grenzen meiner Sprachwelt (wir befreien uns im Entwicklungsprozess durch die Sprache und diese zeigt die Lebensrichtung an) *.
XIV.) Sprach-Logos-Stufen:
- 1.) oberflächliche, kraftlose Alltags- Ich-und Mediensprache (Sprachmodus des Lauten).
- 2.) intellektuelle, verstandesmässige, denkende Wissenschafts-Problemlösungs-Welt-Bewusstseins-Sprache (Sprachmodus des Redens).
- 3.) lebensempfindende, unmittelbare, universelle, kraftvolle, geistdurchdringende Entwicklungs-Lebensprozess-schöpferi- sche-Individual-Logos-Transzendierungs-(Gewissens)sprache (Sprachmodus des Schweigens)*.
* Siehe auch Der Entwicklungslernprozess ist eine dynamische Auffassung der Formenerfassung als Prozessprägekraft des Formens, wo das Gestaltlose des Entwicklungsgeschehens durch Transzen- dierung " als Kernspaltung des Seins" (Individuallogos) meiner Le-
benswirklichkeit zur Wissens-Form-Klarheit transformiert wird, wo das Innerliche veräusserlicht und eine Nichtform in eine neue (Wissens)form gebracht wird.
Sterben und Tod.
- Von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele und Auferstehung der Toten zum wissenschaftlichen Verständnis, warum unser Bewusstsein unsterblich ist".
- Bisher konzentrierte man sich auf die drei Nach-Tod-Spekulations-Varianten der Ganzheits-Tod-Theorie (Ni- hilismus), für religiöse Naturen die christliche Aufer-stehungshoffnung und die Antwort der klassischen griechischen Philosophie war die Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Amen ! Die wissenschaftlichen Faktenergebnisvarianten der Mikrophysik, der Rela- tivitätstheorie,der modernen Sterbeforschung, der Naturphilosophie der Metaphormose, dem Energieer- haltungssatz vom Antoine Lavoisier und die empirischen Ergebnisse der Parapsychologie, um nur einige zu nen- nen, welche insgesamt in der nachstehenden Webprä- senz auf den Punkt gebracht werden, haben die ni- hilistische Ganzheits-Mausetod-Theorie zum ad absur- dum geführt und diese gehört endgültig auf den Schutt- platz der Sterbensgeschichte. Siehe Textfortsetzung in Das Leben ist unsterblich und nicht tot zukriegen
* Das Christentum befreite den Menschen vom Fatalismus der Natur und von der Zwangsherrschaft des Kollektivs und stellt ihn als Einzel- ner unmittelbar vor Gott. Es ist das Ge- heimnis Gottes, dass er sich nur in der Einzelseele offenbart. Jeder Einzelne ist vor Gott gestellt, weil Gott nur in jeder Einzelseele sich offenbart und werden will, wie Goethe einst mit prophetischer Sicherheit und Sperberblick schon erkannt hat, " dass die Gottheit uns vollendet einst gedacht ". Es bezeugte damit den unersetzlichen Wert der Einzelseele und schuf damit Raum der Freiheit, der in der bisherigen Geschichte der Menschheit noch nicht existiert hatte, aber diese Freiheit hat der abendländische Mensch bis auf wenige Einzelne verloren. Deshalb sollte dann der Mensch einmal Rechenschaft " am grossen Gerichts- tag " abgeben müssen, wird er nicht gefragt z.B. ob er ein guter Staatsbürger gewesen ist, was die anderen gemacht haben, nach seinem Bekanntheitsgrad, wie viele Tore z.B. als Fußball-
star einmal eingenetzt wurden, nach seinem Bankkontostand, wie viele Kinder, welche Position, welchen Beruf, Besitz und für was er Zeit und Inte-resse hatte und wie löblich die Grabrede des Pfarrers war, sondern Auge in Auge nur nach seinem persönlichen Gottesver-
hältnis als die eigentliche Lebensleistung d.h., ob er sich treu und entwicklungsehrlich geblieben ist, das Bessere und Höhere ge-
wollt,was er für andere getan und nicht getan hat.
* Siehe auch den Gliederungspunkt "Heutige, anachronisti- sche und morgige, evolutionäre Trauerkultur" in.https://entwicklungschristentum.de/Das-Leben-ist-unsterblich
Theologie+ Philosophie+Schöpfungslogos +Dog-
matik+Mystik
Theologie
- Von der Religion, welche theologisch den Menschen nahe gebracht wird (theoprozentrisch) zur Religion, welche die Lebensnähe des Menschen im Mittelpunkt steht Die intellektuelle Disziplin Theologie wird durch eine Prozess- theologie ersetzt, die Fundamentaltheologie wird zur Anthropologie. Die neue Theologie wird nicht intellek- tuell, sondern im Leben ausgetragen. Die theologischen Fragen stellen sich vom Leben her. Es wird die Theologie nicht auf das Leben übertragen, sondern das Leben wird zur Theologie*.
* Religion ist angeboren und gehört konstitutiv zum Menschsein. Die Religion und der Glaube an Gott sind vom Menschen als Anlage eines Individuallogos Nr.404 als " Gottesgen" mitgegeben. Alle Lebens- fragen werden behandelt, als wenn sie Religion wären. So gesehen endet alle Religiöse im Profanen. Religion als solche muss keiner theologischen Denk- und Sprachbehandlung unterworfen werden. Religion zu haben ist die Pflicht des Menschen gegenüber sich selbst. Alles Heilige muss aus dem Leben kommen und muss im Inner- weltlichen aufgehen. Wahre Religion findet man nur im Leben und
die Einzelentwicklung ist die christliche Auffassung vom Leben, weil nur jeder Einzelne am Ende vor Gott gestellt ist.
Von dem ehemaligen "Königsdisziplin-Anspruch" der Theologie und Philosophie, die Wissenschaft zu sein, welche universell alles abdeckt und zur Einheit zurück- führt und im Mittelalter als Gesamtwissen betrachtet wird (Vernunftserhöhung der Theologie) zu den mo- dernen Wissenschaften der Quantenphysik, welche ebenfalls den "Königsdisziplin-Anspruch" aller Wissen-schaften erhebt,welche universell alle Wissenschaften vereint und den Beweis erbracht hat, dass das Ziel der (Entwicklungs)schöpfung ist die Vielheit zur Einheit zurückzuführen (transzendete Erhöhung der Mikro- physik)*.
*I.) Die Metaphysik (Wissenschaft und Religion) galt als Königin der Wissenschaften. Sie gewährleistete damit nicht allein die Einheit der Wissenschaften, indem sie diese unter ein gemeinsames Prinzip stellte, sondern war mit der Theologie verschmolzen und sie sicherte auch die Einheit des Menschen und des Lebens, soweit diese nicht im Dogmatismus erstarrt war, sondern im religiösen Leben wurzelte.
II.) Jede Wissenschaft war einmal Pseudowissenschaft und Speku-
lation wegen dem mangelnden Erkenntnisstand. Alles was früher einmal Mythos war,wurde zur Theologie, die Metaphysik zur Physik, der Determinismus zum Indeterminismus, der Dualismus Ratio-
nalismus zum Universalismus/Interverbundenheit und die Kausa-
litätsprämisse zu den Wechsel-und abfolgenden Zusammenheits- wirkungen. Die Physik (Aufklärung), Philosophie (Vernunftseinsicht) und Theologie (Glauben) sind durch die Quantenphysik (Aufklä-
rung der Aufklärung),Quantenphilosophie (Erkenntniseinsicht ) und Quantentheologie (Wissen) abgelöst worden. Die Frage ist, ob die Quantentheorie die Erkenntnisideen der Mystik als die Urquelle aller Religion widerspiegelt ? Es muss ganz klar gesagt werden, dass die Quantenphysik kein Beweis für die Mystik ist und dass die "Schroe-
dingersche Wellenfunktion" absolut nichts mit einer spirituellen Wirklichkeit zu tun hat, abgesehen davon, dass alles eine geistige Manifestation ist. Wenn wir annehmen, dass der derzeitige Erkennt- nisstand der Quantenphysik nur von einer anderen Perspektive
aus betrachtet die Lehren z.B. Meister Eckhart wiedergeben, muss
das in die wissenschaftliche Irrtumsecke gestellt werden. Eine Er-
leuchtung findet auf einer unaussprechlichen,anderen Bewusst- seinsebene statt, die erst im jahrelangen, kontemplativen Ringen
von einem religiösen Genie durch die "Gnade"erreicht wurde und tiefer liegen muss, während die Quantenphysik eine naturwissen-
schaftliche Theorie wie jede andere andere auch, "nur" durch in- tellektuelles Nachdenken und durch das Lernen von mathemati-
schen Gleichungen rational zu verstehen ist. Es ist ein wissenschaft- tliches, intellektuelles Konzept,fast am maximalen Grenzwert und
am Gipfelpunkt des linearen Denkansatzes des Verstandes, der Logik und der Vernunft beweisbar und messbar. Die Erfassung und For-
mulierung eines Gesetzes durch die Quantenphysik ist aber noch nicht das Gesetz der Entwicklungsreife-Nr.782, die einem geschenkt wird und nicht über noch mehr Bildung zu erlangen ist. Wenn Quan-
tenphysiker Mystiker und gläubig waren und sind,dann nicht wegen, sondern trotz der Physik. "Gott wird als allumfassende Liebe" von den
Mystikern angesehen und wer religiös veranlagt ist, wird nicht be- zweifeln, dass das Ganze viel mehr ist als die Summe seiner Teile und nur Energie und Information, an den er glaubt. Die Quantentheorie in Augenhöhe mit der Mystik zu stellen käme einer transzendenten Erhöhung der Wissenschaft gleich. Die modernen Wissenschaften, welche mit Geist,Bewusstsein, Freiheit und anderen Wertbegriffen operieren, werden als unwissenschaftlich angesehen,weil diese nicht die Auswahlkriterien der wissenschaftlichen Betrachtungsweise erfüllen.
III.) Die Wissenschaft sieht sich den Naturgesetzen verpflichtet und ihre empirischen Erkenntnisse beruhen auf Logik und den kausalen Zusammenhängen in den Gesetzmäßigkeiten der Natur. Zwischen Kategorien, Maßbestimmungen,Theorien und Hypothesen ist alles Unerklärliche ausgeschlossen. Naturwissenschaftliche Methoden lassen sich nicht auf das Leben übertragen und es liegt in der Metho- dologie der Naturwissenschaften alles individuelle auszuschliessen und stellt keine Fragen nach dem Sinn des Lebens. Auch wird die Wissenschaft, gleich was noch entdeckt wird, keinen Rausch aus-
lösen oder eine Aufbruchs-,Entwicklungs-und Lebensstimmung geweckt werden. Was dem Menschen aber wert und teuer ist und
ihn erst zum Menschen macht wie Heimat, Kultur, Religion, Natur- empfinden, Liebe etc. sind kein Gegenstand der Wissenschaft. Die Technik und Wissenschaft bietet eine Lebensform an, die keinen
Sinn in sich trägt. Der technische Fortschritt ist ohne Ziel und Sinn und das Fortschreiten wird zum Sinn des Fortschritts.
IV.) Die Geschichte der Quantenphysik ist als eine Annäherung und als ein Verhältnisbegriff zur Wahrheit zu verstehen, als eine sich vollendete wissbare Wahrheit. Die Wahrheit des Ganzen braucht
aber eine Perspektive der Absolutheit, sonst gibt es beliebige, viele Sichtweisen auf die Wirklichkeit. Aber eine absolute Wahrheitsge- wissheit ist nicht das Ziel der empirischen Wissenschaft, was auch ihr Grundproblem darstellt, weil das "Operari" nur einen Aspekt der Wirklichkeit ist und nicht die Universalität des "Esse" erfasst und mögliche ganzheitliche Auswirkungen nicht erkannt werden.Die Wissenschaft ist nur von der Erfahrung bestätigte Rationalität. Die Wissenschaft ist nichts anderes als die Suche nach dem nächsten Irrtum.
- Von der Theologie als Wissenschaft und Lehre von Gott, welche konfessions-und nach kirchlicher Zugehörigkeit gebunden ist, basiert auf Vernunft, Überlieferung, Glauben, freigeistiger Interpretation und Spekulation (Gottunmittelbarkeit als theologische Gewissheit) zum spirituellen Entwicklungs-Geist-Bewusstsein, welches basiert auf dem individuellen Entwicklungserleben, weil Gott das Leben selbst ist und in jedem einzelnen Menschen seine einmalige Individualität entwickeln will. Die Quelle ist Gott selbst. Deshalb ist das Leben Theologie und es löst sich als das Wesen der Religion in Theologie auf. Das Religiöse lässt sich vom Entwicklungs-Lebens-Prozessakt (Mystifizierung) nicht trennen und ist als das eigentliche Element des Lebens immer mitge- geben und mitgesetzt.Gott lenkt und leitet die Schöpfung durch die Prozesse der Evolution hindurch und denkt sich entwickelnd in der Evolution. Entwicklung legt erst den existentiellen Wesenskern der Religion frei, trägt seinen Wert in sich, wird zum neuen Kultur-und Lebensbegriff, welcher den Menschen übersteigt und der Entwick- lungsanteil ist der Religionsanteil. Das Wort Gottes entfaltet sich "als persönliche Offenbarung" im perma- nenten Lebens-Auseinanderset- zungs-Prozess und das Leben entspricht dem göttlichen Wort (Logosidee). In der persönlichen Individualisierungs- Entwicklung liegt alle Religion eingeschlossen, die der Mensch braucht.Es ist säkular und religiös zugleich (Lebensunmittelbarkeit als Lebenswissenheit) *.
* Der spirituelle Heilswert der Kirche als weltliche Institution und eines intellektuellen Konzeptes ist nur halb so hoch wie ihre Quellen z.B. die Mystik eines Meister Eckhart,(Gliederungspunkt) Frieden , Einheit+Ganzheit -im Vorwort, Erleuchtung, der sensus numinis-Nr.403 liegen tiefer als die Vernunft und die Überlieferung. Das Entwicklungs-Individuallogos Nr.404 ist etwas, was unser Auffas-
sungsvermögen übersteigt.
- Von der Theologie, welche sich sehr stark an Vernunft und Rationalismus orientiert (religiöse Intellektualität) zum Entwicklungsleben, welches alles andere als ver-nünftig und rational ist (individuelle Lebensfehlerhaftig-keit)*.
* I.) Der Vernunftsbegriff wird überstrapaziert. Es ist der Glaube an eine theoretische, abstrahierende, formalisierende, praktische und absolute Vernunft als Lebensorientierung und dass der Mensch aufgrund seiner Vernunft besser werde, wie der Philosoph Kant es
artikulierte. Es stellt sich die Frage was ist vernünftig und was hat mich die Vernunft gelehrt ? Kann sich die menschliche Vernunft aus sich selbst überhaupt begründen, weil der Gegenstand der Vernunft die ungegenständliche Vernunft selber ist. Unsere Vernunft beant-
wortet die grundlegenden Fragen des Menschen nicht mehr. Es ist,
wie der Philosoph Jürgen Habermas richtig erkannt hat,dass die Relativität der Säkularisierung als Vernünftigkeit im Weltmaßstab
die Religion nirgends ersetzt hat. Die Vernunft muss kritisch sich
entwickeln und sollte nicht dogmatisch gebraucht werden. Die Vernunft darf nicht durch den Glauben aufgehoben werden im Sinne von " tollere und destruere", sondern aufgehoben im Sinne von conservare und elevare d.h.; sie kommt zu sich selbst und führt
über sich selbst hinaus. Allein von der nüchternden,abstrakten von der Wahrnehmung unabhängi- gen und nur durch Denken gewonnenen Vernunft her kann sich der Mensch nicht ändern. Die Vernunft ist nur eine regulative Kraft und nicht verankert, ihr fehlt das schöpferische Element und kann nichts neues erschaffen*.
* Auch war die Aufklärung einem folgenschweren Irrtum unterlegen zu glauben, der Mensch könnte Kraft der kritischen Vernunft bei sich selbst und bei Null ohne religiöses Traditionserbe beginnen, ohne sich über tausend Jahre lange, akkumulierte, religiöse Substanz klar zu sein, von der die Aufklärung selber noch zehrte, wobei Bildung als Vollendung des menschlichen Wesens begriffen wurde. Die Vernunfts- religion der französischen Revolution dauerte noch nicht einmal ein Jahr.
II.) Wir kommen nicht als Mitglieder einer bestimmten Religionsge-
meinschaft auf die Welt, aber die ethischen Prinzipen sind ange-
borener, menschlicher Natur. Völker und Sprachen gibt es viele,
aber nur eine Menschheit. Es ist der Kosmopolitismus, dem alle
grossen Geister und Gebildeten gehuldigt haben, der bisher nur
aus durch die abstrakte Vernunft, aber nicht durch den wissen-
den Verstand begründet war. Wer das nicht begreift, könnte man
in Anlehnung an dänischen Physiker Nils Bohr sagen, hat die Quan-
tenphysik nicht verstanden.
III.) Die Sprache des inneren Friedens als Zeichen der Entwicklungs-
konformität und Lebensübereinstimmung steht höher als jede kritische Vernunft. Die Vernunft kann auch keine Entwicklungs-
reife erzeugen,obwohl es sehr vernünftig ist, sich zu entwickeln.
Deshalb hat der Reformator Martin Luther der Vernunft abge -
prochen, "die Welt heilen zu können".Auch der Philosoph Nietzsche hat die Griechen als oberflächlich bezeichnet, weil die Säkularisie-
rungsvernunft von ihnen stammt. Was vernünftig gilt, hat die Ge-
schichte der Vernunftsentwicklung gezeigt, ist abhängig vom Zeit-
geist und auch die Vernunft ist der Entwicklung unterworfen. Die Vernunft ist erst einmal unvernünftig und eine Zeit des Chaos,
der Zerstörung und des Leidens muss oft vorangehen, bis die Ver-
nunft vernünftiger wird. Es liegt in der menschlichen Vernunft
selbst vernünftig sein zu wollen, aber unvernünftig zu handeln. Die auf die Sollvernunft gegründeten Systeme haben sich immer sehr
als brüchig erwiesen. Was durch (bewusste/unbewusste) Willens-
impulse vorgegeben ist, wird durch die Vernunft legitimiert.Wenn
es nach der Sollvernunft geht, können wir uns eigentlich die Hälfte der Gesetze sparen und bald wird unser Land nicht mehr regierbar sein. Die Vernunft muss deshalb vom zeitgeistigen, pragmatischen, gewohnheitsmässigen und egoistischen Inhalten befreit werden und die Vernunftsquelle sollte das Entwicklungs-Individualisierungs-Gewissen als objektive Einzel- und Sollensvernunft sein. Erst bei Entwicklungsreife wird die Vernunft vernünftig, wegweisend und tragfähig. Das Ethos ist dann nicht mehr nur hypothetisch, sondern kategorisch. Auch bei komplexen, kontextuellen Fragestellungen versagt das Prinzip der reinen Vernunft und auch die Quantenphilo- sophie ist für die Ver-nunft noch nicht thematisiert. Auch lag der physische Vernunftsschwerpunkt der Aufklärung im Gehirn und im Kopf, während schon die Römer wussten, dass zu einem gesunden Geist ein gesunder Körper gehört. Der Geist als das Vollkommen- heitsideal wurde überbewertet und der Körper auf Grund mangeln-
der biologischer,medizinischer Kenntnisse und besonders um der Entwicklungsnotwendigkeit willen unterbewertet.
IV.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist der persönliche Vernunftsge- brauch eigentlich eine leere Worthülse, weil alles angeblich Vernünf- tige schon vorgeben ist, andere für uns vernünftig gedacht haben, meine Willensimpulse durch die geltende Vernunft legitimiert wer-den und die Vernunft nicht auf den Prüfstand gestellt werden muss. Die reine Vernunft hat sich angemaßt, ohne Nachprüfung durch Erfahrung nur im Denken und Erkennen weiterzukommen. Es ist das Bestreben des Rationalismus die Welt rational zu verstehen und durch die Vernunft beherrschen zu lernen. Der Vernunftsbe-
griff wird überstrapaziert und die Vernunft wird degradiert zum Intellekt, zur praktischen Vernunft und zweckrationalen Verfügbar- keit. Es ist der Glaube an eine theoretische, abstrahierende, forma- lisierende, praktische regulative und absolute Vernunft als Lebens- orientierung und dass der Mensch aufgrund seiner Vernunft besser werde, wie der Philosoph Kant es artikulierte (Vernünftigkeit durch die Vernunft als Denkmittel und das Ethos bleibt hypothetisch). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen stellt sich die Frage, was ist vernünftig und was hat mich die Vernunft gelehrt ? Kann sich die menschliche Vernunft aus sich selbst überhaupt begründen, weil der Gegenstand der Vernunft die ungegenständliche Vernunft selber ist. Unsere Vernunft beantwortet die grundlegenden Fragen des Menschen nicht mehr. Die Vernunft kommt erst in der persönlichen Entwicklungs-Individualisierung im praktischen Lebensvollzug zu ihrem Vernunfts- recht, weil " das angeblich Vernünftige " und jede individuelle Ent-
wicklungsentscheidung auf den Prüfstand gestellt wird und vieles als entwicklungseinzel-unvernünftig angesehen wird, weil das Einzelge- wissen und der Entwicklungs-Individualisiserungsweg nicht mit der allgemeinen Vernunft konform sein kann. Entwicklung ist immer individuell und weil ein individuelles Gesetz widersprüchlich ist, verläuft die Entwicklung nicht gesetzesmässig und vernunftsnor- miert. Es gibt keine allgemeinen Werte, sondern jeder muss seine eigenen Werte und Maßstäbe für den individuellen Lebensstil
finden. Die reine Vernunft ist machtlos. Um besser zu werden muss der Mensch transzendieren können, aber dieser regulativen Kraft fehlt das schöpferische Element und nur darauf kommt bei dem gotischen Lernprinzip an. Die Vernunft muss kritisch sich entwickeln und sollte nicht dogmatisch gebraucht werden (durch die Unvernunft in der Lebensauseinandersetzungs-Transzendierung wird man erst vernünftig und das Ethos wird kategorisch.
V.) Vernunft führt nicht automatisch zur Religion.
VI.) Durch die Leidenschaften lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloss*.
* Nicolas Chamfort, französischer Schriftsteller.
VII.) " Wenn man gar nicht gegen die Vernunft sündigt, kommt man zu überhaupt nichts*.
* Albert Einstein, theoretischer Physiker.
- Von der Akademisierung der theologischen Spiritualität des Thomas von Aquin das Begriffs- und Zeitlose (Mystik) in Begriffe zu fassen, mit der Ratio zu verschmelzen und der rationale Begriff für die lebendige Wirklichkeit zu setzen (Dominationsmacht) zur natürlichen Lebensspi-ritualität als theologisches Erkennen in der existenti-ellen Entwicklungserfahrung und wo der Begriff erst wahr wird, wenn er lebensidentisch ist und die Ent- wicklungserfahrung als veränderter Zustand auf den Begriffspunkt gebracht worden ist. Erst die Bewegung macht den Übergang zum Begriff aus (Wirkmacht).
- Von einer verwissenschaftlichen Theologie, die als Wissensverhältnis auf das Leben übertragen wird und deshalb auch Gott nicht näher steht (theologia dogma-tica) zur Entwicklungslebenstheologie eines Meister Eckhart, in der Gott in jedem einzelnen Menschen seine einmalige Individualität entwickeln will als ein Lebens- grundgefühl eines persönlichen Lebensverhältnisses zu Gott. Was ist das Leben ? Gott ist das Leben. Das Leben löst sich in Theologie und Religion auf, stellt somit keine "Sonderwelt" und ausserhalb der Welt mehr dar (theologia viatorum)*.
* Entwicklung ist tief religiös und völlig untheologisch und als Ent-
wicklungsideal jede Kirche überflüssig macht. Jede Lebenserkennt-
nis ist auch die Bestätigung der theologischen Erkenntnis, aber der Entwicklung fehlt noch die theologische Entwicklungstradition.Es wäre ein Stück Aufbruchsgeschichte zu einer neuen Theologie.
- Vom sakralen Charakter der Theologie und von der Theologie, welche sich u.a. nach der Vernunft und Rationalisierung orientiert (scholastische Theologie als intellektuelle Disziplin) zum säkularen Charakter der Entwicklung als Lebensprozesstheologie und Anthro- pologie, welche sich am Entwicklungseinzelleben in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi orientiert *.
* Der grossartige Versuch die Religion durch den Rationalismus und Intellektualismus vernunftsgemäss zu machen ist trotzdem keine Befreiung und Überwindung vom Irrationalen gewesen. Das Wesen der Religion bleibt das Unbegreifliche, was nicht durch die Vernunft und den Verstand erfasst werden kann. Die Ratio als absolut zu setzen hat sich spätestens seit dem Zeitalter der Quantenphysik als Irrtum herausgestellt.
Von intellektuellen, theologischen Religionsgedanken (Verstand) zur Entwicklung eines Meister Eckhart
ist die Religion das (Entwicklungs)leben selbst, wo Gott sich selbst werden will (Herz)*.
* I.) Weil Gott in jedem einzelnen Menschen seine einmalige Indivi- dualität entwickeln will, ist das Leben Theologie und das Leben löst
sich als das Wesen der Religion in Theologie auf. Es ist die Vollendung des Einzelnen als eine individuelle Eschatologie.Gott ist nicht in Begriffen und Büchern zu finden und will auch nicht angebetet, sondern sich selbst werden und durch mich in die Welt zurückkom-men. Der Entwicklungs-Lebensbegriff wird zum neuen Gottesbe-
griff, Entwicklung wird zum Synonym für Gottentwick-lung und die
II.) Nur die nichts gleich sind, sind Gott gleich. Gott wird durch die Individualisierungsentwicklung neu geboren und das Entwicklungs-
streben ist die Selbsterziehung zu Gott hin. Gott kennt nur ein Ge-
setz, die Entwicklung seiner selbst und zieht alles an sich. Gott kennt
nur sich allein und liebt nichts ausser seiner selbst. Gott wird einem erst in der Entwicklung gegeben und Entwicklung trägt die Seele zu Gott hin und wird damit zum Mittelpunkt eines säkularen und evo-
lutionären Christentums. Gott als Träger des Lebens ist das Lebens-
prinzip schlechthin und Quelle allen Seins. Durch mein " ich-wer-
de-geatmetes Leben " bin ich Gott unmittelbar, weil Gott das Leben selbst ist. Entwicklung ist, wo Gott in jedem einzelnen Leben zu sich kommt und das Göttliche ist nicht mehr in unsinnlicher Abstraktion jenseitig des Irdischen und Weltlichen, sondern wird lebensnah
im Brennpunkt des eigenen Selbst innerlich von mir als Wirkkraft wahrgenommen.Das Leben wird als eine Erscheinung Gottes und mein persönliches Leben als "das Gott-Werde-Selbst-Sein betrachtet. Immer wenn ich mich entwickele, rufe ich Gott ins diesseitige Dasein und er tritt an die Stelle des Überwundenen als das transzendierte Verbesserte. Dass Gott "Gott" ist, davon bin die Ursache. Wäre ich nicht, wäre auch Gott nicht. Der Grund warum ich lebe ist, das Gott etwas " Grosses und über den Zeitgeist Bleibendes " mit vor hat. Als Gott uns schuf hatte er uns schon verplant.
- Von der Theologie, welche sich stark an dem Rationa- lismus orientiert und den Glauben mit der Vernunft versöhnt hat, die Theologie mit Religion gleichgesetzt und versucht diese aufs Leben zu übertragen (gedachtes Sein und Objekt des Wissens) zum Leben, welches zur Theologie wird, weil im Entwicklungsprozessakt die Religion mitgesetzt ist weil Gott selber das Leben eines jeden Einzelnen ist,das Leben der Geist Gottes ist und das Leben auch wenn es nicht danach aussieht zur Religion wird. Warum ist der Heilige Geist (Mystik) immer ein Stiefkind der Theologie geblieben ?(gelebtes Sein und Objekt des Lebens)*.
* Es ist die Theologie der irdischen Wirklichkeit, die Lehre von Gott im Diesseits. Die theologischen Fragen stellen sich vom Leben her und was mich täglich problemmässig bewegt wie meine momentane Arbeitslosigkeit, die Suche nach einem Kindergartenplatz, die fal-
sche Wohnungsabrechnung oder der Bahnstreik, der mich drei Stunden zu spät zur Arbeit kommen lässt. Theologisch gesagt muss "der Mensch durch viele Wandlungen hindurch" und die sind in der der konkreten Lebenspraxis der Alltagsbewältigung durch die per-
sönliche Auseinandersetzungs-Entwicklung gegeben. Durch die Entwicklungstranszendierung löst sich die Theologie in das Leben
auf. Entwicklung legt den existentiellen Kern der Religion frei und
der Entwicklungsanteil ist der Religionsanteil. Jede Theologie ändert sich mit der Zeit, wenn sie nicht mehr die volle Wahrheit ist. Das lebendige Leben ist dem toten Dogma der Theologie überlegen,
tief religiös und völlig untheologisch. Erst durch die Auseinander-
setzung im weltlich-sinnlichen und Überwindung der Weltgebun-
denheit wird religiöser Raum geschaffen. Jedes Mal, wenn etwas
als als Erkenntnis-und Bewusstseins-Entwicklungsmittel zur Indivi-
dualisierung geschieht, wird das Leben zur Religion.
- Von der Theologie als Ordnung und Ruhe vom Anfang her gedacht zur neuen Theologie auf das Ende des Reiches Gottes des Einzelnen als Entwicklungsziel und Entwick- lungsende des Einzelnen hingedacht ist (Eschatolo-gisch)*.
*I.) Nach Meister Eckhart soll man laufen in den Frieden, und nicht anfangen im Frieden. Der Mensch, der sich im beständigen Laufen befindet, und zwar in den Frieden, der ist ein himmlischer Mensch.
Es ist etwas was alle bewegt, alle Dinge in Lauf setzt, dass sie zurück-
kommen, woraus sie geflossen sind. Je edler das Ding, desto bestän-
diger läuft es. Wer sich aus der Ruhe bringen lässt, dem sind noch nicht alle Dinge Gott geworden (was noch nicht transzendiert wor-
den ist). Wer Gott hat, den behindert keine Unruhe. Wer Gott gefunden hat (Frieden) dem ist alles zuwider, was Gott nicht selbst nicht ist. Im Kreatürlichen findet man keinen Frieden, weil alles dem Veränderungsgesetz des Vergehens und Werdens unterliegt. Nie-
mals ist ein Unfriede in dir, der nicht aus dem Eigenwillen kommt.
II.) Siehe auch " Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist Frieden ein Entwicklungsprogramm" im obigen Gliederungspunkt "Frieden".
Von der alten Theologie der Dogmen, der Altäre, des Kirchturms, des Klerus und Gottes Herrlichkeit (Transzendenz) zur neuen Theologie der Schwachheit des Lebens, wo Gott sich in der Lebensauseinander- setzung entäussert und selber wird (Dezedenz)*.
* Das Gesetz des Lebens ist ihr Widerspruch. Die Tugend wird nur in der Verführungsschwachheit vollbracht, weil diese zur Entfaltung
das Gegenteil bedarf. Das Gute ist erst das Gute und eine Tugend, wenn es vom negativen Pol gereinigt wurde. Wo keine Untugend, da ist auch keine Tugend möglich. Die Untugend ist nur eine verklei-
dete Tugend. Nur weil ich der Versuchung widerstanden habe,
bin ich dadurch stärker und tugendhafter daraus hervor gegangen und das Böse wird zum Guten. In der Auseinandersetzungs-Trans- zendierung wird der Widerspruch erst aufgelöst. Der (Krisen)weg
aller Entwicklung ist das schillerische Diktum von der Natur durch
die Unnatur zur Natur zurück. Die Entwicklungsunruhe ist der na- türliche Zustand eines jeden Körpers und die Ruhe (Frieden) bleibt aller Entwicklungsunruhe Suchziel.
- Von einer Befreiungstheologie politischer Art zur Befrei- ungstheologie von Abhängigkeiten, Gewohnheiten, Lei- denschaften und Lebensunruhen persönlicher Art*.
*Die klassische Theologie fragte nach dem Inhalt des Glaubens – die existentielle Theologie fragte sich, wie das Wort Gottes erfahren und ausgelegt werden könne und die Theologie der Befreiung fragt sich, inwieweit die Glaubensinhalte mit der Befreiungspraxis verbunden sind.
- Von einer belehrenden Verkündigungstheologie zu Chris- tus hätte jede Theologie über den Haufen geworfen, wenn er helfen/heilen konnte.
- Von der Religion, welche primär Theologie ist und der theologische Buchstabe und der gelehrte Gotte im Vordergrund steht (Dogma) zur Theologie, welche nicht die volle Lebenswahrheit abdeckt.Wenn Gott das ganze Universum ist dann ist die Theologie nur ein kleiner und wichtiger Ausschnitt von dem Ganzen. Wenn ich die Welt als De-und Entmaterialisierungsmittel betrachte,wo das Leben zum Gottesdienst wird, brauche ich nicht die Theologie und das Jenseits in Anspruch zu nehmen und dieses führt zum gleichen Ergebnis (die Freiheit der theologischen Forschung).
- Von der geschichtlichen Abgeschlossenheit der Theologie zu den teleologischen (mystischen) Eigenerfahrungen, welche noch offen und neu zu erfahren sind*.
*Warum ist der Heilige Geist (Mystik) immer ein Stiefkind der Theologie geblieben ?
- Von theologisch gelehrt sind wenige (Rechtstheologie) zu aber Christen sind alle (Laientheologie).
- Von der religiösen, theologischen Tiefenerklärung (nur für Eingeweihte) zur religiösen, evolutionären Lebens-Logos-Sinnklärung,weil Religion angeboren ist und konstitutiv zum Menschsein gehört, weil die Religion und der Glaube an Gott dem Menschen anlagegemäß als " Gottesgen" mitgegeben ist (für jedermann).
* Reichtum als Nachweis für ein gottgefälliges Leben ist eine Position, welche nicht mehr in Europa vertreten wird.
- Vom gelehrten theologischen Buchstaben der Religion zu das theologische, denkerische Wesen der Religion muss überwunden werden
- Vom sakralen Charakter und fremden überlieferten Halt der Theologie zum säkularen Charakter der Entwicklung eines eigenen entwickelnden Halt meiner experimen- tellen Lebenstheologie in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi.
- Von der erstarrten, abgelebten, wirkungslosen, konfes- sionellen Theologie zur lebendigen, lebensaktiven, wirkkräftigen Entwicklungs-Lebens-Christentum und über alle konfessionellen Lehrmeinungen erhaben.
- Von der traditionellen theologischen Zwei-Reiche-und zwei Welten- Lehre des Diesseits und Jenseits zum entscheidenden neuen theologischen Ansatz des Theo- logen Dietrich Bonhoeffers, dass es nicht zwei, sondern nur eine Wirklichkeit gibt. Die Wirklichkeit Gottes ist auch die Wirklichkeit der Welt. Gott ist mitten in unse- rem Leben jenseitig, ein gegenseitiges Durchdrungen sein der Transzendenz des Jenseitigen (Gott) in der Prozedenz des Diesseitigen (Welt).Er ist im Diesseits in seinen Schöpfungserscheinungen und Lebensgeschehen
als unsichtbarer "Wille Gottes" sichtbar, aber als sicht- bare Wirkkraftursache im Jenseits unsichtbar. "Ich suche den Gott den ich ausserhalb von mir überall finde" lautet auch ein Ausspruch des Astronomen Johannes Keplers. Gott ist so nah, aber schwer zu fassen konnotierte der Dichter Hölderlin. Dass erst der Dualismus Religion und die Tren- nung zwischen Gottes-und Lebenswort notwendig macht, aber dieser Diesseits-Jenseits-Dualismus ist im nicht-linearen Raum und der zeitlosen Dimension aufgehoben und die anachronistische, dualistische Welt-Diesseits (Materialistik) und Gott-Jenseits-Sichtweise (Mystik) faktisch nicht gibt und die Trennung nur im Kopf existiert und deshalb ist naturge- setzmässig der Jenseitsweg als Lebensfortsetzung, weil es nicht anders sein kann, festgelegt*.
* I.) Das dualistische und deterministische Denken gilt im heutigen, dimensi- onellen, nachquantischen Mikrophysikzeitalter der Be- ziehungen, der Ganz- und Einheit, weil alles mit allem verbunden,
das Kleinste mit dem Grössten, das Nahelie- genste mit dem Entferntesten, makrowissenschaftlich überholt und wahrheitswidrig, auch wenn dieses " getrennt sein " im religiösen Alltag noch vorherr-
schend ist, dass erst den Dualismus Religion als " Zwei- Reiche-Lehre " eines antiken Welt- und scholastischen Gottesbildes notwendig macht .Nicht die Religion ist ein Ausdruck von Entzweiung (Dualis- mus), sondern die fehlende Religion. Es gilt der quantentheoretische Grundsatz, dass alles bekanntlich mit allem zusammenhängt (Interverbundenheit), das Ganze nur ein Einziges und eine Einheit
ist und deshalb keine Zweiheit einer Dualität geben kann. Die Kirche verdankt ihr Dasein, dass der Mensch von seinem wahrem (Selbst)- sein getrennt ist und muss sich mit der praktischen Verkündigungs-
schwierigkeit auseinandersetzen, in der Welt auf ein Reich hin zu- leben, dass erst einmal nicht von dieser Welt scheint.
II.) Religion ist die längst bewiesene und zu überwindende, dualis- tische Welt-Diesseits (Materialistik) und Gott-Jenseits-Sichtweise (Mystik), die es aber durch das Verschränktheitsprinzip der Quan-
tenphysik als säkulare Interverbundenheit faktisch nicht gibt, miteinander verwoben ist, komplementär zusammen gehört und
das Spannungsverhältnis des religiösen Diesseits (Realwelt)-Jen-
seits (Wirklichkeitswelt) Dualismus zum ad absurdum geführt hat. Das menschliche Wesen ist ein Teil des Ganzen und die konven- tionelle Vorstellung von Zeit und Raum sind mit der Relativitäts- theorie überholt. Die scheinbare Trennung vom Anderen und der Zeitenbruch von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nur eine optische Täuschung und ein Relikt unseres dualistischen Be- wusstseins. Es kann ja zwischen Theologie und Naturwissenschaft keine doppelte Wahrheit geben.
III.) Jeder Kulturträger will auf etwas (jenseitiges) hinweisen und die Sehnsucht nach oben wachzurufen, was den Menschen übersteigt, was man noch nicht ist und als Menschenaufgabe verwirklicht werden soll. Das Ende der Evolution wäre, wo Diesseits und Jenseits eins wären. Aber der Mensch befindet sich nur mit einem Teil seines Wesens innerhalb der natürlichen Schöpfung (Dieseits), aber mit einem anderen Teil seines Wesens, was ihn als Menschen charak- terisiert, befindet er sich ausserhalb der Schöpfung (Jenseits), so dass er in zwei Welten lebt. Das Jenseitige existiert im weltlichen Sein und darf sich nicht damit abfinden, dass Gott nur in der einen Hälfte (Jenseits) zu Hause ist, aber nicht in der alltäglichen lebendigen Wirklichkeit (Diesseits).Das Religiöse lässt sich vom Entwicklungs- lebensprozessakt nicht trennen und ist immer mitgegeben und mitgesetzt.
- Von der Theologie des Kreuzes zur Lebenstheologie der Auseinandersetzung als" Kreuzzug gegen sich selbst",weil ich nicht der Gleiche bleiben kann der ich bin,was das zentrale Bibelwort "verändert euch" ist.
- Von der Theologie als Wissenschaft zur Theologie als ein regulatives, aber kein konstitutives Prinzip der For- schung.
- Von der katholischen und evangelischen Theologie, welche sich trotz zentraler Unterschiede ( Das Kirchen- oberhaupt, Rolle der Bibel,Sakramente, Priestertum, Abendmal, Heiligenverehrung) ihrem Wesen gleich, dualistisch und nur äusserlich sind (mittelbares Gott- verständnis) und intellektuell ausgetragen )zu den theologische Unterschiedsthesen und Weiterentwick- lungsgedanken eines Meister Eckhart, wo der Diesseits-Jenseits-Dualismus überwunden wurde und die offizielle Theologie befruchten das Christentum zu neuen Ufern führen kann ( unmittelbares Gott(entwicklungsver- ständnis)und im Leben ausgetragen)*.
Meister Eckhart hat eine neue Schöpfungstheologie und Ekklesiologie entwickelt. Er unterscheidet nicht wie die kirchliche Orthodoxie zwischen dem Wirklichkeitssein Got-tes auf der einen Seite und dem Realitätssein der Welt, son-dern ihm ist alles Gottes Sein.
Gott ist nicht in Begriffen, Büchern und will nicht angebetet, sondern sich selbst werden und durch mich in die Welt zurück- kommen. Der jenseitige Kirchengott wird zum diesseitigen Lebensgott. Es wird nicht mehr gewartet auf Gott sondern Gott wird in der Entwicklung gesucht. Es ist nicht mehr der gedachte Gott der Griechen, sondern der lebendige Gott Meister Eckharts.
Eckhart bekämpft weder ihre Priester noch ihre Institute aber die unbedingte Geltung derselben und das diese das ausschliessliche Organ der Gnadenmitteilung sind, lehnt er ab. Es ist die sakra- mentale Ordnung und damit ein Gottesverhältnis für sich in Anspruch zu nehmen,bedarf keiner kirchlichen Vermittlung- mehr.
Auch die Sakramente und Gebräuche der Kirche erkennt er nicht als das Letzte und Höchste oder als ein Notwendiges, an und das man im kirchlichen Sinne daran gebunden ist, sondern mehr mit einer Umdeutung in das Geistige.Nur damit der Mensch vor Selbstentfremdung vor allem ungöttlichen bewahrt werde, sind jene äusseren Übungen wie z.B. das Beten, Lesen, Singen, Wachen, Fasten, Kniebeugen, Wallfahrten erfunden worden. Solange darum der Mensch noch schwach und Gott entfremdet fühlt, so- lange sind ihm jene Übungen nützlich. Sobald er aber die wahre Andacht in sich wahrnimmt, so lasse er kühnlich ab von allem äusserlichen Wesen, selbst von solchen Übungen zu denen er sich durch Gelübde verpflichtet hätte, was ihnen kein Papst noch Bischof abnehmen könnte.
Nicht die Kirche macht selig, sondern wer selig werden will muss Gott in sich erfahren und erleben und in diesem Erkennen liegt die Seeligkeit. Auch der Laie, der einfache Mensch ist Heilsträger selbst und gibt jedem seine Würde zurück wie diese vor seiner Bekehrung eigen gewesen ist, aber seitens der Kirche nie zuteil geworden war. Das Heil ist nicht wo die Kirche ist, sondern wo das Heil ist, da ist die Kirche.
So sagt er ausdrücklich, dass man Gott aus der Schrift nicht erkennen kann. Dass wir Gott nicht finden ist gerade der Fehler, dass wir ihn in den Gleichnissen und Bibelworten suchen, für den es schlechterdings kein Gleichnis und keine Worte gibt.
Für Eckhart ist der Glaube eine Unterwerfung unter die Vernunft und weist diesen als niedrige Stufe zurück.Er verlangt einen unmittelbaren Verkehr der Seele mit Gott und Unabhängigkeit von den äusseren Zeugnissen. Der Glaube ist bei Eckhart nur ein Randthema und steht nie im Vordergrund wie beim Reformator Martin Luther.
Auch die Gnade und der äussere Sündenerlass ist für Eckhart noch etwas Kreatürliches, eine Beziehung Gottes, was er nicht selber ist. Was Gott nicht selber ist ein vermittelndes Abbild Gottes und das will er ausschliessen. Gnade setzt voraus, dass der Mensch, dem sie widerfährt, noch ausser Gott sein und noch unter Gott stehe und wir darüber hinaus kommen müssen.
Es gibt keinen Gegensatz des Religiösen und Heiligen und dem säkularen Profanen und wird erst durch den Einstellungszustand des Geistes dazu, der sich darin betätigt. Dem Gegensatz zum Gottesreich bildet nicht mehr die äussere Diesseits-Jenseits-Welt, sondern die weltliche Gesinnung des Herzens und der geheiligte Geist kann sich jedes Ding und jedes Verhältnis bemächtigen und ist über jede besondere Form des Wirkens, über jede äusserliche Regel und gebieterische Gesetz erhaben.
Dass uns die äusseren Dinge in unserem innerlichen Leben bloß nicht hinderlich seinen, das genügt noch nicht. Viel- mehr sollen wir alle Dinge zu unserem Heile verwenden, wie fremdartig und unangemessen diese uns erscheinen.In dieser Kunst sollen wir beständig zunehmen und nimmer zu Ende kommmen und in allen Dingen und Tätigkeiten sollen wir Gott erfassen*.
Gott ist ein Gott der Gegenwart, wie er dich findet so nimmt er dich und sieht nicht an was du gewesen bist, sondern was du jetzt bist. Wenn der Mensch sich von der Sünde gänzlich abwendet, so tut Gott, als wenn er nie in Sünde gefallen wäre.
Wir können Gott nicht nur in kausalen Kategorien denken als z.B. den unbeweglichen Beweger wie der Universalgelehrte Aristo- teles getan hat und vor allem der Kirchenlehrer Thomas von Aquin übernommen hat.
Jeder Begriff, jedes Ding hat seine eigene Gotteswahrheit. Immer wenn ich mich entwickle, das Bessere will oder etwas bereue, rufe ich Gott ins Dasein und Gott ist wirklich. Er hat den Kirchen- dualismus " Gott im Jenseits " und der " Mensch im Diesseits " überwunden und damit Gott aus dem Himmel geholt. Gott ist ein hybrides Wesen, diesseitig und jenseitig zugleich.Das Jenseitige existiert im weltlichen Sein und darf sich nicht damit abfinden, dass Gott nur in der einen Hälfte (Jenseits) zu Hause ist, aber nicht in der alltäglichen lebendigen Wirklichkeit (Diesseits).
Meister Eckhart betont nicht das Kreuz, sondern die Geburt Christi in der Seele als das zentrale Heilsgeschehen und nicht die historische Menschwerdung.
- Von der Zufriedenheit mit der starren, scholastischen Verkündigungslehre zum Unzufriedenheitsdrang, die starren, scholastischen Formen zu sprengen, um aus der scholastischen Lehre das tiefere, Innere heraus zu holen und den transzendenten, lebendigen Inhalt im Entwick- lungslebensprozess freizulegen.
- Von der Interpretation der klassischen griechischen Philosophie-Termini (z.B. Natur, Wesen, Substanz als gedachtes Sein) der christlichen Theologie zur Interpre- tation der Lebenstermini (z.B. Freiheit, geschichtlicher Prozess, evolutionäre Nachfolge Christi, Friedens-Bringschuldbegriff) einer Entwicklungslebenstheo- logie+theologischen evolutionsmystik als gelebtes Sein.
- Von dem mittelalterlichen Versuch ins Absolute vom Menschen losgelösten,ruhenden Sein vorzustossen zum gegenständlichen,unruhigen Sein der Innen- und der Aussenwelt zunächst auf den Menschen zu beziehen.
- Von die evolutionäre These stellt eine Bedrohung der traditionellen Theologie dar (Evolutionsmystik) zum Gott der Herr und Vater wird zum Gott der Evolution, der Christus der Auferstehung zum Christus Evolutor und das Kreuz symbolisch für die Auseinandersetzungs- und Überwindungstranzendierung, was mit Leiden verbun- den ist. (Theistische Evolution).
- Von der theologischen Tradition (Lehre vom Gott im Jenseits) zur Entwicklungsteleologie ohne theologische Tradition aber tief religiös als christlicher Neuanfang (die Lehre von Gott im Diesseits) Wenn Gott wahr ist, dann ist er im Hier und Jetzt wahr.
- Von der traditonellen,intellektuellen Theologie, wo kein Raum ist für existentielle Erfahrung und der persönliche Entwicklungs-Individualisierungs-Weg nicht vorgesehen und deshalb die Theologie nicht die volle Wahrheit ist (gebildeter Theologe) zu der Theologe Paul Johannes Tillich nannte den Existentialismus ein Glücksfall für die christliche (Prozess)theologie( experimentelle Selbst- konzepttheologie *.
* Die klassische Theologie fragt nach dem Inhalt des Glaubens, die existentielle Theologie fragte sich, wie das Wort Gottes erfahren und ausgelegt werden könne. Die Theologie der Befreiung fragt sich, inwieweit die Glaubensinhalte mit der Befreiungspraxis verbunden sind.
- Von den theologischen Begriffen in der religiosen Welt zu theologische Begriffe gelten in der Realwelt als proble- matisch und nicht anwendbar.
- Von dem Theologie-Wahrheits-Verständnis, dass die Welt der Erscheinung nicht die letzte Wahrheit ist zum De-und Entmaterialisierungs-Theologie Wahrheits-Verständnis, dass alles in der Welt nur Mittel, Chiffre und Gleichnis ist seinem Gott näher zu kommen.
- Von der alten Theologie der vielen religiösen Bildmotive zur modernen Theologie des Malers Vincent van Gogh, welcher in seinem Leben nur ein religiöses Bild gemalt hat aber seine vielen anderen hunderte von Bilder sind Ausdruck höchster Religionsempfindung.
- Vom sakralen Charakter der Theologie (wir existieren aus Gottes Gnade) zum sakralen Charakter der Entwicklung (Wir existieren erst bei Entwicklungsreife-Nr.782 wirk- lich)*.
* Nicht der Mensch macht Entwicklung ,sondern die Entwicklung macht den Menschen, Du schiebst nicht, sondern Du wirst geschoben wie der Altmeister Goethe zu sagen pflegte.
- Von der Theologe hat das Dogma im Auge zu das Entwicklungs-Lebens-Christentum bedarf des freien Blickes.
- Von die Gottessuche durch die Theologie ist nur ein möglicher Weg zu aber nicht der einzige und insbeson- dere nicht der individuelle Weg.
- Von eine Theologie betreiben für die Gestaltung des Lebens nach vorgefassten abstrakten Normen und kirchenpolitischen Zielsetzungen zu einer Theologie betreiben, welche sich nach ihren Quellen und Methoden her versteht. Es gibt viele Theologen, die sich zu einer immanenten Transzendenz bekennen*.
* Viele Wissenschaftstheoretiker sprechen der Theologie aufgrund ihrer Bekenntnisgebundenheit die Wissenschaftlichkeit ab. Theologie bezieht sich auf eine bestimmte Religion und Konfession.
Von die Theologie wurde entwickelt und festgelegt von Menschen, die Distanz hatten zu weltlichen Tätigkeiten und sinnlichen Leben zu deshalb klaffen die Lebenswirk- lichkeit und die Lehre weit auseinander und erfassen das wirkliche,pralle Leben nicht.
- Von einer spekulativen Theologie, welche bequem ist, weil man das Wort Gottes nimmt und darüber speku- liert,disputiert und interpretiert (Sache der Professoren) zur unbequemen Theologie, wo man sich vom Wort Got- tes bestimmen lässt und diesem folgt (Sache des Men- schen).
- Von der Theologie der Religionsseite, welche auf das Leben übertragen wird zur Religion von der Entwick- lungslebensseite, wo das Leben zur Theoloige wird und in das Leben aufgelöst wird. Der Aufklärungsdichter Gott- hold Ephraim Lessing hoffte, dass eine Zeit kommen wird, in der alle Theologie aus dem Christentum ver- schwinden würde.
- Von anstatt den Kreuzweg zu beten (via crucis als Theologie des Kreuzes) zu seinen Kreuzzug gegen sich selbst und seine "sieben Teufel" als "Stiller im Lande" zu gehen (via vita progressus als die Theologie des per- sönlichen Entwicklungs-Individualisierungs-Weges).
- Vom Klosterkreuzgang der Leidensstationen (Kloster als ein Weg zu Gott) zum eigenen Kreuzgang der Lebenssta-tionen (Entwicklung, als ein Weg mit Gott).
- Von einem Kloster-Kreuzgang z.B. in Saverne/Elsass zum Selbstzerissenheits-Leidens-Suchweg einer fast selbst aufopfernden Wahrheitssuche in Frankfurt/Main, wo der Kreuzweg aus den S- und U-Bahn Stationen dieser Stadt bestand, wo jeweils ein- und ausgestiegen wurde....*
* Siehe Textfortsetzung im Gliederungspunkt "Der Beruf wird zur Berufung" in säkulare, evolutionäre Nachfolge Christi
Philosophie
- Von der abstrakten Bewusstseinsphilosphie der mit- telbaren Anschauung des Absoluten (Vernunft als gedachtes Sein ) zur unmittelbaren (Entwicklungs)- Seinsphilosophie des Werdens des Absoluten eines Meister Eckhart (Mystik als gelebtes Sein). Das konkrete persönliche Leben wird zum philosophischen Programm und die Auslegung des Lebens zur praktischen Philo- sophie*.
* I.)Bildungs-Kultur-Lernen ist abstrakte Schulkatheder-Philosophie des Gewordenen durch einen lehrenden und gelehrten Philosophen.
Es wird als leicht betrachtet 10 Bände über die moderne Philosophie zu schreiben,welche mehr eine Verhaltens- aber keine Seelenlehre ist. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist eine lebensempirische Experi -mentalphilosophie des Werdenen und es wird als schwer betrachtet, nur einen Grundsätz in die persönliche Tat umzusetzen, um der Seele ein bisschen mehr Frieden zu geben.Die Philosophie gehört der Vernunft an, die Theologie der Schrift und dem Glauben und bei der Mystik gibt es kein anderes Mittel als die Selbsterfahrung.Am Anfang einer jeden Religion steht immer der ungeschichtliche Charakter der Mystik, weil der Kern zeitlos ist und alle Reformbewegungen der Kirche hatten ihren Ursprung in der Mystik. Wo es keine Mystik gibt, da hat die Religion aufgehört zu existieren
II.) Die Philosophie schliesst den Glauben aus.Deshalb bleibt sie hinter der Wahrheit zurück.
Schöpfungslogos
> Beim Bildungs-Kultur-Lernen herrscht die Autonomie der Zahl und es gibt nur Klarheit in der Mathematik. Der französische Philosoph Rene Descartes träumte von einer Lingua universalis, in der das Wort die gleiche abstrakte Absolutheit besitzen sollte wie die Zahl( Mathesis univer- salis), mit der erst das Ziel der wahren Philosophie erreicht
sei. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen geht es im Kern
die Aussage von Meister Eckhart; "Der Vater sprach ein Wort
und das ist sein Sohn. In diesem Wort sprach er alle Dinge" in Anlehnung an den Bibelvers Johannes 1:1-18. "Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst. Von Anfang an war es bei Gott. Alles wurde durch das Wort geschaffen; nichts ist ohne das Wort entstanden". Der trinitarische Prozess be- steht im (Entwicklungs)leben,in dem Gott Vater seinen
(Schöpfungs)logos im (Entwicklungs)prozess den Sohn als Gottes Geist im (Überwindungs)prozess offenbart. Die Schöpfung als Sohn, welcher im evolutionären, geistigen Entwicklungs-Auseinandersetzungs- Leidens-Glaubens-Überwindungs-Transzendierungs-Werde-Erkenntnis-Prozess geboren wird. Der Vater ist wirkend und der Sohn ist erlei- dend (eine Geburt ist immer schmerzhaft). Das Leben ist das Wortlogos. Die Erkenntnis ist in der Auseinandersetzungs- schöpfung entstanden. Der Entwicklungslernprozess ist
eine dynamische Auffassung der Formenerfassung als Prozessprägekraft des Formens, wo das Gestaltlose des Entwicklungsgeschehens durch Transzendierung " als Kernspaltung des Seins" (" Individual-Logos ") meiner Le- benswirklichkeit zur Wissens-Form-Klarheit transformiert wird, wo das Innerliche veräusserlicht und eine Nichtform in eine neue (Wissens)form gebracht wird. Es ist nicht das gelehrige (gepredigte), sondern das erlittene (Vorbild)- wort(wissen)*.
*I.) Denn im Erkennen ist Gott sich selbst offenbar und fliesst aus in alle Dinge. Gott schuf nicht unmittelbar, sondern als Erkenntnis. Im Erkennen schuf Gott alle Dinge. Die Dinge sind, weil sie Gott erkennt, aber kein Ding ist Gott selbst. Was in das Erkennen fällt ist nicht Gott, weil er nur aus sich heraus gegangen, aber in sich ruhend bleibt. Es gibt keine Materie, aus welcher Gott formte. Gott ist seine eigene Materie und Form. Soweit Gott Gleichheit in der Seele findet, soweit wirkt er. Jede Erkenntnis sucht Gott. Durch das Erkennen von Gott nehme ich diesen in mich hinein. So ruft dieser einzige Gott durch sein Erkennen die Dinge ins Da sein, weil sein Sein erkennen ist. Die Dinge sind, weil er sie erkennt. Gott ist in allen Dingen wesenhaft, wirkend, gebärend ist Gott nur in der Seele (alles Meister Eckhart Zitate und weitere über die Wirkkraft der Erkenntnisse im Gliede- rungspunkt Meister Eckhart Aphorismen)*.
* Wer sich z.B. im gotischen Baustil wieder erkennt, dann ist dieser mir ebenbürtig. Keiner vermag darüber hinaus etwas zu erkennen, was er selbst nicht in sich hat. Er ist nicht mehr der Suchende, sondern der Gesuchte, welcher mit dem Erkenntnisobjekt eins wird und selber verwandelt wird. Es ist der Transformations-Punkt, wo das Überwundene mit dem Überwinder eins wird. Das Subjekt und das Objekt der Erkenntnis sind identisch und die dualistische Spaltung als der Lebenswiderspruch ist aufgehoben.
II.) Des Vaters Tätigkeit ist nichts andere als das Gebären seines Sohnes. Gottes Weisheit ist sein eingeborener Sohn. Sohn heisst das Objekt des Erkennens in dem Sinne, wo nach etwas als Sohn des Jenigen bezeichnet wird, dem es sein Dasein verdankt und mit es zugleich Wesensgleichheit besitzt. Jeder Begriff, jeder Gedanke, je-
des Ding, jede Tat hat seine eigene Gotteswahrheit. In jedem guten Gedanken und Absicht, in jeder guten Tat, jeder neuen Erkenntnis, in jedem Entwicklungsvollzug, dort wo ich das Bessere will, in jeder Tugendübung, in jeder Wahrheitsfindung, in jeder Aufhebung des Entwicklungs- Individualisierungs-Lebens-Widerspruches wird der Sohn geboren und ich rufe Gott damit ins Dasein, und Gott ist wirklich. Der Sohn ist nicht nur geboren worden, sondern vielmehr wird er jetzt geboren und dieses jetzt ist ein ewiges Werden.
III.) Denn der Vater bleibt sich in seinem ewigen Gebären immer gleich. Gott spricht nur ein Wort in seinem Sohn. Der Vater liebt nichts als seinen Sohn. Darin verzehrt er seine ganze Kraft. Der Sohn allein ist die Wahrheit und nicht der Vater. Christus hat uns vom Vater nicht dies oder das " stückweise "gelehrt, sondern alles, was
der ewige Vater hat, sein Wesen, seine Natur und seine ganze Gottheit, Das offenbart er uns allzumal in seinem Sohn und lehrt
uns, dass wir derselbe Sohn sind.
IV.) In dem ungeborenen Wesen (vor der Personbildung) ist der Vater ein unpersönliches Wesen (also nicht der Vater). Erst durch den Akt des Zeugens des Sohnes empfangen Vater, Sohn und Heiliger Geist zugleich ihre Persönlichkeit. Der Vater hat aus dem Nichts alle Dinge erschaffen. Der Sohn ist das Urbild von allen werdens und der Geist ist der Werkmeister und Ordner in der Ewigkeit und Zeitlichkeit.
Nach Eckhart gibt es dem nach drei Arten der Schöpfung; die Geburt des Sohnes, die Schöpfung der Dinge aus dem Nichts und die Rück-
bildung der Dinge durch die Gnade. Alles fliesst wieder zu Gott zurück aus dem es geflossen ist. Nach Meister Eckhart bin ich von Ewigkeit her der Sohn Gottes gewesen meiner Bestimmung nach, auch wenn es in der Lebenswirklichkeit noch nicht angekommen ist.
V.) Gottesgeburt ist auch Christusgeburt, aber zuvor muss er sterben,
was als ein absterben und Überwindungs-Tranzendierung in der Welt gedeutet werden kann. Die Gottes Geburt realisiert sich ewig in der Wiedergeburt in der menschlichen Seele. Meister Eckhart betont
nicht das Kreuz, sondern die Geburt Christi in der Seele als das zen-
trale Heilsgeschehen und nicht die historische Menschwerdung.
VI.) Das kreatürliche Sein ist nichts anders als das Sein Gottes, weil es nur eine Schöpfung Gottes gibt und deshalb das Leben eine Er-
scheinung Gottes ist. Das Werden Gottes ist kein Entschluss Gottes, sondern mit seinem Begriffswesen mitgesetzt. Wirklich ist nur Gott und alle Kreatur, nur sofern sie gotterfüllt ist. Es ist die Gleichsetzung von Gott und der Schöpfung. Gott ist nicht in der Ferne, das Jensei-
tige, Transzendente, der im Himmel und ausserhalb der Erde wohnt, sondern er wohnt in allem und mitten im Leben eines jeden Ein- zelnen. Gott ist Subjekt und kann nicht zum Objekt gemacht werden.
In den Tiefen des Seins ruht die Tiefe Gottes. In Wahrheit macht nicht der Schöpfer, sondern das Geschöpf den Schöpfer. Die Wahrheit ist,
dass Gott die Evolution geschaffen hat, um ihn zu finden und noch dabei ist ihn zu schaffen
> Der Frieden ist eine elementare Grundkraft (der Seele), Verankerung mit dem Ewigen und gilt als das machtvollste Wissens-,Heil-,Wirkungs-, angstauflösende,-Schutz-, Ord- nungs- Harmonisierungs- und einflussreichstes Kraftfeld als wissender und schöpferischer Geist, steht über allem und diesem kann keine menschliche Bosheit, kein Widerfährnis, keine Umstände,keine Krise und keine Macht der Welt schaden. Irrtümer werden korrigiert und zeitweilige Miß- geschicke bekommen ihr "Happy End". Ohne etwas zu wollen oder tun (wäre Unfrieden) und darüber noch nachzudenken, wird alles mit Friedensgeduld und Friedensvertrauen erreicht, was mit dem Sprichwort "Wissen ist Macht " oder am Anfang war das (Schöpfungs)wort (Logos) gemeint ist. Alles wird einem dienlich. Der Mystiker weiss, dass er alles vom Geist (= Friedenstranszendierung) her steuert und nur zu sein (im Sein) ohne etwas sein zu wollen braucht. Es ist das Bibelwort;dem ruhigen Geist ist alles möglich. Deshalb wird nur aus der Mystik heraus Substanz geschaffen und der Mystiker weiss, dass er die Umstände nur vom alles durch- dringenden, schweigenden (Friedens)bewusst- seinsgeist her als das "göttliche Logos", ohne etwas zu tun, steuert. Alles geschieht von selbst (vom selbst her).Einfluss haben heisst immer seine Seele übertragen. Je mehr Selbst- vertrauen wir haben, desto grösseren Einfluss üben wir aus.
> Wenn sich neue Erkenntnisaspekte enthüllen, wird auto- matisch eine neue Wirklichkeit geschaffen, welche zur Materialisierung drängt. Erkenntnis(sein) ist nur der Schöp- fungsbeginn, aber nicht "Handlanger" des Schöpfungsaktes und noch kein Werdeprozess. Im Sein selbst gibt es kein Werk, aber im Werk kehrt Gott zu sich selbst zurück. Es ist der Same für die evolutionären Kräfte zu einer lebensdy-
namischen, energetischen Entwicklungsrichtung oder das Schaffen eines grossen Werkes. Der Künstler kann nur schaffen, wenn es ihn packt. Es sind die mitreissenden, kraftvollen Worte eines Redners, was die Seele in Wallung bringt, weil diese davon berührt wird. Es werden weiter z.B. bei der Geistheilung die Selbstheilungskräfte bei kranken Menschen aktiviert, durch das Friedensbewusstsein wird Chaos zur Ordnung und Probleme lösen sich auf. Entwick-
lungsbewusstsein ist, wenn transzendiert formbildend,
also logoshaft. Nicht die sichtbare Materie, sondern der (Entwicklungs)geist ist das Wirkliche. Alle Materie ist nichts anderes als verkörperte Lebensbildekraft (Lebenslogos), welche in geistige Lebenskraft wieder verwandelt werden kann. Alles Materielle auf der Erde ist nichts anders als verdichtete, materialisierte, geistige Schwingung wie es in der Quantenphysik definiert wird. Nichts ist in unserer Wirklichkeit ohne Bewusstsein*.
* I.) Logos (von altgriechisch λόγος lógos,als Urwort und Quelle der Gedankenschöpfung, deutsch Wort, Sinn, Vernunft, Frieden Nr. 403, Licht Nr.405). Vernunft ist die Übersetzung des griechischen Wortes " Logos "als die Wiedergabe dieses Wortes durch den Ausdruck Geist.
Nach Meister Eckhart entspricht "die Seele" dem Logos des gött-
lichen Wortes. Logos ist ein philosophischer,religiöser Begriff und
die Ursache als Schöpfungsquelle der Evolution. Im erweiteren
Sinne wird der Logosbegriff als der Entwicklungsprozess-Begriff der Menschwerdung verstanden. Jede Glaubensentwicklung, jede Remateriali- sierung, jede säkulare, evolutionäre Nachfolge Christi, jede Entwicklungs-Individualisierung, jegliches Kulturlernen, jedes Unsterblichkeitslernen, jegliche Auseinandersetzung-Überwindung etc. Es sind die Entwicklungskategorien dieser Webpräsenz und das Religions-und Gottentwicklungsverständnis eines Meister Eckhart, dass Gott einem erst in der Entwicklung gegeben wird und Entwick-lung die Seele zu Gott hin trägt. Immer wenn ich mich entwickle, rufe ich Gott ins (diesseitige) Dasein und er tritt an die Stelle des Über- wundenen als das transzendierte Verbesserte. Es ist von der Welt und dem Schöpfungs-Logos heilsgeschichtlich, typologisch und sta- tisch als einmalig gedeutet zum Welt- und Schöpfungslogos individu-
algeschichtlich, evolutionär und dynamisch als Schöpfung geschieht immer gedeutet. Es ist vom philosophischen Begriff des Schöpfungs-
logos, der nicht abgeschlossen ist und sich permanent fort setzt zum quantenphilosophischen Begriff des Schöpfungslogos, der sich als fortlaufende Einzellebensschöpfung fortsetzt. Die Fähigkeit zur Schöpfung ist ungeschaffen und ein Mitschöpfertum ist eine inhä-
rente Eigenschaft. Schöpfung und Evolution sind derselbe Prozess.
II.) Bei einem bspw. neuen, "schöpferischen Arbeitsverständnis" z.B. ist der Arbeitsplatz nicht automatisch "Arbeit an sich ", sondern erst das Ergebnis von individueller Entwicklungs-Auseinandersetzungs-und Überwindungs-(Transzendierungs)arbeit. Das alte Arbeitsver- ständnis bedeutete bisher, dass Arbeit vorhanden und genug zu tun ist, während beim evolutionären Arbeitsverständnis Arbeit " Teil der menschlichen Entwicklung " ist, weil ich mich mit ihr auseinander- setzen, zu neuen Erkenntnissen gelange und mir die Arbeitsmöglich-
keiten erst erschaffen muss. Es ist bei der Arbeit lernen, wie die Ar-
beit weiter geht. Wenn die Arbeitsausführung nicht " Selbstentwick-
lung als Arbeitsentwicklung " zum Ziele hat und nur Arbeitsaus- führung ist, bleibt die getane Arbeit für den Arbeitenden als auch für die Arbeit selbst (Unternehmen) (entwicklungs)wertlos. Weil keine Entwicklung statt gefunden, hat die Arbeit ausser dem einmaligen Geldverdienen nichts gebracht und ist aus der " Entwicklungsbrille " betrachtet vergeudete Arbeitslebenszeit.
III.) Der Begriff ist aber nur wahr, wenn er lebensidentisch ist und
die Entwicklungserfahrung als veränderter Zustand auf den Begriff gebracht geworden ist wird als "Entwicklungslogos bezeichnet". Der Entwicklungsbegriff wird zu einem Kraftfeld und wird vom Begriff-
lichen befreit. Erst durch Überwindung der Begriffssache besitze ich erst das Wesen der Sache. Jeder Bildungsbegriff bekommt, weil nach der Entwicklung ausgerichtet, somit eine dynamische, schöpferische
Entwicklungsqualität, weil er mit der Lebensausführung identisch wird und sich alles in Worte fassen lässt. Die Sprache entwickelt sich bildungswissenschaftlich weiter, aber sie wird nicht entwicklungs- schöpferisch nach dem Logosprinzip genutzt. Wie schon bei der Krise in der klassischen Physik der zwanziger Jahre des letzten Jahrhun-
derts ist die heutige gesamtgesellschaftliche Krise eine Folge der Tatsache, dass wir versuchen, die Begriffe einer längst überholten Weltanschauung des mechanischen Weltbildes auf eine Wirklichkeit anzuwenden, die sie mit den Begriffen dieser Realitätswelt sich nicht mehr erfassen lassen und Isaac Newtons Gesetze (Philosoph) für ewig wahr und unbedingt gültig halten und wo kein Platz für Bewusstsein war.
IV.) Die Lebensauseinandersetzung hat Meister Eckhart mit der Erscheinungsweise der Gottwerdung und Gottentwicklung gleich gesetzt. "Gott wirkt sich selbst in dem Entwicklungsprozess und ich werde". Der Entwicklungserkenntnisprozess wird als ein religiöser trinitarischer Akt verstanden und ist dem Entwicklungslebensprozess automatisch mitgegeben. Der trinitarische Prozess besteht im (Ent- wicklungs)leben,in dem Gott Vater seinen (Schöpfungs)logos im (Entwicklungs)prozess dem Sohne als Gottes Geist und Weisheit im (Überwindungs)prozess offenbart. Die Überwindung wird als Heils- vorgang interpretiert "und in jeder Überwindung wird Gott neu geboren". Polarität ist ein Liebesakt. Die zwei entgegengesetzen Prinzipien ziehen sich wieder an, streben zur Einswerdung und zur Zeugung eines göttlichen Kindes, dem Logos. Die Schöpfung war nicht wie z.B. die Deisten glauben nur einmal, sondern geschieht in jeden Schöpfungsakt immer wieder. Erst durch die Weltüberwindung ("stirb und werde"kann das religiöse in die Welt kommen und das Heilige in das Innerweltliche eingehen.
> Von der Quantenphysik wissen wir, dass es keine Materie und nur rematerialisiertes Bewusstsein als Substanzbildung durch Transzendierung als Reflexionsspiegelung von Frie- densbewusstsein und Bildungsbewusstsein gibt. Nur der Geist ist Wirklichkeit und die Ursache für die transzen- dierende Materialität.
Gedanken sind nicht nur Mittel der Logik, zur Erkenntnis, des Wahr- nehmens und zum Verstehen, sondern fibrierende Lebens-und Selbst- verwirklungskräfte, mikrophysikalisch betrachtet bewegte und ge- steuerte Energie. Der Makrokosmos des Schöpfungsberichtes wan-
delt sich zum Mikrokosmos des Bewusstseins.
"Im Anfang war das Wort", der erste Satz vom Johannes Evangelium in der Bibel, ist auch der Anfang von der Szene "Im Studierzimmer" aus Goethes Faust I. Je mehr das Wort nur Zeichen wird, desto kraftloser wird es und je reicher sein Symbolgehalt (Zahl), desto ärmer sein Wesensgehalt. Das Wort ist etwas verkörpertes Konkretes und Fleisch, während die nackte Zahl wesen-,seelen- und wirkungslos ist, welche jeder versteht und sich weiter entwickeln lässt. Die Klarheit und die Kraft des schöpferischen (Vorbild)wortes ist dort am Grössten, wo es aus der Tiefe der Existenz heraus gesprochen wird also nicht vom menschlichen Verstand, sondern vom (seelischen) bewusstseinslosen Frieden des Gewissens. Das ist der Sinn des Johannesevangeliums."Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort". Der Werkmeister hat die Welt nicht mit den Händen geschaffen, (die Schöpfung hat keine materielle Ursache),sondern durch das Wort. Es ist ein Lebensgeschehen aus dem Nichts, was immer gegenwärtig ist, wenn etwas Neues mit urweltlicher Kraft zutage tritt. Es ist der Sinn des Biologos, dass Gott die Quelle allen Lebens ist und das dieses Leben Gottes (Entwick- lungs)willen ausdrückt*.
* I.) Wir sprechen z.B. bei Michelangelo und Rembrandt von schöpfe- rischer Fähigkeit, indem sie Materialien veredelt haben, aber kein Mensch in der Welt hat die Macht oder Fähigkeit, etwas aus dem Nichts heraus zu erschaffen. Das kann nur Gott.
II.) Nach dem theoretischen Physiker Stephen Hawking hat sich das Universum aus sich selber heraus "dem Nichts" erschaffen und deshalb sei für die Entstehung des Universums kein Gott notwendig gewesen..Es ist die Lehre von der "creatio ex nihilo" die aber mit- einschliesst,wenn die Welt aus dem Nichts geschaffen wurde, fällt sie wieder, wenn Gott sich aus dem Erschaffenen zurück zieht, in das Nichts zurück.
- Vom weltfremden Leben abgehobener, jenseitiger theo- logischer Sprachdiktion zu die Sprache ist Teil des Schöpfungsplans der Welt. Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Alles wurde durch das Wort geschaffen; nichts ist ohne das Wort entstanden". Der trinitarische Prozess besteht im (Entwicklungs)leben,in dem Gott Vater seinen (Schöp- fungs)logos im (Entwicklungs)prozess den Sohn als Gottes Geist im (Überwindungs)prozess offenbart. Die Schöp- fung als Sohn, welcher im evolutionären, geistigen Entwicklungs-Auseinandersetzungs- Leidens-Glaubens-Überwindungs-Transzendierungs-Werde-Erkenntnis-Prozess geboren wird.Der Vater ist wirkend und der Sohn ist erleidend (eine Geburt ist immer schmerzhaft). Die Erkenntnis ist in der Auseinandersetzungsschöpfung entstanden. Der Entwicklungslernprozess ist eine dynamische Auffassung der Formenerfassung als Prozessprägekraft des Formens, wo das Gestaltlose des Entwicklungsgeschehens durch Transzendierung " als Kernspaltung des Seins" (" Individual-Logos ") meiner Le- benswirklichkeit zur Wissens-Form-Klarheit transfor- miert wird, wo das Innerliche veräusserlicht und eine Nichtform in eine neue (Wissens)form gebracht wird. Es ist nicht das gelehrige (gepredigte), sondern das erlittene (Vorbild)wort(wissen)*.Siehe Textfortsetzung oben den Gliederungspunkt "Dreifaltigkeitsdogma".
*I. )Bildungs-Kultur-Lernen ist die Sprache im Substantiv uns formel- haft zu gebrauchen und deskriptiv den Literalsinn des Wortes ver- stehen. Es ist die intellektuelle Kultur-, Fach- und Dingsprache zur Realitätsbewältigung und das feststehende Designat als Abbildung für die gewordene Realität. Es ist Sprache lernen, um etwas zu beschreiben und zu sagen.Es ist Sprache als abstrakter Geist und Geist als Sprache (Sprachstatik und das Substantiv als das Gewor- dene). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist die individuelle, therapeutische Entwicklungslebensprozess-Sprache und die Sprache im induktiven Verbum und lebendigen Zeit- und Tätigkeitswort zu gebrauchen, um das Entwicklungswortwesen zu verstehen und die Sprache mehr im Verbum und dem lebendigen Zeit- und Tätigkeits- wort zu gebrauchen als dynamische Entwicklungs-Prozess-Sprache für die Werde struktur einer Wirklichkeitskonstruktion. (schöpferische Sprachdynamik - im Sprachlernprozess das Verb als Realitätsprozess des (Logos)werdens)*.
* Wahres Wort erhebt, falsches Wort begräbt.
II.) Die Sprache vollzieht sich durch das Mittel der Individuation in eigener " Entwicklungswort- und Entwicklungswertprägung als ver-
sprachlichte Entwicklung", um die ureigenen Entwicklungsanlagen und Eigenheiten als das Individuallogos besser zur Entfaltung zu brin-
gen. Sprachlernziel ist es eine Sprache zu liefern, um es benennen zu können, indem die Entwicklungsidee durch die Hände der Entwick- lung in die Sprache des Lebens zu übersetzt wird, um eine Überein-
stimmung von der Sprache und der konkreten und unmittelbaren Lebensdirektheit zu erreichen.
III.) Der definitorische Bildungsbegriff wird erst beim Entwicklungs-
lernen bildungsdeduktiv und entwicklungsinduktiv in der Ausein-
andersetzungs-Wechsel-Transzendierungs-Wirkung entfaltet, was nach dem Synchronisationsprinzip die Totalität und Komplexität des Begriffes abdeckt und der Begriffsdualismus und Wissensdetermi-
nismus auflösend überwunden wird. Der dynamische Entwicklungs-
begriff trägt sein Ganz- und Einheitsziel in sich und die Immanenz (Begriffsgehalt) und die Transzendenz (Begriffsübersteigende) sind
im Begriffsbildungsprozess " als Doppelblick " mitgegeben. Damit wird der Widerspruch des Begriffes als begrenzender Ausdruck (lat. definitio Abgrenzung) aufgelöst. Der Entwicklungsbegriff ist auf statischer Instabilität aufgebaut, welcher sich in der dynamischen
Begriffs-Entwicklungs-Transzendierungs-Bewegung entwickelnd zu mehr Begriffsklarheit und Begriffsgenauigkeit als Verbesserung synchronisiert und stabilisierend zur Begriffsruhe gelangt als das
Ziel aller Begriffs-Such-Unruhe. Die begriffliche Einheit ist nur in der Entfaltung der begrifflichen Vielheit gegeben. Lebensübereinstim-
mung als Einigung und Einung ist auch entwicklungskonforme, universelle Begriffsübereinstimmung als Ganz- und Einheit und da-
mit wird jeglicher starre Begriffsdualismus aufgelöst.
IV.) Bildungs-Kultur-Lernen ist der Gebrauch von Sprache unter nor-
mativen Aspekten und die Syntax, die Sprachregeln und Semiotik werden in Wörter-, Rechtschreib- und Stilwörterbüchern beschrieben. Es ist eine Sprachhaltung, die sich in Fachausdrücken und Fremd- wörtern gefällt. Es ist die mittelbare Sprache des Intellektuellen, des Wissenschaftlers, des Politikers, der Medien und der Zivilisation.
Es ist die offizielle, einheitliche in Deutschland " Duden-Sprachre-
gelung " eines Sprachraums zur Daseinsbeherrschung und das sprachliche Ausdrucksvermögen für die richtige Bewusstseins- und Erkenntnisbegriffsbildung. Die Sprache dient dazu, den Denkzustand als " hörbarer Geist " mit Worten ausdrücken und ist in der äusseren Erscheinung deskriptiv. Immerhin ist es ja die (Bildungs)sprachent-
wicklung über die Körpergestik zur Lautsprache, welche den Men- schen in seiner langen Entwicklungsgeschichte zum Menschen wer-
den liess (verbale Sprachexistentialität als bezwungener Sprach-
Wert-Geist). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist die inoffizielle Ent-
wicklungssprachregelung der Lebensauseinandersetzung der versprachlichten Entwicklungstranszendierung des manifestier-
ten Lebensausdruckes. Es ist die Unmittelbarkeit des Lebens als
Entwicklungssprache und als das, was ich am tiefsten empfinde, glaube, was mich bedrückt, treibt und was gesagt werden muss.
Die Entwicklungs-Lebenssprache ist eine subjektive Begriffsobjek-
tivität in eigener Entwicklungswort- und Entwicklungswertprä-
gung als entwicklungslebensgetreue Wortbildung auf den " Ent-
wicklungs-Jetzt-Hier-Ist-Zeitpunkt " gebracht als individuelle Wahr-
heits-Individuierungs-Empfindung. Weil das Leben sprachlos ist und
selbst die Worte prägt, will der Entwickelnde nur seine eigenen Worte und die tiefsten Sachen in einfacher Form sagen.
V.)Gott ist die individuelle Lebensentwicklung und nicht in Be- grifflich- keiten eingesperrt und steht über jeden Begriff. Religion kann nicht durch die indirekte Theologiesprache wirklich gelehrt werden. Die Lebenswahrheit in der Lebens- sprache wird ernst genommen, aber nicht die Lebenswahr- heit in der theologischen Sprache. Bis zu Martin Luther sprach Gott nur Latein. Die religiösen Formen haben sich gewandelt und die religiösen Wege sind vielseitig. Die un- präzise, lateinisch wissenschaftliche Begriffssprache schafft Distanz, während die (deutsche) Muttersprache von Herzen zu Herzen geht weil die Begriffe mit Leib und Leben erfüllt sind.Es kommt zu einer Unschärferelation wie bei jeder anderen Fachsprache auch. Latein ist Philosophie und Theologie,aber Deutsch- (Muttersprache) ist Mystik und die Religiösität des Lebens. Die religiöse Sprache bedarf einer Sprache der verbalen Verflüssigung und nicht einer Statik. Die vertrockneten, scholastischen Begriffe sind blutleer, bild- los und nicht lebens(umgangs)sprachlich lebenkräftig und bildhaft. Meister Eckhart ist der Künder einer Christus- religion, welches dem muttersprachlichen"deutschen Gemüt und tiefster Sehnsucht "wie z.B. das Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht "entspricht.Siehe Textfortsetzung den Gliederungspunkt "Meister Eckhart und die deutsche Sprache".
VI.) Vom formelhaften, rezitativen,etwas sich vormachenden, kalten Latein und intellektualistischen theologischen, scho- lastischen "Halle-Jula-Kirchen-Stelzen-Sprache", welche den Sprachkern, die semantitische Sprachfülle, die Sprachdichte und das muttersprachliche Gefühl nicht erschliesst zu es ist lebenssprichwörtlich " auf gut deutsch " sagen, " weil Gott Deutsch spricht ", sonst hätte er mich nicht verstanden. Religion ist immer einzelpersönlich und deshalb ist die immer individuell und eine eigene, "unverquaste Sprache". In der Volkssprachlichkeit liegt die Kraft, das Wesen einer Nation und hier wird "der Volkston" getroffen. Religion kann nicht durch die indirekte vom Leben abgetrennte Theologie- sprache wirklich gelehrt werden,weil das Leben selbst Religion ist. Religion ist angeboren und gehört konstitutiv zum Menschsein. Das Religiöse (der Christus in uns) lässt sich vom Entwicklungslebensprozessakt nicht trennen und ist immer mitgegeben und mitgesetzt. Siehe Textfortsetzung den Gliederungspunkt "Religiöse, theologische Sprache-Entwicklungs-Lebens-Sprache "in Christentum-frueher-und-heute.
> Logosidee als Licht ist auch die neuplatonische Philosophie mit der Theologie des Lichtes des Johannes-Evangeliums verknüpft, wo der göttliche Logos als das wahre Licht be-
griffen wird, das in der Dunkelheit scheint, durch welches alle Dinge erschaffen worden sind und jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt. Denn alle Existenz und alles Leben beruht einzig und allein auf Spiegelung und Reflexion (Transzendierung) auf das universale Licht Gottes (gotisches Lernprinzip). Wer das (Ur)licht hat, der hat auch das erkennende Leben. Erst durch Reflexion (durch mich) und Selbstreflexion (wird Gott). Das Licht, was ich suche, kann ich nicht selbst entzünden. Gott ist Licht und Licht ist die Erscheinung Gottes", welches die Energie der Schöpfung und allen Lebens ist und den Dingen ihre Schönheit verleiht. Gott denkt in ausgewogenen Lichtwellen und sein univer-
saler Körper ist vollkommen im Gleichgewicht. Bewusstsein war das Licht, welches sich als biologisches Leben weiter entwickelte, als es sich materialisierte. In der Lichtmeta- physik ist das Urlicht Gott selbst und alle Dinge dieser Welt sind umso wesenhafter, je mehr sie an diesem Urlicht teil- haben d.h., transzendiert worden sind, was auch das Gottentwicklungsverständnis eines Meister Eckhart ist. Deshalb auch seine rigorose Aussage, dass ein Stück (Gott) entwicklung mehr wert ist, als die ganze Welt. Die Welt ver-
geht, aber die zeitlose Entwicklung bleibt ewig. Siehe Text- fortsetzung Nr.405 in Kulturlernen-10 "*.
*I.) Von am Anfang war das Wort zu am Anfang war die Information, der quantenphysikalische Rohstoff und die Universalsprache des Universums, der alles durchdringende (Transzendierungs)geist, der Logos, das Wort, eben der Schöpfer. Nach den Erkenntnissen der Quantenphysik ist " Information " fundamentaler als Materie. Jedes Objekt ist durch zwei Dinge definiert: die Zutaten aus denen es be- steht und wichtiger noch die Information, wie die Zutaten anzu- ordnen sind.Wirklichkeit und Information sind dasselbe.Information ist der Urstoff des Universums, aus dem alles erschaffen wird.
II.) Der emeritierte und mittlerweile verstorbene Papst Benedikt XVI hatte in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts als Theologie- professor an der Universität Tübingen Gott mit den Quantenwellen verglichen, welche den nicht-materiellen Urgrund aller Materie bilden. In der Theologie wird Gott als der Urgrund allen Seins be- trachtet (Gott ist keine Kraft der Natur, sondern ihr Grund), wäh-
rend analog aus mikrophysikalischer Sichtweise alles auf dieser Welt seinen Ursprung in den Quantenwellen hat. Gott als Urgrund ist theologisch aber ungenau, weil er damit festgelegt wird und Gott nicht im theologischen Begriff aufgeht. Gott ist immer zugleich alles, was wir von ihm aussagen. Gott ist eigenschaftslos, unpersön- liche Energie und er ist das absolut Überbegreifliche. Der fest- stehende wissenschaftliche Begriff ist völlig ungeeignet Lebendigkeit zu beschreiben, weil das Entwicklungswerden im Begriff zur Ruhe gekommen ist. Das absolute Wesen Gottes ist Einheit. Diese Einheit kann sich nicht selbst offenbaren. Meister Eckhart sagt, dass die Schöpfung der Welt nur das Ergebnis des Erkenntnisprozeses in Gott mithin notwendig ist, da Gott nicht sein kann ohne sich in der Schöpfung zu erkennen *.
* Erkenntnistheoretisch sind (zur Zeit) die Einheitssichtweise der Interverbundenheit, eine gesamthafte Erfassung, der Geist der Syn-
these, universelles Erkennen und die Totalität als Ganzes oder andere Lebens-Parallelwelten kein Gegenstand des Erkennens, um den Dualismus zu überwinden. Der Wahrnehmungsprozess kann das Ganze nicht erfassen z.B. "Gott", weil wir selbst nur Teile des Ganzen sind. Die Endlichkeit kann nicht die Unendlichkeit verstehen. Die Gesamtheit der einzelwissenschaftlichen Erkenntnisse bilden trotz- dem nicht das Ganze und die Einheit ab und der gesamt- und ein- heitliche Charakter ist aber an keinem der isolierten Teile vor zu finden. In der Welt zeigt sich die Enheit nur in der Vielheit, wobei jeder Einzelne einzigartig ist. Das Jenseits Gottes ist nicht das Jen-
seits unseres Erkenntnisvermögens, denn Gott ist mitten in unserem Leben jenseitig.
III.) Der Gottesbegriff hat sich gegenüber alle anderen Begriffsbil- dungen (Vorsehung, Schicksal,Allmacht, etc) immer wieder durch- gesetzt und ist bis heute geblieben.
IV.) Die Mikrophysik lehrt uns, dass alles Bewusstsein ist und hat den Gedanken einer objektiven Naturbeschreibung durch die Rolle des Bewusstseins im Beobachtungsvorgang zunichte gemacht. Stoff ist Kraft in einer bestimmten Schwingungsform und der Geist ist die Ordnung und Richtungsgeber der Kraft. Eigentlich sind die Umstände neutral und erst unsere Einstellung und Sichtweise, welche auto- matisch im Bewusstseinsakt mitgegeben sind, bestimmt ihre Be-
deutung und Wirkung auf uns. Diese Betrachtungsweise setzt voraus,dass Entwicklungsphänomene einen Bewusstseinseinsaspekt haben. Dieses bestätigen die Erkenntnisse der modernen Physik, die Doppelnatur der Materie, wo in zunehmenden Maße Materie- und Geistesstrukturen als gegenseitige Spiegelbilder erkannt werden
und alles nur Bewusstsein ist. Weil der Geist der Ursprung der Materie ist, ist die Materie ohne Bewusstsein leblos. Der Betrachter ist nicht nur notwendig, um die Eigenschaften eines "atomaren Geschehens" zu beobachten, sondern sogar notwendig, um diese Eigenschaften hervorzurufen. Die Teilchen und die Wellen des Lichts scheinen intelligent zu sein. Sie kennen die Versuchsanordnung des Menschen.
V.) Vereinfacht gesagt ist die Naturwissenschaft nicht materialis-
tisch, sondern gehört der Sphäre des Geistes an. Nicht die sichtbare Materie, sondern der Geist ist das Wirkliche. Primär existiert die Materie gar nicht, sondern nur das Verbindende ohne materielle Grundlage, was wir Bewusstsein nennen können, obwohl ein naturwissenschaftliches Verständnis von Bewusstsein nicht vorliegt und auch bei den klassischen, materialistischen Naturwissenschaften kein Platz für Bewusstsein und Freiheit ist. Es ist aber das quanten- physikalische Faktum,dass es ohne Bewusstsein keine Materie gibt, alle Dinge nur in Beziehung zum Bewusstsein existieren und alles Be- wusstsein zur Realität führt. Da es in der ganzen Schöpfung nichts formloses gibt, hat auch der Geist Gestalt und Form, weil das Ma- terielle nur ein Abbild des Geistigen darstellt. Die Materie ist letzt-
endlich nicht aus grobstofflicher Materie zusammengesetzt und auf einen Urstoff begründet, sondern die feinstofflichen Strukturen des Lebens und die eigentliche Wirklichkeit beruhen auf immateriellen Beziehungen der Information. In der Quantenphysik wird der Gottes-
begriff zur Information.
VI.) Weil der Geist der Ursprung der Materie ist, ist die Materie ohne Bewusstsein leblos.Der Geist ist die Kausalität für die Dinge, Lebens- umstände, sich ergebenden Erscheinungen, menschlichen Bezie- hungen, Gesundheit etc. Die Wissenschaft hat mit der Quantenphysik
nachgewiesen,dass Geist und Materie austauschbar sind und Materie nur verdichtetes Bewusstsein ist. Diese Wirklichkeitskonstruktion erfolgt im Bewusstseinskonditionierungsakt und ist eine wirklich-
keitserschaffende Realität als Neuschöpfung aus dem Plenum des Universums als Bewusstseinsfeld eines nicht reduzierbaren Substra- tes des Absoluten und unabhängig von der Menschheit existiert.
Es ist das formlose, unsichtbare Energiefeld unabhängig von Raum, Zeit und Ort. Es ist die dynamische Auffassung der Formenerfassung als Prozessprägekraft als Schöpfungsakt.
VII.) Was wir äussere Gegenstände nennen, ist nichts anderes als blosse Vorstellung. Der Gegenstand als Objekt der Sinne richtet sich ganz nach der Beschaffenheit unseres Erkenntnisapparates und
wird in der Entwicklungs-Transzendierung geschaffen. Die mentale Vorstellung einer Struktur bewirkt ihren Aufbau als psychisch-ge-
netische Kraft. Beobachtete Photonen (Lichtteilchen) verhalten sich, was man sehen möchte." Die Realität wird erst durch Beobachtung geschaffen oder eine Erscheinung ist nur eine Erscheinung, wenn sie eine beobachtete Erscheinung ist, Niels Bohr, dänischer Physiker
und Nobelpreisträger ". " Der Beobachter beeinflusst das Test-
resultat, der Kontext bestimmt den Inhalt, Werner Heisenberg, deutscher Wissenschaftler und Nobelpreisträger". Vereinfacht gesagt ist die Naturwissenschaft nicht materialistisch, sondern gehört der Sphäre des Entwicklungs-Geistes an und die formbildende Wirklich-
keitskonstruktion erfolgt durch einen schöpferischen Entwicklungs-Bewusstseins-Prozess-Transzendierungs-Akt. Diese individuelle Interpretation des Wahrnehmens ist nicht nur als kognitiver Akt zu verstehen, sondern zugleich im Sinne eines Materialisierung als dingspezifische bisher unbeachtete Eigenschaft der Materie.
VIII.) Bei der wissenschaftlichen Mikrophysik sind es aber gerade diese naturwissenschaftlichen, ausgeschlossenen Entitäten die Kraft Wirkens, " des Wahrmachens ", der Materialisierung und das ist un-
bestritten genauso wissenschaftlich. Die Dinge sind, weil sie erkannt werden. Die Erkenntnis richtet sich nicht nach den Gegenständen, sondern die Gegenstände richten sich nach der Erkenntnis. Sie steu-
ern die Materie, bewerten die Situation, sind die Ursache von Lern-
erfahrungen und bilden die Ganzheit ab. Was bei der Makrophysik
im Gliederungspunkt Grenzen der Wissenschaft als unwissenschaft-
lich ausgeschlossen wird, ist in der Mikrophysik eine eigenschafts-
verändernde, wissenschaftliche Sachverhaltstatsache. Für die klassische Naturwissenschaft ist nur das Erkennbare interessant für die mo-derne Naturwissenschaft aber bpsw. das Geglaubte (was nicht mit Religion zu verwechseln ist).
> Beim Bildungs-Kultur-Lernen unterscheiden wird zwischen dem materiellen, physikalischen Licht und dem immate- riellen Licht als Energie. Licht als physikalisches, sichtbares Licht ist nur ein Ausschnitt der elektromagne- tischen Strahlung,welches sich erstreckt von etwa 380- 780 Nano-
metern (nm) Wellenlänge. Vom Grundsatz her ist aber das komplette Wellenspektrum Licht und nicht nur der wahr-
genommene, sichtbare ca. 5 Prozent Ausschnitt der elektromagnetischen Strahlung. Damit Licht sichtbar wird, braucht es einen Reflektor für seine Rückstrahlung. Licht kann nicht aus sich selbst heraus bestehen und ist immer ein prozessliches Produkt einer chemischen oder energetischen Umwandlung. Das Licht ist der Ursprung der Materie in der wahrnehmbaren Welt. Weil die Materie sich in Licht (Licht= Energie) verwandeln lässt, besitzt Licht materielles Dasein. Alle Gegenstände sind nicht nur Stoff, sofern wir auch Geist in den Gegenständen durch unser Denken zum Leben er- wecken. Stoff ist Kraft in einer bestimmten Schwingungs-
form und der Geist ist die Ordnung und Richtungsgeber
der Kraft. Seine elektromagnetischen Wellen bilden die
Welt ab. Die Wissenschaft lehrt uns, dass die Reizung unse-
rer Sinnesorgane durch Lichtwellen und Moleküle die einzige Quelle unserer Informationen zur Welt sind. In der Biologie gilt Licht als Schöpfung(stoff) und Energie allen Lebens.
Licht hat transformatorische Eigenschaften und ist das Prinzip für alles, was Wachstum auf Erden hervorbringt als Mittler und schöpferisches Prinzip zwischen körperlichen und unkörperlicher Substanz. Entwicklungs-Kultur-Lernen stellt die These auf "Gott ist Licht". Das ist auch eine grundlegende Erkenntnis der modernen Quantenphysik.
Die kleinsten Teilchen, die für das Auge unsichtbaren
Schwingungen, die meinen Körperformen, sind informierte, hochfrequente Photonen (= Lichtteilchen/ Lichtschwin- gungen). Mein ganzer Körper, jedes Organ, jede Zelle ist zusammengesetzt aus unzähligen solcher Lichtteilchen, aus informierten, in unterschiedlichen Frequenzen schwingen-
den Photonen. Aus solchen Photonen setzt sich überhaupt die ganze Schöpfung zusammen. Alles ist aus Licht gemacht und kommt aus dem LICHT. Durch die unterschiedlichen
Frequenzen, in denen dieses Licht vibriert, entsteht der Ein-
druck der Vielfalt des Lebens. In der Tiefe aber besteht alles aus der gleichen Substanz: Licht. Licht als Wirkkraft be-
herrscht unsere Wahrnehmungssinne wie hören, sehen, riechen, schmecken und fühlen. Das Photon (Licht) ist
die elementare Anregung (Quant) des elektromagnetischen Feldes und ist Bestandteil (Lichtquant) der elektromagne- tischen Strahlung. In der Quantenelektrodynamik ist das Photon Vermittler und Kraftteilchen (Eichboson) der elek-
tro magnetischen Wechselwirkung.
> Bewusstseinsentwicklung wird als die Wahrnehmung von Veränderung definiert und es ist der Entwicklungs-Lebens-Werde-Formwille-Prozess in der Geistdurchdrungenheit,
wo dieses Bewusstsein gebildet wird. Der Entwicklungslern- prozess ist eine dynamische Auffassung der Formenerfas-
sung als Prozessprägekraft des Formens, wo das Gestalt-
lose, Innerliche des Entwicklungsgeschehens durch Trans-
zendierung " als Kernspaltung des Individualisierungs-Seins ( kategorische Individual-Logos) " zur Wissens-Form-Klarheit transformiert wird, wo das Innerliche veräusserlicht und eine Nichtform in eine neue (Wissens)form gebracht wird.
So erfolgt wissenschaftlich unscharf gesagt in der " Entwick lungs- Auseinandersetzungs- Prozess-Bewegung " die Neu- schöpfung im und durch das Licht. Licht ist die eigentliche Substanz von allem was wir in der Raum-Zeit-Realität wahr-
nehmen. Das immateriell erzeugte geistige Licht dagegen
ist ein direktes Produkt der Spiegelung und Rückspiege-
lung, wo der Geist über die Hinterfragung seiner selbst (siehe Nr.403 Friedensbewusstsein) eine Resonanzwahrnehmung von sich erhält und Selbstbewusstsein bildet. Diese bewusste Selbstwahrnehmung und Erkenntnisreflexion erfolgt nicht durch die physikalische Reflexion, sondern aus dem Entwick-
lungsprozess transzendierenden und jeder daran teilhaben-
den Urenergie als universelles Summen-Bewusstsein der Bewusstseinsphänomene eines jeden Einzelnen. In diesem geistigen Licht ist alles Wissen enthalten und jegliche Er- kenntnis möglich. Das Lebensprinzip ist einzig und alleine Spiegelung und Reflexion des universalen Lichtes. Wird die Selbstreflexion unterbrochen ist auch die Selbstwahrneh- mung unterbrochen und das Licht erlischt*.
*I.) Der objektive Wert des Gegenstandes wird durch den Anteil von Licht bestimmt, der ihm innewohnt. Von allen geschaffenen Dingen ist aber das Licht die unmittelbarste Manifestation Gottes. Ver- schwinde das Licht,würden die Dinge ins Nichts verschwinden. Von allen geschaffenen Dingen ist aber das Licht die unmittelbarste Manifestation Gottes. Licht hat transformatorische Eigenschaften und wurde als das schöpferische Prinzip in allen Dingen angesehen.
II.) Wie keine andere Pflanze rankt die (Wein)rebe in Richtung
Licht und dass die Rebe dabei nicht nur das physische, sondern auch
das geistige Licht assimiliert. Dabei geht es weniger um den Alkohol, sondern um den Lichtgehalt des Weines. Qualität des Weines ist auch geistige (Licht)qualität. Der objektive Wert des Gegenstandes wird
durch den Anteil von Licht (Geistanteil) bestimmt, der ihm inne- wohnt. In der menschlichen Ernährung bspw. gelten die Lebens- mittel umso höherwertiger, je höher der Lichtgrad der Nahrung ist. Dieser ist bei Natursäften z.B. grösser als bei Schweinefleisch und Naturhonig ist qualitativ besser als Zucker-Raffinade.
III.) Licht ist ein Wunder, denn es "verhält" sich zugleich so, als ob es
eine elektrische Welle (Teilchenwelle/Strahl) und eine teilchenfreie Welle sei.Weil es nichts geben kann, dass zugleich teilchenfrei ist und aus Teilchen besteht, ist Licht ein allen Naturgesetzen wider-
sprechendes Wunder*.
* Die Quanten-und Mikrophysik ist kurz gesagt wenn unbeobachtet eine Welle und wenn beobachtet ein Teilchen.Deshalb kann ein Objekt gleichzeig anwesend und abwesend sein.Die klassischen Na- tur- wissenschaft konzentrieren sich auf die Aussen-und die moder- nen Naturwissenschaften auf die Innenseite. Wenn man in der Quantenphysik entdeckt, dass ein Objekt gleichzeitig anwesend und abwesend, Welle und Teilchen ist, dann wird unsere Intelligenz verwirrt, denn ihre gewöhnliche Logik und Kohärenz reichen nicht mehr aus, um das Phänomen zu erklären.
IV.) Siehe auch neuplatonische Lichtmetaphysikidee der Gotik im Gliederungspunkt " Das Licht der Gotik und der metaphysische Lichtsinn" in https://www.die-gotische-kathedrale.reisen/Entwicklungsgotik-8
Von der Welt und die Schöpfung heilsgeschichtlich, typologisch,mythologisch und statisch deuten zur Welt und Schöpfung individualgeschichtlich,evolutionär und dynamisch deuten und Schöpfung und Evolution gleichsetzen*.
* Weit verbreitet ist die Auffassung, dass die Schöpfungsgeschichten sowie die Geschichten von der Sintflut und vom Turmbau zu Babel keine Tatsachenberichte seien, sondern Glaubensaussagen, einge- kleidet in naturkundliche und mythologische Vorstellungen ihrer Entstehungszeit.
- Vom philosophischen Begriff des Schöpfungslogos, der nicht abgeschlossen ist und sich permanent fortsetzt zum evolutionsbiologischen Schöpfungslogos, der sich als fortlaufende, Einzellebensschöpfung fortsetzt *.
* I.) Der trinitarische Prozess besteht im (Entwicklungs)leben,in dem Gott Vater seinen (Schöpfungs)logos im (Entwicklungs)prozess den Sohn als Gottes Geist im (Transzendierungs)prozess offenbart.
II.) Gott ist eine Macht, in der wir uns durch die Entwicklung befreien und entfalten.
III.) Es ist der Sinn des Biologos, dass Gott die Quelle allen Lebens ist und das dieses Leben Gottes (Entwicklungs)Willen ausdrückt.
IV.) Weil der Geist der Ursprung der Materie ist, ist die Materie ohne Bewusstsein leblos. Der Geist ist die Kausalität für die Dinge, Lebens- umstände, sich ergebenden Erscheinungen, menschlichen Bezie- hungen, Gesundheit etc.Die Wissenschaft hat mit der Quantenphysik
nachgewiesen,dass Geist und Materie austauschbar sind und Materie nur verdichtetes Bewusstsein ist. Diese Wirklichkeitskonstruktion erfolgt im Bewusstseinskonditionierungsakt und ist eine wirk- lichkeits erschaffende Realität als Neuschöpfung aus dem Plenum
des Universums als Bewusstseinsfeld eines nicht reduzierbaren Substrates des Absoluten und unabhängig von der Menschheit existiert. Es ist das formlose,unsichtbare Energiefeld unabhängig
von Raum,Zeit und Ort. Es ist die dynamische Auffassung der For menerfassung als Prozessprägekraft als Schöpfungsakt. Wirklich-
keit und Information sind dasselbe.Information ist der Urstoff des Universums, aus dem alles erschaffen wird.
V.) " Die Realität wird erst durch Beobachtung geschaffen oder eine Erscheinung ist nur eine Erscheinung,wenn sie eine beobachtete Erscheinung ist"
* Niels Bohr-dänischer Physiker und Nobelpreisträger für Physik.
VI.) Die Fähigkeit zur Schöpfung ist ungeschaffen und ein Mitschöp- fertum ist eine inhärente Eigenschaft. Schöpfung und Evolution sind derselbe Prozess. Ein neuer Sachverhalt oder eine neue Möglichkeit wird durch die Schöpfungskräfte der Bewusstseinskognitionen (Ver-
standes-,Denk-, Erkenntnis,- Logikkraft etc., der Unbewusstseins-
kognitionen (Vorstellungs-,Wahrheits-,Vorwegnahme "als ob"-,Ge-
fühlskraft etc.) und der Unterbewusstseins/Entwicklungskogniti-
onen (Entwicklungsreife, Überwindung als Loslösung, Lebensüber-
einstimmung, Glauben etc.) als zielgerichtete Transzendierung zur manifestierten Realität transformiert und extrahiert. Es ist das Ple-
num des universellen Bewusstseinsfeldes,welches religiös inter- pretiert "Gott als das Absolute" ist und wir alle durch das Ver-
schränkungsprinzip Teile dieser Superposition sind.
Von Gott als Transzendenz, welche auf die Geschichte verlagert wurde zu Gott als Transzendenz, welche auf die Individualgeschichte in der Auseinander-Transzendie- rung des " Gott sich selber werdens " im Sinne von Meister Eckhart verlagert" wird. Es ist die Gleichsetzung von Gott und der Schöpfung. Die Schöpfung der Welt ist das Ergebnis des Erkenntnisprozeses in Gott mithin notwendig, da Gott nicht sein kann ohne sich in der Schöpfung zu erkennen. Das Werden Gottes ist kein Entschluss Gottes, sondern mit seinem Begriffswesen mitgesetzt. Gott braucht mich, dass er sich werden kann. Weil das Leben mit Gott(entwicklung) gleichgesetzt wird, wird das Leben zur Theologie*.
* I.) Nicht ich bin Gestalter meiner Geschichte (weil mein Wille zer- bricht, nicht tragend ist und nur Irrtumserfahrungen sind, sondern " Gott ist der Herr der individuellen Geschichte ". Gotteswille als Entwicklungs-Individualisierungs-Gewissen wird ist einzelne schichtsbildender Wille gedeutet. Es ist die alte Weisheit, dass nicht der Mensch die Entwicklung macht, sondern Entwicklung den Men- schen.
II.) Siehe auch " Individualgeschichtliches Gottesbegriff-,Entwick-
lungs -und Vermittlungsverständnis eines Meister Eckhart
Dogmatik
- Von einem Dogma (altgriechisch δόγμα dógma, deutsch ‚Meinung, Lehrsatz; Beschluss, Verordnung') welches als feststehende Definition oder eine grundlegende, normative Lehraussage, deren Wahrheitsanspruch als unumstößlich festgestellt und verstanden wird (Irrweg) zu auch hat die Kirche dem Einzelgewissen die Priorität vor der dogmatischen Wahrheit zuerkannt (neuer Weg).
- Von der Lebenshilfeorientierung an christlichen Festen Dogmen (dogmatische,religiöse Betrachtungsweise)zur Lebensorientierung erst einmal an den relativen Zeitgeistwahrheiten des Alltages, weil nicht die Wahrheit zählt, sondern nur der Weg zur Wahrheit( lebenspsy- chologische, existentielle Betrachtungsweise).
- Von den Dogmatikformulierungen und vernagelten Festsetzungen von gestern sich aufhalten zu mit der Geschichte und dem Zeitgeistlebensgeschehen Schritt halten,weil alles dem Gesetz des Vergehens und Werdens unterliegt,Dogmatik nicht reformierbar ist und viele Wahrheitslehrsätze neu individuell und evolutionär interpretieren.
- Vom komplizierten,dogmatischen Christentum, bei dem sogar die Gläubigen überfordert sind zum einfachen, natürlichen Entwicklungslebenschristentum, weil Entwicklung ohne tiefere, theologische Kenntnis und Hinzutun einfach nur geschieht. Das Religiöse lässt sich vom Entwicklungslebensprozessakt nicht trennen und ist immer mitgegeben und mitgesetzt. Deshalb ist jeder Mensch religiös auch wenn es nicht danach aussieht und mit Religion in Verbindung gebracht wird. Religion ist angeboren und gehört konstitutiv zum Menschsein. Die Religion und der Glaube an Gott sind vom Menschen als Anlage eines Individual-Logos als " Gottesgen" mitge- geben.
- Von der Dogmatik,wo die Freiheiten der Religion untergeordnet werden und meistens als undiskutierbare geistige Norm enden zur Auflösung der Dogmatik, wo die Religion erst in der Freiheit entdeckt und zurück errun- gen wird als höchste Entwicklungsstufe der Religion einer individuellen, seelischen Erregtheit, wo das Leben zur Religion wird.
- Von dem Bibel- und gelehrigen Dogmenwissen zu es wird nicht nur "nachbeterisch" gedacht, sondern es wird sich an grossen Gedanken und kulturellen Schöpfungen wissend empor gearbeitet (z.B. Die gotische Kathedrale).
* Die Entwicklungswegtheologie hat einen stark teleologischen Cha-
rakter, weil sie unterstellt, dass die Menschheitsgeschichtliche Entwicklung auf ein bestimmtes, von vornherein feststehendes Einheitsziel gerichtet ist. Es ist die Idee, welche im Leben steckt, um das eigene Lebensgefühl zu formen und der Punkt, von dem aus das eigene Leben einheitlich begriffen werden kann. Die Einheit (theo-
logisch Gott) als Ruhezustand in der Einung und Einigung als Le-
ensauthentizität, in der Entwicklungsbewegung Stabilität zu finden und in der Verwandlung erhaltend bleiben, ist das innenliegende Ziel und der immanente Sinn aller Entwicklung. In der Welt zeigt sich die Einheit nur in der Entfaltung der Vielheit,wobei jedes Einzelne einzig-
artig ist. Evolution strebt auf das Ganze hin und in allem liegt eine nicht zu verleugnende Tendenz zur Einheit inne. Alles befindet sich in einer Selbstbewegung, wo das Ende dem Anfang zustrebt. Nicht der Mensch macht Entwicklung, sondern die Entwicklung macht den Menschen.
- Von der gelehrigen Theologie des seelenlosen, mittel- alterlichen Scholastizimus einer starren und einer lebensfeindlichen Vernunftsdogmatik zur Teleologie der Entwicklungsbewegung als gelebte Entwicklungspro-zesstheologie,weil Dogmatik absolut ist, keine Entwick- lung zu lässt und gegen die göttliche (Entwicklungs)natur ist,weil Gott sich in jedem Menschen selber werden will*.
*I.) Die Lebensauseinandersetzung hat Meister Eckhart mit der Erscheinungsweise der Gottwerdung und Gottentwicklung gleich gesetzt. "Gott wirkt sich selbst in dem Entwicklungsprozess und ich werde".Der Entwicklungserkenntnisprozess wird als ein religiöser trinitarischer Akt verstanden und ist dem Entwicklungslebens-
prozess automatisch mitgegeben. Der trinitarische Prozess besteht
im (Entwicklungs)leben in dem Gott Vater seinen (Schöpfungs)-
logos im (Entwicklungs)prozess dem Sohne als Gottes Geist im (Überwindungs)prozess offenbart. Die Transzendierung wird als Heilsvorgang interpretiert "und in jedem Entwicklungs-Überwin-
dungsprozess wird Gott neu geboren". Erst durch die Weltüber- windung eines stirb und werde kann das Religiöse in die Welt kommen und das Heilige in das Innerweltliche eingehen. Es ist
auch die Feststellung der Schriftstellerin Marie Ebener Eschen-
bach, dass wir immer lernen und dazu gehört sterben lernen
müssen dazu.
II.) Sterben lernen heisst je mehr ich den Tod im Leben überwinde durch Dematerialisierung des vergänglichen weltlichen zum Geisti-
gen, je mehr habe ich Anteil am Leben, was nicht sterben kann und unvergänglich ist. Die Überwindung des Todes ist die Über windung der zeitweltlichen Todesverfallenheit. Das Leben ist eine endlose Reihe von Wiedergeburten. Jedes Wachstum ist ein Gewinn und Verlust zugleich. Auf Kosten des flüchtigen materiellen, sinnlichen erfolgt bleibendes geistliches, spirituelles (Sterbe)wachstum.Jedes Ding, jedes Geschehen, jedes Tun, jeder materialistische Reichtum, jeder Konsum, jede Technik, jede Unterhaltung, jeder Mensch und alles Weltliche wird automatisch zur Individualisierungs-Bringschuld einer Entwicklungslosigkeit einer, wenn er nicht als Mittel zum Indi-
vidualisierungs-Sinnzweck verwendet wird, welcher auf Höheres verweist, was verwirklicht werden soll. Es sind alles nur Wegweiser, Hilfen und Mittler für den Weg nach oben was den Menschen über- steigt und sind nur je nach kultureller Affinität Mittel zum Entwick-
lungs-Individualisierungs-Reife-zweck, welche nicht an die Seele heranreichen.
- Von der theologischen Dogmatik als Regeln zum Heil zu mit der theologischen Dialektik und Dogmatik (Denk-, Aussage-und Lebensentwurfsverbote) wird kein Mensch erneuert und von Impulspapieren und Reformen kann keine wirkliche Rettung und eine Lösung kommen, sondern nur von der Entstehung und Entwicklung neuen (Entwicklungs)lebens.
- Von Insbesondere in der christlichen Theologie wird der Begriff Dogma für einen Lehrsatz gebraucht, der unter Berufung auf göttliche Offenbarung, die Autorität der kirchlichen Gemeinschaft bzw. des krichlichen Lehramts oder auf besondere Erkenntnisse als wahr und relevant gilt zu an ihren in alle Ewigkeit beschlossenen Glaubens- wahrheiten und unveränderbaren 245 Dogmen krankt und stirbt immer mehr die katholische Kirche.
- Von dem dogmatischen, unfreien Christentum, was als kompliziert und lebensfern angesehen wird und der Kirchenglaube nur etwas für Religionsexperten sei (wird schon "selbst ungeprüft" richtig sein) zu dem persönli-chen, freien selbst errungenen Entwicklungslebenschris-tentum, weil Entwicklung ohne tiefere theologische Kenntnis und Hinzutun einfach nur geschieht (und der Einzelne sich die ganze (Lebens)theologie und spirituelle Selbsterforschung zumuten muss,weil nur der einzelne vor Gott gestellt ist.
- Von dem Dogma als Wahrheits-Absolutheitsanspruch zu "Was nützt dem Einzelnen die Weisheit der Wahrheit, wenn sie einsam am Himmel schimmert und keinem leuchtet".
- Vom dogmatischen Rechtsgläubigkeit des Christentums kirchlichen Dogmatismus und Dogmenwahrheiten mit Status "de fide" als höchste Glaubensgewissheit der katholischen Kirche (Offenbarungs)denken zu wissen als Religionsverteidigung und Machterhalt) zur "Dogmatisie- rung auf eigene Faust" in der Entwicklungs-Wahrheits-Individuation (es ist zu wissen, wie man entwicklungs- lebensrichtig denkt als Individualisierungsverteidigung und Entwicklungswegeerhalt)*.
*I.) Religiosität und Spiritualität sind das Ergebnis von eigenen Erfahrungen und nicht einem blindem Glauben. Durch meine eigene Auseinandersetzungs-Suche in der evolutionären,säkularen Nach- folge Christi wird das Christentum für mich erst zur ewigen Wahrheit. Mit der Dogmatik kann z.B. der Katholik die Nähe zu Gott im herkömmlichen Glauben nicht mehr finden.
II.) Die kirchliche Dogmatik hat "auf Kosten des Urchris- tentums gezecht". Der Dogmatismus gilt als unhistorische und unkritische metaphysische Betrachtungsweise und gleichsam ewigen Festhalten an Glaubens- und Lehrsätzen. Dogmen sind wie sämtliche Lehrmeinungen und Weltan- schauungen kulturell bedingt von Zeit zu Zeit ein Substrat eines theologischen und kirchlichen Diskussions- und Erneu- erungsprozesses. Es ist nur die fehlende Entwicklungsfähig-
keit, was die dogmatische Tradition und die versteinerten Verhältnisse aufrecht erhält. Das Anliegen vieler deutscher Denker, Dichter und Philosophen war nicht die Religion zu überwinden, sondern ihre Wahrheiten frei von dem tradi- tionellen Ballast der Theologie und Dogmen zu verstehen und aus der Wahrheit keinen alleinigen Dogmenanspruch zu machen. Es ist der Irrtum, es gäbe einen Bestand "X" an ewigen Wahrheiten. Was nützt dem Einzelnen die Weisheit der Wahrheit, wenn sie einsam am Himmel schimmert und keinem leuchtet.
III.) Die Jugend sagt ja zur ja zur Religion, aber nein zur traditionel-
len Dogmenreligion. Der heutige Mensch sucht keine belehrende Dogmatik, sondern lebendige Selbsterfahrung. Die dogmatische Theologie ist lebensschwach, weil sie die lebendige Entwicklung
des Einzelnen nicht zulässt. Die ewigen, allgemeinen (Dogmen)-
wahrheiten (Dogmen), aber die Wahrheiten sind im persönlichen Entwicklungs-Inividualisierungs-Leben zu finden, befreit vom kirchlichen Beiwerk und ohne Substanzverlust. Es geht nicht um Dogmatik, Wahrheitsanspruch,Theologie und Moral, sondern nur um das, was mir meinen Entwicklungsweg der evolutionären, säkularen Christusnachfolge zu beschreiten.
- Von der Relativität der rationalen Erkenntnis wird das Dogma gegenüber gestellt zu dass die kirchlichen Dogmen dem einzelnen Menschen letzten Endes nichts sagen, bestenfalls Glaubenssache sind, niemals Gegen- stand des Denkens, des Wissens und der Wissenschaft sein können.
- Von in Dogmen verfangen sein und den Gedanken anderer folgen zu Religiosität und Spiritualität sind das Ergebnis von eigenen Erfahrungen und nicht einem blindem Glauben. Mit der Dogmatik kann der Mensch die Nähe zu Gott im herkömmlichen Glauben nicht mehr finden. Bei der Dogmatik geht die religiöse Erfahrung und Empfindung verloren,was das Wesen des Christentums ausmacht und deshalb sich dieses in der Krise befindet.
- Von dem Kirchenlehrer Augustinus von Hippo, dem wir den erstarrten Dogmatismus zu verdanken haben (antikes Weltbild) zu den Ismen wie z.B. Katholizismus, Dogmatismus.., welches nur Abspaltungen von Ideen sind, aber nicht Gott selber.
- Von der Aufnahme Mariens ohne Umschweife in den Himmel als Dogma d.h, dass sie mit Leib und Seele leiblich und direkt in den Himmel, weil frei von Sünde aufgefahren ist ohne die Pforten des Todes zu pas- sieren.Dies ist ein Dogma, was von allen Katholiken akzeptiert und wahr gehalten werden und wie chlorformiert nachgesprochen werden muss zu diese Auffassung wird von den Kritikern als unrichtig und widersinning angesehen.
- Von den Dogmen, welche Jahrhunderte lang die Wahr- heiten und Erkenntnisse unter Verschluss gehalten haben zu dass alle bemerkenswerten Erkenntnisse, Ent- deckungen und Erfindungen von Menschen stammen, die keine dogmatische Weltanschauung hatten.
Mystik
- Von dem Kirchenlehrer Thomas von Aquin,welcher den ungeschichtliche Charakter der Mystik als das Wesen des Christentums dem intellektuellen Verstandes- und Vernunftsbewusstsein zugänglich gemacht (allgemeine Systematik ohne Seelentiefe) zu Meister Eckhart,der die Mystik dem Leben zugänglich gemacht. Die eckhart- sche Entwicklungsmystik ist Lebenswandlungsmystik als Selbsterschliessung Gottes, nicht als Denk-(Kontempla- tion),sondern als Lebensform (vita activa),kein Abwen- den von der Welt, sondern Zuwendung mit einem realistischen Wirklichkeitssinn,keine theologische Spe- kulation, sondern individuelle Lebens(transzendenz) erfahrung, nicht mehr Mystik als Weltflucht, sondern die Grundlage, um die Welt zu erobern,keine ekstatische, visionäre Klostermystik, sondern mystische Tatsachen (welche von der Quantenphysik her wissenschaftlich empirisch faktisch bestätigt sind, auch wenn individuelle Erfahrungen wissenschaftlich ausgeschlossen sind) ,
eine wesen-und naturhafte, notwendige, unmystische Religiosität, wo es den Dualismus "Gott-Welt" nicht gibt,
eine Bodenhaftung mit dem tatsächlichen Leben, aber auch das bodenlose Streben nach einem lebensüberstei- genden Leben,eine entmystifizierte in die Sachlichkeit gehende verträgliche, für jeden Einzelnen zumutbare Mystik des Alltages, weil die Seele des Christentums mystisch und auf Selbsterfahrung einer höchsten Wirklichkeit als persönliches Gottesverhältnis vom Niedrigsten zum Höchsten ausgerichtet ist (individuelle Seelenmystik)*.
* I.) Der Philosoph und Kirchenlehrer Thomas von Aquin hat den Glauben mit der Ratio verschmolzen und damit intellektualisiert.
Er hat das Bewusstsein autonom gesetzt und damit zur Epoche der Neuzeit übergeleitet.Es war ein Bruch mit dem Urchristentum. Weil Mystik immer die Grundlage der Religion ist. Dieser Rationalismus war ein zwar ein großartiger Versuch die Religion vernunftsgemässs zu formen und die Mystik zu verständlicher zu machen, aber es ist keine Befreiung vom Nicht-Rationalen und dem Unbegreiflichen geworden, was der Genius einer jeden Religion ausmacht. Die un- mittelbare Seinsmystik steht über der (ver)mittelbaren Vernunft. Diese ist auch nicht imstande das Gemüt und die Seele wirklich zu befriedigen bis zum heutigen Tage und deshalb befindet sich das Christentum in seiner existenziellen Krise,weil sie wurzellos geworden ist. Dass die Scholastik der Vergangenheit angehört, hier hat Papst Johannes der XXIII dem zweiten vatikanischen Konzil unwiderruflich bestätigt.
Mit den gotischen Kathedralen ist das unsichtbare Jahrhundert angebrochen (Höhepunkt der Mystik) zu mit Albert Einstein (theoretischer Physiker) ist das unsicht- bare Jahrhundert angebrochen (neues, universalistisches Weltbild der modernen Naturwisssenschaften) *.
*I.) Jede Wissenschaft war einmal Pseudowissenschaft und Spekula-
tion wegen dem mangelnden Erkenntnisstand. Alles was früher einmal Mythos war, wurde zur Theologie, die Metaphysik zur Physik, der Determinismus zum Indeterminismus, der Dualismus /Rationa- lismus zum Universalismus/ Interverbundenheit und die Kausalitäts- sprämisse zu den Wechsel-und abfolgenden Zusammenheitswir- kungen. Die Physik (Aufklärung), Philosophie (Vernunftseinsicht) und Theologie (Glauben) sind durch die Quantenphysik (Aufklärung der Aufklärung). Die Frage ist, ob die Quantenphysik die Erkenntnisideen der Mystik als die Urquelle aller Religion wiederspiegelt ? Es muss ganz klar gesagt werden, dass die Quantenphysik kein Beweis für die Mystik ist und dass die " Schroedingersche Wellenfunktion " absolut nichts mit einer spirituellen Wirklichkeit zu tun hat, abgesehen da- von, dass alles eine geistige Manifestation ist. Wenn wir annehmen, dass der derzeitige Erkenntnisstand der Quantenphysik nur von
einer anderen Perspektive aus betrachtet die Lehren z.B. Meister Eckharts wieder geben, muss das in die wissenschaftliche Irrtums-
ecke gestellt werden. Die Quantenphysik in Augenhöhe mit der Mystik zu stellen, käme einer transzendenten Erhöhung der Wissenschaft gleich. Eine Erleuchtung findet auf einer anderen Bewusstseinsebene statt, die erst im jahrelangen, kontemplativen Ringen von einem religiösen Genie durch die " Gnade " erreicht wurde und tiefer liegen muss, während die Quantenphysik bestehend aus zwei Theorien-der Quantenmechanik und der Quantenfeldtheorie eine naturwissenschaftliche Theorie wie jede andere auch, " nur " durch intellektuelles Nachdenken und durch das Lernen von mathema- tischen Gleichungen rational zu verstehen und von jedem zu lernen ist. Die Erfassung und Formulierung eines Gesetzes durch die Quan- tenphysik ist noch nicht das Gesetz der Entwicklungsreife, die einem geschenkt wird und nicht über mehr Bildung oder einen höheren IQ zu erlangen ist. Wenn Quantenphysiker Mystiker und gläubig waren und sind, dann nicht wegen, sondern trotz der Physik. Für die meisten Menschen steht Gott am Anfang und für die meisten Quantenphysiker steht Gott am Ende als Wahrheit fest. Gott wird als all- umfassende Liebe von den Mystikern angesehen und wer religiös veranlagt ist, wird nicht bezweifeln, dass dieses viel mehr ist, als nur unpersönliche Energie und Information.
II.) Die Gotik ist ein Baustil, wo das Sichtbare das Nichtsichtbare widerspiegelt.Das Sichtbare z.B. das äussere Erscheinungsbild oder der Preis macht den Warenwert aus, aber die unsichtbaren Entwick-
lungseigenschaften hinter der Erscheinung als verkleidete Tugenden machen den wahren Wert aus. Im Kern geht es und die Feststellung von Meister Eckhart, dass jegliche Kreatur Gottes voll ist wie ein aufgeschlagenes Buch und wer darin recht zu lesen weiss, der
braucht keine Predigt mehr.Jedes Ding, jeder Begriff, jede Situation, jeder Eindruck, jede Lebenslage, jede Erfahrung, jede Lebensdis-
harmonie, jeder Konsum, jede Technik, jede Unterhaltung, jedes Problem und Krise, jedes gute oder schlechte Tun, jeder Lebensdruck, jedes Erlebnis, jede Bewertung, jede Empfindung, jedes Leiden seine eigene Gotteswahrheit hat und automatisch zur Individualisierungs-Bringschuld einer Entwicklungslosigkeit wird,wenn diese nicht als Mittel zum Individualisierungs-Sinnzweck verwendet wird, welcher auf Höheres verweist, was verwirklicht werden soll. Es sind alles nur Wegweiser, Hilfen und Mittler für den Weg nach oben was den Menschen übersteigt und sind nur je nach kultureller Affinität Mittel zum Entwicklungs-Individualisierungs-Reifezweck, welche nicht an
die Seele heranreichen. Alles dient nur dem einen Ziel durch die Dinge hindurch zugehen, um ihnen gegenüberstehen. Erst dann ist es mög-
lich, diese in der Entwicklungs-Transzendierung zu überwinden und zu einem Stück mehr Frieden zu gelangen, weil Ruhe aller Unruhe-
bewegung Suchziel bleibt. Das Viele ist nur da sagt Meister Eckhart, um zu dem Einen (Gott) zu gelangen, und dieses Eine ist Frieden.
Von es ist ernüchternd festzustellen, wie wenig christ- liche Substanz noch im Lebensalltag übrig geblieben und das Christentum zur traditionellen Leerformel verkom- men ist, obwohl das Christliche uns mitgegeben ist, gleich wie unchristlich wir heute geworden sind zu der Aussage des Theologen Karl Rahner, dass Christ der Zukunft und der Fromme von morgen ein Mystiker sein wird. Siehe Textfortsetzung im "Vorwort" in www.ent- wicklungschristentum.de
- Von der institutionalisierten, ererbten, Religion, welche nur gesellschaftlicher Kitt ist zur Mystik, wo die wahre Religion zu finden ist. Die institutionalisierte, ererbte Religion ist immer der Ausgangspunkt des Mystikers. Doch auf der Suche nach Gott entfernt er sich von dieser Religion, die Gott zu einem Objekt des Wissens gemacht hat. Der Mystiker will keine Dogmatik, sondern lebendige Erfahrung als theologisches Erkennen, keine geliehene Religion, sondern Religion haben.
- Von der Scholastik, welche die Welt zerlegen und rational durchdringen will zur Mystik,welche einen ganzheit-und einheitlichen alles umfassenden Zugang anstrebt.
- Von der Mystik, welche einen Haken hat,dass ich erst die Welt überwinden muss, um diese zu verstehen (was natürlich keiner macht) zur Entwicklungs-und Lebens- wandlungsmystik als Selbsterschliessung Gottes eines Meister Eckhart, welche sich von selbst (vom selbst her) versteht*.
* Siehe dazu die Webpräsenz Die Mystik des Meister Eckhart
Christliche Wall-und Pilgerfahrten*.
* Siehe den Gliederungspunkt " Nachfolge Christi als mittelalterlicher Weltverneinungs-Klosterweg versus moderner Weltbejahungsweg in säkulare, evolutionäre Nachfolge Christi
Christliche Wahrheit -Kulturelle Wahrheit-wissen-
schaftliche Wahrheit.
Trivia:Wer in seinem Frieden lebt, lebt in der Wahrheit und braucht diesen Gliederungs-Wahrheits-Wissens-Punkt nicht mehr weiter zu lesen.
- Beim traditionellen Christentum werden u.a. die Evan-gelien als ewige, zeitlose Wahrheit angesehen, beim Ent-wicklungschristentum ist der Weg zur Wahrheit wichtiger als die Wahrheit selbst. Der Weg zur Wahrheit ist die Individualisierungs-Zeitpunkt-Wahrheit als Wahrheits- affinität, Wahrheitserkenntnisreifegrad und Wahrheits- lebensbereitschaft. Die ewige Offenbarungswahrheit thront im Himmel, während die Individualisierungs-Prozesswahrheit unverfälschte Wahrheit ist. In Anleh- nung an Meister Eckhart könnte man sagen, dass " ein Quäntschen " gelebte Entwicklungswahrheit mehr wert ist, als die ganze Welt.Es ist die natürliche Bestimmung des Menschen sich die ewigen Wahrheiten schrittweise in der Lebensauseinandersetzung zu entwickeln. Man macht sich etwas vor und es ist scheinheilig nur die ewigen Wahrheiten zu predigen und dann zu erwarten, dass sie jeder befolgt. Jeder weiss, dass das Leben eine andere Wahrheit spricht.
- Bildungs-Kultur-Lernen lehrt z.B. im Religionsunterricht die allgemeine, abstrakte, moralische christlichen Wahrheit (allgemeine Wahrheitswerteempfindung). Ent- wick lungs-Kultur-Lernen geht vom einer individuellen, konkreten und an die Lebenspraxis gebundene, energe- tische Entwicklungswahrheit der Lebensdialektik aus (Individualnotwendige Wahrheitswerteempfindung*.
- Von der allgemeinen, abstrakten, moralischen christ-lichen Wahrheit (allgemeine Wahrheitswerteemp- findung) zur individuellen, konkreten und an die Le- benspraxis gebundene, energetischen Entwicklungs- wahrheiten der Lebensdialektik (Individualnotwendige Wahrheitswerteempfindung*.
* I.) Entwicklungswahrheiten sind individuell gültige Wahrheiten. Deshalb existieren für den Einzelnen keine allgemein gültigen Wahr-
heiten, sondern nur individuelle Wahrheiten, weil die Entwicklungs-
wahrheitsfrage immer individueller Wahrheitsnatur ist. Es gibt unzählige Facetten der eigenen Entwicklungswahrheit, die zur eigenen Entwicklungswahrheit wird, wenn sie gelebt wird. Es ist meine persönliche Geldwahrheit, Arbeitswahrheit, Partnerschafts- und Familienwahrheit, Konsumwahrheit etc. Jeder Einzelne spürt
die Entwicklungswahrheit, welche für ihn zutrifft und diese muss beim Einzelnen "ihre Nagelprobe noch bestehen". Die eigentlichen Probleme des Lebens betreffen so Soren Kierkegaard das Indivi-
duum und der individuelle, lebensunmittelbare Lebensausdruck ist die Form der Wahrheit. Albert Einstein und Werner Heisenberg ha-
ben dazu beigetragen, dass sich unser Verhältnis von Wahrheit und Ethik grundlegend verändert hat. Die alte Methode war deduktiv
und von aussen angelegt. Sie sagen aber, dass eine Wahrheit nur
vom induktiven (individuellen) Standpunkt der Überzeugung und Entwicklungsreife abhängt. Die Wahrheit ist für den Menschen
immer nur individuell, es sei denn, es ist eine wissenschaftliche
Wahrheit. Subjektive Wahrheiten können nicht als objektive Wahrheiten erkannt werden*.
* Soren Kierkegaard-Dänischer Philosoph, Theologe, Essayist und religiöser Schriftsteller, Albert Einstein (theoretischer Physiker) und Werner Heisenberg (Physiker).
- Von der ruhenden, verwalteten Wahrheit (instituti-oneller Wahrheitsbesitz und Wahrheitsdelegation) zur suchenden, tragenden Wahrheit, die das Individuum begreift, wenn es dieser Wahrheit gleicht (Wahrheits-selbstfindung, um sie wieder für eine erneuernde Wahrheit zu verlieren).
- Von der Wahrheit (z.B. die Bibel gilt als Maßstab der Wahrheit) zum Wahren (z.B. die Unwahrheit als Irrtum gilt als Weg zur Wahrheit) *.
* I.) Siehe auch Das Gesetz des Lebens ist ihr Widerspruch
II.) Dass zwar die (Religions)wahrheit allgemeine Gültigkeit besitzt, aber die Macht der Verhältnisse und Lebensumstände einen zu Halbwahrheiten-und Unwahrheiten manchmal nötigen. Am Anfang ist die Wahrheit von der Existenz des Menschen abhängig und später wird die Existenz von der Wahrheit abhängig, weil nur diese tragend, führend und beschützend ist.
Von philosophischen und theologischen Wahrheitsbe- weisen (Philosophie des Gewordenen) zu der Wahrheit, welche sich im Leben beweist (Philosophie des Wer- dens)*.
* Wenn es die Wahrheit ist, wird sie sich durchsetzen, auch wenn sie oft einen langen Atem braucht. Wenn es die Wahrheit ist, klärt es
sich immer auf ganz natürliche Art und Weise.Die Wahrheit erweist
sich nicht als wahr, weil sie sich durchsetzt, sondern sie setzt sich durch, weil sie wahr ist und beweist sich selbst und ist wirkungs-
mächtig als Wahrheit selbst.
Nach dem Philosophen Georg Friedrich Wilhelm Hegel ist nur das die Wahrheit und das Wahre ist das sich selbst-entwickelnde Absolute. zu Die Religion wiederum sagt, das es nur wahr ist, wenn es von Gott stammt und nur die göttlichen Wahrheiten gelten als primäre, zeitlose, absolute und unbedingte Wahrheiten. Alles was Gott nicht schuf, ist folglich nicht die Wahrheit. Es gibt nur die Realität der Welt (noch nicht die ganze Wahrheit) und die Wirklichkeit Gottes als Wahrheit). Die Theologie gilt als eine Form der Wahrheit und Wahrheit und Evangelium werden gleichgesetzt.
- Von der Religion als Erbstück der Eltern, der Schule und den Kirchen aber ohne die zeitlosen Wahrheit selbst geprüft zu haben zu früher wurden die Freiheiten der Religion untergeordnet und endeten meisten damit als dogmatische, geistige Norm, während beim Entwick- lungs-Lebens-Christentum die Religion erst entdeckt und zurück errungen wird als höchste Entwicklungsstufe einer Religion einer individuellen, seelischen Erregtheit.
- Von einer verkirchlichten Form des Christentums einer (dogmatischen)Wahrheitsverwaltung und Verherrlichung der Kirche (Wahrheit ist wichtig) zur kirchenfreien Wahrheitsgestaltung und Verherrlichung der Wahrheit einer "Entwicklungs-Prozess-Wahrheit des Jetzt als situative, individuelle Wahrheit des Augenblicks" als die einzige Wahrheit von Wert, weil diese von der Entwick- lung stammt und ich ihr gleich bin*(nur der Weg der Wahrheit ist wichtig).
* Die Idee des Christentums ist etwas anderes als die Idee der Wahrheit. Dass das Christentum als Religion nicht mit der Wahrheit identisch ist, die Wahrheit vielmehr ausserhalb zu finden ist.Nur in dem Maße, wie alles am Christentum auf Jesus Christus bezogen und auf ihn hin relativiert wird, nimmt es an der Wahrheit teil. Das, wonach das Christentum fragt ist die Subjektivität. Erst dort ist die Wahrheit des Christentums. Objektiv ist die Wahrheit gar nichts.
Von der Wahrheit der Religion (Wahrheit im theologi-schen Sinn,wo absolute (Religions)wahrheiten zeitlos gültig sind),welche nicht identisch ist mit der Wahrheit der Naturwissenschaft (Wahrheit im logischen Sinn) zum beiderseitigen Konsens, dass jede Wahrheit auf ihrem Gebiet ihr Recht und ihre Gültigkeit hat *.
*I.) Traditionell beruht die Wahrheitsquelle der Religion auf gött-
licher Offenbarung (Verbalinspiration), dem Gewissen, der Bibel,
der Vernunft und dem Glauben, während die Wahrheitsquelle der Wissenschaft die Übereinstimmung zwischen Hypothesen und
wissenschaftlicher Überprüfung beruht (empirische Wissen-
schaftstheorie und Wertfreiheit). Aber Es gibt keine Wahrheit, die
nur für einen Bereich Geltung und für einen anderen Bereich keine Geltung hat. Die Wahrheit lässt sich nicht in zwei logische Grund-
aussagen aufspalten. Die Wahrheit ist Einheit und unteilbar.
Siehe auch unten den Gliederungspunkt "Wissenschaft und Religion".
- Von dem theologischen Standpunkt, dass nur der die Wahrheit sagen darf, der sie auch geisteswissenschaft- lich reflektiert hat (Lehrautorität) zum Entwicklungs- standpunkt, dass nur der die Wahrheit sagen darf, der in ihr ruht (Entwicklungsautorität)*.
* Wie kein Sterblicher im Besitz der ganzen Wahrheit ist, wegen der persönlichen Entwicklungswahrheit jeder ein Teil der Wahrheit ist, und deshalb diese nie im Besitz einen Volkes, einer Religion oder einer bestimmten Zeit sein kann.Die ganze Wahrheit ist nie in einer Religion oder Weltanschauung zu finden. Was die eine Seite als wahr anbetet, wird von der anderen Seite als unwahr wieder verteufelt. Jeder geistige Führer will die Wahrheit ausserhalb der Vielfalt der menschlichen Meinung wissen (Wahrheitsanspruch) und vergisst, das seine Meinung eine von vielen ist. Es gibt kein Wahrheitsmonopol für die individuelle Interpretation einer Lebenslage. Wenn die Wahrheit auf den Begriff gebracht wird (Meinung), ist sie eingegrenzt und grenzt den einzelnen Menschen damit aus.Diese Intoleranz bei einer Wahrheits-Auschließlichkeit führt zu religiösen Konflikten. Es ist die Tatsache,dass neben dem einen Licht auch andere Lichter gibt, neben einen Wort Gottes auch noch andere Worte und neben der einen Wahrheit noch andere Wahrheiten. Die großen Religionen gelten trotz aller ihrer Wahrheit überkommene Religionen.Die Wahrheit ist nicht ein Wissen, eine Weisheitslehre oder Sache der Religion, sondern nur eine des persönlichen gegangenen Entwicklungsweges.
- Von den Offenbarungsüberlieferungen und Verbalin- spirationen der Bagavad Gita als Quintessenz der Veden, des Koran,der Bibel etc. als endgültige, unumstössliche (Dogmen)wahrheiten und Glaubenslehren zu den zu selbst entwickelten Wahrheitserkenntnissen. Durch diese relativen Entwicklungswahrheiten arbeite ich mich zur höchsten Wahrheit heran. Jede Wahrheit ist immer nur die vorletzte Version der Wahrheit und hat den Charakter des Vorletzten. Es gibt keine Endgültigkeit der Wahrheit, sondern die Wahrheiten werden wieder zur neuen Wahrheit. Die aufrichtige Bemühung und die Ausrichtung nach der entwicklungssuchenden Wahrheit und Lebenseinheit sind das Entscheidende und die beste Wahrheit. Nicht die ewig alten Wahrheiten,sondern die ewig jungen, erneuernden Wahrheiten sind die besten Wahrheiten. Um die Wahrheit zu erfahren, muss man erst einmal ihr widersprechen. Das Leben hat immer Recht und steht höher, als jeder theoretischer, dog- matischer Wahrheitsanspruch. In Wahrheit gibt es keine Wahrheit.
- Von den christlichen Kinder-Legenden- und Brauch-tumswahrheiten die nicht als Wahrheit betrachtet werden (z.B. Nikolaus, Christkind, Osterhase) zur altersbedingten Kinder-Wahrheits-Sichtweise,welche für diese Wahrheitswirklichkeiten sind,der Kindermythos oft auch später für die weitere Entwicklung entscheidend sind und deshalb diese auch als Wahrheiten gelten müssen.Es kann keine zweierlei Wahrheiten geben*.
* I.) In der christlichen Mythologe ist der Nikolaus der Heilige der Ost-und lateinischen Kirchen, das Christkind ist eine Symbolfigur des Weihnachtsfestes und in der Antike stand der Hase als tierisches Symbol für Jesus.
II.) Am Heiligen Abend erwacht bei den meisten Erwachsensen wieder ihre Kindheitsseele des Heilig-Abend Weihnacht, wenn sie an das Christkind“ einer unbewältigen Kindheit denken.
* Ein Leben lang spielt die " Kindheitsseele " als zweite Persönlichkeit die Hauptrolle im Leben. Wir stehen immer im Banne der Kind-
heitsideale und Jugend. Vom Lebensgrundgefühl bin ich und bleibe mein eigenes Kind und wenn ich mich mit Kindern beschäftige, bin ich wieder ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen. Keiner kommt aus seiner Kindheit wieder heraus. Sie kann nicht überwunden werden und lässt einen ein Leben lang nicht mehr los und deshalb falle ich am Heiligen Abend in meine Kindheit zurück.
III.) In jedem Jahr wird in der Kindheitserinnerungskiste gesucht und auf das Christkind gewartet, aber vergeblich und Weihnachten bekommt anstatt der "alle Jahre Wiederholung" wieder einen neuen, weiterentwickelten Kindersinn.Bei dem neuen, evolutionären Weihnachtszeitverständnis gilt der Grundsatz: dass der Erlöser nicht nur einmal in der Welt erscheint, sondern zu verschiedenen Zeiten immer neu erscheint und die Heilsbotschaft neu interpretiert werden muss.
- Wegen Heiligabend/Weihnachten eines Kindes wird die Weltge- schichte bestimmt zu wenn das Ewige in die Zeit eintritt, wird es (Individual)geschichte und meine Ent- wicklung " im jetzt " wird zu einem erfüllten geschichtlichen Augenblick.
- Bethlehem (Partnerstadt von Straßburg), welches nach der Überlieferung der Geburtsort Jesus ist zum Straßburger Münster ,wo in der Auseinandersetzung mit dem gotischen Lernprinzip als zweiter Geburtsort meiner Entwicklungsgeburt, weil jeder Ent- wicklungs-Individualisierungs-Weg nur durch über die gotische Kathedrale geht.
Es ist auch der Zweizeiler des Angelus Silesius in seinem cherubinischen Wandersmann: " Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir, du bleibst ewiglich verloren ". Christ der Retter war auch letztes und vor- letztes Jahr da, aber solange er nicht für einen persönlich gekommen ist, ist er nie da gewesen.
Der Stern von Bethlehem, welcher nach der Weihnachts- erzählung die Weisen an den Geburtsort Christi geführt hat zu meinem Stern, wenn ich diesem folge, er mich zum Wunder des Lebens führt*.
* Wer hat nicht als Kind davon geträumt ein Held oder Prinzessin zu
sein.Nach den Sternen zu greifen ist jeder jugendlichen Seele eigen*.
* Siehe Textfortsetzung den Gliederungspunkt" Vom statischen, äusseren, entwicklungslosen und alle Jahre wieder Sonn-und Feiertags-Bewusstsein zum dynamischen, inneren evolutionären, einmaligen Entwicklungs-, Gedenk-, Sonn- und Feiertags-Zeitlern-Bewusstseins-Verständnis der gesetzlichen, staatlichen, religiösen und persönlichen Feier-und Festtage (in Deutschland)".
" Evolutionäres Feiertagsverständnis- Nr.14 Weihnachszeit" in evolutionäre Allzeitnutzung
Mehr Wahrheit geht dann nicht !
- Vom demokratischen Rechtsstaat, wo das Recht und "der beste Anwalt" vor Gericht siegen werden (Gesetz) zur Entwicklungsgerechtigkeit, wo die Wahrheit und die Zeit als "bester Richter" siegen werden (Maßstab)*
*I.) Es ist das bisherige Gerechtigkeits-Überzeugungs-Verständnis eines verwurzelten Bauerntums geerdeter Menschen und einer religiöser Glaubensüberzeugung (besonders im Buddhismus), dass im Leben nichts ungestraft bleibt, jeder für seine Verfehlungen sühnen muss, sich nicht ungestraft entziehen, davon laufen oder freikaufen kann und alle positiven wie negativen Gedanken und Handlungen an den Verursacher zurückkehren, gleich wie das Gesetz Recht ge- sprochen hat und ob wir im Rahmen der Gesetze schuldlos sind. Dieses urwüchsige Gerechtigkeitsempfinden ist eigentlich keine religiöse Glaubensgelegenheit mehr, sondern wird wissenschaftlich in der Quantenphysik und Quantenphilosophie verständlich nach- vollziehbar und empirisch bestätigt, dass alles an den Verursacher wieder zurückkommt, weil alles mit allem verbunden ist*.
* Die moderne Physik und Kosmologie haben das Bild vom Uni-
versum (lat. universus " gesamt ", von unus und versus " in eins gekehrt ") als ein unteilbares, dynamisches Ganzes unwiderruflich bewiesen. Sicher gilt dass die innere Welt ein einziges Bewusstsein darstellt und alles in der Welt miteinander verknüpft ist, das Grösste mit dem Kleinsten und das Allernächste mit dem Entferntesten. Alle Teile des Universums stehen grundsätzlich in einer Wechselbezie-
hung zueinander und jedes Ding, Natur und Tierwelt, jeder Prozess und jeder Bewusstseinsakt hängt mit anderen Dingen, der Natur,
den Prozessen und Bewusstseinsakten zusammen in einer durch-
dachten und geordneten, schöpferischen Beziehung zum grössten, möglichen Ganzen, welches folglich nur ein Einziges sein. Die Erklärung der Verschränkung zeigt, wie die materielle Welt und die innere Welt durch den ständigen Informationsaustausch miteinan-
der verbunden sind und nicht nur mit jedem Individuum, sondern auch mit jedem Punkt des Universums. Zwei verschränkte Objekte, obwohl Lichtjahre entfernt, trotz grosser, räumlicher Distanz sind miteinander verbunden und können Informationen austauschen.
Das zeigt doch deutlich, dass es eine geistige Welt neben der materiellen Welt lostgelöst von Raum und Materie geben muss.
Aus diesem Grunde ist jedes Individuum ein Teil des grossen Gan-
zen, mit dem grossen Ganzen verbunden, befindet sich in Über-
einstimmung mit dem Ganzen, da auch die komplexen Vorgänge
des Entwicklungs-Geist-Bewusstseins den geist-psychischen Plastizitäts-Gesetzmässigkeiten der Quantenphysik unterliegen
und diese bleibt nach dem biologischen Tod weiter bestehen. Das Universum ist in allen Teilen eine eng zusammenhängende Welt mit unendlichen Verflechtungen und Wechselwirkungen (z.B. ohne den Mond wäre die Erde nicht bewohnbar) und ein lebendiges Werden-
des, sich fortlaufend entwickelndes, zeitloses Ganzes.
Von "was hülfe es dem Menschen,so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele" wird zu den seltenen, ausserordentlichen Wahrheiten ge rechnet zu wer in der Entwicklungsbewegung Stabilität findet, eine permanente Entwicklungswertsetzung in allem vornimmt, den Entwicklungsbegriff zum Hand- lungsbegriff werden lässt, jeden Tag seinen Sinn zu geben weiss, sterben gelernt hat und sich selbst zum Entwick- lungs-Individualisierungs-Tages-Programm zu haben, der empfindet die Aussage "Was hülfe ...."eine banale Binsenweisheit, die keiner Erwähnung mehr bedarf.
Lieber für seinen Entwicklungs-Individualisierungs-Le-benslauf leiden und sich treu bleiben statt in der Un- wahrheit leben, sich selbst verleugnen und eine Ent- wicklungs-Individualisierungsschuld anhäufen klingt erst einmal vorbildhaft aber lebensfremd und wer macht das wirklich ? Aber Entwicklung ist die Verpflichtung die Wahrheit zu sagen und zu leben, weil sie so keiner sagen kann und weil jeder in der Entwicklungs-Individualisie- erungs-Wahrheit leben muss. Es das radikale Postulat des Philosophen Kierkegaard, welche Hingabe an die " christ- liche Wahrheit " fordert bis zur Selbstzerstörung. Wenn der Mensch von der Wahrheit ausgeschlossen wird, kann nur das Zufällige und willkürliche über ihn herrschen. Einerseits kann man seine (absolute) Individualisierungs-Wahrheit vertreten (für mich wahr, aber nicht wahr an sich), aber es lässt sich realistischerweise nur in der relativen Zeitgeistwahrheit leben mit Blickrichtung auf die absolute Wahrheit. Eine uneingeschränkte Wahr- haftigkeit ist im normalen Leben gar nicht mehr möglich. Auch wenn die Wahrheit gilt, aber die Macht zwingt. Diese Wahrheit lebt im ständigen Entwicklungsverbes- serungsprozess als Transzendierung der vorläufigen Wahrheit. In der pragmatischen Wahrheitstheorie ist die Wahrheit eines Gedankens seine Anpassung an die Wirk- lichkeit und was den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht. Dann ist nur das Bessere zu wollen, was genügt, kein hochfliegendes, weltfremdes Ideal mehr oder ein Abtauchen ins Nirwana*.
* Beispielhaft gilt auch die Biografie Vincent van Gogh. Sein Maler-
leben beginnt im dunklen Nuenen/ Holland und endete im hellsten Licht der Provence in Arles. Es ist der selbstehrliche, selbstquäle-
rische, lebensdialektische Entwicklungs-Malersuchweg vom Dunkel der bleiernen Gotikschwere zum hellsten Licht der Gotik und diese Lichtvermittlung ist in den jeweiligen Schaffensphasen der besondere Ausdruck seines künstlerischen OEuvre.
Von der christlichen Wahrheit, welche als Lebens- system theologisch und transzendent begründet wird zu den individuellen Entwicklungswahrheiten, welche aus der Erfahrung her erkenntnispraktisch aus dem Entwicklungsindividualisierungsleben heraus in der personalen Begegnung als gewandelte, christliche Wahrheit begründet wird. Diese wird immer von der Unwissenheit zur Klarheit und danach wieder zu einem neues Nichtwissen führen, vom Unglauben zum Glau- ben,vom Glauben zum Zweifel und zu einem neuen Vertrauen.
*I.) Die Mittelbarkeit des persönliches Entwicklungs-Individuali- sierungs-Lebens-prozesses religiös gedeutet ist ehrlicher, als die abstrakte Vermittlung der Gebote, Tugenden und Wahrheiten.Ent-
wicklungswahrheiten sind individuell gültige Wahrheiten. Deshalb existieren für den Einzelnen keine allgemein gültigen Wahrheiten, weil die Entwicklungswahrheitsfrage immer individueller Wahr- heitsnatur ist. Wenn es theologisch ausgedrückt wird, geht es am Leben vorbei und vor dem Reformator Martin Luther sprach Gott
nur Latein, obwohl das Christentum keine eigene Sprache besitzt, sondern die Sprache des Lebens ist. Die Individualität ist die begriff- liche Fassung des Lebens und der Einzelne ist nur wahr und existiert wirklich, wenn er individuell wird. " Die Seele "wird als Lebensme- tapher für den Individuations-Entwicklungs-Transzendierungs-Pro-zess verstanden was für Meister Eckhart "Gottwerdung "des einzelnen Menschen bezeichnet. Das Leben lebt nur durch die Seele und ist das Vitalprinzip schlecht hin.Es ist der formbildende Lebens- prozess, welcher sich selbst hervorbringt (Emanation). Es ist auch der evolutionäre Theismus eines Teilhard de Chardin, dass die ganze Evolution auf Gott zu geht und das ganze Universum auf Erkenntnis Gottes zu strebt.
II.) Die Entwicklungswahrheit entspricht der inneren Lebensnot-
wendigkeit als die Wahrheit, welche sich einem erschliesst. Die Wahrheit enthält nur so viel Wahrheit, wie sie selbst errungene Entwicklungswahrheit enthält. Jede Wahrheit muss, um sie zu er-
kennen, gelebt werden als erlebte Wirklichkeit und nicht nur als ein Wissensgebäude. Der Grund, auf dem sich der Mensch stellt darf
kein anderer sein, als die sich ihm unmittelbar im Entwicklungs-Prozess-Geschehen eröffnende Wahrheit. Die Lebenswahrheit
hat immer Recht und steht höher als jeder theoretischer, dog-
matischer Wahrheitsanspruch. Das Leben bewahrheitet sich erst durch die persönliche Entwicklung und Entwicklung bringt erst die Wahrheit unserer persönlichen Entwicklungsschuld an das Licht.
Jede Wahrheit muss, um sie zu erkennen erlebt werden und die Wahrheitsverifizierung liegt im Erkenntnisprozess selbst als
die Wahrheit der gemachten Selbsterfahrung. Was nicht die volle Wahrheit ist, verhindert sie zu erkennen.
III.) Der Wahrheitsbegriff der Aufklärung betrachtet Entwicklung selbst als Wahrheitsfundament, dass im strebenden Bemühen des Menschen liegt seine Lebensziele zu finden. Entwicklungswahrheiten sind deshalb selbsterzieherische Wahrheiten, weil die Wahrheits-
suche als Evolutionsaspekt im Menschen angelegt ist. Überall wo Entwicklung vorherrscht, sind die Gedanken auf ewige Wahrheiten ausgerichtet. Entwicklung ist ein Zunehmen der Erkenntniswahr-
heiten und deshalb steht der Mensch immer in der Wahrheit. Die Entwicklungswahrheit ist das was trägt als "der grosse Entwick-
lungszug nach oben" und immer stärker als alle Widerstände, Um-
stände und widrigen Verhältnisse. Die "Entwicklungs-Erkenntnis- Mittel-Zum-Zweck-Sinn-Wahrheiten"sind Entwicklungsweghin-
weise und die immanenten Entwicklungseigenschaften sind die Wahrheit hinter der Erscheinung. Die konkreten Situationswahr-
heiten sind keine Vollkommenheitswahrheiten, sondern im Ent-
wicklungsprozess wird man von der Wahrheit gereinigt. Die Wahr-
heit hat eben seinen Preis, während der Irrtum kostenlos ist. Die Entwicklungswahrheit des Lebens-und Gottvertrauens gilt als
grösste Tugend. Das ist eine notwendige Wahrheit,dass man Entwicklung in allem und alleine im Sinne haben muss. "Ein Stück Entwicklungswahrheit ist mehr wert als die ganze Welt".
Viele Spruchweisheiten verkünden, dass es gefährlich ist die Wahrheit zu sagen, deren Zeit noch nicht gekommen ist oder eine andere Zeitgeistwahrheit Regiment führt. Aber das Urteil des Gewissens ist für den Kirchenlehrer Thomas von Aquin die letzte Instanz, nach der sich der Mensch zu richten hat, auch wenn er damit der offiziellen Kirche widerspricht und sich gegen Gelehrtenmeinun- gen, lehramtliche Entscheidungen wie gegen Konzil und Papst ausspricht. Damit hat auch die Kirche dem Ge- wissen des Einzelnen die Priorität vor der Wahrheit zuerkannt. Was in Freiheit und Frieden gedacht ist, kann nie die Freiheit eines anderen einschränken oder zum Unfrieden führen. Wer sich selbst frei denkt, ehrt alle Freiheit auf Erden. Wer in der Freiheit steht kann auch den Verlauf der (Kirchen)geschichte und des Christen- tums über Jahrhunderte ändern. Es hat sich immer noch nicht überall herum gesprochen, dass nur Träumer die Welt verändern. Alle Kirchen leben von ihren so ge-nannten (kirchenuntreuen) Ketzern und die christliche Kirche lebt besonders von ihren grossen Ketzern wie z.B. Meister Eckhart. Die Frage wird später beantwortet, ob das Geschriebene wirklich noch "das Wort Gottes" ist oder mehr dem menschlichen intellektuellen Denkbe- wusstsein entspringt, was der Autor als Wahrheit er- kannt zu haben glaubte.
Von Wahrheiten, Werte und Ethik(tugenden),welche bei einer religiösen Sozialisierung vermittelt werden, aber das höchste Gut und die Entwicklungsreife lässt sich nicht durch eine Tugendvervollkommnung erreichen, was auch immer " ein Kampf gegen Windmühlen " bleibt zur Befolgung des Entwicklungs-Individuations-Gewis- sens, christlich gedeutet als " Wille Gottes " genannt, der sich im Frieden/ Ruhe oder Unfrieden/ Unruhe als Le- bensempfindungsausdruck äussert und dadurch ohne Zutun alles erreicht wird*.
* I.) Christlich wird das Gewissen als Einfallstor des göttlichen Willens, als Ruf Gottes und als ein Gottgefühl definiert als Mittler zwischen Gott und dem Einzelmenschen, weil er nur über das Gewissen einen Zugang zu Gott besitzt und dieser ist nicht identisch mit der Bibel.
Das Urteil des Gewissens ist für den Kirchenlehrer Thomas von
Aquin die letzte Instanz, nach der sich der Mensch zu richten hat, auch wenn er damit der offiziellen Kirche widerspricht und sich
gegen Gelehrtenmeinungen, Kirchenrecht, Gesetze, lehramtliche Entscheidungen wie gegen Konzil und Papst ausspricht. Damit hat auch die Kirche dem Gewissen des Einzelnen die Priorität vor der Wahrheit zuerkannt. Auch eine humanistische Ethik ersetzt keine Gewissensentscheidungen. Gewissen haben bedeutet in der Span-
nung des christlichen Lebens leben. Nach Karl Rahner, katholischer Theologe, genügt es nach dem eigenen Gewissen zu leben. Eine Gewissensentscheidung im religiösen Sinne bedeutet " Gott hält
sein Wort ".
II.) Bildungs-Kultur-Lernen ist alle Zeit, alle Kräfte und alle Mittel verwenden, um mehr Geld zu verdienen. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist alle Zeit, alle Kräfte und alle Mittel verwenden, um mehr zum inneren Frieden zu gelangen. Er versteht dann auch den Satz des Kirchenlehrers Augustinus:" Wer seinen Frieden gefunden hat und immer wieder findet, alles Wissen gelernt hat, was es zu lernen gibt. Siehe auch oben den Gliederungspunkt "Frieden".
Religiöse Aphorismen, Wahrheitserkenntnisse und
Lebensweisheiten.
- Jeder, der nach der Entwicklungswahrheit strebt und sagt, ist Gottes Stimme.
Der Geist hat gesiegt im Reich der Wahrheit, der Bücher, der Ideale, der Religion, welche nicht von dieser Welt sind und das Geld und die sinnlichen Dinge haben erst einmal gesiegt, weil sie von dieser Welt sind.
- "Gott bietet jedem die Wahl zwischen Wahrheit und Schlaf. Nimm was du möchtest. Beides kannst du nicht haben"*.
* Ralph Waldo Emerson, Philosoph und Dichter.
- "Solange der Mensch nicht der Wahrheit gleicht, wird er die unverhüllte, unmittelbare Wahrheit nicht verste hen"*.
- "Gott ist nicht bei der Macht. Er ist allein bei der Wahr- heit"*.
* Fjodor Michailowitsch Dostojewski, russischer Schriftsteller.
- "Die Wahrheit ist konfessionslos wie die wahre Kunst"*.
*Ernst Julius Hähnel Bildhauer und Professor an der Dresdner Kunstakademie.
- " Die grösste Wohltat, die man einem Menschen erweisen kann, besteht darin, dass man ihn vom Irrtum zur Wahr- heit führt"*
*Thomas von Aquin, Dominikaner, Philosoph und Theologe.
• "Besser es gibt Skandale, als dass die Wahrheit zu kurz kommt"*.
* Gregor der Grosse, Papst und Kirchenvater.
- "Ich wäre bereit sogar mit dem Teufel zu reden,wenn es um die Wahrheit, die Religion und die Menschenrechte geht"*.
* Johannes Paul II und Papst der römisch-katholischen Kirche".
"Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht"*.
* Edith Stein, deutsche Philosophin, Nonne, Märtyrerin.
• "Die Wahrheit ist nicht in Büchern zu finden, das Gesetz wird nicht in Zeichen und Worten vererbt. Wende dich ins Herz nach innen, zurück, um Buddha zu sein, sobald du dich selbst begriffen hast"*.
* Bodhidharma, indisch-chinesischer buddhistischer Shaolin-Mönch und erster Patriarch des Zen-Chán-Buddhismus in China.
- "Die absolute Wahrheit ist nur durch den Glauben erreichbar"*.
*Konstantin,Pobedoneszew, Erzieher Alexander des III und russischer Politiker.
- "Der Wein ist stark, der König ist stärker, die Weiber sind noch stärker, aber die Wahrheit ist am aller stärksten"*
* Martin Luther, deutscher, protestantischer Reformator.
• " Die Wahrheit offenbart sich, indem man selbst zur Wahrheit wird"*.
* Meister Eckhart, spätmittelalterlicher Theologe und Philosoph.
- Die Entwicklungswahrheit des Lebens-und Gottvertrau- ens gilt als grösste Tugend.
- "Jeder Begriff, jedes Ding hat seine eigene Gotteswahr-heit"*.
- " Immer wenn ich mich entwickele, rufe ich Gott ins Dasein und Gott ist wirklich "*.
* Meister Eckhart.
Gott ist Wahrheit, aber die Wahrheit lässt sich nicht besitzen, sondern diese ist das Ergebnis einer ständigen Auseinandersetzung als Unfrieden bis wieder der innere Frieden vorherrscht.
- " Es ist keine Religion oder Gesetz höher als die Wahr- heit " *.
* Madame Blavatsky Helena Petrovna Blavatsky war eine russisch-US-amerikanische Okkultistin.
- "Ich wäre bereit sogar mit dem Teufel zu reden, wenn es um die Wahrheit, die Religion und die Menschenrechte geht"*.
* Johannes Paul II und Papst der römisch-katholischen Kirche.
- "Die Wahrheiten können durch die Vernunft, den Glauben und die Offenbarung erkannt werden"*.
* Wahrheiten können auch, was es zu Lebzeiten des Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel nicht gab,durch die Quantenphysik erkannt werden.
Entwicklungswahrheiten haben die Kraft religiöser Grundsätze. Es kommt nicht auf den Buchstaben, sondern auf den (Entwicklungs)geist an.
- • " Niemand ist weiter von der Wahrheit entfernt, der alle Antworten weiss " *.
* Dschuang Dsi, Meister des Daoismus.
- Die Wahrheit des Ganzen braucht die (absolute) Gottes- perspektive, sonst gibt es nur viele beliebige Sichtweisen auf die Wirklichkeit.
- Die Wahrheit ist etwas grösseres, womit sich die meisten Menschen zufrieden geben.
- Die Wahrheit des Wortes ist nicht ein rein intellektu- elles Ereignis oder eine Frage der Religion, sondern es gilt dort, wo das ganze Leben durchdrungen wird. Wer die Wahrheit erkennen will, muss ihr gleich werden.
- Der Einzelne ist nur wahr, wenn er gewissensindividuell wird als nachträgliche Erkentnisteilhabe an der Entschei- dungswahrheit.
- Der Einzelne ist nur wahr wenn er seinen Frieden hat. Weil Gott mit (Gliederungspunkt) Frieden im Begriff mitgesetzt ist, ist er wahr und hat dann alles gelernt, was es zu lernen gibt.
Wahrheit beim Bildungs-Kultur-Lernen und Wahrheit beim
Enwicklungs-Kultur-Lernen
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen gilt z.B. die Bibel als Maß- stab der Wahrheit. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt z.B. die Unwahrheit als Irrtum als der Weg zur Wahr-heit)*.
* Siehe auch das Gesetz des Lebens ist ihr Widerspruch
- Bildungs-Kultur-Lernen ist von philosophischen und theologischen Wahrheitsbeweisen schliessen (Philoso- phie des statisch Gewordenen). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist von der Wahrheit schliessen, welche sich im Leben beweist (Philosophie des dynamischen Werdens).
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist die Theologie eine Form der Wahrheit und es ist nur wahr, wenn sie von Gott stammt und nur die göttlichen Wahrheiten gelten als primäre, zeitlose, absolute und unbedingte Wahrheiten (Wahrheitsverwaltung). Beim Entwicklungs-Kultur-lernen ist die "Entwicklungs-Prozess-Wahrheit des Hier und Jetzt als situative, Wahrheitsindividuation des Augen- blicks" die einzige Wahrheit von Wert, weil diese von der Entwick- lung stammt und ich ihr gleich bin (Wahrheits- gestaltung).
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist am Anfang die Wahrheit von der Existenzweise des Menschen abhängig. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird, je weiter die Entwicklung fortgeschritten ist, die Existenzweise des Menschen von der Wahrheit abhängig gemacht.
- Beim Bildungskultur-Lernen werden die ewigen, alten, zeitlosen Wahrheiten vermittelt. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen sind die ewigen, jungen sich erneuernden Wahrheiten ein selbst vermittelnder Wahrheitsanspruch der Entwicklung.
- Beim Bildungs-Kultur-Lern-Anfang ist die Wahrheit von der Existenzweise des Menschen abhängig. Beim Ent- wicklungs-Kultur-Lernen wird je nach Entwicklungs- fortschritt die Existenzweise von der Wahrheit abhängig gemacht *.
*I.) Die Wahrheit ist nicht, was in der Welt gilt, sondern was in der Welt wahr ist und zu entwickeln gilt. Man kann nicht immer die Wahrheit leben, aber wie man lebt, sollte wahr sein. Es stellt sich
die Frage, Wie viel Wahrheit lässt sich in unserer Gesellschafts-
und Wirtschaftsordnung als Einzelner im praktischen Alltag noch leben und inwieweit ist eine Wahrheitsentwicklung im Alltag durch die Sozialisierungs- und Anpassungszwänge überhaupt möglich
oder sogar noch motivierend ? Wenn ich von der Wahrheit leben muss, werde ich wahrscheinlich zum "Märtyrer". Auch wenn die Entwicklungswahrheit zu idealistisch angesetzt ist, führt sie ins persönliche Chaos. Von meinen egoistischen Interessen aus be-
trachtet, ist die Wahrheit für mich ein Unwert.
II.) Wenn die Arbeit moralisch fragwürdig und legal grenzwertig ist, eigentlich z.B. nur Telefonversprechen ohne echten Gegenwert ver -
kauft werden, aber ich als Verkäufer damit viel Geld verdienen
kann, macht der Zwang und der Reiz des Geldverdienen müssens aus
vielen Heuchlern, Wegguckern und Selbstverleugnern, weil ich mich
mit der Unternehmensphilosophie identifiziere. Der Arbeitsanspruch ist seinen Job anweisungsgemäss zu machen und es stellt sich nicht die Forderung nach einer höheren Arbeitsmoral, einer Entwick-
lung am Arbeitsplatz und die Wahrheit ist auch kein Geschäftsmo-
dell. Moralisch gute Menschen verdienen in der Regel nicht mehr Geld. Weil ich von der Wahrheit nicht leben kann, bleibt die Exis-
tenzangst grösser als die Gewissensangst. Erst im nächsten Ent-
wicklungsschritt lasse ich mich von dem Grundsatz leiten, dass
ich niemanden etwas zumuten möchte, was ich selber auch nicht
will. Lieber in der Entwicklungswahrheit der weiteren berufli-
chen Selbstsuchequälerei mich "durchbeissen", als in der funkti-
onierenden Geldunwahrheit leben. Es gehört sehr viel Zivilcou-
rage und Charakterstärke dazu, "seinen Existenzast abzusägen,
auf dem man erst einmal gut sitzt" und lieber für die Wahrheit
leidet, als dauerhaft sich selbst verleugnet. Im ersten Schritt
macht der Mensch die Wahrheit von seiner Existenz abhängig,
weil das moralische Verhalten des Menschen u.a. von seinem
Umfeld abhängig ist. Erst nach vielen Arbeits-Gewissens-Erfahrun-
gen wird die Existenz von der Entwicklungswahrheit abhängig ge-
macht. Nützlichkeitswahrheiten oder funktionierende Geldwahr-
heiten gelten noch nicht als der letzte Maßstab.
III.) Wenn die Existenzweise von der Wahrheit abhängig gemacht wird beantwortet sich die Frage von selbst, wozu ist ein Mensch auf Erden. Er ist da, um diese zu entwickeln und immer wahrheitlicher zu wer-
den, sie zu leben, diese Individualwahrheiten geduldig und gläubig vertrauend als auch kämpfend durchzusetzen und die funktionie-
enden, relativen Wahrheiten (Geld-, Nützlichkeits-, Zeitgeist-, Ge-
wöhnungs- und Anpassungswahrheiten, was erlaubt ist, Men-
schenmeinungen etc.) zu überwinden. Die Lebensauseinanderset-
zung und der Lebenswiderspruch sind die sich vollendende Wahr-
heit. Wer auf die individuelle Wahrheitsfrage verzichtet, gibt sich selbst auf und verfehlt sein Leben.
Beim Bildungs-Kultur-Lernen wird die absolute, allge- meine Wahrheit vermittelt. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen tritt die relative transzendierende Wahrheit, an das Tageslicht, welche im individuellen Entwicklungs- prozess der vorläufigen Wahrheit lebt *.
* I.) Die Wahrheit bleibt ein letztlich nie zu erreichendes Ideal und wir müssen mit Goethes Faust bekennen, dass keine endgültigen Wahr-
heiten möglich sind und das Nichtwissen das eigentliche Wissen ist. Entwicklungswahrheiten sind Irrtumswahrheiten. Der Weg des Irrtums ist auch der Weg der Wahrheitssuche. Irrtumswahrheiten sind "instrumentelle, gemischte Wahrheiten" und dienen dazu, die Welt der Dinge und der Erscheinungen zu konstruieren und zu verwirklichen. Jede Wahrheit des Irrtums zerbricht, nachdem sie benutzt worden ist und wird durch andere Wahrheiten des Irrtums ersetzt, die jeweils für die jetzige Lebenslage geeignet sind, mit
denen der Mensch konfrontiert wird. Man findet die Wahrheit nur, um sie wieder für eine zu erneuernde Wahrheit zu verlieren.
Eine Wahrheit ist nicht denkbar ohne den Weg zur Wahrheit als
die Wahrheit des persönlichen Entwicklungsweges und der ist bes-
ser als die Wahrheit selbst. Ich musste z.B. erst die Unwahrheit in vielen Berufstätigkeiten kennen lernen, um die Berufungswahrheit
zu finden Der Entwickler gewinnt erst die Wahrheit, indem er in der
absoluten Selbstzerrissenheit und inneren Suchunruhe zu sich selbst und damit zu seinem Frieden findet. Es ist die Aussage von Meister Eckhart, dass man in den Frieden laufen soll und nicht anfangen im Frieden.
II.) Siehe auch " Berufs-und Entwicklungs-Lebenslauf als persönliche Wahrheits- individualisierung
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen sind von Anfang an spiri- tuelle Autoritäten notwendig, an denen sich die eigene Wahrheitsüberzeugung orientiert. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen herrscht eine entwicklungsdynamische Sichtweise vor, wobei es sich bei der Wahrheitsentwick- lung um einen Prozess fortschreitender Selbstbefreiung handelt, um zur individuellen Wahrheitsüberzeugung zu gelangen.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen sind dogmatische, verwal-tende Wahrheiten als ein Wissensverhältnis zur fremden Wahrheit oder relative funktionierende Nützlichkeits-und Alltagswahrheiten kennen lernen (wahr ist, was funktioniert, gegen kein Gesetz verstösst, Geld bringt, eine mathematische oder eine religiöse Wahrheit). Mit und durch die allgemeinen, abstrakten Bildungswahr- heiten kann ich aber nicht zur inneren Ruhe und zur Lebensübereinstimmung gelangen (Unruhe ist aller Bildungsbewegung Ziel, weil statische, analytische und physische Wissensakkumulation). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist sich den Entwicklungswahrheiten annähern und somit von der Wahrheit gereinigt und ihr gleich werden. Es ist die selbst erkannte Entwicklungsprozess- wahrheit im persönlichen Wahrheitserleben. Bei der Entwicklungswahrheit ist alles, was nicht eigenes ist, nicht wahr, weil es nicht auf die gelehrte Wahrheit ankommt, sondern im Einzelfall auf die gelebte Wahrheit. Die individuelle Wahrheit ist wahr für mich, aber nicht wahr an sich, weil der Weg zur Wahrheit wichtiger ist als die Wahrheit selbst. Mit und durch die individuellen, lebenskonkreten Entwicklungswahrheiten gelange ich immer mehr zum inneren Frieden (Ruhe bleibt aller Entwicklungsbewegung Suchziel durch den Entwicklungs-Friedensprozess als Programm und Wissens-Wahrheits-Gleichheit* .
* I.) " Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser "*.
* Giuseppe Fortunino Francesco Verdi, italienischer Komponist.
II.) Hätte bspw. Vincent van Gogh nicht seine individuelle, emp- fundene Wahrheit gemalt, sondern wäre wie ursprünglich aus der Geldnot heraus geplant" Verkaufsmaler" geworden, wären seine Bilder heute vergessen).
III.) Siehe auch oben den Gliederungspunkt "Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist Frieden ein Entwicklungsprogramm".
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist man im Besitz der ge- lehrten, ruhenden Wahrheit. Es sind fremde vermit- telnde, papierne, gelehrte, akademisch verpackte viele schöne Wahrheiten, aber auf die erlittene und nicht abstrakte Wahrheit kommt es an. Die Wahrheit wurde auf den Begriff gebracht und ist damit eingegrenzt, weil sie das Individuelle ausschliesst. Wissende Wahrheit ist nur ein Stück der Wahrheit. Wer nur in der Literatur die Wahrheit sucht gilt höchstens gebildet, weil die allge- meine Wahrheit zur Schulweisheit wird und für die Wahrheitsentwicklung nur noch bedingt geeignet ist. Das Leben ist der abstrakten Wahrheit immer ein Schritt voraus, das Ausgedachte wird durch die realisierte Wirklichkeit überholt. Der Besitz der Wahrheit macht stolz, träge, gelehrig, übermütig und wägt sich in trügerischer, dogmatischer Sicherheit. Entwicklungs-Kultur-Lernen dagegen ist eine dynamische Auffassung als Wahrheitsentwicklung. Man ist auf der Suche nach ihr und irrt sich zur Wahrheit empor. Der Mensch schreitet nicht vom Irrtum zur Wahrheit, sondern von Wahrheit zu Wahrheit, von einer niedrigeren zur höheren Wahrheit. Über die Wahrheit informiert man sich nicht, sie ge- schieht und ist an die Lebenspraxis gebundene Wahrheit. Es gibt keine andere Entwicklungswahrheit als die unseres alltäglichen Tuns. Alles was nichts eigenes, ist nicht wahr. Nicht die Wahrheit, sondern der Weg zur Wahrheit ist wichtig und ein Teil unserer Kultur. Nicht nur die Wahrheit sagen (Gedankengebäude), sondern nur die aufrichtige Bemühung "im Hier und Jetzt" hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert eines Menschen aus (erlebte Wirklichkeit). Wenn Wahrheit wahr sein und sich beweisen soll, dann im " Hier und im Jetzt " in der permanenten Entwicklungs-Individualisierungs- Aus- einandersetzungs-Prozess-Transzendierung. Die Entwicklungswahrheit entspricht der inneren Lebens-notwendigkeit als die Wahrheit, welche sich einem er-schliesst. Die Wahrheit enthält nur soviel Wahrheit, wie sie selbst errungene Entwicklungswahrheit enthält. Der Wahrheitsbegriff der Aufklärung betrachtet Entwicklung selbst als Wahrheitsfundament, dass im strebenden Be-mühen des Menschen liegt seine Lebensmitte zu finden.
- Bildungs-Kultur-Lernen ist die angetretene Erbschaft der Aufbau-Wirtschaftswunder-Jahre der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts und deren permanente technische, ökonomische und soziale Weiterentwicklung. Entwick- lungs-Kultur-Lernen ist die Hinterfragung und Sinnge- bung dieses Wirtschaftswunders des nie da gewesenen materiellen Fortschrittes als De-und Entmaterialisierung
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen werden dem Lernenden Weisheiten, Werte, Tugenden und Erkenntnisse des Bil-dungs- und Kulturgutes vermittelt, um wissender zu werden. Es ist die bequeme Wahrheit, die in der Beleh- rung und in den Appellen der Lehrer, Eltern und Politi- ker zu finden ist. Es ist leicht die Wahrheit zu wissen, aber schwer in der Wahrheit zu leben. Es ist die pädagogische gedachte, gelernte Bildungswahrheit. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen beginnt der Lernende diese gelernten Weisheiten auf ihren Wahrheitsgehalt in der eigenen Lebenserfahrung zu prüfen, bevor er sie zu eigen gemacht, um weiser zu werden. Wenn die allge- meine Wahrheit zur Schulweisheit wird, ist sie für die persönliche Entwicklung nicht mehr brauchbar. Die Wahrheit, die z.B. nur in der Literatur oder Ethikunter- richt gesucht, aber nicht im Leben angewendet wird, bleibt bedeutungslos. Wer zu einer Wahrheitserkennt- nis gelangt,muss alles war er über Wahrheit weiss, erst einmal vergessen. Die unmittelbare und selbst erfahrene und getane, transzendierte Entwicklungslebenswahr- heit hat eine höhere Autorität, als die vermittelte Wahrheit. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist sich den individuellen Entwicklungswahrheiten annähern und somit von der Wahrheit gereinigt und ihr gleich werden. Es ist die selbst erkannte Entwicklungsprozesswahrheit im persönlichen Wahrheitserleben (dann wäre z.B. " blau machen am Arbeitsplatz " undenkbar). Es ist die Wahr-heit, welche sich bei Reife für mich erst erschliesst und deshalb steht der Entwickler in der Wahrheit und ist ein Mensch der Entwicklungswahrheit. Bei der Entwick-lungswahrheit ist alles, was nicht eigenes ist, nicht wahr,weil es nicht auf die gelehrte Wahrheit ankommt , sondern im Einzelfall auf die gelebte Wahrheit. Die Wahr- heit offenbart sich jedem nach seiner Art. Wahrheit ist ein Lebensimperativ, der in jeder Lebenssituation stets neu erfüllt und sich bewähren muss als Ziel dauerhaften Entwicklungsstrebens (Hätte z.B. Vincent van Gogh nicht seine individuelle, empfundene Wahrheit gemalt, son-dern wäre wie ursprünglich aus der wirtschaftlichen Not heraus geplant " Verkaufsmaler " geworden, wären seine Bilder heute vergessen)*.
*I.) Was noch nicht volle Wahrheit ist verhindert sie zu erkennen. Denn solange der Mensch dieser Wahrheit nicht gleich ist, kann er diese Rede nicht verstehen. Die Wahrheit offenbart sich, indem man selbst zur Wahrheit wird*.
* Meister Eckhart
II.) Die Forderung des Philosophen Kierkegaards eine Hingabe an
die christliche Wahrheit bis (notfalls) zur Selbstzerstörung ist nur auf
der letzten Entwicklungsstufe, wenn nur wenigen gegeben und als Lebensentwurf unrealistisch. Eine uneingeschränkte Wahrhaftigkeit
ist im normalen Leben gar nicht mehr möglich. Man kann die (absolute) Wahrheit vertreten aber nur die relative Zeitgeistwahrheit leben mit Blickrichtung auf die absolute Wahrheit. In der prakmati-schen Wahrheitstheorie ist die Wahrheit eines Gedankens seine Anpassung an die Wirklichkeit. Dass zwar die Wahrheit uneinge- schränkt gilt, aber die Macht zwingt.
III.) Die Bildungsgleichheit ist mit dem Begriff der Wahrheit unver-
einbar. Die Gleichheit steht " Gott sei Dank " nur auf dem geduldi-
gen Papier. Es lässt sich damit nicht die menschliche Natur aus-
treiben. Die individuelle Wahrheit und nicht die gleiche Wahrheit macht den Einzelnen aus. Jeder gebildete Mensch hat Anteil an der Wahrheit, weiss von ihr, ist im Besitze der Wahrheit und trägt sie
nur abstrakt mit sich herum. Wahrheit ist nun das was gelehrt
wird und die Mehrheit ist, obwohl es in Wahrheit keine Wahr-
heit gibt. Damit ist das Postulat des Individualisierungs-Entwick-
lungsstrebens nach der Wahrheit zu forschen überflüssig gewor-
den. Der Entwickler gewinnt, aber die Wahrheit nur, indem er in
der absoluten Selbstzerrissenheit und inneren Unruhe zu sich
selber und zu seinem Frieden findet. Es gelten nicht mehr die einseitigen, verkündeten Schulwahrheiten, sondern eine lebens-
gemeinsame, sokratische Suche nach der Wahrheit.
Bildungs-Kultur-Lernen ist die Wahrheit suchen in den kulturellen Verkleidungen der Wissenschaft, Kunst, Religion, Musik, Dichtung, Philosophie, Schriftstellerei, Malerei, Literatur, Architektur und der Bildungsgleichen mehr. Aber dieser kulturelle Ausdruck weist nicht mehr über sich hinaus auf etwas, was hinter ihr steht, was durch sie verwirklicht werden soll und wozu der Mensch durch seine Entwicklung fähig sein kann. Sie weisen nur auf sich selber und bestätigt das Bewusstsein des Men- schen, der sie schuf und vermittelt das Gefühl eine Voll- kommenheit erreicht zu haben, wo das Sein und das Bewusstsein, das Wesen der Erscheinung und die Erscheinung selbst als Lebenseinheit sich decken. Es ist eine Interpretation der berühmten These des Philoso- phen Georg Wilhelm Friedrich Hegels vom Ende der traditionellen Kulturträger (Musik, Literatur, Architektur, Religion etc), welche keinen wirklichen, tieferen Einfluss mehr auf die kulturelle Entwicklung des Menschen haben, weil diese auch dem geschichtlichen Gesetz des Werdens und Vergehens unterliegen und deshalb die Zeit gekommen ist, wo der Wahrheitsausdruck eines anderen Mediums bedarf. Diese sind nicht mehr geeignet auf Höheres zu verweisen, um die Sehnsucht nach oben wachzurufen, was man selbst noch nicht, aber Men- schenaufgabe ist. Diese Fülle der kulturellen Werte lebte ursprünglich nicht selber aus sich heraus, sondern z.B. eine Zeichnung von Dürer, die Brandenburgischen Kon- zerte von Bach, eine Stradivari des gleichnamigen Gei- genbauers, ein Gemälde von Vincent van Gogh oder eine gotische Kathedrale waren nur Wegweiser und Mittler für den Weg nach oben was den Menschen übersteigt und sind nur je nach kultureller Affinität Erkenntnis- mittel zum Entwicklungs-Individualisierungs-Sinn-Zweck. Unsere kulturelle Tradition ist auf Erfassen von Stillstand und Festigkeit ausgerichtet. Die westliche Welt denkt nur statisch. Aber wir können nicht einerseits immer kul- tureller werden und anderseits an dem sozialen, techni-schen und materiellen Fortschritt weiter so festhalten, als wenn er absolut und unveränderlich wäre. Eine vergangene Philosophie wieder aufzuwärmen, das ist so wenig möglich, wie ein altes Kunstwerk wegen des Zeitgeistes und der Einmaligkeit nochmals zu schaffen. Entwicklungs-Kultur-Lernen ist die Wahrheits-Indivi- dualisierung durch das gotische Lernprinzip, welches ohne ideologischen Ballast ist und der Menschheit einen neuen Begriff vom Leben geschenkt hat. Hier Mensch begreift langsam, dass die Kultur für ihn da sein soll und dass er deshalb jeder Zeit das Recht und die Wahl-möglichkeit besitzt diese abzuwählen, wenn diese seinem Wesen, dem Zeitgeist und seinen Erwartungen nicht mehr entspricht. In kulturellen Entwicklungs- phasen der Menschheit fand immer eine gesetzmässige Häufung statt, wo viele Künstler wie Musiker, Dichter, Maler etc. gleichzeitig als das kulturelle Medium der Zeit auftraten, was auch für das jetzige Entwicklungs-Indivi- dualisierungs-Zeitalter das gotische Lernprinzip als das kulturelle Medium genauso zutreffen wird. Im abend- ländischen Denken gab es immer wieder Umbruchs- situationen, an denen sich die Weichen für eine neue Erkenntnisrichtung stellten und die zukünftige Entwick- lung aller festlegte. Siehe Textfortsetzung Nr.85 in Kulturlernen-3
* I.) Die Kultur ist eine tragende Säule der Gesellschaft und auch
der Evolution unterworfen. Alles unterliegt dem ewigen geschicht -
ichen Entwicklungsgesetz Gesetz des Vergehens und des Werdens einer spiralförmigen, wendeltreppenförmigen Weiterentwicklung
und deshalb eine Entwicklung zurück von ihrer Gesetzesnatur nicht geben kann. Die Entwicklung ist irreversibel, da jede Stufe auf der vorhergehenden aufbaut. Vergangenheit ist verflossene, alte Ener-
gie und die Verschiebung hat bereits den Punkt der Rückkehr über-
schritten. Nichts ist befestigt, ein ständiges ausdehnen vom beweg- ten Hier zum bewegten Dort. Damit ist der Entwicklungsprozess nicht mehr umkehrbar d.h., es gibt keine Entwicklung zurück und wäre genauso absurd, einen ICE-Hochgeschwindigkeitszug mit 300 km/h mit blossen Händen stoppen zu wollen. Eine Restauration wäre nur Entwicklungsstillstand*.
* So faszinierend der gotische Baustil auch heute noch sein mag,
aber die Sonne des Mittelalters ist untergegangen und mit ihr der gotische Geist und ihre erste religiöse Bestimmungszeit, weil alles
im Leben dem geschichtlichen Gesetz des Vergehens und Wer-
dens unterliegt. Auch der Rückgriff auf Vergangenes, eine Nach-
ahmung der epigonenhaften Romantik des 19. Jahrhunderts, wie
die Neugotik um die vorletzte Jahrhundertwende als Spielart des
Historismus vorgenommen wurde, hat nur schale Kopien ohne inneres, dynamisches, wirkkräftiges, gotisches (Nachahmungs)-
stilgefühl hervorgebracht. Die Kathedralen sind zwar nach dem gotischen Formenprinzip konstruiert und auf wissenschaftlicher Statikgrundlage gebaut worden, aber der Lebenswille und die Ideengeistesmacht, ein mächtiges, direktes, urweltliches, unbe-
kanntes Gottes-Bewusstseins-Lebensgrund-Urgefühl, der einst elementar in die Formen gelegt wurde fehlt. Der geistige Aufriss
und der abbildende Sinn des anagogischen Entwicklungscharak-
ters der gotischen Kathedrale des " weiter, höher und hinauf als
die Fähigkeit den Geist zur höchsten Wahrheit zu erheben ", die
Pole Glück und Leid, Leichtigkeit und Schwere zwischen denen alles religiöse Platz findet und der gotische Geist, welcher das Objekt
vernichtet, um Grösseres zu schaffen, wurde in diesem Sinne in der Romantik noch nicht verstanden und ist nicht beabsichtigt worden.
III.) Durch das gotische Lernprinzip würde sich die Museumskunst (zweite Natur) zur Entwicklungslebenskunst (Natur), die akademi-
sche Kultur zur Selbstkultivierung erhöht und z.B. das Musikge-
schichtliche wird zum Individualgeschichtlichen. Es wäre eine
Kultur, welche den ganzen Menschen erfasst, wovon Friedrich
Schiller und alle Romantiker immer nur geträumt haben. Die Rahmenbedingungen für die individuelle Entwicklung als die
Entwicklung des Weltgeistes (Hegel), der persönlichen (Selbst)-
erziehung des Menschen (Herder) in der (Entwicklungs)freiheit
(Kant) als Ganzes ist jetzt erst möglich, weil wir in der besten aller(Entwicklungs)zeiten leben und jetzt erst die Voraussetzungen und potentielle Individualisierungs-Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen worden sind. Jede Philosophie hat ihren Zeitkern und ihren geschichtlichen Stellenwert und die vergangenen, gedachten, philosophischen Systeme sind nicht für die Zukunft geeignet.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen heisst es, dass mit der (Entwicklungs)wahrheit noch keiner die Welt erobert hat, " diese meistens schlechte Kleider an hat" ,von ihr nicht satt und reich wird und nicht die Wahrheit, sondern nur die Zeitgeistwahrheit sich verkaufen lässt (z.B. Lotto- illusion). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen heisst es, dass die unbequemen (Entwicklungs)wahrheiten letztlich die besten Wahrheiten sind, weil tragend, beschützend und durchsetzend. Wer die Wahrheit hochhält, marschiert immer noch am besten wie Blücher zu sagen pflegte. Es ist zwar erwünscht, dass man immer die Wahrheit sagt, aber trotzdem, weil meistens hinderlich, will sie keiner hören *.
* Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt war preußi-
scher Generalfeldmarschall und hat sich in bedeutenden Schlachten hervorgetan.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen höre ich jeden Tag tausend Wahrheiten für die die Zeit noch nicht reif ist. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen begegnen mir jeden Morgen beim Aufstehen tausend (Erkenntnis)wahrheiten, wozu die Zeit reif ist und der Tag nicht ausreicht, sich mit diesen reflektierend auseinanderzusetzen.
Bildungs-Kultur-Lernen ist von der Buchwahrheit zum Irrtum durch Erfahrung zu reifen.Entwicklungs-Kultur-Lernen ist vom Irrtum zur Wahrheit reifen. Die per- sönliche Irrtumsgeschichte wird zur Wahrheitsfort- schrittsgeschichte.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen versuche ich mit und durch die allgemeinen, abstrakten Bildungswahrheiten zur inneren Ruhe und zur Lebensübereinstimmung gelangen (Unruhe ist aller Bildungsbewegung Ziel, weil nur sta- tische, analytische und physische Wissensakkumula- tion).Beim Entwicklungs-Kulturlernen reife ich mit und durch die individuellen, lebenskonkreten Entwicklungs- wahrheiten ich zur Ruhe und inneren Lebenseinheit (Ruhe ist aller Entwicklungssuchbewegung Ziel,weil dynamisches, holistisches, energetisches Wissens-gleichgewicht.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen werde ich mit allgemein-gültigen Werten und zeitlosen Wahrheiten konfrontiert. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt die Regel, was noch nicht volle Wahrheit ist, verhindert sie zu erkennen. Denn solange der Mensch dieser Wahrheit nicht gleich ist, kann er diese nicht verstehen.
- Bildungs-Kultur-Lernen ist zu lernen im Lehrer-Schüler Verhältnis was Wahrheit ist, aber gleich und gleich sind nicht erzieherisch. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen da- gegen habe ich die Wahrheit nur dadurch erkannt, dass ich die Lüge als Lüge empfand, weil Gott den Teufel als Irrtumswahrheit (Gegenpol), braucht, um den Weg zu sich/zur Wahrheit zu zeigen.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen " leidet der Künstler " um der Wahrheit willen für seine darstellende Kunst. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt der Entwicklungs-Individualisierungs-Weg vom Gesellschaftsmenschen zum Einzelmenschen als Lebenskunst. Es ist die Lern- wahrheit alleine dazustehen, die Ausdauer und Diszi- plinierungskraft zu haben seinen Entwicklungs-Indivi- dualisierungs-Weg in der Gesellschaft, im Beruf und im privaten Bereich allen Anpassungsversuchungen, Konventionen, Bequemlichkeiten und Widerständen zum Trotz weiterzugehen. Dazu gehören auch ein Lebens- scheitern, Irrtumskrisen, Lebenserschütterungen, durch die Verworfenheit des Lebens gehen und die ganze Bedrängnis erfahren, welche ein solcher Lebensweg für einen vorgesehen hat*.
* 1.) Aber ein Lebensentwurf, bei dem von Zeit zu Zeit nicht alles
auf dem Spiel steht, ist nichts wert.Nur in der absoluten Selbstzerris- senheit ist der Entwicklungs-Individualisierungsweg möglich
2.) " Das Leben ist entweder ein waghalsiges Abenteuer oder das
Leben ist gar nichts“ *.
* Hellen Keller.
3.) " Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut zu riskieren "*.
* Vincent van Gogh.
4.) " Der wird es weit bringen in der Welt, der nicht fragt, ob es
gefällt "*.
* Johann Wolfgang von Goethe.
5.) " Grösse " gibt es nur gegen die Welt als Standpunkt ausserhalb
der vorherrschenden Gesellschaftsordnung des Alltäglichen, Zeit-
geistigen und Meinungsmachenden und nicht mit der Welt. Ob jemand als Grosser genannt wird, ist auch davon abhängig, von wem er seine Selbstbestätigung erhält; vom gesellschaftlichen Kollektiv oder vom Selbst her, was im religiösen Duktus " Gott " genannt wird. Wenn der Einzelne sich nicht mehr seine Bestätigung von oben, sondern von unten geben lässt, hört er auf als einzelner (grosser) Mensch zu existieren. Der Mensch darf sich nicht auf Kultur und das Bewusstsein begründen und sein Selbstbewusstsein und seinen Wert davon abhängig machen, weil das einer anderen Rechtfertigung bedarf. Kultur und Bewusstsein sind nur ein Ausschnitt und umfas-
sen nicht das Ganze.
6.) Siehe weitere kulturelle Aphorismen, Wahrheitserkennt- nisse und Lebensweisheiten in Entwicklung-Wahrheits-Individuation
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen dient die Kunst dem Selbstzweck als "schöne Lüge ", welche der Wahrheit dient. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen dient die Le- benskunst als Mittel zum Zweck, welche der Entwick- lungs-Wahrheits-Individuierung dient.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen versteht sich die Wahr- heit immer als Bewusstseinswahrheit (Wahrheit an sich). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen versteht sich die Wahr-heit nur als individuelle Gewissenswahrheit (Wahrheit für mich).
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist das Wissen " Wahr-heitsträger " als Übereinstimmung von dem Wissen mit dem Objekt und Widerspiegelung mit dem Wissenssachverhalt (Darstellungswahrheit). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist das Wissen nur eine Wahrheitsannäherung mit dem Objekt und dem Sach- verhalt und lebt im Entwicklungsprozess der vorher- gehenden Wahrheit (Wahrheit hinter der Erscheinung).
- Bildungs-Kultur-Lernen führt zur passiven Erkenntnis einer logischen Bewusstseinswahrheit ( z.B. mathe- matische Formel). Entwicklungs-Kultur-Lernen führt zur aktiven Erkenntnis einer Entwicklungswahrheit (z.B. Ich muss erst glauben oder mich verändern, dass ich er- kennen kann").
- Entwicklungs-Kultur-Lernen führt zur Erkenntnis: dass unten grösseres und tieferes lernen möglich ist als oben ", weil Entwicklungsveränderungen nicht verordnet werden können.
- Das Suchen wichtiger ist als es gefunden zu haben.
- Die spürbare Lebensunmittelbarkeit selbstehrli-
cher ist, als die abstrakte Vermittlung.
- Das Wissen wofür (was ich einmal sein werde)
wichtiger ist, als das Wissen wovon (was ich weiss,
nachschlagen kann und bin).
- Das Gelehrte und Gepredigte, weil eben studiert,
gegenüber dem, der das Gelehrte durch den Ent-
wicklungsprozess als Vorbild transzendiert und
Raum für die anderen geschaffen hat, alles " nur
leeres Stroh " ist.
- Dass es nicht auf Wahrheit, Tugend, Moral, Werte
und Wissen ankommt, weil das höchste Gut und
die Entwicklungsreife sich nicht damit erreichen
lässt, sondern um die Befolgung des Entwick-
lungs-Individuations-Gewisssens als Lebensgrund-
gefühl und dadurch alles erreicht wird.
- Dass jede Bildungsinvestition und gut gemein-
te Ratschläge gegenüber der geschenkten Indi-
vidualisierungs- auch Entwicklungs-Reife gegen-
über ein Nichts ist*.
* Siehe auch; " Man kann einen Birnbaum noch so prügeln,er
wird deshalb nicht schneller reif"in Nr.782 in Kulturlernen-17
- Dass die Entwicklungswerte, Entwicklungseigen-
schaften, Entwicklungsattribute und Entwick-
lungstugenden nicht gelernt werden müssen,
sondern bei Entwicklungsreife naturgemäss sich
die Entwicklungsschlüsselmerkmale ausbilden und
aus sich selbst heraus ohne eigenes Zutun wirken.
- "Das gotische Lernprinzip"" (Tiefe Zeitlosigkeit mit
Transzendenz) als das Entwicklungs-Kultur-Lernen
und nicht das Bildungslernprinzip (Breite, Zeitgeis-
tigkeit und ohne Transzendenz).
- Wenn über die Zukunft der Bildung gesprochen
wird, da gibt es viel Bildungs(wissens)kompetenz
und jeder hat etwas zusagen. Weil die Zukunft der
Bildung aber Entwicklung heisst, ist nur die Ent-
wicklungs(vorbild)kompetenz wichtig. Deshalb ist
das Entwicklungs-Sozialisierungs-Lernen und ein
Entwicklungs-Individuations-Lebenslauf oberste
Bildungspflicht und das Lernen der Zukunftswahr-
heit eines jeden Einzelnen.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen mag es gut sein die Wahr- heit nachzubilden. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird es als viel besser angesehen die individuelle Wahr- heit zu finden, weil die Wahrheit nie allgemeiner Natur, sondern immer nur persönlich ist. Der Weg zur Wahrheit ist wichtiger als die Wahrheit selbst.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen werde ich mit allgemein-gültigen Werten und zeitlosen Wahrheiten konfrontiert. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt die Regel, was noch nicht volle Wahrheit ist, verhindert sie zu erkennen. Denn solange der Mensch dieser Wahrheit nicht gleich ist, kann er diese nicht verstehen.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen geht es um die Vermittlung von Wahrheiten, Werte und Tugenden, aber das höchste Gut und die Entwicklungsreife lässt nicht durch eine Tugendvervollkommnung erreichen, was auch immer " ein Kampf gegen Windmühlen " bleibt. Beim Entwick- lungs-Kultur-Lernen geht es nur um die Befolgung des Entwicklungs-Individualisierungs-Gewissens, religiös betrachtet als " Wille Gottes " genannt wird und der sich im Frieden/Ruhe oder Unfrieden/Unruhe als Lebens-empfindungsausdruck äussert und dadurch alles erreicht wird.
- Bildungs-Kultur-Lernen ist die Wahrheit, welche in der Welt gilt. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen ist, was in der Welt wahr ist, zu entwickeln gilt.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen werden Führungskräfte für Wirtschaft und Verwaltung geschult. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gibt es keine Schulungen für Vorbilder in der Gesellschaft und im übrigen Leben, sondern ich bin mir nur selbst Vorbild, der Weg und die Wahrheit*.
*I.) Ein Vorbild ist auch immer eine Autorität und diese steht im Dienste von etwas, das mehr und höher ist, als sie selber und gleicht geheimnisvollen Macht. Unsere Autoritäten bspw. Lehrer, Richter, Politiker, Pfarrer, Unternehmer, Sportler, Schriftsteller, Professoren, Prominente, Medien sind selbst einer Autorität unterworfen und von ihr abhängig, weil ihre gesamte Existenz darauf ausgerichtet ist. Weil die echte Autorität immer nur eine ganze und nie eine partielle in ihrem Fachgebiet ist, bleibt diese gespalten und nur eine Autorität auf ihrem Fachgebiet, welche nie das Ganze darstellt und diese Ge-
spaltenheit dem Menschen auch gar nicht bewusst ist. Deshalb fehlt die Kraft der Vorbildnachahmung und der Glanz einer wirklichen Autorität. Sie verleiht keinem mehr Ruhe, Sicherheit, Geborgenheit und keiner fühlt sich von ihr angesprochen und bestätigt. Deshalb sind unsere Autoritäten und Vorbilder leer geworden und beliebig austauschbar.Ihre Belehrungsworte und Vorbildbeispiele sind auch vorbildlos und können ihre erzieherische moralische Vorbildaufgabe nicht mehr erfüllen. Sie besitzen nicht mehr die Kraft zur Einsicht, der Verwandlung und Nachahmung und sind zu einem "zahnlosen Papiertiger" geworden. Sie dringen deshalb nicht mehr in die " tieferen Seelenschichten des (interverbundenen) Menschen vor, welche Menschen begeistern und einen neuen " Sturm- und Drang " auslösen.
II.) Beim Vorbild wird das Wort aus "dem Logos" als der Kraft des schöpferischen Entwicklungsvermögens gesprochen. Die Klarheit und Kraft des Wortes ist dort am grössten,wo es aus der Tiefe der Existenz und vom "Entwicklungs-Individualisierungsgewissen" heraus gesprochen wird. Diese Gewissenswahrheit entzieht sich den Kate-
gorien des Bewusstseins und ihr Wert wird daran gemessen, in wie- weit diese die Kraft hat, andere ins Gewissen zu reden, um ihren Standpunkt zu verlassen Das Wort ist immer konkret, Ding, Fleisch, lösend, nachahmend, schaffend, helfend, gesundmachend und befreiend. Je mehr es Zahl oder Meinung wird, desto kraftloser wird es. Die Entwicklungs-Lebenssprache ist Verkörperung des Lebens- geistes und die Worte sind vorbildhaft und kraftvoll, weil sie entwick- lungsgemäss im Leben errungen und dadurch "Fleisch" worden sind*.
* Bei der Politik z.B. geht es um die Mehrheit und nicht um die Wahr- heit. Politiker wollen mit Versprechungen an die Macht, obwohl der Uneigennützigste der Machtvollste ist. Politiker sagen,wie sie alles besser machen wollen, aber echte Führung bessert nur bei sich nach.
Politiker werden gewählt, während bei Vorbildern es genügt, dass sie nur da sind.Wer gewählt wurde, ist durch die Mehrheit legi- timiert, wird aber nie als Vorbild anerkannt sein,weil die Motivation seiner Ego-Macht-Natur entspringt.
III.) Eine Vorbildautorität ist immer mit Askese, Leiden, Kritik, Schwei-
gen und einer zeitweisen gesellschaftlichen Singularisierung und Nomadisierung des eigenen, gegangenen Entwicklungsweges verbunden, der aber nur durch dieses begründet und erhalten wer-
den kann. Veränderungen und Verbesserungen lassen sich nicht ausdenken oder durch Appelle an die Vernunft erreichen, sondern nur durch das,was wir durch die Selbstentwicklung geworden sind. Die Nachahmungskraft wird erst durch die Vorbildfunktion weiter- gegeben. Die Vorbildfunktion ist ein Ereignis im Bereich des Geistes, was entscheidend ist für die Menschheitsentwicklung und säkulare Weltgeltung hat. Der Geist ist immer so grösser gewesen, je macht- loser er war und die Macht umso stärker, je geistloser sie war.Das ist das polare Spannungsgesetz, zwischen Geist und Macht. Wenn die (Macht)autorität der Kirche nicht mit der moralischen (Vorbild)au- torität gekoppelt ist, ist der Stuhl des Amtsinhabers wurmstichig*.
* " Was leben will, muss dienen. Was herrschen will, lebt nicht lange".
* Hermann Hesse, deutsch-schweitzerischer Dichter und Schrift- steller".
IV.) Von den vielen prominenten, gesellschaftlichen Grössen und
Helden wie Politiker, Schauspieler, Sportler, Sänger,Adelige,Kirchen- vertreter,Unternehmenssprecher etc. als Identifikations-und Inte- grationsfiguren für den vorherrschenden System-Zeit-Geist und Vertreter der alten Werte zu den unbekannten, gesellschaftlichen Entwicklungsgrössen als "die stillen im Lande" und Entwicklungs- helden ohne Podest als Identikations-und Integrationsfiguren für das jetzige (Vorbild)entwicklungszeitalter und den neuen Entwicklungs- Individualisierungswerten.
V.) Der zukünftige Entwicklungsweg des Menschen führt nicht von der Gegenwart unmittelbar wie wir es gewohnt sind nach vorne weiter, weil "das Vorne" von der Vergangenheit schuldmässig vorbelegt und deshalb vorbestimmt ist. Eine andere Zukunft kann sich nur aus einer anderen Vergangenheit entwickeln. Die Zukunft ist nicht in dem Sinne offen, dass ich vom Standpunkt der Gegenwart nur planen und mir neue Möglichkeiten erschliessen muss, um damit die Zukunft zu gestalten, sondern sie ist bereits durch die Vergangenheit abge-
steckt, eingegrenzt und vorentschieden worden. Dem Menschen kann in Zukunft nur das begegnen, was er früher war. Er kann sich nicht heute einfach wandeln zu einem Anderen und Besseren, der er sein möchte, und ignoriert die Aufarbeitung seiner entwicklungslosen, aufgestauten Vergangenheitsschuld. Die Vergangenheit muss erst bereinigt werden, damit eine bessere Zukunft entstehen kann. Bevor es zur Wandlung kommt muss " der Weg des Rausches, der Lebens- krisen,der Zerstörung und der Verzweiflung"gegangen werden, weil sich der Mensch von der Gegenwartsexistenz sich erst zu lösen vermag, wenn er die Vergangenheit seiner Existenz,welche in die Zukunft hinaus als lebendige Wirklichkeit nachwirkend ist, diese auch erkennt, akzeptiert und durch die Auseinandersetzung mit ihr sich damit in der Entwicklungsüberwindung davon gelöst hat. Es ist die schon fast paradoxe Situation, dass man eine bessere Zukunft nur erwarten kann, indem man ihr erst den Rücken zuwendet und sich der Aufarbeitung seiner"Entwicklungs-Bring-Individualisierungs-Schuld-Vergangenheit" widmet.
VI.) Von den vielen Weltverbesserer und Welterretterer (auch Orga- nisationen), die öffentlich um eine bessere Gesellschafts-und Welt- ordnung diskutieren und auf die Strasse gehen (Veränderung durch laute,öffentliche Protestmärsche) zu den Weltverbesserern und Welterrettern als "die Stillen im Lande",welche um eine persön-
liche Selbstverbesserung alltäglich ringen (Selbstveränderung als lei-
ser,unspektakulärer Entwicklungsprotest).
VII.) Es kann weiterhin nicht oft genug wiederholt werden, dass es unwichtig ist was die neuesten Nachrichten sind, was andere sagen und tun, wie prominent jemand ist, Mißstände zu kritisieren sondern nur was ich tue. Es geschieht zwar viel in der Welt und um uns herum, aber in Wahrheit geschieht alles nur in mir. Es ist der Weg von der Verwandlung der Welt, um diese in der Aussenwelt z.B. eine Krise bspw. durch Reformen, Technik, Schutzmassnahmen und viel Geld zu verbessern und retten zu wollen, der Andere der Schuldige ist und der Mensch will und kann bleiben wie er ist zur Verwandlung des Menschen in seiner Innenwelt, wo der Mensch sich im Ent wicklungs-Individualisierungs-Prozess wandelt, weil dieses das Ganze darstellt und dieses der einzige Punkt ist, wo in der Welt wirklich etwas geschieht und deshalb ist er " der Nabel der Welt ", macht den Unterschied aus und ist das Besondere. Wer seinen Mittelpunkt gefunden hat, wird zum Mittelpunkt für die Anderen. Obwohl ich nie im Vordergrund stehen will, aber wo ich spreche, stehe ich automa- tisch im Licht des Interesses.Was ich einmal suchte, sucht jetzt mich.
* I.) Siehe Wahrheitsfortsetzung in Entwicklungs-Wahrheits-
Individuation
II.) Siehe Wahrheitsfortsetzung "Wahrheit beim Bildungs-Kultur-Lernen-Wahrheit beim Entwicklungs-Kultur-Lernen Nr.954 in Kulturlernen-21
Wissenschaftliche Wahrheit.
Das Christentum und Wissenschaft zeigen verschiedene Perspektiven derselben Wirklichkeit auf und verhalten sich komplementär zueinander. Die naturwissenschaft- liche Interpretation der Wahrheit ist nicht identisch mit der Wahrheit einer Religion, aber jede Wahrheit hat auf ihrem Gebiet der Tatsachen (z.B. Mathematikformeln) oder der Wirklichkeit (z.B. der Glaube) ihre Gültigkeit. Eine wissenschaftlich wahre Erkenntnis begründet sich auf allgemein gültigen Axiomen interner Widerspruchs- freiheit, Wiederholbarkeit im Experiment und Überprüf- barkeit verifizierbar oder falsifizierbar, bis diese durch neue Erkenntnisse überholt, korrigiert oder fortgeführt wird. Die Wahrheit der Wissenschaft hat aber nie den Charakter der Unbedingtheit und ist allgemein nur für jeden Verstand. Dieses mindert nicht den Wert, aber zeigt ihre Begrenztheit auf.Weil wir in den Erscheinungen befangen sind, können wir die Wahrheit als das Wesen hinter der Erscheinung nicht erkennen nur soweit wir nicht zur Wahrheit geworden sind. Was die noch nicht die volle Wahrheit ist, verhindert sie zu erkennen. Die Fest- gelegtheit der Naturgesetze herrscht zwar in unserer erkannten Welt, aber nicht in unserem Erkennen. Aber jede Wissenschaft muss sich auf etwas begründen, was ausserhalb von ihr liegt und von der Wissenschaft nicht begründet werden kann. Von den Gipfeln exakter, wis- senschaftlicher Wahrheiten starrt der Wissensmensch in das absolute Nichts.
Traditionell beruht der Wahrheitsbegriff der Buchreligi- onen auf göttlicher Offenbarung (Verbalinspiration), während der Wahrheitsbegriff der Wissenschaft dagegen auf Übereinstimmung zwischen Hypothesen und deren experimenteller Überprüfung beruht (Wissenschafts- theorie). Die unterschiedlichen Wahrheitsauffassungen befinden sich nur dann in einer Konfliktsituation, wenn sie unterschiedliche gültige Aussagen über den gleichen Sachverhalt auf Grund der unterschiedlichen Methodik der Wahrheitsfindung machen.Es gibt viele hochkom- plexe Wahrheitstheorien und Wahrheitsinterpretati- onen und die Frage wurde von den verschiedensten Schu- len und Denkern unterschiedlich beantwortet. An der Frage der Methodik der Wahrheitsfindung entzündet sich oftmals der Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion.
Für die christliche Theologie bringt die Aufklärung tiefe Einschnitte und eine grundlegende Neuorientierung. Das Verhältnis von Vernunftswahrheit und Offenbarungs- wahrheit ist zu klären.Eine wissenschaftliche Wahrheit ist genauso wahr wie eine religiöse Wahrheit, aber nur in ihrer Denkwelt und Fachdisziplin. Die physikalische Beschreibung der Wirklichkeit ist sinnfrei, die religiöse ist sinnbehaftet. Beide sind jedoch nur Projektionen der einen Wahrheit und beide können nur eine Ahnung von der absoluten Wahrheit vermitteln, aber diese nicht erkennen. Einerseits kann die Wissenschaft alleine dem menschlichen Leben keinen Sinn verleihen und die Reli- gion allein ohne Wissenschaft einen wichtigen Teil der absoluten Wahrheit ausklammert. Wer alle bekannten Wissenschaften beherrscht, bleibt religiös betrachtet trotzdem ein unmündiges Kind. Die Sprache der Physik ist die Mathematik und beschreibt die objektive Aus- senwelt ( "als wie Wissenschaft "). Die Sprache der Theologie ist eine gänzlich andere und beschreibt die subjektive Innenwelt ( "als was Wissenschaft "). Beide, Wissenschaft und Religion streben nach Erkenntnis der absoluten Wahrheit. Aber beide sind jedoch nicht in der Lage, die absolute Wahrheit vollkommen zu erkennen. Aber es kann naturgemäss keine zwei Wahrheiten geben*.
* I.) Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind*.
* Albert Einstein, Physiker.
II.) Die Wissenschaft ist nur eine Periode der Religion und nicht einmal eine wesentliche (Christian Morgenstern,Dichter).Der kalibrierte Bewusstseinswert der Wissenschaft liegt nach David R.Hawkings 200 Punkte unter der Religion.
III.) In der klassischen Physik und dem mit ihr verbundenen Denken
ist kein Platz für Religion, für Transzendenz, für einen freien Willen,
für moralische Begriffe, für ein Gewissen und für Gefühle. Gott kann höchstens noch Platz eingeräumt werden als dem Erschöpfer und Erbauer der Maschine. Keinesfalls aber jemanden, der immer noch ins Leben und in das Weltgeschehen entwicklungserzieherisch eingreift. Gott ist demnach sowohl den physikalischen Gesetzen als auch der Zeit unterworfen, also nicht allmächtig*.
* In inhaltlicher Textanlehnung " Gott und die Quantenphysik ", Amseln Grün und Michael Grün, Herder Verlag.
IV.) Vor allem drei wichtige Teilbereiche der klassischen Physik haben im vorhergehenden 20.Jahrhundert einen Paradigmenwechsel im Verhältnis von Physik und Religion herbeigeführt, welcher insbeson- dere in der westlichen Welt noch längst nicht von allen wahrgenom- men und ver- standen wird. Dieses sind die Quantenphysik, die spezielle Relativitätstheorie zusammen mit der allgemeinen Relati- vitätstheorie und die vielen seit etwa 1925 gemachten Entdeckungen in der modernen Kosmologie.
V.) Nach Meister Eckhart ist alles Erkannte ein " Nichts " gegenüber der vollen Wahrheit.
V.) Alle Wissenschaft ist aus der Religion als Spaltung entwachsen und sind mit der Frage nach dem Sinn der Phänomene und dem Erkennt- niswissen an ihre Grenzen gestossen.
Eine Wissenschaftstheorie besitzt keinen allgemeinen Wahrheitsanspruch und ist auch keine eindeutige Ge- samtabbildung der Welt. Die Geschichte der Wissenschaft ist als eine Annäherung und als ein Verhältnisbegriff zur Wahrheit zu verstehen, als eine sich vollendete wissbare Wahrheit. Jede naturwissenschaftliche Erkenntnis ist immer relativ, ein Teil der Wahrheit, kann das Absolute nicht erreichen und trägt nie den Charakter der Unbe- dingtheit und ist allgemeingültig nur für den Verstand. Wissenschaft besitzt keine moralische Dimension.Fakten sind sinnfrei und können weder aufklären noch über- zeugen.Erst die zugwiesene Bedeutung macht sie relevant. Das ist dann die Aufgabe der Geisteswissen- schaft.Die Wahrheit, um die es geht, ist in erster Linie die der Be- weis-und Machbarkeit.Die Wissenschaft funk- tioniert, aber sie ist nicht die objektive, sondern nur eine vor- läufige Wahrheit und ihrem Wesen nach nur Auf- klärung. Wissenschaftler befassen sich nicht mit der Wahrheit, sondern mit begrenzten und annähernden Beschrei- bungen der Wirklichkeit.Aber es ist nicht die eigentliche Wirklichkeit, sondern nur die experimentelle Projektion einer nachvollziehbaren Wirklichkeitsebe- ne,wer sich an die gleichen Verifizierungsregeln hält.
Das Denken kann aber nicht, ohne sich selbst in Frage zu stellen, auf die Wahrheit verzichten.Gerade die Natur- wissenschaft kann nicht den Anspruch erheben sich ganz zu erklären und die Welt aus sich zu erklären.Jede Wis- senschaft muss sich auf etwas begründen,was ausser- halb von ihr liegt und von der Wissenschaft nicht ge- rechtfertigt werden kann. Aber eine absolute Wahrheits- gewissheit ist nicht das Ziel der empirischen Wissen- schaft, was auch ihr Grundproblem darstellt, weil das "Operari" nur einen Aspekt der Wirklichkeit ist und nicht die Universalität des "Esse" erfasst und mögliche ganzheitliche Auswirkungen nicht erkannt werden.Nur das Wahre vom Falschen zu trennen (Aufklärung) ist halbe Wissenschaft, weil sie nur nach dem geistigen Fort- schritt strebt und wird zur vollen Wissenschaft, wenn sie auch das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen weiss und zusätzlich nach dem menschlichen Fortschritt strebt (Aufklärung der Aufklärung).
Religion beruht in ihrem Kern, dass ihre Wahrheiten nicht experimentell beweisbar sind (Glaubenserfahrung ausgenommen), während die Naturwissenschaft hin- gegen ihre Wahrheiten wegen der Wiederholbarkeit der Experimente auf der elementaren Ebene weltweite Gültigkeit besitzen und nur Erkenntnisse, die auf eigener Wahrnehmung beruhen oder durch logische Schlussfol- gerung aus diesen abgeleitet werden, besitzen wissen- schaftliche Geltung. Ausnahmen bilden die Komplexität und Nichtlinearität von Systemen und historische Rück- schlüsse wissenschaftlich zu erklären. Gegenstand der Wissenschaft sind die sinnlichen Phänomene der Welt und es wird gefragt nach dem richtigen und falschen Fakten. Gegenstand der Religion ist aber die übersinn- liche, transzendente Welt und sie beschäftigt sich mit Sinn und Wertfragen.
Je besser man die Religion begreift, desto weniger kann man verstehen, wie diese mit den Naturwissenschaften übereinstimmen soll und umgekehrt. Zwischen Religion und Naturwissenschaft besteht keinen Unterschied und die Wissenschaft ist kein Gegensatz zum Glauben, son- dern nur eine Form des Glaubens. Der Glauben ist keine verminderte Form von Naturwissenschaft als " ein noch-nicht-wissen " und nicht Gewusstes. Dieser Glauben, der Gott in die Lücken der Welterklärung setzt, gerät automatisch in die Krise, wenn die Wissenschaft diese Lücken gefüllt hat. Glauben ist mehr als eine Anschauung mangels Beweise. Es gibt aber trotzdem gute Wissens- gründe an Gott zu glauben (siehe oben den Gliederungs- punkt "Glauben"), die nicht auf dem derzeitigen natur- wissenschaftlichen Wissensmangel beruhen. Quanten- physikalisch ist der Glaube ein übergeordnetes, ein alles überlagertes energetisches Kraftfeld der, wenn zum sicheren Wissen geworden, seine Wirkung zeigt. Unbe- stritten gilt aber, dass die Fähigkeit spirituelle Wahr- heiten aufzuzeigen, wissenschaftliche Forschungs- ergebnisse weit in den Schatten stellt. Der Glaube wird völlig unreligiös als eine übergeordnete Kraft definiert die das Universelle, Archetypische (Welt der Ideen) das Individuelle und das Angeborene mit einschliesst. Bewusstsein, der Glaube, die Gefühle, die Erkenntnis, Gewissensentscheidungen, die Einstellungs-Sichtweise, die Entwicklungs-Prozess-Transzendenz sind keine wissenschaftliche, anwendbare Begriffe, aber in der Mikrophysik sind es gefühlte Fakten mit der Kraft Wirkens, des Wahrmachens und die mate-rialisierende Entität. Obwohl kein naturwissenschaftliches Ver- ständnis in der Makrophysik von Bewusstsein nicht vorliegt, existiert in der Mikrophysik ohne Entwicklungs-Geist-Transzendierungs-Bewusstsein nichts und der Geist wird als Ursprung aller Materie betrachtet. Diese angeborenen Entwicklungskognitionen sind wichtiger als unser nur sinnliches Wahrnehmungs-Bildungs-Geist-Bewusstsein und die Vernunft. Weil sie Lebenskraft unmittelbar sind, entspringt sie direkt aus dem schöp- ferische Lebenslogos. Beim traditionellen Glaubensver- ständnis muss ich es verstanden habe bevor ich glaube (Verstehensdenkakt als Intellektualisierung des Glaubens). Bei mikrophysikalischen Glaubens ver- ständnis muss ich erst glauben, um es zu verstehen zu können (Glaubensakt als Intellektualisierung der Glaubens)*.
* Siehe auch oben den Gliederungspunkt "Glauben und Vertrauen".
Die naturwissenschaftliche Interpretation der Wahrheit ist nicht identisch mit der Wahrheit einer Religion, aber jede Wahrheit hat auf ihrem Gebiet ihre Gültigkeit (z.B. Mathematikformeln). Die Wahrheit der Wissenschaft hat aber nie den Charakter der Unbedingtheit und ist allgemein nur für jeden Verstand. Die Kunst geht von der Wahrheit aus und die Wissenschaft auf die Wahrheit hin, sagt Julius Langbehn. Es ist nicht möglich die Wahrheit zu erkennen, weil wir in den Erscheinungen befangen sind. Was die noch nicht die volle Wahrheit ist, verhindert sie zu erkennen. Jede Wahrheit muss, um sie zu erkennen erlebt werden und die Wahrheitsverifizierung liegt im Erkenntnisprozess selbst als die Wahrheit der gemachten Selbsterfahrung und ist kein Gedankengebäude.
Die Wahrheit des Ganzen braucht aber eine Perspektive der Absolutheit, sonst gibt es beliebige, viele Sichtweisen auf die Wirklichkeit und hat nie den Charakter der Unbe- dingtheit und ist allgemein nur für jeden Verstand. In den Wissenschaften macht sich der Mensch zum Gegenstand der Erkenntnis und hält diese für das Wesen und die eigentliche Ursache. Was in der Erscheinung ist, ist nur sein Bewusstsein. Die Wissenschaftsgrenzen können nicht von den Bezirken des gesicherten Bewusstseins der erforschten, erkannten und angeeig- neten Umwelt her gesprengt werden, weil z.B. eine Krise das noch nicht das Erkannte und Erfasste darstellt und Bewusstsein kein wissenschaftlicher, methodischer Forschungsgegenstand darstellt. Jede Krise entlarvt die Macht des labilen Wis- senschaftsbewusstseins, da sie die Krise nicht frühzeitig erkannt und beherrscht hat.
Religion beruht in ihrem Kern, dass ihre Wahrheiten nicht experimentell beweisbar sind (Glaubenserfahrung ausgenommen) während die Naturwissenschaft hin- gegen ihre Wahrheiten wegen der Wiederholbarkeit der Experimente auf der elementaren Ebene weltweite Gül- tigkeit besitzen und nur Erkenntnisse, die auf eigener Wahrnehmung beruhen oder durch logische Schlussfol- gerung aus diesen abgeleitet werden,besitzen wissen- schaftliche Geltung. Ausnahmen bilden die Komplexität und Nichtlinearität von Systemen und historische Rück- schlüsse wissenschaftlich zu erklären. Gegenstand der Wissenschaft sind die sinnlichen Phänomene der Welt und es wird gefragt nach dem richtigen und falschen Fakten. Gegenstand der Religion ist aber die übersinn- liche, tranzendente Welt und sie beschäftigt sich mit Sinn und Wertfragen. Je besser man die Religion begreift, desto weniger kann man verstehen, wie diese mit den Naturwissenschaften übereinstimmen soll und umge- kehrt. Zwischen Religion und Naturwissenschaft besteht keinen Unterschied und die Wissenschaft ist kein Gegen- satz zum Glauben, sondern nur eine Form des Glaubens. Der Glauben ist keine verminderte Form von Naturwis-sen schaft als " ein noch-nicht-wissen " und nicht Ge- wusstes. Dieser Glauben, der Gott in die Lücken der Welterklärung setzt, gerät automatisch in die Krise, wenn die Wissenschaft diese Lücken gefüllt hat. Glauben ist mehr als eine Anschauung mangels Beweise. Es gibt aber trotzdem gute Wissensgründe an Gott zu glauben, die nicht auf dem derzeitigen naturwissenschaftlichen Wissensmangel beruhen. Quantenphysikalisch ist der Glaube ein übergeordnetes, ein alles überlagertes ener- getisches Kraftfeld der, wenn zum sicheren Wissen geworden, seine Wirkung zeigt. Unbestritten gilt aber, dass die Fähigkeit spirituelle Wahrheiten aufzuzeigen, wissenschaftliche Forschungsergebnisse weit in den Schatten stellt.
Jede Wissenschaft ist glaubensleer, sonst wäre es nicht Wissenschaft und religiöses Interesse kann auch nicht in der wissenschaftlichen Erkenntnis befriedigt werden.Was dem Menschen aber wert und teuer ist und ihn erst zum Menschen macht wie Heimat, Kultur, Religion, Natur-empfinden, Liebe etc. sind kein Gegenstand der Wis- senschaft.Für die Wissenschaft ist nur das Er- kennbare interessant und nicht das Geglaubte.Ethik ist aber mehr als Logik. Logik scheidet, aber Ethik entscheidet. Der religiös behaftete subjektive Bereich ist seit der moder- nen Wissenschaftsgeschichte extrahiert worden und fokussierte sich nur auf objektive Tatbestände. Natur- wissenschaft und Religion sind erst einmal zwei getrenn- te und sich nicht widersprechende Bereiche und zwei gleichberechtigte und komplementär zueinander verhal- tende Methoden der Menschheit die Welt besser zu verstehen, welche über verschiedene Wirklichkeits- ebenen wahre Aussagen machen und streben dem glei- chen Ziel zu der Synthese im Geiste.Die Wissenschaft ist rück-und erdwärts bezogen, während Religion und Kunst vor-und aufwärts gerichtet sind.Das Ziel und höchste Aufgabe der Wissenschaft sollte sein, die Schöpfung zu verstehen. Dieser Weg geht von der Zweiheit zur Einheit, vom wissenschaftlichen Geiste des Fachspezialistentums zum Entwicklungs-Individualisierungsgeiste des Men- schentums und vom Spezialisten und Generalisten zu- gleich,wo sich das naturwissenschaftliche Denken wieder an die Religion annähert,weil das menschliche Denken religiöser Natur ist.
Die Kraft der Wissenschaft endet,wo ihr Eigenwirk- lichkeit zugebilligt und zur tragenden, sichernden und formenden Lebensgrundlage des Menschen wird.Der normale Mensch kommt nie über den Menschen hinaus,was ihn übersteigt und wozu der Mensch durch seine Entwicklung fähig sein kann. Der Mensch trägt nie das Maß in sich, weil er selbst unfertig, unvollkommen und einfach nur Mensch ist.Die Selbstgewissheit des Denkens reicht nicht aus, um Menschen wach zu rütteln, " Geister zu erwecken" oder die Zukunft ihrer Entwick- lung zu erklären. Man braucht nur Gestalten wie Niet- zsche, Einstein, Kant oder vieler anderer intellektueller Schriftsteller mit Meister Eckhart, den Kirchenvätern oder den der Propheten vor dem Hintergrund seiner Predigten oder dem Alten Testamentes zu halten und deren Wortwahrheitstiefe zu vergleichen, um den geis- tigen Abstand zu erkennen.
Eine Wissenschaft ist nicht in der Lage den Inhalt der Wirklichkeit zu erfassen, sondern nur die Struktur der Realität. In den Wissenschaften macht sich der Mensch zum Gegenstand der Erkenntnis und hält diese für das Wesen und die eigentliche Ursache. Was in der Erschei- nung ist, ist nur sein Bewusstsein.In das innere der Natur dringt kein schaffender Forschergeist, sondern nur ein erschaffender Geist. Die Geschichte der Wissenschaft ist als eine Annäherung und als ein Verhältnisbegriff zur Wahrheit zu verstehen, als eine sich vollendete wissbare Wahrheit. Jede naturwissenschaftliche Erkenntnis ist immer relativ, ein Teil der Wahrheit, kann das Absolute nicht erreichen und trägt nie den Charakter der Unbe- dingtheit und ist allgemeingültig nur für den Verstand. Die Wahrheit, um die es geht, ist in erster Linie die der Beweis-und Machbarkeit.Jede Wissenschaft muss sich auf etwas begründen,was ausserhalb von ihr liegt und von der Wissenschaft nicht gerechtfertigt werden kann.
Die Frage ist, ob die Quantentheorie die Erkenntnisideen der Mystik als die Urquelle aller Religion widerspiegelt ? Es muss ganz klar gesagt werden,dass die Quanten- physik kein Beweis für die Mystik ist und dass die "Schroedingerische Wellenfunktion absolut nichts mit einer spiritu- ellen Wirklichkeit zu tun hat, abgesehen davon, dass alles eine geistige Manifestation ist. Wenn wir annehmen, dass der derzeitige Erkenntnisstand der Quantenphysik nur von einer anderen Perspektive aus betrachtet z.B. die Lehren des Mystikers Meister Eckharts wiederge- ben, muss das in die wissenschaftliche Irrtums- ecke gestellt werden. Eine Erleuchtung findet auf einer anderen Bewusstseinsebene statt, die erst im jahre- langen, kontemplativen Ringen von einem religiösen Genie (durch die "Gnade") erreicht wurde und tiefer liegen muss, während die Quantenphysik eine naturwissenschaftliche Theorie wie jede andere andere auch "nur" durch intellektuelles Nachdenken und durch das Lernen von mathematischen Gleichungen rational zu verstehen ist.Die Erfassung und Formulierung eines Gesetzes durch die Quantenphysik ist noch nicht das Gesetz der Entwicklungsreife, die einem geschenkt wird und nicht über mehr Bildung oder nachdenken zu erlangen ist. Wenn Quantenphysiker gläubig waren und sind,dann nicht wegen,sondern trotz der Physik.Gott ist wird als "allumfassende Liebe von den Mystikern an-gesehen" und wer religiös veranlagt ist, wird nicht bezweifeln, dass dieses viel mehr ist, als nur "Energie und Information". Die Quantentheorie in Augenhöhe mit der Mystik zu stellen, käme einer transzendenten Erhöhung der Wissenschaft gleich.
Jede Wissenschaft war einmal Pseudowissenschaft wegen dem mangelnden Erkenntnisstand.Alles was früher einmal Mythos war,wurde zur Theologie,die Metaphysik zur Physik, der Determinismus zum Indeter- minismus,der Dualismus/Rationalismus zum Universalis- mus/Interverbundenheit und die Kausalitätsprämisse zu den Wechsel-und abfolgenden Zusammenheitswirkun- gen.Die Physik (Aufklärung), Philosophie (Vernunftsein- sicht) und Theologie (Glauben) sind durch die Quanten- physik (Aufklärung der Aufklärung),Quantenphilosophie (Erkenntniseinsicht ) und Quantentheologie (Wissen) abgelöst worden.Was Wissenschaft, Philosophie und Technik in den letzten Jahrhunderten erreicht haben, ist aus dem Geiste des Zweifels und Irrtums hervorgegangen und jede Erfahrung wurde zum Ausgangspunkt erneuter Spekulation.Die Wissenschaft ist nichts anderes als die Suche nach dem nächsten Irrtum. Die Forschungsergeb- nisse der Wissenschaft sind nie dauerhaft gültig und werden ständig nachgebessert.Es ist das Wesen der Wissenschaft, dass sie sich selbst berichtigt und alles nur als vorläufig ansieht.Sie ist progressiv selbstkorrigierend und falsche Schlüsse und irrige Hypothesen heben sich auf,wenn sie durch neuere Forschungsergebnisse wider- legt worden sind. Die Wissenschaft wird mit jeder neuen Erkenntnis eigentlich unwissenschaftlicher, bewirkt die Vergrösserung der Unkenntnis und fängt erst dann interessant zu werden, wo sie aufhört. Das Hauptpro- blem der Naturwissenschaft bleibt die Komplexität der Wechselwirkungen und die Nicht-Linearität der Systeme zu verstehen*.
* I.) Die Begriffe Quantenphilosophie und Quantentheologie sind keine wissenschaftlichen Termini.
II) Eine neue wissenschaftliche (und religöse) Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass ihre Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Gene- ration von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist*.
* Max Planck deutscher theoretischer Physiker, Begründer der Quan-
ten theorie,Nobelpreisträger in Physik".
Wo die Wissenschaft aufhört,das beginnt Entwicklung und wo Wissenschaft zur Wahrheit wird,da hört sie auf Wissenschaft zu sein.Die Wissenschaft funktionert, aber sie ist nicht die objektive, sondern nur ein vorläufige Wahrheit und ihrem Wesen nach nur Aufklärung.
- Die Wissenschaft ist nur eine Periode der Religion und nicht einmal eine wesentliche*.
* Christian Morgenstern,Dichter.
Siehe auch den Gliederungspunkt "Grenzen der
Wissenschaft" in Wissenschaft-Technik
Werte/Ethik/Moral/Tugend/Ge-und Verbote
Werte
- Von fremden Ideen/Werten nachlaufen und deren Ruf folgen (christliche Werte im Alltagsleben führen zu keiner wirklichen Erneuerung) zu eigenen Ideen und entwickelten Werten nachlaufen und deren Ruf fol- gen,denn alle dieser Werte will Ewigkeit*.
* Siehe auch z.B. Individualisierungsentwicklung im Gesellschafts-und Berufsleben
- Vom Bildungs-Kultur-Lernen, welches sich für einen weltanschaulich, wertfreien Unterricht einsetzt zum Ent-wicklungs-Kultur-Lernen, welches sich für das wertfreie, gotische Lernprinzip ohne ideologischen Ballast als " Entwicklungs-Individualisierungs-Tun-Unterricht " einsetzt und den ehemaligen Religionsunterricht der Glaubensgemeinschaften ersetzt, weil im Leben alle Religion zu finden ist, welche der Mensch braucht, auch wenn es im ersten Blick z.B. der Lebensführungsdruck gar nicht nach Religion aussieht.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen wird versucht z.B. christ-liche Werte zu vermitteln. Entwicklungs-Kultur-Lernen vertritt die Meinung, dass es ebenso wenig christliche Werte,wie es eine christliche Bildung gibt. Die Bildung ist autonom und die Werte sind universell menschlicher Natur. Es müssen die christlichen Werte im Kontext der allgemeinen menschlichen Werte interpretiert werden. Weil es keine für jedermann allgemeingültigen Werte gibt, muss jeder persönlich seine eigenen Werte und Maßstäbe finden. Aber auf der anderen Seite sind rechts- staatliche und gesellschaftliche Grundwerte nicht ausreichend und der stabile Staat ist von Werten ab- hängig, die er selber nicht schaffen kann. Erst mit dem Kennen und der Auseinandersetzung mit der (christ- lichen) Tradition lassen sich individuelle Wertvorstel- lungen entwickeln *.
* Der Geist kennt kein Geschlecht, keine Hautfarbe, Nationalität, Kulturunterschiede, Volks- oder Glaubenszugehörigkeit, weil der " allumfassende Geist ", die Beziehung aller Teile zum Ganzen und zu seinen Teilen ist. Es sind subjektive, angeborene Persönlichkeits-Menschenrechte aufgrund des Mensch- und Daseins, die univer-
sell für jeden gelten und damit eine Allgemeingültigkeit besitzen.
" Kein Weg zu Gott ist direkter als ein anderer " Keine Religion ist
die einzig wahre Religion ". " Kein Volk ist das auserwählte Volk ".
" Kein Prophet ist der grösste Prophet ".
(innerhalb des Lebensalltages,welche zu einer wirklichen Erneuerung führen)*.
* I.) Maßgebliche Grundlage für christliche Grundwerte ist die Bibel,
die Bergpredigt und das Doppelgebot der Nächsten- und Gottesliebe.
II.) Tritt an die Stelle Gottes ein anderer diesseitiger Wert, so wird dieser Wert fraglich, weil es kein Maß gibt, an dem dieser gemessen und bestimmt werden kann. Denn der Mensch trägt das Maß nicht in sich selber,weil er das unfertige und unvollkommene Wesen darstellt.
Der Wertewandel erfolgt von relativen, inflationären, zeitgeistigen geborgten äuseren Werten (Bildungswer-te, Marktwert, Unterhaltungswerte, Wohnwert, gesell- schaftliche Werte, Wissenswerte,Gebrauchswert Waren- werte,christliche Werte etc.) als das,wovon ich lebe, als das, was ich äus- serlich be-sitze,ich mir leisten kann und gesellschaftliche Anerkennung erhalte, als der ich bin (Besessener) zu den eigenen, entwickelten, absoluten, zeitlo-sen,tragenden und bleibenden Entwicklungsorien- tierungs werten (Selbst-entfaltungswerte, Entwicklungs- sinnwerte, Entwicklungsfreiheitswerte,Werte als Mittel zum Individualisierungszweck, De-und Entmaterialie-rungswerte,wahrer Wert etc.) als das,wofür ich lebe,die äusseren Werte innerlich in der Überwindung entwick-lungskulturell transzendiert worden sind und deshalb diesen gegenüber stehe und vieles nicht mehr brauche (Besitzer)*.
* Der Mensch hat nicht mehr seinen Wert aus sich selbst heraus,
sondern nur noch im Bezug auf die technische,soziale und ökono-
mische Funktion und ist zum Spielball der herrschenden Mächte wie Wirtschaft, Politik, Medien, gesellschaftliche Normen etc. geworden. Der Mensch ist nur noch Mittel (Konsument, Quote, Arbeitskraft, Steuerzahler) und nicht mehr der eigentliche Zweck.Der Mensch
lebt in erster Linie für die Systemerhaltung und nicht für seine persönliche Entwicklung. Alle Lebensfragen werden nur noch ökono-
misch begriffen und ökonomisch gelöst. Die Ökonomie hat das letzte Wort und tritt an die Stelle der Religion als "Letzt-Begründungs-Ins-
tanz. Aus unserer Arbeit-,Freizeit, Konsum und Haben-und Wohlfühl-
gesellschaft etc. lässt sich keine neue Idee und neuen Werte für die Zukunft entwickeln, für die es sich zu leben lohnt und ein Lebens-
sinn,Lebenswert und eine Lebensbestimmung sich ableiten lässt.Der Mensch existiert nicht zuerst als Gesellschaftsbürger, sondern als Einzelwesen,lebt aber in erster Linie für die Systemerhaltung und nicht für seine persönliche Entwicklung,weil die Daseinsfrage und
nicht die Sinnfrage im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses steht. Das Ganze erhält seinen Sinn vom Einzelnen und nicht umge- kehrt. Kulturen weden immmer nur von einzelnen aufgebaut und von einzeln erneuert.Entwicklung bleibt immer Einzelentwicklung, ist am individuellen Leben des Einzelnen haftend und lässt sich nicht nach-
ahmen.
Ethik
- Von einer allgemeinen Verhaltensethik und überge-stülpten Zeitgeistmoral zur internalisierten Haltungs- ethik und Entwicklungswerte des eigenen Lebens ( Es ist weniger eine moralische, sondern mehr eine Entwick- lungsfrage, weil es der Lebensprozess ist, der sich selbst moralisiert. Wenn es (nicht) aus dem Leben kommt, geht es auch (nicht) ins Leben ein) *.
* Ethik ist für alle Zeit und alle Menschen gültiges Entwicklungsge-
setz. Dieses schliesst eine evolutionäre Ethik als eine Aufwärts-
entwicklung der Ethik aus. Was für immer gültig ist, ist auch resis-
tent gegen allen Zeitgeist und deren Veränderungen. Die Moral dagegen ist ein Wahrheitsverhältnis zur Ethik in der Alltagspraxis
und zur Zeit geltenden Werte, Normen und Haltungen und begrün-
det ein normatives Prinzip. Die Ethik fragt nach dem erstrebens-
werten Idealleben für mich, während die Moral dagegen die Nor-
men für das Zusammenleben aller in der Gesellschaft festlegt und orientiert sich, wenn auch nur sublimiert, am Interesse des Menschen.
- Bildung-Kultur-Lernen ist Soll und Verhaltensethik, Sozialethik und Ordnungsethik.Es ist eine allgemeingültig vorgegebene Ethik,was der Mensch im Einzeln zu tun habe. (Pflichten verändern den Menschen aber nicht). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist Strebens-und Haltungs-Individualethik (jeder seinen inneren ethischen Rahmen selbst finden, wie der Mensch einmal sein wird und die Einsicht, dass wir keine neue allgemeingültig vorgege- bene Ethik brauchen, sondern dass jeder seinen inneren ethischen Rahmen dem Reife-und Tungrad selbst finden und haben kann (bei seiner Frieden-Entwicklungs-Bringschuldpflicht einer Individuationslosigkeit)
- Bildungs-Kultur-Lernen ist bspw. von dem Philosophen Immanuel Kant entwickelten kategorischen Imperativ als grundlegendes Prinzip der Ethik kennen zu lernen ( die Ethik ist für den Menschen da). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist das gotische Lernprinzip kennen lernen, welches in jedem einzelnen Menschen als Lebens-Individual-Logos kategorisch ist und schon vor der Geburt bejaht wurde (der Mensch ist für die Ethik da).
- Von der Verhaltensethik (was der Mensch im Einzelnen zu tun habe) zur Haltungsethik (wie der Mensch zu sein habe). Maßstab sind nicht die Vorschrift, Gesetze, sondern die innere Einsicht. Denn der Mensch besitzt aus Gott eine moralische Autonomie und das Leben mora- lisiert sich selbst*.
* Das Ziel der natürlichen Entwicklungsethik ist das Einheitsstre-
ben frei von jeglicher Moral, um in und mit allem durch den Entwicklungs-Auseinander-Transzendierungsprozess zu seinem Frieden zu gelangen als das Höchste, weil es etwas Besseres nicht gibt.
Von der humanistischen Ethik als die angewandte Wissenschaft von der "Kunst des Lebens"',welche weiss was gut und schlecht für den Menschen“ ist zur Huma- nismuskritik, dass auch eine solche Ethik keine Gewissensentscheidungen ersetzt. Gewissen haben bedeutet in der Spannung des christlichen Lebens leben. Nach dem Theologen Karl Rahner genügt es nach dem eigenen Gewissen zu leben. Eine Gewissens-und Glau- bensentscheidung im religiösen Sinne bedeutet " Gott hält sein Wort "*.
* Siehe auch "Humanismuskritik des Erasmus von Rotterdam"im Gliederungspunkt "Der geschichtliche Bildungsmensch ist entwicklungsgeschichtlich vorpubertär und der geschichtliche Entwicklungsmensch überwindet das Bildungsunterrichtsfach Geschichte "Abschnitt Nr IV-Punkt 12 in Individualgeschichtlichkeit
Von allgemeinen und über alles stehenden Geboten und ethischen Grundsätzen zu den individuellen dem Entwicklungs-Reifegrad-Nr.782 angepasste Wertnormen. Den Alkoholkonsum z.B. auf die Hälfe zurück geschraubt zu haben, wo jemand dazu bereit ist erst einmal besser als ein unsinniges Totalverbot, was erst als übernächster Überwindungsentwicklungsschritt realistisch erscheint.
Von den viele Geboten, ethischen Lasterkatalogen z.B. der Thora und dem Koran zu es gibt nur ein individuelles und situatives Gebot das Bessere zu wollen als das was im "Hier und Jetzt" getan werden kann und muss*.
* Gott ist im Judentum der Inbegriff des ethischen "das Bessere zu wollen".
Vom wachsenden, ethischen Empfinden und höherer, moralischer, gesellschaftlicher Sensibilität (z.B. Umwelt-
schutz, Finanzvergehen, unmoralische Arbeitsentgelte)
zum wachsenden, ethischen Entwicklungsempfinden und
höherer, moralischer, individueller Entwicklungs-Sensi-bilität (Entwicklungswerteempfinden, permanente Ent- wicklungs-Wertsetzung in allem, den Entwicklungsbe- griff zum Handlungsbegriff werden zu lassen, jeden Tag seinen Sinn geben, in der Entwicklungsbewegung Sta- bilität finden und lernen, sich selbst zum Entwicklungs-Tages-Individualisierungs-Programm zu haben).
Moral
- Bildungs-Kultur-Lernen ist vom moralisch Guten zum Guten und meistens nur positive, abstrahierende Lerneinflüsse und das Bestreben durch die Vernunft vernünftiger zu werden. Dieses ist immer mit der Welt, für das Ego und den Versuchungen nicht widerstehen können. Es herrscht die Meinung vor, dass bei allem Lernen etwas Positives rauskommen muss. Das Lernen orientiert sich am Starken, an Idealen, an moralischen Tugenden, an Werten, an Kulturschöpfungen, am abstrakten, konfliktfreien Leben und die Tugend wird in der Frage und erwarteten-Wissensantwort vollbracht (wie der Mensch sein soll und zu sein hat). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist vom moralisch Bösen zum Guten" und setzt sich oft mit negativen, problembehafteten Kri- sensituationen und lebenswidersprüchlichen Lern-einflüssen auseinander und ist bestrebt, durch die Un-vernunft vernünftiger zu werden. Es ist immer gegen die Welt, gegen das Ego und den Versuchungen zu wider- stehen und die Tugend in der Verführungsschwachheit zu vollbringen und orientiert sich an den individuellen Schwächen, den Unvollkommenheiten, in Krisen, an" alles Grosse ist in mir " und es ist erst einmal den Weg nach unten zu gehen, um den Weg nach oben zu finden*.
* Es wird die Tugend nur in der Verführungsschwachheit voll-
bracht, weil die Kraft erst in der Schwachheit zur Entfaltung kommt. Ohne die Untugend gibt es auch keine Tugend Es gibt kein anderes Denken, als solches in Gegensätzen. Diese bilden die Maßbegriffe mit derer wir die gegebene Wirklichkeit bestimmen. Mit jedem richtigen Lernen ist das Unrichtige gegeben und mit jeder Unwahrheit auch
die Wahrheit. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird es auch positiv gesehen, durch Schaden und Irrtum klug zu werden. Es ist die
Wahrheit, welche im Abgrund wohnt. Wenn ich daraus lernen kann, entfallen die zweiwertigen moralischen Normen Durch Worte er-
ziehen wird Erziehung durch den Lebensreifedruck und die Be-
herrschung durch Disziplin wird einem befreiten Leben durch Auseinandersetzungs-Entwicklungs-Prozess Transzendierung der Überwindung gegenüber gestellt. Erst die lebenswidersprüchlichen Lebensgegensätze führen zu einer höheren Lebenseinheit und die polar entgegen gesetzten Prinzipien sind aufeinander bezogen.
Jede Seite existiert kausal und final nur durch ihr Spiegelbild. Gäbe
es die Polarität nicht, gäbe es auch keine Entwicklung, weil nur durch Kritik als Polarität der Entwicklungsspannungszustand entsteht.Es ist das Nobeldilemma in allem. Alfred Nobel hat das Schießpulver erfunden und der Nobelpreis wird an diejenigen verliehen, welche seine Erfindung nicht anwenden*.
- Von den religiösen Schriftstellern, denen es leicht fällt" sieben Bücher über Ethik und Moral zu schreiben (das Begriffsdenken weiss um die Tugend) zum Entwicklungs-lebenschristentum, wo es schwierig wird "in der Ausein-andersetzungsbemühung einen einzigen geschriebenen guten Gedanken in die Tat umzusetzen (erst bei der Lebensauseinandersetzung wird die Untugend im Entwicklungs-individualisierungsprozess zur Tugend.
- Von der menschlichen Verurteilungs- und Bestrafungs-Angst-Moral des moralisierenden Christentums (die Moral wird über Gott gestellt und nur wegen Angst vor der Strafe wird unser Handeln nicht wahrhafter, tugend- hafter und verdienstvoll ) zur reflektierenden Entwick- lungs-Auseinandersetzungs-Widerspruchs-Moral Denn der Mensch besitzt aus Gott (Individuallogos) eine mora- lische Autonomie. Das Entwicklungsindividualisierungs- streben steht über dem moralischen Streben. Gott ähnlicher werden im Sinne von Meister Eckhart ist wichtiger als nur ein besserer Mensch zu werden (Gott wird über die Moral gestellt)*.
*Es gilt dieser zeitlose Satz der Marie von Ebner-Eschenbach,"dass
die Moral, die nicht gut genug war für unsere Väter auch nicht gut genug ist für unsere Kinder". Eine Gesellschaft, welche an der vor-
herrschenden (künstlichen) Moral krankt kann nur gesunden,
wenn sie ihre alte Moral aufgibt und zur (natürlichen) Entwick-
ungsmoral zurückkehrt.
- Vom moralischen (Heiligen)vollkommenheitsstreben (um ein charakterlich besserer Mensch zu werden aber ilussionär und der Unfrieden bleibt (der Maßstab ist die Moral) zum entwicklungsmässigen Lebensübereinstim- mungs- und Einheitsstreben,um sich selbst zu werden und damit immer mehr zum inneren Frieden zu gelangen (der Maßstab ist der innere Friedensgrad)*.
* Diese tiefe, innere Ruhe," die unheimliche Stille des Universums als Ziel erreichen zu können, ist keine weltfremde Utopie und ein abtriften ins Nirvana, sondern es haben nur die Götter in den exis-tentiellen Lebens-Unfriedens-Erfahrungen den Übungs-Ehrgeiz-Fleiss gesetzt, welcher mit Seelenqualen, vielen Rückschlägen, Ausdauer- geduld, Nachbesserungen, Probiersteinen, Optimierungen, Prüfun- gen, Ordnungsfleiß, Dematerialisierungen durch Überwindungstrans-zendierung ,Friedensvertrauen und der Glaube an sich selbst gegen die hartnäckigsten Friedensstörer verbunden ist. Jedem ist auf jeden Fall potentiell möglich von seinem Unfrieden zum Frieden zu gelan-gen, wenn er die Unruheherde, Ärgernisse und Probleme im Aus- einandersetzungstun in jedem Einzelfall immer wieder überwindet. Der Friede lässt sich nicht erzwingen, sondern er wird einem ge- schenkt und ist einfach nur dann da. Dieses zu können setzt auch einen ethischen Standard voraus, der mit einer halbwegs morali-schen und disziplinierten Lebensführung verbunden ist. Wenn ich bspw. am Vorabend gefeiert habe und morgens verkatert bin, bedeutet dieses Unruhe und ich bin froh, wenn der Tag erst einmal vorbei ist und das Friedensthema mich erst einmal überhaupt nicht interessiert. Wenn ich im Unfrieden bin, steht dieser immer im Zusammenhang mit einer Entwicklungs-Individualisierungs-Bring- schuld der Entwicklungslosigkeit. Es bleibt ein " Hase-Igel Spiel", weil ständig neue Unruheherde auftauchen, welche zur Ruhe gebracht werden müssen und immer wieder steht "ein anderer Elefant im Raum" , der mich stört und wenn es banale Alltagsdinge sind".Und wenn am Tag nur ein Unruhestifter zur Ruhe gebracht wird, sind das 365 Mal mehr Frieden in einem Jahr. Was will ich mehr.
- Vom das Nutzenverständnis bestimmt die Moral zum zeitlosen Satz der Dichterin Marie Ebner-Eschenbach, dass die Moral, welche nicht gut genug war für unsere Väter, diese auch nicht gut genug für unsere Kinder ist.
- Von einer geldmoralischen Grundhaltung (man darf alles verkaufen, nur nicht seine Moral) zur entwicklungs-moralischen Geldeinstellung (Entwicklung und Entwick-lungsmoral bilden eine Einheit,weil sich der Entwick- lungsprozess moralisiert und aus der Moralität heraus- tritt)*.
* "Ein gutes Geschäft und abends gut schlafen schliesen sich nicht
aus".
- Von der Aussage des Philosophen Friedrich Nietzsche, " dass das Christentum mit seiner beanspruchten Moral selber zugrunde geht" zu "während sich der Wille der Wahrheit (im Entwicklungs-Individualisierungs-Prozess) sich selbst bewusst wird"*.
* Das Moralprinzip ist kein Naturprinzip, sondern ein normatives Prinzip d.h., es bezieht sich nicht auf etwas was ist, auf eine ge- setzmäßige Struktur,welche im Menschen angelegt ist, sondern auf ein Gesolltes.
- Von der Moral, deren Befolgung mit Pflicht,Opfer und Askese aber auch mit Verbot, Bestrafung und Verur- teilung in Verbindung gebracht wird zur Entwicklungs-Individualiserungsmoral, welche u.a. mit der Auseinandersetzungs- überwindung, einer Bringschuld einer Entwicklungs- losigkeit, mit dem Unsterblichkeitslernen, mit dem Kultur-Lernen, mit dem gotischen Lernprinzip, mit dem De-und Entmaterialisierungs-Lernen,mit einer evolutionären Allzeit-Jetzt-Nutzung, mit der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi und einer Individualsie- rung in der Gesellschaft und im Beruf in Verbindung gebracht wird.
- Von die Menschen sind moralisch schlecht (Sollbe-wusstsein/Sollethik/sein sollen als unrechtes Bewusst- sein) zu die Menschen sind weniger moralisch schlecht sondern entwicklungsschwach (entwicklungsgewolltes Bewusstsein/ Strebeethik als rechtes Sein und das Sein selbst)*.
*I.) Die Moral ist mit der Gesellschaft entstanden und hat sich mit ihr entwickelt. Ausserhalb der Gesellschaft gibt es keine Moral, während eine immanente Entwicklungs-Individualisierungsbringschuld das Gesetz des Lebens ist.
II.) Recht und Gesetz können die moralische Erosion nicht völlig ausgleichen und der Staat selbst kann keine moralische Kraft schaffen, sondern muss sie voraussetzen und darauf aufbauen.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen gilt " Böses" gilt als Synonym für eine Theologie der Schwachheit und das Symbol für den Fall, für Lebensfehler, für Lebensirr- tum und Lebensverlust. Der Irrtum ist gar nicht vorgesehen und will durch Belehrung vor ihm schützen (Patronisierung). Alles Böse ist grundsätzlich verwerf- lich, wird bekämpft, bestraft und wendet sich an die niedrigen Triebe (Theologie des Guten als negativer Kampf). Eine Entwicklungsdialektik ist in dem vor- herrschenden Moral- ,Erfolgsschema und gesetzlichen Regelungen gar nicht vorgesehen. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird das Böse als Wachstums- und Auf-stiegsmöglichkeit gedeutet, als Symbol für Entwicklung, für Lebensfreiheit, höhere Ziele und Wegweisung als Selbstwerdung. Das Böse ist als ein Teil von mir zu akzeptieren und zu transzendieren, weil religiös gedeu-tet " Gott das Böse als Erziehungssinnmittel " zuge- lassen hat. Das " moralische Böse " geschieht mit abso- luter Lebensnotwendigkeit, dass daraus Besserung geschieht d.h. ich zu mehr inneren (Gewissens)frieden) gelange. Dieses führt zu mehr Gottentwicklung im Sinne von Meister Eckhart (Theologie der Krise als positiver Kampf)*.
*I.) Das Böse existiert nicht aus sich selbst und ist keine Schöpfung Gottes. Das Böse hat keine Realität und ist schlicht weg die Ab- wesenheit Gottes. Wie nach den Gesetzen der Physik die Kälte nicht existiert wegen fehlender Wärme oder es keine Dunkelheit gibt, denn sie ist in Wirklichkeit nur ein Lichtmangel.Das Licht lässt sich untersuchen, die Dunkelheit nicht.
II.) Individualisierte Entwicklungswahrheiten sind immer nur Irr-
tumswahrheiten. Der Weg des Irrtums ist auch der Weg der Wahrheitssuche. Der Irrtum kann nur durch den Irrtum korrigiert werden. Irrtümer sind letztes Endes billiger als diese um jeden Preis vermeiden willen. Durch Worte erziehen wird zu einer Erziehung durch den Lebensreife-Schmerz-Erfahrungsdruck, was allmählich
zu einem befreiten Leben durch die Entwicklungs-Prozess-Trans-
zendierung wird. Wo keine Untugend, da ist auch keine Tugend möglich. Die Untugend ist nur eine verkleidete Tugend. Nur weil
ich der Versuchung widerstanden habe, bin ich dadurch stärker
und tugendhafter daraus hervorgegangen und der " Böse wird zum Guten". Das Sprichwort " Wer für die Sünde zu alt ist, preist die Tugend ", das war gestern.
III.) Das Böse gilt nicht mehr als Synonym für eine Theologie der Schwachheit, sondern wird zur Wachstums-und Entwicklungs-Aufstiegsmöglichkeit gedeutet. Es ist nicht das Symbol für den
Fall, sondern für Entwicklung, nicht für einen Lebensverlust, son-
dern für Lebensfreiheit, nicht für Selbstverfehlung, sondern für Selbstwerdung. Es ist die Tugend in der Untugend durch Selbster-
ziehung und Selbstentwicklung an Unwerten zu lernen. Es ist die Tugend "im Bösen" zu vollbringen. Nur weil ich z.B. der Versuchung widerstanden habe, bin ich dadurch stärker und gereifter daraus hervorgegangen und "der Fluch wird zum Segen".
IV.) Das Schlimmste ist nicht Verbrechen und schändliche Taten
nicht zu begehen, sondern das " Entwicklungsgute" nicht getan zu haben. Der Mensch ist nicht nur für das Böse verantwortlich, son-
dern auch für das Entwicklungsgute, was er unterlässt, was als Entwicklungs-Individualisierungs-Bringschuld bezeichnet wird.
- Von dem moralischen gut/richtig-und böse/falsch Kate- goriendenken (man bricht den Stab über Menschen, die am Boden liegen)zum moralisch neutralen, bewertungs- freien Denken. Gut ist genauso schlecht wie schlecht - nur das Entwicklungshafte (geniehafte) zählt, wo das Leben ganz Charakter wird.Es kann jeder so bleiben und wird akzeptiert wie er ist und die Nicht-Vor-Verurteilung gehört zur Methodologie des Lernens. Es wird zugehört ohne Wertung und Besserwisserei als begleitendes Verstehen. Weisheits(frieden) versöhnt als Toleranzhilfe- lernen (man hilft dem Menschen, der am Boden liegt,weil der Mensch nur so ist und wird, wie er von anderen Menschen glaubend gesehen wird)*.
*I.) " Wenn ein Mensch jetzt gut ist, mit sich im Reinen ist und in
seinem Frieden lebt, ist er so gut, als wenn er nie schlecht gewesen wäre".
II."Erlöse uns vom Bösen" wird zum Erlöse uns von dem zu Vielen
(in der Dematerialisierung)
III.) Wer einen tadelt, stellt sich mit ihm gleich, hat Johann Wolfgang Goethe einmal bemerkt.
IV.) Bei der moralischen Belehrung gilt der Grundsatz, keine Anweisungen auszusprechen, die nur für die Vollkommenen und Heiligen in Frage kommen.
V.) " Wer einen Menschen für gut hält, macht ihn besser ", weil in
der Quantenphysik gilt, dass die individuelle Interpretation des Wahrnehmens nicht nur als kognitiver Akt zu verstehen ist, sondern zugleich im Sinne eines Wahrmachens als dingspezifische bisher unbeachtete Eigenschaft der Materie. Nur die Geist ist das Wirkliche und die Ursache für die transzendierende Erscheinungsrealität.
Alles existiert nur in Verbindung mit einem Bewusstsein. Es ist das quantenphysikalische Faktum, dass es ohne Bewusstsein keine Materie gibt, alle Dinge nur in Beziehung zum Bewusstsein existieren und alles Bewusstsein zur Realität führt. Da es in der ganzen Schöpfung nichts Formloses gibt, hat auch der Geist Gestalt und Form, weil das Materielle nur ein Abbild des Geistigen darstellt in Quantenwirklichkeitsbewusstsein*.
* " Die Realität wird erst durch Beobachtung geschaffen oder eine Erscheinung ist nur eine Erscheinung, wenn sie eine beobachtete Erscheinung ist ", Niels Bohr, dänischer Physiker und Nobelpreis- träger
VI.) Wer einen Menschen besser sieht, macht ihn besser, weil alle
Teile des Universums stehen grundsätzlich in einer Wechselbezie-
hung zueinander und jedes Ding, Natur und Tierwelt, jeder Prozess und jeder Bewusstseinsakt hängt mit anderen Dingen, der Natur, den Prozessen und Bewusstseinsakten zusammen in einer durchdachten und geordneten, schöpferischen Beziehung zum grössten, möglichen Ganzen, welches folglich nach Adam Riese keine Zweiheit, sondern nur ein Einziges sein kann. Durch das Verschränkungsprinzip sind wir nicht nur mit jedem Individuum, sondern auch mit jedem Punkt des Universums zu jedem Zeitpunkt verbunden, was auch als kollektives Gedächtnis bezeichnet wird.
VII.) Unmoralisch wird es meistens erst, wenn es rauskommt*.
* Quelle unbekannt.
VIII.) Die Abgabe der Einkommenssteuererklärung hat mehr Menschen zu Lügnern gemacht als der Teufel*.
* Quelle unbekannt.
IX.) Moralisierende Menschen gelten als langweilig."Wer in der Hölle sitzt, hat bestimmt interessanteres zu erzählen, als die, welche im Himmel sitzen*.
* Quelle unbekannt.
X.) Ich habe meinen Kopf voller philosophischer Gedanken und bin doch ein Schwein*.
* Platonow bei Anton Tschechow.
XI.) Das ganze 19.Jahrhundert ob Philosophie, Literatur, Theater, Kunst und das gesamte Geistesleben hat von der Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Moral gelebt und sich daran entzündet.
XII.) Je mehr wir moralisieren, desto weniger Lebensidentität haben wir in uns.
XIII.) Ein moralischer Mensch wirkt schon durch seine bloße Daseinsexistenz in seinem Umfeld, denn seine Strahlkraft schafft um ihn herum eine überzeugende Sphäre. Diese innere Wirkung pflanzt sich wie ein Wellenschlag unmerklich und unaufhaltsam wie eine Vorbildwirkkraft in die Weite fort.
XIV.) " Moral ist immer, wenn man dem Gegenüber seine lässt"*.
*Quelle unbekannt.
XV.) Die Moral der Musik liegt darin, dass sie von gut und böse nichts weiß.
XVI.)Beim gotischen Lernprinzip kommt es in Anlehnung an das Alterstagebuch des Schriftstellers Lew Nikolajewitsch Tolstoi nicht auf die moralische Vollkommenheit an zu der man gelangt ist, son- dern nur auf den Prozess der Vervollkommnung*.
Von einer Jesuitenausschlussregel,welche jegliche Form des Ehrgeizes als unmoralisch verurteilt (absterben des Egos) zu einem entwicklungsnatürlichen Ehrgeiz z.B. sich noch im gereiften Alter an einem Marathonlauf zu ver- suchen (ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, Laufen als Mittel, um die Lebensspannung aufrecht zu erhalten und "der Körper(adel) als Tempel für die See- lenvervollkommnung" als Unruhe ist aller Ruhe (Frieden) Ziel, Verbesserungen der kognitiven Gehirnfunktionen, "alles Gott zur Ehr" etc.).Es ist die positive, dialektische Seite des Ehrgeizes, welcher einem höheren Zwecke dient, als nur z.B. sein Ego über eine Marathonbestzeit zu definieren. Besser ist es beim Marathon an Gott denken als im Vorabendgottesdienst ständig nur an den Mara- thonstart zu denken*.
* I.) Der physische Körper wurde nach dem Vollkommenheitsideal der abendländischen Geistesgeschichte unterschätzt, weil die Seele den Körper als Entwicklungsvehikel bedarf.
II.) Sorge für deinen Leib, doch nicht so, als wenn er deine Seele
wäre*.
* Matthias Claudius, Dichter, Journalist und Lyriker.
- Vom moralischen Imperativ des Philosophen Immanuel Kants ; "Handle nur nach der jenigen Maxime durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde zum Entwicklungsimperativ eines Meister Eckhart; Darauf setze all dein Studieren, verwende alle deine Zeit und Kräfte, dass Gott in dir gross werde d.h. dass du dich weiter entwickelst.Ein Stück Entwicklung ist mehr wert als jeder abstrakter moralischer Humanko- dex.
- Von der moralischen,weltoffenen Qualifikation eines Bundespräsidenten als staatstragende Autorität (Ideal- typus)zur entwicklungsoffenen Qualifikation eines Bundespräsidenten als staatsentwickelnde Autorität (Entwicklungstypus)*.
* Eine Entwicklungsautorität ist auch eine moralische Autorität, weil
sich das Leben durch Entwicklung,welches über jeder Moral steht, selbst moralisiert.
- Von der moralischen Belehrung z.B.durch Fenelon; "sobald man die Zertreuungen bemerkt, lässt man sie fallen und kehrt zu Gott zurück zu der Entwicklungs- moral, dass Zertreuungen als Entspannung entwick- lungsdialektisch zur Lebensanspannung lebenszugehörig sind und dass erst bei der Entwicklungs(gott)reife ein solcher Ratschlag zu Gott zurückzukehren, entwick- lungspäda- gogisch erst möglich ist*.
* François de Salignac de La Mothe-Fénelon war ein französischer Erzbischof und Schriftsteller.
- Von der Auflösung der Religion in Werte und Moral zur Auflösung der Religion ins Leben*.
*Das Religiöse lässt sich vom Entwicklungslebensprozessakt nicht trennen und ist immer mitgegeben und mitgesetzt. Es ist die Vollendung durch die persönliche Entwicklung.Deshalb ist jeder Mensch religiös auch wenn es nicht danach aussieht und mit Religion in Verbindung gebracht wird. Religion ist angeboren und gehört kon- stitutiv zum Menschsein. Die Religion und der Glaube an Gott sind vom Menschen als Anlage eines Individuallogos als " Gottesgen" mitgegeben. Religion zu haben ist die Pflicht des Menschen gegen- über sich selbst. Alles Heilige muss aus dem Leben kommen und
muss im Innerweltlichen aufgehen. Das Leben als Heilsgeschehen wird heilsnotwendig begriffen. Religion ist die Substanz der Kultur und Kultur ist die Form der Religion.
- Von der Moraltheologie, wo sich das menschliche Handeln an den Inhalten von Offenbarungsquellen orientiert (Gott als moralisches Verhältnis)zur Ent- wicklungsteleologie, wo das menschliche Handeln sich an den Lebensquellen orientiert (Gott als mein Wesen).
- Von der Moral,welche sich an die niedrigen Triebe des Menschen wendet (nachschwätzen) zum Entwicklungs- bewusstsein, welches nur das Bessere im "Hier und Jetzt will" und nur edlere Motive und höhere Ziele kennt (Vorbildtun)*.
* Ein moralischer Mensch wirkt schon durch seine blosse Daseins-existenz, denn sein Wesen schafft um ihn eine überzeugende Sphäre. Auch wenn scheinbar dieser auf den engsten Kreis be- grenzt ist, pflanzt sich diese innere Wirkungsweise doch wie ein Wellenschlag unmerklich und unaufhaltsam in die Weite fort.
- Von einer moralisierender Erziehung eines sittlichen Despotismus z.B. den Sexualtrieb zurückzudrängen und zu unterdrücken zum menschenwürdigen Sublimierungs- gebrauch des Sexualtriebes einer christlichen Askese, welche erhebt und fördert (was in einem angelegt ist, lässt sich nicht durch Worte und Verbote zähmen,weil wir mehr Fleisch sind als Geist)*.
*I.) Bildungs-Kultur-Lernen ist bspw. mit der Sexualität als biologische Triebfunktion zur Fortpflanzung als Schlüssel zum Überleben als auch verantwortungsvoll im aus- und erleben der Sexualität umzugehen (Sexualkundeunterricht als Kultur des Eros und Energieauflösung des Sextriebes). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen liegt das Augenmerk mit der Sexualität sublimierungsge mäss durch Triebsinnverschie- bung durch Transzendierung umzu- gehen, um damit der Sinnlichkeit eine edlere Richtung zu geben. Jetzt heisst es, was der Selbsterhal- tung, der Fortpflanzung als Schaffung neuen Lebens und der Lust diente und Leben hervorbringt, dient jetzt der Fort- und Höherent wicklung und die Fruchtbarkeit bringt geistiges Leben hervor, weil in der Sexualität eine Kraft steckt, welche über den Menschen hinaus- führt. Der Geschlechtstrieb wird un- wichtig, die Lebensschöpfung wird wichtig. Das Leben pflanzt sich auf höherer Entwicklungsstufe fort, weil die Triebkraft in den Dienst der Aufgabe gestellt wird. Ich lebe dann meine befreite Sexualität. Die Neuschöpfung wird als geistiger Sexualakt verstanden als Individual-Logos-Schlüssel-Nr.404 für den Lebenssinn auch über den Tod hinaus. Der Eros ist eine geistige Macht und der Geist eine erotische (Der Eros als Erkennt- nismittel und Quelle von Lebensenergie wird durch Energieum- wandlung in den Dienst der Entwicklungs-Kultivierung gestellt). Siehe Textfortsetzung Nr.369 in Kulturlernen-9
II.) Die Kirche hat einerseits den augustinischen Sexualhass über- nommen aber pflegte auch den idealistischen Sublimierungs- gedanken.
- Vom abstrakten, künstlichen moralischen Streben (Immanuel Kant) zum lebensimmanenten Entwicklungs- streben, welches über dem moralischen Streben steht. Gott ähnlicher werden ist wichtiger als nur ein besserer Mensch zu werden (Meister Eckhart).
- Von der Moral des Christentums,welche aus Normen und Direktiven, Dogmen, biblischen Wegweisungen, Vor- schriften Gesetzen und Ge-und Verboten besteht zu wenn ich das Gebot nicht gekannt hätte, hätte ich auch nie die Neigung empfunden, es zu übertreten. Deshalb ist die die Gebots-und Verbotsmoral nur bedingt effektiv.
- Von der heuchlerischen Belehrungs, Ermahnungs-und Anweisungsmoral z.B. " wandelt euch, tut Buße, verändert euch"(alte Theologie und Menschenwille) zur ehrlicheren "alles-was-nicht-Entwicklung-ist,-ist-nicht-gut-Moral", wo jegliche Belehrung und Besserwisserei entfällt, weil das Entwicklungsvermögen durch den Lebensführungsdruck bedingt und durch Einsicht errungen wird. Der Mensch hat keine andere Wahl als auf-oder unterzugehen (Gotteswille und neue Entwick- lungstheologie)*.
* Zu den bekannten Fernseh- Ansprach-Anlässen,Parteiveranstal- tungen und Sonntagsreden werden meistens nur vom Bürger Mass- halte-,Toleranz- und Leistungstugenden abverlangt, damit es uns ökonomisch wieder gut oder noch besser geht und die Appelle sind nicht nur eine hilflose Alibifunktion", sondern zeugen von einer Ratlosigkeit"des sich selbst etwas vormachens". Jedem fällt es leicht anständig zu bleiben ,wenn es einem gut geht,wenn es nur die Men- schen betrifft und damit nicht mich als Einzelner in meiner je wei-
ligen gesellschaftlichen Rollenverantwortung. Aber ohne Wahrhaf-
tigkeit machen wir uns etwas vor, wenn wir eine Moral einfordern, die nichts kostet, zu nichts verpflichtet und ich mich nicht ange- sprochen fühle. Nicht mahnende Worte, an die moralisierende Vernunft,welche die Entwicklungsprobleme bemänteln, sondern wahre, individualisierte Entwicklungsworte, weil es der Entwick- lungslebensprozess ist, der sich selbst moralisiert. Nicht mehr Leis-
tungsbereitschaft z.B. in einer Neujahrsansprache anmahnen, son- dern die ungenügende Entwicklungs-und Veränderungsbereitschaft beim Einzelnen sind notwendiger und nachhaltiger.
Von der Moral zu mehr Versittlichung zum Wort Sittlichkeit, welches moralisch ungenau, verbraucht, anrüchig, moralisierend und völlig unsexy ist.Je mehr wir moralisieren, desto weniger Lebensidentität haben wir in uns.
- Von dem Reformator und Theologen Johannes Calvin zu wenn es um seine Lehre ging, verlor er jedes Mal das moralische Maß und jedes humane Gefühl*.
* Siehe Volltext den Gliederungspunkt "Tragikfiguren des Geistes Calvin-Theologie " in Jeder ist ein Genie der Selbstevolution
- Vom sexuellen Mißbrauch Minderjähriger der katholi- schen Kirche zu dieser wiegt wegen der moralischen Vorbildfunktion schwerer als in anderen Berufen der Gesellschaft.
- Von einem Klassenbesten mit der Abiturnote eins (Wert) zu die gleiche Person kann mit pädophilen Neigungen das Leben anderer und sein Leben zerstören (Moral).
- Von dem traditionellen pädagogischen Versuch das Übel durch "Du darfst oder Du darfs nicht-Verbote und Belehrung auszumerzen zu der Entwicklungs-Indivi- dualisierungs-Pädagogik das Übel in der permanenten Entwicklungsauseinandersetzung allmählich zu über- winden*.
* I.) Nicht das moralische Verbot, die Belehrung,der Versuch diese zu reanimieren und mit Druckmittel durchzusetzen bringt jegliches
Übel aus der Welt, sondern nur durch deren Überwindung. Der Mensch kann nicht gut sein, wenn er will. Das ist auch der Grund, warum moralische Instanzen, Erziehungs- und Bildungsbelehrung eigentlich machtlos sind.Die zeitlosen Wahrheiten können ihm einen Weg zeigen, aber sie geben ihm nicht die Kraft es zu tun. Die mora- lischen Normen sind i.d.R. zweiwertig z.B. richtig/ falsch oder gut/böse und berücksichtigen nicht die individuelle, graduelle Entwick- lungsbe- reitschafts-Wahrheit des Besseren im Schlechteren als persönliche Entwicklungsreife, wo die kritische Masse für Verände-rungen erreicht ist und nach dem Gleichgewichts gesetz der quan- titativen Verän- derung in qualitative Veränderung umschlägt. Dann wird jede belehrende Moral und Besserwisserei überflüssig,weil ich die Tugend selbst geworden bin. Die direkte, lebenskraftunmittelbare Entwicklungsempfindung kennt wie die Musik "kein gut und böse".
II.) "Widerstrebt nicht dem Bösen und gibt ihm die schöpferische Auslegung "*.
*Tolstoi.
III.) Schon der Philosoph Georg Friedrich Wilhelm Hegel wusste, dass mit der Leugnung des Bösen das ganze Christentum abgetan ist. Das Böse dient bei der Überwindung dem Guten und ist die andere Seite des Guten. Das Leben muss dazwischen liegen als die Auseinander- setzungs-Reifemasse für das Bessere. Alle scheinbaren Gegensatz- paare sind Illusionen von Polarität, die automatisch aus einer Denk- position erwachsen, um den Umkehrprozess einzuleiten. Der Lebens- widerspruch ist die sich vollendende Wahrheit. Polaritäten stehen immer unter dem Gesetz der wechselseitigen Beeinflussung und der Angleichung, die auf Synthese und einen Ausgleich zutreiben und der Ausgleich als selbstorganisierender Entwicklungsprozess zwangs- läufig erfolgt und den Dualismus überwindet. Nicht die passive Ruhe, sondern die Suchbewegung ist der natürliche Zustand eines jeden Körper.
IV.) Den allerletzten Grund für das angebliche Scheitern liegt in der Botschaft des Christentums selbst "dass sich der Mensch von Grund auf ändern müsse" und das Christentum deshalb eine Illusion und unerfülltes Ideal bleiben muss, weil ich erst die Welt lassen muss, bevor ich zu Gott kommen kann. Es ist das Herzstück der Religion,
die Unterwerfung unter Gott des "nicht mein, sondern dein Wille geschehe". Jegliche Lebens- und Berufsphilosophie muss scheitern, solange diese nicht das gesellschaftliche Normverhalten, den Zeit-
geist, die praktische Lebenswirklichkeit und den Lebensdruck des Einzelnen widerspiegelt, den individuellen, freiwilligen Reife- und Bereitschaftsgrad berücksichtigt und die Wirkkraft einer Vorbild-
funktion fehlt. Die Sphäre des Religiösen bleibt abstrakt und unverbindlich, solange diese selber nicht konkret wird und im Entwicklungs-Individualisierungs-Streben einer Bringschuld als Nachfolge Christi Gestalt angenommen hat. Lebensentwürfe, die auf Erkenntnisse, Askese, Gebete, Wiedergeburt, Moral, fremde Belehrungen, Idealismus, mystisches Denken begründet sind, haben im Leben keine Verankerung. Die rücksichtslose Hingabe an die christliche Wahrheit führt zur Selbstzerstörung, wenn man sich nicht mit der Welt arrangiert. Es gibt noch kein Podest, auf dem der selbstehrliche Mensch sich in der säkularen, evolutionären Nachfolge Christi bewundern lassen könnte.
- Von es ist ernüchternd festzustellen, wie wenig christ- liche Substanz noch im Lebensalltag übrig geblieben und das Christentum zur traditionellen Leerformel verkom- men ist und dieses für den Moral-und Werteverfall verantwortlich gemacht wird zur Feststellung, dass die zunehmende Säkularisierung nicht automatisch zu einem zunehmenden Verfall der Moral und Sitten geführt hat und das Leben mehr ist als Moral.
- Von den Werkzeugen der geistlichen Kunst (Gebote) z.B.du sollst niemanden hassen, du sollst nicht im Neid handeln, du sollst dich fernhalten von dem Treiben in der Welt, du sollst nicht eifersüchtig sein etc (Pflicht). zu den Werk- zeugen der Entwicklungs-Auseinandersetzungs-Lebens-Widerspruchs-Kunst, wo die Tugend erst in der Verführungsschwachheit vollbracht wird, weil diese dort erst zur Entfaltung gelangt (Neigung).
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen ist es moralisch schlecht oder gegen sein Gewissen gehandelt zu haben weniger peinlich, als es nicht zu wissen. Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt entwicklungsgewissenskonform zu handeln mehr als alles Wissen.
- Von dem Reformator Martin Luther, welcher die Ethik des Aristoteles verurteilt, der zufolge die moralischen Tugenden durch Erziehung und Bildung erlangt werden könnten zu der Lebenserfahrungserkenntnis, dass Moralpredigten noch nie genützt und etwas verändert haben, sonst wäre die Welt nicht so wie sie ist.
Moralische Ebenen
- Orientierung an der Bestrafung und Freiheitseinschrän- kung (notgedrungen und unwissend).
- Orientierung an Gesetz und Ordnung (Einsicht, Vernunft).
- Orientierung an der Autorität, seine Pflicht zu tun und die soziale Ordnung um ihrer selbst willen aufrecht erhalten. Ich handle nach Maßstäben, die von der Gesellschaft akzeptiert werden (Interesse, Wertemotivation).
- Die Orientierung erfolgt an universalen, ethischen Prinzi- pien z.B. Entwicklungsgewissens-Entscheidungen aus Überzeugung,Erkenntnis,Lebensvertrauen und Lebens- glaubens (Freiwilligkeit,Lebensnotwendigkeit, Entwick- lungsreife-Nr.782).
Tugend
- Vom Wissen zur Unterscheidung "der guten und bösen Geister" und Prüfung ob die Geister von Gott sind zur allgemeinen Erkenntnis, dass alle "guten und bösen Geister" von Gott sind, weil z.B. die Tugend nur in der Versuchung der Schwachheit vollbracht wird, weil die Kraft erst in der Schwachheit zur Entfaltung kommt*.
*I.) Die "bösen Geister" werden als (dialektische),individuelle Mög-
lichkeit der Entwicklungsbringschuld angesehen, meine Seele zu reinigen. Im Lebenswiderspruch liegt die Quelle und Triebkraft
aller Entwicklung und dieser ist komplementär lebenszugehörig
und die polar entgegengesetzten Prinzipien sind aufeinander bezogen.
II.) Siehe auch Das Gesetz des Lebens ist ihr Widerspruch
Von vorgegebenen, allgemeinen christlichen Tugenden (Tugend-Untugendbelehrung) zu selbst entwickelten, dem persön- lichen Reifegrad individuellen Entwicklungs-Individua- lisierungs-Eigenschaften (nicht christliche Tugenden) des gotischen Lernprinzips,wo meine Untugenden durch Transzendierung zur Tugend werden*.
* Der französische Philosoph Petrus Abaelardus setzt an die Stelle
des Charakters mit seinen Tugenden und Untugenden den Willen Gottes (Friede/ Unfrieden). Das höchste Gut erreicht der Mensch
nicht durch moralische Belehrung, einem tugendhaften Leben, sondern Unabhängigkeit von der Tugendhaftigkeit, weil ein tu-
gendhaftes Leben " ein Kampf gegen die Windmühlen " bleibt. Lebensentwürfe, welche auf der Tugend aufbauen haben keine Verankerung, weil die fehlende Reife dafür fehlt. Es geht nur um
die Befolgung des Entwicklungs-Individuations-Gewissens im hier und jetzt, religiös betrachtet als " Entwicklungs)willen Gottes " genannt wird und der sich im Frieden/Ruhe oder Unfrieden/Unruhe als Lebensempfindungsausdruck äussert und dadurch alles erreicht wird*.
* Das gotische Lern(verbesserungs)prinzip bezieht sich über die Untugend (Unfriede) zur Tugend (Tugendverbesserung) als " Nicht mein, sondern dein Wille geschehe " (Friede), welcher bspw. durch
das Medium des Entwicklungs-Individualisierungs-Gewissens oder durch Übung der Probiersteine des Lebens erreicht wird *.
Vom Tugend-und Moralbewusstsein des Guten (was ich aber nicht bin) zum Gottes-Friedens-Bewusstsein ( was mein eigentliches Wesen ist und immer mehr sein wird).
- Von der lebensverhindernden, bevormundeten Einzel- entwicklung (jedes eigene religiöse Denken und Er- fahrung wird moralisch kritisch bewertet) zur lebens- bejahenden, freien Einzelentwicklung ( jedes eigene Denken und jede Irrtumserfahrung steht im Dienste der Entwicklungserkenntnis).
- Von vorgegebenen moralischen allgemeinen christlichen Tugenden (Moral des Scheins) zu selbst entwickelten Entwicklungs-Individualisierungs-Eigenschaftstugenden des gotischen Lernprinzips, indem sich das Leben selbst moralisiert, weil die Fehler, Irrtümer und Schwächen selbst zur Tugend werden (Moral des Seins).
- Von der lebenskalten Soll-Pflichten-Lehre des Philoso- phen Immanuel Kant (Pflichten verändern den Menschen nicht) zu dieser steht die lebenswarme Wesens-Mystik des Meister Eckhart gegenüber.
- Von den allgemeinen christlichen Tugendkatalog, indem viele Tugenden für mich nicht zu treffen oder selbstver- ständlich sind zu den individuellen zutreffenden mensch- lichen Schwächen, wo die Tugend erst in der Verfüh- rungsschwachheit vollbracht wird.
Ge- und Verbote
- Von kirchlichen Verboten und Geboten halten sollen (verurteilende Unreife) zu was die persönliche Entwick- lung gebietet und ich auch halten und zu tun bereit bin (beurteilende Reife).
- Von die Zehn Gebote GOTTES sind das Grundgesetz des Lebens zu diese sind nur ethisch bindend für den, wel- cher an Gott glaubt.
- Von der Forderung nach den Geboten der Kirche und Bibel zu leben zu dem höchsten Gebot, seine Lebenszeit entwicklungs-individualisierungsgemäss zu leben.Nach Meister Eckhart ist alle Zeit, welche nicht für die Gottentwicklung genutzt wird, vergeudete Lebenszeit*.
*I.) Nach Meister Eckhart liegt der Sinn des Lebens im Lebens selbst. Entwicklung ist der Individualisierungs- LebensformPlan-Wille Gottes. Das Maß Gottes ist dass Maß meiner Entwicklungskraft und Entwick-
lungsmöglichkeiten. In jeder Möglichkeit ist der Mensch einzeln. Nur die nichts gleich sind, sind Gott gleich. Gott wird durch die Individua-
lisierungsentwicklung neu geboren und das Entwick- lungsstreben ist die Selbsterziehung zu Gott hin. Gott kennt nur ein Gesetz, die Entwicklung seiner selbst und zieht alles an sich.Gott wird sich selbst als direkte Selbstschöpfung Gottes. Gott kennt nur sich allein und liebt nichts ausser seiner selbst. Gott wird einem erst in der Entwick-
lung gegeben und Entwicklung trägt die Seele zu Gott hin und wird damit zum Mittelpunkt eines säkularen und evolutionären Christen- tums. Gott als Träger des Lebens ist das Lebensprinzip schlechthin und Quelle allen Seins als letze Wirklichkeit.
II.) Was ist das Leben ? Gott das Leben.Ich atme nicht, sondern werde geat- met. Durch mein " ich-werde-geatmetes Leben " bin ich Gott unmittelbar, weil Gott das Leben als Spiritualität (Spiritus=Atem) selbst ist, indem ich lebe.Ich bin in Gott und Gott ist in mir. Alles was noch nicht Gott gewor- den ist, somit noch unvollendete Entwicklung. Wo Entwicklung ist da ist auch Gott und wo Gott nicht ist, ist das Leben nicht in Ordnung (ent- wicklungskonform). Der Mensch ist nur und hat nur so viel Wert, wie viel er von Gott (ent- wickelt) hat, wie viel Lebenszeit Entwicklungszeit ist und Zeitloses in der Zeit und Wesenhaftes im Wesenlosen geschaffen wird.Nach Meister Eckhart ist deshalb Gott ist mir näher, als ich mir selber bin.Gott ist das Absolute,Herr über Gesundheit, Krankheit, Leben und Tod. Ohne ihn ist alles Lebensspaltung und ohne seine "Seinexistenz" bin ich eine Leiche, welche wieder in seine Zellchemie und mineralischen Be- standteile zerfällt. Der Evolutionsbiologe Friedrich Cramer drückt
den gleichen Sachverhalt so aus. Für ihn liegt das Göttliche in der innewohnenden Intelligenz der Evolution.Er sieht in der Selbstorgani- sation eine Grund- eigenschaft der Materie,die immer auch die Idee der Entfaltung aller Baupläne und Ausformungen in sich trägt.
III.) Wie der Mensch Gott braucht um nicht zu vergehen, braucht ebenso das Göttliche den Menschen, um wahr- haft und zur Wirk- lichkeit zu werden und zu sein.Entwicklung ist, wo Gott in jedem einzelnen Leben zu sich kommt und das Göttliche ist nicht mehr in unsinnlicher Abstraktion jenseitig des Irdischen und Weltlichen, sondern wird lebensnah im Brennpunkt des eigenen Selbst innerlich von mir als Wirkkraft wahrgenommen. Das Leben wird als eine Erscheinung und Offenbarung Gottes und mein persönliches Leben als "das Gott-Werde-Selbst-Sein betrachtet. Immer wenn ich mich entwickele, rufe ich Gott ins diesseitige Dasein und er tritt an die Stelle des Überwundenen, des De-und Entmaterialisierten als das transzendierte Verbesserte. Dass Gott Gott ist, dadurch bin die Ursache.Wäre ich nicht, wäre auch Gott nicht.Deshalb will ich auch ausser mich niemand anderes sein.Gottes Existenz zu leugnen bedeutet auch meine eigene Existenz zu leugnen.Mein Wohlbefinden ist auch sein Wohlbefinden.Das Auge, mit dem ich Gott sehe, ist dasselbe Auge mit dem Gott mich sieht. Der Grund warum ich lebe ist, das Gott etwas " Grosses und über den Zeitgeist Bleibendes " mit vor hat. Als Gott uns schuf hatte er uns schon verplant. Der dynamische Gottesbe- griff spiegelt die Entwicklungsstufen und Gottvermensch- lichung wieder. Die Menschheit wird mit fortschreitender Entwick- lung ihre Gottesvorstellung wandeln.Man soll Gott nicht ausserhalb von einem erfassen und ansehen, son- dern als sein Eigen und als das, was in Einem ist ".
IV.) Sein Leben entwicklungsgemäss leben bedeutet in der Entwick-
lungs-Such-Unruhe seinen Halt zu finden,im Berufs-und Alltagsleben lernen den Entwicklungsbegriff zum Handlungsbegriff werden zu lassen, eine permanente Entwicklungswertsetzung als Erkennt-
nismittel zum Entwicklungszweck in allen vorzunehmen, jedem Tag seinen Entwicklungssinn zu geben weiss, sterben lernen und sich selbst zum Entwicklungs-Individualisierungs-Tages-Programm
zu haben.
II.) Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin hat einmal geschrieben,
Gott habe dem Menschen nichts geboten, was nicht ohne Gebot
für den Menschen gelte.
- Von moralisierenden Verboten( Bestrafung, Verteufe- lung, Verurteilung) zum Geist der Entwicklungsfreiheit, welcher zur vollen Entfaltung des Individuums führt, weil hier Verbote verboten sind).
Wille
Wenn ohne freien Willen (Gotteswille) das Leben nach Meister Eckhart sinnlos ist,dann ist dieser determiniert. Determinismus ist die Lehre von der kausalen Vorbestimmtheit oder auch Bestimmtheit allen Geschehens. Gestützt wird die Bestimmtheit dadurch, dass das Dasein allumfassend ist, und damit in sich selbst alles aus sich selbst leisten muss. In einem geschlossenen System wie dem allumfassen- den Dasein muss sich sein Anfang mit seinem Ende schneiden, was einen kreisförmigen Zyklus anzeigt. Da muss auch mangels Alterna- tive der Anfang auf das Ende gerichtet sein, und die beiden polaren Enden bedingen sich wechselseitig.
(Meister-Eckhart Zitate)
- Erst wenn du dich von deinem Wissen und Willen dich frei gemacht hast, da geht Gott mit seinem Wissen und Willen ein. Der Geist kann nicht anders was Gott will und das ist nicht seine Unfreiheit, sondern seine eigentüm- liche Freiheit. Je freier der Mensch ist, desto näher ist er an Gott.
Der Mensch soll nicht suchen, weder Erkennen noch Wis-sen, noch Innerlichkeit, sondern einzig allein den Willen Gottes (weil alles ausser dem Willen Gottes ein nichts ist).
- Christsein ist die Erfüllung des göttlichen Willens."Nicht mein,sondern sein Wille geschehe"*.
* Dieses geschieht in der Entwicklungs-De-und Entmaterialisierung in vielen kleinen Entwicklungs-Loslass-Freiheits-Schritten, sonst bleibt es nur eine abstrakte Wahrheit, die hoch am Himmel hängt und keinem einleuchtet.
Wenn unser Wille Gottes Wille wird, das ist gut. Wenn aber Gottes Wille (Gewissen) unser Wille wird, dass ist das Höchste. Wenn ich meinen Frieden habe, ist auch aller Unfrieden Gottes Wille und damit das Allerbeste*.
*I.) Alles ausser dem Gotteswillen wird zur Entwicklungs-Individuali- sierungs-Friedens Bringschuld.
II.) Ach, nicht warum ich leide will ich wissen,nur ob ich dir zu willen leide *.
* Der Berditschewer (nach Martin Buber).
III.)Der französische Philosoph Petrus Abaelardus setzt an die Stelle
des Charakters mit seinen Tugenden und Untugenden den Willen Gottes (Friede/ Unfrieden). Das höchste Gut erreicht der Mensch
nicht durch moralische Belehrung, einem tugendhaften Leben, sondern Unabhängigkeit von der Tugendhaftigkeit, weil ein tu-
gendhaftes Leben " ein Kampf gegen die Windmühlen " bleibt.
Lebensentwürfe, welche auf der Tugend aufbauen haben keine Verankerung. Es geht es nur um die Befolgung des Entwicklungs-Individuations-Gewissens, religiös betrachtet als " Wille Gottes " genannt wird und der sich im Frieden/Ruhe oder Unfrieden/Un-
ruhe als Lebensempfindungsausdruck äussert und dadurch alles erreicht wird. Dieses steht im Meinungsgegensatz von dem Re-
formator Martin Luther (Theologe) und Thomas von Aquin (Philo-
soph und Theologe), welche die die Tugend neu entdeckten.
Gott ist ein Diktator.Wenn es Gotteswille ist meinen individuellen Weg zu gehen, dann interessieren keine Landesgesetze, mein Wille oder andere Lebensumstände mehr.Das ist Gottesabsicht in allen Dingen, dass wir den eigenen Willen aufgeben.Deshalb bleibt es ein Spagat und eine Gradwanderung in der vorherrschenden ge- sellschaft- lichen Gesetzesordnung seinen Entwicklungs-Individualisierungs-Weg zu gehen und der Einzelne wird ohne "zivilen Ungehorsam" nicht sehr weit kommen (abgewandeltes Meister Eckhart Zitat)*
*Die Entwicklung hat eine individuelle und eine gesellschaftliche Seite. Der Mensch existiert in seiner Doppelheit als amphibisches
Wesen einerseits als Staatsbürger und Mitglied der Gesellschaft und andererseits als werdendes Individuum. Die Einzelentwicklung widerspricht erst einmal dem gesellschaftlichen Integrations-und Anpassungsinteresse und wendet sich gegen die gesellschaftlichen Normen, Berufswege, Wert- und Sicherheitsvorstellungen. Die Regeln der Gesellschaft passen oft nicht zu den Regeln der Entwicklungs-Individualisierung und der Suchweg des Einzelnen ist in der Gesell- schaft nicht vorgesehen. Im vorherrschenden System " klar kommen"
wird mit seinem Leben " klar kommen " und einem sinnvollen Leben gleich gesetzt. Unsere Zivilisationskultur legt ohne Rückfrage fest, wie wir als Individuum sein müssen. Es wird erwartet, dass man seinen Bürgerpflichten nachkommt, die Gesetze einhält, aber nicht, dass man sich entwickelt und nur durch die Anpassungs-Sozialisierung
eine Individualisierungsbringschuld anhäuft. Diese Schuldempfin- dung ist einfach noch nicht in unserem moralischen gesellschaft- lichen Wertesystem vorgesehen. Alleine nur in der Einhaltung der Staatsbürger-, gesellschaftlichen und privaten Verpflichtungen als auch nach einem Verhaltenskodex allgemeingültiger, gesellschaft- licher Werte ( " macht man oder macht es nicht " ) erschöpft sich die persönliche Ent- wicklungsverantwortung (als Entwicklungs-Indi-
vidualisierungs-Bringschuld der Entwicklungslosigkeit) des einzelnen Menschen nicht.Es ist erst die Orientierung nach individuellen, au-
thentischen Selbstentfaltungswerten Nur die Gleichschaltung und nicht die Individualisierungsattribute als Eigenschaften und Werte
sind in unserem System von Nutzen, um das reibungslose Funktio- nieren nicht zu gefährden. Unser System und unsere Gesetze hat viel
Platz für einen reichen Menschen, aber wer in der vorherrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung seinen Entwicklungs-Individu-
alisierungsweg beschreiten will, (was als geniehaftes bezeichnet werden kann), wird als Entwicklungsmensch wenig Platz ist finden und wird ohne "zivilen Ungehorsam" nicht sehr weit kommen. Des-
halb ist der individuelle Entwicklungsweg gehen, der in der vorherr-
schenden Gesellschaftsordnung nicht vorgesehen, bleibt eine Grad- wanderung der Marginalisierung und vorübergehenden Heimatlo- sigkeit als Bürger (gelungenes Leben) und Bohemien (verpfuschtes Leben) zugleich, ein Gesellschaftsmensch nach aussen, aber einer Einzelner nach innen, in der kulturlosen Zivilisation leben, aber die Zivilisation im Verborgenen als " Namenloser " und stilles Vorbild kultivieren. Es ist das Kunststück der Kontrasterfahrung zwei Herren gleichzeitig zu dienen z.B. den Berufs- und Lebensalltag mit seinen
Pflichten zu bewältigen, in der Gesellschaft als Konsensbürger,Fami- lienvater, Arbeitnehmer, Mieter, Konsument etc. gut zu funktionieren und dabei sich noch zu individualisieren und statt nur ein bloßes sein eigenes Leben zu leben ohne jemand zur Last zu fallen. Es ist im Äusseren möglichst normal zu bleiben und mit der Schutzfarbe der " Unauffälligkeit und der Tarnkappe Unscheinbarkeit " durch die
Welt gehen, um den Weg zu sich zu finden.Siehe Textfortsetzung in Gesellschafts-und Entwicklungsmensch
Solange der Mensch noch den Willen hat Gottes Willen zu erfüllen, so ist er noch nicht recht dran. Das ist Gottes- absicht in allen Dingen, dass wir den eigenen Willen aufgeben. Wir sind selbst die Ursache (Menschenwille) unserer Hindernisse.Das Wollen trennt uns vom Gewoll- ten. Das Ziel muss sein zu wollen nicht mehr zu wollen. Wenn ich nicht mehr will,muss Gott wollen wie er für sich will.
Ausser dem Willen Gottes gibt es keinen Willen. Deshalb ist alles ausser dem Gottes Willen nur ein Umwegirrtum, Leidensverlängerung und ein Nichts.
Wenn ich nicht mehr will, muss Gott wollen Darin, wo ich von meinem " ICH " lasse, da muss er für mich notwendig alles das wollen, was er für sich selbst will, nicht weniger noch mehr.
- Gott hat sich niemals mitgeteilt und teilt sich niemals mit. Nur durch seinen eigenen Willen teilt er sich mit.
- Bittet er um Gottes Willen, wird im alles zuteil. Bittet der um etwas anderes, wird ihm nichts zuteil.
- Die Gerechten haben ganz und gar keinen Willen.
- Keine Seele hat je vollkommenen Frieden, ausser jene, die keinerlei Willen mehr hat.
Als ich die Kranke im Bett sah, sah ich nichts (Krankheit als Gotteswille )und als ich Gott sah,sah ich die Krankheit als ein Nichts.
- Soll das Werk vollkommen sein,muss es Gott alleine wirken (Gottes Wille) und du musst es nur erleiden.
- Gottes Wege (Wille) sind geheimnisvoll, aber sinnvoll.
- Erst wenn du dich von deinem Wissen und Willen frei gemacht hast, da geht Gott mit seinem Wissen und Willen ein. Der Geist kann nicht anders, was Gott will und das ist nicht seine Unfreiheit, sondern seine eigentümliche Freiheit. Je freier der Mensch ist desto näher ist er an Gott.
Bildungs-Kultur-Lernen ist sich deshalb mit Bildung zu beschäftigen weil sie in der Welt und mit der Welt ist, weil von dieser eine ständige Selbst(Ego)bestätigung ausgeht und ich kann bleiben wie ich bin (mein Wille). Entwicklungs-Kultur-Lernen ist sich mit dem Entwick- lungs-Individualsierungs-Willen beschäftigen als ein ständiges " gegen sich selbst behaupten" müssen,weil das Selbst erst durch die Aufgabe des Egowillens entsteht ( sein Wille).
- Das " Zauberwort " für die Lösung aller Probleme ist bei Meister Eckhart nicht "mein, sondern sein Wille geschehe".
- Niemals ist ein Unfriede in dir, der nicht aus dem Eigen- willen kommt.
Weil der Entwicklungs-Individualisierungs-Lebensweg sein Ziel in sich trägt, ist der freie Wille eine Illusion und eine Karriere-und Lebensplanung ist mehr als fraglich.
- Mit Glauben und Vertrauen erreicht man vieles schneller als mit wollen.
- Gott hat alles vorgeformt (sein Wille), was in der Evolution ans Tageslicht kommt.
- Wenn Gott will, so kräht ein Axtstil*.
*Sprichwort.
- In Gottesnamen fängt alles Unglück an *.
* Sprichwort.
- Wenn ich Gotteswille tue, bekomme ich immer auch soviel (unbegrenzte) Kraft diesen Willen auszuführen.
- Gegenüber dem Willen Gottes ist alles andere (z.B.Schul- medizin) nur ein Spielen im Sande.
- Wo der Wille sein Ziel erreicht hat, ist das Spannungs- verhältnis aufgehoben und der Wille ist gegenstandslos geworden.
Die vollkommene Freiheit besteht darin, Sklave Gottes zu sein.Wir sind Galeerensklaven sagte er frei zitiert weiter und sind an Gott gekettet und können gar nicht anders als Gott anhängen ("auch wenn er an anderer Textstelle den Grabstein für die Kirche schon bestellt hat")*.
* In Anlehnung an Friedrich Nietzsche, Philosoph.